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Kategorie: Allgemein

Weihnachtsansprache

Schwesig: Wenn wir die Segel richtig setzen, bringen wir unser Land voran

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat in ihrer diesjährigen Weihnachtsansprache ermuntert, die Feiertage als Gelegenheit zu nutzen, „uns darauf zu besinnen, was uns stark macht. Ruhe zu finden und Kraft zu schöpfen. Gemeinschaft. Zusammenhalt. Frieden. Wir können glücklich und dankbar sein, dass wir in Frieden leben.“

Die meisten würden Weihnachten mit der Familie feiern. „Ich jedenfalls freue mich schon sehr darauf. Wir machen es uns gemütlich, wir zünden Kerzen an“, so Schwesig.

„Viel wichtiger als Essen und Geschenke ist, dass wir uns sehen und Zeit miteinander verbringen. Das alles ist nur möglich, weil Menschen in den Krankenhäusern und Pflegeheimen, bei der Polizei, bei der Feuerwehr oder im öffentlichen Nahverkehr auch an den Feiertagen für uns da sind. Ich bin dafür ebenso dankbar wie für den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen, die sich in dieser Zeit um andere kümmern.“

Mecklenburg-Vorpommern habe in diesem Jahr die Präsidentschaft des Bundesrats übernommen. „Das ist eine große Ehre und Chance für unser Land. Auch uns geht es um Gemeinsamkeit. Wir haben das Motto „Vereint Segel setzen“ gewählt.

Wir leben heute ganz selbstverständlich in einem vereinten Deutschland. Das ist auch nach 33 Jahren ein Grund zur Freude. Wir haben in diesen Jahren gemeinsam viel erreicht“, sagte die Regierungschefin.

Auch in diesem Jahr seien wichtige Entscheidungen getroffen worden, die Mecklenburg-Vorpommern weiter voranbringen.

Schwesig: „Wir haben hier im Land einen soliden Haushalt beschlossen mit Investitionen in die Wirtschaft, in den Schulbau, für die Feuerwehren. Wir haben ein Tariftreuegesetz für gute Löhne verabschiedet und das Seniorenticket eingeführt, mit dem ältere Menschen für 29 Euro in ganz Deutschland unterwegs sein können.“

Die Ministerpräsidentin erinnerte auch an Krieg und Gewalt auf der Welt und an die Herausforderungen, die in Deutschland vor uns liegen.

„Wir leben in schwierigen Zeiten. Der Terrorangriff auf Israel, die Kämpfe im Gaza-Streifen, der russische Angriffskrieg in der Ukraine – viele Menschen auf der Welt erleben Weihnachten in Angst oder auf der Flucht. In Deutschland machen sich die Menschen Sorgen über hohe Energiepreise, den Klimawandel oder die Zuwanderung.

Ich kann diese Sorgen gut verstehen. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, dass wir zusammenstehen und Zuversicht bewahren. Bei uns im Norden sagt man: Egal, wie der Wind weht, wir müssen die Segel richtig setzen. Genau darum geht es.

Wenn wir die Segel richtig setzen, bringen wir unser Land gemeinsam voran. Das ist unser Ziel für 2024: Vereint Segel setzen. Ich wünsche frohe und friedliche Weihnachten.“

Till Backhaus 25 Jahre im Ministeramt

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz , Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, ist morgen 25 Jahre im Ministeramt und damit der dienstälteste Minister Deutschlands. Dies nimmt er zum Anlass, um auf 25 Jahre Arbeit als Minister und seine politischen Schwerpunkte zu reflektieren.

„Zunächst einmal möchte ich mich bei den Bürgerinnen und Bürger im Land bedanken, dass sie mir seit so vielen Jahren den Rückhalt und das Vertrauen schenken, gute Politik für unser Land zu machen. Mein Ansatz war es von Anfang an, sich um die Probleme der Menschen zu kümmern. Man muss am Volk sein und Initiativen starten. Ich habe das immer gemacht, bis heute. Das beginnt bei der Dorferneuerung, dem Bau von Gemeinschaftshäuserm, dem Wegebau und der Infrastruktur im ländlichen Raum, über die Sorgen der Landwirte und die Belange der vor- und nachgelagerten Bereiche der Ernährungswirtschaft, bis zur Flurneuordnung.

Auch wenn Kritiker mir hin und wieder eine gewisse Sprunghaftigkeit vorwerfen, die Entwicklung der ländlichen Räume stand für mich immer im Fokus. Wir haben hier seit 1991 25 Miliarden Euro in investiert und die Dörfer in weiten Teilen des Landes auf Vordermann mit Kindergärten, Schulen, Gemeinschaftseinrichtungen und Feuerwehren auf Vordermann gebracht. Das alles sind Beiträge zu gleichwertigen Lebensverhältnissen. Nicht umsonst haben wir heute vielerorts einen Run auf die ländlichen Räume, vor allem von jungen Familien. Das ist auch in den Speckgürtelregionen und größeren Gemeinden und Städten wirklich gut gelungen.

Ein roter Faden meiner Politik ist auch, dass wir mit stetigen Vergrößerung meines Ministeriums immer neue Erkenntnisse gewonnen haben. Da mag der Eindruck der Sprunghaftigkeit herkommen. Denken wir nur an die Probleme im Grundwasserbereich, die eine strenge Düngeregelung erforderten, den Erhalt der Biodiversität oder den Klimschutz.

Ich habe mich darauf konzentriert, konzeptionell und wissensbasiert zu arbeiten. 1998 habe ich die Leitung des Ressorts übernommen, 2000 haben wir unser Agrarkonzept vorgelegt, in dem wir die Leitlinien unserer Agrar- und ländlichen Entwicklungspolitik niedergeschrieben haben.

Das für mich größte Trauerspiel in diesem Zusammenhang ist die Privatisierung der ehemals volkseigenen Flächen. Das lief anders, als ich es wollte. Hätte man den Ländern die Flächen übertragen, hätten wir Einfluss auf die Strukturen in der Landwirtschaft nehmen können. Wir hätten heute enormen Gestaltungsspielraum, von der Landwirtschaft, über die Energiewende bis hin zu Moor- und Klimaschutz.

Neben der Entwicklung der ländlichen Räume sehe ich auch die Entwicklung unserer Wälder – angefangen von konzeptionellen Arbeiten, wie dem Landeswaldprogramm, über die bundesweit größte Aufforstungsinitiative bis hin zum Aufbau eines Fachzentrums für Waldbrandschutz – als einen großen politischen Erfolg an. Darüber hinaus habe ich immer dafür gesorgt, dass unsere einmaligen Naturlandschaften in weiten Teilen erlebbar bleiben, denn ich bin davon überzeugt: nur was wir kennen und schätzen, schützen wir.

Landschaft und Natur locken Touristen nach M-V, die wiederum für Arbeit und Beschäftigung sorgen. Also müssen die Interessen von Tourismus und Naturschutz miteinander harmonisiert werden. Im Frühjahr 2013 wurde unter Teilnahme von Bundeskanzlerin Merkel das Naturerbe-Zentrum der DBU auf Rügen mit dem Baumwipfelpfad eröffnet. Mit dem Skywalk im Nationalpark Jasmund und dem ersten Nationalen Naturmonument der Bundesrepublik, den Ivenacker Eichen, haben wir weitere touristische Highlights geschaffen.

Selbstverständlich hatten wir auch allerhand Krisen zu meistern: Sturmfluten, Waldbrände, Tierseuchen sind nur einige Bespiele. Ohne meine hochengagierten und hervorragend ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wäre das so nicht möglich gewesen.

