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Tag: 8. Juli 2026

6. Exportabend der Landesregierung

Schwesig: Außenwirtschaft ist wichtig für die gesamtwirtschaftliche Zukunft in MV

Boizenburg – Beim 6. Exportabend der Landesregierung in der Sweet Tec GmbH in Boizenburg hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig die Bedeutung der im Außenhandel tätigen Unternehmen für die wirtschaftliche Entwicklung hervorgehoben: „Mecklenburg-Vorpommern hat durch diese Unternehmen seine Rolle im Außenhandel gefestigt. Das Außenhandelsvolumen steigerte sich in den letzten Jahren, mit einem Höchstwert von 20,8 Milliarden Euro im letzten Jahr. 2016 lag das Außenhandelsvolumen noch bei 12,6 Milliarden Euro.

Das ist eine beeindruckende Entwicklung. Ich bin dankbar, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern mutige Unternehmerinnen und Unternehmer mit innovativen Ideen und hochwertigen Produkten haben, denn die Außenwirtschaft ist wichtig für die gesamtwirtschaftliche Zukunft unseres Landes.“

„Die Landesregierung steht an der Seite der Unternehmen und fördert die Außenwirtschaft“, sagte Schwesig weiter und sicherte angesichts internationaler Krisen, steigender Transportkosten und neuer Handelshemmnisse den Unternehmen auch weiter die Unterstützung der Landesregierung zu.

Schwesig dankte den Unternehmen für ihre erfolgreiche Arbeit und das Engagement vor Ort. Der Gastgeber des Exportabends, die Sweet Tec GmbH sei dafür ein gutes Beispiel. „Die Bonbonfabrik ist ein familienfreundlicher Arbeitgeber mit Wir-Kultur“, so Schwesig. Das Unternehmen exportiere seine Produkte in mehr als 40 Staaten und investiere aktuell rund 47 Millionen Euro in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten.

Schwesig betonte zudem die besondere Bedeutung der Zusammenarbeit im Ostseeraum und dankte den Industrie- und Handelskammern, der Vereinigung der Unternehmensverbände sowie den Wirtschaftsfördergesellschaften für die enge Partnerschaft bei der Unterstützung des Außenhandels.

Vor Desinformation schützen und Kritische Infrastruktur stärken

Rostock – Die sozialdemokratischen Innenministerinnen und Innenminister sowie Senatorinnen und Senatoren (A-IMK) haben sich auf ihrer Konferenz am 8. Juli 2026 in Rostock mit den Folgen hybrider Bedrohungen für Demokratie und kritische Infrastruktur befasst. Im Mittelpunkt standen der Schutz demokratischer Wahlen vor Desinformation sowie die Stärkung der Resilienz kritischer Infrastrukturen.

Autoritäre Staaten nutzen Desinformation, Cyberangriffe und gezielte Einflussoperationen zunehmend, um demokratische Institutionen zu destabilisieren. Gerade vor Wahlen zielen solche Kampagnen darauf ab, Vertrauen in staatliche Institutionen zu untergraben, gesellschaftliche Konflikte zu verschärfen und Zweifel an der Integrität demokratischer Verfahren zu säen. KI-generierte Inhalte, manipulierte Videos, gefälschte Behördenauftritte und koordinierte Bot-Netzwerke haben Reichweite und Geschwindigkeit dieser Angriffe deutlich erhöht.

Die A-IMK setzt sich daher für einen entschlossenen und vor allem kooperativen Umgang mit Desinformationen und hybriden Einflussoperationen ein. Verfassungsfeindliche, sicherheitsgefährdende oder fremdstaatlich gesteuerte Einflussaktivitäten müssen frühzeitig erkannt und wirksam abgewehrt werden. Meinungsfreiheit und legitime politische Auseinandersetzungen bleiben davon ausdrücklich unberührt.

Um Desinformationskampagnen schneller erkennen und bewerten zu können, sollen Bund und Länder ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen. Die A-IMK spricht sich für gemeinsame Lagebilder, abgestimmte Meldewege und eine engere Verzahnung der Sicherheitsbehörden aus. Auch Plattformbetreiber müssten ihrer Verantwortung nach dem Digital Services Act und dem Digitale-Dienste-Gesetz konsequent nachkommen und insbesondere gegen koordinierte Manipulationsversuche im Zusammenhang mit Wahlen wirksam vorgehen.

