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Kategorie: Digitalisierung / IT / Technik / KI

Cybersicherheit in Bund und Ländern

BSI und Mecklenburg-Vorpommern schließen Kooperation

Schwerin – Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Land Mecklenburg-Vorpommern arbeiten im Bereich der Cybersicherheit künftig enger zusammen. Eine entsprechende Vereinbarung haben BSI-Präsidentin Claudia Plattner und Dr. Heiko Geue, Minister für Finanzen und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, unterzeichnet.

Ziel ist, die Zusammenarbeit zwischen Bund und Land mit Blick auf Cybersicherheit zu stärken, um so einen entscheidenden Beitrag zur digitalen Resilienz Deutschlands zu leisten.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner: „Die Cybersicherheitslage ist angespannt – insbesondere unzureichend geschützte Angriffsflächen machen Deutschland im digitalen Raum verwundbar. Unser Ziel ist es, die staatliche Cybersicherheitsarchitektur durch effiziente Strukturen, sorgfältig definierte Schnittstellen und eine klare Kooperationsstrategie zu verbessern.

Die Kooperationsvereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, Deutschland zu einer Cybernation zu machen. Wir freuen uns, mit Mecklenburg-Vorpommern einen starken Partner zu haben, mit dem wir gemeinsam auf dieses Ziel hinarbeiten.“

Minister Dr. Heiko Geue: „Cybersicherheit ist eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung. Die Bedrohungen im Cyberraum nehmen zu und machen nicht an Landesgrenzen halt. Deshalb ist enge Zusammenarbeit entscheidend. Mit dem BSI bündeln wir unsere Kompetenzen, stärken den Schutz unserer Verwaltung und unterstützen insbesondere auch unsere Kommunen.

Die Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer resilienten, souveränen und bürgernahen digitalen Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern. Damit setzen wir unseren Kurs fort, den wir mit der Länderkooperation mit Schleswig-Holstein zur digitalen Souveränität eingeschlagen haben.“

Die Kooperationsvereinbarung konkretisiert die bisherige Zusammenarbeit in fünf spezifischen Kooperationsfeldern. Neben gemeinsamen Sensibilisierungsmaßnahmen und gegenseitigem Informations- und  Wissensaustausch soll die Zusammenarbeit bei der operativen Cybersicherheit
intensiviert werden.

Breitbandausbau im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Altentrebtow – Mehr als 2.600 Kilometer Glasfaser wurden verlegt, über 16.000 Anschlüsse erstellt – heute am Montag, den 11.05.2026, wurde in Altentreptow feierlich der Abschluss des von Bund und Land geförderte Breitbandausbaus in fünf Projektgebieten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gefeiert.

„Ein leistungsfähiges Breitbandnetz ist heute kein optionales Extra mehr, sondern ein wichtiger Standortfaktor für unseren ländlichen Raum. Nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger, sondern insbesondere auch für die Wirtschaft“, sagte Landrat Thomas Müller bei seiner Begrüßung in der Stadtbibliothek Altentreptow. Gerade in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung sei die Frage nach hohen Übertragungsraten für viele Unternehmen von zentraler Bedeutung. Insgesamt wurden in den fünf Projektgebieten 471 Unternehmen an das Glasfasernetz angeschlossen.

Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich betont die Relevanz schneller Internetanschlüsse, u.a. auch für den Tourismus im Land und schildert den enormen Fortschritt, den MV in den letzten 10 Jahren bereits gemacht hat: „2015 lag die Glasfaserquote in MV bei gerade einmal 2,1 %, heute sind es bereits 64 %. Das ist eine enorme Leistung, die wir zu einem großen Teil mit Fördermitteln von Bund, Land und Kommunen erbracht haben.“

„Als Bund und Land das Förderprogramm aufgelegt haben, waren wir in Neubrandenburg bereits mitten im Glasfaserausbau. Wir konnten also auf wertvolle Erfahrung zurückgreifen und wussten, dass wir ein Projekt dieser Größenordnung im Ausbaugebiet erfolgreich umsetzen können“, blickte neu-medianet Geschäftsführer Ingo Meyer zurück.

Die neu-medianet GmbH, ein Tochterunternehmen der Neubrandenburger Stadtwerke, hatte den von Bund und Land geförderten und durch den Landkreis koordinierten Ausbau in den Projektgebieten Stavenhagen-Land, Burg-Stargard-Trollenhagen, Friedland, Altentreptow und Penzlin-Kratzeburg ausgeführt. In den insgesamt siebeneinhalb Jahren Bauzeit seien so dafür rund 1.150 Kilometer Trasse und 2.636 Kilometer Glasfaser gebaut worden. Die Investitionssumme von Bund und Land in den fünf Fördergebieten beläuft sich auf rund 83 Millionen Euro.

Innenminister Christian Pegel lobt die Arbeit des Landkreises und der neumedia-net. „Den ersten Förderbescheid hat der Landkreis Mecklenburgisch Seenplatte von uns im August 2016 erhalten. Das war unser Startpunkt für den großen Sprung, den Mecklenburg-Vorpommern in nur einer Dekade geschafft hat. Ein großer Teil der Bevölkerung hat jetzt schon die Möglichkeit, einen Glasfaseranschluss zu nutzen. Darauf können wir alle stolz sein“, so Christian Pegel: „Auch in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern gilt, dass der Glasfaserausbau nicht an den Standgrenzen enden, sondern muss bis in die letzte Milchkanne reichen.“

Seit 2015 stellt der Bund im Rahmen des sog. „Weiße-Flecken-Programms“ rund 17 Milliarden Euro Fördermittel für den flächendeckenden Breitbandausbau in Deutschland zur Verfügung. In Mecklenburg-Vorpommern koordinieren die Landkreise den Ausbau in den förderfähigen Gebieten, garantieren dem Bund gegenüber die Erreichung der Projektziele und stellen hierbei insbesondere einen diskriminierungsfreien Zugang über die gesamte Projektlaufzeit sicher.

Für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wurden im Rahmen des Weiße-Flecken-Programms 20 Projektgebiete mit einer Gesamtfördersumme von Bund und Land in Höhe von rund 360 Mio. Euro festgelegt. Maßgebliches Kriterium für die Förderfähigkeit eines Gebietes gemäß den Breitbandleitlinien der EU ist die Aufgreifschwelle von 30 Mbit/s verfügbare Internetgeschwindigkeit. Nur dann, wenn diese 30 Mbit/s unterschritten werden, handelt es sich um ein förderfähiges Gebiet.

Eine weitere Fördervoraussetzung besteht darin, dass das Projektgebiet nicht ohnehin zeitnah durch ein Telekommunikationsunternehmen ausgebaut wird. Als Nachfolgeprogramm wurde im April 2023 die Gigabitförderung 2.0, das sog. „Graue-Flecken-Programm“ in der der Schwellenwert auf eine Förderung auf mindestens 200 Mbit/s symmetrisch bzw. 500 Mbit/s im Download erhöht wurde. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat auch in diesem neuen Programm drei Projektgebiete definiert und nach erfolgreicher Antragstellung auf Bundes- und Landesförderung die vorläufigen Zuwendungsbescheide erhalten hat. Zurzeit befindet sich die Verwaltung noch in der Ausschreibungsphase.

Bund und Land haben sich zum Ziel gesetzt, eine flächendeckende Gigabitversorgung zu ermöglichen. Ende 2015 verfügten nur rund 2,1 % der Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern über einen Glasfaseranschluss. Bis heute konnte diese Zahl nach landesinternen Erhebungen auf 64 % gesteigert werden. Das sind rund 330.000 Adressen von insgesamt 520.000 erfassten Adressen im Land.

Von diesen bereits versorgten Adressen wurden mehr als 270.000, also 82 %, mit Hilfe von Fördermitteln von Bund, Land und Kommunen ausgebaut. Das zeigt den hohen Stellenwert, den die Förderung im Glasfaserausbau in Mecklenburg-Vorpommern hat. Bis heute haben 154 Projektgebiete einen Zuwendungsbescheid vom Bund und Land erhalten. Für diese Projekte stehen Fördermittel in Höhe von rund 2,9 Milliarden Euro zur Verfügung (von Bund und Land sowie einem kommunalen Eigenanteil).

Davon sind bereits mehr als die Hälfte verbaut. Der Ausbau der weißen Flecken (also Adressen mit unter 30 Mbit/s-Versorgung vor Förderbeginn) ist nahezu abgeschlossen. Nach Angaben der ausbauenden Unternehmen sind mit Hilfe der Fördermittel von Bund, Land und Kommunen bislang mehr als 18.000 Kilometer Trasse mit rund 51.000 Kilometern Glasfaserkabel fertiggestellt worden.

Verantwortungsvoller Umgang mit Künstlicher Intelligenz

Oldenburg: Wir brauchen keine unkritische Begeisterung, sondern digitale Mündigkeit statt Technologiegläubigkeit

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern setzt auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz an den Schulen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler nicht zu reinen Anwenderinnen und Anwendern zu machen, sondern sie zu befähigen, KI zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll zu nutzen. „Künstliche Intelligenz ist kein neutrales Werkzeug. Sie kann Fehler machen, Vorurteile reproduzieren und falsche Informationen überzeugend darstellen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg im Landtag. „Wir brauchen keine unkritische Begeisterung, sondern digitale Mündigkeit statt Technologiegläubigkeit.“

Das Land hat zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Schule umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Dazu zählen Fortbildungen für Lehrkräfte, Webinare, digitale Lehrmaterialien, der Leitfaden „Gemeinsam die Welt der generativen KI-Systeme erkunden“ und Fachtage, auf denen sich Lehrkräfte austauschen können. „Wir haben früh gehandelt und liegen im bundesweiten Vergleich weit vorne“, so Oldenburg weiter. „Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den ersten Bundesländern, die KI systematisch in der Schule integriert haben. Wir sind besser, als viele denken.“

Bildungsministerin Oldenburg kündigte im Landtag auch weitere Schritte an, darunter den Ausbau von Fortbildungen, die Einrichtung einer zentralen KI-Anlaufstelle sowie eine stärkere personelle Unterstützung des Medienpädagogischen Zentrums. „Unsere Aufgabe ist es nicht, Schülerinnen und Schüler vor KI zu schützen, sondern sie auf den Umgang mit ihr vorzubereiten – durch Kompetenzen, Reflexionsfähigkeit und Verantwortungsgefühl.“

Künstliche Intelligenz eröffnet im Unterricht neue Möglichkeiten: „Schülerinnen und Schüler erhalten individuelles Feedback. Die Lernmaterialien orientieren sich an ihren Bedürfnissen. Lehrkräfte werden von Routinetätigkeiten entlastet“, erläuterte Oldenburg. „Aber und das ist entscheidend: KI ersetzt keine Lehrkraft. Sie schafft Freiräume für das, was Schule im Kern ausmacht: Beziehung, Pädagogik und individuelle Förderung.“

Mit Blick auf die Lernkultur forderte die Bildungsministerin ein Umdenken: „Wir müssen stärker auf eigenständiges Denken, Reflexion, Argumentation und mündliche Formate setzen. Denn eine einfache Wiedergabe von Wissen kann eine KI längst besser.“ Entscheidend seien Kompetenzen, die Maschinen nicht leisten können: „Was sie nicht kann, ist, kritisch denken, Verantwortung übernehmen und Haltung entwickeln. Und genau darauf kommt es an“, so Oldenburg. Ein zentraler Erfolgsfaktor seien weiterhin die Lehrkräfte: „Sie sind bereit, sich auf den Wandel einzulassen und wir begleiten sie dabei intensiv.“ Die Bildungsministerin verwies dabei auf hohe Fortbildungszahlen in diesem Bereich. Die KI-Fachtagung Ende März in Rostock verzeichnete 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter über 300 Schulleitungen.

