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Kategorie: Natur und Umwelt

Tausende junge Aale erobern die Recknitz

Landesanglerverband und WEMAG setzen sich für Erhalt bedrohter Tierart ein

Marlow – Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. (LAV) und der Energieversorger WEMAG engagieren sich auch in diesem Jahr wieder gemeinsam für den Schutz und den Bestand des europäischen Aals. Dazu traf sich LAV-Vizepräsident Rüdiger Schülke mit WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart und WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann in Marlow, einer Kleinstadt im Westen des Landkreises Vorpommern-Rügen.

Dort entließen sie rund 120 Kilogramm Jungaale in die Warnow. Die angefütterten Aale wiegen jeweils rund 10 Gramm und sind 15 bis 20 Zentimeter lang. Jetzt tummeln sich etwa 15.500 Jungaale vor allem im Schilfbereich des Flusses. Die Recknitz mündet bei Ribnitz-Damgarten in den Saaler Bodden, einem Nebengewässer der Ostsee.

Insgesamt 120 kg vorgestreckte Aale sind mit Unterstützung der WEMAG bei Marlow in die Recknitz eingesetzt worden. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer
Insgesamt 120 kg vorgestreckte Aale sind mit Unterstützung der WEMAG bei Marlow in die Recknitz eingesetzt worden. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Im Vorfeld hatte das kommunale Energieunternehmen wieder Aalaktien des LAV im Wert von 5.000 Euro erworben. Mit ihrem Engagement unterstützt die WEMAG die Aktion des Landesanglerverbandes „Rettet den europäischen Aal“, die den Erhalt und Bestandsaufbau der bedrohten Tierart zum Ziel hat.

„Die Aalaktie gehört seit mehreren Jahren zu unseren ökologischen Projekten, mit denen wir den Natur- und Umweltschutz in der Region fördern. Wir wollen dazu beitragen, das ökologische Gleichgewicht zu stabilisieren und die Artenvielfalt zu erhalten“, erklärte WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart. „Für jede Kundin und jeden Kunden, die sich für unser Erdgasprodukt entscheiden, investieren wir zehn Euro, um diese Projekte zu unterstützen.

Dazu gehören neben der Waldaktie und den Moor Futures-Zertifikaten auch die Wildtierhilfe MV sowie die Erhaltung, Revitalisierung und Neuanlage von Streuobstwiesen, die zu den artenreichsten Biotopen Europas gehören“, ergänzte WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann und kündigte eine Fortsetzung der erfolgreichen Kooperation mit dem Landesanglerverband an, um den europäischen Aal nachhaltig zu schützen und den natürlichen Lebensraum Wasser weiter zu sichern.

Am 22. Oktober 2018 hatten der LAV und die WEMAG eine Vereinbarung unterzeichnetet, nach der das kommunale Energieunternehmen jährlich 3.500 Euro für den Aalbesatz zur Verfügung stellte. Es folgte eine weitere Vereinbarung, nach der die WEMAG ab 2020 jährlich 5.000 Euro in den Aalbesatz investiert.

„Die kontinuierliche und gute Zusammenarbeit mit der WEMAG ist für uns inzwischen eine verlässliche Größe im jährlichen Besatzprogramm des LAV. Zur Arterhaltung und Unterstützung des gefährdeten europäischen Aals bringen wir seit nunmehr rund 3 Jahrzehnten Jungaale im Wert von jährlich mehr als einhunderttausend Euro in unsere Gewässer ein. Der Erfolg ist bereits sichtbar“, sagte Rüdiger Schülke, Vizepräsident des Landesanglerverbandes.

Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. organisiert 49.000 Mitglieder in über 600 Vereinen. Er ist in M-V der größte Naturschutzverband. Mit rund einer viertel Million ehrenamtlicher Arbeitsstunden im Jahr leisten Anglerinnen und Angler umfangreiche Fischhege-, Gewässerpflege- und Umweltschutzarbeiten. Zu den wahrgenommenen Aufgaben gehört eben auch der Artenschutz. Seit drei Jahrzehnten besetzt der LAV jährlich Aale, inzwischen im Wert von mehr als 100.000 Euro.

