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Kategorie: KiTa / Bildung / Schule / Uni / Ausbildung

Land stärkt Bildung für nachhaltige Entwicklung

Masterplan bündelt 130 Maßnahmen für Kitas, Schulen und berufliche Bildung

Schwerin – Mit dem Masterplan „Bildung für nachhaltige Entwicklung” (BNE-Masterplan) schafft Mecklenburg-Vorpommern erstmals einen umfassenden, landesweiten Orientierungsrahmen, um Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in allen Bildungsbereichen zu verankern – von der Kindertagesförderung über die Schule bis zur beruflichen Bildung. Der Masterplan umfasst aktuell 40 Ziele und 130 Maßnahmen, die schrittweise umgesetzt und weiterentwickelt werden sollen. Mit ihnen sollen Bildungsinhalte, Lernformate, Lehrkräftebildung sowie zukunftsfähige Lernumgebungen weiterentwickelt werden. Damit setzt die Landesregierung ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um.

„In einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher, ökologischer und technologischer Veränderungen leistet Bildung weit mehr als die Vermittlung von Faktenwissen. Bildung für nachhaltige Entwicklung heißt, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, zu denken und zu urteilen. Kinder und Jugendliche sollen lernen, Zusammenhänge zu erkennen und die Bedeutung ihres Handelns für andere Menschen, für die Gesellschaft und für die Umwelt zu verstehen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Der Masterplan steht für einen Perspektivwechsel: weg von isoliertem Wissen, hin zu vernetztem Denken und verantwortungsvollem Handeln.“

Der Masterplan bündelt bestehende Bildungsansätze wie Umwelt- und Klimabildung, Demokratiebildung, Globales Lernen, Gesundheitsbildung sowie weitere Querschnittsthemen in einem gemeinsamen Gesamtkonzept. Bildung für nachhaltige Entwicklung wird damit nicht als zusätzliche Aufgabe verstanden. 

Zu den zentralen Schwerpunkten des Masterplans gehören:

  • Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bildungsbereichen
  • Weiterentwicklung von Bildungsinhalten, Lernformaten und Lehrkräftebildung
  • Einbindung außerschulischer Lernorte und Partner
  • Verknüpfung von Bildung für nachhaltige Entwicklung und Demokratiebildung
  • Entwicklung zukunftsfähiger Lernumgebungen und Bildungseinrichtungen

Die Umsetzung des Masterplans erfolgt schrittweise. Als zentrales Austausch- und Beratungsgremium wird ein „Runder Tisch BNE“ eingerichtet, an dem staatliche und nichtstaatliche Institutionen mitwirken. Der Masterplan ist als offener Prozess angelegt, der künftig um weitere Maßnahmen ergänzt und fortgeschrieben wird.

Erarbeitet wurde der Masterplan in einem breiten gesellschaftlichen Beteiligungsprozess. In drei Fachforen zu den Themen frühkindliche Bildung, Schule und berufliche Bildung wurden zentrale Impulse und Perspektiven aus der Praxis gesammelt. Insgesamt haben rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, Universitäten und Hochschulen, Gewerkschaften, Kommunen sowie verschiedenen außerschulischen Bildungsbereichen an der Erarbeitung des Masterplans mitgewirkt.

Erste Vorhaben werden bereits realisiert. Dazu zählen der Modellversuch „Globales Lernen“, in dem Schulen fachübergreifende und problemorientierte Unterrichtsformen entwickeln und erproben, sowie die Arbeit der BNE-Modellschulen im Land, die Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in ihre Schulentwicklung integrieren. Im frühkindlichen Bereich wird der Ansatz unter anderem im Programm „Kita 2030“ aufgegriffen und weiterentwickelt. Auch in der beruflichen Bildung werden in Modellvorhaben praxisnahe Ansätze zur Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung erprobt.

Zeugnissorgentelefon vor den Sommerferien erreichbar

Bildungsministerium bietet Unterstützung für Schülerinnen, Schüler und Eltern

Schwerin – Das Bildungsministerium richtet auch in diesem Jahr wieder ein Zeugnissorgentelefon ein. Ab Montag, 6. Juli 2026, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentralen Fachbereichs für Diagnostik und Schulpsychologie (ZDS) Schülerinnen und Schülern sowie Eltern mit Rat und Unterstützung zur Seite. Das Angebot begleitet Familien jeweils eine Woche vor und eine Woche nach der Zeugnisausgabe.

Ob Enttäuschung über Noten, Sorgen vor den Reaktionen zu Hause oder Fragen zu schulischen Entwicklungsmöglichkeiten – das Zeugnissorgentelefon bietet vertrauliche Beratung und Orientierung. Auch Eltern erhalten Unterstützung im Umgang mit schwierigen Situationen rund um das Zeugnis.

„Ein Zeugnis ist eine Momentaufnahme – es sagt nicht alles über die Fähigkeiten und Potenziale eines jungen Menschen aus. Gerade wenn die Ergebnisse nicht den eigenen Erwartungen entsprechen, ist es wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben und gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Die Ministerin betonte zugleich den Wert des Beratungsangebotes: „Niemand muss mit seinen Sorgen allein bleiben. Unsere Fachleute des Zentralen Fachbereichs für Diagnostik und Schulpsychologie unterstützen Schülerinnen und Schüler ebenso wie Eltern dabei, neue Perspektiven zu entwickeln. Ich möchte alle ermutigen, dieses Angebot bei Bedarf in Anspruch zu nehmen.“

Die telefonische Beratung ist von Montag, 6. Juli, bis Freitag, 17. Juli, unter der Telefonnummer 0385 588 7987 erreichbar. In der Zeugniswoche ist das Zeugnissorgentelefon von Montag bis Samstag, ansonsten montags bis freitags jeweils in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr besetzt.

Jede zweite 4. Klasse bei der Waldolympiade

Landessieger 2026 kommt aus Greifswald

Greifswald – Mit der letzten Veranstaltung in den Forstämtern Nossentiner Heide und Jägerhof sind die Waldolympiaden 2026 erfolgreich zu Ende gegangen. 340 vierte Klassen aus 171 Schulen nahmen in den vergangenen zwei Monaten an dem landesweiten Umweltbildungsprojekt der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern teil. Damit erreichte das Angebot erneut mehr als jede zweite vierte Klasse im Land. In insgesamt 78 Veranstaltungen lösten die Kinder an verschiedenen Wissens- und Mitmachstationen Aufgaben rund um Wald, Tiere, Pflanzen und nachhaltige Forstwirtschaft und lernten den Lebensraum Wald unmittelbar kennen.

„Wer den Wald kennt, wird ihn auch schützen. Deshalb ist die Waldpädagogik für uns eine Investition in die Zukunft. Die Waldolympiade vermittelt Kindern nicht nur Wissen über Bäume und Tiere, sondern macht erlebbar, warum gesunde Wälder für den Klimaschutz, die Artenvielfalt und unsere Lebensqualität unverzichtbar sind. Es freut mich sehr, dass wir Jahr für Jahr so viele Kinder für den Wald begeistern können“, sagte Forstminister Dr. Till Backhaus.

Besonders spannend verlief der diesjährige Landesentscheid. Gleich zwei Klassen erreichten mit 113 von 120 möglichen Punkten das beste Ergebnis: die 4. Klasse der Peeneschule Groß Gievitz und die 4. Klasse der Kinderkunstakademie Greifswald. Da beide Klassen punktgleich lagen, musste der Landessieger in einem zusätzlichen „Wald-ABC-Quiz“ ermittelt werden. Erst die schnellere Bearbeitungszeit entschied den Wettbewerb.

Landessieger der Waldolympiade 2026 ist die 4. Klasse der Kinderkunstakademie Greifswald.

