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Kategorie: Digitalisierung / IT / Technik / KI

M-V fordert digitalen Hilfe-Button gegen Cybermobbing

Verbraucherschutzministerin Jacqueline Bernhardt legt in Potsdam auf der Fachkonferenz einen entsprechenden Beschlussvorschlag vor.

Schwerin – „Cybermobbing hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und ist ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem. Das belegen viele Studien. Insbesondere Kinder, Jugendliche, aber Frauen sind von beleidigenden, herabwürdigenden, bedrohenden oder systematisch ausgrenzenden Verhaltensweisen im digitalen Raum betroffen. Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation zeigen, dass ein erheblicher Anteil gerade junger Menschen bereits Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht hat.

Da Cybermobbing gravierende Folgen für die psychische Gesundheit haben kann, muss stärker dagegen vorgegangen werden. Darum lege ich diese Woche der Konferenz der Verbraucherschutzministerinnen und -minister in Potsdam einen Beschlussvorschlag vor, wonach die Einführung eines Hilfebuttons in den sozialen Netzwerken geprüft werden soll“, so die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt.

„Cybermobbing kann Angststörungen, Depressionen, sozialen Rückzug sowie ein erhöhtes Risiko für selbstschädigendes Verhalten auslösen. Gleichzeitig ist ein Großteil der Betroffenen gehemmt und meldet die Vorfälle nicht. Oftmals mangelt es am Wissen, wo sie konkrete Hilfe erhalten können. Hilfe muss dort ansetzen, wo sich das digitale Leben abspielt:  in den sozialen Netzwerken. Denn als zentrale Drehscheibe der digitalen Kommunikation tragen die Social Media Plattformen eine besondere Verantwortung für ihre Nutzerinnen und Nutzer.

Meldefunktionen für rechtswidrige Inhalte sind bislang oft komplex, wenig transparent oder primär auf die Löschung einzelner Inhalte ausgerichtet. Darüber hinausgehende Unterstützungsangebote für Betroffene sind nicht flächendeckend etabliert und hauptsächlich außerhalb von Social Media“, sagt Verbraucherschutzministerin Jacqueline Bernhardt.

„Frankreich hat mit der Einführung eines Hilfebuttons auf großen Social Media Plattformen einen interessanten Ansatz gewählt, den wir in Deutschland betrachten sollten. Der ‚Hilfebutton‘ verbindet Betroffene von Cybermobbing mit spezialisierten Beratungsstellen zur direkten, wirksamen, niedrigschwelligen Hilfestellung und Unterstützung. Durch die direkte Verknüpfung der Plattformen mit einer staatlich organisierten, professionell besetzten Hotline wird Hilfe unmittelbar am Ort des Geschehens verfügbar gemacht.

Die Plattformen selbst beraten dabei nicht, sondern stellen nur die technische Schnittstelle bereit. In Deutschland könnte so auf bestehende bundesweite Hilfs- und Beratungsangebote verlinkt werden, um eine niedrigschwellige Soforthilfe zu gewährleisten, ohne neue Parallelstrukturen aufzubauen. Betroffene sollten unmittelbar nach dem Auslösen dieses digitalen Alarmknopfes einen persönlichen Kontakt bekommen, der stabilisiert, informiert und bei Bedarf gezielt an weiterführende Unterstützungsangebote vermittelt“, schlägt Ministerin Bernhardt zur VSMK vor.

Die Konferenz der Verbraucherschutzministerinnen, -minister und -senatorinnen der Länder sollen die Bundesregierung um Prüfung bitten, inwieweit das in Frankreich bestehende Modell eines „Hilfebuttons“ für Betroffene von Cybermobbing in sozialen Netzwerken auf Deutschland übertragbar ist. Im Rahmen dieser Prüfung sollte insbesondere untersucht werden, inwiefern eine nationale Regelung europarechtlich zulässig ist oder sich eine dahingehende freiwillige Selbstverpflichtung der Online-Plattformbetreiber wirksam umsetzen ließe.

Darüber hinaus wird die Bundesregierung gebeten, sich auf europäischer Ebene für eine Ergänzung des Digital Services Act einzusetzen, mit Hilfe derer Anbieter großer Social Media Plattformen zur Bereitstellung eines gut sichtbaren „Hilfebuttons“ verpflichtet werden.