Ein Teil der Gesamtsumme wird über EU-Mittel im Rahmen des EMFAF und das Land M-V finanziert. Der LAV bietet Vereinen, Regionalverbänden wie auch Privatpersonen oder Geschäftskunden die Möglichkeit, Aalaktien zu erwerben. Diese werden in ihrer finanziellen Aufwendung zu 100 % in den Kauf von Jungtieren eingebracht. Die vorgestreckten Aale aus dem Spendenerlös wiegen etwa sieben Gramm bei 10 bis 15 Zentimeter Länge, sind kräftig, stabil und munter. In großen Bassins werden sie zu geeigneten Seen gefahren und dort eingesetzt. Dort verbringen sie ihr Aal-Leben mit meist guten zehn bis sogar dreißig Jahren.

Der Weg der Aale: Mit dem Golfstrom gelangen winzige Glasaale, leichter als ein Gramm, aus der Sargassosee an die Atlantikküste Europas. Vor Spanien, Frankreich und England werden sie gefischt und dann in Holland auf Aalfarmen aufgezogen. Über den Handelsweg gelangen sie nach Deutschland, werden hier eingekauft und in hiesige Gewässer eingesetzt. Diese weiten Wege schaffen diese Tiere ohne Hilfe nur sehr schwer und in geringer Population.

Deshalb werden sie seit 3 Jahrzehnten durch LAV-Besatzaktionen unterstützt. So bleibt diese Art in Mecklenburg-Vorpommern erhalten und hat ein breites Spektrum an Gewässern europaweit zur Verfügung. Selbst wenn Havarien oder Naturgewalten in einigen Gebieten für sie lebensbedrohlich werden, können sie in anderen weiter existieren – das ist Artenschutz in höchster Form.

Pflege und Neupflanzungen an Alleen und Kreis- sowie Gemeindestraßen

Umweltministerium und BUND M-V wollen gemeinsam die Baumarten­vielfalt und die Anzahl der Lücken­bepflanzungen in Alleen und einseitigen Baumreihen an Kreis- und Gemeindestraßen erhöhen

Schwerin – Innerhalb Deutschlands stellt Mecklenburg-Vorpommern bis heute nach Brandenburg das alleenreichste Bundesland dar. Mindestens 4.374 km gesetzlich geschützter Alleen und einseitiger Baumreihen kommen außerhalb geschlossener Ortschaften an allen Straßen und ländlichen Wegen vor.

Daraus ergibt sich eine besondere gesellschaftliche und politische Verantwortung zum Schutz und zur Pflege, die bereits 1992 gesetzlich und mit einem Er-lass geregelt wurden. Artikel 12 der Landesverfassung und § 19 des Naturschutzausführungs­gesetzes verpflichten z.B. zur Neu- und Nachanpflanzung.

Seit 1994 erfolgt die Umsetzung auch mit Hilfe des „Alleenfonds“. Die überwiegende Anzahl von Projekten, die mit Mitteln des „Alleenfonds“ finanziert werden, finden an kommunalen Straßen (vor allem an Gemeindestraßen) und an ländlichen Wegen (teilweise privat) statt und werden durch die Oberste Naturschutzbehörde geleitet.

Beispielsweise ist im Vergleich zum Jahr 2024 (Ausgaben erfolgten in Höhe von ca. 153.000 Euro) der Ausgabewert für das Jahr 2025 mit ca. 376.000 Euro deutlich höher.

Im Jahr 2025 wurden mit den Mitteln des „Alleenfonds“ insgesamt 1.109 Alleebäume baumerhaltend gepflegt und 229 Alleebäume gepflanzt, vor allem als Lückenbepflanzung auf Flächen der Städte Putbus und Dassow.

„Viele Gemeinden setzen sich mit großem Engagement für den Erhalt der Alleen ein, das überwiegend im Ehrenamt und mit hohem persönlichem Einsatz“, so Minister Dr. Till Backhaus.

Als landesweit vorbildlich seien in diesem Zusammenhang das Engagement und die Vielfalt der Aktivitäten im Alleenschutz in den Gemeinden Ummanz und Parchtitz (Insel Rügen) zu nennen.

Einzigartig sind zum Schutz der Straßenbäume der Verzicht auf Streusalz auf ca. 32 km Gemeindestraßen in der Gemeinde Ummanz seit 2013 sowie der abschnittsweise Aufbau der ersten Speierlings-Allee auf Gut Boldevitz in der Gemeinde Parchtitz seit 2009.

