Gemeinde Hohenkirchen baut neuen Radweg

Hohenkirchen – Die Gemeinde Hohenkirchen (Landkreis Nordwestmecklenburg) baut für 1,2 Millionen Euro einen neuen Radweg. Dieser führt von der L01 zwischen Hohenkirchen und Gramkow kommend durch Gramkow und Beckerwitz hindurch und endet in Hohen Wieschendorf. Die Baukosten betragen insgesamt rund 1,2 Millionen Euro.

Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung als Hauptförderer stellt dafür Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) i.H.v. von 810. 000 Euro bereit. Den restlichen Betrag muss die Gemeinde Hohenkirchen als Eigenanteil selbst aufbringen. Da sich die Gemeinde dazu nicht in der Lage sah, hatte sie einen Antrag auf Kofinanzierungshilfe beim Ministerium für Inneres und Europa gestellt. Der Vergaberat hat positiv über diesen Antrag entschieden, so dass dem Bürgermeister nun ein Bewilligungsbescheid über 129.343,56 Euro zugesandt wurde.

Kommunale Körperschaften können in Abhängigkeit von ihrer Leistungsfähigkeit eine Kofinanzierungshilfe zur Finanzierung des Eigenanteils gewährt werden, um ihnen die Teilnahme an Förderprogrammen des Landes, des Bundes und der EU zu ermöglichen. Dafür stellt die Landesregierung jährlich 10,0 Mio. EUR zur Verfügung. Ein interministeriell besetzter Vergaberat im Innenministerium entscheidet über die Auswahl der Vorhaben und die Höhe der Förderung.

Innenminister Caffier: „Die Landesregierung stellt diese Mittel zusätzlich bereit und ermöglicht es den Kommunen so, an Förderprogrammen teilzunehmen, für die sonst nicht ausreichende Eigenmittel zur Verfügung stehen.“

Der neue Radweg wird die Lücke zwischen dem straßenbegleitenden Weg an der Landesstraße 01, der von Wismar über Klütz bis nach Grevesmühlen führt, und dem Ostseeküsten-Radfernweg, der nach Boltenhagen führt, schließen. Durch den Radweg wird den Einwohnern und Besuchern ein autofreier Verkehr in der Flächengemeinde, ein verbesserter Anschluss an den ÖPNV sowie die bessere Hinterland- und Ostseeanbindung ermöglicht. Dieses Vorhaben trägt gleichzeitig zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei.

Industrie- und Gewerbeflächen in Roggentin

Roggentin – Die Gemeinde Roggentin im Landkreis Rostock plant, die Industrie- und Gewerbeflächen „Zum Bornkoppelweg“ für mögliche Firmenansiedlungen und Unternehmenserweiterungen weiter zu erschließen. „Roggentin punktet für Gewerbetreibende mit attraktiven Standortbedingungen. So liegen beispielsweise der Überseehafen Rostock, der Flughafen Rostock-Laage und das Autobahnkreuz A 19/A 20 in unmittelbarer Nähe. Das macht das Gewerbegebiet interessant für Unternehmensansiedlungen und Betriebserweiterungen. Mit der Erschließung sollen die notwendigen Voraussetzungen dafür geschaffen werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Gemeinde Roggentin liegt östlich der A 19 und südlich der B 110 an der Stadtgrenze zu Rostock. Roggentin verfügt über ein Gewerbegebiet mit insgesamt 850.000 Quadratmetern, davon rund 110.000 Quadratmeter im Eigentum der Gemeinde. Nach Gemeindeangaben sind mehr als 100 Unternehmen, Gewerbetreibende und Angehörige freier Berufe in Roggentin ansässig. Jetzt sollen die Industrie- und Gewerbeflächen „Zum Bornkoppelweg“ auf einer Fläche von 110.000 Quadratmetern erschlossen werden. „Eine gut ausgebaute Infrastruktur rund um Industrie- und Gewerbeflächen ist die Voraussetzung für die Unternehmen des Landes, um weiter zu wachsen. Das stärkt die Wirtschaft und schafft neue Arbeitsplätze. Deshalb unterstützen wir die Investitionen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Gesamtinvestition für die Erschließung beträgt rund 3,1 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ in Höhe von knapp 1,9 Millionen Euro.

Um die Bedingungen für Unternehmensansiedlungen und -erweiterungen zu verbessern, unterstützt das Wirtschaftsministerium die Neupositionierung und Vermarktung von Gewerbegroßstandorten wie den „Industrie- und Gewerbestandort Pommerndreieck“ und den „Gewerbe- und Industriepark Berlin-Szczecin“ in Pasewalk. Auf dem Gebiet der Stadt Pasewalk handelt es sich um die Vermarktung von drei Flächen: Gewerbegroßstandort Pasewalk (für Industrie und Gewerbe), Gewerbegebiet „Torgelower Straße West“ und Gewerbegebiet „Torgelower Straße Ost“. „Der Standort ist vor allem für die Logistikbranche attraktiv, schließlich ist die Stadt der norddeutsche Mittelpunkt zwischen Berlin und Stettin. Pasewalk gilt vor allem für polnische Unternehmen als Zugang zu Westeuropa“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe.

