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Tag: 20. November 2025

Pläne des Bundes zur Mehrbelastung der Krankenhäuser

Drese gegen einseitige Belastung der Krankenhäuser zur Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern leistet erheblichen Widerstand gegen die Pläne von Bundesgesundheitsministerin Warken zur Mehrbelastung der Krankenhäuser. „Wir nehmen es nicht hin, dass zur Deckung des Defizits der Gesetzlichen Krankenversicherung fast vollständig die Krankenhäuser herangezogen werden sollen. Sie laufen dagegen Sturm. Wir laufen dagegen Sturm“, sagte Drese auf der Mitgliederversammlung der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern am (heutigen) Donnerstag in Schwerin.

Um das Defizit der Krankenkassen von zwei Milliarden Euro zu schließen, beabsichtigt der Bund, 1,8 Milliarden Euro dabei allein bei den Kliniken einzusparen, und zwar durch eine Absenkung des Anstiegs des Landesbasisfallwerts, der einen Inflationsausgleich für die gestiegenen Kosten darstellt.

„Wir unterstützen das Bemühen der Bundesregierung zur Beitragssatzstabilisierung in der GKV. Aber die einseitige Belastung der Kliniken ist nicht hinnehmbar und konterkariert alle Maßnahmen, die finanzielle Situation der Krankenhäuser im Zuge der Umsetzung der Krankenhausreform zu stabilisieren“, betonte Drese.

Die Ministerin machte deutlich, dass bei Umsetzung der Pläne des Bundesgesundheitsministeriums die Kliniken in MV mit Kürzungen in Höhe von 40 bis 60 Millionen Euro rechnen müssen. „Vor allem bei kleinen und mittleren Krankenhäusern kommt es dadurch zu einem Investitionsstau und steigt das Risiko von Liquiditätsengpässen“, verdeutlichte Drese.

Die Ministerin hob in ihrem Grußwort hervor, dass das Land bei der Umsetzung der Krankenhausreform bereits ein gutes Stück vorangekommen ist. „Mein Ministerium ist mit jedem Krankenhaus im vertieften Austausch. Alle Planungsbeteiligten werden regelmäßig informiert und eingebunden“, sagte Drese. „Ich werbe auch hier und heute dafür, dass wir diesen Weg zusammen gehen. Dabei sind Verständigungen zwischen den einzelnen Krankenhäusern ausdrücklich erwünscht und aus meiner Sicht auch notwendig für eine qualitativ gute und zukunftsfeste Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern“, so die Ministerin.

Drese bezeichnete die Krankenhäuser im Land als Rückgrat der medizinischen Versorgung. „Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Verwaltungsmitarbeitende, Geschäftsführungen leisten Enormes. Und Sie tun das in einer Zeit, in der Belastung und wirtschaftlicher Druck stetig zunehmen. Dafür möchte ich Ihnen ausdrücklich danken. Ohne Ihren Einsatz wäre die Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern nicht das, was sie ist: verlässlich, menschlich und kompetent“, sagte Drese.

Die Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. (KGMV) ist der Zusammenschluss der Träger von Krankenhäusern und ihrer Verbände im Land Mecklenburg-Vorpommern. Aktuell sind alle 37 Akutkrankenhäuser und 3 Rehabilitationskliniken im Land Mitglied. Die angeschlossenen Krankenhäuser beschäftigen etwa 20.000 Mitarbeitende und haben ein Umsatzvolumen von ca. 1,5 Mrd. Euro. Jährlich werden rund 450.000 stationäre Patienten und etwa eine Million ambulante Patienten in den Mitgliedskrankenhäusern versorgt. Die KGMV ist im Lobbyregister des Deutschen Bundestags eingetragen und vertritt die Interessen der Krankenhäuser im Land.

Tag der Kinderrechte

Einführung Wahlalter 16, Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz und Kinderschutzgesetz

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese hat anlässlich des heutigen Tags der Kinderrechte auf wichtige Fortschritte für Kinder und Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern hingewiesen. „Die drei Säulen der Kinderrechte sind Schutz, Förderung und Beteiligung. Auf allen Feldern sind wir aktiv, es bleibt aber noch viel zu tun, damit jedes Kind unabhängig davon, wo es geboren wird oder aufwächst wirklich dieselben Rechte hat“, sagte Drese am Donnerstag in Schwerin.

Ein wichtiger Meilenstein ist nach Ansicht der Ministerin die Absenkung des aktiven Wahlalters bei Landtagswahlen auf 16 Jahre. „Das bedeutet auf Landesebene mehr Demokratie für junge Menschen, mehr politische Mitgestaltung und mehr Beteiligung“, so Drese.

Als weiteren Meilenstein bezeichnete Drese das Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz, das im April vergangenen Jahres in Kraft getreten ist. Darin sind erstmalig Mitsprache- und Teilhaberechte von Kindern und Jugendlichen landesgesetzlich verankert.

