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Kategorie: KiTa / Bildung / Schule / Uni / Ausbildung

Medienkompetenzpreis 2024 verliehen

Zwei Preisträger in Kategorie Kindheit und Alter gekürt

Schwerin – Das Fotoprojekt „Kita Bunte Stifte“ aus Wismar und das Videoprojekt „Szenen aus der Geschichte der Stadt Gadebusch“ sind die Gewinner des diesjährigen 19. Medienkompetenzpreises in der Kategorie „Kindheit und Alter“, der vom Sozialministerium gestiftet wird. Die Preisverleihung fand am (gestrigen) Mittwoch im Volkstheater Rostock statt.

Sozialministerin Stefanie Drese gratulierte den beiden Siegern und lobte ihre innovativen Projekte: „Sie zeigen vor allem, wie beim Erwerb von Medienkompetenzen Junge von Älteren, Ältere aber auch von Jüngeren lernen können“, betonte sie anlässlich der gestrigen Verleihung.

Im prämierten Fotoprojekt setzten sich eine Woche lang die Kinder der Wismarer Kita Bunte Stifte mit dem Medium der Fotografie auseinander. Sie erlernten gemeinsam die Funktionen und Verwendungsmöglichkeiten von Fotos kennen, bastelten Lochkameras und hielten gelerntes in einem eigenen Projekttagebuch fest. Angeleitet und begleitet wurden Sie dabei von den Mitarbeitenden des Filmbüros MV.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die filmische Auseinandersetzung von Jung und Alt mit der Geschichte der Stadt Gadebusch. Anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Stadtrechteverleihung entstanden hierbei mehrere Kurzfilme, an denen der Förderverein der Stadtkirche zu Gadebusch sowie des Renaissanceschlosses und des Museums Gadebusch, aber auch der Kinder- und Jugendtreff FreiRaum gemeinsam mit dem lokalen Seniorenbeirat mitwirkten.

„Damit haben zwei besondere Projekte gewonnen, die verschiedene Altersgruppen zusammengebracht und jeweils mit viel Kreativität und Spaß an die Mediennutzung herangeführt haben“, betonte Ministerin Drese. „Zu dieser Leistung gratuliere ich den Gewinnerinnen und Gewinnern ganz herzlich“, so Drese.

Die Entscheidungsfindung sei für die Jury, in der auch das Sozialministerium vertreten ist, kein leichtes Unterfangen gewesen. „Es sind auch in diesem Jahr wieder viele hervorragende Projekte eingegangen“, bestätigte auch Drese.

Unter den Einsendungen war auch ein Projekt, das leider nicht zu den Preisträgern gehört, die Ministerin aber dennoch nachhaltig beindruckte. „Der Film des Medientreckers der Landesmedienanstalt Mecklenburg-Vorpommern und der DLRG Ortsgruppe Greifswald „Mit Enti und Max am Badehaus“ vermittelt anschaulich die gängigen Baderegeln – von Kindern und für Kinder“, hob die Ministerin hervor.

So konnten die Kinder selbst entscheiden, wie sie die Baderegeln illustrieren wollen. „Dabei zeigen sie vorbildlich, wie Kinder anderen Kindern auf Augenhöhe etwas beibringen können – und warum es Erwachsene dafür manchmal gar nicht braucht“, schmunzelte die Ministerin.

Auch wenn es für einen Preis leider nicht gereicht hat, wird der Film ab sofort öffentlichkeitswirksam auf den Seiten des Sozialministeriums abrufbar sein. „Passend zum bevorstehenden Beginn der Badesaison am 20. Mai“, so Drese.

Förderbescheide übergeben

Finanzminister Dr. Heiko Geue hat Förderbescheide an eine Schweriner Grundschule und die Gemeindefeuerwehr Bad Kleinen übergeben

Schwerin – Die Grundschule John Brinckman in Schwerin konnte sich heute über eine Sonderbedarfszuweisung in Höhe von 1 Mio. Euro für den Neubau eines Hortgebäudes freuen. Finanzminister Dr. Heiko Geue überreichte den Bescheid in Vertretung für Innenminister Christian Pegel an den Schweriner Oberbürgermeister Rico Badenschier.