Im Dezember 2025 erfolgten auf Initiative der Stadt Dassow sowie engagierter Bürger und Bürgerinnen des Ortes Pötenitz 78 Nachpflanzungen mit drei Baumarten in den Lücken der ca. 100 bis 120 Jahre alten „Eichen-Allee“ an einem touristisch stark genutzten Spurweg. Hier bestehen keine Ausbauabsichten und es wird zum Schutz der Allee auf Streusalz im Winter verzichtet. Gleichzeitig grenzt die Allee an großräumige landwirtschaftliche Nutzflächen.

Am 31. Juli 2026 konnte sich der Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus von der Geschlossenheit der Allee und den mit den angrenzenden Landwirten erzielten Kompromissen überzeugen und sprach sich vor dem Hintergrund der vielfältigen Probleme mit einigen einheimischen Baumarten dafür aus, dass „wir ge-meinsam – auch vor dem Hintergrund des Klimawandels, einer Häufung bisher unbekannter Baumkrankheiten und Massen­vermehrungen von Baumschädlingen, insbesondere Insekten und Mikroorganismen,  die Baumartenvielfalt in den Alleen erhöhen müssen“.

Die Oberste Naturschutzbehörde hat in diesem Zusammenhang seit 2022 eine detaillierte „landesspezifische Baumartenliste“ erarbeitet, die derzeit etwas mehr als 100 Baumarten (BA) und Baumsorten umfasst, darunter 22 einheimische Baumarten. Definierte Standortparameter sollen es ermöglichen, die geeignete Baumart für den Standort aus dieser Liste zu filtern. Alle in der Liste aufgeführ-ten Baumarten sind für Straßen­seitenräume geeignet.

Dementsprechend kann jeder Eigentümer, der die Neu- und Nachanpflanzung einer Allee in einem „Straßenseitenraum“ an einer Kreis- oder Gemeindestraße plant, entsprechende Baumarten mit Mitteln des „Alleenfonds“ fördern lassen, sofern es sich nicht um Ersatzpflanzungen handelt.

Es ist geplant, die Liste als gemeinsame Empfehlung mit der für Bundes- und Landesstraßen zuständigen Obersten Straßenbau­verwaltung im Oktober zu veröffentlichen.

Mit dem Naturschutzgesetz Mecklenburg-Vorpommern ist für Alleen nicht nur der gesetzliche Schutz verankert, sondern auch bestimmt, dass die zuständige Behörde rechtzeitig und in ausreichendem Umfang Neuanpflanzungen vorzunehmen hat, um den Alleenbestand nachhaltig zu sichern. Ergänzend dazu enthält der „Baumschutzkompensationserlass“ vom 15. Oktober 2007 umfassende Regelungen zur Kompensation von Baum­fällungen sowie nach Beschädigung von Baumkronen und -wurzeln, und zwar für „Einzelbäume“, „Baumgruppen“, „Baumreihen“, „Alleen“ und „einseitigen Baumreihen“ die sich nicht an Bundes- und Landesstraßen befinden.

Trotz dieser sehr guten gesetzlichen Regelung machte Katharina Dujesiefken, Referentin für Baum- und Alleenschutz beim BUND Landesverband am 31. Juli 2026 Minister Backhaus darauf aufmerksam, dass alle Landkreise hinsichtlich der Kompensation von gefällten Straßenbäumen große Defizite haben und sagte:

„Seit 2011 wird durch den BUND M-V eine Statistik über Pflanzungen und Fällungen in den sechs Landkreise geführt. Alle Angaben beruhen auf Aussagen der Landkreise. Das Defizit an Pflanzungen zum Erhalt der Alleenlandschaft an Kreis- und Gemeindestraßen stieg seitdem auf über 7800 Bäume. In den letzten fünf Jahren hat sich die Tendenz noch verschärft. Es werden zu wenig Ersatzpflanzungen von allen Landkreisen an Kreisstraßen durchgeführt.“

Hinsichtlich der Baumkontrollen an Kreisstraßen ergänzte Frau Dujesiefken, dass es für eine gute Baumpflege entscheidend sei, dass jeder Landkreis eigenes und geschultes Personal für die Baumkontrolle aufbaue. Dieses würde die Alleen besser kennen als Firmen, die oftmals aus anderen Bundesländern nur ein oder zweimal in der betreffenden Allee tätig seien. Die Baumpflege würde baumschonen und effizient erfolgen und wäre somit auch kostensparend für die Kreise.

