Schutz Kritischer Infrastruktur

Schwerin – Der Schutz Kritischer Infrastrukturen (kurz: KRITIS) ist eine Aufgabe, die Staat und Unternehmen bzw. Betreiber und auch die Öffentlichkeit gemeinsam zu bewältigen haben. Es geht darum, die Dienstleistungen, die z.B. Wasser- und Energieversorger oder der öffentliche Personenverkehr anbieten, kontinuierlich zur Verfügung stellen zu können, Ausfälle möglichst zu verhindern (präventive Seite) und gleichzeitig Vorkehrungen für Ausfälle zu treffen, die sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ereignen (reaktiver Aspekt).

Um die Menschen im Land, unsere Lebensweise und wirtschaftlichen Grundlagen zu schützen, müssen entsprechende Schutzkonzepte entwickelt werden, die die Versorgung sicherstellen. Dabei sind sowohl extreme äußere Einwirkungen, die aus Naturgefahren oder technischem und menschlichem Versagen entstehen können, als auch vorsätzliche Handlungen, wie zum Beispiel Terroranschläge auf Kritische Infrastrukturen zu berücksichtigen. Die Ministerien der Landesregierung sind im Rahmen ihrer jeweiligen fachlichen Zuständigkeit zunächst selbst verantwortlich, geeignete Regeln zu schaffen und Maßnahmen zu ergreifen, gleichwohl ist es auch ein Querschnittsthema und darüber hinaus ist auch jede Behörde selbst als Kritische Infrastruktur zu verstehen, deren Funktionsfähigkeit in jedem Fall sicherzustellen ist (Erhalt von Regierungs- und Staatsfunktion).

Deshalb wird in Mecklenburg-Vorpommern eine „Interministerielle Arbeitsgruppe Kritische Infrastrukturen (kurz: IMAG KRITIS)“ mit einer Geschäftsstelle im Innenministerium eingerichtet. Einer entsprechenden Vorlage von Innenminister Lorenz Caffier hat das Kabinett heute zugestimmt.

„Gerade im Bereich der Kritischen Infrastrukturen gibt es einen hohen Abstimmungs- und Informationsbedarf zwischen den Ressorts, mit Betreibern Kritischer Infrastrukturen aber auch mit Bundesbehörden“, so der Minister. „Eine leistungsfähige Infrastruktur ist die Lebensader der heutigen Zeit. Kritische Infrastrukturen sind komplexe Systeme. Wir müssen bei unterschiedlichen denkbaren Störfällen handlungsfähig sein. Aufgabe der IMAG wird es sein, landesweit geltende flexible Krisenreaktionsstrukturen zu erarbeiten und festzulegen sowie die Zusammenarbeit der Ressorts auf dem Gebiet Kritischer Infrastrukturen zu koordinieren.“

Der Interministerielle Führungsstab bleibt davon unberührt. Er arbeitet in variabler Besetzung bei der Bewältigung von eingetretenen Krisen. Mit der Einberufung des Interministeriellen Führungsstabes (ImFüSt) im Krisenfall obliegt es dem Innenministerium als höchstem Krisen stab des Landes, das Zusammenspiel zwischen den Landesbehörden, Katastrophenschutzbehörden, privaten Hilfsorganisationen, Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und anderen Helfern zu koordinieren.

Für KRITIS gibt es eine offizielle Definition des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind demnach Organisationen und Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen einträten. BSI und BBK nennen auch eine ganze Reihe von Sektoren (und Branchen), die den Kritischen Infrastrukturen zugeordnet werden.

10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland

Drese: Abbau von Barrieren für Menschen mit Behinderung stärker vorantreiben

Schwerin – „Vor zehn Jahren entschied Deutschland sich dafür, einen gesellschaftlichen Wandel anzustoßen. Die Inklusion und die damit verbundene Teilhabe am gesellschaftlichen Leben von Menschen mit Behinderung ist mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention eines unserer obersten Ziele. Deshalb müssen wir weiterhin darauf drängen, bestehende Barrieren abzubauen – vor allem in den Köpfen“, erklärt Sozialministerin Drese zum zehnjährigen Jubiläum des Inkrafttretens der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland am 26. März. Mit der Konvention ist die menschenrechtliche Dimension des Themas Behinderung von der internationalen Staatengemeinschaft anerkannt worden.

„Wir sind in Mecklenburg-Vorpommern seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft gut vorangekommen“, betont Drese. Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, drohenden Behinderungen oder chronischen Erkrankungen dürfe jedoch nicht als etwas Abgeschlossenes begriffen werden, sondern sie sei ein fortlaufender Prozess, der auf verschiedenen Ebenen stattfindet.