„Dass gleich zwei Klassen nahezu die volle Punktzahl erreicht haben, zeigt, wie groß das Interesse unserer Kinder an Natur und Umwelt ist. Mein herzlicher Glückwunsch gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern – besonders der Siegerklasse aus Greifswald. Dieses Wissen und diese Begeisterung sind die beste Grundlage dafür, künftig verantwortungsvoll mit unserer Natur umzugehen“, betonte Backhaus.

Die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern bedankt sich bei allen Schülerinnen und Schülern, den engagierten Lehrkräften sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Forstämter, die die Waldolympiaden auch in diesem Jahr mit großem Einsatz ermöglicht haben.

Die Ergebnisse aller teilnehmenden Klassen sind auf der Internetseite der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern unter www.wald-mv.de veröffentlicht.

Waldolympiade 2026 in Zahlen

  • 340 vierte Klassen
  • 171 Schulen
  • 78 Veranstaltungen landesweit
  • Mehr als jede zweite vierte Klasse in Mecklenburg-Vorpommern erreicht
  • 113 von 120 Punkten erzielten die beiden besten Klassen
  • Landessieger: 4. Klasse der Kinderkunstakademie Greifswald

Berufsschulcampus Stralsund erhält Förderung

Staatssekretärin Ines Jesse: „Wir stärken unsere Wirtschaft. Moderne Ausbildungsbedingungen sind die Grundlage für die Fachkräfte von morgen.“

Stralsund – Mit der feierlichen Grundsteinlegung für den Neubau des Hauses IV des Berufsschulcampus Vorpommern-Rügen ist heute ein wichtiger Meilenstein für die berufliche Bildung in Mecklenburg-Vorpommern erreicht worden. Wirtschaftsstaatssekretärin Ines Jesse hat vor Ort einen Zuwendungsbescheid über rund 30,1 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt des Projekts übergeben. Die Förderung erfolgt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

Ines Jesse: „Mit dem neuen Berufsschulcampus investieren wir in die Zukunft der jungen Menschen und in die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes. Wir stärken unsere Wirtschaft. Moderne Ausbildungsbedingungen sind die Grundlage dafür, dass Unternehmen auch künftig gut ausgebildete Fachkräfte finden. Gerade angesichts der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung in der Region mit Investitionen in den Häfen, in der Offshore-Windenergie und in neue Industrieansiedlungen ist das ein entscheidender Standortfaktor.“

Der Landkreis Vorpommern-Rügen bündelt mit dem Berufsschulcampus künftig die bislang auf drei Standorte in Stralsund verteilten beruflichen Schulen an einem zentralen Standort. Dort werden perspektivisch rund 1.200 Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Technik und Handwerk, Wirtschaft und Verwaltung, Sozialwesen sowie am Fachgymnasium lernen. Durch die Zusammenführung entstehen moderne Lernbedingungen, kürzere Wege und bessere Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen.

Der erste Bauabschnitt umfasst die Sanierung des Hauses II (ehemaliges Haus der Wirtschaft) sowie den Neubau des Hauses IV. Die förderfähigen Gesamtausgaben belaufen sich auf rund 33,4 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit rund 30,1 Millionen Euro und übernimmt damit 90 Prozent der förderfähigen Kosten. „Die Landesregierung hat die Modernisierung beruflicher Bildungsstätten zu einem Schwerpunkt ihrer Wirtschaftspolitik gemacht. Gute Ausbildungsorte sind eine Investition in die Zukunft unseres Landes. Deshalb unterstützen wir Kommunen und Träger dabei, ihre Bildungsinfrastruktur zukunftsfähig aufzustellen“, betonte Jesse.

Allein in der laufenden Legislaturperiode hat das Wirtschaftsministerium bereits 28 Vorhaben zur Modernisierung beruflicher Bildungsstätten mit insgesamt rund 128 Millionen Euro unterstützt, zum Beispiel in Rostock, Schwerin, Greifswald, Neustrelitz und Ludwigslust.

