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Tag: 6. August 2026

Pflege und Neupflanzungen an Alleen und Kreis- sowie Gemeindestraßen

Umweltministerium und BUND M-V wollen gemeinsam die Baumarten­vielfalt und die Anzahl der Lücken­bepflanzungen in Alleen und einseitigen Baumreihen an Kreis- und Gemeindestraßen erhöhen

Schwerin – Innerhalb Deutschlands stellt Mecklenburg-Vorpommern bis heute nach Brandenburg das alleenreichste Bundesland dar. Mindestens 4.374 km gesetzlich geschützter Alleen und einseitiger Baumreihen kommen außerhalb geschlossener Ortschaften an allen Straßen und ländlichen Wegen vor.

Daraus ergibt sich eine besondere gesellschaftliche und politische Verantwortung zum Schutz und zur Pflege, die bereits 1992 gesetzlich und mit einem Er-lass geregelt wurden. Artikel 12 der Landesverfassung und § 19 des Naturschutzausführungs­gesetzes verpflichten z.B. zur Neu- und Nachanpflanzung.

Seit 1994 erfolgt die Umsetzung auch mit Hilfe des „Alleenfonds“. Die überwiegende Anzahl von Projekten, die mit Mitteln des „Alleenfonds“ finanziert werden, finden an kommunalen Straßen (vor allem an Gemeindestraßen) und an ländlichen Wegen (teilweise privat) statt und werden durch die Oberste Naturschutzbehörde geleitet.

Beispielsweise ist im Vergleich zum Jahr 2024 (Ausgaben erfolgten in Höhe von ca. 153.000 Euro) der Ausgabewert für das Jahr 2025 mit ca. 376.000 Euro deutlich höher.

Im Jahr 2025 wurden mit den Mitteln des „Alleenfonds“ insgesamt 1.109 Alleebäume baumerhaltend gepflegt und 229 Alleebäume gepflanzt, vor allem als Lückenbepflanzung auf Flächen der Städte Putbus und Dassow.

„Viele Gemeinden setzen sich mit großem Engagement für den Erhalt der Alleen ein, das überwiegend im Ehrenamt und mit hohem persönlichem Einsatz“, so Minister Dr. Till Backhaus.

Als landesweit vorbildlich seien in diesem Zusammenhang das Engagement und die Vielfalt der Aktivitäten im Alleenschutz in den Gemeinden Ummanz und Parchtitz (Insel Rügen) zu nennen.

Einzigartig sind zum Schutz der Straßenbäume der Verzicht auf Streusalz auf ca. 32 km Gemeindestraßen in der Gemeinde Ummanz seit 2013 sowie der abschnittsweise Aufbau der ersten Speierlings-Allee auf Gut Boldevitz in der Gemeinde Parchtitz seit 2009.

Im Dezember 2025 erfolgten auf Initiative der Stadt Dassow sowie engagierter Bürger und Bürgerinnen des Ortes Pötenitz 78 Nachpflanzungen mit drei Baumarten in den Lücken der ca. 100 bis 120 Jahre alten „Eichen-Allee“ an einem touristisch stark genutzten Spurweg. Hier bestehen keine Ausbauabsichten und es wird zum Schutz der Allee auf Streusalz im Winter verzichtet. Gleichzeitig grenzt die Allee an großräumige landwirtschaftliche Nutzflächen.

Am 31. Juli 2026 konnte sich der Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus von der Geschlossenheit der Allee und den mit den angrenzenden Landwirten erzielten Kompromissen überzeugen und sprach sich vor dem Hintergrund der vielfältigen Probleme mit einigen einheimischen Baumarten dafür aus, dass „wir ge-meinsam – auch vor dem Hintergrund des Klimawandels, einer Häufung bisher unbekannter Baumkrankheiten und Massen­vermehrungen von Baumschädlingen, insbesondere Insekten und Mikroorganismen,  die Baumartenvielfalt in den Alleen erhöhen müssen“.

Die Oberste Naturschutzbehörde hat in diesem Zusammenhang seit 2022 eine detaillierte „landesspezifische Baumartenliste“ erarbeitet, die derzeit etwas mehr als 100 Baumarten (BA) und Baumsorten umfasst, darunter 22 einheimische Baumarten. Definierte Standortparameter sollen es ermöglichen, die geeignete Baumart für den Standort aus dieser Liste zu filtern. Alle in der Liste aufgeführ-ten Baumarten sind für Straßen­seitenräume geeignet.

Dementsprechend kann jeder Eigentümer, der die Neu- und Nachanpflanzung einer Allee in einem „Straßenseitenraum“ an einer Kreis- oder Gemeindestraße plant, entsprechende Baumarten mit Mitteln des „Alleenfonds“ fördern lassen, sofern es sich nicht um Ersatzpflanzungen handelt.

Es ist geplant, die Liste als gemeinsame Empfehlung mit der für Bundes- und Landesstraßen zuständigen Obersten Straßenbau­verwaltung im Oktober zu veröffentlichen.

Mit dem Naturschutzgesetz Mecklenburg-Vorpommern ist für Alleen nicht nur der gesetzliche Schutz verankert, sondern auch bestimmt, dass die zuständige Behörde rechtzeitig und in ausreichendem Umfang Neuanpflanzungen vorzunehmen hat, um den Alleenbestand nachhaltig zu sichern. Ergänzend dazu enthält der „Baumschutzkompensationserlass“ vom 15. Oktober 2007 umfassende Regelungen zur Kompensation von Baum­fällungen sowie nach Beschädigung von Baumkronen und -wurzeln, und zwar für „Einzelbäume“, „Baumgruppen“, „Baumreihen“, „Alleen“ und „einseitigen Baumreihen“ die sich nicht an Bundes- und Landesstraßen befinden.

Trotz dieser sehr guten gesetzlichen Regelung machte Katharina Dujesiefken, Referentin für Baum- und Alleenschutz beim BUND Landesverband am 31. Juli 2026 Minister Backhaus darauf aufmerksam, dass alle Landkreise hinsichtlich der Kompensation von gefällten Straßenbäumen große Defizite haben und sagte:

„Seit 2011 wird durch den BUND M-V eine Statistik über Pflanzungen und Fällungen in den sechs Landkreise geführt. Alle Angaben beruhen auf Aussagen der Landkreise. Das Defizit an Pflanzungen zum Erhalt der Alleenlandschaft an Kreis- und Gemeindestraßen stieg seitdem auf über 7800 Bäume. In den letzten fünf Jahren hat sich die Tendenz noch verschärft. Es werden zu wenig Ersatzpflanzungen von allen Landkreisen an Kreisstraßen durchgeführt.“

Hinsichtlich der Baumkontrollen an Kreisstraßen ergänzte Frau Dujesiefken, dass es für eine gute Baumpflege entscheidend sei, dass jeder Landkreis eigenes und geschultes Personal für die Baumkontrolle aufbaue. Dieses würde die Alleen besser kennen als Firmen, die oftmals aus anderen Bundesländern nur ein oder zweimal in der betreffenden Allee tätig seien. Die Baumpflege würde baumschonen und effizient erfolgen und wäre somit auch kostensparend für die Kreise.

„Die Alleen sind ein prägendes und ökologisch wertvolles Element in der Landschaft unseres Bundeslandes; ihren Erhalt werden wir weiterhin unterstützen“, so Minister Dr. Till Backhaus, der sich vor allem bei den zahlreichen Gemeinden für ihr Engagement im Alleenschutz bedankt.

Olympischer Vormittag zur Hanse Sail

Bewegung, Spiel und olympische Begeisterung für die Jüngsten

Warnemünde – In Rostock-Warnemünde haben heute rund 70 Kinder und Fachkräfte der Rostocker Kindertagesstätten einen Olympischen Vormittag voller Spiel, Sport und Spaß erlebt.  Mit der Veranstaltung am Warnowufer würdigten die Sportjugend des Landessportbundes, der Stadtsportbund Rostock und das Sportministerium MV das Engagement der Rostocker Kindertageseinrichtungen und Sportvereine, die sich im Kooperationsprogramm „KinderBewegungsLand“ gemeinsam für mehr Bewegung im Kita-Alltag einsetzen.

„Mit dem KBL-Programm bringen wir seit vielen Jahren Sportvereine und Kitas zusammen und schaffen so wöchentliche Bewegungsangebote an mittlerweile 185 beteiligten Kitas, mit denen wir rund 4.400 Kinder erreichen. Ein enormer Erfolg, denn regelmäßige Bewegung ist bereits im Kindesalter entscheidend für ein gesundes Aufwachsen“, betonte Sport- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese bei Ihrem Besuch vor Ort.