Sozialministerin Stefanie Drese verdeutlicht, dass die aktive und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gemeinschaft als handlungsfeldübergreifendes Prinzip in allen gesellschaftlichen Bereichen Berücksichtigung finden muss.

Einen wichtigen Baustein bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bildet dabei der 2013 beschlossene Maßnahmeplan der Landesregierung, der im Jahr 2017 durch die Prognos AG evaluiert wurde und nun weiterentwickelt wird.

Drese: „Selbstverständlich werden wir die Weiterentwicklung des Maßnahmeplans gemeinsam mit dem Integrationsförderrat, der sich seit 18 Jahren für die Belange von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen einsetzt und die Landesregierung berät, sowie den Vereinen und Verbänden der Menschen mit Behinderungen, gestalten.“

In Mecklenburg-Vorpommern leben etwa 355.000 Menschen mit Behinderung. Rund 218.000 davon sind schwerbehindert, ca. 188.000 betroffene Menschen haben einen Schwerbehindertenausweis.

Förderung der Kunstwerkstätten e.V. in Greifswald

Greifswald – „Mit dem Vorpommern-Fonds wollen wir gerade auch die kulturelle Entwicklung in Vorpommern zusätzlich unterstützen. Das sind Projekte, für die sich Menschen mit viel Herzblut einsetzen. Das kann man hier bei den Greifswalder Kunstwerkstätten erleben. Ich danke allen Engagierten sehr herzlich“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann heute anlässlich der Übergabe eines Zuwendungsbescheids an die Kunstwerk­stätten e.V.

Der Bescheid umfasst 90.000 Euro an Projektfördermitteln aus dem Ministerium für Bildung, Wissen­schaft und Kultur des Landes sowie 10.000 Euro aus dem Vorpommern-Fonds. Er ist für Projekte der Jugendkunst­arbeit vorgesehen, z.B. für Kurse, Projekte und Workshops oder Kooperationen im Rahmen der Ganztagsschule.

Dahlemann weiter: „Kultur und Kunst dienen der Persön­lichkeitsentwicklung. Die Fördermittel sind deshalb in den Kunst­werk­stätten in Greifswald ausgezeichnet angelegt. Jugendliche können hier bereits früh Erfahrungen machen, die über das Alltagswissen hinausgehen. Kunst kann Kreativität wecken, einen auf gute Ideen bringen und dabei helfen, Begabun­gen zu entdecken. Davon werden unsere Jugendlichen auf ihrem Lebensweg immer profitieren – unabhängig davon, ob sie in die Welt hinaus gehen oder hier bei uns in Vorpommern die guten Chancen nutzen.“

Welternährungstag: Lebensmittel mehr wertschätzen

Schwerin – In vielen Ländern wird jährlich am 16. Oktober anlässlich des Welternährungstages daran erinnert, dass in Zeiten des globalen Überflusses fast eine Milliarde Menschen dauerhaft unterernährt sind. Laut UNO betrifft dies derzeit 821 Millionen Menschen, insbesondere in Asien, Afrika und Lateinamerika.

„Die Zahl ist erschreckend. Vor allem, weil sie erneut angestiegen ist, obwohl die FAO 2015 das Ziel verkündet hat, bis 2030 den Hunger als globales Problem zu beseitigen“, kommentiert Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Nachricht. „Umso dringender ist es, dass wir, die jederzeit über die erforderliche Menge an Lebensmittel verfügen, diese auch wertschätzen.“ In Deutschland würden jedoch pro Kopf jährlich etwa 80 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Die Organisation „Brot für die Welt“ hat errechnet, dass eine Anbaufläche von ungefähr 2,4 Millionen Hektar notwendig wäre, um diese Menge zu erzeugen. In Mecklenburg-Vorpommern werden 1,3 Mio. Hektar landwirtschaftlich genutzt.

Weitere 56 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf und Jahr gehen laut „Brot für die Welt“ bei Industrie, Handel und Großverbrauchern verloren. Enorme Mengen, die noch nicht beziffert werden könnten, würden zudem vernichtet, weil sie nicht die Eigenschaften haben, die die Industrie benötigt oder die Verbraucher schön finden.

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern fördert gemeinsam mit Verbänden und Institutionen des Landes das Bewusstsein für die Wertschätzung und den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln und setzt dabei vor allem auf Aufklärung. In den Verbändegesprächen und bei Vor-Ort-Terminen werden bewährte und vorbildliche Vorgehensweisen, die zur Verlustminderung beitragen, vorgestellt.

Im Bereich der Verbraucherbildung wird die erfolgreiche Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft genutzt. Die dort verfügbaren Informationen und Materialien machen auf den Wert von Lebensmitteln, die Folgen der Verschwendung und Möglichkeiten zu der Vermeidung aufmerksam.

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern fördert vor allem die Bewusstseinsbildung bei der Schul-, Kita- und Gemeinschaftsverpflegung mit Hilfe der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise auf der MeLa, Umweltprojekttagen oder den Tagen des offenen Hofes, wird die Lebensmittelverschwendung thematisiert.

Seit 1979 wird in vielen Ländern der 16. Oktober als Welternährungstag begangen, in Erinnerung an ist die Gründung der Welternährungsorganisation FAO (Food and Agriculture Organization of UN) am 16. Oktober 1945. Da dann regelmäßig die dauerhafte Unterernährung in vielen Regionen der Welt thematisiert wird, wird der Tag auch oft Welthungertag genannt.

2015 formulierte die FAO als globales Ziel „Zero Hunger“ bis 2030. Die Vermeidung von Lebensmittelverschwen­dung (Dont- Waste Food) ist dabei ein wesentlicher Bestandteil, um dieses Ziel zu erreichen.

Erweiterter Hafen in Barhöft offiziell freigegeben

Klausdorf – Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat am Montag in Barhöft (Gemeinde Klausdorf) gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Reichenbach den erweiterten Hafen Barhöft offiziell eröffnet. Mit Ausnahme weniger Restarbeiten ist die Baumaßnahme fertiggestellt. „Der Hafen in Barhöft hat eine traditionsreiche Geschichte als Fischerei-, Marine- und Nothafen. Durch seine besondere Lage zwischen Ostsee, Boddengewässer und Land ist er bis heute ein beliebter Anlaufpunkt, so dass es vor allem im Sommer zu Kapazitätsengpässen gekommen ist. Deshalb war eine Vergrößerung des Angebotes unverzichtbar. Nach zwölf Monaten Bauzeit ist hier mit der Erweiterung ein attraktiver Hafen mit umfangreicher touristischer Infrastruktur entstanden, der zu zahlreichen Aktivitäten im und am Wasser einlädt“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Der Hafen liegt im Randbereich des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft direkt an der Einfahrt in die Darß-Zingster Boddenkette in Richtung Osten und der Zufahrt in den Strelasund in Richtung Süden. Mit der Erweiterung ist das Hafenbecken um 3.500 Quadratmeter gewachsen. Weiterhin sind unter anderem 80 Liegeplätze geschaffen und die Pflasterung im Bereich des nördlichen Molenkopfes erneuert worden. Derzeit nutzen ein Lotsenboot, die Wasserschutzpolizei, Kutter von Berufsfischern, ein Serviceschiff für den Windpark „Baltic 1“ und die Fahrgastschifffahrt den Hafen. Aufgrund der zeitweisen Versandung des Nothafens Darßer Ort übernimmt der Hafen Barhöft zudem besonders für die aus Richtung Rostock kommenden Schiffe sowie für den Seenotkreuzer die wichtige Funktion eines Nothafens. Im Zuge der Erweiterung sind auch die Liegeplätze der Behördenschiffe neu geordnet worden. „Wichtig war vor allem, eine mögliche Behinderung der im Hafen stationierten Lotsen und der Wasserschutzpolizei aufgrund des hohen Andrangs ankommender Sportboote auszuschließen. Mit der Erweiterung finden nun Berufsschifffahrt, Freizeitwassersportler und Ausflügler ausreichend Raum für ihre Bedürfnisse“, sagte Rudolph.

Die Gesamtinvestitionen für die Erweiterung des Hafens betragen knapp 2,4 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro.

„Wir wollen weiterhin attraktive Angebote für unsere Gäste bieten. Deshalb unterstützen wir Investitionen in die touristische Infrastruktur. Das hat sich für die Gemeinde Klausdorf auch bereits ausgezahlt – seit Anfang des Jahres ist die Gemeinde mit den Ortsteilen Klausdorf, Solkendorf, Zarrenzin und Barhöft mit dem Titel ´Staatlich anerkannter Erholungsort´ zertifiziert“, sagte Rudolph.