Recht auf Ganztagsbetreuung und bessere Betreuungsschlüssel

Oldenburg: Die KiföG-Änderung ist ein starkes Zeichen für starke Kinder

Schwerin – Mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 haben Grundschulkinder in Mecklenburg-Vorpommern einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung und damit auf einen Hortplatz. Der Anspruch gilt zunächst für Schülerinnen und Schüler in der ersten Klasse und wird in den folgenden Schuljahren um je eine Jahrgangsstufe ausgeweitet. Mit der Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes hat der Landtag dafür die Weichen gestellt. Außerdem sieht die KiföG-Novelle kleinere Gruppen in Krippe und Hort vor. Ab Januar 2027 betreut und fördert eine Fachkraft in der Krippe durchschnittlich fünf Kinder (bislang 1:6), im Hort sind es ab August 2027 im Durchschnitt 21 Kinder (bislang 1:22). Das Land stellt für diese Qualitätsverbesserung pro Jahr mehr als 40 Millionen Euro zur Verfügung.

Bildungsministerin Simone Oldenburg bezeichnete die KiföG-Änderung als starkes Zeichen für starke Kinder: „Mit diesem Gesetz setzen wir den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung um und schaffen ein unkompliziertes und bürokratiearmes Verfahren. Eltern sollen sich nicht mit Arbeitgeberbescheinigungen, Arbeitszeitnachweisen oder umfangreichen Anträgen beschäftigen müssen. Künftig genügt die Bedarfsanzeige, um den gesetzlichen Anspruch auf 40 Wochenstunden Betreuung wahrzunehmen.“

Nach den Worten der Ministerin geht Mecklenburg-Vorpommern gleichzeitig weit über die bundesgesetzlichen Vorgaben hinaus. „Wir belassen es nicht beim Rechtsanspruch von 40 Stunden. Familien, die einen höheren Betreuungsumfang benötigen, können auch künftig einen 50-Stunden-Vertrag beantragen. Damit erhalten Eltern die notwendige Flexibilität, um Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren“, sagte Oldenburg.

Ein weiterer Schwerpunkt der Gesetzesänderung ist die engere Verzahnung von Grundschule und Hort. „Ganztagsbetreuung gelingt dann besonders gut, wenn Schule und Hort gemeinsam arbeiten. Die gemeinsame Nutzung von Räumen eröffnet neue Bildungsangebote und stärkt die Zusammenarbeit mit Sportvereinen, Feuerwehren, Jugendclubs oder anderen Partnern vor Ort.“

Zur besseren Abstimmung zwischen Schule, Hort und Eltern werden künftig Ganztagskoordinatorinnen und Ganztagskoordinatoren eingesetzt. „Sie sorgen für einen gelungenen Übergang zwischen Unterricht und Hort und begleiten die Bildungsbiografie der Kinder. Für diese Aufgabe stellt das Land den Hortträgern ab dem kommenden Schuljahr insgesamt 28 Millionen Euro zur Verfügung“, erklärte die Ministerin.

Ein zentrales Anliegen der Novelle ist außerdem die Verbesserung der Betreuungsqualität in Krippe und Hort. „Kleinere Gruppen bedeuten mehr Zeit für jedes einzelne Kind. Deshalb verbessern wir das Fachkraft-Kind-Verhältnis in der Krippe und auch im Hort. Das ist ein enormer finanzieller Kraftaufwand für das Land. Aber er ist dringend notwendig. Bei der Umsetzung schaffen wir verlässliche Übergangsfristen, damit Kommunen und Träger ausreichend Zeit haben, zusätzliches Personal zu gewinnen und die notwendigen organisatorischen Anpassungen vorzunehmen“, sagte Oldenburg.

