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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Sechs Jahre Männerhilfetelefon: Täglich suchen elf Männer Hilfe

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt weist auf die Bedeutung des Angebots hin

Schwerin – „Seit mittlerweile sechs Jahren ist das Männerhilfetelefon geschaltet. Mecklenburg-Vorpommern ist seit über vier Jahren dabei, denn Gleichstellung bedeutet eben auch, Gewalt-Betroffenen aller Geschlechter Hilfe anzubieten. Über 4.050 Männer haben letztes Jahr das kostenlose telefonische Hilfsangebot in Anspruch genommen. Egal, ob Frau oder Mann, jedes Opfer ist eines zu viel. Daher müssen wir weiterhin alles unternehmen, dass wir die Zahl der Betroffenen von Gewalt verringern. Noch sind die Betroffenenzahlen weiter steigend. Ein Grund dafür ist auch, dass die Dunkelziffer mehr ins Licht geholt wird, da sich durch die Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit mehr Menschen trauen, Hilfe zu holen“, so die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt.

„Das Männerhilfetelefon ist eine Folge des In-Kraft-Tretens der Istanbul-Konvention am 1. Februar 2018. Deutschland hat sich seitdem zu umfassenden Maßnahmen zum Schutz vor häuslicher Gewalt verpflichtet. Die Istanbul-Konvention betrifft gemäß Artikel 2 Absatz 2, alle von häuslicher Gewalt betroffenen Personengruppen. Gemeinsam mit den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz unterstützt daher Mecklenburg-Vorpommern das Hilfetelefon ‚Gewalt an Männern‘ unter der Nummer 0800 123 99 00 und online auf www.maennerhilfetelefon.de. Ich rufe weitere Länder dazu auf mitzumachen. Denn je mehr unterstützende Länder es gibt, umso umfangreicher kann das Hilfetelefon auch geschaltet sein“, sagt Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt weiter.

Das Hilfe-Angebot für Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden, war am 22. April 2020 in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern ins Leben gerufen worden. Erweitert werden konnte das kostenlose und anonyme Beratungsangebot, nachdem sich weitere Bundesländer wie M-V angeschlossen hatten. Die Beratungszahlen stiegen kontinuierlich. Im Jahr 2024 zählte das Hilfetelefon 4.037 Kontakte, im Jahr 2025 waren es 4.051 Kontakte. Das waren ungefähr elf Anrufe pro Tag.

„Anrufe kommen auch aus Mecklenburg-Vorpommern. Denn auch hier stieg laut Polizeilicher Kriminalitätsstatistik die Zahl der von häuslicher Gewalt betroffenen Menschen. Bei 5.204 registrierten Fällen war in jedem vierten Fall das Opfer männlich. Das zeigt, dass das Thema Gewalt gegen Männer auch in M-V beachtet werden muss und die Unterstützung für das Hilfetelefon wichtig bleibt“, erklärt Ministerin Jacqueline Bernhardt zum sechsten Jahrestag des Männerhilfetelefons am 22. April 2026. Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Angebot mit 5.000 Euro jährlich.

Ehrenamt bewegt das Land

Startschuss für die Ehrenamtsmessen 2026 in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Vier Standorte, tausende Engagierte, ein Ziel: Menschen zusammenbringen. Die Ehrenamtsmessen 2026 zeigen die ganze Bandbreite freiwilligen Engagements im Land, öffnen Türen zum Mitmachen und gehen gezielt dorthin, wo viele Menschen zusammenkommen – mitten ins Leben.

Wenn Menschen zusammenstehen, entsteht etwas, das trägt: Vertrauen, Verlässlichkeit, Gemeinschaft. Gerade in Zeiten, in denen vieles ins Wanken gerät, wächst daraus Stabilität. Ehrenamt bringt Menschen zusammen – und macht aus Zusammenhalt konkrete Handlung.

Mit dem heutigen Startschuss laden das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern und der DRK-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern alle Interessierten dazu ein, sich einen Überblick über die vielfältigen Angebote von ehrenamtlichem Engagement in MV zu verschaffen und Kontakte zu knüpfen. 2026 öffnen die Ehrenamtsmessen an vier Standorten im Land ihre Türen.

Neu in diesem Jahr: Alle Ehrenamtsmessen gehen dorthin, wo Menschen zusammenkommen. Sie docken gezielt an große, publikumsstarke Veranstaltungen im Land an – und erreichen so neue Zielgruppen. Der Ansatz ist: Hürden abbauen, Begegnungen schaffen, Engagement sichtbar machen.

„Ohne Zweifel ist das Format zu einer echten Tradition im Land geworden. Denn das Ehrenamt lebt vom Zwischenmenschlichen und von Momenten in denen man feststellt: Da werde ich gebraucht und da kann ich meine Talente sinnvoll einbringen. Deswegen sind und bleiben die Messen aus meiner Sicht ein so wichtiges Angebot zur analogen Vernetzung“, erklärte Sozialministerin Stefanie Drese. Aber auch auf digitalem Wege soll das Kennenlernen von Vereinen und Initiativen vor Ort künftig leichter werden. „Mit der Engagementstrategie haben wir beschlossen, ein landesweites Portal einzuführen, um den Einstieg in das Ehrenamt so einfach wie möglich zu gestalten. Auch fernab der Messen wollen wir so Vereine und Interessierte dauerhaft besser zusammenbringen“, erklärte sie.

„Wir erleben gerade, wie schnell Gewissheiten bröckeln – international, aber auch im Alltag vieler Menschen. Umso entscheidender ist das, was vor Ort passiert: Menschen übernehmen Verantwortung, halten Strukturen am Laufen und geben Halt. Ehrenamt füllt keine Lücken, es hält unsere Gesellschaft handlungsfähig. Die Ehrenamtsmessen machen sichtbar, wer dieses Land im Alltag zusammenhält – und sie bringen Menschen zusammen, die genau dazu beitragen wollen“, sagt Werner Kuhn, Präsident DRK-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern.

Vier Standorte, vier Gelegenheiten, Engagement zu entdecken – und selbst aktiv zu werden:

Termine der Ehrenamtsmessen 2026

25.–26. April | Wismar – Hanseschau

Mai | Bad Doberan – Mollilauf

Mai | Anklam – Blaulichttag

September | Putbus – Erntefest

Ob Sport, Kultur, Kirche, Feuerwehr, Wohlfahrt oder Umwelt: Die Ehrenamtsmessen zeigen die Vielfalt des Engagements im Land und öffnen Türen für alle, die sich einbringen wollen.

Die Veranstaltungen sind Teil einer landesweiten Initiative, die Engagement stärkt und sichtbar macht. In gewohnter Weise rotieren auch 2026 die Messen jährlich durch verschiedene Regionen, damit Vereine, Verbände und Initiativen im ganzen Land regelmäßig präsent sind.

Drese: Pakt für Pflege in MV wirkt

Zwischenbericht im Landespflegeausschuss vorgestellt

Schwerin – Die Vorsitzende des Landespflegeausschusses (LPA), Sozialministerin Stefanie Drese und die Vorsitzende des Begleitausschusses Pakt für Pflege, Silvia Krüger von der AOK Nordost, haben heute über den Zwischenbericht des Pakts für Pflege Mecklenburg-Vorpommern informiert.

Der Pakt für Pflege wurde von den Mitgliedern des Landespflegeausschusses vor zwei Jahren auf Initiative von Ministerin Drese beschlossen. Ziel des Pakts ist es, in gemeinsamer Verantwortung die pflegerische Versorgung im Land nachhaltig zu sichern.