Darüber hinaus wird ein Vermarktungskonzept für den maritimen Gewerbe- und Industriestandort am Mukran Port in Sassnitz entwickelt. „Der Hafen hat attraktive Gewerbeflächen direkt an der Kaikante in Verbindung mit einer gut ausgebauten Infrastruktur. Das sind beste Bedingungen für weitere Ansiedlungen“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Der Mukran Port bietet auf einer Gesamtfläche von knapp 430 Hektar Fähr-, Eisenbahn-, Multipurpose- und Offshore-Terminals sowie umfangreiche Produktions- und Lagerflächen. Der östlichste Tiefwasserhafen Deutschlands ist für alle im Ostseeraum operierenden Schiffsklassen zugänglich. Er liegt unmittelbar an der offenen See und ermöglicht der Schifffahrt damit eine unkomplizierte Ansteuerung.

Rund 80.000 Arbeitsplätze sind in den durch das Wirtschaftsministerium geförderten Gewerbegebieten in den vergangenen Jahren im Land entstanden. „Die Gewerbeflächen in M-V werden zudem noch weiter ausgebaut, so dass unser Land auch zukünftig Anreize für potentielle Ansiedlungsinteressierte bereithält. Mit jeder Erschließung eines Gewerbegebietes werden die Voraussetzungen für weitere Investitionen geschaffen. Wir haben noch Potential. Hierzu zählen Neuansiedlungen und Erweiterungen. Um im Standortwettbewerb bei potentiellen Investoren zu bestehen, ist es notwendig, infrastrukturell gut ausgestattete Flächen anzubieten. Dabei unterstützen wir die Kommunen weiter“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Deutscher Energiesparmeister 2019

Wismar – Die Schülerinnen und Schüler der evangelischen Schule „Robert Lansemann“ in Wismar sind deutscher Energiesparmeister. Im Finale des bundesweiten Wettbewerbs der Schulen in Berlin setzte sich der Landessieger aus Mecklenburg-Vorpommern gegen alle anderen Bundesländer durch.

„Ich freue mich sehr mit den und für die Grundschülerinnen und -schüler und ihre Lehrer. Ihr Antimüllmonster-Projekt mit dem Ziel, keinen Müll mehr in den Brotdosen zu haben, hat bei der Online-Abstimmung die meisten Klicks bekommen“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pegel.

Die sieben bis neun Jahre alten Schüler aus Nordwestmecklenburg holte mehr als 6.50 der 50.000 Stimmen, die insgesamt für alle 16 Landessieger vergeben worden waren. Mit knapp 50 Stimmen weniger sicherte sich das Hildegardis-Gymnasium Kempten aus Bayern den zweiten Platz. Platz drei ging mit knapp 6.350 Stimmen an die Grundschule Adelby aus Flensburg in Schleswig-Holstein.

Christian Pegel bedankt sich zugleich bei allen, die für die Lokalmatadoren aus Mecklenburg-Vorpommern geklickt haben. „Dank Ihrer Unterstützung ist unsere Energiesparmeister-Schule republikweit in aller Munde. Das ist auch eine schöne Werbung für unser Bundesland“, so Christian Pegel.

Neben den drei Finalisten wurden auch alle anderen regionalen Gewinner im Berliner Bundesumweltministerium ausgezeichnet. Die 16 Landessieger erhalten jeweils 2.500 Euro für ihr Klimaschutzengagement, der Bundessieger aus Wismar kann sich noch einmal über dieselbe Summe freuen. kann sich über zusätzliche 2.500 Euro freuen. Ein Sonderpreis über 1000 Euro ging nach Dresden.

Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig will die Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg in den nächsten Jahren weiter ausbauen. „Gerade hier in Westmecklenburg spüren alle, wie stark die Anziehungskraft der Metropole Hamburg ist. Für Mecklenburg-Vorpommern eröffnet die Mitgliedschaft in der Metropolregion große Chancen“, erklärte die Ministerpräsidentin auf dem Jahresempfang der IHK zu Schwerin, dessen Ehrengast in diesem Jahr der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Peter Tschentscher war.

So seien Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern Teil eng verzahnter Wertschöpfungsketten. „Unsere hochattraktiven Gewerbegebiete profitieren von den guten Verkehrsbedingungen nach Hamburg. Es gebe Austausch auf dem Arbeits- und Fachkräftemarkt. „Wir haben Vorteile von der gemeinsamen Vermarktung unserer Region im Ausland und von der Förderung konkreter regionaler Projekte durch die Metropolregion“, lobte die Ministerpräsidentin.

