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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Drese: „Pflege ist wichtiger Wirtschaftsfaktor“

Sozialministerin besucht PflegeMesse in Rostock und hebt Pflege als dynamischen Teilbereich der Gesundheitswirtschaft hervor

Rostock – Sozialministerin Stefanie Drese hat heute bei ihrem Besuch der PflegeMesse in Rostock die hohe gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung der Pflege hervorgehoben. Bei einem Rundgang über die Messe informierte sie sich über aktuelle Entwicklungen, innovative Angebote und die Arbeit der Unternehmen und Beschäftigten in der Pflege.

„Wenn über Pflege gesprochen wird, geht es viel zu häufig nur um Kosten. Das greift deutlich zu kurz. Pflege ist ein Grundpfeiler unserer solidarischen Daseinsvorsorge – und zugleich ein wichtiger und dynamischer Teil der Gesundheitswirtschaft. Sie schafft Arbeitsplätze, die mittlerweile fair entlohnt werden, Wertschöpfung und Innovation und ist damit auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unser Land“, betonte Drese.

Die Ministerin hob hervor, dass die Gesundheitswirtschaft für Mecklenburg-Vorpommern von herausragender wirtschaftlicher Bedeutung ist. So betrage die Bruttowertschöpfung nach aktuellsten Zahlen 7,8 Milliarden Euro. Davon komme der medizinische Bereich als Teil der Gesundheitswirtschaft allein auf eine Bruttowertschöpfung von 4,4 Milliarden Euro.

„Mit rund 152.000 Beschäftigten entfallen gut 20 Prozent aller Arbeitsplätze im Land auf die Gesundheitswirtschaft. Das ist bundesweit der höchste Wert“, so Drese. Einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung habe dabei die Pflege. Die Zahl der Beschäftigten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Rund 30.000 Menschen arbeiten allein in ambulanten Pflegediensten und Pflegeheimen in Mecklenburg-Vorpommern.

„Die Pflegewirtschaft ist in den vergangenen Jahren trotz aller Herausforderungen dynamisch gewachsen. Das zeigt auch die Pflegemesse in Rostock: Pflege ist nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe, sondern auch ein bedeutender Arbeits- und Wirtschaftsbereich. Wer über die Zukunft der Pflege spricht, muss deshalb auch über Fachkräfte, gute Arbeitsbedingungen, Innovation und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen sprechen“, so Drese.

Die Ministerin verband ihren Messebesuch zugleich mit einem erneuten Appell für eine nachhaltige Finanzierung der Pflegeversicherung. Die Leistungsverbesserungen und die höheren Löhne in der Pflege seien richtig und notwendig gewesen. Gleichzeitig seien die Kosten für Pflegebedürftige und die soziale Pflegeversicherung erheblich gestiegen.

„Wir dürfen die Pflege nicht kaputtsparen, aber wir dürfen auch nicht sehenden Auges in eine finanzielle Überforderung laufen. Gute Pflege braucht gute und verlässliche Finanzierung. Die nachhaltige Zukunftssicherung der Pflegeversicherung ist deshalb eine der großen sozialpolitischen Aufgaben der kommenden Jahre“, sagte Drese.

Ausbau der Frauenschutzhäuser in M-V kann beginnen

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt informierte die Träger über die Beantragung der Investitionsmittel aus dem Sondervermögen.

Schwerin – „Die Situation für die Frauenschutzhäuser und Beratungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern soll sich sehr bald weiter verbessern. Maßgeblich haben wir uns für das bundesweit geltende Gewalthilfegesetz eingesetzt. Das Landesausführungsgesetz ist beschlossen. Ab 2027 kann der Bund mehr als zwei Millionen Euro nach Mecklenburg-Vorpommern geben. Die Beteiligung steigert sich jährlich auf bis zu 5,6 Mio. Euro ab 2030.

Dazu kommen fünf Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes für den barrierearmen Ausbau der Frauenschutzhäuser. Ab sofort können die Mittel aus dem Sondervermögen beim Landesamt für Gesundheit und Soziales beantragt werden. Das haben wir den Trägern nun mitgeteilt. Die Träger planen viele unterschiedliche Investitionen, die für Betroffene und auch für die Mitarbeiterinnen spürbare Verbesserungen geben werden.

