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Tag: 3. März 2025

Politiker diskutieren mit Schülern

Bürgermeister aus Gingst und Samtens beim „Pro-Demokratie-Tag“ der Schule Gingst

Insel Rügen – „Demokratie ist in diesen Tagen in aller Munde“, sagt Schulleiter André Farin zum Beginn des „Pro-Demokratie-Tages“ an seiner Schule. „Die Premiere mit Workshops und Gesprächsrunden ist ein Test für einen jährlich wiederkehrenden Baustein bei uns“, erklärt er den Schülern und Gästen der beiden 10. Klassen.

Schüler und Lehrer beschäftigten sich einen Tag lang mit Fragen von Mitbestimmung im politischen Alltag unseres Landes. Dabei unterstützten sie Mirko Wetzel und Christine Ewert vom Regionalzentrum für demokratische Kultur in Vorpommern-Rügen. Die Teilnehmer sprachen über das Grundgesetz als Basis unserer Demokratie und konnten ihre persönlichen Fragen an Politiker loswerden. Schulsozialarbeiterin Karin Degner hatte für das Vorhaben die Federführung und freut sich über die Ergebnisse. „Mir hat gefallen, wie die Jugendlichen in die Vorbereitung einbezogen wurden,“ meint sie in der Auswertungsrunde. Das sei ein Garant für ein breiteres Interesse.

Dankeschön für eine gelungene Demokratiestunde. Schülersprecher Fynn Venzmer (ganz rechts) und Niklas Rienow bedanken sich bei den Bürgermeistern Nico Last (2.v.l.) und Michael Klüß (2.v.r) für ihre Teilnahme. Foto: André Farin
Dankeschön für eine gelungene Demokratiestunde. Schülersprecher Fynn Venzmer (ganz rechts) und Niklas Rienow bedanken sich bei den Bürgermeistern Nico Last (2.v.l.) und Michael Klüß (2.v.r) für ihre Teilnahme. Foto: André Farin

Zum Beispiel wünschten sich die Zehntklässler mehr Informationen darüber, wie sie sich politisch beteiligen könnten. Diese Frage thematisierten Nico Last und Michael Klüß, die als Bürgermeister von Gingst und Samtens für zwei Gesprächsrunden eingeladen worden waren. Sie zeigten Wege einer möglichen Beteiligung im Jugendclub, in Bürgersprechstunden oder in Vereinen auf. Überall dort könne man seine Ideen, Fragen und Vorschläge einbringen, die in einer Gemeinde anfallen. „Wir wünschen uns einfach mehr Beteiligung junger Leute“, erklärt Nico Last und erzählt aus seiner persönlichen Erfahrung als Jugendlicher. Ehrenamtliches Engagement sei in solchen kleinen Gemeinden wie Gingst und Samtens von großer Bedeutung, ergänzt Michael Klüß und motiviert die Schüler aus seiner Gemeinde zum Mitmachen.

Schülersprecher Niklas Rienow stimmt ihnen zu: „Ich finde gut, dass wir in demokratische Entscheidungen einbezogen werden.“ Das beginne bereits in der Schule und setze sich im Gemeindeleben fort. Jeder dürfe zum Glück für sich entscheiden, in wie weit er sich einbringen möchte, um etwas im Ort zu verändern. Dieser Schwerpunkt wird nun in den Thementagen im April aufgegriffen, wenn sie unter anderem mit ihrem Sozialkundelehrer über Probleme in ihren Heimatorten sprechen, Wahlthemen festhalten und die Gründung einer Partei ausprobieren.

20 Jahre Serviceagentur „Ganztägig lernen“ M-V

Erfolgreiche Kooperation mit der RAA – Demokratie und Bildung e.V. wird fortgeführt

Schwerin – Schülerinnen und Schüler lernen seit 20 Jahren auch ganztags. Die Serviceagentur „Ganztägig lernen“ berät mit einem multiprofessionellen Team sowohl Lehrkräfte ganztägig arbeitender Schulen als auch Fachkräfte von außerschulischen Kooperationspartnern. Anlässlich des Jubiläums unterzeichneten Tom Scheidung, Staatssekretär im Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung, und Christian Utpatel, Geschäftsführer der RAA Demokratie und Bildung Mecklenburg-Vorpommern e. V., in Schwerin eine Kooperationsvereinbarung, die eine Fortführung des Projekts bis 2028 vorsieht. Die Serviceagentur ist ein Angebot der RAA und wird durch das Bildungsministerium mit mehr als einer Million Euro gefördert.

