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Kategorie: Natur und Umwelt

Zuwendungsbescheid für den Landeszootag am 10. Juli

Rostock – Für die Finanzierung des „Landeszootag 2026“ übergibt Zoominister Dr. Till Backhaus heute einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 190.000 Euro an die Direktorin des Rostocker Zoos und neue Vorsitzende des Landeszooverbandes MV (LZV), Antje Angeli. Zum Landeszootag am 10. Juli haben Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr freien Eintritt in allen 18 im LZV zusammengeschlossenen Zoos und tiergärtnerischen Einrichtungen.

„Unsere Zoos und Tiergärten bieten auf 560 Hektar naturnahe Erholung. Sie locken jährlich rund drei Millionen Besucher und sind Oasen im Alltag. Hier sind alle Interessierten eingeladen, zu entdecken, zu erforschen und auch mal die Zeit zu vergessen. Seit 2020 investiert das Land rund 29 Millionen Euro in die Tiergärten und Zoos des Landes. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Zu nennen sind hier die Erhaltungszuchtprogramme, die Wildtierauffangstationen und die Wiederansiedlungsprojekte. Mit ihren neun Zooschulen leisten die Mitglieder des Landeszooverbandes aktiven Natur- und Artenschutzunterricht vor Ort. Im vergangenen Jahr haben ca. 60.000 Kita- und Schulkinder an den umfangreichen Bildungsangeboten teilgenommen. Damit haben sich Tiergärten zu anerkannten Kompetenzzentren für Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung entwickelt. Sie sind eine unverzichtbare, attraktive und lebensnahe Bereicherung für alle Generationen“, sagt Backhaus.

Erstmals hat der Landeszooverband Mecklenburg-Vorpommern mit Frau Angeli eine Vorsitzende. Sie trat Ende 2025 die Nachfolge von Dr. Tim Schikora an, der den Schweriner Zoo leitet. Vorher war Angeli rund 20 Jahre als Kuratorin im Zoo Rostock tätig.

Zum Landeszootag 2026 bieten die Einrichtungen ein buntes Programm mit Fütterungen, Schauvorführungen, Tierpfleger-Sprechstunden und Mitmachaktionen. Landesweit werden bis zu 20.000 Gäste erwartet.

Backhaus: Arten brauchen Daten

Güstrow – Anlässlich des fünften Naturschutzsymposiums des Landes MV in Güstrow erläutert Umwelt- und Agrarminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung belastbarer Daten für die Biodiversität: „Wir können nur schützen, was wir kennen. Wir können Bestandsrückgänge nur erkennen, wenn wir sie erfassen. Wir können Lebensräume nur entwickeln, wenn wir ihren Zustand kennen. Und wir können die Wirksamkeit unserer Maßnahmen nur beurteilen, wenn wir über belastbare Daten verfügen. Naturschutz braucht deshalb nicht nur Engagement, Fachwissen und politische Unterstützung. Naturschutz braucht vor allem eine solide Wissensgrundlage“, so Backhaus, der ergänzt:

„In MV verfügen wir über eine außergewöhnlich hohe biologische Vielfalt. Von den Küsten- und Meereslebensräumen über Moore, Fließgewässer und Seen bis hin zu großen Waldgebieten und Offenlandschaften unserer Kulturlandschaft reicht ein Naturerbe, das weit über die Landesgrenzen hinaus Bedeutung besitzt. Diese Vielfalt zu erhalten ist eine Dauer­aufgabe. Gleichzeitig stehen wir vor großen Herausforderungen. Der Klimawandel verändert Lebensräume und Artenzusammen­setzungen. Nutzungsansprüche an Flächen nehmen zu. Die Umsetzung der europäischen Biodiversitätsziele und der Wiederherstellungsverordnung stellt neue Anforderungen an die Erfassung und Bewertung unserer Naturgüter. Gerade deshalb gewinnen aktuelle und belastbare Daten immer stärker an Bedeutung.