Digitale Baugenehmigung aus M-V ausgezeichnet

Schwerin – Die „Digitale Baugenehmigung“ aus Mecklenburg-Vorpommern ist mit dem Public Leadership Award 2026 in der Kategorie „Award für sichere (digitale) Infrastrukturen & öffentliche IT-Landschaft“ ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand am heutigen Dienstag (9. Juni 2026) beim 12. Zukunftskongress Staat & Verwaltung in Berlin statt.

Die Digitale Baugenehmigung ermöglicht es, Bauanträge vollständig digital einzureichen, zu prüfen und zu genehmigen. Medienbrüche werden vermieden, Prozesse beschleunigt und die Transparenz für Antragstellende, Kommunen und Fachbehörden deutlich erhöht.

Durch die Nutzung des bundesweit einheitlichen Standards XBau und den Aufbau eines gemeinsamen technischen Systems, des sogenannten Vorgangsraums, konnten digitale Antragsstrecken etabliert werden. Damit bildet die Lösung erstmals einen digitalen Bau-Lebenszyklus ab, der bundesweit nutzbar ist. Bis Mai 2026 sind bereits 316 Vorgangsräume für Bürgerinnen und Bürger erreichbar und circa 100.000 Vorgänge eingereicht.

Christian Pegel, Minister für Inneres und Bau von Mecklenburg-Vorpommern, erklärt: „Mit der Auszeichnung des Public Leadership Awards würdigt die Jury ein wegweisendes Digitalisierungsprojekt aus unserem Land, das bundesweit Maßstäbe für eine moderne, leistungsfähige und bürgernahe Verwaltung setzt. Gleichzeitig ist es eine große Anerkennung für die Arbeit vieler Beteiligter.

Die ‚Digitale Baugenehmigung‘ zeigt, dass Digitalisierung kein Selbstzweck ist, sondern ganz konkret den Alltag von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Verwaltungen erleichtert. Schnellere Verfahren und mehr Transparenz sind ein echter Standortvorteil für unser Land.“

Dr. Heiko Geue, Minister für Finanzen und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, ergänzt: „Zu dieser Auszeichnung gratuliere ich den beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich. Die Digitale Baugenehmigung ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was möglich wird, wenn fachliche Expertise und digitale Kompetenz Hand in Hand arbeiten.

Mecklenburg-Vorpommern zeigt damit einmal mehr, dass nicht die Größe eines Bundeslandes entscheidend ist, sondern der Wille, Innovationen konsequent umzusetzen. Als vergleichsweise kleines Land haben wir hier etwas geschaffen, das bundesweit Maßstäbe setzt und von dem Verwaltungen in ganz Deutschland profitieren können. Darauf können wir gemeinsam stolz sein.“

Der digitale Bauantrag ist Teil der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG). Mecklenburg-Vorpommern hat das Themenfeld „Bauen und Wohnen“ übernommen. Jährlich werden in Deutschland etwa 220.000 Baugenehmigungen erteilt – vornehmlich als Papierantrag. Mit dem digitalen Bauantrag ist eine ortsungebundene, vollständig digitale Antragstellung möglich.

Der Zukunftskongress Staat & Verwaltung ist die Leitveranstaltung für das moderne und digitale Deutschland und bringt einmal jährlich rund 2.000 Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Bund, Ländern und Kommunen sowie aus Wissenschaft, Gesellschaft und (Digital-)Wirtschaft zusammen.

Im Zentrum stehen zentrale Zukunftsaufgaben im Umfeld der Staats- und Verwaltungsmodernisierung, die zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Dienstleistungsorientierung staatlichen Handelns und damit zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland beitragen.

2026 findet der 12. Zukunftskongress Staat & Verwaltung statt.

Feierliche Inbetriebnahme Mobilfunkmast bei Cantnitz

Cantnitz – Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert weiter in den Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur. Insgesamt sind derzeit 17 Mobilfunkmasten im Landeseigentum geplant, um die Netzabdeckung in ländlichen Regionen deutlich zu verbessern.

