Menü Schließen

Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Drese würdigt Engagement des Lotsennetzwerks M-V

„Suchtkranke Menschen brauchen Verständnis, Hilfe und Begleitung“

Rostock – Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Alkohol finden vom 13. bis zum 21. Juni in ganz Deutschland zahlreiche Aktionen statt, die dazu einladen, sich kritisch mit Alkohol und Alkoholkonsum auseinanderzusetzen. Eine wichtige Veranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern war zum Auftakt der Aktionswoche der Fachtag des Lotsennetzwerkes der Suchtselbsthilfe in MV.

Der Fachtag in Rostock brachte Fachkräfte aus Suchthilfe, Selbsthilfe und Gesundheitswesen zusammen, zeigte aber auch die große Bedeutung der in einem Lotsennetzwerk arbeitenden ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern, die suchtkranke Menschen in das Hilfesystem integrieren und sie beim Ausstieg aus der Sucht unterstützen.

„Nach einer Entgiftung oder einer Therapie ist es oft schwer, wieder Fuß zu fassen, sich in der neuen Lebenssituation zu orientieren und abstinent zu leben. Dabei helfen unsere Lotsinnen und Lotsen, die oft selbst über Erfahrungen mit Suchterkrankungen verfügen oder die Herausforderungen als Angehörige kennen“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese, die den Fachtag mit einem Videogrußwort eröffnete.

Diese Erfahrungen seien besonders wertvoll, weil die Lotsen den Betroffenen so auf Augenhöhe und ohne Vorurteile begegnen können. „Außerdem machen sie Mut und zeigen: Keiner ist allein und es gibt ein Leben nach der Sucht“, so Drese.

Die Ministerin verwies in diesem Zusammenhang auch auf die weiterhin große Häufigkeit von Suchterkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern. So suchten im Jahr 2024 insgesamt 8.850 Menschen Unterstützung in den 24 Sucht- und Drogenberatungsstellen Mecklenburg-Vorpommerns. Das waren 290 Personen mehr als im Jahr davor. „Diese Zahlen zeigen, dass Suchterkrankungen keine Randerscheinung sind. Sie betreffen viele Menschen und wirken sich oft auf ganze Familien aus“, sagte Drese.

Für Kinder aus psychisch- und suchtbelasteten Familien gibt es deshalb in MV seit 2023 ein eigenes Angebot in Form der KipsFam-Regionalstellen, um auch ihnen Hilfestellung im Umgang mit der belastenden Lebenssituation zu geben, in der sie großwerden. „Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle. Schätzungen zufolge sind rund 73.000 Kinder allein in MV betroffen“, unterstrich Drese.

Sie hoffe aber auch, dass die Aktionswoche Alkohol dazu beitrage, noch bestehende Stigmata abzubauen, die oft auch den Weg in das Hilfsnetz blockieren. „Sucht ist keine Charakterschwäche, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, für die man sich, wie bei anderen Krankheiten auch, Hilfe suchen kann und sollte. Ich würde mir deshalb wünschen, dass wir die Scham rund um dieses Thema verlieren, damit Betroffene möglichst frühzeitig Hilfe bekommen“, so die Ministerin weiter.

Je früher das der Fall sei, desto größer seien auch die Chancen auf eine erfolgreiche Stabilisierung und ein selbstbestimmtes Leben. „Denn wir wissen, dass Sucht eine Erkrankung ist, die tief in die menschliche Psyche eingreift. Wir wissen, dass das eigene Belohnungssystem unseres Gehirns gegen einen arbeitet. Und das zu durchbrechen, das braucht eine unvorstellbar große Menge an Kraft und eben auch Menschen wie unsere Lotsinnen und Lotsen, die an einen glauben“, betonte Drese.

Informationen zu den Lotsen finden Interessierte unter https://lotsennetzwerk-mv.org/. Eine Übersicht aller Suchtberatungsstellen sowie verschiedener Onlineberatungsangebote stellt unterdessen die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST) zur Verfügung: https://www.lakost-mv.de/unterstuetzung. Auch die KipsFam-Anlaufstellen sind kostenfrei, ebenso wie die weiteren Veranstaltungen zur Aktionswoche Alkohol.

Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder

Gesundheitsministerkonferenz setzt Impulse für Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung und Gesundheitsschutz

Hannover – Heute endet die diesjährige Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder, die unter dem Vorsitz Niedersachsens in Hannover stattfand. Im Mittelpunkt standen neben den vom Bund geplanten Reformen verschiedene Initiativen, um Arztpraxen zu entlasten, den medizinischen Nachwuchs zu sichern und junge Menschen besser vor modernen Gesundheitsrisiken zu schützen.

So sprachen sich die Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren dafür aus, die Bürokratie in Arztpraxen deutlich zu entschlacken. Vorgeschlagen wurde unter Mitantragstellung von MV eine Erhöhung der Bagatellgrenze auf 300 Euro pro Arzt/Ärztin, Quartal und Krankenkasse. Damit ließe sich der unverhältnismäßig hohe Zeitaufwand bei Abrechnungsprüfungen, die sich zumeist lediglich auf niedrige Rückforderungsbeträge beziehen, spürbar reduzieren. Im gleichen Zuge solle zudem auch geprüft werden, inwiefern auf doppelte Datenerhebungen verzichtet und eine vollständige Digitalisierung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen möglich ist.

„Wir können es uns schlichtweg nicht leisten, dass unser medizinisches Fachpersonal wertvolle Arbeitszeit mit überbordender Bürokratie verbringt. Jede Stunde, die nicht für Formulare und Doppelmeldungen aufgewendet werden muss, entlastet unsere Praxen enorm und kommt letztlich den Patientinnen und Patienten zugute“, erklärte Gesundheitsstaatsekretärin Sylvia Grimm, die Mecklenburg-Vorpommern in Hannover vertrat.

Unter dem Blickwinkel der ambulanten Versorgung hat Mecklenburg-Vorpommern außerdem einen eigenen Antrag zur Weiterbildungsförderung von Kinder- und Jugendmedizinern gestellt, der auf breite Zustimmung stieß. „Gerade vor dem Hintergrund der Krankenhausreform und der zunehmenden Ambulantisierung werden sektorenübergreifende Weiterbildungsverbünde an Bedeutung gewinnen. Dies betrifft vor allem die Fachgebiete wie die Pädiatrie, in denen es bereits jetzt verstärkt Versorgungsprobleme gibt“, erklärte Grimm.

Dennoch gebe es derzeit für die Kinder- und Jugendärzte noch eine Stellenbegrenzung für Weiterbildungen, die bei Hausärzten nicht existiert. „Hier streben wir eine Gleichstellung an, damit es nicht zu einer Verschärfung des Mangels kommt. Zumal die Pädiater für junge Patienten ja auch die hausärztliche Versorgung übernehmen“, hob Grimm hervor.

Selbst eingebracht hatte Mecklenburg-Vorpommern außerdem einen Antrag zu Nikotinbeuteln. „Tabakfreie Nikotinbeutel sind im Internet für Kinder und Jugendliche frei verfügbar. In bunten Farben und mit Geschmacksrichtungen wie Pfirsich oder Pina Colada versprechen diese Produkte einen für viele junge Menschen erstrebenswerten Lifestyle, verbergen aber zugleich die gesundheitlichen Risiken, die von Nikotinbeuteln ausgehen“, so Grimm. So liege der Nikotingehalt oft deutlich über dem herkömmlicher Tabakprodukte.

Derzeit fallen diese Beutel unter das Lebensmittelrecht, da sie keinen Tabak enthalten. Grimm: „Doch die Praxis zeigt, dass diese Einordnung an ihre Grenzen stößt, vor allem im Online-Handel und bei der Kontrolle der Verkaufsstellen vor Ort. Das angestrebte Schutzniveau für unsere Kinder und Jugendlichen wird so schlichtweg nicht erreicht. Die einhellige Zustimmung aller Länder auf ein Verbot im Tabakrecht hinzuwirken, ist ein starkes Signal für unsere gemeinsame Entschlossenheit beim Jugendschutz.“

Drese bei 21. Nationalen Branchenkonferenz

Drese: Gesundes Altern ist gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunftsaufgabe

Rostock – Gesundheitsministerin Stefanie Drese fordert weitere gesamtgesellschaftliche Anstrengungen und mehr Präventionsangebote für ein gesundes Altern und die Gesunderhaltung im Job. „Die Frage, wie wir gesund alt werden und unsere Arbeitskraft erhalten, ist mit Blick auf unsere demografische Entwicklung längst nicht mehr nur ein individuelles Anliegen, sondern muss eine zentrale Zukunftsaufgabe für Politik und Wirtschaft werden“, betonte Drese anlässlich des Forums „Longevity at work“ auf der 21. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock.

 „Mehr als 440.000 Menschen im Land sind inzwischen älter als 65 Jahre. Und diese Entwicklung spiegelt sich in Zeiten, in denen der Fachkräftemangel und der Geburtenknick zusammentreffen, auch in den Unternehmen wider“, so Drese. So seien schon jetzt mehr als 37 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 50 Jahre und älter.

„Wir müssen deshalb unsere Arbeitsplätze so gestalten, dass sie unsere Gesundheit fördern, statt ihr zu schaden. Wir müssen Maßnahmen weiterentwickeln, um möglichst lange fit im Beruf bleiben zu können, aber auch darüber hinaus“, unterstrich Drese. Aus ihrer Sicht müsse sich daher auch das grundsätzliche Verständnis von Gesundheit am Arbeitsplatz weiterentwickeln. „Neben dem klassischen Arbeitsschutz zur bloßen Vermeidung von Gefahren sind zunehmend auch gesundheitsfördernde Maßnahmen wichtig, die körperliche und psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten stärken“, sagte sie.

Von solch einem guten betrieblichen Gesundheitsmanagement profitierten sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte. „Denn gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen steigern die Attraktivität von Unternehmen, erhöhen die Produktivität und stärken die Bindung von Fachkräften“, so Drese. Gleichzeitig verbesserten sie Wohlbefinden, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten.

Um Arbeitskultur und Prävention stärker zu verzahnen, helfe auch die im vergangenen Jahr veröffentlichte Landesstrategie für Gesundheit und Prävention. Diese verfolgt nach Aussage von Drese unter anderem das Ziel, arbeitsbedingte Erkrankungen zu reduzieren und die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken. Schwerpunkte der Strategie sind die Bewegungsförderung, die psychische Gesundheit, die Suchtprävention sowie die Stärkung von Gesundheitskompetenzen.

Drese: „Je früher wir in Prävention, Gesundheitsförderung und gute Arbeitsbedingungen investieren, umso eher schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass auch der Generationenwechsel in der Arbeitswelt gelingt und Menschen länger leistungsfähig bleiben können, auch über die Arbeit hinaus.“

Schwesig: Gesundheitswirtschaft im Land hat sich gut entwickelt

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat auf der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft eine positive Bilanz der Entwicklung in der Branche gezogen. „Dank BioCon Valley verfügen wir über Zahlen zum ökonomischen Fußabdruck der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Demnach entstehen 14,3 Prozent unserer Bruttowertschöpfung in diesem Bereich. Jeder und jede fünfte Erwerbstätige in unserem Land arbeitet in der Gesundheitswirtschaft. Insgesamt sind es 151.900 Menschen.

Die Wertschöpfung ist in den letzten Jahren fast kontinuierlich gewachsen. Sie beträgt nach den neuesten Zahlen 7,8 Milliarden Euro – gegenüber 6,5 Milliarden im Jahr 2021“, erklärte die Ministerpräsidentin.

„Es war richtig, die Gesundheitswirtschaft zum strategischen Thema für unser Land zu machen. Dafür bin ich dem früheren Ministerpräsidenten Harald Ringstorff ebenso dankbar wie Professor Horst Klinkmann, der schon früh den Impuls gegeben hat, die gute Voraussetzungen unseres Landes für die Gesundheitswirtschaft zu nutzen. Wir haben diese Schwerpunktsetzung in den letzten Jahren weiter vorangetrieben“, bilanzierte Schwesig.