Kritisch war insbesondere die Vogelgrippe, die 2006 auf Rügen gewütet hat. Mein Ziel war es, ein Überspringen der Seuche auf Nutztierbestände zu verhindern. Das haben wir erreicht. Im Ergebnis haben wir unsere Strukturen in der Tierseuchenbekämpfung gestrafft und effizienter gestaltet. Das hat sich jüngst auch bei der Afrikanischen Schweinepest bewährt. Dieses Problem haben wir innerhalb von anderthalb Jahren gelöst.

Das ist neben M-V bisher nur 2 Staaten in Europa gelungen. Seitdem ist Mecklenburg-Vorpommern ASP-frei. Einer meiner größten Erfolge in diesem Bereich ist, dass wir das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems ansiedeln konnten. Dort wird Forschung zu Tierseuchen auf Spitzenniveau betrieben.

Für den Schutz der Außen-, Bodden- und Haffküsten wendete Mecklenburg-Vorpommern seit 1991 rund 500 Millionen Euro auf. Damit konnten wir den Schutz der Menschen, Ortschaften und Güter in hochwassergefährdeten Gebieten erheblich verbessern. Die Schutzanlagen sichern heute Gebiete mit insgesamt rund 200.000 Einwohnern und Vermögenswerte von mehr als 1,2 Milliarden Euro.

Ein Beispiel: das Sperrwerk in Greifwald, einem der umfangreichsten und technisch anspruchsvollsten Küstenschutzvorhaben Mecklenburg-Vorpommerns. Zurzeit stellt das Land jährlich knapp 20 Millionen Euro für den Küstenschutz bereit. Seit 1991 wurden außerdem rund 100 Millionen Euro in die Sanierung und den Ausbau des Hochwasserschutzsystems an der Elbe investiert. Damit wurden 110 Kilometer Deiche und zugehörige Anlagen saniert.

Ein anderer wichtiger Meilenstein ist für mich der Bau des Inselhafens Prerow und die damit einhergehende Renaturierung des Nothafens Darßer Ort. Damit wird ein Teil des Nationalparkplans Realität. Zum Ende der Wassersportsaison – konkret zum 15. Oktober 2023 – wurde der Nothafen in der Kernzone des Nationalparks geschlossen.

Als Ersatz für den Nothafen wird in der nächsten Saison der neue Inselhafen verfügbar sein, der auch als kleiner Etappenhafen nutzbar ist und über entsprechende (touristische) Infrastruktur verfügen wird. Mit der Errichtung der neuen, 720 m langen Seebrücke, die den Inselhafen mit dem Festland verbindet, entsteht die längste Seebrücke im Ostseeraum.

Die kommenden Monate werden maßgeblich durch verschiedene Gesetzesinitiativen bestimmt: Wir werden ein Klimaschutzgesetz mit ganz klaren Sektorenzielen beschließen. Wir werden ein Landeswasser- und Küstenschutzgesetz vorlegen. Und schließlich arbeiten wir an einer Zukunftsstrategie für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume.

Für mich ist klar, dass wir uns bei der nächsten GAP-Reform noch mehr auf die vier komplexen Themen Klimaschutz, Artenschutz, sauberes Wasser und Ernährungssicherung konzentrieren müssen. „Öffentliches Geld für öffentliche Leistung“ muss der Grundsatz für die Zukunft lauten. Den Begriff habe ich einmal geprägt und ich hoffe, er wird umgesetzt.

Aktuell sieht es so aus, dass die Ökoregelungen, so wie sie vom Bund ausgestaltet wurden nur eine geringe Akzeptanz erfahren haben. Hauptursache dafür ist auch Sicht von M-V die fehlende Anreizkomponente für die Landwirte. Wir haben immer betont, dass die Landwirte mit den zusätzlichen Leistungen für den Klimaschutz, sauberes Wasser und Biodiversität Einkommen erzielen müssen.