„Die Serviceagentur ‚Ganztägig lernen‘ ist eine feste Größe im Land, wenn es um die Begleitung und Fortbildung rund um das ganztägige Lernen geht“, sagte Staatssekretär Tom Scheidung. Mittlerweile zählen zur Kooperationsinitiative 28 außerschulische Partner, die Schülerinnen und Schülern an den insgesamt 350 ganztägig arbeitenden Schulen ein breitgefächertes Bildungsangebot unterbreiten. „Von vielfältigen Kursen, egal ob sportlich, musikalisch oder künstlerisch, profitieren alle Kinder und Jugendlichen – und das unabhängig von den Möglichkeiten der Eltern. Das ist ein Schritt zu mehr Bildungsgerechtigkeit“, ergänzte Scheidung.

Zu den Partnern zählen z. B. der Jugendkunstschulverband Mecklenburg-Vorpommern, der Landesverband der Musikschulen, der Landessportbund, der Landesfeuerwehrverband, der Landesangelverband, das THW, der F.C. Hansa Rostock e. V. oder die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege.

Im Jahr 2005 startete die Serviceagentur ihre Tätigkeit. Möglich war dies durch das Bundesprogramm „Zukunft, Bildung und Betreuung (IZBB)“ und das Begleitprogramm „Ideen für mehr! Ganztägig lernen“. Mit der Umsetzung des Vorhabens wurde die Deutsche Kinder- Jugendstiftung beauftragt, die mit ihren kooperierenden Partnern in den Bundesländern regionale Serviceagenturen „Ganztägig lernen“ als Unterstützungssysteme etablierte – hier in Mecklenburg-Vorpommern bei der RAA in Waren/Müritz. Partner des Bundesprogramms auf Länderseite waren die jeweils für Bildung und Schule zuständigen Ministerien.

Mit dem Ende der Bundesfinanzierung nach zehn Jahren übernahm im Jahr 2015 das Bildungsministerium MV allein die Förderung des Angebots.

Die Serviceagentur unterstützt Ganztagsschulen und seit 2016 auch ganztägig arbeitende Grundschulen durch Fortbildungen, Beratung und die Organisation sowie Begleitung regionaler und thematischer Netzwerke. Sie stellt fachliche Informationen und Materialien zur Verfügung. Ein weiterer Fokus liegt auf der Förderung der Kooperation von Schulen mit außerschulischen Partnern. Dies erfolgt unter anderem durch Fortbildungen für Kooperationsbeauftragte und die Qualifizierung der außerschulischen Partner. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der qualitativen und ganzheitlichen Weiterentwicklung ganztägig arbeitender Schulen als Lern- und Lebensorte.

Digitale Landesschule legt weitere Angebote auf

Trainingskurse zur Prüfungsvorbereitung, Vertretungsunterricht und weitere digitale Lernhilfen

Schwerin – Die Allgemein bildende Digitale Landesschule in Mecklenburg-Vorpommern wächst weiter. Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 10, 12 und an Fachgymnasien bis zur Jahrgangsstufe 13 stehen neue Trainingskurse in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch zur Verfügung. „Mit den digitalen Selbstlernangeboten vertiefen wir die individuelle Förderung“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Schülerinnen und Schüler in den Abschlussklassen können sich gezielter auf die Prüfungen vorbereiten, damit sie die Aufgaben einfacher und erfolgreicher lösen.“

Das Land hatte im Januar 2022 erste Trainingskurse zur Vorbereitung auf das Mathematik-Abitur eingerichtet. Sie waren das erste inhaltliche Modul der Allgemein bildenden Digitalen Landesschule, die bundesweit einmalig ist. Im März 2024 kamen Trainingskurse für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 hinzu. Diese Kurse sind jederzeit abrufbar. „Die Jugendlichen können die Angebote ortsungebunden und in den Bereichen nutzen, in denen sie noch Übung benötigen“, so Oldenburg.

