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Tag: 1. Oktober 2026

Krankenhausreform in M-V geht in entscheidende Phase

Grimm bei VKD-Herbsttagung: „Wir brauchen Veränderung – aber mit Verantwortung“ / Leistungsgruppenzuweisungen sollen zum 1. Januar 2027 umgesetzt werden

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern geht bei der Krankenhausreform in die entscheidende Phase. Zum 1. Januar 2027 sollen die neuen Leistungsgruppenzuweisungen greifen. Gesundheitsstaatssekretärin Sylvia Grimm betonte heute bei der 33. Herbsttagung des Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) in Rostock, dass das Land auf die Umsetzung gut vorbereitet ist. Zugleich machte sie deutlich, dass die Reform einen tiefgreifenden Strukturwandel auslöse, der mit Augenmaß gestaltet werden müsse.

„Ein Weiter-so in der Krankenhauspolitik kann und darf es nicht geben. Aber Veränderung darf auch nicht bedeuten, die Versorgung auf dem Land auszudünnen. Unser Ziel ist deshalb klar: Wir wollen Qualität und Spezialisierung stärken und gleichzeitig alle 37 Krankenhausstandorte in Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Das ist Strukturwandel mit Verantwortung. Für uns gilt deshalb: Qualität ja – aber nicht auf Kosten der Erreichbarkeit“, so die Gesundheits-Staatssekretärin.

Auch die wirtschaftliche Situation vieler Krankenhäuser mache Veränderungen notwendig. Die bestehenden Defizite seien allerdings nicht erst durch die Reform entstanden, so Grimm. Mit der Neuordnung der Versorgung, stärkerer sektorenübergreifender Zusammenarbeit und den maßgeblich vom Land mitverhandelten Sicherstellungszuschlägen sollen Standorte wirtschaftlich stabilisiert und die flächendeckende Grund- und Regelversorgung abgesichert werden. „Erste Veränderungen sind bereits sichtbar: Die Krankenhausstandorte Crivitz und Bützow haben Bescheide für eine Zuweisung als sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen erhalten“, sagte Grimm.

Genau darum habe das Land sich beim Bund mit Nachdruck für die besonderen Bedingungen dünn besiedelter Regionen eingesetzt. „Wir haben erreicht, dass Ausnahmen von einzelnen Qualitätsvorgaben möglich bleiben, wenn diese zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung zwingend erforderlich sind. Diese Möglichkeit wird Mecklenburg-Vorpommern verantwortungsvoll nutzen“, verdeutlichte Grimm.

Nach Einschätzung Grimms ist das Land für die Umsetzung gut aufgestellt. Mit dem neuen Landeskrankenhausgesetz, dem im Mai verabschiedeten Krankenhausplan und der dazugehörigen Rechtsverordnung seien die entscheidenden Grundlagen frühzeitig geschaffen worden. „Wir sind nicht erst dabei, die Reform zu planen. Wir sind mitten in ihrer Umsetzung – und wir haben dafür frühzeitig die notwendigen Grundlagen geschaffen,“ sagte die Staatssekretärin.

Jetzt beginnt nach Aussage von Grimm die nächste konkrete Phase: Nach der Gremienabstimmung im Oktober sollen die geplanten Leistungsgruppenzuweisungen an die Krankenhäuser übermittelt werden. Ab Mitte November sind Anhörungen mit den einzelnen Häusern vorgesehen. Zum 1. Januar 2027 sollen die Zuweisungen der Leistungsgruppen umgesetzt werden.

Grimm betonte, dass die anstehenden Entscheidungen für die Krankenhäuser weitreichend seien. Die künftigen Versorgungsaufträge bestimmten maßgeblich, welche Leistungen an einem Standort erbracht, welche Strukturen weiterentwickelt und wo Kooperationen oder Spezialisierungen notwendig würden.

