Hagenow – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig besucht heute gemeinsam mit dem Präsidenten des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern Karsten Trunk landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Ludwigslust-Parchim. „Für das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die Landwirtschaft eine besondere Bedeutung. Wir können gemeinsam auf unsere Land- und Ernährungswirtschaft stolz sein. Sie ist eine der modernsten und leistungsfähigsten in ganz Europa“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
Zu Beginn besuchten Schwesig und Trunk den Landwirtschaftsbetrieb Schmüser in Hagenow. Der Betrieb ist in der Milcherzeugung und im Futtermittelanbau tätig und verfügt über eine eigene Biogasanlage. Anschließend waren Ministerpräsidentin und Bauernpräsident bei der Gut Rögnitztal GmbH zu Besuch, die in der Schweineproduktion tätig ist. „Ich bin beeindruckt, mit wie viel Einsatz die Familienbetriebe in der Landwirtschaft dafür sorgen, dass wir gutes Essen auf dem Tisch haben. Das ist eine Arbeit, die Wertschätzung, Anerkennung und stabile Preise verdient. Uns ist es wichtig, dass wir weiter aus der Region mit Lebensmitteln versorgt werden. Deshalb ist es wichtig, lokale Unternehmen zu unterstützten“, sagte die Ministerpräsidentin.
„Wir drängen weiter auf Lösungen für den Bestand von Biogasanlagen. Ich habe mich dazu bereits an Bundeswirtschaftsministerin Reiche gewandt. In unserem Land gibt es 531 Biogasanlagen. Nach Auslaufen der 20 Jahre garantierten Einspeisevergütung müssen sich die Betreiber an Ausschreibungen beteiligen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Ausschreibungsmenge erhöht wird. Denn wir wollen, dass Biogas weiter ein Standbein für die Landwirtschaft bleibt. Und zugleich ist Biogas ein wichtiger Bestandteil der Energiewende, insbesondere bei der dezentralen Wärmeversorgung“, sagte Schwesig.
Am Nachmittag informiert sich die Ministerpräsidentin bei der MFM Agrargenossenschaft Neu Kaliß über die Kartoffelernte. Den Abschluss der Erntebereisung bildet traditionell ein Gespräch mit dem Präsidium des Bauernverbandes sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kreisbauernschaften.
„Die Landwirtschaft steht unter erheblichem wirtschaftlichen Druck. Sinkende Erzeugerpreise treffen auf anhaltend hohe Produktionskosten. Und das selbst dann, wenn die Ernte wie dieses Jahr ordentlich ausfällt. Ich habe heute in all meinen Gesprächen deutlich gemacht: Die Landesregierung steht zu den Landwirtinnen und Landwirten, zu den rund 5.000 Betrieben und ihren Beschäftigten“, sagte die Ministerpräsidentin. So habe sich das Land mit Erfolg auf Bundesebene für die Wiedereinführung des Agrardiesels eingesetzt. Als Ergebnis einer Erntebereisung ist der Ortungsdienst für Landwirtschaftliche Anwendungen (Open RTK-Signal) in Mecklenburg-Vorpommern seit 2024 kostenfrei.
Ein besonders wichtiges Thema für die Landwirtschaft sei die künftige EU-Förderpolitik. „Wir stellen uns gegen die aktuellen Pläne der EU. Dafür habe ich mich in der Ost-MPK und gegenüber dem Bundeskanzler stark gemacht. Mecklenburg-Vorpommern lehnt Kappung und Degression ab. Die Landwirtschaft und der ländliche Raum brauchen auch in Zukunft eine verlässliche, eigenständige Förderung. Und dabei dürfen große Betriebe, wie es sie in Mecklenburg-Vorpommern traditionell gibt, nicht schlechter gestellt werden. Das ist auch wichtig, damit wir bezahlbare Lebensmittelpreise haben, erklärte die Ministerpräsidentin.