„Wir haben damit klare Beteiligungsrechte etabliert und spezifische Regelungen für Kinder- und Jugendgremien auf kommunaler Ebene. Darüber hinaus bestehen gesetzliche Grundlagen für die Verstetigung und den Ausbau von Angeboten und Strukturen der Kinder- und Jugendbeteiligung“, verdeutlichte Drese. Kinder- und Jugendbeteiligungsgremien steht nun zum Beispiel in kommunalen Vertretungsorganen und Ausschüssen ein Anhörungs-, Rede- sowie Antragrecht zu.

Erstmalig wird es in Mecklenburg-Vorpommern auch ein eigenständiges Kinderschutzgesetz geben. Dieses befindet sich gerade in der Endphase der parlamentarischen Beratungen und soll in der Dezember-Sitzung des Landtages beschlossen werden.  „Wir wollen damit die Strukturen im Kinderschutz stärken und fachübergreifende Prozesse und Kooperationen ausbauen, damit die Akteure aller Ebenen künftig noch besser zusammenwirken.

Um die Chancengerechtigkeit für alle Kinder zu erhöhen, seien weitere Maßnahmen auf allen Ebenen notwendig. „Die beitragsfreie Kita ist nicht nur eine große finanzielle Entlastung für Familien, sondern damit gewährleisten wir eine umfassende Förderung und eine gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder in unserem Land – unabhängig von ihrer sozialen Stellung“, so die Ministerin. Ein wichtiger Schritt wäre die Einführung einer bundesweiten Kindergrundsicherung, die Kindergeld, Kinderzuschlag und andere Leistungen bündelt. Dadurch würde die Bekämpfung von Kinderarmut schneller, einfacher und direkter erfolgen.

Am 20. November ist Internationaler Tag der Kinderrechte, da am 20. November 1989 die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedete. Der Tag soll darauf aufmerksam machen, dass Kinder besondere Rechte haben, die sie schützen und ihre Entwicklung fördern.

Vorlesen ist der Grundstein früher Sprachförderung

Bundesweiter Vorlesetag: Mecklenburg-Vorpommern stärkt Lesenlernen von Anfang an

Schwerin – Wenn aus kryptischen Zeichen Buchstaben, wenn aus Buchstaben Wörter, wenn aus Wörtern Sätze werden und am Ende sogar eine ganze Geschichte, dann beginnt für Kinder in der Grundschule der Weg in die Welt des Lesens. Der Grundstein für eine gute Lesekompetenz wird jedoch deutlich früher gelegt – nämlich durch das Vorlesen.

Der aktuelle Vorlesemonitor der Stiftung Lesen zeigt, dass Eltern in den vergangenen Jahren wieder häufiger zum Kinderbuch greifen als noch während der Corona-Pandemie. Dennoch wird jedem fünften Kind nach wie vor nie vorgelesen. „Vorlesen fördert die Sprachentwicklung, Konzentration und Fantasie. Es schafft dazu wichtige gemeinsame Momente zwischen Kindern und Erwachsenen“, sagt Bildungsministerin Simone Oldenburg anlässlich des bundesweiten Vorlesetages am 21. November.

Das Motto des diesjährigen bundesweiten Vorlesetages lautet „Vorlesen spricht Deine Sprache“. Der Vorlesetag ist eine Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsch Bahn Stiftung. Deutschlands größtes Vorlesefest ist ein öffentliches Zeichen, um alljährlich am dritten Freitag im November Kinder und Erwachsene für die Bedeutung des Vorlesens zu begeistern. Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung dankt allen Einrichtungen, die mit ihrem Engagement Kindern Freude am Lesen vermitteln.

Anlässlich des Vorlesetages besucht Bildungsministerien Simone Oldenburg am Montag, 24. November 2025, die Kita „De Lütten Plappersnuten“ in Proseken, um den Kindern eine Geschichte vorzulesen.

„Wer gut lesen kann, hat bessere Chancen im gesamten Bildungsweg“, betont die Ministerin und ergänzt: „Deshalb fördern wir mit dem Leseband das tägliche Lesen an den Grundschulen. Und auch das Vorlesen ist ein unverzichtbarer Baustein auf dem Weg zum Lesenlernen.“ Mit einer neuen ganzheitlichen Sprachbildungsstrategie für Kita und Schule verfolgt das Land einen umfassenden Ansatz in der Sprachförderung.

Ein wichtiges Projekt dieser Initiative ist das landesweite Buchprojekt „Lesereise MV“. Alle 4- bis 5-jährigen Kinder in Mecklenburg-Vorpommern erhalten ab 2026 ein eigens für sie entwickeltes Geschichtenbuch, das sie beim Übergang von der Kita in die Schule begleitet. Es enthält Geschichten, Reime, Bilder und Rätsel. Die Texte stammen von namhaften Autorinnen und Autoren wie Kirsten Boie oder Paul Maar und von Autorinnen und Autoren aus der Region. Ergänzt wird das Buch durch eine digitale Lernplattform und Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher.