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Kategorie: Landwirtschaft / Forst / Fischerei

MV an der Spitze der landwirtschaft­lichen Technologieentwicklung

Tellow – Am Vormittag hat Agrar- und Klimaschutzminister Dr. Backhaus offiziell das neue „Innovationsgut Tellow“ eröffnet. 374 Hektar landeseigene Flächen werden damit weiterhin für Forschungs­zwecke genutzt. Dazu sei Mitte August 2025 eine Vereinbarung zwischen dem Landwirtschaftsministerium und dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (Fraunhofer IGD) unterzeichnet worden, erklärt Minister Backhaus. Die Flächen würden Fraunhofer IGD pachtzinsfrei für die Testung innovativer Technologien zur Verfügung gestellt. Wert ca. 175.000 Euro pro Jahr.

„Der Fokus liegt auf dem Transfer von „Smart Farming Tools“ – digital und automatisiert, die eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Flächenbewirtschaftung unterstützen oder ermög­lichen“, so Backhaus, der ergänzt: „Es soll wissenschaftlich erprobt und gezeigt werden, wie mithilfe moderner Technologien Betriebsmittel und Arbeitskräfte eingespart werden können und gleichzeitig eine hohe Flächenproduktivität erreicht wird.

Das Innovationsgut ist damit kein normaler landwirtschaftlicher Betrieb, sondern ein Reallabor für anwendungsorientierte Forschung. Es geht um Präzisionslandwirtschaft, Automatisierung und den Einsatz von digitalen Werkzeugen, um Ressourcen wie Wasser, Boden, Umwelt zu schonen, Energie effizienter zu nutzen und dennoch höhere Erträge zu erzielen.“

Das Land verzichte zur Unterstützung des Projektes auf Pachteinnahmen, der Partnerbetrieb zahle trotzdem volle Pacht und toleriere Einbußen durch Tests, Versuche, Forschung, so der Landwirtschaftsminister, der der Holm-Hagge GbR für ihr Engagement herzlich dankt.

„Das Konzept wurde zusammen mit Fraunhofer IGD erarbeitet und ich habe volles Vertrauen in Fraunhofer und das Team. Ich bin absolut zuversichtlich, dass hier etwas Besonders entsteht. Damit wird sich Mecklenburg-Vorpommern nicht nur an die Spitze der praktischen Landwirtschaft, sondern auch an die Spitze in der Technologieentwicklung in Deutschland bewegen.

Die Landwirtschaft braucht die Innovationen aus dem Innovations­gut, um die systemrelevanten Aufgaben der Landwirtschaft auch in der Zukunft noch bewältigen zu können: nachhaltig gesunde Lebensmittel zu produzieren und gleichzeitig die Umwelt und das Klima zu schonen.“

MV führt bundesweit erste Zertifizierung für Bauernhofpädagogik ein

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern setzt ein starkes Zeichen für hochwertige Bildungsarbeit im ländlichen Raum: Als erstes Bundesland in Deutschland wird  ein Zertifizierungslabel für Bauernhofpädagogik eingeführt. Damit werden Qualitätsstandards erstmals klar definiert, überprüfbar gemacht und für Schulen, Kitas, Familien und weitere Einrichtungen sichtbar.

Das neue Label steht für pädagogische Fachkompetenz, strukturierte Bildungsarbeit und authentische Lernangebote auf landwirtschaftlichen Betrieben. Es ist in Deutschland bislang einzigartig und macht Mecklenburg-Vorpommern bundesweit zum Vorreiter in der Professionalisierung der Bauernhofpädagogik.

Qualität sichtbar machen – Vertrauen stärken

Der Lernort Bauernhof verbindet Landwirtschaft, Natur und Verbraucherbildung. Kinder, Jugendliche und Erwachsene erhalten dort realistische Einblicke in landwirtschaftliche Abläufe, Lebensmittelproduktion und nachhaltiges Handeln. Diese Form der Bildung gewinnt an Bedeutung – zugleich bestand bundesweit lange Zeit ein Mangel an unabhängigen, einheitlichen Qualitätsstandards.

Das neue Zertifizierungslabel schließt genau diese Lücke:

  • Es macht die Qualität der Bildungsarbeit nachvollziehbar.
  • Es stärkt die Professionalität der Lernorte.
  • Es schafft Transparenz für Lehrkräfte, Pädagog:innen, Familien und Verbraucher.
  • Und es setzt erstmals  landesweit Standards.

Minister Backhaus: „Wir sind stolz darauf, bundesweit voranzugehenKinder und Jugendliche sollen verstehen, wie Landwirtschaft funktioniert – und dafür brauchen wir Lernorte, die zuverlässig, pädagogisch fundiert und praxisnah arbeiten. Mit dem Zertifizierungslabel schaffen wir Orientierung und Vertrauen. Wir stärken die landwirtschaftlichen Betriebe, die diese wertvolle Bildungsarbeit leisten, und leisten zugleich einen Beitrag für Nachhaltigkeit, Verbraucherverständnis und ländliche Entwicklung.“

Strategische Weiterentwicklung der Bauernhofpädagogik in MV

Um die Qualitätsentwicklung langfristig zu sichern, hat das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern einen Werkvertrag mit dem LERNORT BAUERNHOF MV e.V. abgeschlossen. Für die Umsetzung stellt das Ministerium 40.000 Euro in 2024 und 50.000 Euro in 2025 bereit.

Der Auftrag umfasst drei zentrale Aufgabenbereiche:

  1. Entwicklung einer landesweiten Strategie für das Zertifizierungslabel, abgestimmt mit bundesweiten Konzepten.
  2. Stärkung und Strukturierung des Netzwerks „Lernort Bauernhof MV“, um Austausch, Vernetzung und Kooperationen zwischen Landwirtschaft, Verbrauchern und Bildungseinrichtungen auszubauen.
  3. Aufbau einer Unterstützungsstruktur für Betriebe, bestehend aus zentraler Koordinierungsstelle und regionalen Clustern.

Damit schafft Mecklenburg-Vorpommern nicht nur ein Label, sondern ein umfassendes Qualitäts- und Entwicklungsmodell für Bauernhofpädagogik, das deutschlandweit Vorbildcharakter besitzt.

Erste Zertifikate bereits vergeben

Die ersten neun Lernorte im Land haben das Zertifizierungsverfahren bereits erfolgreich durchlaufen – ein eindrucksvoller Start für das neue System. Sie zeigen, wie vielfältig, praxisnah und inspirierend Lernen in der Landwirtschaft gestaltet werden kann.

Hintergrund: bisher zertifizierte Lernorte Bauernhof

  • Der Insel e.V. Kransdorf verbindet Umweltbildung, Inklusion und Nachhaltigkeit auf beispielhafte Weise und wurde bereits mit der NUN-Zertifizierung „Norddeutsch und Nachhaltig“ ausgezeichnet.
  • Die Krackower Agrar AG mit Ines Kause zeigt, wie Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und Bildungsarbeit zu einem modernen Lernraum zusammenwachsen können.
  • Auf dem Johanneshof Stralendorf schaffen Nicole Möller-Titel und ihr Mann wertvolle Naturerfahrungen mit Herz und pädagogischer Kreativität.
  • Der Kastanienhof Bandow unter der Leitung von Susanne Ewert steht für gelebte Bauernhofpädagogik – fachlich fundiert, herzlich und mitreißend.
  • Der Natur- und Imkerhof Zingst von Martin Troelenberg macht die faszinierende Welt der Bienen zum Sinnbild für nachhaltiges Lernen und gemeinschaftliches Handeln.
  • Der Skuddenhof Keltensonne von Carmen und Markus Hafner verbindet Tiererlebnisse mit Verantwortungsbewusstsein, Tradition und Zukunftsorientierung.
  • Der Elisabethhof Werle (Güstrower Werkstätten) lebt Inklusion in der Landwirtschaft – unter Leitung von Andrea Zeitz und Doreen Salzmann wird hier Bildung zu Teilhabe.
  • Das Institut für Tierzucht der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV in Dummerstorf vermittelt praxisnahe Forschung als lebendiges Bildungsangebot.
  • Die Solidarische Landwirtschaft Stralsund (SoLaWi) unter Ingo Felgenhauer steht für gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft und Bildungsarbeit, die Verantwortung und Gemeinschaft wachsen lässt.

Achter Forstbericht für Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Forstminister Dr. Till Backhaus hat dem Kabinett in seiner heutigen Sitzung den achten Forstbericht des Landes vorgelegt. Der Bericht dokumentiert den Zustand der Wälder sowie die Lage der Forstwirtschaft im Zeitraum vom 01.01.2020 bis 31.12.2024. Im Kontext der Anpassung der Wälder an den Klimawandel hätten zentrale Herausforderungen in der Verknüpfung der Themen Wald und Wasser, Wald und Biodiversität sowie Wald und Gesellschaft bestanden, erklärt der Minister:

„2024 war mit 11,0 °C in MV das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen und 2022 fegten vier schwere Orkane über das Land. Dennoch entwickelte sich der Wald grundsätzlich positiv: Die Waldfläche stieg seit 2012 um 5.688 ha auf 582.361 ha – eine der wenigen signifikanten Zunahmen bundesweit. Mit 0,26 ha Wald pro Kopf liegt MV im Bundesvergleich an zweiter Stelle, ist aber mit 25 % Waldanteil das zweitwaldärmste Flächenland. Die Waldmehrung ist daher politisches Ziel.

Die Landesinitiative „Unser Wald in MV“ stärkte mit 20 Mio. € die Verbindung zwischen Wald und Gesellschaft. Auf 1.400 ha Neuwaldfläche ehemals landwirtschaftlicher landeseigener Flächen konnten über 5,8 Mio. zusätzliche Bäume gepflanzt werden.

Angebote der Waldpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit erreichen jährlich 200.000 Teilnehmende direkt. Im Bereich Förderung wurden zwischen 2020 und 2024 rund 44 Tsd. Beratungs­gespräche geführt und 28 Mio. € an den Privat- und Körper­schaftswald aus GAK- und ELER-Mitteln ausgezahlt, was jährlich rd. 5,5 Mio.€ ausmacht. Den Schwerpunkt bildeten Investitionen in den Waldumbau, den Naturschutz und die Infrastruktur. Erstmals wurden die Wald-Ökosystemleistungen auf jährlich 250 Mio. € (444 €/ ha*a) bewertet. Davon werden etwa 60 % unentgeltlich erbracht.

In diesem Bericht gibt es viel Positives: Unser Wald ist CO2-Senke und im Cluster Forst und Holz ein großer Wirtschaftsfaktor. Wir gehören zu den wenigen Bundesländern mit einer deutlichen Waldflächenzunahme von etwa 5.500 ha seit 2012. Insgesamt bedecken heute rund 582.000 ha unser Land. Rund 51 % unserer Wälder bestehen aus naturnahen Laubbäumen – rund 4 % mehr als im Bundesdurchschnitt. Wenn es um nutzungsfreie Wald­flächen geht, also Orte besonderer Bedeutung für die Biodi­versität, liegen wir mit 12 % hinter Sachsen auf Platz zwei“, fasst Minister Backhaus zusammen.

Küstenfischerei: Land und Thünen-Institut vertiefen Zusammenarbeit

Rostock – Mecklenburg-Vorpommerns Klimaschutz- und Fischereiminister Dr. Till Backhaus hat sich heute in Rostock-Marienehe mit dem Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei, Dr. Christopher Zimmermann, zu einem ausführlichen Austausch über die Zukunft der Küstenfischerei in der Ostsee getroffen. Im Zentrum standen die aktuellen wissenschaftlichen Prognosen zu den maßgeblichen Fischbeständen sowie gemeinsame Initiativen von Bund und Land.

Der Minister würdigte ausdrücklich die Arbeit des Thünen-Instituts und betonte die Bedeutung einer eng abgestimmten, wissenschaftsgeleiteten Bestandsbewirtschaftung: „Die Forschung des Thünen-Instituts ist unverzichtbar für realistische Perspektiven der Ostseefischerei. Wir brauchen sachorientierte Bewertungen, die sowohl den Schutz der Bestände als auch die wirtschaftliche Existenz unserer Küstenfischerei im Blick behalten“, sagte Backhaus.

Kritische Lage beim Dorsch – langfristige Verbesserungen nur durch Ökosystemveränderungen

Christopher Zimmermann stellte dar, dass sowohl der östliche als auch der westliche Dorschbestand weiterhin in einer hochkritischen Lage sind. Die natürliche Sterblichkeit übersteigt deutlich die fischereiliche – eine Erholung sei deshalb mittelfristig nicht zu erwarten. „Es ist klar: Die Fischerei ist nicht das Problem, und sie allein kann die Situation auch nicht lösen“, so Backhaus.
Als Hauptursachen wurden fortbestehende Belastungen des Ökosystems genannt – darunter Sauerstoffmangel, Temperaturveränderungen, Nahrungskonkurrenz sowie der zunehmende Einfluss von Prädatoren.
Gemeinsam mit dem Thünen-Institut wurde vereinbart, mögliche flankierende Maßnahmen wie Habitatverbesserungen weiter zu prüfen.