Neue Unternehmen seien ins Land gekommen, andere würden ihre Produktionskapazitäten erweitern. „Das irische Unternehmen Amnexis hat sich in Greifswald angesiedelt. Miltenyi investiert in Teterow 10 Millionen Euro in den Neubau einer modernen Produktionshalle. Das Unternehmen ist vor 20 Jahren nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen und seitdem kontinuierlich gewachsen. Gleiches gilt für das Schweizer Unternehmen Ypsomed, das mit großen Investitionen seine Produktion in Schwerin verdoppelt.“

Mit dem BioCon-Valley-Netzwerk und dem im Kuratorium Gesundheitswirtschaft erarbeiteten Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030 sei die Branche auch für die kommenden Jahre gut aufgestellt. „Wir brauchen Stabilität und Verlässlichkeit. Und strategische Schwerpunkte, die wir auf lange Sicht verfolgen wie die Gesundheitswirtschaft. Ich danke allen, die sich im Netzwerk BioCon Valley und an der Nationalen Branchenkonferenz als wichtiger Plattform der deutschen Gesundheitswirtschaft beteiligen.“ Partnerland der Branchenkonferenz ist in diesem Jahr Lettland. „Wir freuen uns auf neue Impulse, gerade im Bereich der Digitalisierung unseres Gesundheitswesens.“

Hitzeaktionstag: Neue Wege für besseren Schutz vulnerabler Gruppen

Schwerin – Anlässlich des heutigen bundesweiten Hitzeaktionstages hat Gesundheits- und Sozialministerin Stefanie Drese die Bedeutung eines wirksamen Hitzeschutzes für die Bevölkerung hervorgehoben. „Der Klimawandel ist längst auch in Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Längere Hitzeperioden, zunehmende Extremwetterereignisse und neue Infektionskrankheiten wirken sich immer stärker auch auf die Gesundheit der Menschen hier im Land aus. Darauf müssen wir uns gemeinsam einstellen“, erklärte Drese.

Die Ministerin betonte, dass Hitzewellen insbesondere für vulnerable Gruppen wie ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, Kinder, aber auch Beschäftigte, die schwer körperlich arbeiten, eine hohe gesundheitliche Belastung darstellen. „Bei älteren Menschen etwa, die kaum mehr ein Durstgefühl haben, können langanhaltend warme Tage verhältnismäßig schnell zu einer gefährlichen Dehydrierung führen. Die Medikamente von chronisch Kranken können die Wärmeregulierung des Körpers verändern und kleine Kinder oder Pflegebedürftige reagieren häufig empfindlicher auf hohe Raumtemperaturen. Deshalb ist Hitzeschutz für uns vor allem Gesundheitsschutz“, sagte Drese.

Mecklenburg-Vorpommern verfolge daher seit mehreren Jahren einen gesundheitsbezogenen Hitzeschutzansatz, der auf Prävention, Vernetzung, konkrete Hilfsangebote und Best Practices setzt. „Wir wollen das Thema außerdem stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken, Akteure miteinander vernetzen und vor allem die Lebens- und Lernumfelder vulnerabler Gruppen hitzeresilienter machen: von Pflegeeinrichtungen über Krankenhäuser bis hin zu Kitas und Schulen“, betonte die Ministerin

Ein wichtiger Baustein ist dabei der landesweite „Gesundheitsbezogene Hitzeschutzplan Mecklenburg-Vorpommern“, den das Sozialministerium vor rund einem Jahr veröffentlicht hat. Dieser bündelt Informationen zu gesundheitlichen Risiken extremer Hitze und enthält zahlreiche Empfehlungen für Einrichtungen und Verantwortliche vor Ort. MV ist dabei nur eines von fünf Bundesländern, das einen solchen Plan bereits erarbeitet hat. „Uns war es wichtig, damit eine praxisnahe Grundlage zu schaffen mit strategischen Ansätzen für die Zukunft aber eben auch mit einfachen und kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen“, so Drese.

Dazu gehören zum Beispiel auch spezielle Aufkleber, die bei einer Raumtemperatur von 28 Grad Celsius ihre Farbe verändern und bei den Gesundheitsämtern im Land erhältlich sind. „Das ist ein Beispiel für eine niedrigschwellige Möglichkeit, auf kritische Innentemperaturen aufmerksam zu machen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten, etwa bei Pflegebedürftigen“, erklärte sie.

MV habe zudem zuletzt auch rechtliche Änderungen angestoßen, um vulnerable Gruppen besser zu schützen. Durch eine Änderung des Landeskrankenhausgesetzes können Krankenhäuser Investitionsmittel nun auch gezielt für Maßnahmen im Bereich Hitzeschutz einsetzen. Für Pflegeeinrichtungen sind Schutzkonzepte außerdem inzwischen verpflichtend.

„Ganz wichtig ist mir aber auch zu betonen, dass jede und jeder etwas tun kann, um vulnerable Gruppen zu schützen. Bieten Sie älteren Nachbarn an, an besonders heißen Tagen die Erledigungen zu übernehmen. Rufen Sie bei pflegebedürftigen Personen einmal mehr an und erkundigen Sie sich, ob alles in Ordnung ist. Und helfen Sie vielleicht schon im Vorfeld dabei zu klären, ob verordnete Medikamente bei Hitze anders dosiert werden müssen“, so die Ministerin.

Drese kritisiert Entwurf des GKV-Beitragsstabilitätsgesetzes

Schwerin – Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns teilt die Sorgen der Krankenhäuser hinsichtlich des von der Bundesregierung vorgelegten Entwurfs eines Beitragsstabilitätsgesetzes für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Die vorgesehenen Regelungen würden die finanzielle Situation vieler Kliniken weiter verschärfen und gefährdeten zugleich die Ziele der laufenden Krankenhausreform, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese anlässlich der Protestaktion der Krankenhausgesellschaft MV am Mittwoch in Schwerin.

„Wir können die Kritik der Krankenhäuser und auch der niedergelassenen Ärzteschaft sehr gut nachvollziehen. Auch die Landesregierung ist mit dem Gesetzentwurf äußerst unzufrieden“, sagte Drese. „Versicherte, Beitragszahler, Leistungserbringer und Krankenkassen sollen zusätzliche Belastungen tragen, während der Bund seinen Zuschuss an die GKV zur Entlastung seines Bundeshaushalts reduziert. Das ist sozial unausgewogen, ungerecht und nicht vermittelbar.“

Besonders kritisch bewertet Drese die geplanten Einsparmaßnahmen im Krankenhausbereich. Betroffen sind unter anderem die Refinanzierung von Tarifsteigerungen beim Personal sowie die Finanzierung steigender Betriebskosten. Mit der geplanten dauerhaften Abschaffung des Ausgleichs tatsächlicher Kostensteigerungen bei Personal- und Sachkosten werde die sogenannte Meistbegünstigungsklausel faktisch zu einer „Meistbenachteiligungsklausel“, erklärte die Ministerin. Zusätzlich würden eine einprozentige Absenkung der Veränderungsrate in den Jahren 2027 bis 2029 sowie die Rückführung der Tariferhöhungsrate auf 50 Prozent die wirtschaftliche Lage der Kliniken weiter belasten.

„Diese Maßnahmen sind von vielen Krankenhäusern nicht zu stemmen. Sie können Kliniken in finanzielle Schieflagen bringen und das Insolvenzrisiko weiter erhöhen, zumal die Krankenhäuser durch die Aussetzung der Meistbegünstigungsklausel im Jahr 2026 bereits einen Beitrag von rund 1,8 Milliarden Euro zur Stabilisierung der GKV-Beitragssätze leisten“, so Drese. Möglichkeiten zur Entlastung hingegen, etwa mit Blick auf die Bürokratie, fehlten unterdessen im Gesetzesentwurf gänzlich“, kritisierte die Ministerin.

Drese äußerte zudem ihre große Sorge, dass durch das GKV-Gesetz die Ziele der Krankenhausreform mit einer gesteuerten Gestaltung der Versorgung gefährdet werden. „Von daher halte ich es für sinnvoller, eher mittel- und langfristige Maßnahmen wie die Krankenhausreform wie geplant umzusetzen, um die Ziele einer guten Gesundheitsversorgung mit den Zielen einer Begrenzung der GKV-Ausgaben in Einklang zu bringen“, verdeutlichte Drese.

Da die Unzufriedenheit aller Bundesländer über den Entwurf zum GKV-Beitragsstabilitätsgesetz groß ist, koordinieren nach Aussage von Drese die Bundesländer deshalb derzeit gemeinschaftlich ihr weiteres Vorgehen.

So werde sich die Gesundheitsministerkonferenz in dieser Woche intensiv mit dem Gesetzentwurf befassen. „Darüber hinaus soll im Bundesrat am Freitag ein zwischen den Ländern abgestimmter Antrag eingebracht werden“, so Drese. Mecklenburg-Vorpommern sei an der Erarbeitung des Antrags für die Ost-Flächenländer maßgeblich beteiligt.

Tag der Organspende

Drese wirbt für mehr Spendenbereitschaft und bekräftigt Forderung nach Widerspruchslösung

Schwerin – Anlässlich des bevorstehenden Tags der Organspende am 6. Juni hat Gesundheitsministerin Stefanie Drese dazu aufgerufen, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und die eigene Entscheidung klar zu dokumentieren. Zugleich erneuerte sie ihre Unterstützung für die Einführung einer Widerspruchslösung in Deutschland. „Organspende kann Leben retten und schwer kranken Menschen eine neue Perspektive schenken. Deshalb müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, die Zahl der Organspenden zu erhöhen“, erklärte Drese.

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden im Jahr 2025 in Mecklenburg-Vorpommern 66 Organe entnommen. Gleichzeitig konnten 20 Organe an Patientinnen und Patienten im Land transplantiert werden.

„Dem gegenüber steht aber weiterhin ein hoher Bedarf. So standen Ende 2025 allein in Mecklenburg-Vorpommern 201 Patientinnen und Patienten auf der Warteliste“, unterstrich sie. Besonders groß ist mit 148 Wartenden dabei der Bedarf bei Nierentransplantationen. Darüber hinaus benötigen 30 Menschen eine Leber, 17 ein Herz, 14 ein Pankreas und sechs eine Lunge.

„Hinter jeder dieser Zahlen stehen Menschen, die auf eine lebensrettende Transplantation und ein neues Leben hoffen. Denen mit einer Transplantation neue Lebenszeit geschenkt werden könnte. Deshalb müssen wir aus meiner Sicht auch erneut über Maßnahmen wie die Einführung einer Widerspruchslösung unterhalten“, betonte sie.

Diese Regelung sehe vor, dass grundsätzlich jede volljährige Person als Organspenderin oder Organspender gilt, sofern sie zu Lebzeiten keinen Widerspruch erklärt hat. „Die Erfahrungen vieler europäischer Nachbarländer zeigen, dass die Widerspruchslösung zu einer höheren Verfügbarkeit von Spenderorganen beitragen kann. Gleichzeitig bleibt, und auch das ist mir wichtig, das Selbstbestimmungsrecht gewahrt. Denn selbstverständlich kann sich jede und jeder weiterhin und jederzeit gegen eine Organspende entscheiden. Auch im Rahmen der Widerspruchslösung”, unterstrich die Ministerin.

Der Bundesrat hatte mehrmals Initiativen zur Einführung der der Widerspruchslösung bei der Organspende ergriffen, zuletzt im Herbst 2025 mit einem konkreten Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung, der dem Bundestag zugeleitet wurde. Die parlamentarische Beratung im Bundestag ist angelaufen.

Unabhängig von der gesetzlichen Regelung sei es deshalb wichtig, die eigene Haltung zur Organspende festzuhalten und mit Angehörigen darüber zu sprechen. Hierfür stehen sowohl der klassische Organspendeausweis als auch das bundesweite Organspende-Register zur Verfügung. Letzteres haben bislang bereits 559.095 Bürgerinnen und Bürger genutzt, um ihre Entscheidung zu dokumentieren.