Das ist aber mit den berechneten Prämiensätzen nicht möglich. Und da reicht es nicht an kleinen Stellschrauben zu drehen. Der Bund müsste mit der KOM in Verhandlung treten um Grundlegendes an der grünen Architektur zu ändern. Wir sind auf jeden Fall dagegen weitere ÖR einzuführen, die sich dann auch noch mit den Leistungen in der 2. Säule überlagern. Eine Kürzung der Einkommensgrundstützung zu Gunsten einer Erfüllung der Auflagen bei den ÖR wird M-V nicht unterstützen.

Wir dürfen nicht vergessen, die GAP wurde zu Friedenszeiten verhandelt. Die globalen Bedingungen haben sich geändert. Das Thema Ernährungssicherung in Europa hat einen ganz anderen Stellenwert bekommen.“

Vorsicht beim Drachensteigen

WEMAG Netz GmbH erinnert an lebenswichtige Grundregeln

Schwerin – Für Familien bieten die Herbstferien und windige Herbstwochenenden ideale Voraussetzungen, einen bunten Drachen steigen zu lassen. Während sich die Augen auf den Drachen konzentrieren, kann schnell einmal vergessen werden, dass sich in der Nähe Freileitungen und Strommaste befinden.

Damit das Drachensteigen ein herbstliches Vergnügen bleibt und die Drachenlenker nicht in Gefahr geraten, empfiehlt die WEMAG Netz GmbH das Einhalten einiger lebenswichtiger Regeln:

  1. Ein Mindestabstand von 600 Metern zu Strommasten und Freileitungen muss unbedingt eingehalten werden, da die elektrische Spannung von Freileitungen auf die Drachenschnur überspringen kann – mit möglicherweise tödlichen Folgen.
  2. Sollte sich ein Drachen dennoch in einer Freileitung verfangen, ist die Schnur sofort loszulassen. Es dürfen auf keinen Fall selbst Versuche unternommen werden, den Drachen zu befreien. Dabei besteht Lebensgefahr! Stattdessen ist umgehend die WEMAG-Störungsnummer 0385 755 111 anzurufen.
  3. Abgerissenen oder tiefhängenden Freileitungen darf sich nicht genähert werden. Sie dürfen auf keinen Fall berührt werden. Auch hier ist umgehend die WEMAG-Störungsnummer anzurufen beziehungsweise die Polizei oder Feuerwehr zu verständigen.

Drachen dürfen maximal 100 Meter hochsteigen. Außerdem ist bei nahendem Gewitter der Drachen sofort einzuholen, da feuchte und nasse Kunststoffschnüre den Blitz zu den Haltegriffen leiten.

Tag des Flüchtlings

Landesintegrationsbeauftragte warnt vor zunehmender Polemisierung

Schwerin – Die Landesintegrationsbeauftragte, Jana Michael, warnt anlässlich des heutigen Tags des Flüchtlings vor einer zunehmenden Polemisierung der Migrationsdebatte. „Mit großer Sorge nehme ich wahr, wie Geflüchtete zunehmend an den Pranger gestellt und Neiddebatten geführt werden“, erklärte die Integrationsbeauftragte.

„Geflüchteten zum Beispiel zu unterstellen, in unserem Gesundheitssystem bessergestellt als Einheimische zu sein, obwohl ihnen als Asylbewerber lediglich eine Akut- und Notfallversorgung zusteht, ist nicht nur fachlich inkorrekt, sondern auch moralisch höchst verwerflich. Ganz bewusst wird damit Angst geschürt und es erfolgt eine Entsolidarisierung.“

Das Motto des heutigen Aktionstages, „Gleiche Menschen, gleiche Rechte“ sei deshalb äußerst passend gewählt, so Michael. „Wir täten gut daran, uns wieder mehr darauf zu besinnen, statt Stimmung gegen Schutzsuchende zu machen und unsere Gesellschaft zu spalten“, hob sie hervor.

Entscheidend, um dieser Polemik zu begegnen, sei aber Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen und die Integration der zu uns Geflüchteten zu verbessern. „Vor diesem Hintergrund sind die vom Bund geplanten Kürzungen bei der Migrations- und Asylverfahrensberatung absolut nicht nachvollziehbar“, so Michael. Gemeinsam mit den anderen Integrationsbeauftragten der Ostländer habe sie sich diesbezüglich bereits mit einem Schreiben an Innenministerin Faeser und Familienministerin Paus gewandt.

Michael: „Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe. Sie fordert Kraft, Einsatz und Solidarität. Gleichzeitig aber brauchen wir Zuwanderung, um den Arbeitskräftebedarf in unserer vom demografischen Wandel besonders betroffenen Region decken zu können. “

Menschenverachtendes Handeln

Innenminister Christian Pegel: „Hissen der Hakenkreuzfahne ist menschenverachtend“

Neubrandenburg – Innenminister Christian Pegel hat das Hissen einer Hakenkreuzfahne durch bislang Unbekannte auf dem Neubrandenburger Bahnhofsvorplatz scharf verurteilt.

„Das Hakenkreuz steht für die schlimmsten Verbrechen an der Menschlichkeit, die je von deutschem Boden ausgegangen sind – sie zu hissen ist nicht nur eine Straftat, sondern menschenverachtend und klar verfassungsfeindlich“, so der Minister.

„Wer sie hisst, stellt sich außerhalb unserer Gesellschaft, will die freiheitlich-demokratische Grundordnung bekämpfen und verhöhnt in unerträglicher Weise die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“

Die Polizei werde alles daransetzen, die Straftäter zu ermitteln.

Fischerteppiche in Kulturerbeliste

Freest – Die Kultusministerkonferenz der Länder hat die in Vorpommern beheimatete Tradition des Knüpfens von Fischerteppichen auf Empfehlung der Deutschen UNESCO-Kommission in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Aus diesem Anlass hat der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg Heiko Miraß gemeinsam mit dem Landrat des Landkreises Vorpommern-Greifswald Michael Sack und dem Bürgermeister der Gemeinde Kröslin Holger Dinse am Sonnabend zu einem Festempfang nach Freest eingeladen.

„Ich freue mich sehr, dass den Vorpommerschen Fischerteppichen diese Ehre zuteil geworden ist. Glückwunsch und einen herzlichen Dank all denen, die sich um die Pflege der Tradition des Knüpfens dieser wundervollen Kunstwerke verdient gemacht haben“, so der Staatssekretär.

Vorpommersche Fischerteppiche sind handgeknüpfte, schafwollene Teppiche mit maritimen Motiven aus der Region. Als Nebenerwerbsmöglichkeit für notleidende Fischer entstand diese Tradition vor fast 100 Jahren. Unter Anleitung und Federführung des österreichischen Textilgestalters Rudolf Stundl widmeten sich zwischenzeitlich über 50 Knüpferinnen und Knüpfer diesem Kunsthandwerk.

Aufgrund ihres ursprünglichen Entstehungsortes, des Fischerdorfs Freest am Peenestrom, wurden sie zu DDR-Zeiten als Freester Fischerteppiche vermarktet, obwohl sie sowohl in den umliegenden Dörfern Lubmin, Spandowerhagen, Kröslin als auch in den Städten Greifswald, Wolgast, Lassan und Usedom geknüpft wurden und teilweise noch heute werden.

Zukunftskonferenz der maritimen Wirtschaft M-V

Meyer: Die maritime Wirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in MV und von herausgehobener und beschäftigungspolitischer Bedeutung

Rostock – Wirtschaftsminister Reinhard Meyer erklärte bei der Begrüßung der Konferenz: „Die mittlerweile 10. Zukunftskonferenz der maritimen Wirtschaft ist nach wie vor die einzige Konferenz, die regelmäßig Akteure der verschiedenen Bereiche der maritimen Wirtschaft unseres Landes zusammenbringt. Die maritime Wirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Mecklenburg-Vorpommern und von herausgehobener wirtschafts- und beschäftigungspolitischer Bedeutung. Trotz der diversen Strukturveränderungen in einzelnen Teilbranchen in den vergangenen Jahren zeigt sich die maritime Wirtschaft robust und vor allem offen für neue Wege der wirtschaftlichen Wertschöpfung.“

„Wachstum und Wohlstand hängen in hohem Maße von der maritimen Wirtschaft ab. Die Konferenz zeigt eindrucksvoll, dass Mecklenburg-Vorpommern aufgrund der großen Innovationskraft der maritimen Branche deutschlandweit und global eine Vorreiterrolle einnehmen kann und gut für die Zukunft aufgestellt ist“, betonte Klaus-Jürgen Strupp, Präsident der geschäftsführenden IHK zu Rostock und der IHKs in MV.

Nach einer Fachveranstaltung zum Thema „Neue Materialien für maritime Anwendungen“ und einem abendlichen Festempfang am Mittwoch, den 05. Juli, gaben auf der Konferenz am 06. Juli renommierte Referenten in vier Themenblöcken einen Überblick über die maritime Energie- und Klimawende, den maritimen Forschungsstandort Norddeutschland, Meerestechnik als innovativen Wachstumsmarkt sowie maritime Beschäftigungsperspektiven. Vertreterinnen und Vertreter maritimer Unternehmen, von Wissenschaft und Politik aus Norddeutschland und darüber hinaus tauschen sich zu aktuellen Trends und Potenzialen sowie zu konkreten Best Practice-Beispielen aus.

Für Jochen Schulte, Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums und maritimer Koordinator der Landesregierung, hat die Zukunftskonferenz eine herausgehobene Bedeutung. „Für eine tragfähige Zukunft unserer maritimen Wirtschaft müssen wir jetzt an die Möglichkeiten und Herausforderungen von morgen denken. Seit Februar dieses Jahres befinden wir uns deswegen in der Erstellung eines maritimen Zukunftskonzeptes. Parallel zur Erarbeitung des Zukunftskonzeptes haben wir im Juni einen maritimen Zukunftsbeirat berufen, der den Prozess der Erstellung des Konzeptes aktiv begleitet. Der Beirat setzt sich aus wichtigen Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlichster Bereiche der maritimen Wirtschaft zusammen und soll das Know-how der Akteure einbinden sowie die wirtschaftlichen Potenziale ermitteln und weiterentwickeln“, führte Staatssekretär Jochen Schulte weiter aus.

Besonders im Offshore-Bereich sehen Experten im Zusammenhang mit der Energiewende enorme Potenziale für Norddeutschland. „Im Jahr 2022 waren in Deutschland Offshore-Windenergieanlagen von rund 8,1 GW in Betrieb. Bis 2030 soll die Kapazität auf 30 GW erweitert werden. Mit dem Zugang zum Meer und den hohen Erzeugungskapazitäten von On- und Offshore-Windstrom sollte Mecklenburg-Vorpommern die Chance nutzen, eine grüne Wasserstoffindustrie aufzubauen, den Rohstoff vor Ort emissionsfrei zu produzieren, zu speichern, erzeugungsnah zu nutzen und damit regional Wertschöpfung zu generieren“, betont Dr. Lars Greitsch, Vorsitzender des Ausschusses Maritime Wirtschaft der IHKs in MV und Geschäftsführer der Mecklenburger Metallguss Waren GmbH.

Zur maritimen Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zählen die Bereiche Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferindustrie, Schifffahrt und Häfen, Offshorewind, maritimer Tourismus, Fischerei, Marine und maritime Forschung/Lehre sowie maritime Verwaltung/Verbände.

In Mecklenburg-Vorpommern erwirtschafteten mehr als 2.000 Betriebe im maritimen Bereich mit mehr als 37.500 Beschäftigten im Jahr 2019 bei einem Umsatz von etwa 6,6 Milliarden Euro eine Wertschöpfung von 2,5 Milliarden Euro. Dies geht aus einer Studie der IHK zu Rostock hervor.

Wett­bewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Insel Rügen – Sieger des 11. Landeswettbewerbes M-V 2022 „Unser Dorf hat Zukunft“, an dem Gemeinden aus allen sechs Landkreisen M-V´s teilgenommen haben, wurde die Gemeinde Ummanz (LK VR) und qualifizierte sich damit auch als Vertreterin des Landes M-V für den 27. Bundeswettbewerb 2023. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie dessen Bewertungskommission im 27. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ verkündeten die in diesem Wettbewerb prämierten Gemeinden am 30.06.2023.

„Mit Spannung habe ich die Bekanntgabe des Ergebnisses im 27. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ verfolgt. Und so freue ich mich umso mehr, dass sich die Anstrengungen aller Beteiligten in der Mecklenburg-Vorpommern im Wettbewerb vertretenden Gemeinde Ummanz in den letzten Jahren über den Kreis-, Landes- und Bundeswettbewerb hinweg sehr gelohnt haben. Die Gemeinde Ummanz wurde von der Bundesbewertungskommission mit einer Bronze-Medaille im Bundeswettbewerb ausgezeichnet.

Ich denke, dass es nicht vermessen ist, festzustellen, dass die Gemeinde Ummanz dabei nicht nur sich selbst, sondern uns allen in diesen immer noch schwierigen Zeiten so auch Freude und Normalität zurückgegeben hat, was mehr wert ist, als die Auszeichnung an sich. Herzlichen Glückwunsch allen Bürgerinnen und Bürgern auf Ummanz und vielen Dank Ihnen Allen für Ihr beispielhaftes Engagement!“ so der für die ländlichen Räume M-V´s zuständige Minister Dr. Till Backhaus.

Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ findet in drei Stufen (Kreis-Land-Bund) statt und wird in Mecklenburg-Vorpommern seit 1991 ausgetragen, bundesweit seit 1961. Am Wettbewerb können Dorfgemeinschaften und Gemeindevertretungen in Orten und Ortsteilen mit bis 3.000 Einwohnern teilnehmen. An den Kreiswettbewer-ben im Jahre 2021 nahmen in allen Landkreisen M-Vs 41 Dörfer und Ortsteile teil. Die sechs Kreissieger in M-V wurden anhand einheitlicher Bewertungskriterien im 11. Landeswettbewerb 2022 durch eine unabhängige Jury bewertet.

Hieraus ging die Gemeinde Ummanz (LK VR) am 02.07.2022 als Siegergemeinde hervor und war damit auch für die Teilnahme am 27. Bundes­wettbewerb 2023 qualifiziert. Es nahmen insgesamt 22 Gemeinden aus 12 Bundesländern am 27. Bundeswett­bewerb 2023 „Unser Dorf hat Zukunft“ teil. Insgesamt 1.107 Dörfer nahmen im laufenden Wettbewerb 2021-2023 auf Kreis-, Bundes- und Landesebene teil.

Der für die ländlichen Räume zuständige Minister Dr. Till Backhaus resümiert: „Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ist seit 1991 eine tragende Säule der ländlichen Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Neben allen staatlich unterstützten Maßnahmen, über die in den letzten dreißig Jahren Fördermitteln von EU und Bund, ergänzt durch Eigenmittel des Landes und der Kommunen, in die ländlichen Räume Mecklenburg-Vorpommerns geflossen sind, ist der Dorfwettbewerb quasi das Herz der ländlichen Entwicklung unseres Landes.

Der Einsatz von Fördermitteln an sich bewirkt viel Positives und ist unverzichtbar bei der materiellen Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse für alle Bewohnerinnen und Bewohner der ländlichen Räume. Doch nicht der Einsatz von Geld allein und das damit Erreichte machen die ländlichen Räume aus. Die ländlichen Räume leben erst richtig von dem Miteinander in der dörflichen Gemeinschaft, von der Bewahrung kultureller Bräuche und auch der ortsbildprägenden, individuellen Gestaltung der Dörfer.