Es gebe aber auch noch Punkte, bei denen die Zusammenarbeit noch besser werden könne. „Zum Beispiel in der echten Vernetzung des öffentlichen Personennahverkehrs oder in der Ausschöpfung unseres Innovationspotenzials. Ich wünsche mir, dass wir die Metropolregion Hamburg noch entschlossener mit Leben füllen. Dass wir uns noch mehr auf diese Chance konzentrieren. Gerade über die Grenze hinweg, die Ost und West früher getrennt hat“, so die Ministerpräsidentin.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde der langjährige Präsident der Kammer Hans Thon verabschiedet. „Mit Hans Thon hatten wir einen starken und verlässlichen Partner in Sachen Wirtschaft an unserer Seite. Ein Fels in der Brandung, der Stürme aushält“, sagte Schwesig und erinnerte beispielhaft an die Debatte um den ersten Russlandtag. Thon habe nicht nur in wirtschaftlichen, sondern auch in gesellschaftlichen Fragen wie der Bekämpfung des Rechtsextremismus immer eine klare Haltung eingenommen. „Als Wirtschaftsvertreter und als sozial engagierter Bürger stand für Sie immer der Mensch im Mittelpunkt“, sagte Schwesig an Thon gewandt. „Ich danke Ihnen im Namen der Landesregierung für Ihre Arbeit.“

Finanzierung der Freien Wohlfahrtspflege

Schwerin – „Mehr Transparenz und Steuerung sowie eine verlässliche Finanzierung sind die Gebote der Stunde für den Bereich der Freien Wohlfahrtspflege.“ Sozialministerin Stefanie Drese stellte heute ihren Gesetzentwurf für ein Wohlfahrtsfinanzierungs- und -transparenzgesetz (WoftG) vor, dass nach erfolgter Befassung im Landeskabinett nun in die Verbandsanhörung geht.

Der Gesetzentwurf gliedert sich in drei Abschnitte. So sollen die in der LIGA organisierten Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege zukünftig für ihre steuernden, koordinierenden und beratenden Tätigkeiten klar definierte Landesmittel erhalten. Die Finanzhilfe des Landes wird jeweils aus einem identischen Sockelbetrag in Höhe von 40 Prozent und einem sich an der Beschäftigtenzahl orientierenden Aufstockungsbetrag in Höhe von 60 Prozent des jährlichen Gesamtbetrages gebildet. Drese: „Damit bekennen wir uns zur wichtigen Arbeit der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege im sozialstaatlichen Gefüge und schaffen transparente Regelungen zur Aufteilung der Landesmittel. Diskussionen über Verteilerschlüssel gehören dann in die Mottenkiste.“

Der Gesetzentwurf sieht zudem Berichtspflichten der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege gegenüber dem Sozialministerium vor, die an die Stelle der bisherigen Verwendungsnachweisverfahren treten sollen.

Im zweiten Abschnitt schafft der Gesetzentwurf eine neue Grundlage für die dauerhafte und verlässliche finanzielle Beteiligung des Landes an der sozialen Beratung und der Gesundheitsberatung. „Damit erfolgt ein Paradigmenwechsel hinsichtlich der bisherigen, zumeist einjährigen Förderung der sozialen und der Gesundheitsberatung. Das Land beendet somit die kleinteilige Projektförderung in diesem Bereich“, verdeutlichte Drese heute in Schwerin. Die Landesmittel werden zukünftig den Landkreisen und kreisfreien Städten auf der Grundlage von Zuweisungsvereinbarungen zur Weiterleitung an die soziale Beratung und Gesundheitsberatung durchführende Träger zugewiesen. Drese: „Dies stärkt kommunale Planungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsspielräume.“

Im dritten Abschnitt schafft der Gesetzentwurf die Grundlagen für mehr Transparenz in der Freien Wohlfahrtspflege. „Wir wollen eine Transparenz- sowie eine Zuwendungsdatenbank einführen. Damit erhält die Öffentlichkeit Information über die Ziele, Werte und Motive, über Unternehmensstrukturen und die Arbeitsweisen der Träger sozialer Arbeit in verständlicher, übersichtlicher und öffentlich leicht zugänglicher Form sowie Auskunft über Herkunft, den Einsatz und die Verwendung finanzieller Ressourcen“, so Ministerin Drese. Dabei besteht für Zuwendungsempfänger eine Beteiligungspflicht an der Transparenzdatenbank bei Zuwendungen in Höhe von 25.000 Euro jährlich.

Drese: „Mit diesem Gesetzentwurf legt die Landesregierung neue Grundlagen für die Finanzierung der Freien Wohlfahrtspflege und das nicht nur auf Landesebene, sondern auch auf der Ebene der örtlich zuständigen Jugend- und Sozialhilfeträger. Der Gesetzentwurf führt zugleich neue Berichtspflichten ein und schafft eine bürgerfreundliche Transparenz, aus der einerseits die staatliche Förderung der Sozialen Arbeit erkenntlich wird und zum anderen Werte, Strukturen und Finanzierung der Freien Wohlfahrtspflege sichtbar werden. Durch Transparenz und Information kann verloren gegangenes Vertrauen der Wohlfahrtsverbände zurückgewonnen werden.“

Steuerliche Forschungsförderung

Schwerin – Die Bundesregierung will Forschung und Entwicklung künftig stärker fördern. Über das Wie gibt es aber unterschiedliche Vorstellungen. Für Mecklenburg-Vorpommern ist der heute dem Finanzausschuss des Bundesrates vorgelegte Weg über eine steuerliche Förderung nicht zielführend, so Finanzminister Reinhard Meyer im Anschluss an die Beratung.