Es sollen zum Beispiel zusätzliche Unterbringungskapazitäten geschaffen werden. Die Sicherheit der Schutzeinrichtungen und auch der Fachberatungsstellen soll erhöht werden. Der digitale Ausbau wird ebenso vorangebracht“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt. Sie hatte die Träger ins Ministerium gebeten, um die Investitionsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Per Klick finden Sie hier das Formular für den ->Antrag.

„Wir haben in den letzten Jahren so viel wie nie zuvor in das Beratungs- und Hilfenetz investiert. Denn der Schutz und die Hilfe für Frauen, Mädchen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, ist uns wichtig. Wir schauen nicht weg. Wir handeln. Neben unserem Einsatz für das bundesweite Gewalthilfegesetz haben wir mit dem Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm einen Maßnahmenkatalog geschaffen, der auch den Schutz und die Teilhabe aller beinhaltet.

Wir haben endlich die Umsetzung der Istanbul-Konvention auf den Weg gebracht. Vor wenigen Tagen haben wir einen Staatsvertrag der Länder gezeichnet, um den Einsatz der elektronischen Aufenthaltsüberwachung bei Gewaltschutzdelikten von dort auch in Mecklenburg-Vorpommern kontrollieren zu können“, erklärte Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt weiter.

Mecklenburg-Vorpommern sichert zusammen mit den Kommunen neun Frauenschutzhäuser mit 153 Plätzen ab. Im Jahr 2025 bekamen hier 228 Frauen mit insgesamt 256 Kindern Hilfe.

Die Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung der Landesregierung Monique Tannhäuser: „Die Evaluation des Beratungs- und Hilfenetzes zeigt: Beim barrierefreien Zugang zu Schutz und Beratung besteht in Mecklenburg-Vorpommern noch Handlungsbedarf. Nur 12,5 Prozent der Frauenschutzhäuser sehen sich derzeit als für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet. Gleichzeitig sind an vielen Stellen bereits gute Voraussetzungen geschaffen.

Darauf wollen wir aufbauen und gezielt dort nachbessern, wo noch immer Barrieren bestehen. Mit den Mitteln des Sondervermögens nutzen wir die Möglichkeit, den Zugang zu Schutz und Beratung für alle Frauen im Land zu erleichtern“, so die Landesbeauftragte.

Tag des alkoholgeschädigten Kindes

„Jedes Kind verdient einen gesunden Start ins Leben“

Schwerin – Jedes Jahr kommen in Deutschland Schätzungen zufolge bis zu 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen wie der fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) zur Welt. Als Tag des alkoholgeschädigten Kindes macht der 09. September deshalb jährlich auf die Gefahren des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft aufmerksam und nutzt dafür das symbolische Datum, das an die neun Monate erinnern soll, die ein Kind im Bauch seiner Mutter verbringt. Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese betonte heute: „Während der Schwangerschaft gibt es kein sicheres Maß an Alkoholkonsum, denn das Baby trinkt mit.“

So erhält das ungeborene Kind während der Schwangerschaft die wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung der Mutter über die Nabelschnur. „Auf demselben Weg gelangt dann jedoch auch der Alkohol als Zellgift in den kindlichen Körper und kann dort die Entwicklung aller Organe und insbesondere des Gehirns beeinträchtigen“, erklärte Drese. Dies könne bei FASD etwa zu Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten, sowie Schäden von Augen, Gesicht, Herz, Nieren oder Knochen führen. Diese Folgen bleiben ein Leben lang, denn FASD ist nicht heilbar.

„Das bedeutet, dass FASD die häufigste, angeborene, nicht genetisch bedingte Behinderung in Deutschland ist. Ein konsequenter Alkoholverzicht schützt. Dennoch konsumieren laut Umfragen rund 20 Prozent der Frauen auch während der Schwangerschaft, knapp acht Prozent sogar so viel, dass die Alkoholmenge selbst für nichtschwangere Frauen als riskant gilt. Ob aus Unwissenheit über die Folgen des Konsums oder auch durch bestehende Abhängigkeitserkrankungen: Das sind Zahlen, die erschrecken“, so Drese.