Innenminister Christian Pegel: „Freie Wahlen entscheiden sich an der Wahlurne, nicht in Trollfabriken, Bot-Netzwerken oder durch gezielt gesteuerte Desinformationskampagnen. Wer unsere Demokratie manipulieren will, greift das Fundament unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung und damit unser Grundgesetz an. Unsere Aufgabe ist es, die Integrität demokratischer Wahlen entschlossen zu schützen.“

Hamburgs Innensenator Andy Grote, in diesem Jahr Vorsitzender der Innenministerkonferenz: „Demokratie braucht Wahrheit. Denn wo Wahrheit verhandelbar wird, gerät Vertrauen ins Wanken. Das haben auch diejenigen erkannt, die unsere Gesellschaft durch Desinformation und das massenhafte Verbreiten von Fake-News spalten und damit unsere Demokratie schwächen wollen. Dagegen müssen wir uns – insbesondere im Wahljahr mit noch drei weiteren Landtagswahlen – mit aller Entschlossenheit wehren.

Dazu gehört der Ausbau unserer technischen Analysefähigkeiten, um organisierte Desinformationskampagnen, insbesondere in sozialen Netzwerken, schneller zu erkennen und zu bekämpfen. Dafür müssen wir die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden mit den Landesmedienanstalten stärken und die Plattformbetreiber noch stärker in die Pflicht nehmen – auch unter Androhung von Sanktionen. Gleichzeitig bin ich sehr dafür, dass wir KI-generierte Inhalte und Bots entsprechend kennzeichnen und deren Einsatz klar begrenzen. Ich erwarte, dass die Bundesregierung daher auch das geplante Verbot des massenhaften Einsatzes von Bots und Fake-Accounts zügig umsetzt.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz war der Schutz kritischer Infrastrukturen. Der terroristische Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin im Januar 2026 habe deutlich gemacht, wie verwundbar hochvernetzte Versorgungssysteme seien und welche Folgen gezielte Angriffe auf die Energieversorgung für das öffentliche Leben haben können. Nach Auffassung der A-IMK reichen die bisherigen Instrumente der Gefahrenabwehr für diese Bedrohungslage allein nicht mehr aus.

Die sozialdemokratischen Innenministerinnen und Innenminister sprechen sich deshalb für klare bundesgesetzliche Vorgaben aus, um eine Nationale Reserve Blackout sicherzustellen. Mobile Stromerzeugungsanlagen und mobile Heizkraftwerke sollen künftig kurzfristig dort eingesetzt werden können, wo nach einem großflächigen Ausfall die Strom- und Wärmeversorgung schnell wiederhergestellt werden muss. Dafür seien rechtssichere Regelungen für Netzanschluss, Betrieb, Versorgung und Vergütung im Krisenfall erforderlich, ebenso klare Vorgaben für eine Zusammenarbeit der Stromnetzbetreiber und für deren gemeinsame Vorratshaltung für solche Situationen. Bau- und Reparaturstoffe sowie kritische Komponenten der Strominfrastruktur – darunter Leistungstransformatoren, Schaltanlagen, Spezialkabel und Schutztechnik – sollen in regionalen Versorgungssicherheitshubs vorgehalten werden.

Die Innenministerinnen und Innenminister sowie Senatorinnen und Senatoren betonen, dass der Schutz kritischer Infrastrukturen nur in enger Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft gelingen kann und fordern den Bund auf, die Bevölkerung und Wirtschaft mit regelmäßigen Informationskampagnen für Vorsorge und Resilienz in Krisenlagen zu sensibilisieren.

„Wenn wir heute über nationale Reserven sprechen, dann geht es längst nicht mehr nur um einfache Lagerbestände. Vielmehr geht es darum, dass unser Land in außergewöhnlichen Krisenlagen handlungsfähig bleibt. Ein längerer Stromausfall oder ein Cyberangriff auf kritische Systeme darf nicht dazu führen, dass die grundlegende Versorgung zusammenbricht. Deshalb müssen wir genau dort Vorsorge treffen. Neben mobilen Notstromanlagen gehören dazu auch ausreichende Treibstoffreserven, Systeme zur Trinkwasserversorgung und technische Ausrüstung, mit der kritische Infrastruktur im Notfall schnell wieder in Betrieb genommen werden kann. Krankenhäuser, Wasserwerke und Kommunikationsnetze müssen auch unter schwierigen Bedingungen weiter funktionieren.