„Ausgangspunkt für den Pakt für Pflege sind die erheblichen Herausforderungen durch demografischen Wandel, steigenden Pflegebedarf, Fachkräftemangel sowie strukturelle und wirtschaftliche Belastungen im Pflegesystem“, sagte Drese. Es bestehe das gemeinsame Verständnis bei allen pflegerelevanten Akteuren im Land, dass Pflege eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die eine enge Zusammenarbeit erfordert.

„Vor diesem Hintergrund haben sich die Mitglieder des Landespflegeausschusses darauf verständigt, als Verantwortungsgemeinschaft gemeinsam in Arbeitsgruppen Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten und sich im Rahmen ihrer Ressourcen und Kompetenzen einzubringen. Dieses Vorgehen hat das gegenseitige Vertrauen gestärkt, das Verständnis für die unterschiedlichen Rollen gefördert und die Zusammenarbeit verbessert“, verdeutlichte Drese.

Zur Umsetzung des Pakts für Pflege wurden sieben Arbeitsgruppen gebildet, die Maßnahmen und Handlungsempfehlungen erarbeiten. Der Zwischenbericht aus den sieben Arbeitsgruppen wurde am vergangenen Freitag dem Landespflegeausschuss vorgestellt.

„Die bisher erzielten Ergebnisse, Konzepte und konkret erarbeiteten Maßnahmen bilden eine gute Grundlage für die weitere Arbeit und dienen als Richtschnur für die politische und fachliche Umsetzung“, würdigte Drese das engagierte und zielorientierte Arbeiten der Beteiligten. Im weiteren Prozess werde es darum gehen, die in den Arbeitsgruppen erarbeiteten Handlungsempfehlungen zu bewerten, weitere Empfehlungen zu erarbeiten und deren Umsetzung zu prüfen.

Silvia Krüger hob hervor: „Der Pakt für Pflege zeigt, dass Mecklenburg-Vorpommern die Herausforderungen in der Pflege gemeinsam und strukturiert angeht. In den Arbeitsgruppen werden bereits konkrete Themen wie Fachkräftesicherung, wirtschaftlich stabile Pflegeangebote, bessere Beratung, Demenz, regionale Pflegeplanung sowie Notfallvorsorge bearbeitet. Der Zwischenbericht macht deutlich, dass wichtige Grundlagen geschaffen und erste Ergebnisse erreicht wurden. Gleichzeitig geht die Arbeit jetzt in die nächste Phase: Die Arbeitsgruppen werden ihre Vorschläge weiter konkretisieren und schrittweise in praktische Verbesserungen für Pflegebedürftige, Angehörige und Einrichtungen überführen. Pflege braucht Zusammenarbeit, Verlässlichkeit und konsequentes Handeln.“

Der LPA hat sich darauf verständigt hat, einen Abschlussbericht des Pakts für Pflege im Sommer 2027 vorzulegen.

Schwesig: Menschen mit Krebs nicht allein lassen

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute auf dem Krebsinformationstag die Arbeit der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern in den letzten 35 Jahren gewürdigt. „Das diesjährige Motto „Gemeinsam für ein Ziel – 35 Jahre Krebsgesellschaft M-V“ bringt es wunderbar auf den Punkt. Es steht für das, was die Krebsgesellschaft seit 35 Jahren leistet: Menschen mit Krebs nicht allein zu lassen, Wissen zu vermitteln, Prävention zu stärken, Beratung zu ermöglichen und gemeinsam immer bessere Wege in der Krebsversorgung zu gehen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem besonderen Jubiläum“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Die Gesellschaft richte alljährlich den Krebsinformationstag aus. „Dieser Tag ist ein besonderer Termin im Jahr – für Betroffene, für Angehörige, für Fachleute und für alle, die mehr über Krebserkrankungen und den aktuellen Stand wissen möchten, Fragen haben oder Unterstützung suchen. Es ist ein Tag des Zuhörens, des Austauschs, der Information und vor allem der Zuversicht“, sagte Schwesig weiter.