„Die Krankenhausreform wird nicht jedes wirtschaftliche Problem lösen. Aber sie bietet die Chance, unsere Krankenhauslandschaft zukunftsfester aufzustellen. Dafür braucht es Veränderungsbereitschaft bei allen Beteiligten: beim Land, bei den Krankenkassen und bei den Krankenhäusern selbst. Unser Kompass bleibt dabei klar: gute Qualität, verlässliche Versorgung und starke Standorte in der Fläche“, so Grimm.

Aufbau eines großflächigen Drohnen-Lagebildes

Forschungsprojekt soll Drohnenflüge schneller erkennen und besser einordnen

Stralsund – Mit dem versuchten Angriff auf eine Transportmaschine am Flughafen Leipzig/Halle hat der zunehmende Einsatz von Drohnen für Spionage- und Sabotagezwecke eine neue Gefahrenqualität angenommen. Wie Sicherheitsbehörden dieser neuen Gefahrenlage besser entgegnen können, wird jetzt in einem richtungsweisenden Projekt in Mecklenburg-Vorpommern untersucht und erprobt. Ziel ist es, ein belastbares und großflächiges Lagebild aufzubauen und dessen Überführung in die Einsatzpraxis der Landespolizei zu untersuchen.

Das Innenministerium wird gemeinsam mit dem Institut für sichere mobile Kommunikation an der Hochschule Stralsund dieses großflächige Drohnen-Lagebild aufbauen. Im Projekt wird analysiert, wie Informationen zu Drohnenbewegungen der im Verbund eingesetzten Sensoren in einem Echtzeit-Lagebild für die Arbeit der Polizei zusammengeführt werden können. Im Fokus steht dabei insbesondere der Schutz kritischer Infrastrukturen, Häfen, Energieanlagen und militärischer Liegenschaften.

Innenminister Christian Pegel betont: „Die aktuellen Drohnenvorfälle machen deutlich, dass es nicht mehr ausreicht, einzelne Sichtungen zu melden und diesen anschließend nachzugehen. Wir brauchen ein Lagebild, das Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführt und unseren Sicherheitsbehörden zeigt, was tatsächlich im Luftraum passiert. Deshalb bauen wir gemeinsam mit der Hochschule Stralsund etwas auf, das es in dieser Form noch nicht gibt. Wir bringen Forschung, Technologie und die Erfahrung unserer Sicherheitsbehörden zusammen. So schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass wir schneller erkennen, besser entscheiden und am Ende früher handeln können.“

Prof. Dr. Andreas Noack, Leiter des Instituts für sichere mobile Kommunikation an der Hochschule Stralsund, ergänzt: „Wir haben hier im Land und an der Hochschule in den vergangenen Jahren starke Kompetenzen für die praxisnahe Erforschung von Drohnentechnologie aufgebaut, die wir in das Projekt für ein großflächiges Drohnen-Lagebild einbringen. Wir können dabei auf hochqualifiziertes Personal und eine gewachsene Partnerschaft mit den Sicherheitsbehörden setzen. Das ist ein entscheidender Vorteil dafür, dass der Transfer in die Einsatzpraxis gut gelingt.“

Prof. Dr. Björn Rupp, Geschäftsführer der Gesellschaft für Sichere Mobile Kommunikation, von der die Sensorik für das großflächige Drohnen-Lagebild kommt, fügt dem hinzu: „Die Technologie, die wir für das Projekt bereitstellen, ist erprobt und einsatzbereit. Das Projekt startet also mit einem technischen Vorsprung, der die sofortige Umsetzung der aus dem Lagebild gewonnen Erkenntnisse in Echtzeit ermöglicht. Das Zusammenwirken von Forschung, Sicherheitsbehörden und Industrie ist der richtige Weg, um die ausgezeichneten in Deutschland vorhandenen technischen Fähigkeiten zum Nutzen des Landes gezielt einzusetzen.“