„Ein guter Tag für die Grundschülerinnen und Grundschüler der John-Brinckman-Schule – und ihre Eltern! Das neue Hortgebäude wird hoffentlich zu einer glücklichen Grundschulzeit beitragen. Der Hort ist vielmehr als nur Ort zur Erledigung von Hausaufgaben. In einer geschützten Umgebung soll die Gesamtpersönlichkeit der Kinder gefördert werden. Das finde ich sehr wichtig“, sagt Finanzminister Dr. Heiko Geue.

Im Anschluss überreichte der Finanzminister in Bad Kleinen eine weitere Sonderbedarfszuweisung in Höhe von 750.000 Euro. In Empfang genommen wurde der Bescheid von Joachim Wölm, dem Bürgermeister der Gemeinde Bad Kleinen, im Beisein der Kameradinnen und Kameraden der Gemeindefeuerwehr Bad Kleinen. Das Geld wird für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses der Gemeinde genutzt.

„Ich bin dankbar für das Engagement in den freiwilligen Feuerwehren in Bad Kleinen und überall im Land. Die Engagierten sorgen nicht nur für unseren Schutz und unsere Sicherheit, sondern sind oftmals diejenigen, die den Zusammenhalt vor Ort gewährleisten. Das ist positive Heimatliebe. Ich freue mich, dass das Land hier einen Beitrag leisten kann“, so Geue.

Besuch beim Kutter „Marlen“

Wismar – Soziale Inklusion, Meeresumweltbildung und Traditionspflege – das hat sich der Förderverein „Marlen“ e.V. in Wismar auf die Fahne geschrieben. Umweltminister Dr. Backhaus besucht heute den Verein, um sich über die weiteren Pläne des Projekts zu informieren.

„Der Förderverein „Marlen“ verbindet gleich mehrere tolle Vorhaben und zeigt damit Weitsicht und Verantwortung für die Region. Mit der Restaurierung des alten DDR-Kutters erhält der Verein ein sehr prägendes Stück der Geschichte an unserer Ostseeküste für die Nachwelt. Früher war dieser Bootstyp ein gängiges Bild in den Häfen, heute sieht man sie kaum noch. Künftig soll auf der Marlen jedoch kein Fisch mehr gefangen werden, sondern Umweltbildung stattfinden.

So plant der Verein, das Schiff unter anderem für Bildungsausfahrten zu nutzen und Besuchergruppen das einzigartige Ökosystem der Ostsee zu erklären. Schon während der Instandsetzung zeigt der Förderverein dabei soziale Verantwortung. Unter Anleitung eines erfahrenen Bootsbauers werden 20 langzeitarbeitslose Menschen beim Wiederaufbau einbezogen und bei dem Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt unterstützt“, so Backhaus.

Die Marlen ist ein 17 Meter langer Seitenschleppnetzkutter des Typs-D, wie er in den 1950er Jahren in mehreren Orten an der DDR-Ostseeküste gebaut wurde. Dieser Kuttertyp war über mehrere Jahrzehnte prägend für die Fischerei in der DDR. Die Marlen wurde in Ribnitz-Damgarten gebaut und fuhr zunächst unter dem Namen „Wittenburg“. Seit Anfang der 1990er Jahre trägt er den Namen „Marlen“. 2015 gründete sich der Förderverein und erwarb die Marlen, um sie als Traditionsschiff zu restaurieren.

Nach Fertigstellung soll die Marlen neben dem Lotsenschoner ATALANTA und der Poeler Kogge Wissemara als drittes Traditionsschiff ihren Liegeplatz im Hafen von Wismar finden. Beim Besuch des Ministers geht es auch um mögliche Wege der Förderung durch das Land MV, um Besucherinnen und Besuchern bald ein modernes und breites Angebot an Umweltbildungsangeboten bereitstellen zu können.