Heute wurde der Mobilfunkmast bei Cantnitz, den die Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (FMI) im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern errichtet hat, feierlich in Betrieb genommen. Der Mast steht in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft im Südosten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Damit konnte der Bau des 50 Meter hohen Stahlgittermastes inklusive der Einrichtung der technischen Infrastruktur erfolgreich abgeschlossen werden.

„Zum erfolgreichen Abschluss des Baus des Mobilfunkmastes in Cantnitz hat vor allem das Engagement der Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft M-V mbH beigetragen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sowie mit den Netzbetreibern Vodafone, Telefónica und die Deutsche Telekom und allen anderen Beteiligten.“, so Ina-Maria Ulbrich, Staatssekretärin für Bau im Innenministerium M-V in der Begrüßungsrede vor Ort.

Die Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft M-V mbH setzt das Ausbauprogramm des Landes M-V um, das heißt, sie baut im Auftrag und mit Mitteln des Landes M-V die passive Infrastruktur für den Mobilfunk und verpachtet diese an die Mobilfunknetzbetreiber. Die Netzbetreiber verbauen dann die aktive Technik am Mast und versorgen das jeweilige Gebiet mit Mobilfunk.

Mit diesem Mobilfunkmast bei Cantnitz werden jetzt 120 Haushalte und Unternehmen in dieser Region mit Mobilfunk versorgt. Für den Bau des Mobilfunkmastes hat das Land ca. 785.000 EUR zur Verfügung gestellt.

Denn Ziel der Landesregierung ist eine flächendeckende Mobilfunkversorgung zur Verbesserung des Sprachmobilfunks und der mobilen Datennutzung um insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und die ländlichen Räume zu stärken.

Eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Zukunft unseres Landes: sie hat eine enorme Bedeutung für die Wirtschaft, den Tourismus aber auch für die Lebensqualität und Teilhabe der Einwohnerinnen und Einwohner in MV.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist das Land dabei, weitere Maststandorte zu errichten und zeitnah an die Mobilfunknetzbetreiber zur Anbringung der aktiven Technik zu übergeben. So können weitere Versorgungslücken geschlossen werden.

NØRD 2026: Ministerin Bernhardt ehrt digitale Frauen-Power

In der Kategorie „Female Pioneers“ gewinnt Katja Fröhlich aus Rostock: „Sie setzt sich für mehr Diversität in der Tech-Branche ein.“

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt (Mitte) u.a. mit der Siegerin der NØRD-Award-Kategorie „Female Pioneers“ Katja Fröhlich (2.v.r.) @JM
Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt (Mitte) u.a. mit der Siegerin der NØRD-Award-Kategorie „Female Pioneers“ Katja Fröhlich (2.v.r.) @JM

Rostock – Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt hat auf der größten Digital-Messe des Landes Frauen für ihr Wirken in der IT-Branche geehrt.

„Die NØRD zeigt eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft in Mecklenburg-Vorpommern steckt. Als Schirmherrin für die Kategorie ‚Female Pioneers‘ konnte ich mich auch davon überzeugen, dass Frauen bei der Entwicklung der digitalen Zukunft ein gewichtiges Wort mitreden als Entwicklerinnen, Gründerinnen und Gestalterinnen.

Die Digitalisierung braucht diese Vielfalt. Sie braucht unterschiedliche Perspektiven, neue Ideen und Menschen, die den Mut haben, Veränderung aktiv zu gestalten. Frauen leisten dazu jeden Tag einen wichtigen Beitrag in den Unternehmen, in der Verwaltung, in Start-ups, in Wissenschaft und Gesellschaft.

Diese Leistungen sichtbar zu machen, ist mir persönlich ein wichtiges Anliegen. Der NØRD Award ist dabei weit mehr als eine Auszeichnung.

Er macht digitale Vorbilder sichtbar und würdigt Menschen, die Verantwortung übernehmen, neue Wege gehen und andere inspirieren“, sagte Ministerin Bernhardt am Abend bei der Übergabe der NØRD Award in der Kategorie „Female Pioneers“ in Rostock.