Wichtig ist auch, dass die Schulen den Einsatz von KI erproben. Beim KI-gestützten Feedbacksystem „FelloFish“, das derzeit in einem Pilotprojekt getestet wird, erhalten Schülerinnen und Schüler automatisierte Rückmeldungen zu ihrem Lernfortschritt. „Erste Ergebnisse sind vielversprechend“, sagte Oldenburg. Künstliche Intelligenz dürfe verwendet werden, dies müsse aber gekennzeichnet werden: „Wer KI nutzt, muss offenlegen, in welchem Umfang dies geschehen ist. Das ist eine Frage von Fairness, von Bildungsqualität und Bildungsgerechtigkeit“, sagte die Ministerin.

Meilenstein für die Verwaltungsdigitalisierung

Lenkungsausschuss E-Government macht Weg frei für zukunftsweisende Projekte in MV

Schwerin – In seiner Sitzung am 7. April 2026 hat der Lenkungsausschuss für E-Government entscheidende Beschlüsse zur Modernisierung der Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern gefasst. Hierzu zählen unter anderem die Freigabe umfangreicher Mittel für Schlüsselprojekte der Registermodernisierung und der Informationssicherheit. Hierdurch stellen Land und Kommunen gemeinsam die Weichen für eine effiziente, sichere und bürgerfreundliche digitale Verwaltung.

Angesichts des Fachkräftemangels, sinkender finanzieller Spielräume und einer stetig steigenden technologischen Komplexität setzen das Land und die kommunale Ebene auf einen konsequenten Schulterschluss.

Zentrale Beschlüsse zur Registermodernisierung

Ein Schwerpunkt der Sitzung lag auf der Umsetzung der bundesweiten Registermodernisierung. Ziel ist es, das „Once-Only-Prinzip“ Realität werden zu lassen: Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sollen Nachweise künftig nur noch einmalig an die Landesverwaltung erbringen müssen. Hierzu wurden Mittelfreigaben für folgende Projekte beschlossen, die nun angeschoben werden können:

  • NOOTS-Anbindung in M-V: Mit dem Anschluss an das Nationale Online-Optimierungs-Tool-System (NOOTS) wird die technische Brücke geschlagen, um Daten sicher und verschlüsselt aus den Registern abzurufen.
  • Once-Only-Befähigung des MV-Serviceportals: Das zentrale Portal wird so weiterentwickelt, dass Antragsdaten direkt mit den erforderlichen Registern kommunizieren können, was die Bearbeitungszeiten in den Behörden massiv verkürzt.
  • Anbindung des Personenstandsregisters an IDA und DSC: Durch die Verknüpfung mit dem Identitätsmanagement (IDA) und dem Datenschutzcockpit (DSC) wird sichergestellt, dass Datenabrufe transparent und unter voller Kontrolle der Bürgerinnen und Bürger erfolgen.

Sicherheit als Fundament: Vorbereitung der Umsetzung von Maßnahmen aus der Taskforce Informationssicherheit

Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der „TaskForce Informationssicherheit“ werden landesweit einheitliche Sicherheitsmaßnahmen, wie ein umfangreicheres Landesdatennetz, tiefergehend ausgearbeitet. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, Verwaltungen gegen die wachsende Gefahr von Cyberangriffen zu rüsten. Dies unterstützt auch die Umsetzung des neuen Informationssicherheitsgesetzes M-V, das das Sicherheitsniveau in der Fläche erhöhen soll.

Dr. Heiko Geue, Finanz- und Digitalisierungsminister M-V: „Die Beschlüsse sind ein wichtiger Meilenstein für mehr IT-Sicherheit und gemeinsame digitale Standards von Land und Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern. Ich danke allen Beteiligten! Dank der bis zu 150 Millionen Euro, die aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität in die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern investiert werden können, kommen wir unserem Ziel einer bürgernäheren, effizienteren und resilienteren Verwaltung hiermit deutlich näher.

Marco Anschütz, Leiter der Stabsstelle Digitalisierung im Finanzministerium M-V: „Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern die Antwort auf den demografischen Wandel. Mit der Anbindung an das NOOTS und der Registermodernisierung schaffen wir die Basis für eine Verwaltung, die proaktiv arbeitet und ihre Bürgerinnen und Bürger entlastet. Wir gehen diesen Weg konsequent Seite an Seite mit den Kommunen.“

Andreas Wellmann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städte- und Gemeindetages M-V: „Die Beschlüsse des Lenkungsausschusses sind ein starkes Signal, dass das Land seine Verantwortung für unsere Städte und Gemeinden sieht, wenn digitale Prozesse für die Menschen im Land gut funktionieren sollen. Das geht nur gemeinsam, wobei das Land den Rahmen setzen muss. Durch eine moderne, automatisierte Registerlandschaft werden Prozesse schneller und einfacher; vor allem können wir dem Fachkräftemangel in den Rathäusern etwas entgegensetzen und gleichzeitig für die Menschen vor Ort erreichbar bleiben.“

Matthias Köpp, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Landkreistages M-V: „Die Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern sind zentrale Dienstleister für unsere Bevölkerung, weil sie eine Vielzahl gesetzlicher Aufgaben umsetzen. Für jede Aufgabe ist es bisher notwendig, Daten erneut bei den Antragsstellern abzufragen, die bereits im Rahmen anderer Leistungen erhoben wurden. Mit den Beschlüssen des Lenkungsausschusses werden erste Schritte auf den Weg gebracht, künftig solche mehrfachen Datenerhebungen zu vermeiden. Damit würde künftig der Aufwand der Bürgerinnen und Bürger bei Antragsstellungen für verschiedene Leistungen deutlich reduziert werden. Trotzdem haben wir noch einen längeren Weg vor uns, den wir aber konsequent weiter gehen müssen.“

Fazit

Land und Kommunen betonen abschließend, dass moderne Verwaltungsdigitalisierung nur im Verbund gelingen kann. Die Beschlüsse sind ein entscheidender Schritt, um Mecklenburg-Vorpommern als modernen Wirtschaftsstandort und lebenswerte Heimat für seine Bürgerinnen und Bürger zu stärken.

Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in M-V

Schwerin – Im Zeitraum von Oktober 2022 bis März 2026 wurde die koordinierte Landesmaßnahme zur Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in MV durchgeführt. Das Projekt wurde im Rahmen des bundesweiten Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) realisiert und durch Mittel der Europäischen Union im Programm NextGenerationEU finanziert, teilte Gesundheitsministerin Stefanie Drese zum Abschluss der Digitalisierungs-Maßnahme am Mittwoch in Schwerin mit.

Zur Förderung der Digitalisierung und Stärkung des ÖGD in Mecklenburg-Vorpommern wurden nach Angaben von Drese insgesamt 6,39 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Hauptbestandteil ist dabei die gemeinsam vom Gesundheitsministerium mit den kommunalen Gesundheitsämtern erarbeitete Digitalisierungsstrategie (Digitalisierungsstrategie für den ÖGD in MV).

„Wir haben damit die Voraussetzungen geschaffen, den ÖGD zu modernisieren und bürgerfreundlicher zu machen“, betonte Drese. „Unser Ziel ist es, im ÖGD auf unterschiedliche Krisenfälle bestmöglich vorbereitet zu sein. Das geht nur mit einer modernen Ausstattung und effizienten Abläufen, die die Beschäftigten unterstützen und Behördenanliegen für Bürgerinnen und Bürger so einfach wie möglich machen“, so die Ministerin.

Zur Verbesserung der Krisenfestigkeit der Gesundheitsämter wurden laut Drese zudem Fortbildungen über den gesamten Projektzeitraum hinweg finanziert, sowie ein Rahmenschulungskonzept erstellt, welches zukünftig dabei helfen soll, die Fähigkeiten des Personals im ÖGD zu sichern. Hierzu trage auch die bedarfsweise Finanzierung von Hard- und Software sowie Schnittstellen in einzelnen Gesundheitsämtern bei.