So warteten auf der Freifläche des Straßensport e.V. Rostock auch heute verschiedenste Bewegungsparcours und Spielstationen auf die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Neben den motorischen Fähigkeiten, die so geschärft werden, bietet der Sport aber auch noch weitere Vorteile. Er stärkt etwa für das Selbstvertrauen, fördert die Entwicklung von sozialen Kompetenzen und vermittelt Werte wie Teamarbeit, Fairness und gegenseitigen Respekt. Gerade deshalb investieren wir auch als Land jährlich rund 500.000 Euro in Programme wie das KinderBewegungsLand und ‚Schule und Verein‘“, erklärte die Ministerin.

Möglich seien diese Angebote in der Umsetzung aber nur durch das große Engagement und die enge Zusammenarbeit der beteiligten Sportvereine und Kitas. „Dafür wollen wir mit der heutigen Veranstaltung vor der besonderen Kulisse der Hanse Sail einmal ausdrücklich danke sagen“, unterstrich die Ministerin.

Gleichzeitig wollen die Partner den Olympischen Vormittag dazu nutzen, um die Olympiabewerbung Rostock-Warnemündes als Segelstandort weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. „Vielleicht stehen einige der Kinder bei den Olympischen Spielen 2036, 2040 oder 2044 ja sogar selbst als Athletinnen und Athleten am Start, engagieren sich als Volunteers oder erleben die Spiele als begeisterte Zuschauer“, so Drese. Ein eigenes ‚KinderBewegungsLand meets Olympia‘-T-Shirt bleibt allen heutigen Teilnehmenden bis dahin als Erinnerung – oder wahlweise auch als Ansporn.

Hanse Sail Business Forum 2026

Schwesig: Positive Entwicklung im Tourismus und in der maritimen Wirtschaft

Rostock – Auf dem Hanse Sail Business Forum 2026 hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute in Rostock eine positive Bilanz der wirtschaftlichen Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern gezogen. „Trotz internationaler Krisen und einer schwierigen wirtschaftlichen Situation in ganz Deutschland zeigen sich unsere Wirtschaft und unser Arbeitsmarkt sehr robust“, erklärte die Ministerpräsidentin.

„Wir haben im vergangenen Jahr das zweitbeste Tourismusergebnis in der Geschichte unseres Landes erzielt. Und auch die aktuellen Tourismuszahlen zeigen, dass Mecklenburg-Vorpommern seine Position als eines der beliebtesten Reiseziele in Deutschland ausbaut. Im ersten Quartal hatten wir ein Plus von 6 Prozent bei den Gästeankünften und von 4 Prozent bei den Übernachtungen“, sagte die Ministerpräsidentin weiter. Zu dieser positiven Entwicklung trage auch die Hanse Sail als das große maritime Volksfest im Land bei.

Die maritime Wirtschaft habe gute Perspektiven. Das zeige sich gerade am Standort Rostock. „Der Rostocker Hafen konnte im ersten Halbjahr erneut einen Umschlagrekord bekanntgeben. Liebherr hat ein Umsatzplus von 20 Prozent gemeldet und baut eine neue Werkshalle. Die Neptun-Werft hat einen Milliardenauftrag für den Bau einer großen Konverterplattform an Land gezogen. Im Juni haben wir mit dem Rammschlag feierlich den Bau des maritimen Gewerbeparks in Warnemünde eingeleitet“, zählte die Ministerpräsidentin auf.

„Die Stärkung der Wirtschaftskraft unseres Landes und die Sicherung der Arbeitsplätze sind die wichtigste Aufgabe der Landesregierung“, betonte Schwesig. Dabei setze das Land auch auf internationale Zusammenarbeit. Deshalb sei es gut, dass Polen in diesem Jahr Partnerland der Hanse Sail sei. „Polen ist seit Jahren konstant einer der wichtigsten Außenhandelspartner Mecklenburg-Vorpommerns. Es ist ein ausgewogenes Verhältnis: Wir importieren und exportieren sowohl landwirtschaftliche Produkte als auch Industriewaren. Wir haben ein Interesse daran, diese Zusammenarbeit zu verstärken. Denn wir können als Nachbarn voneinander profitieren und den Wohlstand in unseren Ländern gemeinsam steigern.“

Eröffnung der Hanse Sail 2026

Dr. Wolfgang Blank: „Die Hanse Sail verbindet maritime Geschichte mit den Zukunftschancen des Wirtschaftsstandortes Mecklenburg-Vorpommern.“

Rostock – Mit der heutigen Eröffnung der 35. Hanse Sail steht Rostock bis Sonntag ganz im Zeichen der maritimen Tradition Meck­lenburg-Vorpommerns. Als eines der größten Feste Europas werden mehr mehrere hunderttausend Besucherinnen und Besucher und zahlreiche Traditionsschiffe aus aller Welt erwartet.

