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Waldbrand Müritz: Land investiert – Bund muss handeln

Dalmsdorf – Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark hat sich aufgrund der anhaltenden Trockenheit und des böigen Windes weiter ausgebreitet. Aktuell sind rund 320 Hektar Waldfläche betroffen. Die Lage bleibt dynamisch. Der Brand ist weiterhin nicht unter Kontrolle.

Sicherheit der Bevölkerung hat oberste Priorität

„Mein erster Dank gilt allen Einsatzkräften, die seit Tagen unter schwierigsten Bedingungen Außergewöhnliches leisten. Feuerwehr, Nationalparkverwaltung, Landesforstanstalt, Landkreis, Polizei, THW, Bundeswehr und viele weitere Beteiligte arbeiten Hand in Hand, um Menschen zu schützen und den Brand einzudämmen. Dafür verdienen sie unseren größten Respekt“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Forstminister Dr. Till Backhaus heute bei einem Vor-Ort-Termin in Dalmsdorf.

Der starke Wind hatte die Ausbreitung des Feuers erheblich beschleunigt. Die Flammen breiten sich derzeit vor allem nach Süden und Osten aus. Die vorsorgliche Evakuierung des Ortsteils Granzin sei deshalb richtig und notwendig gewesen. Krienke sei derzeit nicht betroffen.

„Der Schutz der Bevölkerung und der Einsatzkräfte hat für uns oberste Priorität. Solange die Lage dynamisch bleibt, werden wir alle notwendigen Maßnahmen treffen, um Gefahren frühzeitig abzuwenden“, betonte Backhaus.

Landkreis: Langwieriger Einsatz – Bundeswehr unterstützt aus der Luft

Der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller, bezeichnete die Lage weiterhin als sehr anspruchsvoll. Am Morgen habe es auf der Brandfläche eine schwere Detonation gegeben, die nach ersten Erkenntnissen auf panzerbrechende Munition der Kategorie 4 zurückzuführen sei. Aufgrund der Munitionsbelastung könne das Gebiet weiterhin nicht betreten werden, was die Löscharbeiten erheblich erschwere.

„Wir haben deshalb Amtshilfe bei der Bundeswehr angefordert. Drei Hubschrauber, zwei davon mit jeweils 5.000-Liter-Löschwasserbehältern werden den Einsatz unterstützen und die Brandflächen gezielt benässen. Da große Teile des Gebietes nicht betreten werden können, müssen wir uns auf einen langwierigen Einsatz einstellen“, sagte Müller.

Der Landrat dankte zugleich der Bevölkerung für ihr Verständnis. Die Evakuierung der Ortslage Granzin sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Derzeit seien keine Wohnhäuser unmittelbar gefährdet. Gleichzeitig hob Müller die große Solidarität hervor: Auch die anderen Landkreise Mecklenburg-Vorpommerns unterstützen vor Ort. Rund 80 Prozent der Einsatzkräfte engagieren sich ehrenamtlich.

Über 100 Millionen Euro für Waldbrand- und Katastrophenschutz

Backhaus machte deutlich, dass Mecklenburg-Vorpommern den Waldbrand- und Katastrophenschutz in den vergangenen Jahren konsequent gestärkt habe. Rund 100 Millionen Euro haben das Landwirtschafts- und das Innenministerium gemeinsam in den Ausbau der Waldbrandvorsorge, der Feuerwehren und der Löschwasserinfrastruktur investiert.

Allein das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt stellte dafür mehr als 50 Millionen Euro bereit. Dazu gehören unter anderem:

  • 3 Millionen Euro aus dem ELER-Programm für Waldbrandzentrale, Wundstreifen und Löschwasserentnahmestellen,
  • 2,5 Millionen Euro für das Projekt THOR, mit dem neue Standards für den Einsatz auf munitionsbelasteten Flächen sowie moderne Spezialtechnik entwickelt wurden,
  • jährlich rund 1,5 Millionen Euro der Landesforstanstalt für vorbeugenden Waldbrandschutz,
  • 3,8 Millionen Euro aus dem Programm „Löschwasser marsch“,
  • 2,2 Millionen Euro für Löschwasserentnahmestellen im Rahmen der ILERL M-V, wodurch kommunale Investitionen von rund 6 Millionen Euro ausgelöst wurden,
  • 24,5 Millionen Euro für Dorfgemeinschaftshäuser mit Feuerwehrnutzung mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 67,6 Millionen Euro,
  • sowie bereits 5,5 Millionen Euro bewilligte Fördermittel nach der neuen Förderrichtlinie Integrierte Ländliche Entwicklung für weitere Löschwasserentnahmestellen mit Gesamtinvestitionen von 14,6 Millionen Euro