Die Bundesregierung hatte einen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dem Unternehmen ab dem Jahr 2021 ihre Personalkosten im Bereich Forschung und Entwicklung teilweise von der Steuer absetzen können. Ersten Berechnungen zufolge wird das beim Bund und den Ländern zu geringeren Steuereinnahmen von jährlich rund 1,2 Mrd. Euro führen. Fast 60 Prozent davon sollen nun von Ländern und Gemeinden finanziert werden.

Allein auf Mecklenburg-Vorpommern kommen Mindereinnahmen von bis zu 15 Mio. Euro pro Jahr zu. Allerdings gibt es hierzulande kaum Unternehmen, die die steuerliche Förderung in Anspruch nehmen können. Finanzminister Reinhard Meyer ist nicht allein deshalb skeptisch: „Die Bundesregierung hat die besondere Situation des Ostens wieder einmal nicht im Blick. Die Wirtschaftsstruktur ist hier durch kleine und mittlere Betriebe geprägt. Von der geplanten steuerlichen Förderung werden aber vor allem große Unternehmen profitieren. Als Land haben wir somit hohe Kosten, ohne Forschung und Entwicklung dort zu fördern, wo es tatsächlich notwendig ist. Stattdessen profitieren vor allem jene Regionen, die heute schon Spitzenreiter bei Forschung und Innovation sind. Mit der Förderung nach dem Gießkannenprinzip wird wieder eine Chance zur Angleichung der Lebensverhältnisse von Ost und West vertan. Hilfreicher wäre die direkte staatliche Förderung. Die wäre nicht nur zielgerichteter, sie wäre auch transparenter, da Bürger und Unternehmen schwarz auf weiß nachvollziehen könnten, wo in welcher Höhe gefördert wird.“

Auszeichnung für selbstlose Rettungstaten

Tobias Ehrenberg (links) und Sven Upp­leg­ger mit der Minister­prä­si­den­tin © Staats­kanzlei

Tobias Ehrenberg (links) und Sven Upp­leg­ger mit der Minister­prä­si­den­tin © Staats­kanzlei

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute an Sven Upplegger (51) aus Kühlungsborn die Rettungsmedaille des Landes Mecklenburg-Vorpommern verliehen und Tobias Ehrenberg (20) aus Leipzig und Andreas Bettinger (54) aus München, eine Öffentliche Belobigung für eine Rettungstat bei einem Badeunfall in Kühlungsborn ausgesprochen. Herr Upplegger und Herr Ehrenberg nahmen die Ehrung persönlich entgegen. Herr Bettinger bekommt die Belobigung zugesandt, da er nicht nach Schwerin kommen konnte.

 „Wir verleihen diese Auszeichnungen als Zeichen des Dankes und der Anerkennung an Menschen, die sich selbst in hohe und höchste Gefahr begeben haben, um anderen in großer Not zu helfen – Menschen, die durch ihren beherzten Einsatz und ihr selbstloses Verhalten das Leben eines anderen Menschen retten und dabei ihr eigenes Leben riskieren“, betonte die Ministerpräsidentin am Freitag in der Staatskanzlei während der Auszeichnungsveranstaltung.

Was war geschehen? Am 5. August 2018 ereignete sich in Kühlungsborn ein tragischer Badeunfall. Ein Großelternpaar aus Thüringen verbrachte dort einige Ferientage mit seinem Enkelsohn. Der Neunjährige wollte trotz starken Wellengangs baden gehen, schwamm ziemlich weit raus und geriet in eine starke Strömung. Die Großmutter schwamm hinterher. Leider geriet auch sie in die Strömung und drohte zu ertrinken. Herr Upplegger – selbst mit Frau und Kind am Strand – bemerkte die beiden und zögerte nicht einen Moment. Mit all seiner Kraft versuchte er, beiden zu helfen. Frau Upplegger alarmierte derweil die Polizei. Die Großmutter des Jungen bemerkte aufgrund der starken Strömung bald, dass eine gleichzeitige Rettung nicht möglich war und bat Herrn Upplegger darum, zuerst den Jungen aus dem Wasser zu holen. Inzwischen hatten auch Tobias Ehrenberg und Andreas Bettinger den Unfall bemerkt und stürmten ins Wasser, um die Großmutter zu retten, die leider schon bewusstlos war. Hinzugekommene Rettungskräfte reanimierten sie. Leider verstarb sie wenig später im Krankenhaus.