Nach Angaben des Statistischen Amtes wurden im Jahr 2016 72,7 Prozent aller Übernachtungen (2016: 30,3 Millionen) in den Kur- und Erholungsorten Mecklenburg-Vorpommerns gezählt. Im Land haben bisher 68 Städte und Gemeinden eine staatliche Anerkennung nach dem Kurortgesetz erhalten. Um den Titel Erholungsort tragen zu können, müssen die Kommunen unter anderem eine landschaftlich bevorzugte und klimatisch günstige Lage mit lufthygienischen Verhältnissen, einen entsprechenden Ortscharakter, für die Erholung geeignete Einrichtungen, Lese- und Aufenthaltsräume, Radwege, ein erschlossenes Wanderwegenetz sowie Möglichkeiten für Sport und Spiel vorweisen. In Klausdorf wird die touristische Infrastruktur geprägt durch ein breites Beherbergungsangebot (Ferienhäuser und -wohnungen, Caravan-Stellplatz, mehrere Pensionen und zwei Hotels), gastronomische Einrichtungen, eine Tourist-Information im „Vorpommernhus“ und zwei Badestellen. Hinzu kommen der Hafen, Aussichtsplattformen, Wanderrundwege und die Anbindung an den europäischen Ostseeküstenfernradweg.

Die Gemeinde Klausdorf im Landkreis Vorpommern-Rügen gehört zum Reisegebiet Vorpommern. Nach Angaben des Statistischen Amtes gab es dort im Zeitraum Januar bis Juli 2018 knapp 1,3 Millionen Ankünfte (+0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und knapp 5,5 Millionen Übernachtungen (+1,1 Prozent). In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es im gleichen Zeitraum rund 4,4 Millionen Ankünfte (+2,0 Prozent) und knapp 17,2 Millionen Übernachtungen (+1,7 Prozent).

Klimareport M-V zeigt deutlichen Trend der Erwärmung

Schwerin – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat im Auftrag des Energieministeriums den „Klimareport Mecklenburg-Vorpommern“ erstellt. Energieminister Christian Pegel und der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, Dr. Paul Becker, stellten diesen heute in Schwerin vor.

„Mecklenburg-Vorpommern steckt bereits im Klimawandel. Seit 1881 ist es deutlich wärmer geworden: Die Jahresdurchschnittstemperatur ist um 1,3 Grad Celsius gestiegen, es gibt mehr Sommertage und weniger Frosttage. Die Jahresniederschlagshöhe hat um fast neun Prozent zugenommen. Diese Zunahme fand allerdings besonders ausgeprägt in den Wintermonaten statt. Den Trend zu mehr Winterniederschlägen finden wir auch in den Projektionen für die Zukunft. Für die Sommermonate hingegen geben die Projektionen insbesondere für die zweite Hälfte des Jahrhunderts Hinweise auf eine mögliche Zunahme von Trockenperioden“, sagt Dr. Becker.

„Der Klimareport stellt eines unmissverständlich heraus: Wir müssen uns auf weitere Klimaänderungen einstellen. Ein Weitermachen wie bisher kann keine Option sein“, so Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pegel.

Angesprochen auf den neuen Klimareport und die Folgen für Mecklenburg-Vorpommern betonte auch Professor Ulrich Bathmann, Direktor des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde: „Neben der Temperatur nehmen die Auswirkungen der Überdüngung der Ostsee zu. Beides führt zu erhöhter Produktion von Biomasse. Deren mikrobieller Abbau wird den Sauerstoffmangel im Tiefenwasser verstärken.“

„Wir müssen uns auf Klimaänderungen einstellen. Wie stark diese ausfallen, ist letztendlich auch davon abhängig, wie konsequent wir Klimaschutz betreiben. In der Landespolitik ist der Klimaschutz seit Langem fester Bestandteil“, sagt Energieminister Pegel. Beispielhaft führt er an: „Beim Erzeugen erneuerbarer Energien sind wir bereits weit gekommen. Mit dem hier produzierten sauberen Strom können wir den Strombedarf unseres Bundeslands rein rechnerisch decken. Außerdem unterstützen wir Kommunen und Unternehmen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen, etwa bei der Umrüstung auf klimafreundliche LED-Beleuchtung oder E-Mobilität. Wir honorieren den Einsatz von Unternehmern und Kommunen für eine nachhaltige Entwicklung mit dem Label ‚Grünes Gewerbe Gebiet‘. Dennoch müssen wir mehr leisten, um den Treibhausgasausstoß zu vermindern. Dies betrifft in erster Linie Politik und Wirtschaft, aber nicht zuletzt auch jeden Einzelnen.“

Potenziale sehe er dabei insbesondere im weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und in der Nutzung des so erzeugten Stroms im Wärme- und Verkehrssektor. „Hier muss die Bundesregierung dringend handeln: Indem langfristige, stabile und klare Rahmenbedingungen für den Ausbau insbesondere der Windenergie an Land sowie auf See geschaffen und Innovationen bei der Sektorenkopplung sowie Speichertechnologien nachhaltig gefördert werden. Außerdem müssen Übertragungs- und Verteilnetze zügig ausgebaut und ein intelligentes Lastmanagement entwickelt werden. Es muss Ziel der Energiewende sein, sämtlichen erneuerbaren Strom konsequent nutzbar zu machen“, erklärt Pegel weiter.