Das Land habe daher zuletzt die Beratungs- und Unterstützungsangebote für FASD und Suchterkrankungen ausgebaut. „Ein gesunder Start ins Leben beginnt lange vor der Geburt. Deshalb ist Aufklärung über die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft so wichtig“, unterstrich die Ministerin. So unterstütze das Land etwa die FASD-Fachstelle in Rostock, die Betroffene, Eltern, Pflege- und Adoptivfamilien oder auch Fachkräfte unterstützt, zum Beispiel bei familiären Herausforderungen oder bei der Suche nach pädagogischer, therapeutischer oder medizinischer Hilfe.

„Zusätzlich haben wir mit KipsFam ein Hilfsnetz für Kinder aus sucht- oder psychisch belasteten Familien ins Leben gerufen. Regionalstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten helfen dabei, Familien frühzeitig Unterstützung anzubieten, sie eng zu begleiten und bei Bedarf in externe Hilfsangebote zu vermitteln“, erklärte Drese. Insgesamt stehen bis 2027 fünf Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF+) für das Projekt zur Verfügung.

„Wir müssen beides zusammen denken“, betonte Drese: „Jedes Kind verdient einen gesunden Start ins Leben. Deshalb wollen wir verhindern, dass Kinder durch Alkohol in der Schwangerschaft geschädigt werden. Und wir müssen für diejenigen da sein, die bereits mit den Folgen wie etwa FASD leben. Dafür braucht es Aufklärung, gezielte Beratung und verlässliche Unterstützung“, sagte sie.

Weitere Informationen zur FASD-Beratungsstelle finden Interessierte unter https://rostocker-stadtmission.de/fasd-beratungsstelle-m-v. Alle Informationen rund um KipsFam stehen unter https://blickauf-kipsfam.de/ zur Verfügung.

Drese: „Die Pflegereform muss endlich die großen Probleme lösen“

Ministerin fordert Begrenzung der Eigenanteile, faire Finanzierung und mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

Rostock – Bei einer Podiumsdiskussion des Vereins „Zukunftsfeste Pflege“ im Rahmen der Pflegemesse Rostock hat Sozialministerin Stefanie Drese eine zügige und grundlegende Pflegereform gefordert. „Eine Pflegereform darf aber nicht darin bestehen, immer neue Belastungen auf Pflegebedürftige, Angehörige und Versicherte zu verteilen. Sie muss ihren Namen verdienen und die großen Probleme tatsächlich lösen“, betonte Drese.

Im Mittelpunkt müsse dabei die zukunftssichere Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung stehen. Drese formulierte drei zentrale Forderungen:

Erstens: Eigenanteile für Pflegeheimbewohner begrenzen.

„Wer pflegebedürftig wird und einen Pflegeplatz braucht, darf nicht vor der Frage stehen, wie er immer weiter steigende Eigenanteile bezahlen soll. Die pflegebedingten Eigenanteile müssen gedeckelt werden. Wir müssen die Kostenspirale stoppen und Pflegebedürftige finanziell besser schützen.“

Zweitens: Pflegeversicherung nachhaltig und solidarisch finanzieren.

„Versicherungsfremde Leistungen gehören aus Steuermitteln finanziert und dürfen nicht länger die Pflegeversicherung belasten. Gleichzeitig muss auch die Einnahmeseite in den Blick genommen werden. Der Bund sollte deshalb prüfen, ob Beamtinnen und Beamte in die Kranken- und Pflegeversicherung einbezogen werden können. Wenn wir sagen, dass starke Schultern mehr tragen müssen, dann gilt das selbstverständlich auch für uns Politikerinnen und Politiker.“

Drittens: Pflegende Angehörige stärker unterstützen.

„Die meisten Menschen möchten auch bei Pflegebedürftigkeit möglichst lange zu Hause bleiben. Wer Angehörige pflegt, braucht deshalb mehr Flexibilität, fachliche Unterstützung und unbürokratische Hilfe.“ Dazu gehörten eine stärkere Prävention, gezielte Beratung und Begleitung, Rehabilitationsangebote sowie ein Notfallbudget für Randzeiten. Entsprechende Vorschläge habe die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ bereits Ende 2025 vorgelegt.