„Darüber hinaus konnten innerhalb des Projekts die notwendigen Weichenstellungen für die Anbindung der Gesundheitsämter und des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) an die Telematikinfrastruktur gelegt werden“, führte Drese weiter aus.

Über ein sogenanntes Sicherheitsgateway wird zukünftig die direkte und sichere digitale Kommunikation der Gesundheitsämter und des LAGuS untereinander sowie zu den Ärzten und Krankenhäusern gewährleistet sein.

Drese: „Ein ganz konkretes Beispiel ist, dass die Meldungen der Kindervoruntersuchungen durch die Ärzte an das Landesamt für Gesundheit und Soziales zukünftig digital über die Telematikinfrastruktur ablaufen können.“

Mit Künstlicher Intelligenz verantwortungsvoll umgehen

Land unterbreitet zahlreiche Angebote für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern setzt verstärkt auf einen kompetenten und reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Schulalltag. Ziel ist es, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen zu befähigen, die Chancen der Technologie sinnvoll zu nutzen und ihre Grenzen kritisch zu hinterfragen. „In der Schule wird Künstliche Intelligenz zur individuellen Lernförderung von Schülerinnen und Schülern eingesetzt. Aber KI hilft auch Lehrkräften beim Erstellen von Unterrichtsmaterialien“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Wie wir diese neuen Möglichkeiten gewinnbringend einsetzen können, ist vor allem eine Frage der Medienkompetenz.“

Lehrkräften steht eine Handreichung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz zur Verfügung. Der Handlungsleitfaden „Gemeinsam die Welt der generativen KI-Systeme erkunden“ klärt auf, was generative KI-Systeme sind und was sie leisten können. Lehrkräfte erfahren, wie sie diese Anwendungen zur Unterrichtsvorbereitung nutzen und wie sie Aufgaben erstellen, die weniger anfällig dafür sind, ausschließlich von einer generativen KI erledigt werden zu können.

Das Land hat zudem die Regelungen bei der Leistungsbewertung angepasst. „Bei Hausaufgaben und bei Hausarbeiten muss deutlich werden, wo die Eigenleistung der Schülerin bzw. des Schülers liegt und die Urheberschaft muss klar erkennbar sein“, erklärte die Bildungsministerin. „In der aktuellen Leistungsbewertungsverordnung heißt es: „Sofern bei der Erstellung von Hausaufgaben und Hausarbeiten externe Hilfen oder Quellen verwendet wurden, sind diese vollumfänglich anzugeben und kenntlich zu machen. Dies gilt auch für die Nutzung generativer Anwendungen im Rahmen der Künstlichen Intelligenz.“

Um den Einsatz von KI im Unterricht zu unterstützen, macht das Land viele Angebote. Dazu zählen Fortbildungen, Webinare, digitale Materialien und konkrete Anwendungen für den Unterricht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung der Lehrkräfte. In der vergangenen Woche hat das Bildungsministerium zum Beispiel die Fachtagung „KI in MV“ in Rostock veranstaltet. Die Fortbildung verzeichnete 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter 300 Vertretungen von Schulleitungen. Im Zentrum stand die Frage, wie die neue Technologie pädagogisch sinnvoll, rechtssicher und verantwortungsvoll in der Schule eingesetzt werden kann. Geplant ist auch, dass sich der bestehende Podcast „IQ M-V trifft“ mit dem ersten KI-Gesetz und Deepfakes befasst.

Ein weiteres Beispiel ist das KI-gestützte Feedbacksystem „FelloFish“, das derzeit in einem Pilotprojekt getestet wird. Schülerinnen und Schüler erhalten automatisierte Rückmeldungen zu ihrem Lernfortschritt. „Kinder und Jugendliche brauchen Feedback beim Lernen. Das verleiht ihnen Sicherheit im Anwenden ihrer Lernstrategien. Hier bietet KI eine große Hilfestellung“, sagte Oldenburg weiter. Das datenschutzkonforme Tool „FelloFish“ ist ein KI-Tool, das Schülerinnen und Schülern Echtzeitfeedback zu den Aufgaben gibt, die sie gelöst haben. Sie erhalten Hinweise, wie sie ihre Schreibkompetenzen verbessern können und Rückmeldungen, die ihre Motivation stärken.