Dieser menschliche Aspekt ist unverzichtbares Bindeglied zwischen den ländlichen Räumen selbst und allen staatlichen Bemühungen. Die Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns beweisen in jedem Dorfwettbewerb mit hohem Engagement aufs Neue, welche Kraft in ihnen steckt und wie sie selbst ´ihre´ ländlichen Räume gestalten wollen. So wird der Dorfwettbewerb auch in den kommenden Jahren als Motor einer ganzheitlichen, ländlichen Entwicklung unverzichtbarer Bestandteil dieser Entwicklung sein.

Abschließend kann ich allen Gemeinden, die eine Teilnahme im nächsten Wettbewerb erwägen, nur bestärken, dies zu tun. Präsentieren Sie Ihre Stärken, stellen Sie sich dem Wettbewerb. Und auch wenn nicht alle Gemeinden den Wettbewerb mit Prämien oder ausgezeichnet beenden werden, so sind alle teilnehmenden Gemeinden Sieger, denn jede Gemeinde die am Wettbewerb teilnimmt, stärkt ihre intakte Dorfgemeinschaft!“

Hintergrund:

  • Die aus 20 Mitgliedern bestehende Bundesbewertungskommission bereiste die Landessiegergemeinden in der Zeit vom 12. bis 29.06.2023.
  • Am 14.06.2023 erfolgte die Bereisung und Bewertung der Gemeinde Ummanz (LK VR) als Landessieger M-V durch die Bundesbewer­tungskommission.
  • Beim Bundesentscheid werden Gold-, Silber und Bronze-Medaillen unter den teilnehmenden Dörfern vergeben – einen Gesamtsieger gibt es nicht.
  • 2023 werden auf Bundesebene Preisgelder für die Platzierungen Gold (15.000 Euro), Silber (10.000 Euro) und Bronze (5.000 Euro) vergeben.
  • Die Bundesbewertungskommission hat die Möglichkeit, bis zu drei Sonderpreise für herausragende Leistungen in einem Themenfeld zu vergeben. Diese werden individuell durch die Kommission vergeben und sind jeweils mit einem Preisgeld von 3.000 Euro dotiert.
  • Informationen des BMEL zur Gemeinde Ummanz (LK VR); Stand: 22.06.2023
  • Einwohnerzahl 2022: 613
  • Bevölkerung (Anzahl der Personen nach Geschlecht und Altersklasse, 2022):

Alter                Männlich (Anzahl)    Weiblich (Anzahl)

0-17 Jahre        29                                   30

18-65 Jahre    199                                 187

Ab 65 Jahre     82                                   86

Ummanz besteht aus 16 Ortsteilen, liegt im Westen von Rügen und gehört mit nur 613 Einwohnern auf 41,83 km² Fläche zu den am dünnsten besiedelten Gebieten Deutschlands. Umgeben vom Nationalpark ist die Insel ein Paradies für Naturliebhaberinnen und Naturlieb­haber und Aktive. Die Gemeinde ist geprägt von Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus sowie kleine-ren Handwerks- und Gewerbebetrieben.

Nach einem wirtschaftlichen Einbruch 1989 und Jahren, die von Arbeitslosigkeit und dem Wegzug vieler Menschen geprägt waren, baute Ummanz kontinuierlich seine Infrastruktur aus und legte den Grundstein für eine positive Entwicklung. Dazu gehört auch das neue Glasfasernetz, das dazu beitrug, weitere Einwohner­innen und Einwohner zu gewinnen. Gemeinsam arbeiten Alteingesessene wie Zugezogene daran, Pro-jekte wie den Bau eines Feuerwehr- und Dorfgemein­schaftshauses in die Tat umzusetzen.