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PISA 2025: Basiskompetenzen weiter stärken

Oldenburg: PISA bestätigt den eingeschlagenen Weg, Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Deutsch intensiver zu fördern

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Simone Oldenburg sieht die Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudie PISA 2025 als weiteren Beleg dafür, den in dieser Legislaturperiode eingeschlagenen Weg zur Stärkung der Basiskompetenzen und zur Verbesserung der Unterrichtsqualität weiter zu verfolgen. Deutschland erreicht im OECD-Bildungsvergleich in den Naturwissenschaften 486 Punkte, im Lesen 465 Punkte und in Mathematik 464 Punkte und liegt damit in allen drei Bereichen im OECD-Durchschnitt.

Die Studie zeigt, dass das Interesse an Naturwissenschaften zugenommen hat und international wieder im Durchschnitt liegt. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der Jugendlichen mit unzureichenden Basiskompetenzen deutschlandweit erhöht. Auffällig ist, dass etwa ein Viertel der Jugendlichen besonders niedrige Kompetenzen aufweist. Zugleich erreicht aber auch rund ein Viertel der Jugendlichen besonders hohe Kompetenzstufen. Deutlich wird, dass sich der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg besonders verstärkt hat.

Die PISA-Ergebnisse sind für Mecklenburg-Vorpommern vor allem als internationaler Referenzrahmen und als Impuls für die Weiterentwicklung der Bildungspolitik von Bedeutung. Da in der Regel wenige Schulen je Bundesland an der internationalen Studie teilnehmen, lassen sich aus PISA keine länderspezifischen Aussagen ableiten. Für die Bewertung der Situation in Mecklenburg-Vorpommern sind insbesondere der IQB-Bildungstrend und weitere landesbezogene Erhebungen aussagekräftiger. Sie ermöglichen einen Vergleich der Länder und machen spezifische Stärken sowie Entwicklungsbedarfe sichtbar.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass Bildung bereits bei den ganz Kleinen beginnt und dass die geplanten Kürzungen im Kita-Startchancen- und Qualitätsgesetzt um die Hälfte in Höhe von sieben Milliarden Euro bis 2034 nicht umgesetzt werden dürfen. Die PISA-Ergebnisse sind keine Momentaufnahme, die sich auf einzelne Maßnahmen oder einige Schuljahre zurückführen lässt. Sie machen Entwicklungen sichtbar, die sich über viele Jahre aufgebaut haben.

Zugleich sind sie ein klarer Handlungsauftrag, die Maßnahmen zur Stärkung der Basiskompetenzen konsequent weiter umzusetzen. Deshalb müssen auch bildungspolitische Antworten langfristig angelegt sein. Wir brauchen mehr Zeit zum Lernen, Üben und Festigen und eine gezielte Förderung der Schülerinnen und Schüler. Und diesen Weg gehen wir in Mecklenburg-Vorpommern: Wir verbessern Deutsch und Mathematik, fördern mit dem Leseband frühzeitig die Lesekompetenz, bauen die Sprachbildung aus und schaffen mehr Möglichkeiten für individuelle Förderung. Dabei geht es auch darum, Bildungschancen, unabhängig von der sozialen Herkunft, zu verbessern.

Entscheidend ist, dass wir diesen Kurs langfristig und verlässlich fortsetzen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Um bildungspolitische Entscheidungen noch stärker auf Grundlage verlässlicher Daten treffen zu können und Schulen bei pädagogischen Maßnahmen noch besser unterstützen zu können, haben wir in diesem Schuljahr zudem ein Pilotprojekt zur datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung gestartet. Durch eine gezielte Auswertung der Daten sollen der Unterricht und die individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen weiter verbessert werden.“

Folgende Maßnahmen hat das Land in den vergangenen Jahren auf den Weg gebracht und setzt damit bereits zentrale Empfehlungen des PISA-Teams um:

  • Veränderung der Stundentafel: Die Neugestaltung stärkt insbesondere Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache. In der Grundschule stehen zusätzliche Stunden für Sprache, Lesen und Grundrechenfertigkeiten zur Verfügung. An Regionalen Schulen und integrierten Gesamtschulen werden zusätzliche Stunden für individuelle Förderung, Differenzierung und Lernzeiten geschaffen. Flexible Stundenkontingente ermöglichen es den Schulen, eigene Schwerpunkte zu setzen und gezielt auf die Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler einzugehen.
  • Leseband an Grundschulen: An allen öffentlichen Grundschulen gibt es eine verbindliche tägliche Lesezeit von 20 Minuten in den Klassen 1 bis 4. Unterschiedliche Lesemethoden fördern Leseflüssigkeit, Wortschatz und Textverständnis.
  • Sprachbildung: Die landesweite Sprachbildungsstrategie wird schrittweise umgesetzt. Dazu gehören der Rahmenplan Sprachbildung, die Beteiligung am länderübergreifenden BiSS-Verbund sowie kontinuierliche Fort-, Aus- und Weiterbildungsangebote.
  • Naturwissenschaften und MINT: Mecklenburg-Vorpommern stärkt den naturwissenschaftlichen Unterricht durch die Wiedereinführung des Fachtags Naturwissenschaften, die Überarbeitung der Rahmenpläne und die Umsetzung der Landesstrategie „Mehr MINT wagen“. Zudem werden MINT-Profilschulen, Schulnetzwerke und außerschulische Lernorte unterstützt.
  • Mathematik: Mit der Beteiligung am KMK-Programm „QuaMath“, der Überarbeitung der Mathematik-Rahmenpläne und der Verankerung der Kompetenz „Mit Medien mathematisch arbeiten“ wird die Qualität des Mathematikunterrichts weiter gestärkt.
  • Hochbegabten- und Begabungsförderung: An vier Gymnasien werden Schülerinnen und Schüler in speziellen Hochbegabtenklassen gefördert. Ergänzend werden im Rahmen von „Leistung macht Schule“ (LemaS) wissenschaftlich fundierte Konzepte zur Begabungs- und Leistungsförderung in die Schulen übertragen.
  • Digitale Landesschule (DiLaS): Die Digitale Landesschule ermöglicht digitalen Vertretungsunterricht in verschiedenen Fächern und Jahrgangsstufen. Das Angebot umfasst synchrone und asynchrone Unterrichtsformate und wird schrittweise erweitert.

 „Wir müssen beides im Blick behalten: Schülerinnen und Schüler, die besondere Unterstützung benötigen, und diejenigen, die ihre Begabungen weiterentwickeln sollen. Gute Bildung bedeutet, niemanden zurückzulassen und gleichzeitig Leistungsspitzen zu fördern. Deshalb verbinden wir die Stärkung der Basiskompetenzen mit einer gezielten Begabungs- und Leistungsförderung und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Unterrichts“, so die Bildungsministerin.

„PISA zeigt uns, wo Deutschland insgesamt steht. Für Mecklenburg-Vorpommern schauen wir deshalb zusätzlich sehr genau auf unsere eigenen Daten, um zu erfahren, welche Maßnahmen besonders gut wirken oder wo wir nachsteuern müssen. Die Evaluation des Lesebands ist dafür ein gutes Beispiel: Sie zeigt eine positive Entwicklung der Lesekompetenz und gibt uns zugleich Hinweise darauf, wie wir die Förderung in unserem Bundesland weiter verbessern können.“

Auf Meistertour

Dr. Blank: „Unser Handwerk steht für Unternehmergeist und regionale Wertschöpfung“

Greifswald – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat am gestrigen Montag gemeinsam mit Vertretern der Hand­werkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern drei Handwerks­unternehmen in Vorpommern besucht. Stationen waren die HAB Hallen- und Anlagenbau GmbH in Wusterhusen, die Nordic Design Tischlerei GmbH in Hohendorf bei Wolgast sowie der Yachtausrüster Wendel & Rados GmbH & Co. KG in Greifswald.

„Das Handwerk ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und steht für Unternehmergeist und regionale Wertschöpfung. Gerade im ländlichen Raum sind die Betriebe Stabilitätsanker und Chancengeber. Sie schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze und prägen das gesellschaftliche Leben vor Ort. Die Unter­nehmen, die wir heute besuchen, zeigen, wie modern und innovativ das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern ist“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank.

Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpom­mern waren Ende 2025 insgesamt 12.096 Betriebe registriert. Rund 85.000 Menschen sind im Handwerk beschäftigt. Bei den Betriebsbesuchen ging es unter anderem um Fachkräfte­gewinnung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Wissen­stransfer, Energiekosten sowie die bürokratische Belastung der Unternehmen.

Dr. Blank: „Mecklenburg-Vorpommern hat sich erfolgreich für eine fairere Verteilung der Netzentgelte eingesetzt. Davon profitieren heute auch unsere Handwerksbetriebe. Jetzt muss der Bund den nächsten Schritt gehen. Die Energiekosten sind für viele Betriebe noch immer eine große Belastung.“ 

Bei der Nachwuchsgewinnung gibt es positive Signale: Bis Ende Juli wurden landesweit 1.425 neue Ausbildungsverträge im Handwerk geschlossen. Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern lag die Zahl rund sieben Prozent über dem Vorjahresniveau.

„Das ist eine tolle Entwicklung. Das Handwerk bietet beste berufliche Perspektiven und spannende Zukunftschancen. Wir wollen dazu beitragen, dass noch mehr junge Menschen diese Chancen kennenlernen“, sagte Blank.

Dazu unterstützt das Land freiwillige Schülerpraktika im Hand­werk mit 120 Euro pro Praktikumswoche für maximal drei Wochen im Jahr. „Ein Praktikum ist der beste Weg, einen Beruf wirklich kennenzulernen. Deshalb unterstützen wir junge Menschen dabei, Handwerk praktisch auszuprobieren – und die Betriebe dabei, ihren Nachwuchs von morgen zu gewin­nen“, so Blank.

Förderbescheide für Dierkow und Toitenwinkel

Rostock – Landesbauminister Christian Pegel hat heute in Rostock zwei Fördermittelbescheide an die Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität, Dr. Ute Fischer-Gäde, überreicht.

Für die Aufwertung des Grünraumes in der Hartmut-Colden-Straße im Fördergebiet Dierkow werden 145.000 Euro aus Städtebaufördermitteln von Bund und Land bereitgestellt. Die Anlage wurde in den 90er Jahren errichtet und wird durch die Anwohner intensiv genutzt. Mit der Neugestaltung wird die Aufwertung des öffentlichen Raums angestrebt, insbesondere sollen die Randbereiche gerodet, zwei Blumenwiesen angelegt sowie Frühblüher gepflanzt werden. Das bestehende Wegenetz bleibt erhalten, Bänke und Pergola werden instandgesetzt. Weiterhin werden fünf neue, insektenfreundliche Leuchten sowie Stahlpoller mit Schranke zum Schutz der Gehwege vor unerlaubtem Befahren eingebaut. Das vorhandene Klettergerüst bleibt bestehen.

Für die Modernisierung und Erweiterung der Sporthalle in der Pablo-Picasso-Straße in Toitenwinkel fließen 3,9 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Sporthalle wird bis auf Bodenplatte und Grundmauer entkernt und komplett erneuert. Die gesamte Anlagentechnik für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro wird entfernt und vollständig neu errichtet. Auf der nördlichen Seite kommt außerdem ein Funktionsanbau hinzu.

„Die Städtebauförderung ist ein wichtiges Instrument der Stadtentwicklung, von dem sowohl Kommunen als auch private Eigentümer und die gesamte Gesellschaft profitieren. Das zentrale Ziel ist, Städte an wirtschaftliche, ökologische und demografische Veränderungen anzupassen. Mit den Maßnahmen in Dierkow und Toitenwinkel werden sich die Verhältnisse vor Ort spürbar verbessern – wir schaffen eine neue Aufenthaltsqualität in Dierkow und unterstützen mit Hilfe der Europäischen Union den Sport mit einem faktischen Beinahe-Neubau der Sporthalle in Toitenwinkel. Ich bin davon überzeugt, dass damit ein Stück Lebensqualität in den Vierteln gewonnen wird“, so der Innenminister Christian Pegel.

„Viele wichtige Projekte der Stadtentwicklung könnten wir in Rostock ohne die Unterstützung von Land, Bund und Europäischer Union nicht oder zumindest nicht in diesem Umfang umsetzen. Deshalb sind wir für diese Förderung sehr dankbar“, unterstreicht Bausenatorin Dr. Ute Fischer-Gäde. „Die beiden Vorhaben zeigen sehr konkret, was mit dieser Unterstützung erreicht werden kann: In Dierkow entsteht ein attraktiverer öffentlicher Raum für die Menschen im Quartier, in Toitenwinkel wird die Sporthalle grundlegend modernisiert und fit für die Zukunft gemacht. Beides verbessert die Lebensbedingungen im Rostocker Nordosten sichtbar und spürbar.“

M-V zeigt 128 Stunden lang Herz

Schwerin – „Ein wahnsinniger Erfolg der zeigt, was für herausragende Rettungsorganisationen wir im Land haben und wie viele Menschen im Notfall bereit sind, als Lebensretter mitzuwirken.“ Mit diesen Worten gratuliert Sozialministerin Stefanie Drese dem Gemeinschaftsprojekt von NOFiAS e.V. und DRK-Kreisverband Schwerin e.V. zum neuen Weltrekord im Wiederbeleben. Seit Mittwoch wurde 128 Stunden nonstop durch Einzelpersonen und Teams aus Organisationen, Vereinen, Firmen oder Schulen eine Wiederbelebung simuliert.

„Damit konnte das ursprünglich bereits ambitionierte Ziel von 80 Stunden Wiederbelebung durch den Einsatz und unglaublichen Zuspruch vieler Hundert Menschen deutlich übertroffen werden“, so Drese. Bereits am Sonntag waren es mehr als 800 Menschen, die sich im Laufe des Rekordversuchs am an der Reanimationsaktion beteiligt haben. Darunter waren zahlreiche Mitglieder der Blaulichtfamilie, Beschäftigte aus Gesundheitsberufen, aber auch viele Menschen, die nicht beruflich mit Notfallversorgung zu tun haben. Einige von ihnen haben sogar eine Anreise von 30 Kilometern auf sich genommen.

„Ganz besonders hervorheben möchte ich die Freiwilligen Feuerwehren, die mit ihren Kameradinnen und Kameraden oftmals die Nachtstunden überbrückt haben. Und besonders engagiert waren auch die rund 250 Schülerinnen und Schüler des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums Schwerin aus dem Bereich Gesundheit und Sozialwesen, die trotz strömenden Regens in einem Flashmob auf die Aktion hingewiesen haben“, betonte Drese.

„Der große Zulauf unterstreicht, wie viele Menschen bereit sind, im Notfall zu helfen und Verantwortung zu übernehmen“, zeigte Drese sich beeindruckt. „Ich glaube wir brauchen noch viel mehr dieser niedrigschwelligen Möglichkeiten, um mit der Ersten Hilfe in Kontakt zu kommen. Denn die Hürde, für sich selbst einen Auffrischungskurs zu buchen, ist oftmals hoch. Aber wenn es die Chance gibt, das eigene Wissen in nur wenigen Minuten beim Einkaufsbummel zu reaktivieren, dann fällt das natürlich deutlich leichter. Und wer sich in den Handgriffen sicher fühlt, greift im Notfall dann auch viel eher ein“, zeigte sich die Ministerin sicher.

Sie dankte deshalb dem Verein NOFiAS und dem DRK Schwerin, für Idee und Begleitung des Weltrekordversuchs. „Sie haben über viele Tage hinweg auf die große Bedeutung der Ersten Hilfe aufmerksam gemacht und gezeigt, dass Wiederbelebung keine Angst machen muss. Herzlichen Glückwunsch zu diesem außergewöhnlichen Weltrekord und vor allem: Herzlichen Dank für 128 Stunden, in denen Schwerin Herz gezeigt hat“, so Drese abschließend.

Land fördert neue Bäckerei

Dr. Wolfgang Blank: „Wir stärken die regionale Wirtschaft“

Wolgast – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute in Wolgast einen Zuwendungsbescheid über rund 273.000 Euro für die BÄCKPOMM GmbH übergeben. Das Unternehmen errichtet in der Leeranzer Straße eine neue Betriebsstätte. Die Förderung erfolgt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

„Mit dieser Investition entsteht in Wolgast eine moderne Produktionsstätte, die zusätzliches Wachstum ermöglicht und gleichzeitig die regionale Wertschöpfung weiter stärkt. Besonders freut mich, dass hier vor Ort neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das zeigt: gezielte Investitionen in leistungsfähige Unternehmen sind Investitionen in die Entwicklung und Zukunft unserer Regionen“, so Minister Dr. Blank.

