Menü Schließen

GeoSymposium 2026

Innenminister Pegel: Geodaten sind Schlüssel für Verwaltung und Sicherheit

Neubrandenburg – Der Minister für Inneres und Bau des Landes Mecklenburg-Vorpommern Christian Pegel wird am Montag (20. April 2026) das GeoSymposium 2026 eröffnen und würdigt insbesondere 25 Jahre Geoinformatik-Ausbildung in Neubrandenburg. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Mit Geoinformation messen, verstehen und managen“ und feiert zugleich 25 Jahre Geoinformatik am Hochschulstandort Neubrandenburg.

„Geoinformation ist heute ein unverzichtbarer Teil der digitalen Grundausstattung unseres Landes. Wer planen, genehmigen, schützen oder im Krisenfall schnell handeln will, braucht aktuelle und verlässliche räumliche Daten“, sagt Minister Christian Pegel.

„Gerade in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse, wachsender Anforderungen an Infrastruktur und Verwaltung sowie geopolitischer Unsicherheiten spielt die Geoinformatik eine Schlüsselrolle. Geodaten schaffen Lagebilder, machen Veränderungen sichtbar und helfen, auch unter Unsicherheit gute Entscheidungen zu treffen. Das erhöht die Reaktionsfähigkeit von Verwaltung, Katastrophenschutz und Sicherheitsbehörden erheblich.“

25 Jahre Ausbildung mit Zukunft

Der Grundstein für die heutige Stärke wurde früh gelegt: Bereits 1992 startete an der Hochschule der Studiengang Vermessungswesen. 2000 folgte der Studiengang Geoinformatik.

Mit der Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse im Jahr 2008 sowie der Reform zum Studiengang „Geodäsie und Messtechnik“ im Jahr 2010 wurde das Angebot systematisch modernisiert und an internationale Standards angepasst. Ein weiterer Meilenstein war die Einführung des englischsprachigen Masterstudiengangs Geomatik, der sich gezielt auch an internationale Studierende richtet.

„Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer klaren strategischen Entscheidung. Hier wurde früh erkannt, dass Geoinformation eine Schlüsselkompetenz für Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ist“, so Pegel.

Aktuell sind mehr als 110 Studierende in den GEO-Studiengängen eingeschrieben: 43 Studierende im Bachelor Geodäsie und Messtechnik, 11 Studierende im Bachelor Geoinformatik, 58 Studierende im Master Geomatik.

„Gerade der starke Masterbereich zeigt, dass Neubrandenburg attraktiv ist. Das ist ein klarer Standortvorteil – und ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung im Land“, fügt der Minister an.

Ein erheblicher Teil der Studierenden absolviert das Studium dual oder mit vertiefter Praxis. Je nach Jahrgang betrifft das rund 25 bis 50 Prozent. Diese enge Verzahnung von Hochschule, Verwaltung und Wirtschaft erleichtert den Berufseinstieg und stärkt die Bindung an Mecklenburg-Vorpommern.

„Wer schon während des Studiums in Landesbehörden oder Unternehmen mitarbeitet, bleibt häufig auch nach dem Abschluss hier. Das ist ein entscheidender Faktor, um junge Menschen nicht nur auszubilden, sondern sie auch langfristig für Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen. Das ist gelebte Fachkräftestrategie“, verdeutlicht Christian Pegel.

Geoinformatik als Querschnittstechnologie

Das GeoSymposium 2026 verdeutlicht mit mehr als 25 Fachvorträgen die enorme thematische Breite der Geoinformatik – von Erdbeobachtung und Künstlicher Intelligenz über Geodateninfrastrukturen und Verwaltungsdigitalisierung bis hin zu Küstenschutz, Umweltmonitoring und Präzisionslandwirtschaft.

„Geoinformatik verbindet Datenmanagement, Analyse, Visualisierung und Entscheidungsunterstützung – und ist damit anschlussfähig für nahezu alle Bereiche von Staat und Wirtschaft“, unterstreicht Minister Pegel.

Starkes Signal für den Standort MV

Mit dem GeoSymposium 2026 sendet Mecklenburg-Vorpommern ein klares Signal: „Das Land gestaltet die Zukunft der Geoinformation aktiv mit. Neubrandenburg ist ein authentischer und zukunftsfähiger Ort für diesen Austausch. 25 Jahre Geoinformatik stehen hier nicht für Rückblick, sondern für Aufbruch. Das ist gut für die Verwaltung, gut für die Wirtschaft – und gut für die Zukunft unseres Landes“, sagt Christian Pegel abschließend.

