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Kategorie: Landwirtschaft / Forst / Fischerei

Klimaverträglichkeitsgesetz kommt

Backhaus: „Falsche Behauptungen helfen weder Landwirtschaft noch Ausbildung“

Schwerin – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat die beim Bauerntag in Pasewalk geäußerte Kritik des Vizepräsidenten des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Marco Gemballa, entschieden zurückgewiesen. Backhaus stellte klar: Das geplante Klimaverträglichkeitsgesetz greift weder unverhältnismäßig in Eigentumsrechte ein noch richtet es sich gegen die Landwirtschaft. Gleichzeitig seien auch die Vorwürfe zur landwirtschaftlichen Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern in wesentlichen Punkten unzutreffend.

„Die Landesregierung steht fest an der Seite der Landwirtschaft. Wir sorgen für Planungssicherheit, unterstützen Betriebe bei der Transformation und investieren in Ausbildung und Nachwuchs. Wer jetzt den Eindruck erweckt, wir würden gegen die Landwirtschaft arbeiten, verdreht die Realität“, sagte Backhaus.

Klimaverträglichkeitsgesetz schafft Planungssicherheit

Backhaus widersprach ausdrücklich der Aussage, das geplante Klimaverträglichkeitsgesetz greife stark in Eigentum und landwirtschaftliche Praxis ein. „Das Gegenteil ist der Fall: Wir schaffen klare und verlässliche Rahmenbedingungen bis zum Jahr 2045. Genau diese Planungssicherheit wird von Wirtschaft und Landwirtschaft immer wieder eingefordert.“ Das Gesetz setze ausdrücklich auf Freiwilligkeit und langfristige Anpassung. „Bis 2045 ist das Prinzip der Freiwilligkeit fest verankert. Es geht nicht um Verbote, sondern darum, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“

Der Minister verwies darauf, dass entwässerte Moorböden aktuell die größte einzelne Quelle von Treibhausgasemissionen im Land darstellen. „Allein aus entwässerten Mooren stammen jährlich rund sechs Millionen Tonnen CO₂. Diese Realität können wir nicht ignorieren. Gleichzeitig bleibt die Landwirtschaft auch künftig ein zentraler Bestandteil unserer Wirtschaft und der Ernährungssicherheit.“

Backhaus betonte zudem die wirtschaftlichen Chancen einer frühzeitigen Anpassung. „CO₂ bekommt zunehmend einen Preis. Schon heute werden Preise zwischen 60 und 250 Euro pro Tonne diskutiert. Wer frühzeitig Emissionen reduziert, sichert damit langfristig auch seine wirtschaftliche Perspektive.“ Das Land unterstütze Betriebe bereits aktiv bei der Transformation. „Mit der Moor- und Landnutzungsstrategie, Beratungsangeboten, Förderprogrammen und Instrumenten wie MoorFutures schaffen wir konkrete Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe.“

Kritik an Ausbildung „entbehrt jeder Grundlage“

Auch die Kritik Gemballas am Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) wies Backhaus deutlich zurück. „Die Behauptung, das Landesamt wolle künftig keine Freisprechungen für Absolventinnen und Absolventen der landwirtschaftlichen Ausbildung mehr ausrichten, ist schlicht falsch.“

Das Land habe den Bauernverband lediglich gebeten, sich künftig an der Organisation dieser Veranstaltungen zu beteiligen – so wie es in anderen Berufsbereichen seit Jahren üblich sei. „Die Durchführung der Veranstaltungen stand zu keinem Zeitpunkt infrage. Dass daraus nun eine angebliche Absage konstruiert wird, ist nicht nachvollziehbar.“

Auch die Kritik an der dualen Ausbildung sei einseitig. „Zunächst ist zwischen theoretischer und betrieblicher Berufsausbildung zu unterscheiden. Land und Berufsstand sind hier also gleichermaßen in der Pflicht. Um Abbrecherquoten zu reduzieren, müssen wir daher gemeinsam nach Lösungen  suchen, statt einseitig Verantwortung abzuschieben.“ Backhaus betonte, dass viele Ausbildungsbetriebe hervorragende Arbeit leisten. „In den meisten Betrieben funktioniert die Ausbildung sehr gut. Deshalb teile ich das düstere Bild, das hier gezeichnet wird, ausdrücklich nicht.“

Klimaschutz bleibt gemeinsame Aufgabe

Abschließend rief Backhaus zu einer sachlichen Debatte auf. „Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das Klimaverträglichkeitsgesetz richtet sich nicht gegen die Landwirtschaft, sondern schafft die Grundlage dafür, dass Landwirtschaft, Umwelt und Wirtschaft auch in Zukunft erfolgreich zusammenarbeiten können.“

Heringssaison in Mecklenburg-Vorpommern hat begonnen

Schwerin – Die Heringssaison an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns hat begonnen. Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen und teilweise vereister Küstenbereiche ist die Fischerei bislang nur vorsichtig angelaufen. Erste Fänge wurden dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) jedoch bereits gemeldet.

Im Zeitraum von Mitte Januar bis Mitte Februar wurden von vier Fischereibetrieben aus Wismar, Warnemünde, Hiddensee und Usedom insgesamt rund vier Tonnen Hering angelandet. Die Erfassung weiterer Fangmeldungen läuft derzeit noch.

Der vergleichsweise kalte Winter könnte sich nach Einschätzung von Fachleuten positiv auf die Heringslaichsaison 2026 auswirken. Niedrige und stabile Wassertemperaturen führen dazu, dass der Hering voraussichtlich wieder etwas später ablaicht als in den vergangenen Jahren. Dadurch könnte sich das sogenannte „Mismatch“ zwischen dem Schlüpfen der Larven und der Verfügbarkeit von Nahrung verringern – ein Effekt, der durch den Klimawandel zuletzt zunehmend problematisch geworden ist.

Mit Blick auf die Zukunft besteht deshalb vorsichtige Hoffnung auf eine Stabilisierung des Heringsbestandes der westlichen Ostsee. Das Thünen-Institut für Ostseefischerei geht davon aus, dass möglicherweise ab 2027 wieder eine kleine reguläre Fischerei auf Hering möglich sein könnte – zunächst in einer Größenordnung von etwa 1.000 Tonnen.

„Der Hering ist ein Symbolfisch der Ostsee und hat für unsere Küstenfischerei eine enorme wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. „Wir setzen uns deshalb auf nationaler und europäischer Ebene dafür ein, dass sich die Bestände nachhaltig erholen und unseren Fischern wieder Perspektiven eröffnet werden.“

Seit 2022 ist die gezielte Fischerei auf Hering in der westlichen Ostsee stark eingeschränkt. In Mecklenburg-Vorpommern darf der Hering seither nur noch mit passiven Fanggeräten gefangen werden. Die deutsche Sonder- beziehungsweise Beifangquote liegt seitdem konstant bei 435 Tonnen.

Zum Vergleich: 2016 lag die deutsche Quote für den westlichen Heringsbestand noch bei 14.496 Tonnen – ein Rückgang um rund 97 Prozent innerhalb weniger Jahre.

Die Entwicklung des Bestandes hat unmittelbare Auswirkungen auf die Küstenfischerei. In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit 144 Haupterwerbsfischer und 123 Nebenerwerbsfischer tätig (vorläufige Zahlen für 2025). Noch vor wenigen Jahren waren es deutlich mehr.

Sollte sich der Bestand in den kommenden Jahren erholen, könnte perspektivisch auch die Schleppnetzfischerei wieder eine Rolle spielen. In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit noch drei größere SAS-Kutter beziehungsweise zwei Schleppnetzpartien für diese Fischerei vorhanden.

Die weitere Entwicklung der Heringssaison hängt maßgeblich von der Temperaturentwicklung im Frühjahr sowie vom Verlauf der Laichsaison ab.

Landwirtschaft braucht Planungssicherheit und Innovationsräume

Listow – Anlässlich des Landwirtschaftstages der Volksbanken und Raiffeisenbanken Mecklenburg-Vorpommern in Linstow hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft betont und vor weitreichenden Kürzungen der EU-Agrarförderung gewarnt.

„Die Landwirtschaft steht derzeit unter erheblichem Druck: sinkende Erzeugerpreise, steigende Betriebsmittelkosten und gleichzeitig hohe Anforderungen beim Klima-, Umwelt- und Tierschutz“, sagte Backhaus. „Gerade deshalb brauchen unsere Betriebe Planungssicherheit und Perspektiven für Investitionen.“

Mit Blick auf die geplante Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und den nächsten EU-Finanzrahmen warnte der Minister vor massiven Einschnitten für Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit erhalten die landwirtschaftlichen Betriebe im Land rund 314 Millionen Euro Direktzahlungen aus der ersten Säule der GAP. Nach den aktuellen Vorschlägen der EU-Kommission könnten künftig jedoch nur noch etwa 151 Millionen Euro zur Verfügung stehen – ein Rückgang von mehr als 50 Prozent.

„Ein solcher Einschnitt würde viele Betriebe in ihrer Liquidität treffen und dringend notwendige Investitionen gefährden. Die GAP muss deshalb ein eigenständiger Politikbereich bleiben und ausreichend finanziert werden“, betonte Backhaus.

Der Minister verwies zugleich auf die besondere Agrarstruktur Mecklenburg-Vorpommerns. Im Land werden rund 1,35 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet, die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei 283 Hektar und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

„Unsere Betriebe sind leistungsfähig und sichern Wertschöpfung im ländlichen Raum. Jeder Arbeitsplatz in der Landwirtschaft schafft zudem sieben weitere Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette – von der Landtechnik über die Verarbeitung bis zum Handel“, sagte Backhaus.

Gleichzeitig machte der Minister deutlich, dass die Landwirtschaft vor einem grundlegenden Transformationsprozess steht. Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dürften dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Unser Ziel muss eine nachhaltige Produktivitätssteigerung sein – also Fortschritt durch Innovation. Moderne Technologien, Digitalisierung, Robotik oder neue Züchtungsmethoden können dazu beitragen, Ressourcen effizienter zu nutzen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu stärken.“

Ein Beispiel für solche Zukunftsfelder sei die Agri-Photovoltaik, also die doppelte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für Produktion und Stromerzeugung. „Agri-PV ermöglicht es, erneuerbare Energien auszubauen und gleichzeitig landwirtschaftliche Flächen weiter zu nutzen. Wichtig ist aber: Die Landwirtschaft muss die Hauptfunktion der Fläche bleiben.“

Auch beim Bürokratieabbau sieht Backhaus weiterhin großen Handlungsbedarf: „Unsere Landwirte brauchen mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit und weniger für Dokumentationspflichten. Deshalb setzen wir uns für effizientere Verfahren, weniger Kontrollen und eine bessere digitale Verwaltung ein.“

Der Minister betonte abschließend die zentrale Rolle der Landwirtschaft für Gesellschaft und Wirtschaft: „Landwirtschaft sorgt für Ernährungssicherheit, erhält unsere Kulturlandschaft und schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Eine starke Landwirtschaft ist deshalb ein zentraler Pfeiler für die Zukunft unseres Landes.