„Als Siegerin von den zuletzt drei nominierten Frauen gratuliere ich ganz herzlich Katja Fröhlich. Sie ist Vice President IT & Digital Products bei hepster in Rostock und gestaltet die technologische Zukunft eines international wachsenden Unternehmens. Mit der Verbindung von IT und Business schafft sie moderne Daten- und Plattformstrukturen und sorgt dafür, dass Technologie nicht komplizierter wird, sondern neue Möglichkeiten eröffnet.

Besonders bemerkenswert ist dabei ihre Fähigkeit, Menschen mitzunehmen. Sie baut Brücken zwischen Technologie und Organisation, fördert Austausch und Lernen rund um Künstliche Intelligenz und setzt sich gleichzeitig mit großem Engagement für Female Leadership und mehr Diversität in der Tech-Branche ein. Katja Fröhlich steht damit für eine neue Generation von Führungskräften: strategisch, empathisch, innovativ und inspirierend“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt in ihrer Laudatio.

„Aber auch die beiden ebenfalls nominierten Frauen beweisen die Stärke dieser Kategorie. Eine Nominierte bringt künstliche Intelligenz auf Campingplätze. Mit dem Projekt KI-Camper zeigt sie, wie Digitalisierung verständlich, praktisch, menschlich und direkt vor Ort funktionieren kann. Eine weitere Nominierte hat im Landkreis Vorpommern-Greifswald ein System etabliert, um Prozesse effizienter, transparenter und nachhaltiger zu gestalten.

Digitalisierung beginnt eben nicht erst in Großkonzernen oder Metropolen, sondern dort, wo Menschen Chancen erkennen und andere mitziehen. Die nominierten Frauen sind daher Vorbilder vor allem für junge Mädchen, die sich so auch eine Zukunft in Technik, IT oder Innovation vorstellen könnten. Fortschritt entsteht durch Mut von Menschen, die neue Technologien erfinden oder bestehende optimieren und damit unser Land voranbringen“, erklärte Ministerin Jacqueline Bernhardt in Rostock.

Deutliche Fortschritte bei der Digitalisierung

Rostock – In Rostock ist heute die Digitalisierungsmesse NØRD eröffnet worden. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig betonte in ihrer Rede, dass Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren deutliche Fortschritte bei der Digitalisierung gemacht hat. „Die Glasfaserquote lag im Jahr 2015 bei 21%. Mittlerweile ist bereits für 64% der Adressen Glasfaser verfügbar. Die Glasfaserausbauquote und auch die Anschlussquote in Mecklenburg-Vorpommern liegen jeweils über dem Bundesdurchschnitt. Auch die Mobilfunkversorgung im Land hat sich deutlich verbessert: die 5G-Versorgung ist von Mitte 2022 bis Ende 2025 von 61% auf 97% gestiegen“, informierte die Ministerpräsidentin.

2018 habe das Land eine digitale Agenda für Mecklenburg-Vorpommern aufgebaut. „Heute bilden sechs Digitale Innovationszentren in Schwerin, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald und Neubrandenburg gemeinsam mit ihren Partnern in den Regionen ein starkes landesweites Netzwerk. Sie bringen Unternehmen, Kommunen, Wissenschaft, Start-ups und Zivilgesellschaft zusammen. Sie beraten, vernetzen und begleiten konkrete Projekte. Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern ist das ein entscheidender Ansatz“, bilanzierte Schwesig. Aktuell arbeite die Landesregierung an einer Förderrichtlinie, die Unternehmen bei der Einführung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz unterstützen soll.

Partnerland der NØRD ist in diesem Jahr Lettland. Zu den Gästen der Messe aus Lettland zählt unter anderem der lettische „Minister für Smart Administration and Regional Development“ Raimonds Čudars  „Lettland zählt zu den europäischen Vorreitern im Bereich digitale Verwaltung. Die Erfahrungen aus dem Ostseeraum haben uns in Mecklenburg-Vorpommern wichtige Impulse gegeben“, sagte die Ministerpräsidentin. „Digitale Transformation ist kein Selbstzweck. Sie entscheidet darüber, wie attraktiv ein Land künftig sein wird – zum Leben, Arbeiten, Gründen und Investieren.“ Mecklenburg-Vorpommern wolle deshalb die Chancen der Digitalisierung in den kommenden Jahren noch konsequenter nutzen.