In M-V müsse der Dialog zu einer Anpassungsstrategie an den Klimawandel fortgesetzt und erweitert werden. „Der Klimawandel hat massiven Einfluss auf unsere Lebensrealität. Darauf müssen wir uns vorbereiten – auch mit der Berücksichtigung bei der Planung von Infrastrukturmaßnahmen und der Städte- und Raumplanung“, so Pegel. Auftakt dafür ist die fünfte Regionalkonferenz des Bundes und der norddeutschen Länder zum Klimawandel, die am 26. September 2018 in Schwerin stattfindet.

Hintergrund Der Klimareport Mecklenburg-Vorpommern wurde auf Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und dem DWD entgeltfrei erstellt. Er gibt einen Überblick zur Klimaentwicklung im Nordostdeutschen Tiefland – zu dem auch Mecklenburg-Vorpommern gehört – seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Schwerpunkte sind die langjährige Entwicklung der Temperatur, des Niederschlags, der Sonnenscheindauer, des Winds, und der Phänologie, also den im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen der Pflanzen. Außerdem befasst sich der Report mit dem Schwerpunkt der langjährigen Entwicklung des Meeresspiegels, der vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erstellt wurde. Zu sämtlichen Punkten liefert der knapp 50-seitige Bericht zusätzlich zwei Szenarien der möglichen Entwicklung bis 2100 und stellt damit eine wesentliche Wissensgrundlage für die Anpassung an zu erwartende Änderungen des Klimas und deren Folgen dar.

Biosphärenreservat Schaalsee-Elbe kooperiert mit Ghanas Bosumtwe-See

Schwerin – Das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee und Flusslandschaft Elbe MV schließt heute Vormittag im Rahmen eines Delegationsbesuches aus Ghana im Beisein von Umweltminister Dr. Till Backhaus eine gemeinsame Absichtserklärung mit dem UNESCO-Biosphärenreservat Lake Bosumtwe ab. Ziel der Vereinbarung ist die gegenseitige Unterstützung beider Partner bei der Umsetzung des Aktionsplanes von Lima zum UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (Man and the Biosphere Programme / MAB) und dessen weltweiter MAB-Strategie 2015 bis 2025.

„Diese Vereinbarung ermöglicht es dem erst 2016 von der UNESCO anerkannten Biospärenreservat Lake Bosumtwe, von den 18-jährigen Erfahrungen im UNESCO-Bisophärenreservat Schaalsee-Elbe zu profitieren und die hier gewonnenen Erkenntnisse auch in Ghana umzusetzen“, erklärt Minister Backhaus.

Die Zusammenarbeit sei darauf ausgerichtet, das Ökosystem im Biosphärenreservat Lake Bosumtwe wiederherzustellen und zu stärken, die dortige Artenvielfalt zu erhalten und zu entwickeln, natürliche Ressourcen vor Ort nachhaltig zu nutzen und dem Gebiet die Anpassung an den Klimawandel und andere Aspekte globaler Umweltveränderungen zu ermöglichen. Zudem sollen Bildungs- und Forschungsarbeit zum Thema Nachhaltigkeit und die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus am Bosumtwe-See befördert werden.

Die Zusammenarbeit erfolgt in Abhängigkeit der finanziellen und personellen Ressourcen durch Wissens- und Erfahrungsaustausch, durch die Initiierung gemeinsamer Projekte und Forschungsaufträge oder durch gegenseitige Besuche zur Qualifizierung von Personal.

Aus der gemeinsamen Absichtserklärung entstünden beiden Partnern keine direkten Kostenverpflichtungen, so Backhaus. Sie könnten sich abhängig von ihren verfügbaren Budgets darauf verständigen, jeweils Aktivitäten in den Partnergebieten finanziell zu unterstützen und dafür gemeinsam Finanzmittel aus öffentlichen Fonds oder privaten Mitteln einzuwerben.

„Mit dieser Vereinbarung leisten wir auch ein Stück Aufbauarbeit in Ghana“, betont Backhaus. Indem Deutschland und die EU den Aufbau von Strukturen für eine intakte Umwelt und einen nachhaltigen Tourismus unterstützten, legten sie am Bosumtwe-See die Grundlage für die Menschen, in ihrer Heimat zu bleiben und sich vor Ort zu engagieren.

Die Absichtserklärung gilt zunächst bis 2023 und kann mit Zustimmung beider Seiten aufgehoben oder verlängert werden.

Das UNESCO- Biosphärenreservat Bosumtwe-See (Biosphere Reserve Lake Bosumtwe) wurde im Juni 2016 von der UNESCO anerkannt. Der See ist mit 52 Quadratkilometern Fläche Ghanas größter natürlicher See, der von den Bewohnern der 32 Kilometer entfernten zweitgrößten Stadt Ghanas, Kumasi, zur Naherholung und als „heiliger See der Ashanti“ auch aus spirituellen Gründen aufgesucht wird.

Der See und seine Umgebung waren in den zurückliegenden Jahren durch zunehmende Nutzung ökologisch beeinträchtigt beeinträchtigt worden, etwa durch Überfischung, durch touristische Aktivitäten und durch Umweltverschmutzung.

Aufgrund von Parallelen zum hiesigen Biosphärenreservat, das durch den 24 Quadratkilometer großen Schaalse geprägt ist, nahm die Verwaltung des Biosphärenreservates Bosumtwe im Herbst 2016 auf Vermittlung der deutschen UNESCO-Kommission Kontakt mit dem Reservat Schaalsee-Elbe auf.

In Gesprächen und bei einem ersten Arbeitstreffen 2017 in Ghana kristallisierten sich Themen für eine Zusammenarbeit heraus, etwa zur Minimierung des Nutzungsdrucks auf den Süßwassersee oder zur Etablierung von Bildungsprogrammen und Besucherzentren, um die Menschen vor Ort für den Schutz des Gewässers zu sensibilisieren.

Die Delegation aus Ghana bleibt bis zum 24. August im Land. Auf ihrem Programm stehen neben Vorträgen und Diskussionen zu Schutzkonzepten oder zum Gebietsmanagement u. a. Besuche bei den Fördervereinen Biosphäre Schaalsee und Biosphäre Elbe, das Kennenlernen der Programme Junior-Ranger und Aqua-Agenten, der Besuch einer Biolandwirtschaft mit Biofleischerei und der Gläsernen Molkerei sowie eine Exkursion in die Kneeser Niederung und eine Stadtführung durch Schwerin.

28. Hanse Sail in Rostock eröffnet

Rostock – „2018 ist für Rostock ein besonderes Jahr. Wir haben den 800. Geburtstag der Hansestadt gefeiert, den Mecklenburg-Vorpommern-Tag und den Internationalen Hansetag gleich mit. Nun folgt mit der Hanse Sail, einem der größten Feste in Norddeutschland, das nächste Ereignis. Ich bin immer wieder gern bei der Hanse Sail und freue mich, die 28. Veranstaltung eröffnen zu können“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Donnerstag im Rostocker Stadthafen.

Hanse Sail Rostock …… Photo by Geres

170 Traditionssegler und Museumsschiffe werden mit dabei sein. „Ich hoffe, dass Einheimische und Gäste die vielen Möglichkeiten zum Mitsegeln nutzen und sich von der Anziehungskraft der Ostsee beeindrucken lassen. Mecklenburg-Vorpommern ist ein schönes Urlaubsland – mit faszinierender Natur und einem Paradies für Wassersportler und Kreuzfahrer.“ Mit den verschiedenen Bühnenprogrammen und der Bummelmeile werde den Besucherinnen der Sail ebenfalls jede Menge geboten. „Seien Sie dabei, feiern Sie mit und genießen sie die Gastfreundschaft der Rostockerinnen und Rostocker.“

Internationaler Weltgesundheitstag

Schwerin – Am Sonnabend (07.04.) wird der jährliche Weltgesundheitstag begangen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt in diesem Jahr den Fokus auf das Thema „Flächendeckende Gesundheitsversorgung“. „Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern eine gute und funktionsfähige Versorgung mit vielen starken Partnern. Um die Versorgung auf Dauer in allen Teilen des Landes zu sichern, wollen wir künftig verstärkt neue Wege gehen – dabei geht es vor allem darum, die sektorenübergreifende Versorgungsplanung zu stärken, Projekte der Telemedizin zu fördern und weiter intensiv um medizinische Fachkräfte für unser Land zu werben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld des Weltgesundheitstages.