 Es sei wichtig, dass Menschen, die so beherzt, selbstlos und verantwortungsvoll handeln wie es die drei Männer getan hätten, öffentlich geehrt werden, hob Schwesig hervor. „Unter großem persönlichem Einsatz ein Leben zu retten, das ist eine bewundernswerte Tat, die den Retter glücklich macht. Gleichzeitig ein anderes Leben dann doch nicht retten zu können, zusehen zu müssen – das ist ein ganz schreckliches Erlebnis. Sie haben beides gleichzeitig erlebt. Ich weiß, das hat sie lange belastet und belastet Sie heute noch“, sagte die Ministerpräsidentin an die Auszuzeichnenden gewandt.

„Umso wichtiger ist es für mich, Ihnen zu sagen: Sie haben das Wertvollste getan, was ein Mensch leisten kann. Sie haben selbstlos ihr eigenes Leben riskiert, um anderen in größter Not zu helfen. Sie haben nicht weggeschaut und nicht gewartet. Sie haben gehandelt. Darauf können Sie stolz sein!“

 Die Gesellschaft brauche solche Menschen, die aufeinander achtgeben, „Helden des Alltags aus der Mitte der Gesellschaft, als Vorbilder für Selbstlosigkeit, Tapferkeit und Mut. Mut fällt keinem in den Schoß. Tapferkeit kostet Überwindung. Und Selbstlosigkeit verlangt innere Größe. Gerade deshalb verdienen diese Tugenden besondere Anerkennung“, schloss die Regierungschefin.

Neue Straßenbeleuchtung in Carlow

Carlow – Die Gemeinde Carlow im Landkreis Nordwestmecklenburg erhält vom Energieministerium einen Zuwendungsbescheid über ca. 40.000 Euro für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Das Vorhaben umfasst die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik für den Ortsteil Klocksdorf, im Zuge der Sanierung der Kreisstraße 9. Dabei werden die vorhandenen Leuchten durch 21 sparsame LED Leuchten inklusive Masten und Kabel ersetzt.

Mit der Umstellung auf die LED-Beleuchtung können ca. 4,6 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden. Weiterhin wird der Energieverbrauch um etwa 7.800 Kilowattstunden jährlich gesenkt.

Die Gesamtkosten für dieses Vorhaben belaufen sich auf ca. 80.000 Euro.

Innovationsoffensive Vorpommern

Torgelow – „Wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung sind der Schlüssel für mehr Wertschöpfung. Sie ist notwendig, um die Innovationskraft der regionalen Wirtschaft weiter zu stärken. Mit der Innovations- und Technologieoffensive INNOTEC geht Vorpommern konsequent diesen Weg weiter. Torgelow hat sich in den letzten Jahren zum industriellen Herzen im Süden Vorpommerns entwickelt. Darauf können die Menschen stolz sein“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär Patrick Dahlemann auf dem 22. Wirtschaftssymposium seiner Heimatstadt.

Es sei von entscheidender Bedeutung, ansässige Unternehmen zu begleiten, zu beraten und zu unterstützen. Dahlemann: „Es geht um gute und gutbezahlte Arbeitsplätze und wettbewerbsfähige Unternehmen. Diesem Anliegen haben sich die Akteure ganz und gar verschrieben.“

Gleichzeitig machte Dahlemann deutlich, dass es nötig ist, weit in die Zukunft zu denken und die Potenziale der Region zielgerichtet zu entwickeln. „Dass die Initiatoren des Symposiums den Blick bis ins Jahr 2050 wagen, Megatrends analysieren und daraus konkrete Handlungsfelder für uns abzuleiten versuchen, halte ich für den richtigen Weg.“

Dahlemann lobte die Initiatoren des Wirtschaftssymposiums: „Stadt, Unternehmerverband Vorpommern, die Förder- und Entwicklungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald bieten mit dem Wirtschaftssymposium eine großartige Plattform, auf der neue Ideen diskutiert, Kontakte gefestigt und geknüpft werden. Netzwerken steht ganz im Mittelpunkt der Veranstaltung – so wie es Ralf Gottschalk immer befördert hat. Bereits zum 22. Mal wurden die Macher im Süden Vorpommerns zusammengebracht. Ich danke besonders Bürgermeisterin Kerstin Pukallus und der FEG für ihr großes Engagement und bin sicher, dass die Innovations- und Technologieinitiative INNOTEC ein Erfolg werden wird. Nutzen wir auch in Zukunft gemeinsam die Chancen, die sich uns bieten – zum Wohle der Menschen in der Region.“

Projekt „künstler für schüler“ wird 20

Ministerin Martin: Kunst gemeinsam entstehen lassen und sie gemeinsam erleben

Schwerin – Das landesweite Projekt „künstler für schüler – Kreative Workshops an Schulen“ feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Bei der diesjährigen Abschlussveranstaltung in der ehemaligen Hauptpost heute in Schwerin haben die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten präsentiert, die sie gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern entwickelt haben. „künstler für schüler“ ist ein Projekt des KULTURWERKs des Künstlerbundes Mecklenburg-Vorpommern e. V. und findet seit dem Jahr 2000 regelmäßig an allgemein bildenden Schulen statt.