Hinzu kommen die Investitionen des Innenministeriums: Über das 50-Millionen-Euro-Sondervermögen „Zukunftsfähige Feuerwehr“ wurden zwischen 2021 und 2025 insgesamt 310 Feuerwehrfahrzeuge beschafft, darunter 265 Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Wassertank, 11 Tanklöschfahrzeuge für den Waldbrandeinsatz sowie 17 Tanklöschfahrzeuge TLF 3000.

Die Waldbrandzentrale Mirow überwacht heute mit 24 Kamerastandorten rund 332.000 Hektar Wald – mehr als die Hälfte der Waldfläche Mecklenburg-Vorpommerns. Ergänzt wird dies durch jährlich durchschnittlich 435 Kilometer Waldbrandwundstreifen, den Ausbau von Rettungswegen sowie 32 neue Löschwasserentnahmestellen.

„Diese Investitionen zahlen sich jetzt aus. Sie erhöhen die Sicherheit unserer Einsatzkräfte und verbessern unsere Möglichkeiten, Brände auch unter extremen Bedingungen wirksam zu bekämpfen“, sagte Backhaus.

Klimawandel erhöht das Risiko großer Waldbrände

Mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre machte der Minister deutlich, dass sich der Waldbrandschutz an veränderte klimatische Bedingungen anpassen müsse.

Während bis Mitte Juli dieses Jahres landesweit 29 Waldbrände registriert wurden, übersteigt allein der aktuelle Brand im Müritz-Nationalpark mit 320 Hektar bereits die bislang im gesamten Jahr 2026 erfasste Waldbrandfläche deutlich.

„Nicht jeder Sommer bringt mehr Waldbrände. Aber wir erleben zunehmend Großschadenslagen, bei denen sich Brände unter Trockenheit und starkem Wind innerhalb weniger Stunden massiv ausbreiten können. Darauf müssen wir unseren Waldbrandschutz konsequent ausrichten.“

Munitionsbelastung erschwert die Brandbekämpfung

Besonders erschwert wird der Einsatz durch die Munitionsbelastung ehemaliger Truppenübungsplätze. Nach Angaben des Munitionsbergungsdienstes gelten in Mecklenburg-Vorpommern rund 60.000 Hektar Wald – etwa zehn Prozent der gesamten Waldfläche – als munitionsbelastet. Davon entfallen rund 28.400 Hektar auf die höchste Gefährdungskategorie 4. Auf diesen Flächen sind Eingriffe in den Boden grundsätzlich untersagt. Waldumbau, forstliche Arbeiten und Löscheinsätze sind deshalb nur unter erheblichen Einschränkungen möglich. Über den Einsatz von Personal und Technik entscheidet dort ausschließlich die jeweilige Feuerwehreinsatzleitung.

Rund 10.000 Hektar dieser besonders belasteten Flächen befinden sich auf ehemaligen Bundesliegenschaften. Für diese Flächen hat der Bund die Verantwortung für die Munitionsberäumung übernommen. Dennoch konnten nach Angaben des Munitionsbergungsdienstes im Jahr 2024 lediglich 143 Hektar Wald von Munition beräumt werden.

„Der aktuelle Einsatz macht erneut deutlich, welche Folgen die Munitionsaltlasten aus dem Zweiten Weltkrieg und der Zeit des Kalten Krieges bis heute haben. Sie gefährden die Einsatzkräfte und erschweren die Brandbekämpfung erheblich. Deshalb erneuere ich meine Forderung an den Bund, die Bergung und Beseitigung dieser Altlasten deutlich zu beschleunigen. Das ist keine Aufgabe einzelner Länder, sondern eine nationale Verantwortung, die dauerhaft finanziert und entschlossen umgesetzt werden muss.“

Nationalpark: Natur wird sich erholen

Der Leiter des Müritz-Nationalparks, Ulf Zimmermann, erläuterte die aktuelle Lage aus Sicht der Nationalparkverwaltung. Derzeit wehe der Wind aus Nordost, sodass sich das Feuer aktuell vor allem nach Süden und Osten ausbreite.