Cybersicherheit in Bund und Ländern

BSI und Mecklenburg-Vorpommern schließen Kooperation

Schwerin – Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Land Mecklenburg-Vorpommern arbeiten im Bereich der Cybersicherheit künftig enger zusammen. Eine entsprechende Vereinbarung haben BSI-Präsidentin Claudia Plattner und Dr. Heiko Geue, Minister für Finanzen und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, unterzeichnet.

Ziel ist, die Zusammenarbeit zwischen Bund und Land mit Blick auf Cybersicherheit zu stärken, um so einen entscheidenden Beitrag zur digitalen Resilienz Deutschlands zu leisten.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner: „Die Cybersicherheitslage ist angespannt – insbesondere unzureichend geschützte Angriffsflächen machen Deutschland im digitalen Raum verwundbar. Unser Ziel ist es, die staatliche Cybersicherheitsarchitektur durch effiziente Strukturen, sorgfältig definierte Schnittstellen und eine klare Kooperationsstrategie zu verbessern.

Die Kooperationsvereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, Deutschland zu einer Cybernation zu machen. Wir freuen uns, mit Mecklenburg-Vorpommern einen starken Partner zu haben, mit dem wir gemeinsam auf dieses Ziel hinarbeiten.“

Minister Dr. Heiko Geue: „Cybersicherheit ist eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung. Die Bedrohungen im Cyberraum nehmen zu und machen nicht an Landesgrenzen halt. Deshalb ist enge Zusammenarbeit entscheidend. Mit dem BSI bündeln wir unsere Kompetenzen, stärken den Schutz unserer Verwaltung und unterstützen insbesondere auch unsere Kommunen.

Die Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer resilienten, souveränen und bürgernahen digitalen Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern. Damit setzen wir unseren Kurs fort, den wir mit der Länderkooperation mit Schleswig-Holstein zur digitalen Souveränität eingeschlagen haben.“

Die Kooperationsvereinbarung konkretisiert die bisherige Zusammenarbeit in fünf spezifischen Kooperationsfeldern. Neben gemeinsamen Sensibilisierungsmaßnahmen und gegenseitigem Informations- und  Wissensaustausch soll die Zusammenarbeit bei der operativen Cybersicherheit
intensiviert werden.

Breitbandausbau im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Altentrebtow – Mehr als 2.600 Kilometer Glasfaser wurden verlegt, über 16.000 Anschlüsse erstellt – heute am Montag, den 11.05.2026, wurde in Altentreptow feierlich der Abschluss des von Bund und Land geförderte Breitbandausbaus in fünf Projektgebieten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gefeiert.

„Ein leistungsfähiges Breitbandnetz ist heute kein optionales Extra mehr, sondern ein wichtiger Standortfaktor für unseren ländlichen Raum. Nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger, sondern insbesondere auch für die Wirtschaft“, sagte Landrat Thomas Müller bei seiner Begrüßung in der Stadtbibliothek Altentreptow. Gerade in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung sei die Frage nach hohen Übertragungsraten für viele Unternehmen von zentraler Bedeutung. Insgesamt wurden in den fünf Projektgebieten 471 Unternehmen an das Glasfasernetz angeschlossen.

Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich betont die Relevanz schneller Internetanschlüsse, u.a. auch für den Tourismus im Land und schildert den enormen Fortschritt, den MV in den letzten 10 Jahren bereits gemacht hat: „2015 lag die Glasfaserquote in MV bei gerade einmal 2,1 %, heute sind es bereits 64 %. Das ist eine enorme Leistung, die wir zu einem großen Teil mit Fördermitteln von Bund, Land und Kommunen erbracht haben.“

„Als Bund und Land das Förderprogramm aufgelegt haben, waren wir in Neubrandenburg bereits mitten im Glasfaserausbau. Wir konnten also auf wertvolle Erfahrung zurückgreifen und wussten, dass wir ein Projekt dieser Größenordnung im Ausbaugebiet erfolgreich umsetzen können“, blickte neu-medianet Geschäftsführer Ingo Meyer zurück.