Außerdem sei die vom Verein getragene Mobile Ambulante Krebsberatung. Nach fünf Jahren gebe es drei Standorte in Rostock, Greifswald und Parchim und acht mobile Beratungsstellen. „Im letzten Jahr gab es über 5.000 qualifizierte Beratungen – und jede einzelne war wichtig. Denn wer hier Rat sucht, findet Fachkompetenz, aber auch Herz“, sagte die Ministerpräsidentin. Das Land unterstütze das Projekt mit rund 210.000 Euro.

Ziel der Landesregierung sei es, der Krebsversorgung weiter zu verbessern. „Unsere fünf onkologischen Zentren – in Greifswald, Neubrandenburg, Schwerin und zweimal in Rostock – bilden das Rückgrat der Behandlung. Dazu kommen zertifizierte Organkrebszentren, die höchste Qualität sichern.“ Die Möglichkeiten der Telemedizin würden genutzt, zum Beispiel in Form von Tumorkonferenzen. „Und das gemeinsame Comprehensive Cancer Center der Unikliniken in Rostock und Greifswald fördern wir mit jährlich 2 Millionen Euro – damit neueste Forschung schnell bei den Menschen ankommt.“

15 Jahre Hilfe und Unterstützung rund um die Pflege:

Drese gratuliert Pflegestützpunkt Pasewalk zum Jubiläum

Pasewalk – Fünfzehn Jahre ist es her, dass in Pasewalk der erste Pflegestützpunkt des Landes seine Arbeit aufgenommen hat. Unzählige Pflegebedürftige, Angehörige und Interessierte haben hier seitdem eine kostenfreie, trägerübergreifende und neutrale Beratung erhalten.

„Mittlerweile sind es knapp 3.000 Beratungskontakte, die jährlich allein in Pasewalk zusammenkommen. Eine Zahl die zeigt: Aus dem ursprünglichen Pionierprojekt ist ein etablierter Dreh- und Angelpunkt für alle Ratsuchenden rund um das Thema Pflege geworden“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese heute anlässlich des Jubiläums.

Trete in der Familie ein Pflegefall ein, dann geschehe das häufig plötzlich und ohne Vorwarnung. „Das ist eine äußerst belastende Situation, die schnell überfordern kann. Wo bekomme ich Hilfe? Welche Pflegeform passt zu uns? Wie funktioniert die Pflege zu Hause und welche Anträge muss ich stellen? Genau für diese Navigation durch den bürokratischen Pflege-Dschungel stehen die qualifizierten Mitarbeitenden der Pflegestützpunkte bereit und informieren kostenfrei, individuell und trägerunabhängig“, erklärte Drese.

Seit Pasewalk vor anderthalb Jahrzehnten mit diesem Angebot als Vorreiter den Anfang machte, ist die Pflege- Beratungslandschaft in MV stetig gewachsen. „Wir können wirklich stolz darauf sein, dass wir heute auf insgesamt 19 Standorte blicken, die über das gesamte Land verteilt den Betroffenen als verlässliche Anlaufstelle zur Verfügung stehen. Eine Erfolgsgeschichte die zeigt, wie eine wohnortnahe und niedrigschwellige Pflegeberatung aussehen kann“, so die Ministerin weiter.

„Mein besonderer Dank gilt heute den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die diese Stützpunkte mit aufgebaut haben und Betroffenen seither mit viel Empathie und Fachwissen zur Seite stehen. Sie sind oft der erste Lichtblick für Familien in einer überaus schwierigen Lebensphase“, lobte Drese das Engagement des Teams vor Ort.

Pasewalk nehme aber auch hier eine Sonderstellung ein. „Es ist der einzige Pflegestützpunkt im Land, der gemeinschaftlich von einem Vater-Tochter-Duo bestehend aus Herrn Zander als Pflegeberater und Frau Zander als Sozialberaterin geführt wird“, merkte Drese an.

