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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Tag der Organspende

Drese wirbt für mehr Spendenbereitschaft und bekräftigt Forderung nach Widerspruchslösung

Schwerin – Anlässlich des bevorstehenden Tags der Organspende am 6. Juni hat Gesundheitsministerin Stefanie Drese dazu aufgerufen, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und die eigene Entscheidung klar zu dokumentieren. Zugleich erneuerte sie ihre Unterstützung für die Einführung einer Widerspruchslösung in Deutschland. „Organspende kann Leben retten und schwer kranken Menschen eine neue Perspektive schenken. Deshalb müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, die Zahl der Organspenden zu erhöhen“, erklärte Drese.

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden im Jahr 2025 in Mecklenburg-Vorpommern 66 Organe entnommen. Gleichzeitig konnten 20 Organe an Patientinnen und Patienten im Land transplantiert werden.

„Dem gegenüber steht aber weiterhin ein hoher Bedarf. So standen Ende 2025 allein in Mecklenburg-Vorpommern 201 Patientinnen und Patienten auf der Warteliste“, unterstrich sie. Besonders groß ist mit 148 Wartenden dabei der Bedarf bei Nierentransplantationen. Darüber hinaus benötigen 30 Menschen eine Leber, 17 ein Herz, 14 ein Pankreas und sechs eine Lunge.

„Hinter jeder dieser Zahlen stehen Menschen, die auf eine lebensrettende Transplantation und ein neues Leben hoffen. Denen mit einer Transplantation neue Lebenszeit geschenkt werden könnte. Deshalb müssen wir aus meiner Sicht auch erneut über Maßnahmen wie die Einführung einer Widerspruchslösung unterhalten“, betonte sie.

Diese Regelung sehe vor, dass grundsätzlich jede volljährige Person als Organspenderin oder Organspender gilt, sofern sie zu Lebzeiten keinen Widerspruch erklärt hat. „Die Erfahrungen vieler europäischer Nachbarländer zeigen, dass die Widerspruchslösung zu einer höheren Verfügbarkeit von Spenderorganen beitragen kann. Gleichzeitig bleibt, und auch das ist mir wichtig, das Selbstbestimmungsrecht gewahrt. Denn selbstverständlich kann sich jede und jeder weiterhin und jederzeit gegen eine Organspende entscheiden. Auch im Rahmen der Widerspruchslösung”, unterstrich die Ministerin.

Der Bundesrat hatte mehrmals Initiativen zur Einführung der der Widerspruchslösung bei der Organspende ergriffen, zuletzt im Herbst 2025 mit einem konkreten Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung, der dem Bundestag zugeleitet wurde. Die parlamentarische Beratung im Bundestag ist angelaufen.

Unabhängig von der gesetzlichen Regelung sei es deshalb wichtig, die eigene Haltung zur Organspende festzuhalten und mit Angehörigen darüber zu sprechen. Hierfür stehen sowohl der klassische Organspendeausweis als auch das bundesweite Organspende-Register zur Verfügung. Letzteres haben bislang bereits 559.095 Bürgerinnen und Bürger genutzt, um ihre Entscheidung zu dokumentieren.

„Wer seine Entscheidung klar festhält, egal auf welchem Weg, schafft Klarheit. Für sich selbst, aber auch für die Angehörigen die ansonsten in einer enorm belastenden Situation eine Entscheidung im Sinne des Verstorbenen treffen müssen.  Der Tag der Organspende ist deshalb eine gute Gelegenheit, sich mit seinen eigenen Vorstellungen auseinanderzusetzen“, so Drese abschließend.

Wer noch keinen Organspendeausweis besitzt, kann diesen auch online bestellen. Alle Informationen zur Registrierung für das digitale Organspenderegister finden Sie unter dem folgenden Link: https://organspende-register.de/erklaerendenportal/

Drese: Psychische Gesundheit junger Menschen stärker in den Fokus rücken

Schwerin – Die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen müsse angesichts zunehmender Belastungen noch stärker in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen und politischen Handelns rücken. .„Die Nachwirkungen der Pandemie, globale Unsicherheiten und der Leistungsdruck im digitalen Zeitalter hinterlassen bei vielen jungen Menschen deutliche Spuren“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese heute während einer Aussprache des Landtags zum Thema psychische Gesundheit junger Menschen.

Gefühle von Überforderung, Einsamkeit und Zukunftsängsten prägten für viele längst den Alltag. „Deshalb ist es unsere gemeinsame Verantwortung, psychische Gesundheit genauso ernst zu nehmen wie körperliche Gesundheit: durch niedrigschwellige Hilfsangebote, verlässliche Ansprechpartner und eine Kultur des Hinsehens. Junge Menschen brauchen die Gewissheit, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind“, so Drese.

Die Ministerin verdeutlichte, dass das Land in den letzten Jahren vielfältige Aktivitäten entfaltet hat, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Drese verwies dabei auf die Ende 2025 verabschiedete Landesstrategie „Gesundheitsförderung und Prävention“. Mit einem Fördervolumen von vier Millionen Euro sei sie das bislang größte Präventionsprogramm des Landes. Psychische Gesundheit bildet darin eines von vier Schwerpunktthemen.

Als weitere Beispiele benannte Drese das Projekt „Prävention, Früherkennung und Frühintervention von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen“ des Landesverbandes Sozialpsychiatrie. Dieses sorge dafür, dass Fachkräfte mit einem Konzept zur Früherkennung und Frühintervention von psychischen Erkrankungen von jungen Menschen ausgestattet sind. „Für schnellere Hilfe, wenn es drauf ankommt“, so Drese.

„Besonders wertvoll ist aus meiner Sicht außerdem unser Präventionsprogramm „Verrückt? Na und!“. Das Angebot für Schulen wirkt als Eisbrecher für das noch oft tabuisierte Thema, ermutigt Schulen, über eigene Strategien nachzudenken und hilft vor allem den Schülerinnen und Schülern. Sie hören im Projekt direkt von Menschen, die selbst psychisch erkrankt waren, sprechen über den konstruktiven Umgang mit Belastungen oder Problemen und fungieren vor allem auch als Türöffner in Unterstützungsangebote“, erklärte Drese.

Es sei zuletzt außerdem gelungen, ganz neue Angebote aufzubauen. Etwa die KipsFam-Landesfachstelle mit ihren acht Regionalstellen, die erstmal Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen, deren Eltern mit erheblichen psychischen Belastungen zu kämpfen haben. Die Unterstützung endet heute also nicht mehr bei den Eltern, sondern schließt die gesamte Familie mit ein“, betonte die Ministerin. Noch in diesem Jahr solle es außerdem eine neue Wanderausstellung geben, die mentale Gesundheit vor allem im Kontext der digitalen Welt beleuchte. Das kündigte die Ministerin heute an.

Drese: „Trotzdem muss mentale Gesundheit auch fernab dieser Projekte gesamtgesellschaftlich mehr Berücksichtigung finden. Dazu kann auch jede und jeder etwas beitragen, indem wir hinsehen, nachfragen und signalisieren: Niemand muss mit seinen Sorgen allein bleiben.“

MitMachZentralen werden zu Freiwilligenagenturen

Weg frei für mehr Dienstleistung und Unterstützung für das Ehrenamt in M-V

Schwerin – Die acht Mitmachzentralen (MMZ) in Mecklenburg-Vorpommern tragen ab sofort den Namenszusatz „Freiwilligenagentur“ und schließen sich damit einer bundesweit etablierten Struktur zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements an. Damit ist auch die Mitgliedschaft in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) verbunden. Das gab Sozialministerien Stefanie Drese heute anlässlich eines Treffens zum Übergang der MMZ zu Freiwilligenagenturen in Schwerin bekannt.

Drese betonte, dass der Kern der Arbeit der MMZ bestehen bleibt: „Sie beraten, vermitteln, vernetzen und unterstützen Menschen auf ihrem Weg ins Ehrenamt. Mit dem Übergang zu Freiwilligenagenturen rücken wir diesen Dienstleistungs- und Unterstützungsgedanken noch stärker in den Mittelpunkt, entwickeln die Mitmachzentralen aber auch weiter.“

So profitieren die MMZ durch die Eingliederung in die Netzwerke der Freiwilligenagenturen vor allem von einer stärkeren bundesweiten Zusammenarbeit, von hochwertigen Fortbildungs- und Fördermöglichkeiten und von Expertise, zu der sie bisher keinen Zugang hatten. „Das trägt zur weiteren Professionalisierung unserer Strukturen bei und stärkt die so wichtige Arbeit unserer MMZ“, hob die Ministerin hervor.

Sie zeigte sich dankbar, dass die MMZs seit ihrer Gründung nicht nur hervorragend etabliert, sondern auch eine Funktion übernommen haben, die gesellschaftlich immer wichtiger wird: Ehrenamt und interessierte zusammenbringen. „Vom Fußballverein über das Klöncafé, von der Freiwilliger Feuerwehr bis zu kulturellen Angeboten: Alles, was unser gesellschaftliches Leben bunt macht, was zusammenbringt und Spaltung entgegenwirkt, gelingt nur durch das Ehrenamt. Was Ehrenamt für eine Gesellschaft leistet, ist nicht zu unterschätzen“, so Drese.

Ein weiterer wichtiger Grund für die Einbettung der MMZs in das Netz der Freiwilligenagenturen sei deshalb auch die damit möglich gewordene Anbindung an das Engagementportal der Aktion Mensch, Deutschlands größter Plattform zur Vermittlung von freiwilligem Engagement. Wir bauen damit ein Landesportal für das Ehrenamt in MV auf“, verdeutlichte Drese.

„Menschen, die sich engagieren möchten, finden dort auch digital passgenaue Angebote nach Interessen, Zeitumfang oder Region. Gleichzeitig erhalten Vereine und Organisationen die Möglichkeit, ihre Angebote einer wesentlich größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Das schafft neue Chancen für das Ehrenamt in unserem Land und erhöht die Reichweite unserer Engagementlandschaft erheblich“, erklärte Drese.

Vereine können sich bereits jetzt für das neue Portal registrieren. Entsprechende Anleitungen stellt das Sozialministerium auf seiner Seite bereit, aber auch die MitMachZentralen helfen gern.

Fünf Jahre mobile Krebsberatung in M-V

Netzwerk für Betroffene wächst

Schwerin – Eine Krebserkrankung und deren Behandlung sind für Betroffene oftmals nicht nur körperlich eine große Herausforderung, sondern auch eine besondere seelische Belastung. „Wenn es sich anfühlt, als würde einem von einer Minute zur nächsten der Boden unter den Füßen weggezogen, dann ist eine verlässliche, einfühlsame und professionelle Hilfe das A und O“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese anlässlich des fünften Jubiläums der mobilen Krebsberatung in Mecklenburg-Vorpommern  in Schwerin.

So zeigten wissenschaftliche Studien, dass zwischen 33 und 60 Prozent der jeweils untersuchten Krebserkrankten unter hoher psychosozialer Belastung leiden. „Mit dieser Diagnose soll keiner allein bleiben. Ich freue mich deshalb wirklich sehr, dass sich die mobile Krebsberatung unter Trägerschaft unserer Krebsgesellschaft MV seit ihrer Gründung hervorragend entwickelt hat, das Angebot bekannter geworden und zuletzt sogar deutlich ausgebaut worden ist“, so die Ministerin weiter.

So finden Betroffene nicht nur an den drei festen Standorten in Rostock, Greifswald und Parchim Hilfe beim Umgang mit der Erkrankung, bei der Wiederherstellung des psychischen Gleichgewichts, und bei der Bewältigung des Alltages. „Stattdessen soll das Angebot noch im Jahr 2026 auf bis zu 11 zusätzliche Außenstellen in Ribnitz-Damgarten, Schwerin, Güstrow, Waren, Wismar, Stralsund, Anklam, Neubrandenburg, Pasewalk, Usedom und neu auch in Wismar und Bergen auf Rügen anwachsen“, hob Drese hervor.

Damit soll sichergestellt werden, dass die Betroffenen einen niedrigschwelligen, möglichst wohnortnahen und kostenfreien Zugang zur Beratung erhalten. „Und dass dieses Angebot angenommen wird, zeigt die fantastische Entwicklung. Sind wir 2021 noch mit 263 Beratungen im Jahr gestartet, waren es 2023 bereits 3.323 und nunmehr schon 5.184 Beratungen im vergangenen Jahr. Zahlen die zeigen, wie sehr die Arbeit der Krebsgesellschaft und der Teams bestehend aus Psychologinnen und Sozialpädagoginnen geschätzt wird“, unterstrich die Ministerin. Zu rund 90 Prozent werde die Beratung dabei auch vor Ort wahrgenommen, nur rund 10 Prozent finden im telefonischen Kontakt statt.