Hering: Hoffnung auf reguläre Quote ab 2027

Großen Raum nahm die Situation des westlichen Herings ein. Christopher Zimmermann erläuterte das geplante, an veränderte Umweltbedingungen angepasste Benchmarking, das eine präzisere Bewertung der Ertragsfähigkeit des Bestandes ermöglichen soll. Backhaus bewertete diese Entwicklung als wichtigen Schritt: „Wir setzen darauf, dass die Neubewertung des Bestandes neue Spielräume eröffnet. Unser Ziel bleibt eine reguläre Heringsfischerei ab 2027.“ Land und Bund investieren derzeit rund 1,75 Mio. Euro in Projekte der LFA M-V und des Thünen-Instituts für Ostseefischerei, um eine regionale, wissenschaftsbasierte Bewirtschaftung der Heringsbestände weiterzuentwickeln.

Meerforelle: Länderübergreifendes Bestandsmanagement geplant

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Entwicklung eines dauerhaften Bestandsmanagements für die Meerforelle. Die Art ist inzwischen eine der am häufigsten beangelten Zielarten im Küstenbereich.
Geplant ist ein gemeinsames dreijähriges Projekt von LFA/IfF und Thünen-Institut ab 2027, finanziert über die Meeresnaturschutzkomponente des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG). „Die Meerforelle hat für Berufsfischerei, Freizeitfischerei und den Tourismus erhebliche Bedeutung. Wir wollen diesen Bestand – trotz Klimawandel und Habitatveränderungen – zukunftsfähig machen“, betonte Backhaus. Auch die geplante Ausweisung weiterer Laichschonbezirke in MV wurde im Gespräch bestätigt.

Stärkung der gemeinsamen Forschungs- und Managementstrukturen

Minister Backhaus und Dr. Zimmermann erörterten zudem das Zusammenwirken von Land, Bund und verschiedenen Akteuren der Fischerei. Diskutiert wurden:

  • der anstehende Ausstieg aus der EMFAF-geförderten zeitweiligen Stilllegung ab 2027 und dem ebenfalls aus dem EMFAF unterstützten Robbenschadenausgleich als Billigkeitsleistung ab 2028,
  • die Unterstützung von Initiativen wie Sea Ranger e.V.,
  • robbensichere Fanggeräte für die Zeit nach 2028,
  • die Rolle des Thünen-Instituts bei größeren Eingriffsvorhaben wie etwa den LNG-Standorten Lubmin/Mukran,
  • die enge Kooperation bei Projekten der Fischereiforschung und Kooperation zur Diversifizierung der Küstenfischerei.

Der Minister machte deutlich, dass Mecklenburg-Vorpommern auf eine schnelle Bereitstellung von Bundesmitteln aus der Fischereikomponente des WindSeeG angewiesen ist, um die notwendige Forschungs- und Entwicklungsarbeit gemeinsam mit den Küstenfischern fortzuführen.

Minister Backhaus zog ein positives Fazit des Treffens: „Wir haben heute deutlich gemacht, dass wir die Zukunft der Küstenfischerei nur gemeinsam entwickeln können – mit Wissenschaft, Fischern und Politik. Das Thünen-Institut ist dabei ein zentraler Partner. Wichtig ist, dass wir die bestehenden Chancen nutzen und die notwendige Unterstützung des Bundes erhalten.“

Erster Samengarten des Landes eingeweiht

Schwerin – Im Forstamt Jasnitz ist heute das Landeskonzept „Erfassung, Erhaltung und nachhaltige Nutzung von Waldgenressourcen in Mecklenburg-Vorpommern“ vorgestellt und zugleich den erste Samengarten des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingeweiht worden. Klimaschutz- und Forstminister Dr. Till Backhaus, der krankheitsbedingt nicht vor Ort sein konnte, lobt das vorgestellte Konzept, das mehr sei als eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme:

„Es ist ein Bekenntnis zum Schutz der genetischen Vielfalt unserer heimischen Wälder und damit zu ihrer Zukunftsfähigkeit. Denn genetische Vielfalt ist die Lebensversicherung unserer Wälder in Zeiten des Klimawandels. Nur wenn unsere Baum- und Straucharten über eine breite genetische Basis verfügen, können sie sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen, widerstandsfähig bleiben und die vielfältigen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen des Waldes auch künftig erfüllen“, so Backhaus.