„Wir dürfen Pflege nicht nur als Kostenproblem betrachten. In den vergangenen Jahren sind wichtige Fortschritte erreicht worden – auch bei der Qualität und bei der Bezahlung. Fachkräfte in der Altenpflege verdienen inzwischen im Durchschnitt mehr als 4.000 Euro im Monat. Das ist angesichts der Verantwortung und der Anforderungen richtig und wichtig“, sagte Drese. Gleichzeitig müssten die finanziellen Herausforderungen jetzt gelöst werden, damit die Versorgung nicht gefährdet werde.

Auch Mecklenburg-Vorpommern handelt bereits. Im „Pakt für Pflege MV“ wurden unter anderem Empfehlungen zu Ausbildung, Fachkräftegewinnung, Digitalisierung, Bürokratieabbau und einer besseren Vernetzung der Beratungsangebote entwickelt. Der Landespflegeausschuss will im Sommer 2027 einen Abschlussbericht vorlegen. Mit dem Landesinvestitionsprogramm zur Förderung der Kurzzeitpflege und der Kofinanzierung von Modellprojekten unterstützt das Land zudem konkrete Verbesserungen vor Ort.

„Wir arbeiten in Mecklenburg-Vorpommern miteinander und nicht gegeneinander – auf Augenhöhe. Aber die entscheidenden Stellschrauben liegen beim Bund. Wir brauchen deshalb jetzt eine nachhaltige und generationengerechte Finanz- und Strukturreform. Ein bloßes Stopfen von Haushaltslöchern ist keine Pflegereform“, so Drese.

M-V zeigt 128 Stunden lang Herz

Schwerin – „Ein wahnsinniger Erfolg der zeigt, was für herausragende Rettungsorganisationen wir im Land haben und wie viele Menschen im Notfall bereit sind, als Lebensretter mitzuwirken.“ Mit diesen Worten gratuliert Sozialministerin Stefanie Drese dem Gemeinschaftsprojekt von NOFiAS e.V. und DRK-Kreisverband Schwerin e.V. zum neuen Weltrekord im Wiederbeleben. Seit Mittwoch wurde 128 Stunden nonstop durch Einzelpersonen und Teams aus Organisationen, Vereinen, Firmen oder Schulen eine Wiederbelebung simuliert.

„Damit konnte das ursprünglich bereits ambitionierte Ziel von 80 Stunden Wiederbelebung durch den Einsatz und unglaublichen Zuspruch vieler Hundert Menschen deutlich übertroffen werden“, so Drese. Bereits am Sonntag waren es mehr als 800 Menschen, die sich im Laufe des Rekordversuchs am an der Reanimationsaktion beteiligt haben. Darunter waren zahlreiche Mitglieder der Blaulichtfamilie, Beschäftigte aus Gesundheitsberufen, aber auch viele Menschen, die nicht beruflich mit Notfallversorgung zu tun haben. Einige von ihnen haben sogar eine Anreise von 30 Kilometern auf sich genommen.

„Ganz besonders hervorheben möchte ich die Freiwilligen Feuerwehren, die mit ihren Kameradinnen und Kameraden oftmals die Nachtstunden überbrückt haben. Und besonders engagiert waren auch die rund 250 Schülerinnen und Schüler des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums Schwerin aus dem Bereich Gesundheit und Sozialwesen, die trotz strömenden Regens in einem Flashmob auf die Aktion hingewiesen haben“, betonte Drese.

„Der große Zulauf unterstreicht, wie viele Menschen bereit sind, im Notfall zu helfen und Verantwortung zu übernehmen“, zeigte Drese sich beeindruckt. „Ich glaube wir brauchen noch viel mehr dieser niedrigschwelligen Möglichkeiten, um mit der Ersten Hilfe in Kontakt zu kommen. Denn die Hürde, für sich selbst einen Auffrischungskurs zu buchen, ist oftmals hoch. Aber wenn es die Chance gibt, das eigene Wissen in nur wenigen Minuten beim Einkaufsbummel zu reaktivieren, dann fällt das natürlich deutlich leichter. Und wer sich in den Handgriffen sicher fühlt, greift im Notfall dann auch viel eher ein“, zeigte sich die Ministerin sicher.

Sie dankte deshalb dem Verein NOFiAS und dem DRK Schwerin, für Idee und Begleitung des Weltrekordversuchs. „Sie haben über viele Tage hinweg auf die große Bedeutung der Ersten Hilfe aufmerksam gemacht und gezeigt, dass Wiederbelebung keine Angst machen muss. Herzlichen Glückwunsch zu diesem außergewöhnlichen Weltrekord und vor allem: Herzlichen Dank für 128 Stunden, in denen Schwerin Herz gezeigt hat“, so Drese abschließend.

