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Kategorie: Natur und Umwelt

Backhaus warnt vor Gefahr an Steilküsten – Vorsicht an Ostern

Schwerin – Nach einem aktuellen Rettungseinsatz an der Kreideküste im Nationalpark Jasmund appelliert Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus eindringlich an Einheimische und Gäste, die Gefahren an Steilküsten ernst zu nehmen – insbesondere mit Blick auf die bevorstehenden Osterfeiertage.

Am vergangenen Wochenende waren zwei Personen im Bereich eines kürzlich erfolgten Kreideabbruchs am Lenzer Bach in Kreideschlamm eingesunken und konnten sich nur mit Mühe befreien. Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren im Einsatz. Die Betroffenen wurden mit Anzeichen von Unterkühlung und Verletzungen versorgt.

„Gerade jetzt, wo viele Menschen die freien Tage für Ausflüge in die Natur nutzen, bitte ich eindringlich um Vorsicht. Die Steilküsten sind faszinierend, aber sie bergen erhebliche Gefahren – insbesondere nach Abbrüchen“, sagte Backhaus.

Nach Abbrüchen wird das Kreidematerial durch das Meer aufgeweicht und bildet tückischen Kreideschlamm. Dieser kann dazu führen, dass Menschen einsinken und sich aus eigener Kraft kaum befreien können. Zudem droht schnell eine Unterkühlung.

Hinzu kommt die ständige Gefahr weiterer Abbrüche. Ein Aufenthalt unterhalb der Kreidefelsen ist lebensgefährlich. „Diese Bereiche sind keine Abenteuerspielplätze. Wer sich dort aufhält oder versucht, Abbruchkanten zu erklimmen, bringt sich und andere in große Gefahr“, so Backhaus.

Trotz klarer Gefahrenlage kommt es immer wieder vor, dass Menschen gesperrte oder gefährdete Bereiche betreten – etwa um Fossilien zu sammeln oder die Abbruchstellen aus nächster Nähe zu erleben.

„Ich habe großes Verständnis für die Faszination unserer Natur. Aber diese Neugier darf nicht dazu führen, dass Menschen ihr Leben riskieren oder Rettungskräfte in gefährliche Einsätze bringen“, betonte Backhaus.

Rettungseinsätze an schwer zugänglichen Küstenabschnitten sind oft aufwendig und gefährlich. Jede vermeidbare Situation stellt auch für die Einsatzkräfte ein Risiko dar. „Unsere Einsatzkräfte leisten Großartiges. Umso wichtiger ist es, dass wir alle dazu beitragen, solche Einsätze gar nicht erst notwendig werden zu lassen“, so Backhaus.

Das Ministerium rät allen Besucherinnen und Besuchern:

  • Absperrungen und Warnhinweise unbedingt beachten
  • Abstand zu Steilküsten und Abbruchkanten halten
  • Uferbereiche unterhalb von Kreidefelsen meiden
  • keine riskanten Annäherungen für Fotos oder Funde

„Natur erleben heißt auch, ihre Kräfte zu respektieren. Wer sich umsichtig verhält, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere“, sagte Backhaus.

Saison der Nationalen Naturlandschaften MV eröffnet

Born – Anlässlich der Saisoneröffnung der Nationalen Naturlandschaften besucht Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus das Nationalparkamt Vorpommern in Born auf dem Darß. Im Zuge des Besuches wird auch das neue Verwaltungsgebäude des Nationalparkamtes eingeweiht:

„Neben wichtigen Projekten in der Natur ist es für die Verwaltung sicher ein Meilenstein, dass das Nationalparkamt Vorpommern den aufwendig sanierten Amtssitz wieder beziehen konnte“, erklärt der Minister und ergänzt: „Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat hier fast 5,4 Mio. Euro investiert und damit auch ein klares Bekenntnis zu diesem Standort abgegeben. Und es freut mich zu hören, dass die Leistungen fast vollständig von Betrieben aus unserem Land erbracht wurden, das Land ist ein wichtiger und zuverlässiger Auftraggeber. Damit haben wir jetzt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervorragende Arbeitsbedingungen geschaffen! Mit der Einrichtung von zwei Praktikantenquartieren, haben wir jetzt auch auf dem Darß die Möglichkeiten für junge Menschen verbessert, hier im Nationalparkamt zu lernen“, so Backhaus. Anschließend ging der Minister auf das Jahresthema „NaturBelebt“ ein, das die Nationalen Naturlandschaften des Landes verbindet. Die Schutzgebiete Mecklenburg-Vorpommerns seien die Hotspots der Wiederherstellungsanstrengungen des Landes, so Backhaus:

„Die 13 Nationalen Naturlandschaften in Mecklenburg-Vorpommerns umfassen insgesamt fast 18 Prozent der Landesfläche von Mecklenburg-Vorpommern. Seit den 1990er Jahren arbeiten drei Nationalparke, drei Biosphärenreservate und sieben Naturparke, in unserem Bundesland zusammen daran, Natur und Klima zu schützen, zu bewahren und erlebbar zu machen. Nicht zu vergessen auch das erste nationale Naturmonument in Deutschland – die Ivenacker Eichen. Sie stehen nicht nur für belebende Naturerlebnisse, sondern auch für vielfältige Aktivitäten, die der Natur ihren ursprünglichen Raum zurückgegeben haben.

Viel Natur wurde hier bereits „wieder belebt“, vielfältige Schutz- und Wiederherstellungsprojekte realisiert: Die Bandbreite reicht vom Abschluss der Waldbehandlung über den Rückbau von Gebäuden bis zur Wiederherstellung natürlicher Wasserhaushalte in Mooren, Seen und Fließgewässern. Auf einer Gesamtfläche von etwa 21.000 Hektar wurden Moorschutz­projekte umgesetzt und somit wirkungsvoller Klima- und Artenschutz betrieben. Mehr als die Hälfte der in MV wiedervernässten Moorflächen liegt in den Nationalen Naturlandschaften.

Im Nationalpark Müritz belaufen sich die renaturierten Moorflächen auf mehr als 2.400 Hektar. Darüber hinaus wurden an 32 Seen mit einer Fläche von über 1.400 Hektar Maßnahmen zur Wiederherstellung eines natürlichen Wasserhaushalts realisiert. Im Biosphärenreservat Schaalsee wurden in den vergangenen 25 Jahren etwa 1.500 Hektar Moorfläche renaturiert. Im Nationalpark Jasmund sind bereits 43 Moore vitalisiert worden. Weitere Großflächige Beispiele sind das Peenetal mit einer renaturierten Fläche von etwa 10.000 Hektar, der Osterwald auf dem Zingst, das Roggendorfer Moor im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee sowie die Ostrügensche Boddenlandschaft.

Für solche Projekte braucht es einen langen Atem, Fachwissen, Ortskenntnis, Kontakte und Partnerschaften. Besucher, Einheimische und lokale Akteure sollen die Erfolge, aber auch Herausforderungen bei der Wiederherstellung von Naturflächen miterleben und für kommende sensibilisiert werden. Ohne engagierten Einsatz Freiwilliger und die Mitwirkung von ehrenamtlich Tätigen geht es nicht. Sie verdienen unsere größte Anerkennung.

Im Nationalpark Vorpommersch Boddenlandschaft steht der Abschluss des größten Renaturierungsvorhabens an, dieses fügt sich somit hervorragend in das Jahresthema.

Im Sommer werden die letzten Deichabschnitte geöffnet. Es ist beeindruckend zu sehen, wie im größten Teil der Sundischen Wiese, im Nordteil und im Südteil, natürliche Wasser- und Überflutungsverhältnisse die Landschaft verwandeln. Aus der gepolderten Wiesenlandschaft entsteht ein großes Mosaik aus kleinen Gewässern, Röhrichten, aus künftigen Mooren, Moorwäldern und Weiden.