Mit Blick auf sinkende Kinderzahlen unterstrich die Bildungsministerin, dass die Qualitätsverbesserungen zugleich Beschäftigungsperspektiven für pädagogische Fachkräfte eröffnen. „Durch das bessere Fachkraft-Kind-Verhältnis werden landesweit etwa 1.500 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher benötigt. Gleichzeitig entwickeln wir gemeinsam mit Kommunen, Trägern, Gewerkschaften und der Arbeitsagentur Perspektiven für Beschäftigte, damit Fachkräfte den Einrichtungen erhalten bleiben.“

Auch Familien von Kindern mit Behinderungen werden entlastet. „Künftig ist der Hort für alle Kinder vollständig beitragsfrei. Dass der Hortbesuch als Teilhabe an Bildung endlich anerkannt wird und Eltern dadurch keine zusätzlichen Kosten mehr tragen müssen, ist ein wichtiger Schritt zu mehr Chancengerechtigkeit.“

Bei der Einführung des Rechtsanspruchs sieht die Ministerin Mecklenburg-Vorpommern gut aufgestellt: „Heute gibt es bereits 51.000 Hortplätze. Bis 2028 entstehen zusätzlich 2.000 neue Plätze, weitere 2.000 Plätze werden in Stand gesetzt. Damit stellen wir sicher, dass jedes Kind nicht nur einen Platz im Kindergarten, sondern auch im Hort erhält.“

Bauingeneurwesen: Studium made in M-V

Jesse: „Gut ausgebildete Fachkräfte stärken die Wirtschaft in MV und sichern zukünftige Infrastrukturprojekte“

Rostock – Heute, am 1. Juli 2026 haben Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, Dr. Gesa Haroske, Präsidentin der Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern, Tina Pöllich, Geschäftsführerin bei ICN Ingenieure GmbH, Professor Dr. Volkmar Zabel und Lisa Schwegmann von der Universität Rostock sowie Dr. René Firgt, Direktor des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern zehn Studierende zum Start ihres Bauingenieurstudiums in Rostock begrüßt.

Staatssekretärin Ines Jesse: „Für unsere Ingenieurinnen und Ingenieure von morgen arbeiten Land, Wirtschaft und Verwaltung Hand in Hand erfolgreich zusammen. Mit diesem Studium leisten wir schon heute einen wichtigen Beitrag dafür, dass Infrastrukturprojekte in M-V auch in Zukunft effektiv geplant und umgesetzt werden können. M-V ist ein attraktiver Studienstandort mit einer modernen praktischen Orientierung und starker wissenschaftlicher Ausbildung.“

In Mecklenburg-Vorpommern herrscht ein großer Bedarf an qualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren – in Bauverwaltungen, Planungsbüros und Bauunternehmen gleichermaßen. Um dem Fachkräftemangel effektiv entgegenzuwirken, haben sich Planungsbüros, Bauunternehmen sowie die öffentliche Verwaltung zusammengeschlossen und gemeinsam ein innovatives Praxiskonzept entwickelt: ein bezahltes Vollzeitstudium. Dieses Studienmodell verknüpft Wirtschaft und Verwaltung eng miteinander und macht das Bauingenieurstudium attraktiver, um gezielt Nachwuchs zu gewinnen und langfristig zu sichern.

In diesem Jahr startet bereits der dritte Jahrgang in das Studium. Neu ist, dass die Studierenden ab diesem Jahr zusätzlich die akademische Ausbildung an der Universität Rostock nutzen können. „Wir freuen uns mit der Universität Rostock einen weiteren starken und attraktiven Partner gefunden zu haben“, sagt der Direktor des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern Dr. René Firgt.

Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass der Studiengang die perfekte Brücke zwischen Theorie und Praxis schlägt. Die akademische Ausbildung an der Universität Rostock und der Hochschule Wismar wird durch reale Einblicke in Unternehmen und Verwaltungen ergänzt. Das praxisbegleitende Bauingenieurstudium ermöglicht es Studierenden, frühzeitig Kontakte in die regionale Wirtschaft zu knüpfen und sich beruflich zu orientieren.