M-V präsentiert sich auf der BioFach 2026

Nürnberg – Zur BioFach 2026 trifft sich traditionell die Biobranche vom 10. -13.02.2026 entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Messezentrum Nürnberg. Die BioFach ist bereits im 37. Messejahr. Auf der BioFach 2026 werden wieder über 2.700 Aussteller aus ca. 90 Ländern erwartet. Die gesamte Verarbeitungs- und Handelsbranche tauscht sich über die aktuellen und neuesten Entwicklungen auf dem Biomarkt aus. Es ist der Ort, an dem Menschen ihre Leidenschaft für Bio-Lebens­mittel und den Bio-Markt teilen, die perfekte Gelegenheit, um sich von den neuesten internationalen Branchentrends inspirieren zu lassen.

Auch das Land Mecklenburg-Vorpommern präsentiert sich auf der Bio-Weltleitmesse. Gemeinsam mit dem Landwirtschafts­ministerium sind aus unserem Land vier Aussteller auf einem Gemeinschaftsstand vertreten. Besonders verweist Landwirt­schaftsminister Dr. Till Backhaus dankend auf die Unternehmen, die uns seit vielen Jahren in Nürnberg auf dem MV-Messestand repräsentieren. Dies sind die Urgesteine, die Biopark Markt GmbH, die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH & Co.KG, die Qualitätsfleischerzeugergemeinschaft Weidehof GmbH sowie die Biosanica GmbH. Die Unternehmen mit ihren Produkten vertreten dabei ca. 400 biozertifizierte Landwirt­schaftsbetriebe aus MV. Der Gemeinschaftsstand auf der BioFach wird vom Landwirtschaftsministerium finanziell unterstützt.

Weitere Unternehmen aus MV, wie z.B. die Mecklenburger Landpute, die Gläserne Molkerei, Arla Foods Upahl und die Biomanufaktur Planet V sind ebenfalls seit Jahren vertreten und präsentieren sich u.a. auf Messeständen gemeinsam mit den öko-logischen Anbauverbänden.

„Für die Bio-Unternehmen bietet die BioFach eine hervorragende Gelegenheit, Bio-Produkte aus MV einem breiten Fachpublikum zu präsentieren und damit die Vermarktung der Unternehmen durch die Pflege vorhandener sowie den Aufbau neuer Kunden­beziehungen weiter anzukurbeln. Denn dies ist in diesen turbulenten, schwierigen wirtschaftlichen Zeiten von enormer Bedeutung“, so Minister Backhaus, der weiter ausführt:

„Die Präsenz auf der Fachmesse BioFach als internationale Leitmesse ist dem Land ein wichtiges Anliegen und zeigt zudem, welche hohe Leistungsfähigkeit und Bedeutung der Ökolandbau in Mecklenburg-Vorpommern hat.“

Mecklenburg-Vorpommern liegt mit einem Anteil von aktuell 16 Prozent ökologischem Landbau an der landwirtschaftlichen Fläche im vorderen Bereich beim Ländervergleich in Deutschland. Jeder 4. Landwirtschaftsbetrieb in unserem Land wirtschaftet ökologisch.

Zum 01.01.2026 haben 57 Umstellungsbetriebe mit einer Fläche von 4.566 ha einen Neuantrag im Förderprogramm ökologischer Landbau (Extensivierungsrichtlinie, FP 528) gestellt.

Der auf der BioFach 2026 parallel stattfindende BioFach-Kongress steht in diesem Jahr unter dem Leitmotto „Growing Tommorow: Young Voices, Bold Visions – Wie können junge Akteurinnen und Akteure die Zukunft von Bio-Landwirtschaft und Ernährung in einer zunehmend instabilen Welt mitgestalten“.  Für den Dialog und Wissensaustausch über zukunftsweisende Lösungen und die Transformation hin zu mehr Bio bildet der Kongress ein zentrales Forum.

Aufklären statt verurteilen

Backhaus und Trunk beim Schweinezuchtbetrieb in Siedenbollentin

Siedenbollentin – Nach dem Brand in einer Schweinezuchtanlage in Siedenbollentin haben Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus und der Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Karsten Trunk, heute den betroffenen Betrieb von Landwirt Dirk Andresen besucht. Ziel des Termins war es, sich vor Ort ein eigenes Bild von der Situation zu machen, mit dem Betriebsinhaber ins Gespräch zu kommen und die aktuelle Lage der Tierhaltung sachlich einzuordnen.

„Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern steht nicht unter Generalverdacht. Wer investiert, modernisiert und nach geltenden Standards arbeitet, verdient Rückhalt und eine faire, fachliche Bewertung – gerade in Krisensituationen. Unser Maßstab ist nicht die schnelle Schlagzeile, sondern Recht, Fachlichkeit und Verantwortung gegenüber Menschen und Tieren“, betonte Minister Backhaus zu Beginn des Besuchs.

Der Minister verwies darauf, dass Tierhaltungsbetriebe im Land klaren rechtlichen Vorgaben unterliegen. Maßgeblich sind dabei unter anderem die landesrechtlichen Vollzugs- und Auslegungsregelungen zur Brandschutzvorsorge in Tierhaltungen, die zuletzt in Form der Brandschutz-Richtlinie im Amtsblatt Mecklenburg-Vorpommern Nr. 47/2024 konkretisiert wurden. Sie gibt den zuständigen Behörden verbindliche Leitlinien für Genehmigung, Kontrolle und Bewertung moderner Tierhaltungsanlagen zur Verhütung von Bränden und Minimierung von Verlusten und Schäden.

„Diese Regeln gelten für alle Betriebe – und sie gelten auch hier. Deshalb ist es wichtig, Vorwürfe nicht pauschal zu erheben, sondern sorgfältig aufzuklären, einzuordnen und fair zu bewerten. Genau darum geht es bei diesem Besuch“, so Backhaus.

Der Betrieb in Siedenbollentin wird seit 2022 von Dirk Andresen geführt. In den vergangenen Jahren wurden rund 1,4 Millionen Euro in die Modernisierung investiert, unter anderem in das Deckzentrum und die Abferkelbuchten. Der Betrieb erfüllt bereits heute Standards, die bundesweit erst ab 2029 oder später verbindlich gelten sollen. Aktuell hält der Betrieb 1.100 Sauen, die Genehmigung nach Bundesimmissionschutzgesetz wurde für 1.800 Sauen erteilt. Der Betrieb hat den Bestand im Zuge der Modernisierung und im Sinne des Tierwohls um 30 Prozent reduziert.

Zum jüngsten Brand erläuterte der Minister, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen seien und als Ursache ein blockiertes Lager in einer Lüftungsanlage festgestellt wurde. Die elektrische Verkabelung der Anlagen war durch zertifizierte Fachfirmen ausgeführt worden; Beanstandungen wurden nicht festgestellt. Die Brandstelle ist freigegeben, weitere ergänzende Untersuchungen sind angekündigt. Der Betriebsinhaber unterstützt die vollständige Aufklärung ausdrücklich.

Bauernpräsident Karsten Trunk mahnte in diesem Zusammenhang zu mehr Sachlichkeit in der öffentlichen Debatte: „Brände sind für jeden Betrieb ein schwerer Einschnitt – wirtschaftlich wie emotional. Wer nach solchen Ereignissen pauschal verurteilt, hilft weder dem Tierwohl noch der Zukunft der Tierhaltung im Land.“

Im anschließenden Pressegespräch machten Minister Backhaus und Bauernpräsident Trunk deutlich, dass moderne Tierhaltung, Investitionen in Tierwohl und verlässliche politische Rahmenbedingungen zusammengehören. Zugleich sei klar: Der Schutz von Tieren, die Sicherheit von Anlagen und das Vertrauen der Gesellschaft seien zentrale Voraussetzungen für die Zukunft der Nutztierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern.