Aufgebaut wurde dieses Angebot im Auftrag des Gesundheitsministeriums, das das Projekt auch in diesem Jahr mit einer Förderung in Höhe von knapp 110.000 Euro unterstützt. „Das ist gut angelegtes Geld denn hinter jeder einzelnen Beratung steht ein Mensch, der in einer der vermutlich schwierigsten Phasen seines oder ihres Lebens unkompliziert Hilfe bekommt, Halt und Orientierung gewinnt und hoffentlich auch ein wenig Zuversicht“, erklärte Drese.

Drese dankte der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement in den vergangenen fünf Jahren. „Trotz oftmals langer Fahrtwege sorgen Sie dafür, dass Angst der Hoffnung weicht. Das ist für viele Betroffene ein wesentlicher Aspekt für eine Genesung.“

Aufbau einer digitalen Pflege-Plattform

Drese übergibt Fördermittelbescheid an Verein „Zukunftsfeste Pflege“

Schwerin – Tritt innerhalb der Familie eine Pflegebedürftigkeit ein, dann stehen die Angehörigen oftmals vor großen Herausforderungen. Zu den zentralen Punkten gehört dann meist die Frage, welche Pflegeplätze es in der Nähe gibt, welche ambulanten Pflegedienste noch Kapazitäten haben und ob etwa ehrenamtliche Angebote zur Entlastung der Familie beitragen können. Für all diese Fragen soll es künftig eine neue Digital-Plattform geben, für dessen Errichtung Sozialministerin Stefanie Drese heute einen Zuwendungsbescheid an den Verein Zukunftsfeste Pflege e.V. überreicht hat.

Die Mittel in Höhe von gut 31.000 Euro stammen aus dem Bürgerfonds des Landes und sollen genutzt werden, um eine digitale Infrastruktur zur Pflegekoordination zu schaffen. „Bisher sind die Informationen zur Verfügbarkeit der verschiedenen Pflegeleistungen oft schwer zugänglich und vor allem dezentral verteilt. Wer Hilfe und Orientierung sucht, muss sich oftmals durchtelefonieren und viel Zeit in die eigene Recherche investieren“, erklärte Drese bei der Übergabe heute in Ludwigslust.

Zeit, die die Angehörigen oftmals nicht haben. „Mit der neuen Plattform soll das in Zukunft schneller gehen. Tagesaktuelle Verfügbarkeitsmeldungen von Pflegeanbietern gekoppelt mit Informationen zu Schulungs- und Beratungsstrukturen aber eben auch zu Entlastungsmöglichkeiten durch das Ehrenamt oder die Vereinsarbeit werden miteinander vernetzt und sind rund um die Uhr abrufbar“, unterstrich die Ministerin.

Nutzbar ist diese digitale Infrastruktur dann für Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die Pflegestützpunkte und sonstige Beratungsangebote im Land. „Auch hier fällt die zielgerichtete Hilfe dann künftig leichter, wenn schon innerhalb der Beratung klar ist, welche Dienste direkt in Anspruch genommen werden könnten“, so Drese. So sei die Plattform auch eine gute Möglichkeit, um ehrenamtlich Engagierte, Gemeinwesensstrukturen und soziale Dienstleister auch im Sinne einer sorgenden Gemeinschaft besser miteinander zu vernetzen.

Bereitgestellt wird die Plattform als webbasierte Anwendung, die ohne Installation zur Verfügung steht und die barrierearm gestaltet ist. Sie ist ein gemeinnütziges Vorhaben des Vereins Zukunftsfeste Pflege e.V. und soll nach Fertigstellung und Schulung der betroffenen Akteure schrittweise und beginnend mit dem betreuten Wohnen, und den Tagespflegeeinrichtungen zunächst in zwei Landkreisen getestet werden. Eine vollständige Inbetriebnahme ist bis Ende 2027 anvisiert.

„Pflege gelingt nur gemeinsam – egal ob im privaten oder beruflichen Umfeld. Deshalb ist es wichtig, nicht nur professionelle Pflegeangebote sichtbar zu machen, sondern auch die vielen ehrenamtlich Engagierten, Vereine und sozialen Netzwerke vor Ort stärker miteinander zu verbinden“, unterstrich Drese und dankte dem Verein Zukunftsfeste Pflege e.V. für die Umsetzung und Betreuung der neuen Plattform.