Außerdem bietet die Allgemein bildende Digitale Landesschule Vertretungsunterricht für die Jahrgangsstufen 9 bis 12 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch sowie für die Fachgymnasien im Fach Mathematik an. In Kürze soll es das Angebot in den Fächern Deutsch und Englisch auch für Fachgymnasien geben. Die Unterrichtseinheiten, für die sich Schulen anmelden können, sind jeweils in fünf Blöcken und über einen Zeitraum von sechs Wochen konzipiert.

Der Vertretungsunterricht ist als Online-Unterricht via Videokonferenz (synchrones Angebot) und als jederzeit abrufbares inhaltliches Modul (asynchrones Angebot) angelegt. Er deckt die Vorgaben der Rahmenpläne in den jeweiligen Fächern ab. So steht im Fach Deutsch beispielsweise Bewerbungstraining auf dem Stundenplan. In Mathematik für die Jahrgangsstufe 11 und für das Fachgymnasium geht es u. a. um die Systeme linearer Gleichungen. Im Fach Englisch für die Jahrgangsstufe 11 spielt zum Beispiel das Thema „Individual and Society“ eine Rolle.

Insgesamt haben bereits acht Schulen den Vertretungsunterricht in Deutsch, Mathematik und Englisch wahrgenommen. Die Angebote, die bereits in zwei Blöcken gelaufen sind, wurden von insgesamt 249 Teilnehmerinnen und Teilnehmern genutzt. Das heißt, pro Block waren es knapp 125 Schülerinnen und Schüler. Für den dritten Block der Unterrichtsangebote liegen derzeit 213 Anmeldungen von fünf Schulen vor. „Somit zeigt sich, dass die Nachfrage konstant ist“, sagte Bildungsministerin Oldenburg. „Schritt für Schritt sammeln die Schulen Erfahrungen und schauen, wie sie die neuen digitalen Angebote in ihren Schulalltag integrieren können. In Fortbildungen wollen wir Lehrkräften einen Vor-Ort-Besuch in Rostock und einen Blick hinter die Kulissen der Digitalen Landesschule ermöglichen, damit noch mehr Schulen die digitalen Angebote nutzen.“

Weiterhin bietet die Digitale Landesschule per Live-Stream Deutsch als Zweitsprache (DaZ) von Klasse 1 bis 10 für geflüchtete Schülerinnen und Schüler und an beruflichen Schulen in Berufsvorbereitungsklassen für Ausländerinnen und Ausländer (BVJA) an. „Der Unterricht für die digitale Landesschule ist aufwendig zu produzieren. Hierfür haben wir bislang neun Lehrkräfte eingestellt“, erläuterte die Ministerin. Weitere Einstellungen seien geplant. Im Jahr 2028 soll nach derzeitiger Planung der Aufbau der Allgemein bildenden Digitalen Landesschule abgeschlossen sein. Ziel ist es, Unterricht für alle Fächer in allen Jahrgangsstufen in den Schularten Regionale Schule, Gymnasium und Fachgymnasium abzudecken. Damit gleicht die Allgemein bildende digitale Landesschule einer Kooperativen Gesamtschule.

Auch für berufliche Schulen befindet sich eine Digitale Landesschule im Aufbau. In der ersten Ausbaustufe wird eine Plattform zum Austausch und zur Entwicklung von Unterrichtsmaterialien und Unterrichtskonzepten zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus ermöglicht das Land den Schulen in Kürze den Zugang zu weiteren Lernhilfen. Dann stehen den Schülerinnen, Schüler bzw. Lehrkräfte folgende Angebote zur Verfügung:

  • Binogi: mehrsprachiges, digitales Lernportal für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10
  • Deutschfuchs: Blended-Learning-Plattform für Deutsch als Zweitsprache in den Jahrgangsstufen 1 bis 12, bei der Präsenz- und Online-Angebote miteinander verzahnt und zu einer Einheit zusammengeführt werden
  • dpa-Infografik: 16.000 Grafiken mit Erklärtexten auf zwei Niveaustufen für die Grundschule und Sekundarstufe für alle Fächer, wöchentlich 12 bis 15 Neuerscheinungen  
  • Schülerhilfe: Videos und Begleitmaterialien für die Grundschule und Sekundarstufe I in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Latein, Französisch und in den Naturwissenschaften  
  • Online-Vertretungsstunden: digitale Unterrichtsstunden in den Fächern Chemie und Physik des gleichnamigen und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Anbieters
  • AV1-Medienpaket: digitales Berufsschulangebot für die Ausbildung in sozialen Berufen

Zu Beginn dieser Woche hat das Land den neu gestalteten Bildungsserver MV gestartet. Das Bildungsportal für Mecklenburg-Vorpommern wurde vollständig überarbeitet. Es erscheint seit heute in neuer Optik und mit verbesserter Nutzerführung. Eltern, Schülerinnen, Schüler, pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte können sich über alle Themen in den Bereichen Kindertagesförderung, Schule und Erwachsenenbildung kurz und auch tiefgehend informieren. Der neue Bildungsserver MV ist vor allem für die Nutzung von mobilen Endgeräten konzipiert und hat das bisherige Portal aus dem Jahr 2013 abgelöst.

Drese zum Welt-HPV-Tag

Impfung senkt Krebsrisiko

Schwerin – Zum Welt-HPV-Tag am 4. März ruft Gesundheitsministerin Stefanie Drese alle Eltern und Jugendlichen dazu auf, sich über die Impfung gegen Humane Papillomviren zu informieren und gegebenenfalls eine Impfung nachzuholen. „Eine HPV-Impfung schützt nachweislich vor Krebs. Das ist derzeit einzigartig und wird deshalb von der Ständigen Impfkommission (STIKO) sowohl für Mädchen und Jungen empfohlen“, so Drese.

Humane Papillomviren gehören zu den Auslösern von Gebärmutterhalskrebs, einer der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Aber auch Männer profitieren von der Impfung, die unter anderem auch Peniskarzinome, Analkrebs sowie Krebs im Mundhöhlen- und Rachenbereich vorbeugen kann. „Zwei Impfdosen, idealerweise zwischen 9 und 14 Jahren und vor den ersten Sexualkontakten, kann Studien zufolge mit nahezu 100-prozentigher Sicherheit vor diesen Krebsarten schützen“, unterstrich Drese die hohe Bedeutung der Impfung. Wurde dieses Zeitfenster verpasst, können Impfungen in Absprache mit dem Hausarzt oder der Hausärztin ggf. noch nachgeholt werden.

„Wichtig ist, dass wir weiter aufklären, dass wir informieren und sensibilisieren. Denn gerade die betroffene Altersgruppe hat vergleichsweise wenig Arztkontakte, bei denen das Thema angesprochen werden kann“, erklärte die Ministerin.  Mecklenburg-Vorpommern habe deshalb bei der Impfaufklärung in den vergangenen Jahren einen Schwerpunkt auf das Thema HPV gelegt, unter anderem als Vorsitzland der 8. Nationalen Impfkonferenz in 2024. Begleitet wurde diese durch eine öffentliche Kampagne. Zudem erprobte auch das Landesamt für Soziales und Gesundheit (LAGuS) jüngst ein Pilotprojekt an Schulen.

Auch auf der landeseigenen Seite www.mv-impft.de finden Interessierte Aufklärungsmaterial, einen Impfkalender sowie Informationsflyer.

Drese: „Knapp 72 Prozent der 15-jährigen Mädchen sind nach Zahlen des RKI in MV geimpft, das sind 20 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Bei den Jungen verfügt fast die Hälfte über den Impfschutz. Das ist erfreulich, denn damit liegt MV deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Die Zahlen zeigen aber auch: Es ist noch Luft nach oben. Ich möchte deshalb heute noch einmal Eltern und Teenager ermutigen, in der eigenen Hausarztpraxis sich über dieses leider noch unterschätzte Thema beraten zu lassen,. Denn wer sich selbst nicht infiziert, kann die Infektion auch nicht weitergeben – und schützt sich selbst wie auch künftige Partnerinnen und Partner.“