Rügens Bodendenkmalpfleger Rene Schön erzählt von den wichtigsten Funden vergangener Zeiten
Insel Rügen – Große staunende Augen verfolgen einen Vortrag in die Geschichte der Insel. Rene Schön, ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger auf Rügen, zieht die Jungen und Mädchen der drei fünften Klassen in seinen Bann. Denn er berichtet in einem Workshop über seine Aufgaben und die bedeutendsten Funde der vergangenen Jahre. Dabei nutzt er neben Beispielen aus ganz unterschiedlichen Rügenorten auch einen Ausschnitt aus einer Stern-TV-Dokumentation.
„Der Medienrummel war damals groß“, erklärt er in seinem Vortrag über den berühmten Blauzahn-Schatz, der in der Nähe von Schaprode gefunden wurde. Die dabei gut 100 gefundenen Münzen aus der Zeit des Dänenkönigs Harald Blauzahn sind besonders wertvoll. Sogar ein ehemaliger Schüler aus der Gingster Schule gehörte zu der Gruppe „Ackerlöper“, die hier 2018 erfolgreich fündig wurde. Rene Schön erklärte an einigen Funden die Bedeutung der Hinterlassenschaft aus der Wikingerzeit. Hauptsächlich Münzen und Schmuck belegen Münzprägungen und Handelswege der Wikinger und zeigen Verwandtschaftsverhältnisse der Könige. Auf Großvater Harald Blauzahn folgten nämlich Zeugnisse von Sven Gabelbart, Knud dem Großen und Harald Hasenfuß.

„Meine Schüler waren sehr begeistert und wollten immer noch mehr wissen“, meint Geschichtslehrer Gustav Pastor, der die drei Stundenseminare organisiert hat. Beispielsweise fragten sie nach dem Wert der Schätze von Rügens Äckern. Rene Schön erklärte dabei die Unterscheidung zwischen Material- und kunsthistorischem Wert. Das Beispiel leuchtet ein: Eine Silbermünze aus dem Blauzahn-Schatz habe einen Materialwert von weniger als einem Euro. Der historische Wert aber ist „unbezahlbar“, weil es sich um extrem seltene Sachzeugen handle. Stolz erzählt er von einem weiteren bedeutenden Hortfund bei Lancken-Granitz, wo im vergangenen Jahr über 9.000 Objekte aus Silber geborgen wurden.
„Herr Schön ist ein wichtiger Zeuge für unsere ersten Geschichtsstunden“, sagt Gustav Pastor. Anschaulichkeit und Expertenwissen bereichern den Unterricht ungemein und hinterlassen viel mehr Eindrücke als drei Lehrbuchseiten und ein Arbeitsheft. Deshalb komme der Bodendenkmalpfleger gern in die Schule, wo er zudem im Ganztagsbereich tätig ist und das Schulhof-Sommerfest mit einem Ackerlöper-Stand bereichert.