In behördlichen Artendatenbank MVs sind inzwischen rund 2,3 Mio. Artenbeobachtungen gespeichert. So liegen zum Beispiel 1,16 Mio. Artbeobachtungen zu Vögeln vor, davon ca. 917.400 allein aus den letzten 10 Jahren. Top 1 der häufigsten Beob­achtungen ist der Kranich mit rund 75.300 Beobachtungen. Zum Seeadler gibt es rund 12.000 Datenbankeinträge. Aber zum Beispiel auch Amphibien werden erfasst: Der streng geschützte Moorfrosch – 3005 Einträge, Rotbauchunke – 3203 Einträge, Kammmolch – 2958 Einträge – um nur einige zu nennen.

Diese Daten bilden die Grundlage für naturschutzfachliche Bewertungen, Managementpläne, Genehmigungsverfahren, Schutzgebietsmanagement und zahlreiche Berichtspflichten gegenüber Bund und Europäischer Union. Sie sind damit längst nicht mehr nur wissenschaftliche Informationen. Sie sind eine zentrale Arbeitsgrundlage für Verwaltung, Planung und Politik. Gleichzeitig erleben wir einen deutlichen Wandel der Rahmenbedingungen. Durch Beschleunigungs- und Omnibusverfahren werden ökologische Erfassungen in Genehmigungsprozessen teilweise reduziert oder entfallen ganz. Andererseits steigen die Anforderungen an die Datenbasis kontinuierlich. Die europäische Wiederherstellungsverordnung verlangt künftig deutlich umfassendere Kenntnisse über den Zustand von Lebensräumen und Arten.

Bis 2030 müssen für mindestens 90 % der Lebensraumtypflächen belastbare Zustandsinformationen vorliegen. Bis 2040 soll dies für sämtliche Flächen erreicht werden. Auch bei Biotopen und Ökosystemen steigen die Anforderungen erheblich. Diese Ziele zeigen deutlich: Bedarf an Daten wächst, Anforderungen wachsen, Ressourcen hingegen wachsen leider nicht im gleichen Maße.

Allein für das FFH-Monitoring werden jährlich rund 1,6 Mio. EUR Landesmittel benötigt. Hinzu kommen Fördermittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Auch das Monitoring nach Vogelschutzrichtlinie erfordert erhebliche finanzielle Anstrengungen. Diese Mittel sind keine Nebensache. Sie sind Voraussetzung dafür, dass wir unsere gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen und zugleich fundierte Entscheidungen für den Naturschutz treffen können. Deshalb werden wir uns auch künftig dafür einsetzen, die erforderlichen Monitoring­programme und Datenstrukturen abzusichern.

Die gute Nachricht lautet: MV ruht sich nicht auf dem Erreichten aus. Das LUNG arbeitet kontinuierlich daran, Datenerhebung, Datenhaltung und Datenverfügbarkeit weiterzuentwickeln. Dazu gehören neue Monitoringansätze wie das landesweite Horchboxen-Monitoring ebenso wie innovative eDNA-Verfahren für verschiedene Tiergruppen. Auch die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten.

Die Weiterentwicklung der Artendatenbank, die Optimierung von Multibase CS, das geplante Natura-2000-Maßnahmenkataster sowie die Moor-Projektdatenbank sind wichtige Bausteine auf dem Weg zu einer modernen und leistungsfähigen Naturschutz­verwaltung. Besonders hervorheben möchte ich dabei die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftseinrichtungen und Fach­verbänden.

Ein weiterer wichtiger Ansatz liegt aus meiner Sicht darin, vorhandene Datenbestände im Land künftig noch besser zusammenzuführen und nutzbar zu machen. Wir verfügen in vielen Behörden, Institutionen und öffentlichen Einrichtungen bereits über wertvolle naturschutzrelevante Informationen. Diese Daten entstehen im Rahmen von Monitoringprogrammen, Fachplanungen, Infrastrukturvorhaben, Ausgleichsmaßnahmen oder wissenschaftlichen Untersuchungen.