Regionalzeichen „Natürlich aus MV“ auf der Grünen Woche verliehen

Berlin – Im Rahmen der Grünen Woche ist heute in der MV-Halle 5.2b das Regionalzeichen „Natürlich aus MV“ an weitere Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern verliehen worden. Chef der Staatskanzlei Patrick Dahlemann und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus würdigte bei der Auszeichnung das Engagement der Betriebe für regionale Wertschöpfung, Qualität und Transparenz.

„123 verliehene Regionalzeichen „Natürlich aus MV“ stehen für Natürlichkeit, Handwerkskönnen und Innovation von kleinen und großen Herstellern und Händlern aus Mecklenburg-Vorpommern. Mit unserem Regionalzeichen machen wir auf unsere tollen Produkte aufmerksam und werben gemeinsam dafür. Es ist ein Erkennungszeichen für Gutes aus unserem Land. Das Regionalzeichen hilft den Unternehmen, die Produkte zu vermarkten und den Kundinnen und Kunden schnell und einfach regional einzukaufen und zu genießen. Schön wenn immer mehr Unternehmen mitmachen! Es stärkt das Urlaubsland MV mit einer größeren Vielfalt an kulinarischen Souvenirs. Ob Bier, Eis oder Schokolade: es gibt nichts, was unsere Regionalproduzenten nicht können.“

Minister Backhaus ergänzte: „Das Regionalzeichen ist mehr als ein Herkunftshinweis. Es steht für Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern, für mindestens einen regionalen Wertschöpfungsschritt sowie für die Einhaltung klar definierter Qualitäts- und Herkunftskriterien. Seit seiner Einführung auf der Grünen Woche 2023 habe sich das Zeichen dynamisch entwickelt: Inzwischen nutzen mehr als 120 Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern das Regionalzeichen – Tendenz steigend. Warum ist Regionalität wichtig? Regionale Lebensmittel stehen für Qualität, Vertrauen und Verantwortung. Sie sichern Wertschöpfung vor Ort, schaffen Arbeitsplätze und geben Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung.“

In diesem Jahr wurden Unternehmen ausgezeichnet, die beispielhaft zeigen, wie vielfältig Regionalität gelebt werden kann. Jackle & Heidi stehen für handwerklich hergestellte Produkte und kreative regionale Ideen – vom Start in der heimischen Garage bis zur landesweiten Präsenz. Das Studierendenwerk Greifswald beweist mit Projekten wie RegioVers und dem RegioTeller in der Mensa Neubrandenburg, dass regionale und nachhaltige Lebensmittel auch in der Gemeinschaftsverpflegung erfolgreich umgesetzt werden können. Das EDEKA Center Stralsund zeigt, welche Schlüsselrolle der Lebensmitteleinzelhandel bei der Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe spielt – mit regionalen Sortimenten, kurzen Lieferketten und enger Zusammenarbeit mit Produzentinnen und Produzenten aus MV.

„Alle ausgezeichneten Unternehmen tragen dazu bei, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und Mecklenburg-Vorpommern als Genuss- und Herkunftsregion weiter zu profilieren“, betonte Backhaus.

Der Minister dankte zudem der Marketinggesellschaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern als verlässlichem Partner bei der Vergabe und Weiterentwicklung des Regionalzeichens sowie allen Beteiligten, die dieses Erfolgsmodell mit Leben füllen.

Die Verleihung des Regionalzeichens ist ein fester Bestandteil des Landesauftritts Mecklenburg-Vorpommerns auf der Grünen Woche und unterstreicht die Bedeutung regionaler Lebensmittel für Verbrauchervertrauen, Wertschöpfung und Ernährungssicherheit.