Zukünftige Lehrkräfte kommen an die Schulen

Dienstantritt für 105 neue Referendarinnen und Referendare sowie Zeugnisausgabe

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern treten 105 Referendarinnen und Referendare offiziell ihren Vorbereitungsdienst an den Schulen an. Damit absolvieren derzeit insgesamt 489 zukünftige Lehrkräfte ihr Referendariat an den Schulen. „Für die praktische Ausbildung wünsche ich allen Referendarinnen und Referendaren viel Erfolg und gutes Gelingen“, so Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Ich freue mich sehr, dass sich so viele neue Lehrkräfte für ein Referendariat in Mecklenburg-Vorpommern entschieden haben.“

Die neuen Referendarinnen und Referendare haben folgende Lehrämter:

  • Lehramt für Sonderpädagogik: 8
  • Lehramt an Grundschulen: 34
  • Lehramt an Regionalen Schulen: 16
  • Lehramt an Gymnasien: 40
  • Lehramt an Beruflichen Schulen: 7

Unter den zugelassenen Referendarinnen und Referendaren sind 18 zukünftige Lehrkräfte, die ihr Erstes Staatsexamen in einem anderen Bundesland absolviert haben und für das Referendariat nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen sind. Sie kommen aus Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westphalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Referendarinnen und Referendare haben Zeugnisse erhalten

In dieser Woche haben 92 Referendarinnen und Referendare ihren Vorbereitungsdienst an den Schulen offiziell beendet und ihre Zeugnisse über das Zweite Staatsexamen erhalten. 80 von ihnen werden zum 1. Oktober 2026 unbefristet in den Schuldienst des Landes übernommen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können die Schulen die von ihnen ausgebildeten Lehrkräfte nach Abschluss des Vorbereitungsdienstes ohne ein gesondertes Ausschreibungsverfahren übernehmen. „Die Übernahmemöglichkeit bietet den Lehrkräften Planungssicherheit und eine klare Zukunftsperspektive. 63 Referendarinnen und Referendare werden auch nach ihrem Vorbereitungsdienst an ihren Ausbildungsschulen arbeiten“, so die Bildungsministerin. „Dass so viele Lehrkräfte auch nach ihrem Vorbereitungsdienst an einer Schule in Mecklenburg-Vorpommern unterrichten werden, ist eine gute Nachricht für unsere Schulen. Für ihre weitere Arbeit wünsche ich ihnen viel Freude und viele gute Momente mit ihren Schülerinnen und Schülern.“

Die Absolventinnen und Absolventen dieses Jahrgangs haben folgende Lehrämter:

  • Lehramt für Sonderpädagogik: 4
  • Lehramt an Grundschulen: 12
  • Lehramt an Regionalen Schulen: 18
  • Lehramt an Gymnasien: 56
  • Lehramt an Beruflichen Schulen: 2

Mecklenburg-Vorpommern stellt jährlich an vier Terminen Referendarinnen und Referendare ein. Die aktuelle Ausschreibung läuft bis zum 5. Oktober 2026 für das Referendariat mit Beginn am 1. Februar 2027.

Über das Karriereportal für den Schuldienst www.lehrer-in-mv.de können sich Lehramtsabsolventinnen und Lehramtsabsolventen auf eine Stelle für ein Referendariat an ihrer Wunschschule in Mecklenburg-Vorpommern bewerben.

Schwesig: Die Demokratie muss gestaltet und bewahrt werden

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute auf dem Empfang der Landesregierung zum Tag der Deutschen Einheit dazu aufgerufen, die Demokratie zu stärken und zu bewahren. „Demokratie ist für mich die wichtigste Errungenschaft der friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit. Die gute Entwicklung unseres Landes seit 1990 war nur möglich, weil wir in einer Demokratie leben. Der 3. Oktober macht wie kein anderer Tag deutlich, dass ein Leben in Demokratie, Frieden und Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist. Diese Werte zu verteidigen, für sie einzustehen und sie aktiv mitzugestalten, ist unsere wichtigste gemeinsame Aufgabe.“