Zu oft verbleiben sie jedoch in einzelnen Fachsystemen oder werden nur begrenzt weitergegeben. Mein Ziel ist es deshalb, die Zusammenarbeit bei der Datennutzung weiter zu stärken und die Datenflüsse zwischen den beteiligten Stellen zu verbessern. Dort, wo öffentliche Mittel für Kartierungen, Gutachten oder Erfassungen eingesetzt werden, sollten die gewonnenen Erkenntnisse grundsätzlich auch der zentralen Naturschutzdatenhaltung des Landes zur Verfügung stehen. Damit schaffen wir mehrfachen Nutzen: vermeiden Doppelarbeit, erhöhen Aktualität unserer Datengrundlagen, beschleunigen Verfahren und setzen öffentliche Mittel effizienter ein.

Gleichzeitig stärken wir die fachliche Qualität naturschutzfachlicher Bewertungen und schaffen mehr Planungssicherheit für alle Beteiligten. Deshalb werde ich prüfen lassen, wie wir die Datenübermittlung an das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie künftig noch verbindlicher ausgestalten können. Denkbar sind dabei auch landeseinheitliche Regelungen oder entsprechende Erlasse, die eine bessere Nutzung öffentlich finanzierter Daten für Aufgaben des Naturschutzes ermöglichen.

Bei allen technischen Möglichkeiten dürfen wir eines nicht vergessen: Der größte Schatz unseres Naturschutzes sitzt nicht in den Datenbanken. Es sind die vielen Ehrenamtlichen, die seit Jahrzehnten Arten erfassen, Vogelzählungen durchführen, Fledermäuse kartieren, Pflanzenbestände dokumentieren oder ihre Beobachtungen in Datenbanken einpflegen. Ohne dieses Engagement wäre der Naturschutz in MV in seiner heutigen Qualität nicht denkbar. Dafür möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich danken.“

Sauberes Wasser ist keine Selbstverständlichkeit mehr

Schwerin – Anlässlich des gemeinsamen wasserpolitischen Abends in Mecklenburg-Vorpommern der BDEW-Landesgruppe Norddeutschland (Bundesverband der Energie – und Wasserwirtschaft) und der KOWA MV (Kooperationsge­meinschaft Wasser und Abwasser MV) erläutert Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung des Ressourcenschutzes im Land.

„Wasser ist eine unserer wichtigsten Ressourcen und ihr Schutz kostet Geld. Wir investieren in Grundwasserschutz, Monitoring, Gewässerentwicklung, Wasserschutzgebiete, Klimaanpassung und Versorgungssicherheit. Genau dafür brauchen wir eine verlässliche Finanzierung.

Deshalb haben wir das Wasserentnahmeentgelt angepasst. Dabei gilt für mich ein klarer Grundsatz: Die Einnahmen dürfen kein Selbstzweck sein. Sie müssen den wasserwirtschaftlichen Zielen dienen. Dem Schutz unserer Ressourcen, Sicherung der Trinkwasserversorgung und der Vorsorge, damit Schäden und teure Aufbereitung gar nicht erst entstehen.

Genauso wichtig ist mir aber: Wir müssen über die konkrete Mittelverwendung im Gespräch bleiben. Gerade Kooperationen zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft, Maßnahmen zur Nitratreduktion, Monitoring oder Vorsorgeprojekte zeigen, dass Prävention am Ende günstiger ist als Reparatu. Sauberes Rohwasser ist die günstigste Form der Trinkwasseraufbereitung.

Wer Wasser schützen will, muss daher die Entwicklungen erkennen. Deshalb haben wir das Grundwassermessnetz in MV erheblich modernisiert. Seit 2016 wurden mehr als 160 neue Grundwassermessstellen ergänzt oder erneuert. Aktuell werden 425 Messstellen hinsichtlich ihrer Wasserqualität untersucht und an 711 Messstellen Wasserstände erfasst.

Das ist eine erhebliche Datengrundlage. Und diese Daten zeigen: Der Klimawandel wirkt. Im März 2026 zeigten nur 9 Messstellen steigende Trends. 53 Messstellen dagegen fallende oder sogar stark fallende Entwicklungen. Das können und dürfen wir nicht ignorieren. Deshalb modernisieren wir auch die Grundwasserressourcen­karte.