Dabei ist die enge Verzahnung zwischen Bund und Ländern von entscheidender Bedeutung. Die Verantwortung für eine belastbare nationale Krisenvorsorge darf deshalb nicht allein auf die kommunale Ebene verlagert werden. Der Bund muss hier zwingend seinen Beitrag leisten, indem er die notwendigen Ressourcen sicherstellt und die Resilienz kritischer Infrastrukturen gemeinsam mit deren Betreibern nachhaltig stärkt“, so Innenminister Christian Pegel.

Fernwärme Stavenhagen offiziell eingeweiht

Stavenhagen – Die EEW Energy from Waste Stavenhagen GmbH & Co. KG (EEW), die Stadt Stavenhagen und die Wärmeversorgung Stavenhagen GmbH (WVS) haben heute offiziell die Fernwärmeauskopplung in Betrieb genommen.

Künftig fließt Abwärme aus der thermischen Verwertung von Klärschlamm in das Wärmenetz der Stadt. Klärschlamm ist nahezu vollständig biogen, daraus gewonnene Wärmeenergie ermöglicht eine klimafreundliche Versorgung von Haushalten und öffentlichen Einrichtungen.

Zur feierlichen Einweihung kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, kommunalen Unternehmen und Projektpartner zusammen. Unter ihnen waren Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus, Stavenhagens Bürgermeister Stefan Guzu, Steffen Oriwol, Geschäftsführer der Wärmever­sorgung Stavenhagen GmbH, sowie Stefan Schmidt, Chief Financial Officer der EEW-Gruppe.

„In Stavenhagen zeigen wir, wie Kreislaufwirtschaft und kommunale Wärmeversorgung intelligent miteinander verbunden werden können. Aus einem Entsorgungsprozess entsteht ein konkreter Mehrwert für die Region und ihre Bürgerinnen und Bürger“, erklärt EEW-CFO Stefan Schmidt.

„Das Projekt verbindet moderne Kreislaufwirtschaft mit kommunaler Wärmeversorgung und ist ein wichtiger Baustein für die regionale Wärmewende“, erklärt Benjamin Scharfetter, Technischer Geschäftsführer von EEW Stavenhagen. „Mit der effizienten Nutzung von Abwärme aus der thermischen Verwer­tung von Klärschlamm erschließt EEW gemeinsam mit der städtischen Wärmeversorgung vorhandene Energiepotenziale und trägt dazu bei, fossile Energieträger zu ersetzen“, ergänzt Birgit Fröhlig, Kaufmännische Geschäftsführerin von EEW Stavenhagen.

Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Dr. Till Backhaus betont die Bedeutung des Projekts für die Versorgung mit Wärme aus Reststoffen im Land: „Die Akzeptanz erneuerbarer Energie gelingt dort am besten, wo wir vorhandene Ressourcen intelligent nutzen und die Menschen einen Vorteil erfahren . Stavenhagen liefert dafür ein überzeugendes Beispiel.

Klär­schlamm aus den Haushalten und der Wirtschaft wird hier zur Rohstoffquelle für das künftige Phosphorrecycling und zugleich zur Energiequelle für die Wärmeversorgung der Stadt. Das ist gelebte Kreislaufwirtschaft: Aus dem, was wir entsorgen/ aufbereiten müssen, entstehen neue Rohstoffe, Energie und ein direkter Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger. Es freut mich sehr , dass mittlerweile viele Anwohnerinnen und Anwohner erkannt haben, dass die Errichtung der Anlage eine richtige Entscheidung war.“

Bürgermeister Stefan Guzu hebt insbesondere den regionalen Nutzen hervor: „Für Stavenhagen ist dieses Projekt ein wichtiger Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen und unabhängigen Wärmeversorgung. Gleichzeitig stärken wir den Standort und schaffen langfristig stabile Perspektiven für unsere Bürgerinnen und Bürger.“

Steffen Oriwol, Geschäftsführer der Wärmeversorgung Stavenhagen GmbH, ergänzt: „Der Aufbau der neuen Fernwärmeinfrastruktur war ein anspruchsvolles Projekt, das nur durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich geworden ist. Daher freuen wir uns, dass wir unsere Kundinnen und Kunden nun mit klimafreundlicher Wärme versorgen können. Wir planen bereits die Erweiterung unseres Fernwärmenetzes in Stavenhagen, um zukünftig weitere Gebäude mit klimafreundlicher Wärme zu versorgen.“

In den vergangenen Monaten wurden wesentliche technische Meilensteine erreicht. Unter anderem wurden die beiden Heizkondensatoren erfolgreich installiert, das Pumpenhaus elektrisch zugeschaltet sowie die Leitungsanbindungen und die Automatisierungstechnik vollständig integriert. Mit der technischen Inbetriebnahme konnte die Anlage schrittweise vom Bau- in den Regelbetrieb überführt werden.