Auch hier erwarten wir nach Abschluss der Arbeiten eine schnelle Rückkehr der Natur. Der renaturierte Ottosee am Darßer Ort zeigt eindrücklich, wie schnell hier Entwicklungen nach Rückbau des alten Nothafens zu einem Strandsee voranschreiten und wie begeistert Naturfreunde Landschaft und Vogelwelt wahrnehmen. Natur, die belebt. Die Beobachtungsplattform am Ottosee wurde erneuert – sie wird nicht erweitert, um auch hier die Eingriffe in die Natur mit Maß umzusetzen. Es gibt durchaus Tageszeiten, da hat man die Plattform für sich allein.

Möglich wurde diese Entwicklung in der Kernzone des Nationalparks, weil der Inselhafen Prerow, mit der Seebrücke gebaut wurde und seinerseits neben all seinen ureigenen Funktionen zur Sicherheit auf See zu einem touristischen Highlight des Landes wurde. So wird der Naturschutzgedanke gepaart mit der Sicherheitsarchitektur des Landes und der touristischen Wertschöpfung.

Der Hafen und die Seebrücke haben die Bewährungsprobe bestanden. Der Winter wurde zu einer ganz besonderen Testphase. Der Seenotrettungskreuzer musste für 3 Wochen dem Eis ausweichen, dafür kamen unerwartet viele Besucher. Die 721 Meter lange Seebrücke bot dazu eine einmalige Gelegenheit. An keiner anderen Stelle boten sich vergleichbare Eindrücke. Die winterliche Eispracht auf der Ostsee lockte Besucher von nah und fern. An Spitzentagen, wie den Sonntagen am 8. und 15. Februar, wurden jeweils mehr als 3.500 Besucher gezählt, mehr als an gut besuchten Hochsommertagen. Damit wurden die Seebrücke und der Inselhafen Prerow auch im Winter zu einem neuen Besucher-Hotspot in M-V.

Seit der Eröffnung bis zum Ende 2025 kamen mehr als 600.000 Gäste auf die Seebrücke. Sonntag, der 02.11.2024 war dabei mit über 4.200 Besuchern der am stärksten frequentierte Tag. Durchschnittlich besuchten sie an Wochentagen ca. 1.400 und an den Wochenenden über 2.000 Menschen täglich.

Allein im ersten Jahr haben 2.200 schutzsuchende Boote den Inselhafen genutzt und die DGzRS hat zehn Havaristen in den Inselhafen gebracht. Als für die Fischerei zuständiger Minister freue ich mich sehr, dass der örtlich wirtschaftende Fischereibetreib mit der Hafenanlage ebenso zufrieden ist wie die Nutzer von DLRG und Feuerwehr.

Mit dem Inselhafen und der Seebrücke hat die Landesregierung somit wie geplant mehrere wichtige Aufgaben erfüllt: Außerhalb der Kernzone des Nationalparks wurde am Idealstandort – d.h. ca. in der Mitte zwischen Warnemünde und Barhöft ein sicherer Standort für den Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“ der DGzRS geschaffen. Damit ist das stark befahrene Seegebiet der Kadetrinne sicherer geworden. Mit der Schutz- und Etappenfunktion des Inselhafens sind die Bedingungen für Wassersportler im Seegebiet erheblich verbessert worden. Auch die Meerwasserentsalzungsanlage zur Trinkwassergewinnung, die Abwasserbeseitigungsanlage und die Trafostation haben ihren Dienst getan. Insgesamt wurden im ersten Jahr 1.000 m³ Trinkwasser aus der Ostsee gewonnen.

Aber wir wollen nicht stehenbleiben, denn das Landesvorhaben hat noch weiteres Potential, das wir gern in Abstimmung mit der Gemeinde Ostseebad Prerow verwirklichen wollen. Dazu gehört eine Verbesserung der Regelungen zur Kurtaxe für die Hafennutzer, ein zwischen den Beteiligten abgestimmtes Konzept für Sonderveranstaltungen und besonders die Inbetriebnahme des Fahrgastschiffanlegers“, so Backhaus.