„Künstler für Schüler holt Kunst nicht nur direkt in die Schule, sondern vor allem in die Herzen der Kinder und Jugendlichen“, sagte Bildungs- und Kulturministerin Bettina Martin bei der Abschlussveranstaltung. „Bei diesem Projekt geht es nicht nur darum, etwas über Kunst zu lernen, sondern Kunst gemeinsam entstehen zu lassen und sie gemeinsam zu erleben. Künstlerinnen und Künstler kommen direkt in die Schule und arbeiten mit den Schülerinnen und Schülern zusammen. Die Ausstellung in der ehemaligen Hauptpost zeigt, dass dabei wirklich Sehenswertes entstanden ist“, so Martin.

Wegen des großen Interesses der Schulen gab es in diesem Jahr nicht nur 35, sondern erstmals 50 Workshops. Das Land finanziert „künstler für schüler“ in jedem Jahr vollständig über die Kulturförderung. In diesem Jahr stand eine Förderung in Höhe von 102.500 Euro bereit. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 22.500 Euro wegen des erweiterten Angebotes. „künstler für schüler“ ist im Rahmen der Initiative „Kultur gegen Gewalt“ entstanden und war eine Reaktion auf die Tendenz zu Gefühlsarmut und Gewaltbereitschaft an Schulen. Das Projekt hat sich über die Jahre zu einer festen Größe in der Schullandschaft entwickelt.

„Mich überzeugt das Motiv, aus dem heraus dieses Projekt gewachsen ist“, betonte die Bildungs- und Kulturministerin. „Kindern und Jugendlichen wird ein respektvoller und toleranter Umgang miteinander vermittelt. Empathie und Selbstvertrauen werden gestärkt. Kunst vermag das zu leisten, erst recht, wenn die Schülerinnen und Schüler sie gemeinsam schaffen. Für das Engagement des Künstlerbundes, den motivierten Einsatz der Künstlerinnen und Künstler und der Lehrerinnen und Lehrer möchte ich herzlich danken“, sagte Martin.

Schattenstrukturen bei der Landespolizei

Schwerin – Der Innenausschuss des Landtages hat sich heute mit der Festnahme von vier Angehörigen des SEK beschäftigt. Der polizeipolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Manfred Dachner bezeichnet die Vorgänge bei der Landespolizei als skandalös und erklärt: „Solch ein Verhalten fällt nicht vom Himmel. Es zeugt von einem inneren Zerwürfnisses mit unserer Verfassung auf die die Beamten einst einen Eid abgelegt haben. Wer über viele Jahre gemeinschaftlich mutmaßlich schwere Straftaten begeht und die „Prepper-Szene“ unterstützt, hat verwirkt Angehöriger der Landespolizei zu sein. Solche und ähnliche Vorkommnisse haben stets eine lange Geschichte. Offenbar konnten sich neben festen Strukturen einer erfolgreichen Landespolizei Schattenstrukturen aufbauen, die nicht unbemerkt blieben, aber geduldet wurden. Dass einzelne Mitarbeiter des SEK darüber hinaus zu solchen Straftaten fähig sind, schockiert mich nach 40 Jahren Dienstzeit zutiefst. Die fleißige und geachtete Arbeit der Landespolizei wird durch dieses Handeln stark beschädigt.“

Der justizpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dirk Friedriszik ergänzt: „Seit vor zwei Jahren der Verdacht aufkam, dass Angehörige der Landespolizei und die „Prepper-Szene“ in enger Verbindung stehen, hat meine Fraktion mehrfach eine lückenlose Aufklärung gefordert. Die neuen Enthüllungen stärken nicht das Gefühl, diese Aufklärung sei jetzt zum Ende gekommen. Ich fürchte, wir sehen immer noch nur die Spitze des Eisberges. Dass eine interne Überprüfung der Strukturen zum Erfolg führt, kann ich mir nicht vorstellen – zu sehr erinnert das an den Fuchs, der den Hühnerstall reparieren soll. Wir wünschen uns daher, dass eine unabhängige Kommission eingesetzt wird. Die soll die Hintergründe der aktuellen Fälle klären und fragwürdige Netzwerke innerhalb der Landespolizei aufdecken. Der Sumpf muss trocken gelegt werden.“

Metropolregion Stettin setzt auf clevere Köpfe

Pasewalk – Aufgewachsen in Polen, ausgebildet in Mecklenburg-Vorpommern: 15 junge Männer und Frauen aus Polen haben heute auf einer Veranstaltung der Greifswalder Agentur für Arbeit in Pasewalk ihre Verträge für eine Ausbildung in deutschen Unternehmen unterzeichnet.

„Wir haben inzwischen ein ganz alltägliches Zusammenleben in der deutsch-polnischen Grenzregion. Dazu gehört, dass junge Menschen aus Polen ihre berufliche Ausbildung bei uns in Mecklenburg-Vorpommern absolvieren. Das Projekt Cleveres Köpfchen bietet uns allen gleich zwei Vorteile. Es hilft dabei, den Fachkräftebedarf zu sichern. Und zugleich ist dieses Projekt ein weiterer Beitrag zum Zusammenwachsen von Deutschland und Polen, von Mecklenburg-Vorpommern und der Woiwodschaft Westpommern“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann in seinem Grußwort.