Die neue Fernwärmeversorgung stärkt die nachhaltige Infrastruktur am Standort Stavenhagen und unterstützt die kommunalen Klimaschutzziele.

Mit der heutigen Einweihung erreicht das Projekt einen bedeutenden Meilenstein für EEW, die Stadt Stavenhagen und ihre Bürgerinnen und Bürger. Nach Premnitz ist Stavenhagen das zweite erfolgreich abgeschlossene Fernwärmeprojekt im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung; in Großräschen steht bereits ein weiteres Projekt kurz vor der Umsetzung.

Landesstrategie zur Umsetzung der Istanbul-Konvention gestartet

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt: „100 Maßnahmen greifen ineinander, um Gewalt wirksam bekämpfen zu können.“

Schwerin – „Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eine der schwerwiegendsten Menschenrechtsverletzungen unserer Zeit. Sie findet in allen gesellschaftlichen Schichten statt. Den gewaltbetroffenen Menschen Schutz, Unterstützung und eine Perspektive auf ein gewaltfreies Leben zu ermöglichen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und eine zentrale Verantwortung des Staates. Mit der Ratifizierung der Istanbul-Konvention hat sich Deutschland verpflichtet, Frauen und Mädchen wirksam vor Gewalt zu schützen, Gewalt zu verhindern und Betroffene umfassend zu unterstützen. Die Konvention ist dabei weit mehr als ein völkerrechtliches Abkommen. Sie ist ein klarer Auftrag, Gleichstellung zu stärken, strukturelle Benachteiligungen abzubauen und Gewalt konsequent entgegenzutreten“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt zur Kick-Off-Veranstaltung in Schwerin für den Start der Landesstrategie zur Umsetzung der Istanbul-Konvention in Mecklenburg-Vorpommern.

„Die vorliegende Landesstrategie haben wir als Landesregierung beschlossen. Sie wurde vom Landtag bestätigt. Nun setzen wir diesen Auftrag auf Landesebene konkret um. Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz. Prävention, Schutz, Unterstützung und Strafverfolgung müssen ineinandergreifen, um Gewalt wirksam zu bekämpfen. 100 etablierte und neue Maßnahmen zum Schutz vor häuslicher und sexualisierter Gewalt schaffen Transparenz. Sie reichen von der Weiterentwicklung präventiver Angebote in Kitas und Grundschulen bis hin zur Stärkung des Kinderschutzes im Rahmen des neuen Landeskinderschutzgesetzes. Zielgerichtetere Interventionen sollen mittels elektronischer Aufenthaltsüberwachung der gewaltausübenden Personen, also durch die sogenannte elektronische Fußfessel‘ nach spanischem Modell, erfolgen. So können gleichzeitig gewaltbetroffene Personen gewarnt werden. Besonders wichtig ist mir, dass die Bedürfnisse der Betroffenen konsequent in den Mittelpunkt gestellt werden. Mecklenburg-Vorpommern soll ein Land sein, in dem Frauen und Mädchen noch sicherer leben können, Gewalt keinen Platz hat und Gleichstellung selbstverständlich ist“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

Die Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung der Landesregierung Monique Tannhäuser: „Mit der vorliegenden Landesstrategie zur Umsetzung der Istanbul-Konvention in Mecklenburg-Vorpommern setzen wir ein klares Zeichen. Wir stärken entschlossen, koordiniert und nachhaltig den Schutz vor häuslicher und sexualisierter Gewalt. Gleichzeitig schreiben wir damit den Dritten Landesaktionsplan aus dem Jahr 2016 fort und entwickeln ihn bewusst weiter. Erstmals werden Prävention, Intervention sowie Schutz und Unterstützung in einer ressortübergreifenden Gesamtstrategie gebündelt. Ein umfassender Gewaltschutz gelingt nur im engen Zusammenwirken von Beratungsstellen und Frauenschutzhäusern, Polizei, Justiz, Gesundheitswesen, Bildungsbereich und Verwaltung. Dieses gemeinsame Engagement ist unverzichtbar. Denn trotz aller Fortschritte bleiben die Fallzahlen häuslicher und sexualisierter Gewalt auf einem konstant hohen Niveau, mit steigender Tendenz und bei einer gleichzeitig hohen Dunkelziffer“, so die Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung Monique Tannhäuser.