Mit dem heute vorgelegten Landeskonzept werde erstmals eine umfassende Grundlage geschaffen, um die Erhaltung forstlicher Genressourcen im Land strategisch, fachlich fundiert und zukunftsorientiert zu gestalten, erklärt der Minister

„Es beschreibt nicht nur den rechtlichen und wissenschaftlichen Rahmen, sondern zeigt vor allem konkrete Maßnahmen zur Sicherung und Nutzung dieser Ressourcen auf, vom Aufbau von Generhaltungsflächen über die Pflege seltener Baum- und Straucharten bis hin zur Entwicklung einer Forstgenbank und einer landeseigenen Gendatenbank.

Ein Beispiel dafür ist der heute eingeweihte Samengarten für die Eibe im Forstamt Jasnitz. Die Eibe ist eine unserer ältesten und zugleich seltensten heimischen Baumarten, ein Symbol für Beständigkeit und Erneuerung. Mit der Anlage dieses Samengartens wird nicht nur ein wichtiger Schritt zum Erhalt ihrer genetischen Vielfalt getan, sondern auch ein sichtbares Zeichen für aktiven Artenschutz und nachhaltige Waldent­wicklung gesetzt.

Die Pflanzung von über 600 Eibenklonen aus verschiedenen Regionen unseres Landes zeigt, wie praxisnah Generhaltung funktionieren kann: Hier wird genetische Vielfalt bewahrt, Saatgut für zukünftige Generationen gesichert und gleichzeitig ein Beitrag zur ökologischen Stabilität unserer Wälder geleistet. Das Konzept und der Samengarten sind Teil unserer Initiative „Unser Wald für Mecklenburg-Vorpommern“, die seit 2020 über 20 Millionen Euro in die Verbesserung des Waldzu­standes, in Wiederbewaldung, Forschung und Klimaanpassung investiert hat.

Damit setzen wir ein klares Signal: Der Wald in MV ist Zukunft für Klima, Artenvielfalt und die Menschen in unserem Land. Ich wünsche mir, dass das heute veröffentlichte Konzept als Grundlage dienen möge, um unseren Wäldern die genetische Vielfalt zu erhalten, die sie stark macht und um den kommenden Generationen einen widerstandsfähigen, lebendigen und vielfältigen Wald zu hinterlassen.“

M-V wird Partner der Grünen Woche 2026

100 Jahre Messe, 25 Jahre MV-Halle

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern wird Partner der Grünen Woche 2026, die vom 16. bis zum 25. Januar in Berlin stattfindet. Im Jubiläumsjahr der weltgrößten Ernährungs-, Landwirtschafts- und Gartenbaumesse feiert die Grüne Woche ihr 100-jähriges Bestehen – und Mecklenburg-Vorpommern präsentiert sich zum 25. Mal mit einer eigenen Länderhalle.

„Ich freue mich sehr, dass Mecklenburg-Vorpommern Partner der Grünen Woche 2026 wird“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Die Grüne Woche ist unser Schaufenster in die Welt. Sie bietet uns die einmalige Gelegenheit, die Stärken unseres Landes noch sichtbarer zu machen: unsere hochwertigen regionalen Produkte, unsere innovativen Betriebe und unseren nachhaltigen Tourismus. Unsere Land- und Ernährungswirtschaft ist systemrelevant – sie sichert die Ernährung, ist Partner beim Klimaschutz, beim Schutz von Wasser und Böden und beim Erhalt der Biodiversität.“

Mit jährlich rund 400.000 Besucherinnen und Besuchern gehört die Grüne Woche zu den größten und bedeutendsten Verbrauchermessen Europas. Mecklenburg-Vorpommern nutzt den Auftritt seit dem Jahr 2000, um die Vielfalt seiner Land- und Ernährungswirtschaft sowie die touristische Attraktivität des Landes zu präsentieren. In der MV-Halle 5.2b erwarten die Gäste 2026 neben kulinarischen Höhepunkten wieder regionale Spezialitäten, Genuss aus dem Meer, Musik, Kultur und Begegnungen mit den Menschen, die hinter den Produkten stehen.