Rahmenplan des neuen Krankenhausplans in Kraft gesetzt

Schwerin – Mit der Krankenhausreform auf Bundesebene wird die Krankenhausplanung künftig auf sogenannte Leistungsgruppen umgestellt. Mecklenburg-Vorpommern schafft dafür jetzt mit der Inkraftsetzung des Rahmenplans des neuen Krankenhausplans eine entscheidende Grundlage, teilte Gesundheitsministerin Stefanie Drese in Schwerin mit.

„Mit dem Rahmenplan verfügen wir über eine moderne, transparente und rechtssichere Krankenhausplanung. Statt starrer Bettenkapazitäten wird die Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern künftig anhand von bundeseinheitlichen Leistungsgruppen geplant und gesteuert. Wir haben damit unsere Hausaufgaben gemacht, um die stationäre medizinische Versorgung im Land flächendeckend, qualitativ hochwertig und wirtschaftlich tragfähig sicherzustellen“, erklärte Drese.

Bereits zuvor wurde das Landeskrankenhausgesetz angepasst. Zudem ist auch die neue Verordnung zur Krankenhausplanungssystematik und den Auskunftspflichten der Krankenhäuser veröffentlicht worden. Mit dem nun vorliegenden Rahmenplan wird nach Auskunft von Drese der letzte formale Schritt vollzogen, um künftig Leistungsgruppen rechtssicher den Krankenhäusern zuweisen zu können.

Der Krankenhausplan gliedert sich künftig in zwei Teile: den Rahmenplan mit allen grundlegenden Vorgaben und Kriterien der Krankenhausplanung sowie die Einzelpläne, in denen die konkreten Versorgungsaufträge der Krankenhäuser festgelegt werden.

Neben der Einführung von Leistungsgruppen und deren Einteilung in Versorgungsstufen gehören aktualisierte Ziele zur Wirtschaftlichkeit und Resilienz der Krankenhäuser, eine stärkere Berücksichtigung der Daseinsvorsorge insbesondere im ländlichen Raum, klar definierte Planungsverfahren sowie neue Versorgungsanalysen und Bedarfsprognosen für somatische und psychiatrische Angebote zu den zentralen Neuerungen.

Drese betonte, dass die Erarbeitung des Rahmenplans in enger Abstimmung mit den Planungsbeteiligten erfolgte. Dazu gehören u.a. die Krankenhausgesellschaft MV, die Krankenkassen, Städte- und Gemeindetag und der Landkreistag. In mehreren Klausursitzungen, schriftlichen Stellungnahme-Verfahren und mündlichen Erörterungen wurde der Rahmenplan umfassend beraten und weiterentwickelt.

„Der breite Beteiligungsprozess hat gezeigt, dass wir gemeinsam Verantwortung für eine leistungsfähige Krankenhausversorgung in unserem Land übernehmen. Dafür gilt allen Akteuren mein Dank. Angesichts der großen Herausforderungen ist diese Bereitschaft zur Kooperation auch bei der weiteren Umsetzung der Krankenhausreform notwendig und wichtig. Der neue Krankenhausplan bietet dafür einen verlässlichen und transparenten Rahmen“, hob Drese hervor. Die Ministerin gab zudem bekannt, dass die konkreten Zuweisungen der Leistungsgruppen an die Krankenhäuser planmäßig im vierten Quartal 2026 erfolgen sollen.

Forsa-Befragung in Mecklenburg-Vorpommern

Menschen im Nordosten bevorzugen spezialisierte Krankenhäuser

Schwerin – Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern unterstützen die Spezialisierung der Krankenhauslandschaft. Wenn es um die Behandlung einer aufwändigen Erkrankung geht, würden 88 Prozent der Menschen in unserem Bundesland lieber in eine weit entfernte Spezialklinik reisen, als das nächstgelegene Krankenhaus zu nutzen.