„Solange die Windverhältnisse stabil bleiben und keine starken Böen auftreten, verbessert das unsere Einsatzmöglichkeiten. Problematisch wird es immer dann, wenn böiger Wind Funkenflug verursacht und neue Brandherde entstehen“, erklärte Zimmermann.

Mit Blick auf die ökologischen Folgen zeigte sich der Nationalparkleiter zuversichtlich. „Vor rund 30 Jahren war das Gebiet aufgrund seiner militärischen Nutzung nahezu vegetationsfrei. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt, welche Regenerationskraft die Natur besitzt. Jetzt gilt es zunächst, Menschen und Siedlungen zu schützen. Über die ökologischen Folgen werden wir nach Abschluss des Einsatzes eine fundierte Bewertung vornehmen.“

Zimmermann verwies zudem darauf, dass Nationalparkverwaltung, Landkreis, Katastrophenschutz und Feuerwehren im vergangenen Jahr gemeinsam einen umfassend aktualisierten Sondereinsatzplan für munitionsbelastete Flächen erarbeitet haben. Die darin enthaltenen Waldbrandeinsatzkarten hätten sich bereits im laufenden Einsatz bewährt und wesentlich zu einer sicheren Koordination der Brandbekämpfung beigetragen. Weitere Maßnahmen sollen in den kommenden Monaten umgesetzt werden und den Waldbrandschutz im Müritz-Nationalpark weiter verbessern.

Zur Brandursache können derzeit noch keine gesicherten Aussagen getroffen werden. Sie ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Nach derzeitigem Stand kann weder menschliches Handeln noch eine Selbstentzündung ausgeschlossen werden.

Schwesig: Frau Prien sollte ihre unsozialen Pläne fallen lassen

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute falsche Aussagen von Bundesbildungsministerin Karin Prien aus einem Interview mit dem ARD-Hauptstadtstudio zurückgewiesen.

„Die Behauptung von Frau Prien, dass es eine gemeinsame Entscheidung der Bundesregierung und aller 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten gibt, den Unterhaltsvorschuss einzuschränken, ist falsch. Ich habe in der MPK am 25. Juni sehr deutlich gemacht, dass Mecklenburg-Vorpommern eine Absenkung der Altersgrenze beim Unterhaltsvorschuss ablehnt.

Das haben wir auch schriftlich im Beschluss mit der Protokollerklärung festgehalten. Auch Bremen hat seine Ablehnung per Protokollerklärung erklärt. Das weiß Frau Prien auch. Dazu gab es eine längere Diskussion. Deshalb kann sich Frau Prien nicht hinter angeblichen gemeinsamen Beschlüssen verstecken“, erklärte die Ministerpräsidentin.

„Die jüngsten Äußerungen des Bundeskanzlers und der Bundesfamilienministerin zeigen für mich, dass sie die Lebenssituation von Alleinerziehenden und ihren Kindern nicht verstanden haben. Viele Alleinerziehende arbeiten bereits und sind trotzdem auf den Unterhaltsvorschuss angewiesen“, reagierte Schwesig auf die gestrigen Aussagen des Bundeskanzlers zum Unterhaltsvorschuss in der Bundespressekonferenz.

„Wir haben in meiner Zeit als Bundesfamilienministerin die Altersgrenze auf 18 angehoben, weil wir kein Kind ohne Unterstützung lassen wollten. Das bleibt richtig.“ Die Kritik an den Plänen der Bundesregierung wachse. „Es ist an der Zeit, dass die Bundesfamilienministerin ihre unsozialen Pläne fallen lässt.