„Die Hanse Sail ist weit mehr als ein maritimes Volksfest. Sie macht sichtbar, was Mecklenburg-Vorpommern aus­zeichnet: eine starke maritime Tradition, leistungsfähige Häfen, inno­vative Unternehmen und hervorragende Perspek­tiven für Wachstum und Beschäftigung. Sie ist damit zugleich eine Bühne für die Leistungsfähigkeit unseres Wirtschafts­standortes und ein Aushängeschild unseres Landes“, sagte Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, zum Auftakt der Veranstaltung.

Die maritime Wirtschaft zählt zu den Schlüsselbranchen Mecklenburg-Vorpommerns. Mit dem Rostocker Hafen verfügt das Land über den größten deutschen Ostseehafen. Rund 31 Millionen Tonnen Güter wurden dort im vergangenen Jahr umgeschlagen – so viel wie nie zuvor. Als Kernnetzhafen im Transeuropäischen Verkehrsnetz und logistischer Knoten­punkt für Verkehre nach Skandinavien und ins Baltikum kommt dem Hafen eine zentrale Bedeutung für Wirtschaft, Versorgungssicherheit und die Energiewende zu.

Um diese Entwicklung weiter voranzutreiben, investiert das Land konsequent in die maritime Infrastruktur. In der laufen­den Legislaturperiode wurden in Rostock sechs Infrastruktur­vorhaben mit maritimem Bezug im Rahmen der Gemein­schaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschafts­struktur“ mit rund 113 Millionen Euro unterstützt und damit Investitionen von insgesamt knapp 160 Millionen Euro ermög­licht. Zu den wichtigsten Projekten gehören der Ausbau der Hafeninfrastruktur sowie die Entwicklung des ehemaligen Werftbeckens Warnemünde zu einem Maritimen Gewerbe­park für nachhaltige Energietechnologien.

„Investitionen in die Hafeninfrastruktur sind Investitionen in die Zukunft unseres Landes. Sie schaffen die notwendigen Voraussetzungen dafür, dass neue Technologien entwickelt, Unternehmen angesiedelt und hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden“, betonte Minister Dr. Blank. „Die aktuellen Entwicklungen, wie der Bau der Offshore-Konvertrerplattform, zeigen, dass Mecklenburg-Vorpommern seine maritime Kom­petenz erfolgreich mit den Zukunftsthemen Offshore-Wind­energie, Wasserstoffwirtschaft und industrieller Transfor­mation verbindet. So schaffen wir langfristige Perspektiven für neue Wertschöpfung und zusätzliche Beschäftigung in unserem Land.“

Darüber hinaus wächst die Bedeutung Mecklenburg-Vorpom­merns als Standort der Sicherheits- und Verteidigungs­industrie. „Mit leistungsfähigen Werften und starken Zuliefer­unternehmen bietet Mecklenburg-Vorpommern hervorragende Voraussetzungen, um von den steigenden Investitionen in diesem Bereich zu profitieren und zusätzliche Wertschöpfung im Land zu schaffen“, betonte Minister Dr. Blank.

Auch der Ocean Technology Campus in Rostock entwickelt sich zu einem wichtigen Innovationsstandort für Unterwasser- und Meerestechnologien. Die Ansiedlung des Bundeskom­petenzzentrums zur Bergung von Altmunition in Nord- und Ostsee stärkt Mecklenburg-Vorpommern als führenden Stand­ort der Unterwasserforschung und stärkt die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand.

„Auf der Hanse Sail wird deutlich, dass wir die Zukunft unserer Küstenregion aktiv gestalten – mit Investitionen, Innovationen und einer leistungsfähigen maritimen Wirtschaft. Diese Ver­bindung aus Tradition und Fortschritt ist eine große Stärke unseres Landes und ein entscheidender Standortvorteil im internationalen Wettbewerb“, sagte Minister Dr. Blank.