EU-Fördermittel fristgerecht auf den Konten der Landwirte

Schwerin – Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die Auszahlung zentraler EU-Agrarfördermittel fristgerecht auf den Weg gebracht. Sowohl die Direktzahlungen der ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) als auch die Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen (AUKM) der zweiten Säule wurden termingerecht an die landwirtschaftlichen Betriebe ausgezahlt. Insgesamt profitieren die Betriebe im Land von Fördermitteln in Höhe von rund 396 Millionen Euro.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus betont die Bedeutung der pünktlichen Zahlungen für die Betriebe: „Die fristgerechte Auszahlung der EU-Agrarfördermittel ist ein wichtiges Signal an unsere Landwirtinnen und Landwirte. Sie schafft Verlässlichkeit und Planungssicherheit – gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher und klimatischer Herausforderungen. Ich danke allen Betrieben, die sich mit ihrem Engagement für Umwelt-, Klima- und Artenschutz starkmachen.“

Zum Jahresende 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern Direktzahlungen der ersten GAP-Säule in Höhe von rund 309,6 Millionen Euro an fast alle Antragsteller ausgezahlt. Davon entfallen rund 199 Millionen Euro auf die „Einkommensgrundstützung für Nachhaltigkeit“. Weitere 91,1 Millionen Euro werden für freiwillige Umweltleistungen im Rahmen der Öko-Regelungen bereitgestellt, die insbesondere dem Umwelt-, Klima- und Wasserschutz dienen. Zusätzlich fließen 5,4 Millionen Euro in die gekoppelten Tierprämien.

Nach Planung der auszahlenden Bundeskasse werden die Mittel – abhängig von den Buchungszeiten der jeweiligen Empfängerbanken – ab dem 29. Dezember 2025 auf den Konten der Begünstigten wertgestellt.

Im Vergleich zum Vorjahr wurden bei der Einkommensgrundstützung aufgrund der Absenkung des Prämiensatzes um ca. fünf Euro pro Hektar rund acht Millionen Euro weniger ausgezahlt. Gleichzeitig konnten jedoch fast sechs Millionen Euro mehr über die Öko-Regelungen akquiriert werden. Insgesamt liegen die Direktzahlungen damit rund drei Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau.

Bereits zum 30. Juni 2025 erhielten die landwirtschaftlichen Betriebe zudem rund 86 Millionen Euro aus den Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen (AUKM) der zweiten GAP-Säule für das Verpflichtungsjahr 2024. Die Finanzierung erfolgte aus Mitteln der Europäischen Union, des Bundes und des Landes.

Die Auszahlung erfolgte in allen Fällen, in denen keine offenen, noch zu klärenden Sachverhalte vorlagen. Insgesamt wurden bis Ende Juni 2.132 Antragsteller mit 3.537 bewilligten Anträgen berücksichtigt. Besonders stark nachgefragt waren die Programme „Extensive Dauergrünlandbewirtschaftung“, „Ökologischer Landbau“ und „Vielfältige Kulturen“, auf die zusammen mehr als 85 Prozent der verausgabten Mittel entfielen.

Minister Backhaus würdigt das Engagement der Betriebe ausdrücklich: „Unsere Landwirtinnen und Landwirte leisten einen unverzichtbaren Beitrag für Klimaschutz, Artenvielfalt, sauberes Wasser und hochwertige Lebensmittel. Dass so viele Betriebe an den Agrarumweltprogrammen teilnehmen, zeigt, wie ernst sie diese Verantwortung nehmen.“

Neue Verkaufsstelle für Lewitzkarpfen eröffnet

Neuhof – Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus eröffnet heute (12 Uhr) gemeinsam mit dem Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, die neue Verkaufsstelle für Lewitzkarpfen in Neuhof. Betrieben wird sie von der Lewitz-Teichwirtschaft der Firma Lewitep, die künftig den regionalen Absatz von Karpfen und verarbeiteten Fischprodukten deutlich ausbauen möchte.

Mit der neuen Verkaufsstätte schafft das Unternehmen nicht nur eine moderne Möglichkeit der Direktvermarktung, sondern setzt ein wichtiges Zeichen für die Sicherung fischereiwirtschaftlicher Traditionen im Land, die in der Lewitz eine über 150-jährige Geschichte haben.