Krebsgesellschaft ist wichtige Stütze der Selbsthilfe und Beratung

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat auf der Ersten Charity-Krebsgala der Krebsgesellschaft M-V auf deren wichtige Arbeit hingewiesen: „Die Krebsgesellschaft M-V setzt sich dafür ein, Krebs früh zu erkennen, zu bekämpfen, Betroffene nachhaltig zu begleiten und die Prävention zu stärken. Sie ist eine ganz wichtige Initiative in unserem Land, eine Stütze unserer Selbsthilfe- und Beratungslandschaft und unseres Gesundheitswesens. Ihr Einsatz trägt dazu bei, dass Menschen, die an Krebs erkranken, mit ihrer Diagnose und ihrer Krankheit nicht allein sind.“ Sie danke allen, die etwas für die Unterstützung krebskranker Menschen tun.

Das Motto der erstmalig stattfindenden Spenden-Gala, deren Schirmherrin die Ministerpräsidentin ist, lautet „Gemeinsam gegen Krebs“. Die Erlöse kommen den Beratungsangeboten, der stärkeren Prävention und Unterstützung von Familien zu Gute. Sich an ihre eigene Krebserkrankung erinnernd, sagte Schwesig: „Mir liegt die Arbeit der Krebsgesellschaft so am Herzen, weil ich weiß, wie wichtig es ist, dass es Menschen gibt, die zuhören und es Angebote gibt, die Orientierung geben.“

In ihrem Grußwort wies Schwesig auf die Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern hin: „Das Land fördert die Geschäftsstelle der Krebsgesellschaft M-V ebenso wie die ambulante Krebsberatung. Die Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für Selbsthilfegruppen fördert das Land ebenfalls.“ Inzwischen gäbe es rund 700 Selbsthilfegruppen. Zentral sei die medizinische Versorgung.

„Die fünf onkologischen Zentren in Greifswald, Neubrandenburg, Schwerin und zweimal in Rostock bilden das Rückgrat der Behandlung. Dazu kommen zertifizierte Organkrebszentren, die höchste Qualität sichern. Egal, ob in Rostock, auf der Insel Usedom oder im ländlichen Nordwestmecklenburg: Jede und jeder soll die bestmögliche Behandlung bekommen. Dafür steht die Landesregierung an der Seite der Patientinnen und Patienten, der Ärztinnen und Ärzte, der Pflegekräfte und aller, die gegen den Krebs kämpfen.

Sie betonte: „Wer in Mecklenburg-Vorpommern an Krebs erkrankt, ist von der Diagnose über die niedergelassenen Fachärzte und die Kliniken bis zur Reha gut aufgehoben.“

Drug Checking zeigt Wirkung

61 Warnungen allein in der diesjährigen Festival-Saison

Schwerin – 903 Substanzproben mit 61 Warnungen vor hochdosierten oder unerwarteten Wirkstoffen: Das ist die Bilanz des mobilen Drug Checkings bei Fusion und Pangea in diesem Sommer. Für Gesundheitsministerin Stefanie Drese ist das Ergebnis ein weiterer Beleg dafür, dass eine moderne Drogenpolitik neue Wege gehen muss.

„Wer Menschen vor den Gefahren von Drogen schützen will, darf nicht wegschauen. Drug Checking schützt Leben. Wir sehen unmittelbar, welche Substanzen tatsächlich im Umlauf sind, und können Menschen warnen, bevor aus einem vermeintlichen Partykonsum ein medizinischer Notfall wird“, sagte Drese am Donnerstag in Schwerin.

Auf dem Fusion Festival in Lärz wurden 801 Proben untersucht. Bei 60 Proben war eine Warnmeldung erforderlich: 24 hochdosierte MDMA-Tabletten, 26 hochdosierte 2C-B-Tabletten sowie zehn Tabletten mit unerwarteten Wirkstoffen. Auf dem Pangea Festival in Pütnitz wurden 102 Proben analysiert; eine hochdosierte MDMA-Tablette war ebenfalls warnpflichtig.