Die BÄCKPOMM GmbH ist aus der Bäckerei der Familienferienstätte Casa Familia in Zinnowitz hervorgegangen. Die Bäckerei beliefert inzwischen neben den Gästen von Ferienstätten auch regionale Verbrauchermärkte, Hotels und weitere Kunden in Mecklenburg-Vorpommern und über die Landesgrenzen hinaus. Mit der neuen Betriebsstätte sollen die Produktionskapazitäten erweitert und die Voraussetzungen für eine nachhaltige und effizientere Fertigung geschaffen werden. Geplant sind unter anderem der Erwerb und Umbau des Gebäudes, die Ausstattung mit moderner Produktions- und Kühltechnik sowie die Installation einer Photovoltaikanlage zur eigenen Energieversorgung. Zudem sollen neue Vertriebswege und Märkte erschlossen werden.

„Die Entwicklung von modernen und engagierten Unternehmen wie BÄCKPOMM zeigt, welches Potential in regionalen Produkten und handwerklicher Qualität steckt. Mit der Investition werden bestehende Strukturen weiterentwickelt, neue Arbeitsplätze geschaffen und die regionale Wirtschaft nachhaltig gestärkt. Dabei werden wir als Land auch in Zukunft tatkräftig unterstützen“, betonte Minister Dr. Blank.

Neben Investitionen in die regionale Wirtschaftsstruktur unterstützt das Land gemeinsam mit den Handwerkskammern die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern dabei, junge Menschen für das Handwerk zu gewinnen. 150 Euro pro Woche erhalten Schülerinnen und Schüler für freiwillige Schülerpraktika im Handwerk. „Allein in diesem Jahr haben konnten mehr als 320 Schülerinnen und Schüler von dem Programm profitieren und dabei praktische Einblicke in den Alltag von rund 300 regionalen Handwerksbetrieben erhalten. Das zeigt: die Handwerksprämie wirkt und eröffnet jungen Menschen neue berufliche Perspektiven“, so Minister Dr. Blank. So konnten laut Angabe der Kammern zum Start des neuen Ausbildungsjahres rund 1.000 neue Ausbildungsverträge geschlossen werden – ein Plus von 11,2 Prozent.

Ausbau der erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien: Kommunen beraten beim „Kommunalnetzwerk Ost“

Friedland – Wie kann der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien so gestaltet werden, dass Kommunen und Menschen vor Ort davon profitieren? Darüber tauschen sich heute Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen beim Kommunalnetzwerk Ost der Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern (LEKA MV) in Friedland aus.

„Mecklenburg-Vorpommern steht zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Entscheidend ist, dass der Ausbau klug gesteuert wird und die Menschen vor Ort davon profitieren. Die Erneuerbaren schaffen Wertschöpfung, Arbeitsplätze und neue wirtschaftliche Chancen in unserem Land. Das zeigen viele gute Beispiele“, sagte Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit.

Die große Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie ist längst ein entscheidender Standortfaktor für Mecklenburg-Vorpommern. Unternehmen wie Nordex produzieren hier Windenergieanlagen, hinzu kommen neue Großprojekte: In Rostock wurde der Auftrag für den Bau einer großen Konverterplattform vergeben. In Dummerstorf plant die Schwarz Gruppe Investitionen von mehreren Milliarden Euro für den Bau eines Rechenzentrums, das mit grünem Strom betrieben werden soll.

Die Modellregion Tollense zeigt beispielhaft, wie Kommunen und Unternehmen gemeinsam und landkreisübergreifend die Potenziale der erneuerbaren Energien für wirtschaftliche Entwicklung und regionale Wertschöpfung nutzen können.

„Diese Beispiele zeigen, welche wirtschaftlichen Chancen im Ausbau der Erneuerbaren liegen. Wir sorgen dafür, dass möglichst viel von dieser Wertschöpfung im Land bleibt. Dazu gehören gute Arbeitsplätze genauso wie konkrete Vorteile für die Kommunen und die Menschen“, so Jesse.

Dafür setzt das Land auf verschiedene Instrumente. Dazu gehören unter anderem die Beteiligung von Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern an Wind- und Solarprojekten, die Entwicklung grüner Gewerbegebiete sowie bessere Rahmenbedingungen für die Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort.