Die Studierenden des Jahrgangs 2026 werden bei ihrem Studium unterstützt von: Universität Rostock, Hochschule Wismar, Landesamt für Straßenbau und Verkehr M-V, Straßenbauämter Schwerin, Stralsund und Neustrelitz sowie IPO Unternehmensgruppe GmbH, TSC Beratende Ingenieure für Verkehrsbau GmbH & Co. KG, Georg Koch GmbH, Ingenieurbüro Möller, EUROVIA, STRABAG AG, ASA-Bau GmbH, Klaeser & Partner, LUT – Landschaftsbau und Umwelttechnik GmbH, HEIDEN LABOR für Baustoff- und Umweltprüfung GmbH, INROS LACKNER SE und SCHWESIG INGENIEUR GmbH.

Das praxisbegleitende Bauingenieurstudium ist seit 2024 an der Hochschule Wismar angesiedelt und wird seit 2026 auch durch die Universität Rostock unterstützt. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, während des Studiums Praxisphasen in einem Bauunternehmen, einem Ingenieurbüro sowie bei der Straßenbau- und Verkehrsverwaltung in einer der Regionen rund um Schwerin, Rostock, Stralsund und Neustrelitz zu absolvieren. Die angehenden Bauingenieurinnen und -ingenieure werden ab dem ersten Studientag finanziell und fachlich unterstützt. Sie erhalten ab dem ersten Semester eine monatliche Vergütung in Höhe von 950 Euro, die sich im Verlauf des Studiums auf 1.300 Euro erhöht.

Weitere Infos unter: www.bauing-dual-mv.de

Spiel- und Glücksspiel-Prävention auf dem Stundenplan

– Ministerin Drese unterstützt Bildungsaktion am Schulzentrum Kühlungsborn

Kühlungsborn – Unter der Schirmherrschaft von Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern, startet am Schulzentrum Kühlungsborn das von LOTTO Mecklenburg-Vorpommern unterstützte Projekt „SMART CAMP – Create & play responsibly“ für Schulen. Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 lernen zwei Tage lang einen verantwortungsvollen Umgang in der Nutzung von Spielen kennen und erfahren mehr über potenzielles Suchtverhalten. Prävention und Aufklärung bilden dabei einen besonderen Schwerpunkt.

Das SMART CAMP fügt sich in mehrfacher Hinsicht in die aktuelle Bildungs- und Präventionsarbeit des Landes ein: Mecklenburg-Vorpommern stärkt die Digitalisierung im Schulbereich mit dem Ziel, Schülerinnen und Schülern digitale Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben zu vermitteln. Gleichzeitig hat das Land mit einer Bundesratsinitiative zum besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor glücksspielähnlichen Mechanismen in Videospielen – insbesondere Lootboxen und Pay-to-Win-Mechanismen – deutlich gemacht, dass digitaler Jugendmedienschutz auch eine Frage von Gesundheits-, Sucht- und Verbraucherschutz ist.

Ministerin Stefanie Drese betont: „Digitale Spiele sind aus der Lebenswelt junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Diese Realität müssen wir anerkennen. Sorge bereitet mir aber, dass Kinder und Jugendliche dabei zunehmend mit glücksspielähnlichen Elementen wie Lootboxen und Pay-to-Win Mechanismen in Kontakt kommen. Im echten Leben haben wir dafür klare Regeln, um Kinder und Jugendliche vor Glückspiel und Sucht zu schützen. Um das auch in den digitalen Raum zu übertragen, haben wir aus M-V heraus deshalb eine Bundesratsinitiative gestartet. Neben klaren Regeln braucht es aber auch Aufklärung. Genau hier setzt das SMART CAMP an: Es erklärt altersgerecht, wie diese Mechanismen funktionieren, welche Risiken sie bergen und wie junge Menschen selbstbestimmt mit digitalen Angeboten umgehen können. Damit verbindet das Projekt Prävention und wirksamen Jugendmedienschutz auf sehr praxisnahe Weise.“