„Die Alleen sind ein prägendes und ökologisch wertvolles Element in der Landschaft unseres Bundeslandes; ihren Erhalt werden wir weiterhin unterstützen“, so Minister Dr. Till Backhaus, der sich vor allem bei den zahlreichen Gemeinden für ihr Engagement im Alleenschutz bedankt.

M-V investiert 36,8 Mio. Euro in Hochwasserschutz der Elbe

Boizenburg – Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus hat sich am Morgen über den Stand einer Hochwasserschutzmaßnahme bei Boizenburg informiert. Dabei handelt es sich um ein mehr­jähriges Verbundprojekt, dass rund 36,8 Mio. Euro kosten wird. Es liege vollständig im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und verbinde Hochwasserschutz mit Naturschutz. Die Bauzeiten seien an die Rast- und Brutzeiten geschützter Vogelarten angepasst. Durch die Rückverlegung der Deiche erhalte die Elbe/Sude rund 100 ha natürlichen Überschwem­mungs­raum zurück, erklärt der Minister.

„Das Bauprojekt wird über ELER-Mittel und das nationale Hochwasserschutzprogramm finanziert und macht deutlich, dass Hochwasserschutz eine Daueraufgabe ist. Seit Mitte der 1990er Jahre wurden bisher insgesamt ca. 600 Mio. Euro in den Küsten- und Hochwasserschutz MV investiert, davon ca. 500 Mio. Euro in den Küstenschutz.

Im Moment reden alle über Niedrigwasser in den Flüssen. Zu nennen sind Rhein und Donau. Auch in MV sind die Auswirkungen der Hitzeperioden und des Niederschlagsdefizits an den Wasserständen der Pegel abzulesen. Aktuell liegen die Wasserstände an 3/4 der Pegel des Landes unterhalb des mittleren Wasserstandes, was für die aktuelle Jahreszeit aber nicht außergewöhnlich ist. An der Elbe werden weiterhin fallende Wasserstände im Niedrigwasserbereich an den Pegeln Dömitz (13 cm) und Boizenburg (48 cm) gemessen.

(Zur Erinnerung: Der höchste bekannte Wasserstand (HHW) am Elbpegel in Boizenburg betrug 732 cm und wurde am 12. Juni 2013 gemessen. Der mittlere Wasserstand liegt bei 183 cm.) Die großen Wasserspeicher des Landes liegen mit den Mecklen­burger Oberseen 12 cm unterhalb des Zielwasserstandes, der Schweriner See liegt aber sogar 7 cm oberhalb des Ziel­wasserstandes für den Monat August. Das spiegelt die Dynamik des Wasserhaushaltes wider.

Doch wir müssen uns angesichts des Klimawandels wappnen. Nach der Dürre kommt die Flut. Die überschwemmungsgefähr­dete Elberegion beherbergt rund 14.000 Menschen und materielle Werte von ca. 500 Millionen Euro und ist im Binnenland von MV ein Schwerpunkt des Hochwasserschutzes. Seit 1983 wurden 100 Mio. Euro aufgebracht, um Leben und Sachwerte in der Region zu schützen. Beim Hochwasser 2002 gab es im Oberlauf noch 113 Deichbrüche an der Elbe. 2013 kam es „nur“ noch zu 13 derartigen Ereignissen. Das zeigt, dass auch die Oberlieger massiv in den Hochwasserschutz an der Elbe investieren.

Es ist klar, dass unser Land diese Aufgabe nicht allein schultern kann. Der Bund stellt jährlich über den Sonderrahmenplan „Präventiver Hochwasserschutz“ 100 Millionen Euro für Projekte des Nationalen Hochwasserschutzprogramms zur Verfügung. Damit werden regional übergreifende Projekte finanziert. Bei uns im Nordosten der Republik ist beispielsweise die Optimierung der Havelpolder zu nennen, in denen auf einer Fläche von insgesamt 11.700 ha rund 125 Mio. m3 Wasser zwischenge­speichert werden kann.