Wiedereröffnung des DB-Reisezentrums Stralsund

Ines Jesse: „Wir sichern den Fortbestand von Reisezentren in unserem Land.“

Stralsund – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Stralsund Hbf das DB-Reisezentrum wiedereröffnet. Nach einer grundlegenden Sanierung des Bahnhofsgebäudes hat die Deutsche Bahn das Reisezentrum umfassend modernisiert.

„Im Rahmen unserer Mobilitätsoffensive stellen wir als Land Mecklenburg-Vorpommern den Fortbestand des Reisezentrums in Stralsund und in vielen weiteren Städten in Mecklenburg-Vorpommern sicher. Dies finanzieren wir mit etwa 700.000 Euro pro Jahr“, so Staatssekretärin Jesse.

Die folgenden sieben Reisezentren bleiben erhalten: Schwerin Hbf, Rostock Hbf, Neubrandenburg Hbf, Bf. Greifswald, Stralsund Hbf, Bf. Wismar und Bf. Bergen auf Rügen. Für das Reisezentrum in Güstrow wird ab 2027 ein neues Konzept im Rahmen einer ganzheitlichen Mobilitätsagentur angestrebt. Im Rahmen der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum sowie in den größeren Städten setzt das Land damit weiter auf eine qualitativ hochwertige Reiseberatung – direkt vor Ort sowie in Stralsund Hbf unterstützt durch digitalen, personenbedienten Service mit Hilfe eines neuen Fahrkartenautomaten mit Videofunktion.

„Mit dem modernen Videoautomaten schaffen wir in Stralsund zudem ein neues Serviceangebot, das eine zusätzliche Möglichkeit für persönliche Beratungen schafft. Der Stralsunder Hauptbahnhof wird damit Pilotstandort für diese Technologie, die in Mecklenburg-Vorpommern erstmals zum Einsatz kommt. Daneben verbleibt die persönliche Beratung der Fahrgäste im Reisezentrum“, so Staatssekretärin Ines Jesse.

M-V setzt Förderung für „Niederdeutsch-Kitas“ fort

Oldenburg: Kinder früh ans Plattdeutsche heranführen

Schwerin – Kleine Kinder für Niederdeutsch begeistern: Auch in diesem und im kommenden Jahr können Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagespflegepersonen eine Pauschale von jeweils 1.500 Euro beantragen. Mit den Mitteln sollen Projekte rund um die Regionalsprache umgesetzt werden. Das Land stellt dafür seit 2025 jährlich 15.000 Euro im Rahmen des Modellprojektes „Niederdeutsch-Kitas“ zur Verfügung.

 „Die niederdeutsche Sprache ist ein wichtiger Teil unserer Heimat. Damit dieser Schatz auch künftig erhalten bleibt, sollen unsere Lütten früh und spielerisch an das Plattdeutsche herangeführt werden. Ich danke allen pädagogischen Fachkräften, die sich in den Niederdeutsch-Kitas für die Kleinsten engagieren“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

 Im vergangenen Jahr waren unter anderem die Kita „Apfelstübchen“ in Baumgarten und die Kinderville „Schatzkiste“ in Stralsund Teil des Modellprojektes. Dort besuchten die Erzieherinnen und Erzieher gemeinsam mit den Kindern das Heimatmuseum in Bützow und unternahmen einen Ausflug in den Stralsunder Zoo, um niederdeutsche Begriffe für Tiere und Pflanzen kennenzulernen.

 Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen erhalten die Antragsunterlagen beim Landesamt für Gesundheit und Soziales.

1. Fachtag Wohnraumanpassung

Drese auf Fachtag Wohnraumanpassung: Gute Wohnberatung ist von hoher Wichtigkeit für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

Parchim – In Parchim findet heute im Beisein von Sozialministerin Stefanie Drese der 1. Fachtag Wohnraumanpassung „Zukunft Zuhause“ statt. Die Veranstaltung wird von der Landesfachstelle für Wohn- und Digitalisierungsberatung MV organisiert und bringt Expertinnen und Experten aus Beratung, Pflege, Medizin und Kommunen zusammen.