Ihren Dank sprach Drese aber auch dem Landkreis Vorpommern-Greifswald und den Landesverbänden der Pflegekassen für Ihre Beteiligung aus. „Gemeinsam ist es uns gelungen, vorbildliche Strukturen aufzubauen, mit dem wir Betroffene auffangen, unterstützen und bei Bedarf auch an weitere regionale Angebote wie Selbsthilfegruppen vermitteln.“

Start für die Umsetzung der Gleichstellungsmaßnahmen

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt danken für die Mitarbeit am „GRP“.

Schwerin – Das „GRP“, das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm, wird nun umgesetzt. Zur Auftaktveranstaltung im Goldenen Saal sprachen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und auch die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt ihren Dank für die Mitarbeit bei der Erarbeitung des Programms aus.

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt: „Gleichstellung darf nicht vom Engagement Einzelner abhängen. Sie braucht Struktur. Sie braucht Verbindlichkeit und einen klaren politischen und auch gesellschaftlichen Willen. Heute geht der Dank erneut und ausdrücklich an alle Akteurinnen und Akteure, die seit der ersten Stunde dieses Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm miterarbeitet haben.

Das sind der Landesfrauenrat Mecklenburg-Vorpommern, der DGB Nord und seine Mitgliedsgewerkschaften, der Städte- und Gemeindetag, die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, der Landessportbund, die Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern, die Industrie- und Handelskammern, der Landesseniorenbeirat, der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, die LIGA, das THW und viele weitere. Dieses Programm lebt von Beteiligung. Darum ist der Tag heute auch der Auftakt eines wichtigen Prozesses“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt zur Auftaktveranstaltung für die Umsetzung des Programms.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: „Mit dem Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm schlagen wir für Mecklenburg‑Vorpommern ein neues Kapitel auf – verbindlich und mit einem klaren Kompass für die nächsten Jahre. Es geht um Schutz vor häuslicher und sexualisierter Gewalt, um faire Chancen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Ehrenamt und um Städte und Dörfer, in denen niemand Angst haben muss, nach Hause zu gehen.

Genau da setzt dieses Programm an – mit vielen praktischen Maßnahmen, von der Stadtplanung über Arbeitswelt und Bildung bis hin zu Gesundheit und Mobilität.“ Gleichstellung sei kein Extra für gute Zeiten, sondern Voraussetzung dafür, dass das Land zusammenhalte und stark bleibe, so Ministerpräsidentin Schwesig in einem Videogrußwort.

„Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist ein Programm mit 15 Kapiteln, orientiert am Lebensverlauf von der Kindheit und der Jugend über die Ausbildung, das Studium und die Arbeitswelt bis ins Alter. Ergänzt wird das Programm um lebensphasenübergreifende Themen wie Gewaltschutz, Gesundheit, geschlechtergerechte Stadt- und Raumplanung und Gleichstellung im freiwilligen Engagement. Dieses Programm ist vor allem eine ehrliche Bestandsaufnahme, wie es sie noch nie gab. Es benennt, wo wir stehen und wo wir hinter unseren Ansprüchen zurückbleiben. Es zeigt aber auch, dass wir nicht bei null anfangen“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

Die Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung Monique Tannhäuser: „Mit dem Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm schaffen wir die Voraussetzung für eine erfolgreiche Gleichstellungspolitik im Land. Die 131 festgeschriebenen Maßnahmen sind so aufgebaut, dass sie stetig weiterentwickelt und den Bedarfen angepasst werden können. Ein Begleitgremium wird transparent prüfen, was umgesetzt wurde und welche Stellschrauben noch zu drehen sein werden.