MV hat sein Hochwasserschutzkonzept erstellt und 2018 in Kraft gesetzt. Das Konzept beinhaltet insgesamt 12 Maßnahmen, darunter der hier in Rede stehende HWS Boizenburg, die Maßnahmen Brodaer und Rüterberger Deich und die Rückstau­deiche an der Müritz-Elde Wasserstraße von Dömitz bis Heiddorf und Neu Kaliß – ein besonderer Brennpunkt beim Rekordhoch­wasser 2013.

Insgesamt werden dafür wiederum Investitionsmittel in Höhe von ca. 100 Millionen Euro benötigt.

Nach der Deichschau im vergangenen Frühjahr kann ich attestieren: Unsere Deiche sind in einem guten und wehrfähigen Zustand. Absolute Sicherheit wird es dennoch nie geben. Natur lässt sich nicht vollständig beherrschen. Aber wir tun das Menschenmögliche.“

Tote Robben: Vorläufige Untersuchungen zeichnen differenziertes Bild

Schwerin – Das Deutsche Meeresmuseum hat dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt heute die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchungen zu den tot aufgefundenen Kegelrobben an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns übermittelt. Es wurden zehn der insgesamt zwanzig im Zeitraum zwischen Mai und Juli gemeldeten Totfunde untersucht. Zehn weitere Tiere konnten aufgrund ihres Zustands oder der Fundumstände nicht geborgen werden. Die Ergebnisse sind ausdrücklich vorläufig. Außerdem befanden sich alle untersuchten Tiere bereits in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand. Dadurch ist eine eindeutige Einordnung der Todesursachen vielfach nur eingeschränkt möglich.

Die bisherigen Untersuchungen zeichnen ein differenziertes Bild. Neben alters- und krankheitsbedingten Todesursachen konnten bei mehreren Tieren aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungszustands keine eindeutigen Aussagen mehr getroffen werden. Bei vier Robben fanden die Fachleute Hinweise auf mögliche menschliche Einwirkungen. Ob diese im Zusammenhang mit dem Tod der Tiere stehen oder erst nach dem Verenden der Tiere entstanden sind, lässt sich derzeit jedoch nicht abschließend beurteilen.

Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärt: „Die Ergebnisse zeigen, dass wir jeden einzelnen Fund sorgfältig und ohne Vorverurteilungen bewerten müssen. Hinweise auf mögliche menschliche Einwirkungen nehmen wir sehr ernst und werden sie gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden weiter auswerten. Gleichzeitig machen die Untersuchungen deutlich, dass die Todesursachen offenbar unterschiedlich sind, die Herkunft unklar ist und sich aus den bisherigen Befunden keine pauschalen Schlussfolgerungen ziehen lassen.“

Die hier betrachteten Totfunde konzentrieren sich auf einen räumlich begrenzten Abschnitt der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Nach Einschätzung des Deutschen Meeresmuseums sind die Monate Mai bis August regelmäßig ein Zeitraum mit den meisten Totfunden, da sie mit der Jungtierzeit der Kegelrobben zusammenfallen. Zudem soll geprüft werden, ob sich in diesem Jahr insgesamt mehr Kegelrobben in dem betroffenen Gebiet aufgehalten haben, was die Häufung der Funde erklären könnte.

Backhaus betont: „Die untersuchten Totfunde sind räumlich auf einen begrenzten Küstenabschnitt konzentriert. Auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse wäre es weder fachlich gerechtfertigt noch verantwortungsvoll, die Küstenfischerei Mecklenburg-Vorpommerns insgesamt unter Verdacht zu stellen. Wir arbeiten daran, die Ursachen auf Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen aufzuklären. Zudem weist er aus gegebenem Anlass darauf hin: „Auch bei unterschiedlichen Meinungen ist ein respektvoller Umgang grundlegend. Die Behörden nehmen Hinweise aus der Bevölkerung gerne an. Vorverurteilungen oder Anfeindungen werden jedoch strikt abgelehnt.“

Kompetenzzentrum Ökowertpapiere

Drei Millionen Euro für natürlichen Klimaschutz

Schwerin – Immer mehr Unternehmen und Privatpersonen investieren freiwillig in den natürlichen Klimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern. Die „Ökowertpapiere“ MoorFutures, Waldaktie, HeckenScheck und StreuobstGenussschein erfreuen sich einer anhaltend hohen Nachfrage. Seit Sommer 2025 konnten über das Kompetenzzentrum „Ökowertpapiere“ rund drei Millionen Euro privates Kapital für naturbasierte Klimaschutzmaßnahmen eingeworben werden.