Mecklenburg-Vorpommern nimmt bei der finanziellen Beteiligung der Kommunen eine Vorreiterrolle ein. 2016 hat das Land als erstes Bundesland ein Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz eingeführt. Heute profitieren rund 200 Gemeinden von den Beteiligungsregelungen; die Zahlungsverpflichtungen belaufen sich auf rund 12,5 Millionen Euro jährlich. Mit der Novelle des Gesetzes wurden die Beteiligungsmöglichkeiten in diesem Jahr erweitert und erstmals auch Photovoltaik-Freiflächenanlagen einbezogen.

„Die Energie wird vor Ort produziert und die Menschen und Gemeinden vor Ort sollen davon profitieren. Deshalb ist der Austausch mit den Kommunen so wichtig. Im Kommunalnetzwerk können Erfahrungen geteilt, konkrete Lösungen diskutiert und erfolgreiche Beispiele weitergegeben werden.“

Auf dem Programm des Kommunalnetzwerks stehen unter anderem die neuen Beteiligungsmöglichkeiten, die Möglichkeiten für Gemeinden, eigene Flächen für Windenergie auszuweisen, sowie die Beratungsangebote der LEKA MV. Das heutige Treffen in Friedland ist die 14. Ausgabe des seit 2020 bestehenden Formats.

M-V und Schwarz Digits treiben digitale Souveränität voran

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern und Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, erweitern ihre Partnerschaft zur Digitalisierung der Landesverwaltung. Mit der Unterzeichnung von zwei Kooperationsvereinbarungen stellen die Partner die Weichen für eine gemeinsame hybride Cloud-Infrastruktur sowie einen einheitlichen digitalen Arbeitsplatz an Schulen auf Basis der Open-Source-Plattform openDesk.

Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Wir wollen Mecklenburg-Vorpommern digital souverän, sicher und zugleich leistungsfähig aufstellen. Dafür brauchen wir starke Partner und Lösungen, die sich an unseren Anforderungen orientieren. Schwarz Digits steht für souveräne, sichere und smarte Lösungen. Mir ist wichtig, dass digitale Lösungen wie die ‚MV-Cloud‘ immer auch für die kommunale Ebene sicher funktionieren. Das schaffen wir mit Schwarz Digits ebenso wie die Einrichtung eines digitalen Arbeitsplatzes für alle Lehrerinnen und Lehrer auf der Basis von openDesk.“

Bernie Wagner, CSO Schwarz Digits, sagt: „Mit der Erweiterung unserer Partnerschaft treiben das Land Mecklenburg-Vorpommern und Schwarz Digits die digitale Souveränität der Landesverwaltung konsequent voran. Damit schaffen wir eine resiliente und unabhängige IT-Infrastruktur. Unser gemeinsames Ziel ist es, einheitliche technische Standards zu etablieren und langfristig praxisnahe Lösungen bereitzustellen, die den Bürgerservice modernisieren und die Verwaltung maßgeblich entlasten.”

Hubert Ludwig, Geschäftsführer der DVZ M-V GmbH ergänzt: „Die Vereinbarung zeigt, wie sich unterschiedliche Kompetenzen sinnvoll verbinden lassen. Mit der ‚MV-Cloud‘, openDesk und den weiteren gemeinsamen Vorhaben geht es darum, moderne Technologien in konkrete Lösungen zu überführen. Dabei verbinden wir die Anforderungen und Erfahrungen aus der Verwaltung mit den technologischen Möglichkeiten von Schwarz Digits und den Leistungen der DVZ M-V GmbH. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass daraus langfristig nutzbare Lösungen für die Verwaltung, Schulen und für Kommunen entstehen.“

Mit der „MV-Cloud“ entsteht eine gemeinsame hybride Cloud-Infrastruktur für Land und Kommunen. Das System kombiniert die hohe Sicherheit einer Private Cloud mit der Flexibilität einer Public Cloud. Ziel ist es, einheitliche technische Standards zu etablieren, Doppelentwicklungen zu vermeiden und digitale Anwendungen langfristig unabhängig von einzelnen Anbietern zu betreiben.

Auf Basis von openDesk entsteht schrittweise ein zentraler digitaler Arbeitsplatz für rund 16.000 Lehrkräfte und Schulbeschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern. E-Mail, Kalender, Office-Anwendungen, Dateiablage und Werkzeuge zur gemeinsamen Dokumentenbearbeitung stehen den Beschäftigten künftig zentral und geräteunabhängig zur Verfügung.