Die neu-medianet GmbH, ein Tochterunternehmen der Neubrandenburger Stadtwerke, hatte den von Bund und Land geförderten und durch den Landkreis koordinierten Ausbau in den Projektgebieten Stavenhagen-Land, Burg-Stargard-Trollenhagen, Friedland, Altentreptow und Penzlin-Kratzeburg ausgeführt. In den insgesamt siebeneinhalb Jahren Bauzeit seien so dafür rund 1.150 Kilometer Trasse und 2.636 Kilometer Glasfaser gebaut worden. Die Investitionssumme von Bund und Land in den fünf Fördergebieten beläuft sich auf rund 83 Millionen Euro.

Innenminister Christian Pegel lobt die Arbeit des Landkreises und der neumedia-net. „Den ersten Förderbescheid hat der Landkreis Mecklenburgisch Seenplatte von uns im August 2016 erhalten. Das war unser Startpunkt für den großen Sprung, den Mecklenburg-Vorpommern in nur einer Dekade geschafft hat. Ein großer Teil der Bevölkerung hat jetzt schon die Möglichkeit, einen Glasfaseranschluss zu nutzen. Darauf können wir alle stolz sein“, so Christian Pegel: „Auch in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern gilt, dass der Glasfaserausbau nicht an den Standgrenzen enden, sondern muss bis in die letzte Milchkanne reichen.“

Seit 2015 stellt der Bund im Rahmen des sog. „Weiße-Flecken-Programms“ rund 17 Milliarden Euro Fördermittel für den flächendeckenden Breitbandausbau in Deutschland zur Verfügung. In Mecklenburg-Vorpommern koordinieren die Landkreise den Ausbau in den förderfähigen Gebieten, garantieren dem Bund gegenüber die Erreichung der Projektziele und stellen hierbei insbesondere einen diskriminierungsfreien Zugang über die gesamte Projektlaufzeit sicher.

Für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wurden im Rahmen des Weiße-Flecken-Programms 20 Projektgebiete mit einer Gesamtfördersumme von Bund und Land in Höhe von rund 360 Mio. Euro festgelegt. Maßgebliches Kriterium für die Förderfähigkeit eines Gebietes gemäß den Breitbandleitlinien der EU ist die Aufgreifschwelle von 30 Mbit/s verfügbare Internetgeschwindigkeit. Nur dann, wenn diese 30 Mbit/s unterschritten werden, handelt es sich um ein förderfähiges Gebiet.

Eine weitere Fördervoraussetzung besteht darin, dass das Projektgebiet nicht ohnehin zeitnah durch ein Telekommunikationsunternehmen ausgebaut wird. Als Nachfolgeprogramm wurde im April 2023 die Gigabitförderung 2.0, das sog. „Graue-Flecken-Programm“ in der der Schwellenwert auf eine Förderung auf mindestens 200 Mbit/s symmetrisch bzw. 500 Mbit/s im Download erhöht wurde. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat auch in diesem neuen Programm drei Projektgebiete definiert und nach erfolgreicher Antragstellung auf Bundes- und Landesförderung die vorläufigen Zuwendungsbescheide erhalten hat. Zurzeit befindet sich die Verwaltung noch in der Ausschreibungsphase.

Bund und Land haben sich zum Ziel gesetzt, eine flächendeckende Gigabitversorgung zu ermöglichen. Ende 2015 verfügten nur rund 2,1 % der Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern über einen Glasfaseranschluss. Bis heute konnte diese Zahl nach landesinternen Erhebungen auf 64 % gesteigert werden. Das sind rund 330.000 Adressen von insgesamt 520.000 erfassten Adressen im Land.

Von diesen bereits versorgten Adressen wurden mehr als 270.000, also 82 %, mit Hilfe von Fördermitteln von Bund, Land und Kommunen ausgebaut. Das zeigt den hohen Stellenwert, den die Förderung im Glasfaserausbau in Mecklenburg-Vorpommern hat. Bis heute haben 154 Projektgebiete einen Zuwendungsbescheid vom Bund und Land erhalten. Für diese Projekte stehen Fördermittel in Höhe von rund 2,9 Milliarden Euro zur Verfügung (von Bund und Land sowie einem kommunalen Eigenanteil).