Neue Stundentafel

Oldenburg: Kernkompetenzen stärken, ohne andere Bereiche zu schwächen

Schwerin – Mit einer neuen Stundentafel stärkt Mecklenburg-Vorpommern die grundlegenden Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern in den Fächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache. Die neue Verordnung über die Stundentafel an den allgemein bildenden Schulen soll zum Schuljahr 2025/2026 in Kraft treten.

Gewerkschaften, Verbände und weitere Interessenvertretungen haben bis Mitte Juni die Möglichkeit, in einem Anhörungsverfahren zu den geplanten Regelungen schriftlich Stellung zu nehmen.

„Jedes Kind muss lesen, schreiben und rechnen können“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Wir haben Anregungen aus unserer Lehrkräftebefragung aufgenommen und stärken die Kernkompetenzen in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache, ohne andere Bereiche zu schwächen. Schülerinnen und Schüler erhalten mehr Zeit zum Üben und Festigen.

Mit der neuen Stundentafel soll sich auch die Zuweisung der Stunden für die einzelnen Fächer ändern. Wir wollen den Stundenumfang für Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache erhöhen, seit Langem wieder verbindlich festschreiben und schaffen damit eine landeseinheitliche Regelung. Die Stunden des Kontingents sollen zur Stärkung der einzelnen Unterrichtfächer verwendet werden“, erläuterte Oldenburg.

Die Ministerin tritt erneut Befürchtungen entgegen, dass es beispielsweise im Fach Musik zu Kürzungen kommen könnte. „Die neue Stundentafel sieht keine Kürzungen vor. Befürchtungen entbehren daher jeder Grundlage. In diesen Fächern gibt es keinerlei Änderungen zur bisherigen Anzahl von Unterrichtsfächern.

Die neue Stundentafel ermöglicht den Schulen weiterhin Selbstständigkeit und Flexibilität. Schulen können die flexiblen Stunden für ihre Schwerpunkte wie zum Beispiel für Musik, Sport oder Berufliche Orientierung verwenden. Sie können die flexiblen Stunden einsetzen, sodass sie zum Beispiel noch mehr Musikunterricht erteilen können als bisher“, so Oldenburg.

Handwerkerbildungszentrum wird modernisiert

Meyer: Handwerker-Nachwuchs und Fachkräfte angemessen auf kommende Aufgaben vorbereiten

Rostock – Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat heute der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern für die Ausstattung des Handwerkerbildungszentrums (HBZ) in Rostock einen Fördermittelbescheid übergeben.

„Die Berufsbildungszentren der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern in Rostock und Neustrelitz bieten ein vielseitiges Lehrgangsangebot für Meister, Gesellen, Auszubildende sowie Fach- und Führungskräfte des Handwerks. Um das hohe Niveau der Wissensvermittlung aufrecht zu erhalten, ist es notwendig, dass regelmäßig in die Ausstattung investiert wird. Nur so gelingt es, junge Menschen in der Lehre und die bereits ausgebildeten Fachkräfte für kommende Aufgaben im Handwerk angemessen vorzubereiten. Dabei unterstützen wir die Handwerkskammer“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.

Die Handwerkskammer beabsichtigt, die Bestandsgebäude am Bildungszentrum in Rostock zu modernisieren und einen Neubau für die Karosseriebauwerkstatt auf dem Gelände durchzuführen. Das Handwerkerbildungszentrum teilt den Standort mit der Verwaltung der Handwerkskammer. In 26 Übungseinheiten werden dort die überbetriebliche Ausbildung der Auszubildenden sowie Fort- und Weiterbildungskurse angeboten. Das am Standort integrierte Internat verfügt über 38 Einzel- und 36 Doppelzimmer.

„Mit den Zuwendungsbescheiden von Bund und Land hat die Handwerkskammer jetzt Planungssicherheit für die Umsetzung des Bau- und Ausstattungsvorhabens im Handwerkerbildungszentrum in Rostock. Mit der Förderung werden die Werkstätten und Unterrichtsräume modernisiert, so dass vor allem die Auszubildenden und künftigen Meisterschüler in einem modernen Lernumfeld u.a. neueste, zukunftsorientierte Techniken und Technologien praxisnah erlernen.

Aufgrund steigender Lehrlingszahlen ist zudem ein Neubau einer multifunktionalen Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikerwerkstatt geplant. Die Bildungsteilnehmer aus dem Handwerk erhalten somit ein innovatives und mit neuester Technik ausgestattetes Bildungszentrum zur Sicherung der hohen Qualität in der Aus- und Weiterbildung. Es trägt damit maßgeblich zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Handwerksbetriebe bei“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern Axel Hochschild.

Die Gesamtinvestition beträgt 21 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 5,9 Millionen Euro.

Förderung für den VHS-Landesverband

Oldenburg: Volkshochschulen fördern das lebenslange Lernen und das gesellschaftliche Miteinander

Schwerin – Das Land unterstützt in diesem Jahr die Arbeit des Volkshochschulverbandes Mecklenburg-Vorpommern mit 387.000 Euro. Er erhält die Zuwendung auf Grundlage des Weiterbildungsförderungsgesetzes, damit er seine Aufgaben erfüllen kann. Neben den öffentlichen Zuwendungen finanziert sich der VHS-Verband durch Mitgliedsbeiträge der Kommunen und anteilig aus den Teilnahmegebühren der einzelnen Volskhochschulen.

„Die Volkshochschulen in unseren Städten und Landkreisen haben eine bedeutende Rolle“, betonte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Als Bildungsstätte fördern sie das lebenslange Lernen und das gesellschaftliche Miteinander. Die Volkshochschulen benötigen eine übergeordnete Stelle, die sich für sie einsetzt, Kooperationen fördert und einrichtungsübergreifende Entwicklungen anstößt. Ich denke hier beispielsweise an Angebote zur Alphabetisierung und Grundbildung oder an Projekte zu digitalen Lernformen. Deswegen unterstützt das Land auch in diesem Jahr die wichtige Arbeit des VHS-Verbandes“, so Oldenburg.

Der Volkshochschulverband ist der Fach- und Interessenverband der kommunalen Träger der Volkshochschulen in Mecklenburg-Vorpommern. Er unterstützt die Einrichtungen, Bildungsangebote zu entwickeln und zu unterbreiten. Darüber hinaus bildet er Leitungen, haupt- und nebenberuflich tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volkshochschulen fort und begleitet die Vorbereitung und Durchführung von Sprachprüfungen und Prüfungen zum Erlangen von Schulabschlüssen wie der Berufsreife und der Mittleren Reife.

Zusätzlich kann der VHS-Verband eine Förderung für Projekte erhalten. Im vergangnen Jahr hat das Land dem Verband 99.989 Euro für das Projekt „Digitale Barrierefreiheit, digitale Chancen – digital transformierte Volkshochschulen“ zur Verfügung gestellt. Dabei geht es um Angebote für Einwohnerinnen und Einwohner, die noch an den Anfängen im Umgang mit digitalen Medien stehen. Diese Angebote richten sich in hohem Maße an ältere Menschen.

Frank Brückner macht Schüler stark

Fünftklässler aus Gingst erleben im Workshop Vertrauen und Selbstbewusstsein

Insel Rügen – Was für ein Lob. „Ich finde toll, dass wir über Mobbing geredet haben“, sagt Lian Redemann, „weil es in der Klasse schon passiert ist.“ Oder einen selbst vielleicht mal betreffen könnte. Zusammen mit 24 anderen Jungen und Mädchen aus der Gingster Klasse 5b erlebte er einen Workshop, in dem „Starke Kinder für eine starke Zukunft“ gesucht und gefunden wurden.