Die Partnerschaft reicht über diese Vorhaben hinaus: Ein weiteres wichtiges gemeinsames Digitalprojekt ist die Digitale Baugenehmigung. Mecklenburg-Vorpommern hat das Online-Verfahren nach dem „Einer für alle“-Prinzip (EfA) für alle Länder entwickelt. Heute nutzen bereits 14 Länder die gemeinsame Lösung. Die Plattform soll künftig auf       STACKIT, dem Cloud-Anbieter von Schwarz Digits,  betrieben und von Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit den beteiligten Ländern weiterentwickelt werden. Damit entsteht eine sichere und leistungsfähige Grundlage für weitere digitale und KI-gestützte Anwendungen.

Dabei geht es nicht nur um die digitale Antragstellung. Mit dem Digitalen Assistenten werden Bürgerinnen und Bürger sowie Beschäftigte durch das Verfahren geführt. Rule Mapping bereitet baurechtliche Vorschriften maschinenlesbar auf und schafft damit die Grundlage für automatisierte Prüfungen. Mit SPARK, Open-Source KI-Modulen für die öffentliche Verwaltung, wird darüber hinaus der Einsatz agentischer KI für komplexere Prüfschritte vorbereitet. So wird aus einem digitalen Verwaltungsangebot Schritt für Schritt eine gemeinsame Plattform für moderne Baugenehmigungsverfahren.

Weiterhin beabsichtigt das Land, den KI-basierten Steuer-Assistenten „TaxBot MAXi“ einzusetzen. Der TaxBot wird im Auftrag des Landes Hessen auf STACKIT       betrieben. Er unterstützt die Beschäftigten insbesondere bei der fachspezifischen Analyse, Recherche und Erstellung von Dokumenteninhalten. Auch Übersetzungen gehören zu den vorgesehenen Einsatzmöglichkeiten.

Mecklenburg-Vorpommern und Schwarz Digits verknüpfen so den Aufbau unabhängiger IT-Infrastrukturen mit praxisnahen Lösungen, die die Verwaltung entlasten und den Bürgerservice modernisieren.

Rübenkampagne startet: „Die Zuckerrübe hat Zukunft in MV“

Anklam – Mit guten Aussichten startet Mecklenburg-Vorpommern in die Rübenkampagne 2026/27. Auf rund 26.400 Hektar wachsen in diesem Jahr Zuckerrüben. Ausreichende Feuchtigkeit sorgte im Frühjahr für gute Auflaufbedingungen, auch im weiteren Vegetationsverlauf war die Wasserversorgung weitgehend gesichert. Blattläuse und Blattkrankheiten traten deutlich schwächer auf als im Vorjahr. Insgesamt werden mittlere bis gute Erträge erwartet.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus sagte zum Kampagnenstart in Anklam: „Die Zuckerrübe gehört zu Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist eine wertvolle Kultur in unseren Fruchtfolgen und zugleich Grundlage einer regionalen Wertschöpfungskette vom Acker bis zur Verarbeitung. Die Bestände machen in diesem Jahr einen guten Eindruck. Das ist vor allem das Ergebnis der Arbeit unserer Rübenanbauer, die mit viel Erfahrung und Fachwissen dafür sorgen, dass in Anklam ein hochwertiger heimischer Rohstoff verarbeitet werden kann.“

Die Erwartungen folgen auf ein außergewöhnlich gutes Rübenjahr 2025. Damals wurden in Mecklenburg-Vorpommern auf 28.500 Hektar Zuckerrüben angebaut. Mit durchschnittlich 82,7 Tonnen je Hektar lagen die Erträge rund elf Prozent über dem langjährigen Mittel. Einzelne Betriebe erreichten sogar bis zu 100 Tonnen je Hektar.

In der vergangenen Kampagne wurden in Anklam insgesamt mehr als 1,8 Millionen Tonnen Zuckerrüben von 311 landwirtschaftlichen Betrieben zu Zucker und Nebenprodukten verarbeitet. Bei einem durchschnittlichen Zuckergehalt von 17,4 Prozent wurde ein Zuckerertrag von gut 14,4 Tonnen je Hektar erreicht. Die durchschnittliche Verarbeitungsleistung der Fabrik lag bei mehr als 13.500 Tonnen Rüben am Tag. In diesem Jahr sind wieder über 300 Landwirte beteiligt. Der Zuckerertrag pro Hektar könnte noch höher liegen als im vergangenem Jahr und erstmal die 15 Tonnen pro Hektar überschreiten.