Minister Backhaus betont die Bedeutung des Projekts: „Die Lewitz ist eine einzigartige Kulturlandschaft – und die Karpfenteichwirtschaft gehört fest zu ihrer Geschichte. Ich freue mich daher sehr, dass wir mit der Firma Lewitep einen engagierten Partner haben, der diese Tradition fortführt und zugleich neue Wege in der Vermarktung geht. Der regionale Lewitzkarpfen ist ein hochwertiges Lebensmittel, das wir stärker ins Bewusstsein bringen wollen – nicht nur zu Weihnachten.“

Landrat Sternberg ergänzte: „Die Lewitzteiche sind ein Naturjuwel und gleichzeitig ein wertvoller Wirtschaftsraum. Mit der neuen Verkaufsstelle schaffen wir Sichtbarkeit für ein regionales Qualitätsprodukt – und stärken zugleich die regionale Wertschöpfung. Das ist ein Gewinn für Umwelt, Wirtschaft und für die Menschen in der Region.“

Lewitzteiche als historisch gewachsener Wirtschafts- und Naturraum

Die Karpfenteichwirtschaft in der Lewitz geht bis in die 1880er Jahre zurück. Über Jahrzehnte wurde das Teichsystem ausgebaut und diente der Versorgung der Region mit Fisch. Besonders zwischen 1978 und 1986 wurde die Teichwirtschaft umfassend modernisiert:
Auf rund 900 Hektar Teichfläche wurden Dämme, Bauwerke und Leitungen erneuert oder neu errichtet – eine Investition von damals 45 Millionen DDR-Mark.

Die intensive Bewirtschaftung schuf wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tierarten, darunter Wasservögel, Amphibien und Insekten. Heute zählt die Lewitz zu den bedeutendsten Natur- und Vogelschutzgebieten Mecklenburg-Vorpommerns.

Herausforderungen der letzten Jahrzehnte

Nach 1990 litt die Teichwirtschaft unter ausbleibenden Investitionen. Viele Anlagen wurden nur notdürftig instand gehalten. Der Dammbruch am Störkanal im Jahr 2021 verdeutlichte den erheblichen Sanierungsbedarf. Eine Studie des StALU weist heute auf einen Investitionsbedarf von rund 16,6 Millionen Euro hin.

Gleichzeitig haben naturschutzfachliche Anforderungen und zunehmende Prädatoren wie Kormoran, Fischotter oder Seeadler die Wirtschaftsbedingungen erschwert. Die klassische Karpfenhaltung ist inzwischen vielerorts wirtschaftlich nicht mehr tragfähig.

Neuausrichtung der Lewitzteiche

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Land einen neuen Ansatz:
Die Teichlandschaft soll so entwickelt werden, dass ihre naturschutzfachlichen Funktionen erhalten bleiben, während gleichzeitig in ausgewählten Bereichen weiterhin eine wirtschaftliche Nutzung möglich ist.

Für die fischereiliche Nutzung in der Lewitz bedeutet dies:

  • Bewirtschaftung von rund 150 Hektar ausgewählten Teichen,
  • einjähriger Karpfenumtrieb mit zugekauften zweisömmrigen Fischen,
  • Fischproduktion ausschließlich auf Basis natürlicher Nahrungsgrundlagen,
  • Investitionen nur in die Funktionssicherung der genutzten Teiche.

Lewitep investiert zudem rund 101.000 Euro in die neue Verarbeitungs- und Verkaufsstätte, gefördert mit 49 Prozent über EU- und Landesmittel.

Vermarktung und touristische Perspektiven

Die neue Verkaufstelle öffnet vor Weihnachten (22.12., 23.12.) und Silvester (29.12./30.12.). Perspektivisch soll die Vermarktung stärker mit dem touristischen Profil der Lewitz verknüpft werden, etwa durch Rad- und Wanderangebote oder Naturerlebnisformate.