Davon sind bereits mehr als die Hälfte verbaut. Der Ausbau der weißen Flecken (also Adressen mit unter 30 Mbit/s-Versorgung vor Förderbeginn) ist nahezu abgeschlossen. Nach Angaben der ausbauenden Unternehmen sind mit Hilfe der Fördermittel von Bund, Land und Kommunen bislang mehr als 18.000 Kilometer Trasse mit rund 51.000 Kilometern Glasfaserkabel fertiggestellt worden.

Verantwortungsvoller Umgang mit Künstlicher Intelligenz

Oldenburg: Wir brauchen keine unkritische Begeisterung, sondern digitale Mündigkeit statt Technologiegläubigkeit

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern setzt auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz an den Schulen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler nicht zu reinen Anwenderinnen und Anwendern zu machen, sondern sie zu befähigen, KI zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll zu nutzen. „Künstliche Intelligenz ist kein neutrales Werkzeug. Sie kann Fehler machen, Vorurteile reproduzieren und falsche Informationen überzeugend darstellen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg im Landtag. „Wir brauchen keine unkritische Begeisterung, sondern digitale Mündigkeit statt Technologiegläubigkeit.“

Das Land hat zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Schule umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Dazu zählen Fortbildungen für Lehrkräfte, Webinare, digitale Lehrmaterialien, der Leitfaden „Gemeinsam die Welt der generativen KI-Systeme erkunden“ und Fachtage, auf denen sich Lehrkräfte austauschen können. „Wir haben früh gehandelt und liegen im bundesweiten Vergleich weit vorne“, so Oldenburg weiter. „Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den ersten Bundesländern, die KI systematisch in der Schule integriert haben. Wir sind besser, als viele denken.“

Bildungsministerin Oldenburg kündigte im Landtag auch weitere Schritte an, darunter den Ausbau von Fortbildungen, die Einrichtung einer zentralen KI-Anlaufstelle sowie eine stärkere personelle Unterstützung des Medienpädagogischen Zentrums. „Unsere Aufgabe ist es nicht, Schülerinnen und Schüler vor KI zu schützen, sondern sie auf den Umgang mit ihr vorzubereiten – durch Kompetenzen, Reflexionsfähigkeit und Verantwortungsgefühl.“

Künstliche Intelligenz eröffnet im Unterricht neue Möglichkeiten: „Schülerinnen und Schüler erhalten individuelles Feedback. Die Lernmaterialien orientieren sich an ihren Bedürfnissen. Lehrkräfte werden von Routinetätigkeiten entlastet“, erläuterte Oldenburg. „Aber und das ist entscheidend: KI ersetzt keine Lehrkraft. Sie schafft Freiräume für das, was Schule im Kern ausmacht: Beziehung, Pädagogik und individuelle Förderung.“

Mit Blick auf die Lernkultur forderte die Bildungsministerin ein Umdenken: „Wir müssen stärker auf eigenständiges Denken, Reflexion, Argumentation und mündliche Formate setzen. Denn eine einfache Wiedergabe von Wissen kann eine KI längst besser.“ Entscheidend seien Kompetenzen, die Maschinen nicht leisten können: „Was sie nicht kann, ist, kritisch denken, Verantwortung übernehmen und Haltung entwickeln. Und genau darauf kommt es an“, so Oldenburg. Ein zentraler Erfolgsfaktor seien weiterhin die Lehrkräfte: „Sie sind bereit, sich auf den Wandel einzulassen und wir begleiten sie dabei intensiv.“ Die Bildungsministerin verwies dabei auf hohe Fortbildungszahlen in diesem Bereich. Die KI-Fachtagung Ende März in Rostock verzeichnete 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter über 300 Schulleitungen.

Wichtig ist auch, dass die Schulen den Einsatz von KI erproben. Beim KI-gestützten Feedbacksystem „FelloFish“, das derzeit in einem Pilotprojekt getestet wird, erhalten Schülerinnen und Schüler automatisierte Rückmeldungen zu ihrem Lernfortschritt. „Erste Ergebnisse sind vielversprechend“, sagte Oldenburg. Künstliche Intelligenz dürfe verwendet werden, dies müsse aber gekennzeichnet werden: „Wer KI nutzt, muss offenlegen, in welchem Umfang dies geschehen ist. Das ist eine Frage von Fairness, von Bildungsqualität und Bildungsgerechtigkeit“, sagte die Ministerin.