„Die seit 2024 bestehende Landesfachstelle soll insbesondere älteren Menschen, Menschen mit Beeinträchtigungen sowie Personen mit pflegerischem Bedarf im Alltag unterstützen und so ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen“, verdeutlichte Drese zum Start des Fachtags. Ziel sei der Aufbau einer landesweit leicht zugänglichen, qualitativ hochwertigen und zukunftsfähigen Beratungsstruktur im Bereich barrierefreies Bauen und Wohnen, so die Ministerin.

Im Mittelpunkt stehe die Wohnberatung als zentrale Anlaufstelle. Sie analysiert den individuellen Hilfebedarf, berät zu Möglichkeiten der Wohnraumanpassung und Finanzierung, unterstützt bei der Antragstellung und vermittelt passende Kontakte. „Die Wohnberatung ist der Schlüssel, um Menschen konkret und passgenau zu unterstützen“, sagte Drese.

Ein weiterer Schwerpunkt liege auf der Vermittlung von Informationen zu technischen und digitalen Hilfsmitteln. Diese leisten nach Aussage von Drese einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Menschen möglichst lange in ihrer eigenen Häuslichkeit verbleiben können. Digitale Lösungen seien dabei ein zentraler Bestandteil der Angebote und unterstützen den Grundsatz „ambulant vor stationär“.

Die Landesfachstelle setzt bewusst auf die enge Verzahnung von Praxis, Wissenschaft und Forschung. Durch die Anbindung an das Altersmedizinische Zentrum des Kreiskrankenhauses Wolgast sowie an die Abteilung für Geriatrie der Universitätsmedizin Greifswald steht ein multiprofessionelles Team mit hoher wissenschaftlicher Expertise zur Verfügung.

„Gerade im Hinblick auf die Gesundheit im Alter spielt die Verbindung von Forschung und praktischer Beratung eine entscheidende Rolle“, betonte Drese. Erste wissenschaftliche Erkenntnisse werden mit Spannung erwartet.

Zugleich unterstrich die Ministerin die Bedeutung von Netzwerken: „Nur durch eine enge Zusammenarbeit aller Akteure – von Pflege über Medizin bis hin zu kommunalen Strukturen – können wir die Angebote kontinuierlich verbessern und den Ratsuchenden noch mehr Vorteile bieten.“

Die Wohn- und Digitalisierungsberatung ergänze die bestehenden Angebote der Pflegestützpunkte. Sie richte sich ausdrücklich nicht nur an pflegebedürftige Menschen, sondern steht im Sinne der Prävention allen Bürgerinnen und Bürgern offen, so Drese.

Das Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern fördert die Landesfachstelle mit jährlich 600.000 Euro. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen, dass die Menschen in unserem Land so lange wie möglich selbstbestimmt, sicher und gut versorgt in ihrem eigenen Zuhause leben können. Die Landesfachstelle leistet dazu einen wichtigen Beitrag“, so Drese auf dem Fachtag.

Schwesig: Durch gute Ostseezusammenarbeit gewinnen alle

Rostock – In ihrer Rede beim 3. Baltic Sea Business Day hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig den Wert der Zusammenarbeit hervorgehoben: „Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern wollen Geschäfte im Ostseeraum machen. Wir laden Unternehmen aus anderen Ostseeländern ein, bei uns zu investieren. Denn wir sind davon überzeugt: Durch gute Ostseezusammenarbeit gewinnen alle.“ Die Zusammenarbeit mit den Nachbarn rund um die Ostsee voranzubringen, sei ihr ein persönliches Anliegen.

Schwesig zog in ihrer Rede auch Bilanz: „Das Handelsvolumen Deutschlands mit den Ostseeanrainerstaaten ist mit 341 Milliarden Euro größer als mit den Haupthandelspartnern, China und den Vereinigten Staaten. Mecklenburg-Vorpommern wickelt etwa 25 Prozent seines Außenhandels mit den Ostseeländern ab. Nach vorläufigen Zahlen ist das Gesamtvolumen im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf fast 21 Milliarden Euro gestiegen. Unser Außenhandel zeigt sich robust und im Aufwärtstrend. Das ist eine gute Nachricht und angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in ganz Deutschland keine Selbstverständlichkeit.“ Selbst wenn sich in diesen Zahlen auch der Verkauf eines großen Kreuzfahrtschiffs bemerkbar mache, sei Außenhandel im Wesentlichen der Handel mit Produkten des täglichen Lebens und des industriellen Bedarfs. Außenhandel bedeute Wertschöpfung im Land.

„Zu unseren Hauptexportgütern in den Ostseeraum gehört Weizen ebenso wie Schiffe. 70 Prozent der Düngemittel, die wir exportieren, gehen in den Ostseeraum. Wir importieren Erdöl, Erdgas und Mineralölerzeugnisse. 94 Prozent dessen, was wir an Papier und Pappe importieren, kommt aus Finnland. Polen ist ohnehin einer unser wichtigsten Außenhandelspartner, 2025 betrug das Handelsvolumen 1,4 Milliarden Euro“, führte Schwesig aus.

„Das gute Ergebnis verdanken wir sowohl einheimischen Unternehmen, die sich im Import und Export betätigen, als auch Unternehmen aus den anderen Ostseestaaten, die in Mecklenburg-Vorpommern investiert haben und heimisch geworden sind“, so die Ministerpräsidentin. Sie alle brächten die Wirtschaft ebenso voran, wie die Zusammenarbeit rund um die Ostsee.

Für die Landesregierung sei die Unterstützung der Unternehmen im Außenhandel ebenso wichtig, wie der Kontakt zu Investoren im Ausland. Die Regierungschefin machte klar: „Jedes Unternehmen, das in Mecklenburg-Vorpommern investieren oder erweitern will, findet in der Staatskanzlei und im Wirtschaftsministerium offene Türen und die Bereitschaft, konkret zu helfen. Wir sind ein Land der kurzen Wege und Ansiedlung ist bei uns Chefinsache.“

Das Engagement zahle sich aus. Der Außenhandel schaffe neue Arbeitsplätze. Das zeige u.a. die Produktionserweiterung der Firma Haff-Dichtungen aus Ueckermünde. „Auf dem Deutsch-Lettischen Wirtschaftstag wurden von Familie Ruhnau konkrete Aufträge angebahnt und diese führen nun zu einer Erweiterung der Produktion. Jetzt werden mehr als 4 Millionen Euro investiert und am Standort neue Arbeitsplätze geschaffen“, so die Regierungschefin.

Schwesig nannte ein weiteres Beispiel: „Während andere Regionen unter geopolitischen Spannungen stehen, wächst der Kreuzfahrttourismus in unserer Region und wir wachsen zusammen. Er macht den Ostseeraum für die Menschen erfahrbar.

AIDA allein plant im nächsten Jahr 392 Anläufe in den Häfen des demokratischen Ostseeraums mit über 1,3 Millionen Passagieren. Das stärkt den Ostseeraum und wir sind mit AIDA vorn dabei,“ sagte die Regierungschefin.

Mit mehr als 650 Gästen konnte auf dem 3. Baltic Sea Business Day ein neuer Besucherrekord aufgestellt werden. „Er ist das Spitzentreffen der Ostseeanrainer, das Forum für den Ideentausch, die Plattform für Kontakte rund um die Ostsee“, so Schwesig.

Gestrandeter Buckelwal: Land ermöglicht Versuch einer Lebendbergung

Insel Poel – Das Land Mecklenburg-Vorpommern erhebt keine Einwände gegen einen Versuch der Lebendbergung des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals. Grundlage ist, dass heute Vormittag ein vollständig prüffähiges Konzept vorgelegt wurde, das umgehend fachlich und rechtlich geprüft wurde.

Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärte: „Wir haben entschieden, dass eine Lebendbergung des Wals stattfinden darf. Damit eröffnen wir erstmals die Möglichkeit, das Tier zurück in sein natürliches Umfeld zu bringen.“

Der Wal hält sich seit Anfang März in der Ostsee auf und ist in Mecklenburg-Vorpommern bereits viermal in flachen Küstenbereichen gestrandet. Seit rund zwei Wochen liegt das Tier in der Kirchsee vor der Insel Poel in einem schwer zugänglichen Flachwasserbereich. Der Wal zeigt weiterhin Lebenszeichen, ist jedoch stark geschwächt.

Grundlage der bisherigen Entscheidungen war ein wissenschaftliches Gutachten des Deutschen Meeresmuseums und des Instituts für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAW). Dieses kommt zu dem Ergebnis, dass die Überlebensaussichten sehr gering sind und Eingriffe grundsätzlich mit erheblichen Risiken für das Tier verbunden sein können.