Strategie für sauberes Trinkwasser, sichere Küsten und starke Gewässer

Schwerin – Pünktlich zum Tag des Wassers am 22. März stellt Mecklenburg-Vorpommern seine neue Wasserstrategie vor. Ziel ist es, die Wasserversorgung langfristig zu sichern, Gewässer besser zu schützen und das Land widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

Die Strategie ergänzt das novellierte Landeswasser- und Küstenschutzgesetz. Während das Gesetz die rechtlichen Grundlagen stärkt, bündelt die Wasserstrategie die Ziele, Prioritäten und Maßnahmen der künftigen Wasserpolitik.

„Wasser ist Leben. Ohne Wasser gäbe es kein Leben auf der Erde. Dieser Schatz ist zu sichern, denn sauberes Trinkwasser, naturnahe Gewässer und sichere Küsten sind keine Selbstverständlichkeit. Mit der Wasserstrategie geben wir unserem Handeln eine klare Richtung: vorsorgend, nachhaltig und generationengerecht“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Wasserland MV unter Druck

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den wasserreichsten Bundesländern: Mehr als 2.200 Seen, rund 40.000 Kilometer Fließgewässer und 1.945 Kilometer Küstenlinie prägen das Land. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen:

  • Frühjahr 2025: zweittrockenstes seit mindestens 145 Jahren
  • steigende Risiken durch Starkregen, Hochwasser und Trockenperioden
  • prognostizierter Meeresspiegelanstieg von bis zu 1,10 Metern bis 2100

Die Wasserstrategie setzt genau hier an: Sie zeigt, wie Wasser künftig besser geschützt, nachhaltig genutzt und bewirtschaftet werden kann und die Ursachen und Folgen des Klimawandels und der demographische Wandel dabei Berücksichtigung finden. 

Acht Handlungsfelder – ein Ziel

Die Strategie bündelt die Wasserpolitik des Landes in acht zentralen Handlungsfeldern, darunter:

  • Schutz der Gewässer vor Schadstoffeinträgen
  • Stärkung des Wasserrückhalts als Dürrevorsorge
  • Hochwasser- und Küstenschutz
  • Anpassung an den Meeresspiegelanstieg
  • wassersensible Stadtentwicklung

„Die Wasserstrategie ist unser Kompass: Sie hilft uns, Nutzung und Schutz des Wassers besser in Einklang zu bringen und Risiken frühzeitig zu begrenzen“, so Backhaus.

Investitionen zeigen Wirkung

Das Land hat bereits umfangreich in Wasserinfrastruktur und Gewässerschutz investiert:

  • 2,5 Milliarden Euro für Abwassermaßnahmen seit 1991 (davon 900 Mio. € Landesförderung)
  • 300 Millionen Euro für Trinkwasserversorgung (110 Mio. € Förderung)
  • 80 Millionen Euro seit 2015 für Gewässerentwicklung
  • 500 Millionen Euro seit 1990 für Küstenschutz

85 Prozent des Trinkwassers stammen aus Grundwasser, das über ein dichtes Messnetz mit rund 700 Mengen- und 425 Qualitätsmessstellen überwacht wird.

Wasserstrategie als gemeinsamer Prozess

Die Wasserstrategie richtet sich an Kommunen, Wasserverbände, Landwirtschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie bündelt bestehende Maßnahmen, setzt neue Impulse und wird kontinuierlich weiterentwickelt.

„Wasser ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Deshalb setzen wir auf Beteiligung und Dialog – denn nur gemeinsam können wir unsere Wasserressourcen nachhaltig sichern“, sagte Backhaus.