Im Mittelpunkt im Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Schule steht ein ganzheitlicher Ansatz: KI wird als Querschnittaufgabe in allen Fächern verankert. Neben der Anwendung geht es insbesondere um das Verständnis der Funktionsweise, von Möglichkeiten und Grenzen sowie um kritisches Denken und Eigenverantwortung. „Künstliche Intelligenz kann eine große Hilfe sein und eröffnet beim Lernen neue Möglichkeiten. In der Schule geht es jedoch in erster Linie um die Vermittlung einer guten und soliden Allgemeinbildung. Die Bereitschaft, sich anzustrengen und eigenständiges Arbeiten gehören weiterhin dazu“, betonte Oldenburg.

Der Umgang mit KI wird auch in den Rahmenplänen verankert, hier insbesondere im Fach Informatik und Medienbildung. Seit dem Schuljahr 2019/2020 steht an allen weiterführenden Schulen ab der Jahrgangsstufe 5 das einstündige Unterrichtsfach „Informatik und Medienbildung“ auf dem Stundenplan. Schülerinnen und Schüler erlangen in diesem Fach grundlegendes Wissen über Mediennutzung, Mediengestaltung und Medienkritik. Es schafft die Grundlagen für die Nutzung digitaler Medien in den anderen Fächern, die sich damit stärker auf die inhaltliche Auseinandersetzung, die Wirkung von Medien sowie deren verantwortungsbewusste Nutzung konzentrieren können.

Schwesig: Die wirtschaftlichen Chancen von KI nutzen

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat  dafür geworben, die sich aus der Nutzung von künstlicher Intelligenz ergebenden wirtschaftlichen Chancen zu nutzen, gleichzeitig aber auch die Risiken für die Arbeitswelt zu beachten.

„Mit künstlicher Intelligenz sind Ängste vor dem massiven Verlust von Routinearbeitsplätzen in der Buchhaltung, im Kundenservice, durchaus auch bei Ingenieuren und Programmierern verbunden. Auf der anderen Seite muss KI programmiert, überwacht, gewartet und weiterentwickelt werden. Dafür braucht es Fachkräfte. Außerdem kann der strategische Einsatz von künstlicher Intelligenz im Unternehmen durchaus ein Mittel gegen den Fachkräftemangel sein“, erklärte Schwesig auf dem Jahresempfang der IHK zu Schwerin, der sich in diesem Jahr mit den Chancen Künstlicher Intelligenz befasst.

Die Landesregierung unterstütze die Wirtschaft bei der Erschließung neuer Potenziale. „Nach dem Ideenaufruf „Künstliche Intelligenz“ im vergangenen Jahr haben wir 900.000 Euro für Projektideen in Unternehmen bewilligt. Wir haben das Zukunftszentrum MV und das Kompetenzzentrum Arbeit 4.0 mv-works; Beide stehen Unternehmen bei Modernisierungsprozessen zur Seite. Die Landesregierung unterstützt die Wissenschaft und die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft durch das Zentrum für Künstliche Intelligenz und Data Science der Universität Rostock. Alles das wird mit Mitteln von Land, Bund und EU gefördert. Und wir erarbeiten weitere Fördermöglichkeiten für Anwendungen von Künstlicher Intelligenz, auch bei IT-Sicherheit und Cybersicherheit. Dafür haben wir noch einmal 1,5 Millionen Euro vorgesehen“, sagte Schwesig.