„Das Gutachten bleibt maßgeblich und beschreibt die sehr kritische Lage des Tieres. Unsere bisherige Bewertung war vor diesem Hintergrund richtig“, so Backhaus. „Die jetzige Entscheidung ist keine Abkehr davon, sondern eine verantwortungsvolle Neubewertung auf Basis neuer fachlicher Möglichkeiten.“

Das nun vorliegende Konzept setzt auf einen minimalinvasiven Ansatz. Es wurde insbesondere unter Berücksichtigung des Bundesnatur­schutzgesetzes (§§ 44, 45) sowie des Tierschutzrechts geprüft.

„Entscheidend ist, dass dieses Konzept dem Grundsatz des mildesten geeigneten Mittels entspricht. Es gibt keine Alternative mit geringerer Eingriffsintensität“, betonte der Minister.

Vorgesehen ist, den Wal vorsichtig vorne an den Flippern freizuspülen und mithilfe pneumatischer Hebekissen anzuheben. Durch eine gleichmäßige Lastenverteilung sowie die Unterführung einer Plane unter den Körper soll die Belastung für das Tier minimiert werden. Für den Transport ist der Einsatz eines Pontonsystems vorgesehen. Die Maßnahme wird durchgehend veterinärmedizinisch begleitet.

„Die Prognose bleibt kritisch. Aber eine Überlebenschance kann nicht vollständig ausgeschlossen werden. Vor diesem Hintergrund ist es vertretbar, diesen Versuch zu ermöglichen und ich bedanke mich dafür bei der Initiative“, so Backhaus.

Die Durchführung der Maßnahme liegt bei der Privatinitiative und den beteiligten Fachleuten. Das Land duldet das Vorhaben und begleitet die weiteren Schritte.

Der Minister unterstrich, dass die Situation außergewöhnlich sei: „Eine mehrfache Lebendstrandung eines Buckelwals über einen so langen Zeitraum ist weltweit beispiellos. Umso wichtiger ist es, jede ernstzunehmende Option sorgfältig zu prüfen.“

Backhaus betonte zudem seinen persönlichen Einsatz: „Ich habe mich seit Beginn rund um die Uhr mit der Lage befasst, war fast täglich vor Ort und habe alle Vorschläge zur Rettung des Wals ernsthaft prüfen lassen.“

Abschließend appellierte der Minister an die Öffentlichkeit: „Die große Anteilnahme zeigt, wie sehr das Schicksal des Tieres die Menschen bewegt. Gleichzeitig bitte ich darum, die Arbeit der Einsatzkräfte zu respektieren und die bestehenden Schutzmaßnahmen einzuhalten.“

LandGesund: Neues Projekt in Jarmen fördert Gesundheit von Kindern

Jarmen – Prävention für Kinder erlebbar machen, das ist das Ziel des neuen Projekts „LandGesund“, für das heute in Jarmen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) der Startschuss fiel. „Wir wissen aus der Forschung, dass die Grundlagen für einen gesunden Lebensstil schon in der Kindheit gelegt werden. Wie das mit Spiel, Spaß und Neugierde gelingen kann, zeigt das neue Modellprojekt aus Vorpommern-Greifswald auf vorbildliche Weise“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese, die das Projekt feierlich eröffnete.

Bis zum Ende des Jahres sollen die Kinder in Jarmen in verschiedenen Veranstaltungsformaten selbst zu Forscherinnen und Forschern werden und auf altersgerechte Weise erlernen, wie eine gesunde Ernährung aussieht, warum die Zahngesundheit wichtig ist und was man für seine mentale Gesundheit tun kann. Dafür kooperieren die Universitätsmedizin Greifswald und der Verein „Kulturbrücke Peene-Tollense“, die das Projekt ins Leben gerufen haben, auch mit Ärztinnen und Ärzten, der Lehrerschaft vor Ort und mit prominenten Vereinen wie den Rostock Seawolves. Deren Nachwuchstrainer werden gemeinsam mit dem Kreissportbund zum Beispiel die Grund- und Regionalschule im Ort besuchen.