„Diese Zahlen zeigen, wie leistungsfähig unsere Rübenwirtschaft ist. Aber hohe Erträge allein garantieren noch keine wirtschaftliche Sicherheit. Entscheidend ist, dass die gesamte Kette funktioniert: vom Anbau über den Transport bis zur Verarbeitung. Wir brauchen auch künftig heimische Rohstoffe und eine leistungsfähige Verarbeitung im eigenen Land. Regionale Wertschöpfung entsteht nur, wenn beides zusammenbleibt“, betonte Backhaus.

Anklam verbindet Landwirtschaft und Verarbeitung

Die Zuckerfabrik Anklam ist der zentrale Verarbeitungsstandort für Zuckerrüben in Mecklenburg-Vorpommern und blickt auf eine mehr als 140-jährige Geschichte zurück. Bereits 1883 startete hier die erste Rübenkampagne. Der Standort wurde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Seit 2008 wird zusätzlich Bioethanol erzeugt, seit 2013 werden Reststoffe in einer Biogasanlage zu Biomethan verarbeitet.

Auch vor der diesjährigen Kampagne wurde weiter modernisiert. Rund vier Millionen Euro investierte das Unternehmen in die Erneuerung und Erweiterung des zweiten Teils der Rübenwäsche. Bereits im vergangenen Jahr war die Endwäsche erneuert worden. Mit dem zweiten Bauabschnitt wird das Gesamtprojekt zum Start der Kampagne 2026 abgeschlossen.

Backhaus: „Die Zuckerrübe steht beispielhaft dafür, was wir unter regionaler Wertschöpfung verstehen: Der Rohstoff wächst auf unseren Feldern, wird hier verarbeitet und selbst Nebenprodukte werden weiter genutzt. Genau solche Kreisläufe wollen wir im Land erhalten und weiterentwickeln. Dafür brauchen Landwirtschaft und Verarbeitung wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.“

Weniger Fahrten durch höhere Zuladung prüfen

Ein Ansatzpunkt dafür ist die Transportlogistik. Zuckerrüben müssen während weniger Kampagnenmonate in großen Mengen von den landwirtschaftlichen Betrieben zur Verarbeitung nach Anklam gebracht werden. Mecklenburg-Vorpommern prüft deshalb gemeinsam mit dem zuständigen Wirtschaftsministerium, ob und unter welchen Voraussetzungen künftig ein Pilotprojekt mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 44 statt bislang 40 Tonnen möglich sein könnte.

Nach vorliegenden Berechnungen könnte eine höhere Zuladung die Zahl der notwendigen Transporte deutlich reduzieren. Für eine Kampagne wird ein Potenzial von rund 11.500 Lkw-Touren und etwa 1,5 Millionen gefahrenen Kilometern weniger gesehen.

Ein vergleichbares Pilotprojekt ist im August 2026 in Sachsen-Anhalt gestartet. Dort dürfen Transporte auf einer rund 30 Kilometer langen Strecke zwischen Alsleben und Eisleben mit einem Gesamtgewicht von bis zu 44 Tonnen durchgeführt werden. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Die Ausgangslage in Mecklenburg-Vorpommern ist allerdings komplexer, weil hier zahlreiche Strecken mit teilweise deutlich größeren Entfernungen betroffen wären. Ob ein entsprechendes Modell rechtlich und praktisch umgesetzt werden kann, ist deshalb noch offen.

„Wenn wir dieselbe Menge Rüben mit weniger Lkw-Fahrten zur Fabrik bringen können, sollten wir uns diese Möglichkeit genau anschauen. Vier Tonnen mehr Zuladung könnten Transporte effizienter machen, Kosten reduzieren und gleichzeitig Verkehr und CO₂ vermeiden. Noch ist nichts entschieden. Aber ich halte es für richtig, gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium sorgfältig zu prüfen, ob und wie ein solches Modell auch bei uns funktionieren kann“, so Backhaus.