„Wer seine Entscheidung klar festhält, egal auf welchem Weg, schafft Klarheit. Für sich selbst, aber auch für die Angehörigen die ansonsten in einer enorm belastenden Situation eine Entscheidung im Sinne des Verstorbenen treffen müssen.  Der Tag der Organspende ist deshalb eine gute Gelegenheit, sich mit seinen eigenen Vorstellungen auseinanderzusetzen“, so Drese abschließend.

Wer noch keinen Organspendeausweis besitzt, kann diesen auch online bestellen. Alle Informationen zur Registrierung für das digitale Organspenderegister finden Sie unter dem folgenden Link: https://organspende-register.de/erklaerendenportal/

Drese: Psychische Gesundheit junger Menschen stärker in den Fokus rücken

Schwerin – Die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen müsse angesichts zunehmender Belastungen noch stärker in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen und politischen Handelns rücken. .„Die Nachwirkungen der Pandemie, globale Unsicherheiten und der Leistungsdruck im digitalen Zeitalter hinterlassen bei vielen jungen Menschen deutliche Spuren“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese heute während einer Aussprache des Landtags zum Thema psychische Gesundheit junger Menschen.

Gefühle von Überforderung, Einsamkeit und Zukunftsängsten prägten für viele längst den Alltag. „Deshalb ist es unsere gemeinsame Verantwortung, psychische Gesundheit genauso ernst zu nehmen wie körperliche Gesundheit: durch niedrigschwellige Hilfsangebote, verlässliche Ansprechpartner und eine Kultur des Hinsehens. Junge Menschen brauchen die Gewissheit, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind“, so Drese.

Die Ministerin verdeutlichte, dass das Land in den letzten Jahren vielfältige Aktivitäten entfaltet hat, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Drese verwies dabei auf die Ende 2025 verabschiedete Landesstrategie „Gesundheitsförderung und Prävention“. Mit einem Fördervolumen von vier Millionen Euro sei sie das bislang größte Präventionsprogramm des Landes. Psychische Gesundheit bildet darin eines von vier Schwerpunktthemen.

Als weitere Beispiele benannte Drese das Projekt „Prävention, Früherkennung und Frühintervention von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen“ des Landesverbandes Sozialpsychiatrie. Dieses sorge dafür, dass Fachkräfte mit einem Konzept zur Früherkennung und Frühintervention von psychischen Erkrankungen von jungen Menschen ausgestattet sind. „Für schnellere Hilfe, wenn es drauf ankommt“, so Drese.

„Besonders wertvoll ist aus meiner Sicht außerdem unser Präventionsprogramm „Verrückt? Na und!“. Das Angebot für Schulen wirkt als Eisbrecher für das noch oft tabuisierte Thema, ermutigt Schulen, über eigene Strategien nachzudenken und hilft vor allem den Schülerinnen und Schülern. Sie hören im Projekt direkt von Menschen, die selbst psychisch erkrankt waren, sprechen über den konstruktiven Umgang mit Belastungen oder Problemen und fungieren vor allem auch als Türöffner in Unterstützungsangebote“, erklärte Drese.

Es sei zuletzt außerdem gelungen, ganz neue Angebote aufzubauen. Etwa die KipsFam-Landesfachstelle mit ihren acht Regionalstellen, die erstmal Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen, deren Eltern mit erheblichen psychischen Belastungen zu kämpfen haben. Die Unterstützung endet heute also nicht mehr bei den Eltern, sondern schließt die gesamte Familie mit ein“, betonte die Ministerin. Noch in diesem Jahr solle es außerdem eine neue Wanderausstellung geben, die mentale Gesundheit vor allem im Kontext der digitalen Welt beleuchte. Das kündigte die Ministerin heute an.

Drese: „Trotzdem muss mentale Gesundheit auch fernab dieser Projekte gesamtgesellschaftlich mehr Berücksichtigung finden. Dazu kann auch jede und jeder etwas beitragen, indem wir hinsehen, nachfragen und signalisieren: Niemand muss mit seinen Sorgen allein bleiben.“