„Im Projekt geht es darum, eine gesunde Lebensweise eben nicht nur auf dem Papier zu vermitteln. Die Kinder werden ermuntert, ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Durch attraktive Bewegungsangebote wird der Spaß am Sport geweckt. Und wie viel Zucker in Lebensmitteln steckt, wird in mobilen Mitmachstationen viel anschaulicher, als im Lehrbuch“, erklärte Drese den Ansatz von LandGesund, der Gesundheitsthemen direkt in die Lebenswelt von Familien im ländlichen Raum bringen soll.

Dass es diese neuen Wege brauche, zeige auch ein Blick auf die Statistiken. „In Mecklenburg-Vorpommern erhalten bereits 5,2 Prozent der Kinder bis 14 Jahre die Diagnose Adipositas. Allein im Vergleich zum Jahr 2005 ist das ein Anstieg um 36,8 Prozent. Auch die Zahngesundheit ist ausbaufähig: Fast jedes fünfte Kind bis zum Alter von sechs Jahren, das eine Zahnarztpraxis aufsucht, wird wegen Karies behandelt“, weiß die Ministerin.

Die Ursachen, betonte sie, liegen dabei aber nicht nur im individuellen Verhalten. „Sie sind oftmals auch strukturell bedingt, gerade im ländlichen Raum, wo Wege länger und Angebote manchmal schwerer erreichbar sind. Die Idee vom Projekt LandGesund, eine ganze Stadt mit einzuspannen und ein Jahr lang mitzunehmen auf dem Weg zu mehr Prävention direkt vor der eigenen Haustür ist aus meiner Sicht daher genau der richtige Weg“, so Drese weiter.

Überzeugt hat das Projekt aber nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch auf Bundesebene. Dort konnte sich LandGesund unter mehr als 450 Projekten, die sich für eine Förderung im Rahmen des bundesweiten Wissenschaftsjahres 2026 beworben hatten, durchsetzen und gehört nun zu den lediglich 25 geförderten Initiativen. „Auf diesen Pioniergeist aus MV können wir stolz sein“, hob Drese hervor und dankte allen Beteiligten, die das Projekt mit viel Engagement aufgesetzt haben.

Gastgewerbe mit vielen Chancen

Schwesig: Das Gastgewerbe ist eine Branche, die viele Chancen eröffnet

Kalkhorst – Die Landesregierung will das Projekt „Gastroburner“ auch im Jahr 2027 unterstützten. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute bei einem Besuch der Landesjugendmeisterschaften des Gastgewerbes Mecklenburg-Vorpommern auf Gut Schwansee in Kalkhorst an.

„Das Gastgewerbe ist eine Branche, die viele Chancen eröffnet. Trotzdem sind Fachkräfte knapp, auch in der Gastronomie. Das merken Sie als Auszubildende ebenso wie die Unternehmerinnen und Unternehmer. Deshalb arbeiten wir als Landesregierung eng mit den Verbänden der Wirtschaft zusammen, um Fachkräfte für das Gastgewerbe zu gewinnen“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Im Rahmen der „Gastroburner“-Kampagne fährt ein Food Truck in die Schulen, um für Ausbildungsmöglichkeiten im Gastgewerbe zu werben. „Damit macht die Branche die Gastronomie interessant und erlebbar.“ Das Projekt ist in den Jahren 2004 bis 2026 mit rund 900.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert worden.

An den Meisterschaften auf Groß Schwansee nehmen Auszubildende des 2. und 3. Lehrjahres in den Berufen Koch/Köchin, Fachmann/Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie sowie Hotelfachmann/Hotelfachfrau teil. „Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg. Die Besten von ihnen werden unser Land im Herbst auf Bundesebene vertreten“, sagte Schwesig.

Der Landesregierung sei es wichtig, dass die Auszubildenden an guten, modernen Berufsschulen lernen können: „Der MV-Plan 2035 sieht vor, dass wir 600 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur in die Modernisierung von Schulen stecken. Hinzu kommen 250 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ nur für die Berufsschulen.

Damit schaffen wir moderne Lernbedingungen im ganzen Land“, so Schwesig. Als weiteres Beispiel für das Engagement der Landesregierung nannte sie das Azubi-Ticket, mit dem Auszubildende aus Mecklenburg-Vorpommern für 43 Euro in ganz Deutschland unterwegs sein können. Das Gastgewerbe werde durch die abgesenkte Mehrwertsteuer in der Gastronomie unterstützt. Dafür habe sich das Land Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich auf Bundesebene eingesetzt.