Denn es ist falsch, ausgerechnet bei den Familien zu kürzen, die es ohnehin besonders schwer haben. Stattdessen sollte die Bundesregierung Wege entwickeln, um die säumigen Väter und vereinzelt auch Mütter stärker zur finanziellen Verantwortung zu ziehen.“

Staatsanwaltschaften in M-V werden kräftig unterstützt

Justizministerin Jacqueline Bernhardt: „Nach 20 Einstellungen sind bis zu 16 weitere geplant, der Großteil für die Staatsanwaltschaften.“

Schwerin – „Die Staatsanwaltschaften und Gerichte in Mecklenburg-Vorpommern sollen in diesem Jahr weitere Unterstützung bekommen. Wir haben bereits im ersten Halbjahr 19 Proberichterinnen und Proberichter sowie einen Richter kraft Auftrags eingestellt. Nun sollen weitere 16 Einstellungen folgen. Davon werden voraussichtlich neun Proberichterinnen und Proberichter die Staatsanwaltschaften verstärken.

Sieben Proberichterinnen und Proberichter sollen die Gerichte unterstützen.  Damit schließen wir fast an das Rekordeinstellungsergebnis vom letzten Jahr an. Wir setzen alles daran, dass der demografische Wandel für die Justiz abgefedert wird. Die vergangenen beiden Jahre waren die einstellungsreichsten Jahre seit der Jahrtausendwende“, erklärt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt.

Knapp 70 Prozent aller Neueinzustellenden haben ihre zweite juristische Staatsprüfung in Mecklenburg-Vorpommern absolviert. Rund die Hälfte von ihnen stammt aus Mecklenburg-Vorpommern. Justizministerin Jacqueline Bernhardt: „Daran ist zu abzulesen, wer einmal einen Bezugspunkt zu Mecklenburg-Vorpommern hat, erkennt auch die Vorzüge und sieht es als Land zum Leben an. Die Justiz ist eine attraktive Arbeitgeberin“, so Ministerin Jacqueline Bernhardt.

„Jetzt setze ich auch auf den Pakt für den Rechtsstaat. Damit hat der Bund versprochen, die Anschubfinanzierung für weitere Stellen in der Justiz Mecklenburg-Vorpommern zu übernehmen. Das ist ein wichtiges Zeichen, das unsere Bemühungen krönt. Aufgrund des zunehmenden demografischen Wandels haben wir allein seit 2021 mehr als 140 Proberichterinnen und Proberichter eingestellt. Wir haben in dieser Legislatur alles darangesetzt, die Justiz zu verstärken, damit sie bürgernah und effizient arbeiten kann“, versichert Justizministerin Jacqueline Bernhardt.

Bildungsministerium informiert über Risiken von Online-Challenges

Oldenburg: Aufklärung und Vertrauen sind der beste Schutz vor gefährlichen Online-Trends

Schwerin – Gefährliche Online-Challenges wie die sogenannte „Blackout-Challenge“ verbreiten sich immer wieder über soziale Medien und können insbesondere Kinder und Jugendliche dazu verleiten, riskante Mutproben nachzuahmen. Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern informiert deshalb die öffentlichen Schulen im Land über die Risiken solcher Challenges und sensibilisiert zugleich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern für das Thema.

„Kinder und Jugendliche bewegen sich selbstverständlich in digitalen Räumen. Umso wichtiger ist es, dass sie dabei von Erwachsenen begleitet werden. Ich möchte Eltern ermutigen, mit ihren Kindern regelmäßig über Inhalte zu sprechen, die ihnen in sozialen Netzwerken begegnen – auch über sogenannte Challenges oder Mutproben. Ein offenes Gespräch kann dabei helfen, Risiken besser einzuordnen und Kinder darin zu stärken, gefährliche Trends kritisch zu hinterfragen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Bei der sogenannten „Blackout Challenge“ handelt es sich um eine lebensgefährliche Mutprobe, die erhebliche gesundheitliche Folgen haben oder gar zum Tod führen kann. Solche Mutproben verbreiten sich häufig über soziale Medien und können Kinder und Jugendliche dazu verleiten, sie nachzuahmen.

Wenn Eltern unsicher sind, wie sie das Thema der gefährlichen Online-Challenges mit ihren Kindern besprechen können, oder wenn das Thema bei Schülerinnen und Schülern Sorgen hervorruft, finden sie beim Zentralen Fachbereich für Diagnostik und Schulpsychologie (ZDS) kompetente Beratung und Unterstützung.