Der Streetworker Frank Brückner organisierte den Selbstbehauptungskurs in drei spannenden Trainingseinheiten. Und setzte damit spielerisch ein Zeichen für eine stärkere Widerstandsfähigkeit der Kinder und ein sicheres Auftreten in täglichen Situationen. „Durch den gelernten respektvollen Umgang miteinander“, so der Stralsunder Experte, „werden die Streitereien unter den Kindern minimiert.“ Positive Stimmungen im Zusammenhang mit dem Projekt können sich zudem auf das Klassengefüge und das gegenseitige Vertrauen auswirken.

Starke Schüler aus Gingst. Marisa Möller und Lian Redemann (links liegend) lassen sich von ihren Mitschülern vertrauensvoll tragen. Christian Ruback (3.v.l.) und Frank Brückner (2.v.r.) sind stolz auf die Workshop-Teilnehmer. Foto: André Farin
Starke Schüler aus Gingst. Marisa Möller und Lian Redemann (links liegend) lassen sich von ihren Mitschülern vertrauensvoll tragen. Christian Ruback (3.v.l.) und Frank Brückner (2.v.r.) sind stolz auf die Workshop-Teilnehmer. Foto: André Farin

Das probierten die Kursteilnehmer gleich auf dem angrenzenden Outdoor-Kinderspielplatz aus. Marisa Möller gefiel am besten, dass man auf diese Weise erleben könne, wie sich vertrauensvoller Umgang anfühle. Sie berichtet begeistert: „Cool war das Spiel, bei dem sich ein Schüler fallen lassen sollte. Sechs im Kreis stehende Schüler mussten ihn auffangen.“ Das hätte super funktioniert und machte allen Spaß.

„Ich bin stolz auf meine Schüler“, meint Klassenleiter Christian Ruback, der seine Schützlinge nun wieder von einer anderen Seite kennenlernte. Ein Leitsatz blieb vor allem hängen, den er in der täglichen Arbeit nutzen und im gemeinsamen Sozialtraining ausbauen werde: „Schwächen kennen und als Stärke nutzen.“ Das gelte für jeden einzelnen und für das Team allemal. Jeder Mensch könne eine Bereicherung für die Gruppe sein und werden.

Der Projekttag in Gingst wurde durch Spenden der Silvestergala am Scheelehof in Stralsund ermöglicht. Die Einnahmen halfen nun vier Schulen auf Rügen und dem Festland. Die guten Erfahrungen werden im kommenden Schuljahr fortgesetzt, wenn beispielsweise die Projektgedanke in andere Lerngruppen eingebracht wird.

„bunt statt blau“

Geschwister aus Schwerin gewinnen Plakatwettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – „bunt statt blau“: Unter diesem Motto beteiligten sich im Frühjahr bundesweit rund 6.000 Schülerinnen und Schüler am Plakatwettbewerb der DAK-Gesundheit gegen das sogenannte Komasaufen bei Jugendlichen. Das beste Plakat aus Mecklenburg-Vorpommern kommt von den 15- und 14-jährigen Schwestern Samira und Shabnam Rahimi von der Astrid-Lindgren-Schule in Schwerin. Sie setzten sich gegen rund 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch und wurden zusammen mit den weiteren Landessiegerinnen und -siegern in Schwerin geehrt. Sozialministerin Stefanie Drese übergab als Schirmherrin der Aktion in MV die Preise und Urkunden.

Das Siegerbild der Schwestern Samira und Shabnam ist zweigeteilt. Es zeigt auf der linken Seite das bunte Leben einer jungen Frau, die rechte Seite ist dunkel und leer. An der Stelle der jungen Frau sitzt am Schreibtisch ein Skelett mit Weinglas in der Hand. „Unser Bild soll eine Aufforderung sein, das Leben zu schätzen und bewusste Entscheidungen zu treffen – gegen Alkohol!“, ist die Botschaft der beiden Schülerinnen aus Schwerin. Mit ihrer beeindruckenden Arbeit gewannen sie den Hauptpreis auf Landesebene in Höhe von 300 Euro. Der zweite Platz ging an Milena Sorgenfrei (15) ebenfalls aus Schwerin. Rang drei belegte die 16-jährige Jenny Kircher von der regionalen Schule „Peter Joseph Lenné“ aus Loosen im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Das Duo Frieda Peters (13) und Sofie Badermann (12) von der Ecolea Internationale Schule Schwerin erhielten für Ihre Partnerarbeit den Sonderpreis „Junge Talente“.