Das Gremium wird sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft sowie der Landesregierung zusammensetzen und mindestens einmal jährlich beraten. Geplant ist eine Zwischenüberprüfung nach zweieinhalb Jahren sowie eine umfassende Überprüfung und Fortschreibung fünf Jahre nach Veröffentlichung. Mit dem Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm M-V wird gleichstellungsorientiertes Denken und Handeln in den Strukturen und täglichen Arbeitsabläufen aller Ministerien verankert. Das ist Zeichen von aktiver und gemeinsam getragener Gleichstellungspolitik.“

M-V bekommt neuen Geriatrieplan

Gesundheitskommission beschließt Strategie für eine gute Versorgung von älteren Menschen

Schwerin – Die Expertenkommission zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung des Landes Mecklenburg-Vorpommern (kurz: Gesundheitskommission MV) hat am Donnerstag nach umfangreichen Beratungen den neuen Geriatrieplan des Landes beschlossen. Der Geriatrieplan wurde vollständig überarbeitet und erweitert sowie an die aktuelle Versorgungssituation angepasst.

Neben konkreten Handlungsempfehlungen für die Akteure im Bereich der spezialisierten Medizin für ältere Menschen umfasst der neu aufgelegte Plan auch übergeordnete strategische Ziele für die geriatrische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern bis in das Jahr 2040, teilten die Vorsitzenden der Gesundheitskommission, Professor Dr. Steffen Fleßa und Gesundheitsministerin Stefanie Drese, nach der Sitzung des Expertengremiums mit.

„Durch den medizinischen Fortschritt und einem steigenden Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise werden die Menschen immer älter“, hob Fleßa hervor. Während die Zahl älterer Einwohnender stetig zunehme, gehe sowohl der Anteil junger Menschen als auch jener im erwerbsfähigen Alter zurück.

 „Der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in MV hat sich zwischen den Jahren 2000 und 2024 nahezu verdoppelt und liegt inzwischen bei 28 Prozent“, verdeutlichte Fleßa. Gleichzeitig habe sich der Anteil der unter 20-Jährigen um vier Prozentpunkte auf 17 Prozent und bei den 20- bis 64-Jährigen von 63 auf 55 Prozent verringert, so der Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer für Gesundheitsökonomie. Dieser Trend setze sich in den nächsten Jahrzehnten fort.

„Mit zunehmendem Alter steigt jedoch auch die Wahrscheinlichkeit für chronische Erkrankungen, Multimorbidität und Fragilität“, ergänzte Drese. „Deshalb nimmt die Geriatrie als spezialisierte Altersmedizin eine Schlüsselrolle ein, da sie die besonderen medizinischen, psychologischen und sozialen Bedürfnisse älterer Menschen in einem ganzheitlichen, interdisziplinären Ansatz berücksichtigt“, so die Ministerin.

Nach Aussage von Drese umfasst der neue Geriatrieplan sowohl die Darstellung der aktuellen Versorgungssituation in Mecklenburg-Vorpommern als auch konkrete Handlungsempfehlungen. „Wir wollen damit die Grundlage für eine flächendeckende, bedarfsorientierte, qualitativ gesicherte, vernetzte und wirtschaftlich tragfähige Versorgung geriatrischer Patientinnen und Patienten in unserem Land schaffen“, so Drese. Die Maßnahmen des Plans sollen in bestehende Strukturen eingebunden und bei Bedarf angepasst werden. Mit dem Beschluss des Geriatrieplans wird zudem eine der Forderungen des Altenparlaments 2024 erfüllt.

Einen Schwerpunkt des neuen Plans bildet die bessere Verzahnung von Prävention, Akutmedizin, Rehabilitation und palliativen Angeboten. „Geriatrie ist keine isolierte Disziplin, sondern betrifft viele medizinische und pflegerische Bereiche gleichermaßen. Dem tragen wir mit dem neuen Konzept Rechnung und stärken die geriatrische Kompetenz in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung“, sagte Drese.