„Die Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie richtig es war, die verschiedenen „Ökowertpapiere“ unter dem Dach des Kompetenzzentrums zu bündeln“, sagte Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind drei Millionen Euro privates Engagement für den natürlichen Klimaschutz alles andere als selbstverständlich. Das zeigt, dass viele Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen Verantwortung übernehmen und bereit sind, aktiv in den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu investieren.“

Die Resonanz ist beachtlich: Seit Einführung der verschiedenen Ökowertpapiere wurden in Mecklenburg-Vorpommern rund 37.000 MoorFutures und etwa 130.000 Waldaktien verkauft. Rund 50 Unternehmen haben sich bislang an den Angeboten beteiligt und damit gemeinsam mit zahlreichen Privatpersonen einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz geleistet.

Mit den Ökowertpapieren können Privatpersonen und Unternehmen ganz konkret zum Klima-, Natur- und Artenschutz beitragen. Die Angebote finanzieren unter anderem die Wiedervernässung von Mooren, die Pflanzung klimaresilienter Wälder, die Anlage von Hecken als Lebensraum für zahlreiche Tierarten sowie den Erhalt wertvoller Streuobstwiesen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Besonders groß ist die Nachfrage nach den MoorFutures, die Mecklenburg-Vorpommern bereits 2011 als weltweit erstes handelbares Moor-Klimaschutzzertifikat eingeführt hat. Mit den Erlösen konnten bislang rund 100 Hektar Moore wiedervernässt werden. Über das darüber hinausgehende Ökosponsoring wurden insgesamt bereits rund 200 Hektar Moorflächen für den natürlichen Klimaschutz gesichert und entwickelt.

„Mit den MoorFutures haben wir früh gezeigt, dass sich privates Engagement und natürlicher Klimaschutz erfolgreich verbinden lassen. Damals waren Moore für viele Menschen noch kaum als Klimaschützer bekannt. Heute erleben wir ein enormes Interesse an der Wiedervernässung von Mooren. Das bestätigt unseren damaligen Weg eindrucksvoll“, sagte Backhaus.

Auch die Waldaktie, die bereits 2007 ins Leben gerufen wurde, erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Seitdem wurden rund 130.000 Waldaktien verkauft. Dadurch entstanden in Mecklenburg-Vorpommern rund 130 Hektar Klimawald sowie weitere klimaresiliente Waldrandflächen. Insgesamt wurden knapp 20 Klimawälder angelegt. Eine Evaluierung im Sommer 2024 bestätigt den Erfolg: Sämtliche Klimawälder entwickeln sich sehr gut.

„Unsere Klimawälder werden von Beginn an so geplant, dass sie auch unter veränderten klimatischen Bedingungen möglichst widerstandsfähig sind. Die Evaluierung zeigt, dass dieses Konzept aufgeht. Davon profitieren nicht nur das Klima, sondern auch die biologische Vielfalt und künftige Generationen“, so der Minister.

Backhaus betonte abschließend, dass öffentlicher und privater Klimaschutz Hand in Hand gehen müssten: „Die Transformation zu einer klimafesten Gesellschaft ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Das große Interesse an unseren Ökowertpapieren zeigt, dass viele Menschen und Unternehmen bereit sind, ihren eigenen Beitrag zu leisten. Mehr als 167.000 verkaufte Ökowertpapiere und zahlreiche erfolgreich umgesetzte Projekte belegen, dass freiwilliges Engagement einen messbaren Beitrag zum natürlichen Klimaschutz leisten kann. Dieses Engagement ergänzt die öffentlichen Investitionen des Landes und stärkt den natürlichen Klimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern.“

Weitere Informationen finden sich unter Zukunft durch naturbasierte Lösungen – z-eco.de.