Gemeinsame Aufarbeitung der Abiturergebnisse

Bildungsausschuss befasst sich mit hoher Durchfallquote am Gymnasium in Hagenow

Schwerin – In einer Sondersitzung am 15. Juli befasste sich der Bildungsausschuss des Landtages mit der hohen Durchfallquote am Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow. „Alle Beteiligten, darunter die Schülervertretung und der Schulelternrat des Gymnasiums, arbeiten gemeinsam an der Aufarbeitung der Abiturergebnisse und sind als Expertinnen und Experten zur Sitzung des Bildungsausschusses eingeladen”, sagt Bildungsministerin Simone Oldenburg.

„Es ist wichtig, die Ursachen dafür, dass am Robert-Stock-Gymnasium ungewöhnlich viele Schülerinnen und Schüler die Abiturprüfungen nicht bestanden haben, schnell zu ergründen. Das Staatliche Schulamt Schwerin hat deshalb unmittelbar nach Bekanntwerden der hohen Durchfallquote mit der Analyse begonnen. Dafür wird ein standardisiertes Prüfverfahren genutzt. Besonders wichtig ist mir, dass der Schulelternrat und die Schülervertretung eng in den Prozess eingebunden sind. Ein offener Austausch zwischen Lehrkräften, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern stärkt ein konstruktives und vertrauenswürdiges Miteinander.“

Die interne Evaluation, welche direkt nach Bekanntwerden der Ergebnisse begonnen hat, umfasst verschiedene Bereiche der schulischen Arbeit. Die Lehrkräfte werden insbesondere über die Fachkonferenzen sowie zu pädagogischen Fragestellungen einbezogen. Das Staatliche Schulamt prüft unter anderem, ob die entsprechenden Verfahrensabläufe eingehalten wurden, und betrachtet organisatorische Aspekte. Zusammen mit der Schulleitung werden zudem Fragen der Planung, Dokumentation, Protokollierung und Information ausgewertet.

Ergänzend dazu wird eine externe Evaluation durchgeführt. Diese wird von einem besonders geschulten Evaluationsteam des Instituts für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V) übernommen. Beteiligt sind außerdem das Staatliche Schulamt und eine weitere Schulleitung. Im Rahmen eines etablierten Befragungs- und Analyseverfahrens werden Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte einbezogen. Auf dieser Grundlage erstellt das IQ M-V einen Evaluationsbericht. Daraus werden konkrete Maßnahmen für die weitere Schul- und Qualitätsentwicklung abgeleitet.

Anschließend werden die Ergebnisse, die voraussichtlich Ende Oktober vorliegen, der internen und externen Evaluation gemeinsam von der Schule, dem Staatlichen Schulamt und den weiteren beteiligten Stellen ausgewertet. Auf dieser Grundlage werden konkrete Maßnahmen vereinbart und im weiteren Schulentwicklungsprozess umgesetzt.

Startchancen-Programm: gezielte Unterstützung für Schulen

Zwei Jahre nach Start: Schulen nutzen zusätzliche Möglichkeiten für mehr Bildungschancen

Schwerin – Mit dem Startchancen-Programm stärkt Mecklenburg-Vorpommern 72 Schulen, die unter besonders herausfordernden Bedingungen arbeiten. Zwei Jahre nach dem Programmstart zieht Bildungsministerin Simone Oldenburg eine erste Bilanz. „Noch immer hängt in Deutschland der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen stark vom sozialen Umfeld ab. Mit dem Startchancen-Programm investieren Bund und Länder gemeinsam in mehr Bildungsgerechtigkeit. Das Programm ist weit mehr als ein Förderprogramm. Es eröffnet Schulen die Möglichkeit, ihre besonderen Aufgaben in den Blick zu nehmen und Lösungen für ihre Schülerinnen und Schüler zu entwickeln“, sagte die Ministerin.

Seit dem Start hat Mecklenburg-Vorpommern die Umsetzung des Programms gemeinsam mit Schulen, Schulträgern und weiteren Partnern aufgebaut. Zielvereinbarungen, Beratungs- und Begleitangebote sowie landesweite Netzwerke schaffen die Grundlage dafür, dass Schulen die zusätzlichen Möglichkeiten passgenau für ihre Schülerinnen und Schüler nutzen können. Die Erfahrungen aus der ersten Umsetzungsphase fließen bereits in die weitere Entwicklung des Programms ein.