Mecklenburg-Vorpommern war das erste Bundesland, das ein Drug-Checking-Modellvorhaben auch in mobiler Form ermöglicht hat. Mit der Universitätsmedizin Rostock steht für stationäre und mobile Substanzanalysen ein fachlich kompetenter Partner zur Verfügung. Beim stationären Angebot über das Gesundheitsamt Rostock wurden bislang drei hochdosierte MDMA-Tabletten festgestellt und entsprechende Warnmeldungen veröffentlicht.

Für Drese ist dabei entscheidend, dass Drug Checking nicht beim Testergebnis endet. „Drug Checking ist Prävention mit offenen Augen. Die Konsumentinnen und Konsumenten erhalten unmittelbar Informationen über Wirkstoffe, Dosierungen und gesundheitliche Risiken. Das kann nicht nur eine akute Gefährdung verhindern, sondern auch dazu führen, den eigenen Konsum zu hinterfragen.“

Die Ministerin verbindet damit eine grundsätzliche politische Botschaft: „Wir brauchen eine Drogenpolitik, die sich an der Wirklichkeit orientiert. Eine Politik, die nur sagt ‚Drogen sind verboten‘, beantwortet noch nicht die Frage, wie wir Menschen schützen, die trotzdem konsumieren. Deshalb setzen wir auf eine Kombination aus Prävention, Beratung, Hilfe und – wo es sinnvoll und möglich ist – Schadensminimierung.“

Auch für Behörden und Fachstellen liefern die Analysen wichtige Informationen. Sie zeigen, welche Substanzen aktuell im Umlauf sind und wo besondere Gefahren durch hohe Dosierungen oder unerwartete Wirkstoffe bestehen. Die Warnmeldungen werden unmittelbar vor Ort veröffentlicht und sind zudem online abrufbar.

Dass der Ansatz inzwischen auch über Mecklenburg-Vorpommern hinaus aufgegriffen wird, begrüßt Drese ausdrücklich. Neben Berlin, Thüringen und Hessen haben weitere Länder entsprechende Angebote auf den Weg gebracht. Auch Schleswig-Holstein will mobiles Drug Checking künftig zunächst im Umfeld von Veranstaltungen erproben.

„Es ist gut, wenn sich die Erkenntnis durchsetzt, dass Gesundheitsschutz dort stattfinden muss, wo Risiken entstehen. Gerade bei Festivals können wir Menschen mit Prävention und Beratung unmittelbar erreichen. Mecklenburg-Vorpommern hat hier früh Verantwortung übernommen – und ich freue mich, wenn andere Länder diesen Weg ebenfalls gehen“, sagt Drese.

Alle Warnmeldungen aus dem diesjährigen Drug Checking sind unter detect-drugcheck.org abrufbar. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) veröffentlicht auf seiner Website aktuelle Warnmeldungen.

Land stärkt medizinische Versorgung in Vorpommern

Neue Großgeräte für das Klinikum Karlsburg

Karlsburg – Die medizinische Versorgung in Vorpommern wird weiter gestärkt. Mit einem so genannten Letter of Intent (LOI) hat das Land seine Absicht erklärt, für das Klinikum Karlsburg die Anschaffung weiterer medizinischer Großgeräte zu fördern. Dabei handelt es sich um ein da Vinci 5-Operationssystem und einen Magnetresonanztomographen (MRT).

Wissenschaftsministerin Bettina Martin, Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue, die Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport, Sylvia Grimm, sowie der Vorstandvorsitzende der Universitätsmedizin, Prof. Dr. Klaus Hahnenkamp, haben am Mittwoch eine entsprechende Erklärung in Karlsburg unterzeichnet.