20. Welt-Ranger-Tag

Ausflugstipps für Nationale Naturlandschaften M-V

Schwerin – Ob im Darßer Wald, an der Ostseeküste oder in den Mooren Mecklenburg-Vorpommerns – 97 von bundesweit 850 Rangerinnen und Ranger sorgen hierzulande jeden Tag dafür, dass Natur geschützt und gleichzeitig erlebbar bleibt. Anlässlich des Welt-Ranger-Tages am 31. Juli würdigt Mecklenburg-Vorpommern dieses Engagement mit zahlreichen Veranstaltungen in den Nationalen Naturlandschaften.

Der Welt-Ranger-Tag erinnert nicht nur an die Arbeit der Rangerinnen und Ranger, sondern auch an diejenigen, die beim Schutz der Natur ihr Leben verloren haben. Insbesondere außerhalb Europas sind diese Aufgaben oft mit erheblichen Risiken verbunden und können sogar lebensgefährlich sein. Der World Ranger Day wurde 2007 von der International Ranger Federation (IRF) ins Leben gerufen und wird von der The Thin Green Line Foundation (TTGLF) sowie weiteren Organisationen unterstützt.

Umweltminister Dr. Till Backhaus würdigt das Engagement Rangerinnen und Ranger in den 13 Nationalen Naturlandschaften MV: „Gerade in Zeiten des Klimawandels wächst die Bedeutung unserer Rangerinnen und Ranger. Ihr Berufsalltag ist vielfältig und anspruchsvoll: Sie dokumentieren Tier- und Pflanzenarten, schützen wertvolle Lebensräume, pflegen Wiesen und Moore und tragen zum Erhalt unserer Biotope bei.

Darüber hinaus vermitteln sie Besucherinnen und Besuchern sowie Einheimischen den besonderen Wert unserer Natur und stärken das Umweltbewusstsein. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche – etwa im Rahmen der Junior-Ranger-Programme, Naturpark-Kitas, Naturparkschulen oder von Feriencamps. Die professionelle Betreuung unserer Schutzgebiete erfordert umfassendes Fachwissen. Deshalb werden wir künftig verstärkt digitale Werkzeuge einsetzen, um Besucherführungen weiter zu verbessern und die Bildung für nachhaltige Entwicklung zukunftsorientiert auszubauen.“

Zu den Nationalen Naturlandschaften in Mecklenburg-Vorpommern gehören drei Nationalparke, drei UNESCO-Biosphärenreservate und sieben Naturparke. Gemeinsam umfassen sie eine Fläche von rund 547.300 Hektar umfassen und damit etwa 17,7 Prozent der Landesfläche. In den Naturparken sind derzeit 28 Rangerinnen und Ranger tätig. In den Nationalparken arbeiten 48 Rangerinnen und Ranger und in den UNESCO Biosphärenreservaten sind
21 Rangerinnen und Ranger beschäftigt.

Alle Schutzgebiete beteiligen sich mit vielfältigen Aktionen am Welt-Ranger-Tag. Termine, Veranstaltungsangebote und weitere Informationen sind auf der Webseite www.natur-mv.de zu finden.

11,6 Millionen Euro für Umwelt- und Naturschutz in M-V

Schwerin – Mehr Planungssicherheit für den Natur- und Umweltschutz in Mecklenburg-Vorpommern: Das Land und die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit langfristig fort. Umweltminister Dr. Till Backhaus sowie der Vorstandsvorsitzende der NUE, Bernhard Riggers zogen heute eine positive Bilanz der bisherigen Arbeit und vereinbarten heute eine längerfristige Zusammenarbeit. Damit gewinnen alle gemeinnützigen Vereine und Organisationen, die Projekte im Natur- und Umweltschutz und in der Entwicklungszusammenarbeit mit Mitteln der Umweltlotterie BINGO! realisieren wollen, zusätzliche Planungssicherheit.