Ministerin Drese: Wir müssen die Gesellschaft wachrütteln
„Riskanter Alkoholkonsum ist in MV leider weiterhin und mit steigender Tendenz vor allem auch bei jungen Menschen sehr verbreitet. Alkohol verursacht mit Abstand am meisten Suchterkrankungen. Wir müssen deshalb die Gesellschaft wachrütteln. Es muss sich etwas ändern – und das beginnt in den Köpfen. Noch immer wird der Alkoholkonsum vor allem bei Jugendlichen verharmlost, die Gefahren bagatellisiert. Der Wettbewerb regt Jugendliche dazu an, sich kritisch und kreativ mit dem Thema Rausch und Sucht auseinanderzusetzen. Ich freue mich sehr, dass sich auch in diesem Jahr viele junge Menschen kreativ und mit starken Botschaften gegen Alkoholmissbrauch beteiligt haben. Mit ihrer Kunst tragen sie dazu bei, über Alkoholmissbrauch aufzuklären und ihre Freundinnen und Freunde vor den Gefahren zu schützen.“

Gegen den Bundestrend: Mehr jugendliche Rauschtrinker
„Es ist traurige Wahrheit, dass in MV entgegen dem Bundestrend, im Jahr 2022 wieder mehr Kinder und Jugendliche getrunken haben, bis sprichwörtlich, der Arzt kommt“, sagt Sabine Hansen, Landeschefin der DAK-Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern. „Deshalb setzen wir weiter auf Aufklärung und führen unsere erfolgreiche Präventionskampagne ‚bunt statt blau‘ fort.“ Laut Daten des Statistischen Bundesamts mussten 2022 rund 11.500 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs in deutschen Krankenhäusern behandelt werden. Das waren gut ein Prozent weniger als im Vorjahr. In Mecklenburg-Vorpommern stieg die Zahl der sogenannten Rauschtrinker im Alter von 10 bis 19 Jahren um rund 13 Prozent auf 437. Im Vorjahr waren es noch 387.

Selbstgestaltete Plakate wirken
Die Plakate, die Schülerinnen und Schüler bei „bunt statt blau“ gestalten, sind für Gleichaltrige besonders eindrucksvoll: Das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel hat in einer umfangreichen Studie die Wirkung der selbst gemalten Plakate im Vergleich zu konventionellen Warnhinweisen untersucht. Demnach verstärken die von Kindern und Jugendlichen gestalteten „bunt statt blau“-Plakate bei jungen Menschen die Wahrnehmung, dass Alkoholkonsum schädlich ist. Sie haben eine stärker sensibilisierende Wirkung als traditionelle, eher an Erwachsene gerichtete, Warnhinweise.

Im Juni wählt eine Bundesjury mit dem Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung Burkhard Blienert, dem DAK-Vorstandschef Andreas Storm und den Experten vom IFT-Nord die Bundesgewinnerinnen und Bundesgewinner 2024. Die Bundessiegerehrung findet am 11. Juli in Berlin statt.

15 Jahre „bunt statt blau“
„bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ 2024 ist bereits die fünfzehnte Auflage des kreativen Plakatwettbewerbs. Insgesamt haben seit 2010 mehr als 136.000 Schülerinnen und Schüler an der Aktion teilgenommen, die im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung als beispielhafte Präventionskampagne genannt wird. Sie ist seit April 2010 von der Europäischen Kommission zertifiziert und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.