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Kategorie: KiTa / Bildung / Schule / Uni / Ausbildung

MINT-Landesstrategie für Mecklenburg-Vorpommern

Bildungsministerium fördert Strategieprozess mit 270.000 Euro

Schwerin – Zur Stärkung der MINT-Bildung haben die Teilnehmenden des ersten „Round Table MINT“ eine Kooperationsvereinbarung zur Entwicklung einer gemeinsamen MINT-Landesstrategie für Mecklenburg-Vorpommern unterzeichnet. Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung unterstützt den Strategieprozess mit 270.000 Euro. „Eine starke MINT-Bildung ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes. MINT-Kompetenzen sind eine wichtige Voraussetzung für die Fachkräfte von morgen und eröffnen jungen Menschen vielfältige Bildungs- und Berufsperspektiven“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Mit der gemeinsamen Landesstrategie bündeln wir erstmals die bestehenden Angebote im Land und schaffen einen Rahmen, um die MINT-Bildung in MV nachhaltig weiterzuentwickeln.“

Innerhalb eines Jahres wird die MINT-Landesstrategie in einem Verbundprojekt des Bildungswerks der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommern, des Forschungsverbundes Mecklenburg-Vorpommern und des Vereins MikroMINT erarbeitet. Sie soll die Angebote und Projekte im Bereich der MINT-Bildung in unserem Bundesland bündeln, Versorgungslücken aufdecken und konkrete Handlungsempfehlungen für eine zukunftsfähige MINT-Bildung von der KITA bis zur Hochschule entwickeln.

60 Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Hochschulen, Ministerien, Unternehmen, außerschulischen Lernorten, Verbänden, Stiftungen und weiteren Institutionen haben die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um gemeinsam die MINT-Bildung in Mecklenburg-Vorpommern zu stärken. Zu den Erstunterzeichnern der Kooperationsvereinbarung gehören das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung, das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten sowie die Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung der Landesregierung. Zahlreiche weitere Teilnehmende schlossen sich der Vereinbarung an.

Berufsorientierung stärkt erfolgreiche Ausbildungswege

Oldenburg: frühzeitige Orientierung, praktische Erfahrungen und individuelle Begleitung entscheidend

Schwerin – Mit einer umfassenden Beruflichen Orientierung von der Kita bis zum Abitur unterstützt Mecklenburg-Vorpommern Schülerinnen und Schüler dabei, gezielt eine Berufsausbildung aufzunehmen. „Die neue Bertelsmann-Studie bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Frühzeitige Berufsorientierung, praktische Erfahrungen und individuelle Begleitung sind entscheidend für erfolgreiche Übergänge in Ausbildung und Beruf. Genau hier setzt Mecklenburg-Vorpommern mit seinem Konzept ‚Alle werden gebraucht! – Schulische Berufliche Orientierung für einen guten Übergang in Ausbildung und Beruf‘ den Schwerpunkt“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg anlässlich der Veröffentlichung der Bertelsmann-Studie „Drei Perspektiven – eine Vision“.

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung sieht beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf Reformbedarf und empfiehlt unter anderem mehr Praxisbezug, verlässliche Begleitung und eine stärkere Zusammenarbeit der beteiligten Akteure. Viele dieser Empfehlungen setzt Mecklenburg-Vorpommern bereits jetzt um.

Seit dem Schuljahr 2025/26 ist das Konzept zur Beruflichen Orientierung „Alle werden gebraucht“ für alle Schulen in Mecklenburg-Vorpommern verbindlich. „Schülerinnen und Schüler sollen noch gezielter den Beruf anstreben, der am besten ihren Neigungen entspricht“, so die Bildungsministerin. „Daher haben wir mit einem neuen Konzept die Berufliche Orientierung weiterentwickelt – für einen gelungenen Übergang in Ausbildung und Beruf.“ Das Konzept sieht vor, dass die ökonomische Bildung bereits in der Kita beginnt und in der Grundschule fortgeführt wird. In der weiterführenden Schule wir daraus die Berufliche Orientierung. „Hier sind 25 Tage für Betriebspraktika vorgesehen – so viele wie in keinem anderen Bundesland“, ergänzt Simone Oldenburg.