Schwesig erinnerte in ihrer Rede an alle, die im Herbst 1989 Freiheit und Demokratie in der ehemaligen DDR erkämpft haben. „Angefangen in Waren, wo am 16. Oktober 1989 400 Menschen mit Kerzen in der Hand Demokratie und freie Wahlen gefordert haben. Als im Westen kaum jemand an Veränderung im Osten glaubte, haben die Menschen in der DDR die SED-Diktatur gestürzt. Und das vollkommen gewaltfrei. Diese Menschen konnten nicht sicher sein, ob sie am Abend zu ihren Familien nach Hause kommen oder im Stasi-Knast landen. Ohne ihren Mut wären wir heute nicht hier. Ich danke allen von Herzen, die damals so mutig und engagiert waren.“

Der Herbst 1989 sei auch der Startpunkt auf dem Weg zur Deutschen Einheit, nicht einmal ein Jahr später, gewesen. Seitdem seien große Fortschritte erzielt worden. Gleichzeitig sei Gutes erhalten worden. „Wir sind ein Land der Landwirtschaft und der Ernährung geblieben. Wir haben unsere Werften erhalten und sind als Urlaubsland noch attraktiver geworden. Dazu sind Biotechnologie, internationale Unternehmen und innovative Start-Ups gekommen. Ich bin stolz auf unseren sozialen Zusammenhalt und das, was wir für Familien und Kinder tun. Zum Beispiel die beitragsfreie Kita und die Modernisierung von Schulen, auch wenn da noch vieles besser werden muss. Ich bin stolz auf die 600.000 Ehrenamtlichen im Land und auf unsere vielfältige Kultur“, so die Ministerpräsidentin.

Schwesig erinnerte in ihrer Rede aber auch an die Umbrüche in den Jahren nach 1990. „Viele mussten ihre Berufe neu lernen, ihre Lebenswege neu gestalten. Wir alle kennen Menschen, die große Schwierigkeiten hatten, die ihre Arbeit verloren haben“, sagte Schwesig.

Heute gebe es neue Herausforderungen. „Steigende Energiepreise, unsichere Handelsverbindungen und aggressive Konkurrenz belasten die Unternehmen ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger. Autoritäre Bestrebungen, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus bedrohen die Demokratie in vielen Ländern der Welt, auch in Deutschland“, so die Ministerpräsidentin. Hinzu komme, dass es immer noch Unterschiede und Ungerechtigkeiten zwischen Ost und West gebe. „Die Löhne sind in vielen Bereichen niedriger im Osten, was es auch schwieriger macht, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Das Vermögen ist niedriger und damit die Kapitaldecke der Unternehmen. Und bei allem Zugewinn an Wohlstand: Die Menschen in Ostdeutschland sind mehr als im Westen angewiesen auf auskömmliche gesetzliche Renten, eine verlässliche Krankenversicherung, einen gerechten Sozialstaat“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Daraus folge, dass man sich der Stärken im Osten bewusst sein müsse. „Lebensgeschichten im Osten sind kein Ballast, sondern Erfahrungen, von denen ganz Deutschland profitieren kann. Wir haben gezeigt, dass wir mit Wandel umgehen können. Gerade deswegen fordern wir mit Nachdruck, respektiert und gehört zu werden“, sagte Schwesig.

Gleichzeitig müsse die Demokratie gestärkt und verteidigt werden, „im Parlament, im Alltag und auch im Netz“, so die Ministerpräsidentin. „Das fängt hier in Mecklenburg-Vorpommern damit an, dass wir jetzt schnell eine stabile Regierung für unser Land bilden. Und dass wir weiter die Herausforderungen anpacken: Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze, sozialer Zusammenhalt. Mecklenburg-Vorpommern und ganz Ostdeutschland brauchen starke Stimmen, die auch in Berlin und Brüssel gehört werden. Und wir müssen hier im Land im Gespräch bleiben. Mit der Wirtschaft, mit den Kommunen, mit den Verbänden, mit den Bürgerinnen und Bürgern. Das ist gute Tradition bei uns im Land, demokratische Tradition. Die will ich gern fortsetzen.“ So soll es auch in Zukunft regelmäßige Bürgerforen der Ministerpräsidentin geben. „Und ich will etwas Neues einführen: einen Bürgerrat, der die Ministerpräsidentin zukünftig bei ihrer Arbeit beraten wird.“