Als Partner wird Mecklenburg-Vorpommern 2026 erstmals den offiziellen Messerundgang eröffnen. Die MV-Halle ist damit Startpunkt für die internationale Presse, zahlreiche Delegationen und die offizielle Eröffnungsveranstaltung mit Spitzenvertretern aus Politik, Wirtschaft und Landwirtschaft.

Der Landesauftritt bringt dabei nicht nur Imagegewinn, sondern auch wirtschaftlichen Mehrwert: Über 60 Unternehmen, Verbände und Regionen präsentieren jährlich ihre Produkte, schließen Kooperationen, testen Innovationen und gewinnen neue Handelspartner. Ausstellerinnen und Aussteller berichten regelmäßig von positiven Kontakten und stabilen Umsätzen. Die Messe 2024 zählte rund 200.000 Gäste in der MV-Halle – mehr als zwei Drittel aller Messebesucher.

Für den Auftritt als Partner rechnet das Land mit Gesamtkosten von rund eine Million Euro. Minister Backhaus betonte: „Unser Engagement ist eine effiziente Investition in die Zukunft – umgerechnet etwa zwei Euro Werbeaufwand pro Besucherin oder Besucher. Davon profitieren Landwirtschaft, Tourismus, Wirtschaft und Kultur gleichermaßen.“

Mit dem Jubiläum der Grünen Woche blickt auch Mecklenburg-Vorpommern auf 25 erfolgreiche Messejahre zurück – als Land, das mit seiner Mischung aus Tradition und Moderne, Genuss und Nachhaltigkeit überzeugt.

Backhaus abschließend: „Wir werden zeigen, dass Mecklenburg-Vorpommern weit mehr ist als ein Urlaubsland. Wir sind ein starker Wirtschafts- und Agrarstandort mit Menschen, die ihre Arbeit lieben und mit Stolz zeigen, was unser Land zu bieten hat.“

Weitere Fälle von Geflügelpest

Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald betroffen

Schwerin – In einer Legehennenhaltung mit rund 55.000 Tieren in der Gemeinde Poseritz im Landkreis Vorpommern-Rügen und in einer Legehennenhaltung mit 93.000 Tieren in der Gemeinde Rothemühl im Landkreis Vorpommern-Greifswald wurde das hochpathogene aviäre Influenza-A Virus (HPAIV) des Subtyps H5N1 durch das Nationale Referenzlabor für Aviäre Influenza am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) festgestellt.

Beide betroffenen Betriebe haben erhöhte Tierverluste gemeldet, woraufhin amtliche Proben entnommen und zur Untersuchung in das Landesamt für Landwirtschaft, Lebens­mittelsicherheit und Fischerei M-V zur Untersuchung gebracht wurden. Aufgrund des Nachweises von aviären Influenza-A Viren des Subtyps H5 erfolgte die Weiterleitung von Probenmaterial zur weiteren Untersuchung (Subtypisierung und Bestimmung des Pathotyps) an das FLI.

Die beiden betroffenen Landkreise haben die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen und Sperrzonen, bestehend aus Schutz- und Überwachungszone, um die Ausbruchsbetriebe eingerichtet.

Es handelt sich jetzt bereits um den fünften Fall bei Geflügel in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Herbst. Insgesamt gab es in 2025 bisher neun Ausbrüche der Geflügelpest bei gehaltenen Tieren in MV. Hinzu kommen in den vergangenen Tagen vermehrt Meldungen über tote Wildvögel, vorwiegend Kraniche, bei denen aviäres Influenzavirus (AIV) nachgewiesen werden konnte.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus appelliert an die geflügelhaltenden Betriebe und private Tierhalter: „In Ihrer Verantwortung liegt die strikte Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen. Erwägen Sie eine Aufstallung der Tiere oder halten Sie diese dem derzeitigen Risiko entsprechend in geschützten Bereichen. Das derzeitige dynamische Geschehen fordert Ihre Umsicht, um einen Eintrag und eine Weiterver­breitung des Virus möglichst zu vermeiden.