Künftig soll über ein digitales Instrument quasi auf Knopfdruck sichtbar werden: Wo steht wie viel Grundwasser zur Verfügung? Das hilft Kommunen, den Unternehmen und Wasserversorgern. Und es hilft uns, Nutzungskonflikte frühzeitig zu vermeiden. Die erste Aktualisierung der Karte wird in Kürze abgeschlossen anschließend erfolgt digitale Umsetzung in kommenden Jahren.

Ein weiteres Zukunftsthema ist die Klimaanpassung. Denn wir sehen bereits Veränderungen. Der Meeresspiegel der Ostsee ist in den vergangenen rund 100 Jahren um knapp 20 Zentimeter gestiegen. Gleichzeitig nehmen sinkende Grundwasserstände zu. Damit verändert sich auch die Lage der Süß-Salzwasser-Grenzen im Untergrund. Salzhaltiges Tiefenwasser kann zunehmend aufsteigen. Auch darauf reagieren wir. Die Klimaanpassungs­strategie MV, die aktuell in Ressortabstimmung befindet, wird hierfür konkrete Maßnahmen enthalten.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Schutz unserer tertiären Tiefengrundwasserleiter. Wir haben diesen Schutz ausdrücklich im neuen Landeswasser- und Küstenschutzgesetz verankert. Diese Wasservorkommen sind besonders sauber und bilden sich über sehr lange Zeiträume. Deshalb dürfen sie künftig nur dort genutzt werden, wo besondere Reinheit erforderlich ist: für die öffentliche Wasserversorgung, für Heil- oder Mineralwasser, oder medizinische Zwecke. Denn bei diesem Schatz dürfen wir keine kurzfristige Perspektive anlegen.

Unsere Arbeit ist damit keineswegs abgeschlossen, die nächsten Jahre werden entscheidend. Wir werden die Wasserstrategie weiter konkretisieren und mit Maßnahmen untersetzen, die Trinkwasserkooperationen stärken, die digitale Grundwasser­ressourcenkarte fertigstellen, Klimaanpassungsstrategie umsetzen, Wasserschutzgebietsausweisung weiterentwickeln, Versorgungssicherheit weiter stärken

Wir müssen zugleich schneller werden: bei wasserrechtlichen Verfahren, Genehmigungen, Digitalisierung und Umsetzung ohne dabei den Schutz unserer Ressourcen zu relativieren.

Zur Zukunftsfähigkeit unserer Wasserwirtschaft gehört selbstver­ständlich auch die Abwasserinfrastruktur. Dazu zählen neue europäische Anforderungen zur Spurenstoffelimination, Fragen der vierten Reinigungsstufe und die Herausforderung, notwendige Investitionen solide zu finanzieren. Gerade angesichts neuer sicherheitspolitischer Herausforderungen gewinnt zudem die Wassersicherstellung an Bedeutung.

Es geht um robuste und widerstandsfähige Infrastruktur physisch wie digital. Denn die Wasserversorgung gehört zur kritischen Infrastruktur unseres Landes. Deshalb brauchen wir praktikable Sicherheitsstandards, resiliente Systeme und eine Umsetzung, die in der Praxis funktioniert. Zugleich werden wir inter­kommunale Kooperationen, Digitalisierung und resiliente Infrastrukturen weiter stärken. Denn Versorgungssicherheit entsteht nicht im Alleingang“, so Backhaus abschließend.

Weltbienentag am 20. Mai: „Jede noch so kleine Wiese zählt“

Schwerin – Anlässlich des Weltbienentages am 20. Mai macht Umweltminister Dr. Till Backhaus auf die Bedeutung der Insekten in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam.

Der Landesverband der Imker e.V. (LIMV) leistet mit über 1.600 Mitgliedern – darunter rund 20 Prozent Frauen – einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Imkerei, unter anderem durch Schulprojekte und Imkertage. Seit 1993 erhielt er rund 6,7 Millionen Euro institutionelle Unterstützung.