Auf dieser Grundlage entscheiden die Schulen selbst, welche Schwerpunkte sie setzen. Sie kennen die lokalen Gegebenheiten am besten und entwickeln daraus maßgeschneiderte Angebote für ihre Schülerinnen und Schüler. So entstehen neue Förderangebote, moderne Lernorte, zusätzliche Unterstützung durch multiprofessionelle Teams und Projekte, die Bildungsübergänge begleiten – von der Kita in die Grundschule bis zum Übergang in Ausbildung und Beruf. „Mit dem Startchancen-Programm stärken wir die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in Deutsch und Mathematik sowie im sozial-emotionalen Bereich. Die Schulen zeigen dabei, wie vielfältig eine gute Förderung aussehen kann“, sagte Simone Oldenburg.

Wie unterschiedlich die Schulen das Startchancenprogramm mit Leben füllen, zeigen zwei Beispiele aus Mecklenburg-Vorpommern:

Grundschule Ost „Hans Christian Andersen“ Europaschule, Neubrandenburg: Leseförderung gezielt stärken

Die Grundschule Ost setzt einen Schwerpunkt auf die Stärkung der Lesekompetenz. Dafür werden verschiedene Angebote miteinander verbunden:

  • Lesepatinnen und Lesepaten sowie studentische Fachkräfte unterstützen Schülerinnen und Schüler bei individuellen Förderangeboten.
  • Die Lernverlaufsdiagnostik „Quop“ wird eingesetzt, um die Entwicklung der Lesekompetenz sichtbar zu machen und Fördermaßnahmen gezielt anzupassen. Lehrkräfte werden für die Nutzung von „Quop“ fortgebildet.
  • Die Lern-App „Lernmax“ unterstützt eine stärkere Differenzierung im Unterricht.
  • Die Schulbibliothek wird mit neuen, kindgerechten und interessenorientierten Büchern weiterentwickelt und unter anderem als Lernort für die Leseförderung genutzt.
  • Mit „Lernen durch Engagement“ und „Ein Quadratkilometer Bildung“ werden Bildungsübergänge begleitet und Kooperationen im Sozialraum gestärkt.

Regionale Schule mit Grundschule „bernsteinSchule“, Ribnitz-Damgarten: Schul- und Unterrichtsentwicklung gezielt weiterentwickeln

Die „bernsteinSchule“ nutzt das Startchancen-Programm, um ihre Schul- und Unterrichtskultur weiter zu entwickeln und die basalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken:

  • Die Schule entwickelt ihr Qualitätsmanagement weiter und baut eine datenbasierte Schulentwicklung auf.
  • Eine Lernverlaufsdiagnostik hilft dabei, Lernstände frühzeitig zu erkennen und Förderangebote gezielter auszurichten.
  • Eine externe Schulentwicklungsbegleitung unterstützt den Entwicklungsprozess.
  • Unterrichtsbegleitungen, Hospitationen und Praxisaustausch fördern die gemeinsame Weiterentwicklung des Kollegiums.
  • Investitionen in die Lernumgebung werden aus den pädagogischen Zielen und den konkreten Anforderungen der Schule abgeleitet.

Die Erfahrungen aus den Schulen werden landesweit gesammelt, ausgewertet und weiterentwickelt. Zu diesem Zweck wurden sechs thematische Netzwerke zu den Bereichen Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik, überfachliches Lernen, datengestützte Qualitätsentwicklung, berufliche Orientierung und multiprofessionelle Zusammenarbeit aufgebaut.  Ziel ist es, erfolgreiche Ansätze sichtbar zu machen und voneinander zu lernen. „Die Umsetzung des Programms lebt vom Austausch und der Zusammenarbeit aller Beteiligten. Gute Ideen sollen nicht an einzelnen Schulen bleiben, sondern möglichst vielen Schülerinnen und Schülern zugutekommen“, sagte Oldenburg.