Auch eine vorzeitige Schlachtung sollte in Betracht gezogen werden. Dies ist umso wichtiger, wenn eine geschützte Unterbringung der Tiere nicht möglich ist. Geflügelhalter, die Auffälligkeiten – zum Beispiel vermehrte Todesfälle oder eine verminderte Futter- und Wasseraufnahme sowie Leistungsabfall – in ihrem Bestand bemerken, sollten sich umgehend beim Veterinäramt melden.“

Allianz für regionale Wertschöpfung durch heimisches Laubholz

Malchow – Am Vormittag hat Forst- und Agrarminister Dr. Till Backhaus das Werk der Pollmeier Schnittholz GmbH und Co. KG in Malchow besucht. Die Geschäftsführung informierte den Minister vor Ort über die Kampagne „Laubholz+“ der Deutschen Säge und Holzindustrie e.V. (DeSH). Dazu erklärt Minister Backhaus:

„Unser Wald in MV fungiert als CO2-Senke und ist damit enorm wichtig für den Klimaschutz. Er ist aber auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Im Cluster Forst und Holz sichern 90 m³ einen Arbeitsplatz pro Jahr. In MV umfasste das Cluster Forst und Holz 2023 4.318 Unternehmen mit 23.950 Beschäftigten, mit einem Umsatz von rund 4,8 Mrd. Euro und einer Bruttowertschöpfung von ca. 1,6 Mrd. Euro.

Die Holzindustrie steht jedoch vor einem Dilemma. Einerseits soll die Laubholzverwendung erhöht werden (Bioökonomie, Erreichung der Klimaschutzziele); andererseits wird die Laubholznutzung zunehmend durch Nutzungsverzichte und Flächenstilllegungen eingeschränkt. Für die Unternehmen der Laubholzindustrie sind die Rahmenbedingungen nicht mehr verlässlich und die Rundholzversorgung unsicher. Seit Anfang 2000 haben in Deutschland ca. 100 laubholzverarbeitende Unternehmen den Betrieb eingestellt.

Vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Trockenschäden in den Jahren 2018 und 2019, den Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Klimaveränderung sowie den sich ändernden politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und in der EU verstehe ich die Sorge, dass es zu Einschränkungen der Waldbewirtschaftung und der Bereit­stellung von Laubholz kommen kann. Zwar haben wir unsere Wälder seit Jahren erfolgreich umgebaut, 70 Prozent Laubmischwald, doch der Buchenholzeinschlag ist bereits rückläufig. Während im Jahr 2014 deutschlandweit ca. 12 Mio. m³ (davon 0,63 Mio m³ in MV) genutzt wurden, waren es 2024 9,7 Mio. m³ (davon 0,33 Mio. m³ in MV).

Die Bundeswaldinventur 4 (BWI 4) ergab bundesweit einen Rückgang der Buchenvorräte um 1,2% (in MV einen Anstieg um 7,2%) sowie eine leichte Zunahme der Eichenvorräte um 1,6% (in MV um 2,4%). In MV liegt die Fläche ohne Nutzung (Nullnutzung und Prozessschutz) mit 30,7% der Waldfläche deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 12,9%.

Ich teile die Einschätzung des DeSH, wonach die Laubholzbranche in Deutschland vor einer historischen Weichenstellung steht. Der ökologische Umbau der Wälder, das wachsende gesellschaftliche Bewusstsein für nachhaltige Produkte sowie die Notwendigkeit, CO₂-intensive Materialien durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen, machen deutlich: heimisches Laubholz ist ein Schlüssel­­rohstoff der Zukunft. Mit dem Bekenntnis der Landes­regierung zum Dauerwald in MV bieten wir die Möglichkeit einer stabilen Versorgung der heimischen Wirtschaft mit dem wichtigen Rohstoff Holz.

Gleichzeitig zeigen sich deutliche Spannungsfelder: zwischen zunehmenden regulatorischen Anforderungen und wachsendem Rohstoffbedarf, zwischen forstpolitischen Zielkonflikten und globalem Wettbewerbsdruck sowie zwischen technologischen Chancen und Investitionshemmnissen. Um diese Herausfor­derungen zu bewältigen, braucht es ein entschlossenes, koordiniertes und zukunftsorientiertes Handeln von Politik und Wirtschaft. Die „Allianz für regionale Wertschöpfung durch heimisches Laubholz“, die die DeSH aktuell anstößt, kann dieses vernetzte Handeln nach meiner Ansicht vorantreiben“, so Backhaus.