Die Landesstrategie zur Umsetzung der Istanbul-Konvention wurden in einem intensiven, zweijährigen Beteiligungsprozesses unter fachlicher Begleitung des Ministeriums für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz mit der IK-Koordinierungsstelle erarbeitet. Ministerin Jacqueline Bernhardt und Landesbeauftragte Monique Tannhäuser bedanken sich bei allen beteiligten Ministerien sowie den Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft im Landesrat. Der Landesrat zur Umsetzung der IK-Landesstrategie trat im Anschluss an die Kick-Off-Veranstaltung zusammen, um die nächsten Schritte der Umsetzung zu beraten.

Jahresbericht 2025 des Landesamtes für Gesundheit und Soziales

Jahresbericht: LAGuS steigert erneut Ausgaben für soziale und gesundheitliche Belange der Menschen in MV

Rostock – Sozialministerin Stefanie Drese hat heute in Rostock den Jahresbericht 2025 des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) vorgestellt, gemeinsam mit Dr. Heiko Will, Erster Direktor des LAGuS.

„Das LAGuS hat auch im Jahr 2025 wieder das Leben fast aller Bürgerinnen und Bürger in MV berührt. Von sicheren Arbeitsbedingungen und sauberem Trink- und Badewasser über Elterngeld bis hin zu hygienisch einwandfreien Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen – um diese und weitere Aufgaben kümmern sich die Beschäftigten zuverlässig und kompetent“, lobte Drese bei der Präsentation des Jahresberichtes.

Die Ministerin hob zudem hervor, dass das LAGuS wieder ein Rekordjahr vorweisen kann. So lagen die Ausgaben des LAGuS für soziale und gesundheitliche Belange im Jahr 2025 bei rund 1,41 Milliarden: „Eine weitere Steigung im Vergleich zum Vorjahresrekord von 50 Millionen“, so Drese. Insgesamt seien durch das LAGuS mehr als 7.200 Projekte begleitet worden, darunter mehr als 4.300 neue Förderungen mit einem Gesamtvolumen von 775 Millionen Euro.

Die Ministerin verdeutlichte in diesem Kontext die tragende Rolle, die das LAGuS bei der Umsetzung sozial-, familien- und gesundheitspolitischer Vorhaben des Landes spiele. „So wurden mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds Plus innerhalb eines Jahres bereits zehn Kinder- und Familienzentren ausgebaut, die Familien in belasteten Lebenslagen mit bedarfsgerechten Angeboten unterstützen“, hob Drese eine neue niederschwellige Hilfe im Kampf gegen Kinderarmut und soziale Ausgrenzung hervor.

Drese betonte zudem, die Aktivitäten des Landes bei der Weiterentwicklung des Kinderschutzes. „Erstmals gibt es in Mecklenburg-Vorpommern ein eigenständiges Kinderschutzstrukturgesetz. Ein wesentlicher Bestandteil darin ist die Ansiedlung des Landesjugendamtes beim LAGuS. Damit bündeln wir fachliche Expertise und erfolgt eine Steuerung aus einer Hand, um die kommunalen Jugendämter verlässlich zu unterstützen und Bedarfe frühzeitig zu erkennen “, unterstrich Drese und dankte den Beschäftigten für ihre engagierte Arbeit.

Die Ministerin appellierte zudem an alle Personalverantwortliche im Land, mehr Mut bei der Einstellung von Menschen mit Handicap zu zeigen. „Etwa die Hälfte aller Unternehmen zahlt eine Ausgleichsabgabe, statt Menschen mit Behinderungen eine berufliche Chance zu geben. Dabei stehen umfangreiche Förderungen und Beratungsangebote bei den Einheitlichen Ansprechpartnern für Arbeitgeber (EAA) oder durch das beim LAGuS angesiedelte Landesprogramm Inklusive Ausbildung und Arbeit zur Verfügung“, verdeutlichte Drese.