Daraus werden sowohl imkerliches Gerät und die Vermarktung von Bienenzuchterzeugnissen gefördert, aber auch Schulungen für Neuimkerinnen und -imkern, die Anlage von Bienenlehrgärten und die Beschaffung von Medikamenten.

Im Februar dieses Jahres erhielt der Verband einen Zuwendungsbescheid für das Bienenzuchtzentrum Bantin (BZZ). Er beinhaltet eine institutionelle Förderung in Höhe von 351.700 Euro als Fehlbedarfsfinanzierung für den laufenden Betrieb sowie 30.000 Euro für Investitionen, insbesondere für die Weiterentwicklung der Schleudertechnik.

Geplant ist in 2026 die Erweiterung der aktuellen Schleudertechnik zu einer vollständigen Schleuderstraße. Das soll künftig das Schleudern von ca. 1.500 Kilogramm Honig pro Tag mit einer Arbeitskraft statt mit bisher zwei bis drei Arbeitskräften ermöglichen. Aktuell sind im Bienenzuchtzentrum Bantin drei Mitarbeiter und zwei Auszubildende beschäftigt.

„Wir Menschen sind auf Bienen angewiesen. Sie sorgen für Biodiversität und Ernährungssicherheit, denn sie übernehmen rund 80 Prozent der Bestäubung der Nutz- und Wildpflanzen. Dazu zählen Obstbäume und Gemüse sowie Feldfrüchte, wie Raps oder Bohnen. Genauso brauchen die Bienen aber auch den Menschen, denn die Bestände gehen vielfach in bedenklichem Umfang zurück. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat deshalb den 20. Mai als Weltbienentag ausgerufen“, so Backhaus.

Aktuell kümmern sich in MV rund 3.300 Imkerinnen und Imker um etwa 30.000 Bienenvölker. Jährlich produzieren die Imker des Landes etwa 700 Tonnen Honig. „Bienenhonig ist nicht nur ein köstliches Nahrungsmittel, von dem jeder Deutsche durchschnittlich etwa 1,1 Kilogramm verbraucht. Die entzündungshemmende Wirkung von Honig wird auch in Heilmitteln verwendet. Der Honigbedarf in Deutschland wird nur zu etwa 20 Prozent aus heimischer Produktion gedeckt. Durch die Bestäubungsleistung wird der wirtschaftliche Wert der Honigbiene auf mindestens das 10- bis 15-Fache des Honigertrages geschätzt“, erklärt der Minister.

Außerdem verweist er auf die Rolle der Landwirte. „Auch sie sind wichtig bei der Erhaltung der Bienen. Schließlich werden 58 Prozent der Fläche unseres Landes landwirtschaftlich genutzt. Ich freue mich deshalb, dass unser Förderprogramm für das Anlegen von Blühstreifen bzw. Blühflächen sehr gut angenommen wird. Von 2018 bis 2022 wurden im Förderprogramm für ein- und mehrjährige Blühflächen jährlich 13.800 Hektar mit 9,2 Millionen Euro an 1.183 Antragsteller ausgegeben. Von 2023 bis 2025 wurden im Förderprogramm für mehrjährige Blühflächen jährlich 2.100 Hektar mit 1,7 Millionen Euro an 154 Antragsteller ausgegeben. Auf diese Weise wurde das Nahrungsangebot für Bienen nachhaltig verlängert.“

Auch öffentliches Grün und private Gärten sind für die Verbesserung der Nahrungssituation der Bienen von Bedeutung. „Und da zählt jede noch so kleine Wiese oder jedes begrünte Dach. Denn jeder kann selbst zum Bienenschutz und damit zur Artenvielfalt beitragen. Neben der Schaffung von Lebensräumen, in denen Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten für Insekten vorkommen, sollte man darauf achten, gezielt Gehölze oder Wildpflanzen aus der Region zu kaufen und anzupflanzen. Beliebt bei Wildbienen sind etwa Glockenblumen, Korbblütler wie Färberkamille und Rainfarn sowie der Natternkopf“, sagt er abschließend.