Inselhafen und Seebrücke haben den Winter gut überstanden

Prerow – Der Inselhafen Prerow und die neue Seebrücke haben der extremen Winter-Witterung standgehalten und haben sich im ersten Jahr ihres Bestehens voll bewährt, erklärt Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus:

„Eisschollen aus östlichen Teilen der Ostsee wurden durch den Wind in die Prerowbucht getrieben und bildeten eine Eisschicht, die den Hafen komplett einschloss. Nachdem bereits am 16. Februar die Bucht wieder eisfrei war, trieb der Wind das Eis nochmals in die Bucht und umschloss den Hafen erneut. Inzwischen ist das Gebiet eisfrei und der Hafen uneingeschränkt nutzbar“, so Backhaus.

Am 23. Februar konnte der Seenotrettungskreuzer Nis Randers, der am 04. Februar den Inselhafen verlassen hatte, seinen Liegeplatz in Prerow wieder beziehen und auch der Fischer ist in den Inselhafen zurückgekehrt und übt von hier die Fischerei aus. Über drei Wochen hatten Eismassen Hafen und Seebrücke in den Wintermodus versetzt.

„Trotz einer, aufgrund der langanhaltenden Frostperiode mit strengen Nachtfrösten, kurzzeitig zugefrorenen Versorgungsleitung, konnte die Infrastruktur durchweg voll funktionsfähig und nutzbar gehalten werden.

Und während die Eismassen auf der einen Seite den Hafenbetrieb einschränkten, sorgten sie auf der anderen Seite für einen wahren Besucheransturm. Tausende nutzen Seebrücke und Inselhafen für einen Spaziergang über das gefrorene Meer, um das seltene Naturschauspiel aus der Nähe zu sehen. Die 721 Meter lange Seebrücke bot dazu eine einmalige Gelegenheit. An keiner anderen Stelle waren vergleichbare Eindrücke zu erhalten.

Die winterliche Eispracht auf der Ostsee lockte Besucher von nah und fern. An Spitzentagen, wie den Sonntagen am 8. und 15. Februar, wurden jeweils mehr als 3.500 Besucher gezählt, mehr als an gut besuchten Hochsommertagen. Damit wurden die Seebrücke und der Inselhafen Prerow auch im Winter zu einem neuen Besucher-Hotspot in M-V“, erklärt Minister Backhaus.

Fördermittel für Bienenzuchtzentrum Bantin

Bantin – Heute erhielt der Landesverband der Imker MV einen Zuwendungsbescheid für das Bienenzuchtzentrum Bantin (BZZ). Er beinhaltet eine institutionelle Förderung in Höhe von 351.700 Euro als Fehlbedarfsfinanzierung für den laufenden Betrieb sowie 30.000 Euro für Investitionen, insbesondere für die Weiterentwicklung der Schleudertechnik.

„Die Biene gehört zu den wichtigsten Nutztieren überhaupt. Sie bestäubt rund 80 Prozent unserer Nutzpflanzen und viele Wildpflanzen. Ohne sie hätten wir buchstäblich nichts zu essen auf dem Teller. Vor dem Hintergrund übt das BZZ eine Schlüsselfunktion aus bei der Aufgabe, den Rückgang der Zahl der Imker sowie der Bienenpopulation zu stoppen bzw. umzukehren. Es ist unverzichtbar, denn es sichert den Rahmen für die Zucht, für Schulungen, Beratungen und für die Ausbildung der Imker in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute in Bantin.

Geplant ist in 2026 die Erweiterung der aktuellen Schleudertechnik zu einer vollständigen Schleuderstraße. Das soll künftig das Schleudern von ca. 1.500 Kilogramm Honig pro Tag mit einer Arbeitskraft statt mit bisher zwei bis drei Arbeitskräften ermöglichen. Somit wird das Bienenzuchtzentrum weniger abhängig von externen Schleuderkräften, auf die in der Vergangenheit während der Honigsaison zurückgegriffen werden musste. Aktuell sind im Bienenzuchtzentrum Bantin drei Mitarbeiter und zwei Auszubildende beschäftigt.