Der Personenanteil wird unter den Menschen, die in Haushalten mit mehreren Personen leben noch größer: In Partnerschaften oder Mehrfamilienhaushalten lebende Befragte gaben zu 90 beziehungsweise 91 Prozent an, lieber eine spezialisierte Einrichtung zu wählen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Befragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

„Damit die Menschen in unserem Bundesland von der bestmöglichen Versorgung profitieren, braucht es klare und bundesweit einheitliche Standards. Die optimale Versorgung der Menschen in M-V muss bei der Krankenhausplanung das Ziel sein.“ erklärt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.

„Unser Ziel ist es, gemeinsam mit allen Akteuren im Gesundheitssystem, weiter an einer guten Versorgung zu arbeiten. Dazu gehört aus Sicht der Landesregierung, die Qualität der medizinischen Versorgung zu stärken, medizinische Leistungen sinnvoll zu konzentrieren und gleichzeitig eine verlässliche und wohnortnahe Krankenhausstruktur zu sichern“, betont Gesundheitsministerin Stefanie Drese.

Krankenhausreform wird positiv bewertet

Die Krankenhausreform sieht vor, dass komplizierte Behandlungen nur noch in dafür spezialisierten Kliniken durchgeführt werden, 80 Prozent der Befragten bewerten dieses Anliegen positiv. Gleichzeitig zeigen die Befragungsergebnisse, dass der tatsächliche stationäre Versorgungsbedarf geringer ist als erwartet: In den letzten zwölf Monaten waren 86 Prozent der Befragten überhaupt nicht im Krankenhaus, lediglich zehn Prozent wurden ein- bis zweimal stationär behandelt und nur zwei Prozent drei- bis fünfmal. Positiv: Wer in den vergangenen drei Jahren ein Krankenhaus aufsuchte, war überwiegend zufrieden: 89 Prozent bewerteten die Behandlung als sehr gut bis eher gut.

„Dieses Ergebnis zeigt: Wir müssen die Krankenhauslandschaft stärker an den tatsächlichen Bedarfen der Menschen ausrichten. Dabei ist die Expertise von Krankenkassen ein wichtiges Instrument, um die bestmögliche Weichenstellung für eine langfristige Versorgung der Menschen in unserem Bundesland zu treffen“, so Austenat-Wied.

Drese hob hervor: „Die Krankenhausreform muss zwei Hauptziele verbinden: die Behandlungsqualität steigern und die wohnortnahe Versorgung sichern. Deshalb ist es wichtig, dass die Länder und nicht der Bund für die Krankenhausplanung verantwortlich bleiben und die gerade im Ost-West-Vergleich sehr unterschiedliche länderspezifische Situation berücksichtigt wird. Wir brauchen spezialisierte Zentren und eine gut erreichbare Grundversorgung.“

Gesundheitspolitik auch bei der Landtagswahl im Fokus

Für 94 Prozent der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ist die Gesundheitspolitik ein wichtiges Kriterium für ihre Wahlentscheidung bei der bevorstehenden Landtagswahl. Weiterhin gaben die Befragten an, dass die Arbeits- und Wirtschaftspolitik (91 Prozent), Bildungspolitik (91 Prozent) und Sozial- und Familienpolitik (88 Prozent) für ihre persönliche Wahlentscheidung sehr wichtig bzw. wichtig ist.

„Die klare Botschaft: Die Bürgerinnen und Bürger beobachten ganz genau, welche gesundheitspolitischen Entscheidungen vor der Landtagswahl getroffen werden. Unser gemeinsames Ziel muss eine verlässliche und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung im gesamten Land sein“, betont Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.

„Dafür braucht es auch den Mut für Veränderungen und die bessere Verzahnung von stationären und ambulanten Angeboten“, ergänzt Drese. „Ein Beispiel ist die Etablierung von sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen. Diese verbinden an einem Standort die wohnortnahe stationäre Basisversorgung mit ambulanten, pflegerischen Leistungen und können insbesondere in ländlichen Regionen die Krankenhaus-Grundversorgung sichern“, so die Ministerin.

Für die repräsentative telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Februar 2026 insgesamt 1.002 Personen ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Internationaler Tag der Familie

Drese weist auf Unterstützungsmöglichkeiten hin

Schwerin – Anlässlich des heutigen Internationalen Tages der Familie weist Sozialministerin Stefanie Drese auf die vielfältigen Unterstützungsangebote im Land hin. „Wir wissen, dass Familien heute vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen stehen, von Erziehungsfragen und Pflegeaufgaben bis hin zu finanziellen Belastungen und Fragen der mentalen Gesundheit. Wichtig ist aber, dass niemand mit seinen Sorgen allein bleiben muss, so gibt es auch in Mecklenburg-Vorpommern Angebote für fast alle Lebenslagen“, erklärte die Ministerin.