Es sei wichtig, die Menschen im Land zusammenzubringen und zusammenzuhalten. „Ich lade Sie alle ein, die Zukunft unseres Landes mitzugestalten. Ausdrücklich auch diejenigen, die mit der Wahl ein Signal der Unzufriedenheit senden wollten: Machen Sie mit. Bringen Sie Ihre Kritik konstruktiv ein! Denn dafür ist Demokratie da“, sagte die Ministerpräsidentin zum Abschluss ihrer Rede.

Drese: „Tagespflege hält Menschen im Leben – und im eigenen Zuhause“

Erster landesweiter Tag der Tagespflegen am 7. Oktober / Sozialministerin unterstützt Aktion von bpa, LIGA, VDAB und bad e.V.

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern macht die Tagespflege sichtbar: Am 7. Oktober findet erstmals der landesweite „Tag der Tagespflegen“ statt. Unter dem Motto „Mit Freude durch den Tag – gemeinsam statt allein“ laden Tagespflegen im ganzen Land zu Begegnung, Information und Einblicken in ihren Alltag ein.

Initiiert wird der Aktionstag vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in MV, dem Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) und dem Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad e.V.). Sozialministerin Stefanie Drese unterstützt die Initiative ausdrücklich und ruft Pflegebedürftige, Angehörige und Interessierte dazu auf, die Gelegenheit zu nutzen und eine Tagespflege kennenzulernen.

„Tagespflege bedeutet weit mehr als Betreuung für ein paar Stunden. Sie schafft Gemeinschaft, gibt Struktur und ermöglicht Pflegebedürftigen, weiterhin zu Hause zu leben – mit den Menschen und in der Umgebung, die ihnen vertraut sind. Gleichzeitig gibt sie pflegenden Angehörigen Luft zum Durchatmen. Genau deshalb unterstütze ich den ersten landesweiten Tag der Tagespflegen sehr gern und würde mich freuen, wenn viele Menschen am 7. Oktober einfach einmal in eine der Einrichtungen vorbeischauen“, sagte Drese am Donnerstag.

Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel komme der Tagespflege eine wachsende Bedeutung zu, so Drese. Mecklenburg-Vorpommern setze in der Pflege konsequent auf den Grundsatz „ambulant vor stationär“. Tagespflege könne dazu beitragen, einen Umzug in eine vollstationäre Einrichtung zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern, wenn die Versorgung in der eigenen Häuslichkeit allein nicht mehr ausreiche. „Pflegebedürftig zu werden, heißt nicht automatisch, dass das eigene Zuhause aufgegeben werden muss. Gute Tagespflege kann genau die Unterstützung bieten, die es braucht, damit Selbstständigkeit und Teilhabe möglichst lange erhalten bleiben“, so die Ministerin. Das Land verfüge inzwischen über mehr als 220 Tagespflegeeinrichtungen.

Der Aktionstag soll dabei auch mit Vorurteilen und Unsicherheiten aufräumen. Häufig seien es Fragen zu Kosten, Fahrdiensten, Anmeldung oder dem konkreten Ablauf, die Menschen von einer Nutzung abhielten. Hinzu kämen bei Angehörigen nicht selten Schuldgefühle, Unterstützung anzunehmen. Der Aktionstag setzt deshalb bewusst auf offene Türen, persönliche Gespräche und praktische Informationen, z.B. zur Übernahme der Kosten bis zu festen Höchstbeträgen durch die Pflegeversicherung.

„Wer als Pflegebedürftiger oder pflegender Angehöriger Tagespflege noch nicht kennt, sollte das schnell nachholen. Hier geht es um Begegnung, Aktivität, Gemeinschaft und professionelle Unterstützung – und um die ganz konkrete Frage: Wie kann Pflege im Alltag für alle Beteiligten besser funktionieren?“, verteutlichte Drese. Das Aktionskonzept sieht deshalb ausdrücklich niedrigschwellige Einblicke, Beratung, Begegnung und Schnupperangebote vor.