Nach Wal-Einsatz: Backhaus fordert Antworten und bessere Strukturen

Schwerin – Im Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern sind bislang keine Daten zum Verbleib und Zustand des in die Nordsee verbrachten Buckelwals eingegangen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus kritisierte die fehlende Rückmeldung der privaten Initiative und forderte mehr Transparenz.

„Ich hätte mir hier deutlich mehr Transparenz gewünscht“, sagte Backhaus. Vereinbart gewesen sei, dass der Initiative Daten zum Zustand des Tieres sowie zur Ortung übermittelt werden. „Diese Informationen liegen bislang nicht vor.“

Zugleich stellte der Minister klar, dass er sich nicht an Spekulationen über das Schicksal des Wals beteiligen werde: „Es gibt keinen gesicherten Nachweis über den Tod des Tieres. Ich beteilige mich nicht an Spekulationen.“

Der Minister zog zugleich eine differenzierte Bilanz des Einsatzes: „Der Rettungsversuch hat dem Wal die Chance gegeben, in seinem natürlichen Lebensraum zu überleben. Genau darum ging es.“

Für die Zukunft brauche es jedoch bessere Strukturen und klare Abläufe bei vergleichbaren Ereignissen. Auf der Umweltministerkonferenz, die heute in Leipzig mit Ländervorbesprechungen startet, setzt sich MV für einen runden Tisch Walstrandungen ein, um künftig klare Zuständigkeiten, abgestimmte Verfahren und verbindliche Strukturen für vergleichbare Einsätze zu schaffen.

Backhaus mahnte zudem, die Debatte nicht auf den Einzelfall zu verengen: „Der Wal ist ein sichtbares Zeichen – die eigentlichen Probleme liegen tiefer.“ Er verwies auf den Zustand der Meere insgesamt: Jährlich gelangen weltweit rund 400 Millionen Tonnen Schadstoffe in die Ozeane. Etwa 80 Prozent der Verschmutzung stammen von Land, rund drei Viertel des Mülls im Meer bestehen aus Kunststoff. „Wenn wir Meeressäuger wirksam schützen wollen, müssen wir diese Ursachen angehen – Verschmutzung, Lärm, Schiffsverkehr und Beifang.“

Der Minister betonte, dass es sich bei dem Buckelwal um einen Ausnahmefall handele. „Diese Tiere sind in der Ostsee nicht heimisch.“ Der eigentliche Handlungsbedarf liege beim Schutz des Schweinswals: „In der zentralen Ostsee leben nur noch wenige hundert Tiere. Hier müssen wir ansetzen.“

Auf der Umweltministerkonferenz setzt sich das Land deshalb unter anderem für mehr Schutzräume, gezielte Maßnahmen gegen Beifang und einen wissenschaftsbasierten Ansatz im Meeresschutz ein. Bereits heute stehen rund 50 Prozent des Küstenmeeres unter Schutz, und es wurden zahlreiche Maßnahmen wie Renaturierungen und Seegrasprojekte umgesetzt.

Abschließend verwies Backhaus auf die Bedeutung der Fischerei: „Die Küstenfischerei ist Teil unserer kulturellen Identität und ein anerkanntes immaterielles Kulturerbe.“ Die Zahl der Betriebe sei seit der Wende von rund 950 auf etwa 270 zurückgegangen. „Das zeigt, wie sensibel wir hier abwägen müssen. Meeresschutz und Küstenfischerei müssen zusammen gedacht werden.“

Meeresschutz stärken und Kompetenzen bündeln

MV setzt auf wirksame statt pauschale Maßnahmen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt nimmt am Freitag, 7. Mai, an der 106. Umweltministerkonferenz (UMK) in Leipzig teil. Im Mittelpunkt stehen Forderungen nach einem verbesserten Meeresschutz in Nord- und Ostsee, Konsequenzen aus den wiederholten Walstrandungen sowie Fortschritte bei der Munitionsbergung und beim Wildtiermanagement.