„Wir investieren zielgerichtet in den Klinik-Standorts Karlsburg – zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Mit der Investition in den neuen da Vinci 5-OP-Roboter wird es landesweit erstmals möglich sein, Herzoperationen mit dieser hoch innovativen und präzisen Technologie durchzuführen. Nach dem Zusammengehen des Klinikums Karlsburg mit der Universitätsmedizin Greifswald stellen wir sicher, dass sich beide medizinisch starken Standorte gemeinsam hoch innovativ aufstellen. So steht mit dem neuen OP-Roboter den Patientinnen und Patienten eine medizinische Versorgung auf allerhöchstem Niveau zur Verfügung“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin „Mit der gemeinsamen Erklärung, die wir heute unterzeichnen, unterstreicht die Landesregierung, dass auch sie Verantwortung für das Gelingen des Zusammengehens beider Kliniken übernimmt.“

Das da Vinci 5-Operationssystem erfordert Investitionen von rund vier Millionen Euro. Die drei beteiligten Ministerien haben jetzt vereinbart, dass das Wissenschaftsministerium und die Universitätsmedizin Greifswald jeweils 1,5 Millionen Euro tragen und das Sozialministerium eine Million Euro.

Das da Vinci 5-Operationssystem stärkt die medizintechnologische Weiterentwicklung und Innovationskraft des herzchirurgischen Schwerpunktes am Standort Karlsburg. Die Investition umfasst neben der Anschaffung des Operationssystems auch die Schaffung der für dessen Installation und Betrieb notwendigen baulichen und technischen Voraussetzungen, einschließlich der erforderlichen Infrastruktur, heißt es in dem Letter of Intent.

Das MRT wird den Standort in die Lage versetzen, auch künftig die Qualitätskriterien für die Leistungsgruppe 20 („Komplexe periphere arterielle Gefäße“) zu erfüllen, die schwerpunktmäßig in Karlsburg erbracht werden soll. Die Anschaffung dient damit unmittelbar der Erfüllung der Ziele der Krankenhausstrukturreform.

„Mit dem da Vinci 5-Operationssystem wird Karlsburg bei der robotisch unterstützten Herzchirurgie in Mecklenburg-Vorpommern neue Maßstäbe setzen. Dass diese innovative Technologie künftig erstmals auch für Herzoperationen in unserem Land eingesetzt wird, ist ein starkes Signal für den Standort und seine medizinische Entwicklung. Gemeinsam mit der Universitätsmedizin Greifswald schaffen wir damit zusätzliche Möglichkeiten für moderne Behandlung und stärken zugleich die besondere Expertise in Karlsburg. So sieht eine Krankenhausreform aus, die nicht nur Strukturen verändert, sondern neue Chancen für die medizinische Versorgung eröffnet“, sagt Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue.

„Durch die Fusion von Karlsburg und der Universitätsmedizin Greifswald entsteht ein Krankenhaus mit klaren Schwerpunkten an zwei Standorten, dass eine bessere Qualität in der Versorgung gewährleisten kann, als jedes der Krankenhäuser alleine. Die nun vereinbarten Investitionen sind dafür ein wichtiger Baustein: Das MRT schafft die Voraussetzungen, Leistungen wie die komplexen peripheren Gefäßerkrankungen künftig gezielt in Karlsburg zu konzentrieren, während das da Vinci-System einen Innovationsschub in der Herzchirurgie darstellt. So ergänzen sich die Stärken beider Standorte und kann die Behandlungsqualität durch eine gezielte Konzentration von medizinischen Eingriffen auf spezialisierte Kliniken nachhaltig gesteigert werden. Genau darin liegt aus unserer Sicht der Mehrwert der Fusion – und davon sollen vor allem die Patientinnen und Patienten in Vorpommern profitieren.“, sagte Staatssekretärin Sylvia Grimm.

„Wir halten unser Versprechen und bauen den Standort Karlsburg weiter aus“, sagte Prof. Klaus Hahnenkamp, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Vorstand der UMG. „Wir sind dem Land Mecklenburg-Vorpommern und insbesondere dem Wissenschafts-, dem Gesundheits- und dem Finanzministerium und ihren Leitungen sehr dankbar, dass sie uns auch weiter tatkräftig unterstützen. Gemeinsam investieren wir in die spitzenmedizinische Versorgung der Menschen weit über die Region und das Bundesland hinaus. Das gilt für exzellente Diagnostik und Behandlung im künftigen Gefäßzentrum genauso wie für die robotik-assistierte Herzchirurgie auf höchstem Niveau.“

Das Klinikum Karlsburg – eine auf die Behandlung von Herz- und Stoffwechselerkrankungen spezialisierte Klinik ist seit dem 1. Januar 2026 eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Universitätsmedizin Greifswald. Zum 1. Januar 2027 wird die vollständige Integration in die Universitätsmedizin erfolgen.