Expertinnen und Experten aus Psychologie, Recht und digitaler Bildung gehen am ersten Camp-Tag gemeinsam mit den Teilnehmenden folgenden Fragestellungen nach: Wie kann ich Stress oder sogar Sucht vermeiden? Wie schütze ich meine Daten? Wie erkenne ich unseriöse Anbieter? Am zweiten Tag werden die Jugendlichen selbst kreativ und erstellen gemeinsam mit Profis aus der Social-Media-Welt und digitalen Bildung eigene Beiträge und gehen Gefahren sowie Präventionsmaßnahmen in Workshops praxisnah auf den Grund.

Elisabeth Aßmann, Geschäftsführerin von LOTTO Mecklenburg-Vorpommern: „Als Landeslotteriegesellschaft tragen wir in Bezug auf die Themen Jugend- und Spielerschutz sowie verantwortungsbewusstes Spielen eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Prävention und Aufklärung sind zentrale Bestandteile unseres täglichen Handelns. In einer zunehmend digitalisierten Welt mit einer Vielzahl seriöser und unseriöser Angebote, erachten wir es als notwendig, alle Menschen, aber insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch die Unterstützung von Aktionen wie dem SMART CAMP zu sensibilisieren. Mit interaktiven und praxisnahen Workshops leistet das SMART CAMP einen wertvollen Beitrag in diesen Bereichen, ermöglicht Austausch, eine kritische Auseinandersetzung und schafft Raum für bewusstes, verantwortungsvolles und selbstbestimmtes Handeln im Umgang mit digitalen Medien, Responsible Gaming und der Prävention von Suchtverhalten.“

Ziel des Projekts ist es, sowohl für Risiken und Gefahren zu sensibilisieren als auch digitale Möglichkeiten selbstbestimmt und kreativ zu nutzen. Simone Stein-Lücke, Geschäftsführerin der BG3000: „Lange habe ich dafür gekämpft, starke Partner zu finden, die sich trauen, die Themen Gaming und Gambling in die Schule zu bringen. Es liegt eine Riesen-Chance darin, sich die Faszination von Jugendlichen für Gaming zunutze zu machen und damit konstruktiv Lern- und Empathievermittlung zu betreiben. Ein großes Dankeschön an Ministerin Stefanie Drese und an LOTTO Mecklenburg-Vorpommern für das großartige Engagement, die klare Haltung und die Unterstützung dieses wichtigen Präventionsprojekts.“

Carola Deiß, Schulleiterin des Schulzentrums Kühlungsborn, begrüßt die Gelegenheit für ihre Schule: „Unsere Schülerinnen und Schüler wachsen mit digitalen Spielen, sozialen Medien und Online-Angeboten auf. Gemeinsam mit den Eltern hat die Schule die Aufgabe, sie dabei nicht allein zu lassen, sondern ihnen Orientierung, Wissen und Handlungssicherheit zu vermitteln. Das SMART CAMP verbindet fachliche Aufklärung mit praktischer Medienarbeit und spricht die Jugendlichen genau dort an, wo ihre Interessen liegen. Für uns ist das eine wertvolle Ergänzung unserer schulischen Medienbildung und ein wichtiger Beitrag zu einem gesunden, reflektierten Umgang mit digitalen Angeboten.“