„Das Ökosystem von Nord- und Ostsee ist durch vielfältige Nutzungen und stoffliche Einträge stark belastet. Daraus folgt ein klarer Auftrag: mehr Meeresschutz – aber wirksam und nicht nur auf dem Papier“, sagt Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern setzt sich daher für mehr und wirksamere Ruhe- und Rückzugsräume ein, in denen sich Arten und Lebensräume ohne direkte Beeinträchtigungen durch menschliche Nutzung erholen können. Solche geschützten Bereiche sind ein zentraler Baustein für den Schutz von Meeressäugern, weil sie Störungen reduzieren und sichere Rückzugsräume schaffen.

Ergänzend setzt das Land auf gezielte Maßnahmen zur Verringerung konkreter Risiken – insbesondere beim Beifang durch die traditionelle Kleine Küstenfischerei sowie im Umgang mit Geisternetzen. Grundlage ist dabei ein klarer Ansatz: Maßnahmen müssen dort ansetzen, wo tatsächlich Gefahren bestehen und auf den besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

Auch bei der Industriefischerei verfolgt Mecklenburg-Vorpommern diesen differenzierten Weg und setzt sich für eine wirksame Regulierung auf EU-Ebene ein.

„Ich bleibe dabei: Wir brauchen mehr Meeresschutz. Daran hat sich auch nach den Erfahrungen mit der Walrettung nichts geändert“, stellt Backhaus klar. „Aber dieser Schutz muss wirksam und verhältnismäßig sein. Er darf nicht dazu führen, dass wir gewachsene Strukturen an unserer Küste zerstören.“

Die Küstenfischerei sei nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch Teil unserer kulturellen Identität und als immaterielles Kulturerbe anerkannt. „Die Zahl der Betriebe ist seit der Wende bereits massiv zurückgegangen –  von rund 950 auf heute etwa 270 im Haupt- und Nebenerwerb. Diese Entwicklung zeigt, wie sensibel wir hier abwägen müssen. Unser Ziel ist es, Meeresschutz und Fischerei gemeinsam zu denken – nicht gegeneinander auszuspielen.“

„Mecklenburg-Vorpommern verfügt bereits über eine sehr hohe Schutzgebietsdichte: Rund 50 Prozent des Küstenmeeres stehen unter Schutz. Gleichzeitig wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt – von Renaturierungen über Schutzgebietsbetreuung bis hin zur Wiederherstellung von Seegraswiesen und Riffstrukturen.

„Meeresschutz findet längst statt – entscheidend ist, ihn weiter zu verbessern und zielgerichtet auszubauen“, so Backhaus.

Die jüngsten Buckelwal-Strandungen haben aus Sicht des Landes gezeigt, dass es klarere Strukturen und abgestimmte Verfahren braucht.

Mecklenburg-Vorpommern setzt sich daher für einen länderübergreifenden „Runden Tisch Walstrandungen“ ein. Ziel ist ein gemeinsames Konzept mit klaren Zuständigkeiten, abgestimmten Abläufen und einer tragfähigen Koordinierungsstruktur.

„Solche Einsätze sind hochkomplex. Wir brauchen klare Verantwortlichkeiten, abgestimmte Prozesse und eine gemeinsame Linie über Ländergrenzen hinweg“, sagt Backhaus.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bergung von Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee. Mecklenburg-Vorpommern fordert vom Bund mehr Tempo und Verlässlichkeit.

Konkret wird die Vorlage der Ergebnisse aus den Pilotbergungen sowie ein gemeinsames Finanzierungsmodell für die langfristige Munitionsbeseitigung gefordert.

„Hier handelt es sich um eine Generationenaufgabe. Der Bund muss gemeinsam mit den Ländern für klare Zuständigkeiten und eine verlässliche Finanzierung sorgen“, so Backhaus.

Zudem setzt sich das Land für die schnelle Einrichtung des Bundeskompetenzzentrums „Munitionsbergung aus dem Meer“ in Rostock ein.

Auch beim Umgang mit dem Kormoran spricht sich Mecklenburg-Vorpommern für einen ausgewogenen Ansatz aus.

Vor dem Hintergrund eines stabilen Bestands setzt sich das Land dafür ein, die rechtlichen Spielräume zu erweitern und ein europaweites Management zu prüfen.