Zugleich sind Tagespflegen ein wichtiger Teil der regionalen Pflegeinfrastruktur und damit auch ein bedeutender Arbeits- und Wirtschaftsbereich. „Pflege ist nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Mecklenburg-Vorpommern. Das gilt für die großen Pflegeeinrichtungen ebenso wie für die vielen Angebote vor Ort. Tagespflegen sichern Versorgung, schaffen Arbeitsplätze und stärken Strukturen in den Regionen“, betont Drese. Im Pakt für Pflege haben sich die Akteure im Land deshalb gemeinsam darauf verständigt, unter anderem die Pflege in der Häuslichkeit zu stärken und die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit von Pflegeeinrichtungen in den Blick zu nehmen.

„Der beste Weg, Berührungsängste abzubauen, ist, die Türen aufzumachen. Ich wünsche mir deshalb, dass der 7. Oktober zu einem Tag wird, an dem viele Menschen sagen: Das hätte ich mir ganz anders vorgestellt – und das könnte auch für uns eine gute Unterstützung sein“, so Drese.

Land und Ocean Technology Campus starten Kompetenzcluster MERA

Rostock – Mecklenburg-Vorpommern baut seine Kompetenzen bei der Bergung von Munitionsaltlasten aus dem Meer weiter aus. Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung geben die Landesregierung und der Ocean Technology Campus Rostock (OTC) den Startschuss für den Aufbau des Kompetenzclusters „MERA – Maritime Explosives Recovery Alliance“. Ziel ist es, Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden enger zusammenzubringen und neue Technologien für die sichere und umweltverträgliche Munitionsbergung schneller in die praktische Anwendung zu bringen. Für die Landesregierung unterzeichnet Umweltminister Dr. Till Backhaus die Erklärung, für den Trägerverein des OTC Prof. Dr. Uwe von Lukas.

„Die Beseitigung der Munitionsaltlasten in unseren Meeren ist eine Generationenaufgabe. Dafür brauchen wir nicht nur Geld und konkrete Bergungsprojekte, sondern auch Technologien, mit denen Munition schneller, sicherer und möglichst umweltschonend gefunden, geborgen und beseitigt werden kann. Mecklenburg-Vorpommern hat dafür hervorragende Voraussetzungen. Wir wollen die Kompetenzen in Rostock bündeln und dafür sorgen, dass aus Forschung praktische Lösungen werden“, sagt Backhaus.

Vom Suchen bis zur Entsorgung: gesamte Prozesskette im Blick

MERA soll Kompetenzen entlang der gesamten Prozesskette der Munitionsbergung miteinander verbinden. Dazu gehören unter anderem Unterwassertechnologien, Sensorik, Robotik und Automatisierung sowie Datenverarbeitung und Künstliche Intelligenz. Im Fokus stehen Verfahren zur Detektion und Identifizierung von Munitionskörpern ebenso wie Technologien für Bergung, Bearbeitung, Transport, Sortierung und schließlich Entsorgung beziehungsweise Vernichtung.

Eine zentrale Rolle soll dabei das bereits vorhandene Digital Ocean Lab (DOL) in der Ostsee spielen. Die bestehende Unterwasserinfrastruktur ermöglicht es, neue Technologien und Verfahren unter realitätsnahen Bedingungen zu entwickeln, zu erproben und weiterzuentwickeln. Auch die Gewinnung und Qualifizierung von Fachkräften soll Bestandteil der Zusammenarbeit sein.