Ein eigenes Kapitel widmet der Geriatrieplan zudem erstmals auch telemedizinischen Angeboten, von denen insbesondere mobilitätsbeeinträchtige oder besonders ländlich lebende Personen profitieren können. „Durch die Telemedizin können bestehende Versorgungsstrukturen sinnvoll ergänzt und neue Zugänge geschaffen werden“, so Fleßa. Das werde derzeit bereits in der tele-neurologischen Versorgung oder zur Unterstützung von Menschen mit Demenz erprobt, erklärte der Co-Vorsitzende.

Drese und Fleßa bedankten sich heute bei allen Beteiligten für die engagierte Arbeit und eingebrachte Expertise zur Erarbeitung des neuen Geriatrieplans MV. „So stellen wir sicher, dass der Geriatrieplan die tatsächlichen Bedarfe vor Ort widerspiegelt und praktikable Lösungen aufzeigt, die wir gemeinsam umsetzen wollen“, so die Kommissionsvorsitzenden.

Der Geriatrieplan ist auf der Website des Sozialministeriums sozial-mv.de abrufbar und dieser Pressemitteilung angehängt.

Mit der Einrichtung der Gesundheitskommission MV setzt das Gesundheitsministerium eine der Empfehlungen der Enquete-Kommission „Zukunft der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern“ um. Die Überarbeitung des Geriatrieplans ist dabei der Arbeitsauftrag Nr. 4.

Die Gesundheitskommission setzt sich aus Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Bereiche des Gesundheitswesens, wie der Kassenärztlichen Vereinigung, der Landeskrankenhausgesellschaft, Kommunen, der Wissenschaft und Praxis, Patientenvertretungen, sowie des Gesundheitsministeriums zusammen.

Finanzierung von Krankenfahrten

Drese ruft Krankenkassen und Taxi-Verband zu weiteren Verhandlungen auf

Schwerin – Gesundheitsministerin Stefanie Drese ruft die Landesverbände der Kranken- und Ersatzkassen und den Landesverband für das Taxi- und Mietwagengewerbe dazu auf, die Vergütungsverhandlungen zur Finanzierung von Krankenfahrten wieder aufzunehmen.

„Viele Menschen bei uns im Land, darunter chronisch Kranke und stark Bewegungseingeschränkte, sind auf verlässliche Krankentransporte zur Arztpraxis oder das Krankenhaus angewiesen. Sie dürfen nicht die Leidtragenden des sich nunmehr über mehrere Monate hinziehenden Streits sein“, sagte Drese am Mittwoch.

„Ich appelliere deshalb an die Kompromissbereitschaft und das Verantwortungsbewusstsein beider Seiten“, so Drese.

Der Taxi- und Mietwagenverband hat nach Ansicht von Drese heute in Schwerin eindrucksvoll bewiesen, wie wichtig ihnen eine faire und angepasste Vergütung ist. Gleichzeitig vernehme ich von den Krankenkassen in unserem Land die Bereitschaft, trotz ihrer schwierigen finanziellen Situation, das bisherige Angebot nachzubessern.

„Ich glaube, wenn das Verständnis für die jeweils andere Position da ist, ergibt sich eine gute Ausgangsposition, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren und doch noch zu einer Lösung im Konflikt zu kommen. Was in Brandenburg gelungen ist, sollte doch auch in MV zu schaffen sein“, betonte Drese.

Die Ministerin verdeutlichte, dass die Politik bei den konkreten Vergütungsverhandlungen zwischen Kassen und Taxi-Verband wenig Einflussmöglichkeiten hat. „Ich sage aber gleichzeitig ganz deutlich, die Politik ist jetzt gefordert, so schnell wie möglich die Ausgabendynamik in der Gesetzlichen Krankenversicherung zu stoppen und Maßnahmen zur Stabilisierung der Beiträge und Sicherung des hohen Qualitäts- und Leistungsniveaus zu treffen. Mit den am Montag vorgestellten Maßnahmenvorschlägen der Finanzkommission Gesundheit ist hierfür ein erster wichtiger Schritt gemacht.“