„Wir brauchen einen Ausgleich zwischen Artenschutz und den berechtigten Interessen der Fischerei“, betont Backhaus.

Backhaus: Offene Fragen zum Buckelwal müssen geklärt werden

Schwerin – „Ich nehme die aktuelle Diskussion und die Einschätzungen des Deutschen Meeresmuseums zur Kenntnis. Den Spekulationen über den möglichen Tod des Wals schließe ich mich zum jetzigen Zeitpunkt ausdrücklich nicht an. Ich richte mein Urteil an Fakten aus. Sollte das Deutsche Meeresmuseum Erkenntnisse haben, die wir nicht haben, bitte ich um entsprechende Herausgabe.

Insgesamt bin auch ich der Auffassung, dass die relevanten Daten zum Wal zügig vorgelegt und die offenen Fragen aufgeklärt werden müssen. Gerade weil die Freilassung des Wals Medienberichten zufolge nicht abgestimmt erfolgt ist, besteht hier ein berechtigtes Interesse an Transparenz.

Mit der privaten Initiative ist vereinbart, dass sie sich bis heute mit den angeforderten Informationen zurückmeldet. Dazu gehören insbesondere die Daten der Peilsender sowie aktuelle Erkenntnisse zum Zustand des Tieres. Diese Rückmeldung war Bestandteil der gemeinsamen Absprachen, und ich erwarte, dass sie nun zeitnah erfolgt.

Unabhängig davon ist mir wichtig klarzustellen, dass zentrale Punkte im Vorfeld verbindlich vereinbart waren: Erstens die Anbringung eines Peilsenders sowie eine Videoüberwachung auf der Barge, zweitens eine tierärztliche Begutachtung des Tieres unmittelbar vor der Freilassung, und drittens die Bereitstellung der Peilsenderdaten für einen abgestimmten, vertraulichen Kreis.

Diese Punkte dienen der Nachvollziehbarkeit des Einsatzes und der weiteren Einordnung des Geschehens.

Ich habe von Anfang an deutlich gemacht, dass wir den Wal begleiten – und dazu gehört auch, dass die Initiative ihren Vereinbarungen nachkommt und die Informationen unverzüglich vorlegt.“

Steigende Temperaturen: Backhaus warnt vor erhöhter Waldbrandgefahr

Schwerin – Zum bevorstehenden langen Maiwochenende ruft Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste des Landes zu besonderer Vorsicht in Wald- und Naturräumen auf. Mit steigenden Temperaturen, trockenen Böden und erhöhtem Besucheraufkommen wächst regional die Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden. Für den Osten des Landes ist die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufen ausgerufen worden.

„Unsere Wälder sind wertvolle Natur- und Erholungsräume. Bei frühlingshaften Temperaturen und aufkommenden Winden trocknet die über den Winter abgestorbene Gras- und Strauchschicht schnell aus. Oft reicht schon ein Funke, um einen Brand zu verursachen. Gerade an Feiertagen zieht es viele Menschen in die Natur.

Bereits kleine Unachtsamkeiten – etwa weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer, Grillen an nicht zugelassenen Stellen oder parkende Fahrzeuge auf trockenem Gras – können Brände auslösen und erhebliche Schäden verursachen. Deshalb bitten wir alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher um umsichtiges Verhalten und die konsequente Einhaltung der Schutzregeln.

Besonders gefährdet sind wenig naturnahe, einschichtige Kiefernwälder sowie Flächen mit abgestorbener, abgetrockneter oder stark verbissener Bodenvegetation. Dort, wo bereits eine Verjüngung mit Laubholz etabliert ist, wird mehr Feuchtigkeit im Boden gespeichert. So hilft der Waldumbau auch die Waldbrandgefahr zu reduzieren“, sagt Minister Dr. Backhaus.

Wichtige Verhaltensregeln im Wald

  • Kein offenes Feuer oder Grillen außerhalb ausgewiesener Plätze
  • Rauchverbot beachten und keine Zigarettenreste in die Natur werfen
  • Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Parkflächen abstellen
  • Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge freihalten
  • Bei Rauch oder Feuer sofort den Notruf 112 wählen