Die Auswahl der 72 Startchancen-Schulen erfolgte auf Grundlage wissenschaftlicher Kriterien, die Bund und Länder gemeinsam vereinbart haben. Berücksichtigt wurden unter anderem der Anteil von Schülerinnen und Schülern aus einkommensarmen Familien, mit Migrationshintergrund sowie weitere Indikatoren für besondere pädagogische Herausforderungen. Die teilnehmenden Schulen besuchen rund zwölf Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Startchancen-Programm läuft über zehn Jahre. Ziel ist es, Bildungschancen zu verbessern, Basiskompetenzen zu stärken und Schulen nachhaltig in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Disco-Bus in Wismar: Drese freut sich über Interesse aus Berlin

Wismar – Staatsministerin Elisabeth Kaiser, Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, hat im Rahmen ihrer Pressereise heute den Disco-Bus in Wismar besucht. Sozialministerien Stefanie Drese, die vergangenes Jahr selbst bei der Eröffnung des mit Landesmitteln geförderten Busses dabei war, freute sich über die Wertschätzung und betonte: „Wir brauchen Räume, an denen auch junge Menschen sich entfalten können, gerade auch in ländlicheren Regionen. Der Disco-Bus ist dafür eine kreative und praktikable Idee, sagte Drese

So funktioniere das Angebot nach dem Motto „Komme ich nicht zur Disco, kommt die Disco zu mir.“ Dafür ist der gut 12 Meter lange ehemalige Linienbus mit einer rund fünf mal zweieinhalb Meter großen Tanzfläche, einer Licht- und Musikanlage sowie einen DJ-Stand ausgestattet. „Abends einfach Mal Musik mit Freunden genießen und ausgelassen zu tanzen gehört zum Erwachsenwerden einfach dazu. Aber ohne Führerschein, ohne Auto oder ohne öffentliche Verkehrsmittel mit Spätfahrplan kann das in vielen Ecken von MV schon mal schwierig werden“, so die Ministerin.

Sie bezeichnete das Projekt, das vom Verein Mobiler Jugendklub e.V. getragen wird, deshalb als eine besonders lebensnahe Lösung für Flächenländer. „Das zeigt zugleich auch, wie wir mit unseren geografischen Herausforderungen umgehen und ist sicherlich auch für die Ostbeauftragte ein spannender Einblick mit Potential für die anderen Ostländer“, unterstrich Drese.

Das Land habe deshalb auch Mittel in Höhe von 50.000 Euro aus dem Bürgerfonds des Landes für den vom Verein umgesetzten Ausbau des Disco-Busses zur Verfügung gestellt. „Aus meiner Sicht gut angelegtes Geld das dafür sorgt, dass die Disco auf Rädern nun in Wismar und in den umliegenden Dörfern für gute Stimmung sorgen kann.“

Betrügerische E-Mails im Namen des Finanzamtes im Umlauf

Schwerin – Derzeit erhalten mehrere Unternehmen betrügerische E-Mails, die den Eindruck erwecken, von einem Finanzamt in Mecklenburg-Vorpommern zu stammen. In den E-Mails wird eine Außenprüfung nach § 193 der Abgabenordnung (AO) zu einem konkreten Termin angekündigt.

Weitere Informationen zu den geprüften Steuerarten und Prüfungszeiträumen sollen einem beigefügten PDF-Dokument zu entnehmen sein. Als angeblicher Absender der E-Mail wird die Poststelle des Ministeriums für Finanzen und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern angezeigt.

Diese E-Mails stammen nicht von der Steuerverwaltung Mecklenburg-Vorpommern. Es könnte sich bei den Nachrichten um einen Betrugsversuch handeln. Betroffenen Unternehmen wird empfohlen, den PDF-Anhang nicht zu öffnen und die E-Mail umgehend zu löschen.

Prüfungsanordnungen werden von den Finanzämtern nicht per E-Mail bekannt gegeben. Bestehen Zweifel an der Echtheit eines Schreibens oder einer E-Mail, sollten Unternehmen unmittelbar Kontakt mit ihrem zuständigen Finanzamt aufnehmen.

Weitere Informationen zum Umgang mit betrügerischen E-Mails und aktuellen Warnhinweisen sind auf dem Steuerportal Mecklenburg-Vorpommern verfügbar.