Das Land unterstützt seit 1993 den Landesverband der Imker MV e.V. institutionell, inzwischen mit insgesamt rund 6,7 Millionen Euro. Mit einer umfassenden Neugestaltung im Jahr 2024 wurde der Bienengarten auf Basis eines neuen Gartenplans weiterentwickelt: Pflege- und Rückschnittmaßnahmen, neue Pflanzungen und gestalterische Elemente haben das Areal aufgewertet.

Bereits in den Jahren 2019/2020 wurde mit Hilfe von LEADER-Mitteln in Höhe von knapp 289.000 Euro sowie weiteren Fördergeldern aus dem Strategiefonds des Landes das sogenannte „Apineum“ errichtet – ein modernes Schulungszentrum mit Seminarräumen, sanitären Anlagen und einem einladenden Besucherbereich. Auch das ehemalige „Honighaus“ wurde integriert und um attraktive Ausstellungsstücke wie ein Modell einer überdimensionalen Bienenkönigin ergänzt.

In Mecklenburg-Vorpommern kümmern sich rund 3.300 Imkerinnen und Imker um etwa 30.000 Bienenvölker. Der Landesimkerverband leistet mit über 1.600 Mitgliedern – darunter rund 20 Prozent Frauen – einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Imkerei, unter anderem durch Projekte an Schulen und die regelmäßig stattfindenden Imkertage.

„Ich wünsche dem Zentrum und allen Aktiven weiterhin viel Erfolg, gute Ernten und starke Völker. Ich danke allen Engagierten vor Ort. Ohne sie wäre Bantin nicht das, was es heute ist: ein Zentrum für Bienenzucht und Bienenforschung – mit Strahlkraft weit über Mecklenburg-Vorpommern hinaus“, so Minister Backhaus abschließend.

Neue Pflanzenabfalllandesverordnung veröffentlicht

Schwerin – Das Verbrennen von Gartenabfällen auf dem eigenen Grundstück wird ab dem 1. Januar 2029 in Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich nicht mehr möglich sein. Das Land hat die betreffende Pflanzenabfalllandesverordnung an das höherrangige Bundesabfallrecht angepasst. Die neu gefasste Landesverordnung sei nun im Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht worden, erklärt Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus:

„Bei der Verbrennung von Pflanzenabfällen gehen wertvolle biogene Rohstoffe unwiederbringlich verloren. Die praktischen Folgen der Brennregelungen der Pflanzenabfalllandesverordnung stehen damit im Konflikt zu den Bestrebungen des Kreislauf­wirtschaftsgesetzes, Bioabfälle möglichst im Wege einer mehrstufigen Kaskadennutzung hochwertig stofflich zu verwerten, und stellen sich zudem auch in ökologischer Sicht ressourcenschädigend und unzeitgemäß dar. Zugleich wurde die Luft vielerorts im Gesundheits- und Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern mit Rauch belastet“, erläutert Backhaus die Verordnungsänderung.

Aber schon jetzt gilt: Verbrannt werden darf auf Grundlage der noch geltenden Pflanzenabfalllandesverordnung nur, wenn keine anderen zumutbaren Entsorgungsmöglichkeiten auf dem Grundstück, z.B. in Form des Kompostierens oder Verrottenlassens, und durch den örtlich zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, z. B. durch Biotonne oder Wertstoffhof, existieren. In der Praxis ließ sich diese Vorgabe nur schwer kontrollieren, da die Brennbefugnisse nach der bisherigen Pflanzenabfalllandesverordnung nicht behördlich genehmigt werden müssen. Die Bürgerinnen und Bürger prüfen demnach selbst, ob die Brennvoraussetzungen vorliegen oder nicht.

„Dies hat in der Vergangenheit zu erheblichen Fehlein­schätzungen geführt mit Folgen für die Umwelt und unsere natürlichen Ressourcen“, betont Backhaus.