„Vielleicht werden sich einige der Auszubildenden dauerhaft ihre berufliche Zukunft bei uns in Deutschland aufbauen. Umgekehrt rechne ich damit, dass auch die Zahl der Deutschen, die in Polen arbeiten, noch weiter ansteigen wird. Das gehört zum Zusammenwachsen in der deutsch-polnischen Grenzregion dazu“, sagte Dahlemann weiter.

Das Programm „Główka pracuje – Cleveres Köpfchen“ existiert bereits seit 2011. Mit diesem Programm wird polnischen Jugendlichen aus der Grenzregion ermöglicht, in deutschen Unternehmen einen Beruf zu erlernen. Das Programm geht auf eine Initiative des Unternehmerverbandes Vorpommern zurück und wird in Kooperation mit der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt.

Land wirbt um ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer

Schwerin – „Sei mein/e Lehrer/in, wenn du meine Zukunft im Blick hast“ – Mit diesem Slogan wirbt das Land auf 115 Großplakaten in Mecklenburg-Vorpommern um ausgebildete Lehrkräfte. Die Plakate sind von Boizenburg über Wismar, Greifswald und Woldegk, über Anklam, Altentreptow und Parchim noch bis Montag, 17. Juni 2019, zu sehen. Die Lehrerwerbekampagne des Bildungsministeriums macht regelmäßig Außenwerbung, um Touristen und Einheimische auf das Angebot an freien Lehrerstellen hinzuweisen.

„Wir haben an unseren Schulen einen großen Bedarf an neuen Lehrkräften“, sagte Bildungsministerin Bettina Martin. „Unsere Lehrerwerbekampagne ist ein Baustein, gut qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer zu gewinnen. Wir nutzen Urlauberinnen und Urlauber als Multiplikatoren und hoffen, dass sie zu Hause davon erzählen, dass es bei uns viele freie Lehrerstellen an den Schulen gibt. Außerdem richten wir uns an alle, die an und nach den Feiertagen bei Familien oder Freunden sind. Mit den Großplakaten wollen wir darauf aufmerksam machen, dass Lehrerinnen und Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur gut arbeiten, sondern auch gut leben können. Der Start der Tourismussaison ist dafür ein idealer Zeitpunkt, denn Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich in diesen Tagen von seiner besten Seite“, so Martin.

Das Land schreibt das ganze Jahr über Stellen für Lehrkräfte an den Schulen aus und auch jetzt sind noch 123 freie Stellen mit Dienstbeginn zum Schuljahresstart im Karriereportal für den Schuldienst in Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht. Hinzu kommen 31 Funktionsstellen beispielsweise für Schulleiterinnen und Schulleiter oder deren Stellvertretungen. Interessierte Bewerberinnen und Bewerber können sich unter www.Lehrer-in-MV.de ihre Wunschschule aussuchen und sich in wenigen Schritten online und einfach bewerben.

Kükentöten weiter erlaubt

Alternativen zum Kükentöten schnell zur Praxisreife bringen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus begrüßt die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig, wonach das Töten männlicher Küken tierschutzrechtlich nur noch übergangsweise möglich ist.

„Für mich ist die Entscheidung ein tragfähiger Kompromiss zwischen Tierschutzinteressen und den wirtschaftlichen Belangen der Brütereien. Nun kommt es darauf an, dass die vielversprechenden Verfahren zur Geschlechterbestimmung schnell zur Praxisreife gebracht werden und die betroffenen Betriebe bei der Anwendung dieser Technologien bestmöglich unterstützt werden.“

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat seit 2008 rund 4,9 Millionen Euro Fördergelder für die Erforschung und Entwicklung von Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei bereitgestellt. Hinzu kommen rund 2 Millionen Euro für weitere Alternativen zum Töten von männlichen Küken aus Legelinien – „Bruderhähne“ und „Zweinutzungshühner“.

Der Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof, eine Gemeinschaft aus 19 ökologisch wirtschaftenden Familienbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern, hat bereits alternative Wege zum Kükentöten beschritten: Sie zieht männliche Tiere bis zum 120. Lebenstag auf. Der Mehraufwand zur Mast dieser Tiere gegenüber herkömmlichen Masthähnchen sei jedoch enorm, so Minister Backhaus. Die Aufzucht sei nur dann ökonomisch leistbar, wenn die Mehrkosten über den Eierpreis und über den erhöhten Verkaufserlös der Masttiere kompensiert werden.

Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft

Rostock – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat zum Abschluss der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock-Warnemünde auf die Herausforderungen der Branche aufmerksam gemacht.