Derzeit läuft ein mehrjähriges Modellprojekt zur sektorenübergreifenden Versorgungsplanung, das vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführt wird. Ziel ist es, Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen zu entwickeln und sie in Modellregionen zu erproben. Das Projekt befasst sich schwerpunktmäßig mit den Themen Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung einschließlich der Implementierung innovativer Versorgungskonzepte. Übergreifende Themen wie die Einbindung aller Sektoren und Professionen, der Fachkräftebedarf, die Fachkräftesicherung und telemedizinische Unterstützung sind weitere Teilbereiche. Das Projekt ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt. „Insgesamt muss es gelingen, die ambulante und die stationäre Versorgung noch besser miteinander zu vernetzen. Dafür werden zunächst Modellvorhaben entwickelt, in Fokusregionen eingesetzt und dann die landesweite Umsetzung geprüft“, sagte Glawe.

Gesundheitsminister Glawe verwies auf die zunehmende Bedeutung der Telemedizin: „Gerade in ländlichen Räumen ist der Einsatz digitaler Technologien ein wichtiger Baustein zur Verbesserung der medizinischen Betreuung. Hier sehe ich noch viel Potential für weitere Projekte und Vorhaben.“

Beispielsweise arbeiten derzeit polnische und deutsche Ärzte, Unternehmen der Vorleistungs- und Zulieferindustrie (wie beispielsweise Medizintechnik, Biotechnologie, Gesundheitshandwerk und medizinischer Handel) an Lösungen, um gemeinsam Patienten in der Grenzregion behandeln zu können. Aus diesem Grund wurde in der Euroregion Pomerania ein grenzüberschreitendes Datennetzwerk zwischen deutschen und polnischen Krankenhäusern aufgebaut. Ziel des Projektes ist, die Diagnostik und Therapie von Patienten, insbesondere Tumor-, Herz-, Schlaganfall- und Unfallpatienten, in der Grenzregion zu verbessern.

Mit dem Vorhaben „Land|Rettung“ soll die Notfallmedizin, insbesondere unter den speziellen Anforderungen eines dünn besiedelten ländlichen Raumes, verbessert werden. Zentrales Element ist der Telenotarzt, der in Gebieten mit längerer Anfahrt den professionellen Rettungsdienst unterstützt. Für Patienten mit einem Herz-Kreislaufstillstand sollen zudem geschulte Laien und ausgebildete Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken. Zusätzlich wird die Zusammenarbeit des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes, des Rettungsdienstes und der Notaufnahmen neu geordnet.

Das Projekt „HerzEffekt MV“ hat das Ziel, dass mittelfristig alle chronisch herzkranken Patienten mit leichten bis schweren Symptomen einen wohnortnahen Zugang zu spezialisierter Medizin in Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Dazu werden alle an der Patientenversorgung beteiligten und oftmals räumlich entfernten Institutionen – vom Hausarzt über den niedergelassenen Facharzt bis hin zu den regionalen Krankenhausbetreibern – im Betreuungszentrum, dem sogenannten Care-Center, zusammengeführt. Möglich ist das durch eine elektronische Vernetzung der einzelnen Patienten- und Behandlungsdaten.

„Wir wollen die gut ausgebildeten Fachkräfte bei uns im Land halten und dafür Sorge tragen, dass zukünftig vakante Stellen im ambulanten Bereich, in den Krankenhäusern und im öffentlichen Gesundheitsdienst besetzt werden. Deshalb haben wir jetzt erstmals Stipendien ausgereicht, die den künftigen Medizinern die Entscheidung für Mecklenburg-Vorpommern als Lebensmittelpunkt erleichtern sollen“, sagte Glawe.

Die ersten 29 Stipendien wurden jüngst an Medizinstudierende in Rostock und Greifswald überreicht. Das Wirtschaftsministerium gibt an Medizinstudierende, die an einer Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern immatrikuliert sind, ein Stipendium in Höhe von 300 Euro monatlich längstens für einen Zeitraum von vier Jahren und drei Monaten aus. Insgesamt stehen mindestens eine Million Euro für das Programm zur Verfügung. Die Medizinstudierenden verpflichten sich im Gegenzug, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztausbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen, sei es ambulant, im Krankenhaus oder im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns, ärztlich tätig zu sein. Zu den Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes gehören unter anderem die Überwachung von Einrichtungen in Bezug auf die Einhaltung hygienischer und gesundheitsrechtlicher Vorschriften, die Durchführung der öffentlich empfohlenen Schutzimpfungen sowie die Erstellung von amtsärztlichen Gutachten, Zeugnissen und Bescheinigungen, soweit solche gesetzlich vorgeschrieben sind.

Der Weltgesundheitstag wird jährlich am 7. April begangen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erinnert mit diesem Tag an ihre Gründung im Jahr 1948. Sie legt jährlich ein neues Gesundheitsthema von globaler Relevanz für den Weltgesundheitstag fest. Der Weltgesundheitstag wurde in Deutschland 1954 zum ersten Mal aufgegriffen. Seitdem wird er jedes Jahr im Auftrag des jeweils für Gesundheit zuständigen Ressorts von der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e. V. fachlich vorbereitet und organisiert.