„Wir fangen in Rostock nicht bei null an. Wir haben Forschung, maritime Wirtschaft, technologische Kompetenz und mit dem Digital Ocean Lab eine vorhandene Testinfrastruktur. Genau diese Stärken wollen wir zusammenbringen. Unser Anspruch muss sein, gute Ideen nicht jahrelang im Versuchsstadium zu belassen, sondern sie möglichst schnell für die praktische Munitionsbergung nutzbar zu machen“, so Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern treibt das Thema seit Jahren voran

Der Aufbau von MERA ist ein weiterer Schritt in den Aktivitäten Mecklenburg-Vorpommerns zur Beseitigung von Munitionsaltlasten im Meer. Bereits 2019 brachte das Land das Thema „Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee“ auf die Tagesordnung der Umweltministerkonferenz. Mit der Ostseestrategie Mecklenburg-Vorpommerns von 2024 wurden wissenschaftliche, wirtschaftliche und behördliche Kompetenzen gezielt zusammengeführt.

Im Sommer 2025 startete in der Wismarbucht zudem ein Pilotprojekt zur Bergung von Altmunition. Das Vorhaben war Teil des 2022 aufgelegten 100-Millionen-Euro-Sofortprogramms des Bundes zur Entwicklung einer industriell einsetzbaren Berge- und Vernichtungseinheit.

Im August und September 2025 wurde in Mecklenburg-Vorpommern erstmals zu Gunsten des Umweltschutzes Altmunition aus einem Munitionsversenkungsgebiet geborgen. Ein Teil der Munition konnte an Land gebracht und fachgerecht vernichtet werden. Die Arbeiten wurden durch ein umweltwissenschaftliches und biologisches Monitoring begleitet.

MERA soll Bundeskompetenzzentrum ergänzen

MERA soll eng mit dem Bundeskompetenzzentrum Munitionsbergung aus dem Meer (BK Meer) zusammenarbeiten. Dabei sollen sich beide Strukturen ergänzen: Während das Bundeskompetenzzentrum konkrete Bergungsprojekte voranbringen soll, soll MERA insbesondere Kompetenzen aus Forschung, Technologie, Wirtschaft und Behörden bündeln und den Transfer neuer Verfahren in die praktische Anwendung unterstützen.

„Wir brauchen beides: konkrete Bergung und technologische Weiterentwicklung. Das Bundeskompetenzzentrum und MERA dürfen deshalb nicht nebeneinander arbeiten, sondern müssen sich ergänzen. Unser Ziel ist eine durchgehende Kette von der Forschung und Erprobung bis zur Anwendung auf See“, betont Backhaus.

Netzwerk soll über Mecklenburg-Vorpommern hinauswachsen

MERA soll von Beginn an über die Landesgrenzen hinaus ausgerichtet werden. Ziel ist es, Partner aus Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und Behörden zusammenzubringen, gemeinsame Forschungs-, Entwicklungs- und Pilotvorhaben anzustoßen und nationale wie internationale Kooperationen aufzubauen. Die Absichtserklärung sieht zudem gemeinsame Fachveranstaltungen, Workshops sowie Ausbildungs-, Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote vor.

Mit dem Subsea Monitoring Network e. V. als Trägerverein des Ocean Technology Campus besteht bereits ein Netzwerk, dem unter anderem das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, die Universität Rostock, das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, die IHK zu Rostock, die Hansestadt Rostock sowie weitere Einrichtungen und Unternehmen angehören.

Backhaus abschließend: „Munitionsaltlasten machen an Landesgrenzen nicht halt. Deshalb wollen wir in Rostock ein Netzwerk schaffen, das weit über Mecklenburg-Vorpommern hinauswirkt. Wenn es uns gelingt, Forschung, Unternehmen, Behörden und praktische Bergung dauerhaft zusammenzubringen, stärken wir nicht nur den Schutz unserer Meere, sondern auch Rostock als Standort für moderne Unterwassertechnologien.“

Hinweis: Die Absichtserklärung sieht MERA als eigenständige Division innerhalb des Trägervereins des Ocean Technology Campus vor. Ein Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern mehrerer Landesministerien soll die strategische Entwicklung begleiten und als Schnittstelle zwischen Landesregierung und Kompetenzcluster dienen.