„Die Gesundheitswirtschaft wächst rasant weiter. Das ist kein Selbstläufer. Die Branche ist ein Schlüsselbereich, um zu mehr zukunftsfähigen und innovativen Arbeitsplätzen sowie mehr Wertschöpfung im Land zu kommen. Damit dies so bleibt, muss weiter eine Menge getan werden. Drängende Herausforderungen sind die Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung, Existenzgründungen mit nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen sowie die weitere Internationalisierung der Branche insgesamt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag.

und 700 Branchenexperten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik haben an der zweitägigen Veranstaltung in Rostock-Warnemünde teilgenommen. Die Gäste kamen unter anderem neben Deutschland aus der Schweiz, Finnland, Polen, Frankreich, Israel, Norwegen und Estland. Die Gesamtorganisation für die 15. Branchenkonferenz hat die BioCon Valley GmbH übernommen. Glawe hat eine positive Bilanz der zweitägigen Konferenz gezogen.

„Unser Land hat sich von der besten Seite gezeigt. Die Mischung der Konferenz aus Workshops, Messe, Vorträgen und Diskussionen kommt bei den Gästen an“, so Glawe weiter.

Wirtschaftsminister Glawe machte deutlich, dass mehr Gründungen in der Gesundheitswirtschaft notwendig sind. „Existenzgründungen sind die Frischzellenkur für die heimische Wirtschaft. Umso wichtiger ist es, Unternehmen bei der Umsetzung von neuen, innovativen Ideen zu unterstützen. Die Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns hat großes Potential, Lösungen für die anstehenden Versorgungsherausforderungen zu entwickeln und nachhaltig wirtschaftliche Erfolge zu generieren. Das macht sich immer mehr auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Mehr neue Jobs entstehen“, sagte Glawe.

Unterstützungsmöglichkeiten des Wirtschaftsministeriums gibt es beispielsweise durch das Programm MV-Gründerstipendium. Es unterstützt Gründungswillige mit Hochschulabschluss oder beruflicher Praxis bei der Umsetzung ihrer innovativen und wissensbasierten Geschäftsidee durch Beihilfen zum Lebensunterhalt für bis zu 18 Monate. Hier geht es monatlich um 1.200 Euro, bei Promovierten um 1.400 Euro, die aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) finanziert werden.

Eine weitere Unterstützung gibt es durch die Gründungs- und Startup-Förderung des Wirtschaftsministeriums wie beispielsweise dem Beteiligungsfonds der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft mbH (MBMV) mit dem revolvierenden Fonds „MBMV innoSTARTup“. Neu ist, dass neben den Fördermöglichkeiten für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben jetzt auch Beteiligungen für digitale Geschäftsmodelle vergeben werden können. Darüber hinaus gibt es den Venture Capital Fonds Mecklenburg-Vorpommern (VCFMV). Dieser wurde angelegt, um jungen technologieorientierten Unternehmen den Zugang zu Risikokapital zu erleichtern.

Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete im Jahr 2018 ein Exportvolumen von rund 600 Millionen Euro, was einem Anteil von 5,3 Prozent am Gesamtexport des Landes entspricht.

„Der Export gesundheitsrelevanter Güter hat eine starke Wachstumsdynamik entfaltet, dennoch haben wir hier ordentlich Nachholbedarf. Wir müssen die internationale Bühne auf Messen für die Vermarktung und das Kennenlernen der Branche noch stärker nutzen. Umso wichtiger ist es, dass heimische Unternehmen vor Ort mit ihrem Potential, ihrem Know-how und ihren Produkten auf sich aufmerksam machen. Das verbessert auch die eigene Wettbewerbsposition, sichert und schafft Arbeitsplätze bei uns im Land“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Das Land unterstützt die Teilnahme von Akteuren an den beiden weltweit bedeutendsten Medizin-Fachmessen – MEDICA in Düsseldorf und Arab Health in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) – durch eine Förderung von Firmengemeinschaftsständen und Koordinierungsleistungen der BioCon Valley® GmbH. „Beide Messen sind für die Aussteller des Landes ein unverzichtbarer Marktplatz zur Kundenpflege und zur weltweiten Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen“, erläuterte Glawe weiter.

„Die Analyse der volkswirtschaftlichen Daten zeigt, M-V hat mit der strategischen Ausrichtung auf die Gesundheitswirtschaft das richtige Gespür bewiesen und nimmt eine bundesweite Vorreiterrolle ein. Mehr Beschäftigung und mehr Wertschöpfung sind heute Kennzeichen der Branche bei uns im Land“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Aktuell sind 154.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt. Mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft von rund 15 Prozent (= 5,8 Milliarden Euro) leistet die Branche zudem einen immensen Beitrag zur Wirtschaftsentwicklung. Jeder fünfte Erwerbstätige (20,6 Prozent) arbeitet in der Gesundheitswirtschaft. Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht in dieser Branche.

Zahlenangaben: In der gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung (GGR) erfasst das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) jährlich alle Güter und Leistungen mit Gesundheitsbezug, die in Deutschland erbracht werden. Die im Mai erstmals vorgestellten Zahlen stellen auf Basis des Jahres 2016 Vergleiche zwischen den Bundesländern her.