Wegen dieser Beeinträchtigungen erstatteten Anwohnerinnen und Anwohner in den letzten Jahren wiederholt zahlreiche Anzeigen bei den zuständigen Behörden. Ferner wurden zu den negativen Auswirkungen der Pflanzenabfallverbrennung in Nachbarschaft und Umwelt regelmäßig eine Vielzahl von Bürgerbeschwerden sowohl beim Bürgerbeauftragten, dem Petitionsausschuss des Landtages als auch bei dem für die Abfallwirtschaft zuständigen Ministerium eingereicht.

„Es ist daher erforderlich, die Pflanzenabfalllandesverordnung, welche im Jahr 2001 noch unter Geltung des damaligen Kreislauf­wirtschafts- und Abfallgesetzes erlassen wurde, an zwischenzeitig aktualisierte rechtliche und umweltschutzrelevante Anforderungen, insbesondere an das mittlerweile in Kraft getretene Kreislaufwirtschaftsgesetz, anzupassen und damit neu zu fassen“, so Backhaus.

Seit vielen Jahren laufen in Vorbereitung dafür intensive Abstimmungen mit den Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Abfallbehörden und mit den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern. Letztere bestätigten, dass eine anderweitige zumutbare Entsorgung von Pflanzenabfällen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten des Landes grundsätzlich gewährleistet ist.

Auch die bisherigen Brennregelungen der Pflanzenabfall­landesverordnung für die Forst- und Landwirtschaft werden entfallen. „Dies ist wichtig, um auch in Land- und Forstwirtschaft die stoffliche Verwertung von Pflanzenabfällen zu fördern und unnötige Belastungen für Umwelt sowie Klima zu vermeiden“, führte Minister Backhaus aus.

Das Verbrennen von Pflanzenabfällen ist damit künftig, nach einer ausreichend langen Übergangsfrist bis Januar 2029, grundsätzlich unzulässig. Abfallbehördliche Ausnahmege­nehmigungen nach Maßgabe des Kreislaufwirtschaftsgesetzes bleiben in begründeten Einzelfällen aber möglich. Abweichend davon richtet sich die Zulässigkeit des Verbrennens von pflanzlichen Abfällen aus der Forstwirtschaft im Wald in Zukunft allein nach den Vorschriften des Landeswaldrechts, insbesondere nach der Waldbrandschutzverordnung.

„Unberührt von den neuen Regelungen bleiben die Vorschriften des Pflanzenschutzrechts zur Bekämpfung pflanzlicher Schador­ganismen sowie Brauchtumsfeuer und der Einsatz von Feuer­schalen. Bei denen dürfen jedoch nur geeignete Brennstoffe, vor allem Holz in Brennholzqualität, keine Abfälle, verwendet werden“, so der Minister abschließend.

Mit dem Monat März startet bei uns in MV die Waldbrandsaison

Schwerin – Pünktlich zum Start der Waldbrandsaison zeigt sich das Wetter bereits frühlingshaft. Aktuell ist die Gefahrenlage aufgrund der noch sehr feuchten Nächte gering. Auch der Oberboden ist an den meisten Orten ausreichend feucht, sodass landesweit die niedrigste Wald-brandgefahrenstufe ausgerufen werden konnte.

„Der Anschein des „vielen“ Niederschlages der letzten Wochen kann trügen“, weiß Land- und Forstwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Mit steigenden Temperaturen und leichten Winden trocknen die über den Winter verwelkte Gras- und Krautschichten schnell wieder aus und noch vor der Zeit des Blattaustriebes kann sich hier besonders leicht ein Feuer entfachen.“

Vor diesem Hintergrund noch einige Hinweise des Ministers:

  • Rauchen Sie nicht im Wald und in der Feldflur!
  • Werfen Sie keine Zigarettenreste aus dem Auto! Benutzen Sie Ihren Bordaschenbecher!
  • Verzichten Sie auf etwaig geplante Lagerfeuer und Grillabende in Waldnähe; Falls dies unvermeidbar ist, nutzen Sie für Lagerfeuer und Grillabende nur ausgewiesene Grill- und Lagerfeuerplätze, auf denen Sie einen ausreichenden Brandschutz sichern können. Halten Sie dabei einen Mindestabstand zum Wald von 50m ein!
  • Parken Sie nur auf ausgewiesenen Waldparkplätzen! Ermöglichen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit den Lösch- und Rettungskräften eine rasche und ungehinderte Zufahrt zum Brandherd, indem Sie die Waldwege freihalten!
  • Melden Sie alle Brände unverzüglich der Feuerwehr (Notruf 112) oder der Polizei (Notruf 110)!

Weitere Informationen zur Waldbrandgefahr und allgemeine Hinweise zum Wald-brandschutz in Mecklenburg-Vorpommern gibt es unter diesem Link

 Waldbrandschutz – Wald-MV

Bäume statt Böller – lieber in „Ökowertpapiere“ investieren

Schwerin – Gemeinsam für die Zukunft pflanzen, statt Böller in die Luft zu schießen, empfiehlt Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus mit Blick auf die Silvesterfeier anlässlich des bevorstehenden Jahreswechsels.

„Anstatt das Geld im wahrsten Sinne in die Luft zu schießen, sollten wir es lieber sinnvoll einsetzen und davon einen Beitrag leisten für Klimaschutz, Artenschutz und sauberes Wasser. Das Land Mecklenburg-Vorpommern bietet dazu gute und praktische Möglichkeiten. Über unsere „Ökowertpapiere“ können wir durch freiwillige Beiträge Wälder und Hecken pflanzen, Moore vernässen oder auch Streuobstwiesen anlegen. Die Projekte warten nur darauf, umgesetzt zu werden. So ein Böller verursacht Umweltverschmutzung, verschreckt Tiere und ist nach wenigen Sekunden vergessen. Doch Bäume überleben Generationen, helfen dem Klima und bieten Lebensraum und Nahrung für andere Lebewesen“, sagt Backhaus.

„Ökowertpapiere“ erlauben es auch Einzelpersonen, Geld zum Beispiel in die Pflanzung neuer Klimawälder zu investieren. Ihnen wird für ihren freiwilligen Beitrag für den Klimaschutz eine Bescheinigung, symbolisch als Waldaktie, MoorFutures, Streuobstgenussschein oder Heckenscheck ausgestellt. Jedes Wertpapier hat dabei seine eigenen besonderen Vorteile für verschiedene Ökosystemleistungen.

„Die Klimakrise betrifft uns alle. Sie ist eine zentrale Herausforderung für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die gute Nachricht: Jeder kann in ‚Ökowertpapiere‘ investieren und so einen Beitrag leisten – das ganze Jahr über“, sagt der Minister mit Verweis auf das Kompetenzzentrum „Ökowertpapiere“, welches zum Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV gehört. Es bietet vier „Ökowertpapiere“ an: die Waldaktie, die MoorFutures, den Streuobstgenussschein und den HeckenScheck. Neben dem natürlichen Klimaschutz verfolgen die „Ökowertpapiere“ weitere wichtige Ökosystemleistungen, zum Beispiel die Verbesserung der Wasserqualität (Wald, Moor), die Verminderung der Winderosion (Hecke, Wald) und die Wasserrückhaltung (Moor, Hecke).

 Die Waldaktie finanziert zum Beispiel Erstaufforstungsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem Start im Jahr 2007 wurden etwa 150.000 Waldaktien im Werte von rund 1,5 Millionen Euro verkauft, die zusätzlich für Aufforstungsmaßnahmen verwendet werden konnten.

„Übrigens eignen sich die ‚Ökowertpapiere‘ auch prima als Weihnachtsgeschenk. Sie können bequem im Online-Shop erworben werden“, sagt Backhaus abschließend.

 Kompetenzzentrum Ökowertpapiere – z-eco.de