Digitale Führung durch Auschwitz-Birkenau

Bildungsministerin würdigt langjähriges Engagement des Eldenburg-Gymnasiums Lübz

Lübz – Anlässlich des Projekts „Auschwitz. In front of your eyes“ hat Bildungsministerin Simone Oldenburg das langjährige Engagement des Eldenburg-Gymnasiums Lübz für Demokratiebildung und Erinnerungskultur gewürdigt. Im Rahmen der Themenwoche „Mensch sein“ der 9. Jahrgangsstufe haben Schülerinnen und Schüler der Schule an einem digitalen Live-Rundgang durch die Gedenkstätte Auschwitz teilgenommen. „Die digitale Führung ist ein wichtiges Angebot, um jungen Menschen das Wissen über den Holocaust eindringlich zu vermitteln – gerade dann, wenn ein Besuch vor Ort nicht möglich ist. Erinnerungskultur ist das Fundament unserer Demokratie. Sie schützt vor Geschichtsverfälschung und dem Wiedererstarken menschenverachtender Ideologien“, so die Bildungsministerin.

Mit dem Projekt „Auschwitz. In front of your eyes“ eröffnet die Stiftung Auschwitz-Birkenau neue Wege der historischen Bildung. Die rund 105-minütige Live-Führung wird von speziell geschulten Guides durchgeführt und kombiniert Kamerabilder vom Gelände mit Archivmaterial, Zeitzeugen-Videos und interaktiven Elementen. Sie ist in sieben Sprachen verfügbar und kann über visit.auschwitz.org gebucht werden. Das Angebot ist didaktisch fundiert, interaktiv und niedrigschwellig. Es ersetzt keinen realen Besuch, sondern ergänzt die schulische Vermittlung historisch-politischer Bildung.

Die Idee für das Projekt entstand während der Corona-Pandemie, als die Gedenkstätte für Besucherinnen und Besucher geschlossen war. Heute ist es eine Antwort auf schwindende Zeitzeugen und wachsende gesellschaftliche Herausforderungen. „Da immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen persönlich von ihren Erfahrungen berichten können, gewinnen neue Formate der Erinnerungsarbeit, wie dieses digitale Angebot, an Bedeutung“, sagte Simone Oldenburg. „Denn sie helfen, die Erinnerung an die Menschheitsverbrechen des Nationalsozialismus lebendig zu halten und den Opfern auch für kommende Generationen eine Stimme zu geben“, so Oldenburg.

Wie dies auch in der schulischen Praxis gelingen kann, zeigt das Eldenburg-Gymnasium Lübz nach Ansicht der Ministerin seit vielen Jahren in besonderer Weise durch die Umsetzung zahlreicher Projekte zur historisch-politischen Bildung. So waren Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums beispielsweise an dem Projekt „Als junger Mensch in der Shoah“ beteiligt. Dabei wurden Interviews mit Holocaust-Überlebenden aufgezeichnet und für den Unterricht dauerhaft zugänglich gemacht.

Zur Stärkung der historisch-politischen Bildung hat die Landesregierung die Mittel für Gedenkstättenfahrten in die ehemaligen deutschen NS-Vernichtungslager in Polen auf 300.000 Euro aufgestockt und im Vergleich zum Jahr 2021 damit versechsfacht. Allein in diesem Jahr können somit mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler unter anderem nach Auschwitz fahren. Darüber hinaus wurde die Beantragung von Mitteln für Gedenkstättenfahrten im Inland erleichtert und die Schulen erhalten höhere Zuschüsse. Zusammen mit den Gedenkstätten im Land hat das Bildungsministerium zudem einen Leitfaden sowie Qualitätsstandards für schulische Besuche entwickelt.

Ab dem kommenden Jahr widmen sich alle weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 5 am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust intensiv, jahrgangsbezogen oder jahrgangsübergreifend der Erinnerungsarbeit. Die Verpflichtung zum Gedenk- und Projekttag bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche Aktivitäten zur Auseinandersetzung mit der NS-Gewaltherrschaft ausschließlich an diesem Tag stattfinden müssen. Ziel ist es vielmehr, den 27. Januar sinnvoll in bestehende Unterrichtskonzepte einzubinden. Grundschulen werden ermutigt, sich ebenfalls zu beteiligen.