Energienetz der Zukunft

Verteilnetzbetreiber Ost und 50Hertz präsentieren Lösungen für stabilen Netzbetrieb

Berlin – Die 25. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft 2018 präsentiert unterschiedliche Argumente, Aspekte, Vorgehensweisen und Lösungen der Energieunternehmen. Dabei ist ein Ziel wesentlich, die Energiewende gemeinsam weiter zu gestalten. Hervorzuheben ist die bundesweit beispielhafte Kooperation der Arbeitsgemeinschaft der Flächennetzbetreiber OST und des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz. Im Mittelpunkt stehen eine intensive Zusammenarbeit bei Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Systemstabilität, des stabilen Netzbetriebs und der Sicherheit der Netze.

Die 110-Kilovolt-Netz-Betreiber im Osten der Bundesrepublik Deutschlands (Avacon Netz GmbH, E.DIS Netz GmbH, ENSO NETZ GmbH, Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom GmbH, Stromnetz Berlin GmbH, Stromnetz Hamburg GmbH, Netze Magdeburg GmbH, TEN Thüringer Energienetze GmbH & Co. KG und WEMAG Netz GmbH) und der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission GmbH (50Hertz) haben sich bereits im September 2014 auf ein 10-Punkte-Programm zur Weiterentwicklung der Systemdienstleistungen verständigt, um gemeinsam Lösungen für einen stabilen Betrieb der Stromnetze zu entwickeln. Gut drei Jahre später legen die in der ARGE Ost zusammengeschlossenen Verteilnetzbetreiber und 50Hertz nun einen weiteren Zwischenbericht vor, in dem sie Lösungen und Vorschläge für die vier Systemdienstleistungen Frequenzhaltung, Spannungshaltung, Betriebsführung und Versorgungswiederaufbau vorstellen.

Aktuell finden zum Beispiel erste Pilottests für Lösungsansätze zu den Systemdienstleistungen Frequenzhaltung und Spannungshaltung statt. Hierzu haben die Verteilnetzbetreiber unter anderem eine aktive Blindleistungssteuerung von Erzeugungsanlagen eingeführt. Gerade das entwickelte aktive Blindleistungsmanagement stellt neue Anforderungen an die Netzführung und setzt eine intensive Abstimmung zwischen Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern voraus. So wurde auch ein Schulungskonzept erarbeitet, um entsprechende Fachkenntnisse zu vermitteln und notwendige Handlungsabläufe aufzuzeigen.

Perspektivisch wird die dezentrale Erzeugung weiter zunehmen und der Verbrauch wird sich durch die Elektromobilität und andere neue Anwendungen stark verändern. Dies stellt neue Anforderungen an die Netzbetreiber. So werden mehr Messwerte benötigt, als derzeit vorliegen, um Prognosen zu verbessern. 50Hertz und die Verteilnetzbetreiber der ARGE FNB Ost haben sich deshalb auf eine Struktur verständigt, die seit Mitte des Jahres 2016 die Weitergabe der Messwerte von den Verteilnetzbetreibern steuert.

Die vier Systemdienstleistungen sind erforderlich, um das elektrische System sicher betreiben zu können. Heute werden wesentliche Beiträge dazu noch überwiegend von konventionellen Kraftwerken erbracht. Die Energiewende, insbesondere die Erzeugung erneuerbarer Energien, führt zu einem Wandel in der Erzeugerstruktur und im Netzbetrieb. Die Netzbetreiber der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind schon heute Vorreiter bei der Integration erneuerbarer Energien in die Stromversorgung.

In den Jahren 2015 und 2016 lag der Anteil bereits bei fast 50 Prozent, damit hat sich seit 2008 der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch im Norden und Osten bereits verdoppelt. Die Energiewende und die damit zunehmende Komplexität stellt die Verteilnetzbetreiber und den Übertragungsnetzbetreiber der Regelzone im Nordosten und Osten Deutschlands vor besondere Herausforderungen und macht eine intensive Zusammenarbeit zur Aufrechterhaltung der Systemstabilität erforderlich. Übergreifender Fachaustausch und Interoperabilität rüsten die Verteilnetzbetreiber der ARGE FNB Ost und 50Hertz für das Energienetz der Zukunft.

Der komplette Zwischenbericht für das 10-Punkte-Programm zur Weiterentwicklung der Systemdienstleistungen ist auf den Websites aller mitwirkenden Verteilnetzbetreiber und 50Hertz eingestellt.