Gleich zu Beginn der Zeit als Familie setzen zum Beispiel die sogenannten Frühen Hilfen an. Sie verbinden in regionalen Netzwerken psychosoziale und gesundheitliche Angebote und stehen werdenden Mütter und Vätern bis zum dritten Lebensjahr des Kindes offen. Sie richten sich insbesondere an Familien, die aufgrund von unterschiedlichen Belastungen einen erhöhten Beratungsbedarf haben, jedoch häufig nur schwer einen Zugang zu Unterstützungsangeboten finden.

„Zu den Angeboten der Frühen Hilfen gehören so auch unsere Familienhebammen und die Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen, die direkt zu den Familien nach Hause kommen, um individuelle Hilfebedarfe auszuloten“, unterstrich Drese. Dieses Angebot gebe es in MV bereits seit 2008 und soll Eltern vorurteilsfrei und in einem vertrauensvollen Rahmen begleiten.

Bei Fragen und Konflikten mit älteren Kindern können sich Betroffene außerdem Hilfe bei den kostenfreien Erziehungs- und Familienberatungen im Land holen. „Wir alle kennen das, dass ein Familienleben nicht immer nur harmonisch abläuft. Wenn es zum Beispiel in der Pubertät zu schwerwiegenden Konflikten kommt oder Herausforderungen wie eine Trennung die Familie belasten, dann kann es durchaus hilfreich sein, sich diese Unterstützung von außen hinzu zu holen“, so Drese.

Zu den ebenfalls häufiger vorkommenden Familienbelastungen gehört auch die Suchterkrankung von Elternteilen. „Für Erwachsene gibt es an dieser Stelle mehrere Unterstützungsmöglichkeiten, etwa in Form von spezialisierten Beratungsstellen, Therapien oder Selbsthilfegruppen. Wichtig ist aber, dass auch die schätzungsweise 73.000 Kinder in MV, die in betroffenen Familien aufwachsen, nicht aus dem Blick geraten. Denn ihr Alltag ist oft von Unsicherheit, Angst und Instabilität geprägt“, hob Drese hervor. Dafür gibt es seit kurzem ein eigenständiges Angebot namens KipsFam mit Anlaufstellen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten.

Aus dem KipsFam-Netzwerk heraus hat sich außerdem gemeinsam mit dem Landeshebammenverband und weiteren Akteuren ein neues Netzwerk für Mütter mit postpartaler Depression gegründet (PeriFam). Gynäkologie, Geburtshilfe, Psychiatrie und Sozialarbeit arbeiten hier eng zusammen, um Anzeichen zu erkennen und Betroffene schneller an passende Hilfsangebote vor Ort zu vermitteln.

„Aber auch grundsätzlich wollen wir niedrigschwellig den Weg hin zu einem gesunden Aufwachsen begleiten. Seit einem Jahr gibt es dafür auch die sogenannten Kinder- und Familienzentren (KiFaZe), bei denen Kindertageseinrichtungen neben ihren regulären Betreuungsangeboten auch spezifische Informations- und Hilfe-Angebote für Familien vorhalten aber auch Elterntrainings, Workshops oder Infoveranstaltungen organisieren“, erklärte Drese. „Denn wer in der eigenen KiTa auf konkrete Unterstützungsmöglichkeiten hingewiesen wird, nimmt diese auch eher an“, weiß die Ministerin. Zehn solcher KiFaZe gebe es nun bereits.

Weitere Informationen zu Hilfsageboten vor Ort aber auch zu allen finanziellen Leistungen, die Familien zustehen, finden Interessierte außerdem auf der durch das Sozialministerium geförderten Seite der FamilienInfo MV unter https://www.familieninfo-mv.de/. „Übersichtlich zusammengefasst und ergänzt um Tipps im Umgang mit schwierigen Familienlagen wie Trauerfällen, Pflegebedürftigkeit oder Trennung, aber auch mit Hinweisen zu Familienaktivitäten und einem interaktiven Veranstaltungskalender finden Familien hier alles, was sie für ihren Alltag wissen müssen“, so Drese.