„Unsere Bilanz, die wir hier vorlegen, zeigt, dass wir viele Herausforderungen erfolgreich bewältigt haben“, sagte Dr. Heiko Will, Erster Direktor des LAGuS. „Neben umfangreichen Leistungsaufgaben für nahezu sämtliche Lebensbereiche und vielfältigen Aufsichts-, Überwachungs- und Prüfaufgaben gehören dazu auch die Informations- und Beratungsaufgaben für Bürgerinnen und Bürger, verschiedenste Träger von der Jugend- bis zur Sozialarbeit, für Gesundheitseinrichtungen sowie Betriebe und Institutionen“, machte Dr. Will deutlich.

Der Jahresbericht steht im Internet unter www.lagus.mv-regierung.de zur Verfügung und befindet sich im Anhang dieser PM.

Einige Eckdaten zur Arbeit des LAGuS im Jahr 2025:

  • Mehr als 7.200 Projekte in mehr als 170 verschiedenen Förder- und Leistungsbereichen für nahezu alle Lebenslagen sind durch das LAGuS begleitet worden.
  • Mehr als 4.300 neue Förderungen mit einem Gesamtvolumen von 775 Millionen Euro wurden bewilligt.
  • Ein großes Projekt ist die Förderung von Kinder- und Familienzentren. 5,5 Millionen Euro werden dafür eingesetzt, um Familien in belasteten Lebenslagen durch bedarfsgerechte Angebote zu unterstützen.
  • Die Entwicklung seniorenpolitscher Gesamtkonzepte wurden im Vorjahr mit etwa 560.000 Euro gefördert.
  • 20-jähriges Jubiläum feierten die Integrationsfachdienste im Engagement für Menschen mit Behinderung und deren Arbeitgeber. Ihre Bilanz spricht für sich: 14.000 Menschen wurden qualifiziert beraten und unterstützt, 1.000 Menschen aktiv in Arbeit vermittelt und 85 % der Arbeitsverhältnisse gesichert.
  • 882 Approbationen und 292 Berufserlaubnisse wurden in akademischen Heilberufen erteilt. Es wurden 1.648 Erlaubnisse zum Führen der Berufsbezeichnung im Bereich der Gesundheitsfachberufe erteilt.
  • Das LAGuS überwacht die Einhaltung der Hygienevorschriften in den Krankenhäusern und Reha-Kliniken in MV. Schwerpunkt war die hygienische Bettenaufbereitung zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern.
  • Im Bereich Arbeitsschutz gab es 2.262 Vor-Ort-Kontrollen in den Betrieben. Hinzu kommen rund 1.000 Baustellen-Überprüfungen.
  • In Mecklenburg-Vorpommern lebten Ende 2025 ca. 408.000 Menschen mit Behinderungen (+13.000 im Vergleich zu 2024). Etwa 237.500 Menschen waren schwerbehindert (+7.000). Mehr als 54.000 Anträge waren zu bearbeiten.
  • Im Jahr 2025 konnten sieben Mensch-Assistenzhunde-Gemeinschaften nach der Assistenzhundeverordnung zertifiziert werden.
  • Zur Förderung von Menschen mit Handicap im Arbeitsleben (umfangreiche Förderinstrumente für Beschäftigte und Arbeitgeber) wurden etwa 4,9 Millionen Euro aus der Ausgleichsabgabe für die Sicherung bestehender Beschäftigungsverhältnisse ausgegeben.
  • 1,7 Millionen Euro wurden im Rahmen des Landesprogramms „Inklusive Ausbildung und Arbeit“ für (160 Anträge) bewilligt.
  • Es wurden etwa 16.300 Wasserproben (Trink- und Badewasser) in den LAGuS-Laboren analysiert.
  • Ende 2025 wurden die letzten ca. 9.600 Anträge auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie abgearbeitet.
  • Die Behörde hat 529 Beschäftigte (31.12.2025) der größte der sechs Standorte ist Rostock mit knapp 270 Beschäftigten, größter Bereich ist die Abteilung Soziales mit ca. 170 Beschäftigten. Weitere Standorte sind Schwerin, Stralsund, Neubrandenburg, Greifswald und Neustrelitz.
  • Das LAGuS nutzt verschiedene Möglichkeiten, mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Betrieben und Institutionen direkt in Kontakt zu kommen, hier einige Beispiele:
    • Ausrichtung des Arbeitsschutztages
    • Gastgeber für den Girls‘Day
    • Teilnahme am Fördermitteltag
    • Organisation und Durchführung größerer Fortbildungsveranstaltungen für medizinische Fachkräfte
    • Zusammenarbeit mit Familienkasse der Arbeitsagentur und Standesämtern beim Elterngeld