Es sei das gemeinsame Anliegen von Landesregierung und Wirtschaft, Mecklenburg-Vorpommern weiter wirtschaftlich voranzubringen und Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern. Die Landesregierung setze in der Wirtschaftspolitik vier Schwerpunkte. Das Land unterstütze die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen. „Zwischen 2022 und 2024 haben wir insgesamt 185 Unternehmensansiedlungen oder Erweiterungen gefördert. Dadurch konnten etwa 5700 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen werden“, erläuterte Schwesig. Gerade der Industriestandort Schwerin entwickele sich gut. „Hier im Industriepark Schwerin hat sich Junge Fahrzeugbau angesiedelt. Ypsomed erweitert seine Produktion.“

Der zweite Schwerpunkt sei die gezielte Förderung von Wachstumsbranchen. „Der Tourismus hat 2024 sein zweitbestes Saisonergebnis erzielt und läuft 2025 auf ein noch besseres Ergebnis zu. Die maritime Wirtschaft hat auch dank der Unterstützung des Bundes neue Zukunftsperspektiven“. Auch die Gesundheitswirtschaft und die Land- und Ernährungswirtschaft befänden sich auf einem guten Weg. Handwerk und Mittelstand bildeten das wirtschaftliche Rückgrat des Landes.

Ein weiterer Schwerpunkt sei der Bürokratieabbau. „Ein Beispiel, wo wir vorangekommen sind, ist die Erhöhung der Wertgrenzen bei öffentlichen Ausschreibungen. Bauleistungen zum Beispiel können bis 200.000 Euro freihändig und bis eine Million Euro nach beschränkter Ausschreibung vergeben werden. Das bedeutet: Aufträge werden schneller vergeben. Kleine und mittlere Unternehmen haben bessere Chancen auf öffentliche Aufträge. Kommunen können schneller und unbürokratischer handeln“, sagte die Ministerpräsidentin.

Wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung sei auch der Ausbau der Infrastruktur. Mit dem Doppelhaushalt 2026/27 investiere das Land 1,7 Milliarden Euro bzw. 1,6 Milliarden Euro. „Dazu kommen die Investitionen aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes. Davon profitieren die Unternehmen und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ganz konkret. Wir halten die Investitionsquote weiter hoch. Das ist wichtig vor allem für die Bauwirtschaft und das Handwerk.“

Kinder- und Jugendschutz in sozialen Medien aus

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat  auf der Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder eine Mehrheit für einen Antrag zum besseren Kinder- und Jugendschutz in den Sozialen Medien gefunden.

„Ich bin sehr dankbar, dass sich die Regierungschefinnen und Regierungschefs gemeinsam zu einem besseren Kinder- und Jugendschutz bekannt haben. Das ist ein wichtiges Signal in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte. Wir müssen unsere Kinder besser vor Gefahren im Internet wie Desinformation, Hass und Hetze, sexualisierter Gewalt, Suchtmechanismen und psychischen Belastungen schützen“, erklärte Ministerpräsidentin Schwesig.

Die Länder fordern die Anbieter von Social Media-Plattformen auf, das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen mit Medien und deren Schutz vor systemischen Risiken über die eigenen wirtschaftlichen Interessen zu stellen. Die Ergebnisse der vom Bund eingesetzten Expertenkommission müssten gemeinsam ausgewertet werden, auch mit Blick auf Altersbegrenzungen beim Zugang zu sozialen Medien und die altersgerechte Ausgestaltung von Angeboten.

„Wenn die Plattformen nicht handeln, muss der Staat das tun. Ich plädiere für einen Stufenplan: ein Verbot bis 14 Jahre und jugendgerechte Angebote bis 16 Jahre. Auch viele andere Ministerpräsidenten plädieren für einen solchen Stufenplan. Ich hoffe sehr, dass es dem Bund gelingt, eine Lösung zu finden.“

 In einem weiteren Beschluss bitten die Länder den Bund, zusätzliche Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Eisenbahnunternehmen zu ergreifen. Dazu gehören neben dem Ausbau der Videoüberwachung und der Ausstattung mit Notfallknöpfen auch die bessere Kontrollierbarkeit von Tickets durch Fotos. „Ich bin auch offen für den Vorschlag aus Rheinland-Pfalz, dass das Deutschlandticket künftig mit einem Foto versehen sein muss. Die Vorfälle der letzten Zeit haben gezeigt, dass die Beschäftigten der Eisenbahn-Unternehmen besser geschützt werden müssen.“