„Naturschutz braucht einen langen Atem und verlässliche Partner. Die Zusammenarbeit mit der NUE hat sich sehr bewährt. Davon profitieren vor allem die vielen Menschen, die sich in Mecklenburg-Vorpommern mit großem Engagement für Natur, Umwelt und nachhaltige Entwicklung einsetzen“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Seit mehr als 25 Jahren unterstützt die BINGO!-Lotterie Projekte im Umwelt- und Naturschutz, in der Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie der Eine-Welt-Arbeit. Die Entscheidungen über die Mittelvergabe werden transparent in einem zwölfköpfigen Vergaberat Mecklenburg-Vorpommern getroffen. Die Fachleute im Vergaberat kommen aus allen gesellschaftlichen Gruppen und arbeiten ehrenamtlich. Allein seit Anfang 2020 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 694 Projekte mit rund 11,6 Millionen Euro an Fördermitteln unterstützt. Im Jahr 2025 erreichte der Mittelzufluss dank der erfolgreichen Lotterie BINGO! mit 2,75 Millionen Euro einen neuen Höchststand.

„Die BINGO!-Lotterie ist eine Erfolgsgeschichte für Mecklenburg-Vorpommern. Sie ermöglicht Projekte, die unsere Natur schützen, die Umweltbildung stärken und Menschen zusammenbringen. Jeder eingesetzte Euro wirkt direkt im Land und unterstützt das vielfältige ehrenamtliche Engagement“, so Backhaus.

Wie vielfältig diese Förderung ist, zeigen aktuelle Beispiele aus ganz Mecklenburg-Vorpommern: Das 22. Darßer NaturfilmFestival erhält 25.000 Euro und bringt mit 50 Filmen an sechs Veranstaltungsorten im Land internationale Naturfilme und Umweltbildung zusammen. Im Peenetal unterstützt die NUE die Wiederbelebung der historischen Zeidlerei und damit ein Projekt, das Naturschutz, Kulturgeschichte und nachhaltigen Tourismus miteinander verbindet. Im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide untersuchen 62 ehrenamtliche Naturschutztaucher gemeinsam mit Anglern, Fischern und Behörden die Unterwasserwelt von 128 Seen, dokumentieren ökologische Veränderungen und entwickeln konkrete Schutzmaßnahmen. Für dieses Vorhaben stellt die NUE 69.000 Euro bereit; in den vergangenen Jahren wurde bereits die mehrjährige Ausbildung und Qualifizierung der ehrenamtlichen Naturschutztaucher mit BINGO!-Mitteln ermöglicht.

Backhaus betonte abschließend: „Ob Moorschutz, Gewässer, Artenvielfalt, Umweltbildung oder Kultur – die BINGO!-Lotterie macht sichtbar, was möglich ist, wenn bürgerschaftliches Engagement und öffentliche Unterstützung Hand in Hand gehen. Das Land und die NUE können diese Erfolgsgeschichte nun auf einer gesicherten Grundlage fortsetzen.“

Wal im Überseehafen Wismar gesichtet

Behörden koordinieren Maßnahmen

Wismar – Im Westhafen Wismar ist am heutigen Tag ein Wal gesichtet worden. Das Tier wurde der Wasserschutzpolizeiinspektion Wismar gegen 9 Uhr durch das Hafenamt Wismar gemeldet und wird seitdem beobachtet. Nach derzeitigen Erkenntnissen wirkt der Wal vital. Er taucht regelmäßig auf und wieder ab.

Um welche Walart es sich handelt, kann derzeit noch nicht abschließend gesagt werden. Auch die Größe lässt sich bislang nur schätzen; nach ersten Beobachtungen ist der Wal etwa acht Meter lang.

Die zuständigen Behörden und Fachstellen wurden umgehend informiert und stehen in engem Austausch. Die Wasserschutzpolizei ist ebenfalls im Einsatz.

Ziel aller Maßnahmen ist es, dem Tier einen störungsarmen Rückweg in tiefere Gewässer zu ermöglichen und eine Strandung oder andere Gefährdungen des Tieres zu verhindern.

Die Wasserschutzpolizei richtet ihr Augenmerk außerdem darauf, eine Gefährdung des Schiffsverkehrs und des Sportbootverkehrs auszuschließen. Aus diesem Grund bittet die Wasserschutzpolizei alle Sportbootführer und Wassersportler darum, den Kontakt mit dem Tier zu vermeiden und einen größtmöglichen Abstand zu halten.

Dabei wird die Entwicklung der Lage fortlaufend beobachtet und das weitere Vorgehen zwischen den beteiligten Behörden abgestimmt.

Sobald gesicherte Erkenntnisse zur Walart oder zum weiteren Verlauf vorliegen, erfolgen weitere Informationen.