Auch die Arbeit in Schülerfirmen hat Mecklenburg-Vorpommern gestärkt: Die Landesregierung hat für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler eine Handreichung „Gründung und Betrieb von Schülerfirmen“ erarbeitet, damit wieder mehr Schülerfirmen entstehen können, weil sie Wissen über wirtschaftliche und unternehmerische Zusammenhänge vermitteln und somit ein Baustein für die Berufliche Orientierung sind.

Mit dem Startchancen-Programm von Bund und Ländern unterstützt die Landesregierung Angebote für Schülerinnen und Schüler, die schwierige Startbedingungen haben. Mecklenburg-Vorpommern erhält über einen Zeitraum von 10 Jahren jährlich 17 Millionen Euro.

Zudem hat das Land die Förderangebote weiter ausgebaut, damit mehr Jugendliche die Schule mit einem anerkannten Schulabschluss verlassen. Seit dem Schuljahr 2023/2024 ist der Besuch des Freiwilligen 10. Schuljahres an Regionalen Schulen und Gesamtschulen möglich. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die mehr Zeit zum Lernen brauchen, um die Berufsreife zu erlangen.

Darüber hinaus führt das Land ab dem Schuljahr 2026/2027 an beruflichen Schulen mit Berufsvorbereitungsteil den neuen Bildungsgang „AVdual“ (Ausbildungsvorbereitung dual) ein. Das berufsvorbereitende Angebot startet mit dem Ziel, die Ausbildungschancen und die Anschlussvermittlung von Schülerinnen und Schülern zu verbessern, die den ersten Einstieg in die Berufsausbildung noch nicht geschafft haben.

Ebenfalls zum neuen Schuljahr werden das Angebot „Produktives Lernen“ und der Modellversuch „Berufsreife dual“ in die „Praxisorientierte Berufsreife“ überführt. Statt zwei parallelen Angebote gibt es jetzt ein Angebot, das die Vorzüge beider vereint.

Gemeinsam mit dem Landesausschuss für Berufsbildung hat die Landesregierung zudem in diesem Schuljahr die Arbeitsgruppe „Gemeinsam für erfolgreiche Ausbildungswege“ initiiert, um partnerschaftlich tragfähige Strategien und Angebote zu entwickeln und bestehende Konzepte zu schärfen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Übergänge von der Schule in die berufliche Bildung weiter verbessert und die Potenziale von Schülerinnen und Schülern im Übergangssektor besser genutzt werden können. Land und Landesausschuss für Berufsbildung sind sich einig, dass auch diese Jugendlichen wichtig für die Fachkräftesicherung sind und enger begleitet werden müssen.

Auszeichnungen im Wettbewerb „Schüler staunen“

Schwerin – Sieben Schulen aus der Region Rostock wurden heute für ihre Arbeiten im 21. Wettbewerb „Schüler staunen“ des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg und seiner Partner aus Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und Bildung ausgezeichnet. Insgesamt wurden 14 Projekte prämiert. Zu gewinnen gab es Geld und Sachpreise im Gesamtwert 5.000 Euro.

Untersuchungen von Laichgewässern von Meerforellen, Beobachtungen von Fledermäusen und Wasser im Winter, Modifikation von Drohnen und 3D-Modelle von historischen Bauwerken – dies ist nur eine Auswahl der eingereichten Projekte, die von den SchülerInnen bei der Auszeichnungsveranstaltung im Landesbehördenzentrum präsentiert wurden.

Der Schirmherr der Veranstaltung, der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV, war terminlich leider verhindert. Aber er gratulierte allen Beteiligten sehr herzlich. „Die Projektarbeiten zeigen, wie groß und wie vielfältig das Interesse bei unseren Schülerinnen und Schülern an dem Projektwettbewerb ‚Schüler staunen‘ und damit generell am Klimaschutz in unserem Land ist.

Klares Ziel des Wettbewerbes ist es, die Nachwuchswissenschaftler zu motivieren, eigene Projekte auf die Beine zu stellen. So werden sie spielerisch an Themen wie Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung herangeführt. Außerdem leistet jeder Teilnehmer einen wichtigen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das haben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich gemeistert.“

Den traditionsreichen Wettbewerb gibt es seit 1994. Es standen folgende Themenbereiche zur Auswahl:

  • Lebensraum Natur,
  • Zukunftsfähig mobil,
  • Unsere Ostseeküste,
  • Lebenselixier Wasser & gesunde Ernährung,
  • Energie, Rohstoffe und Abfälle sowie
  • Nachhaltige (Land-)Wirtschaft & Digitalisierung.

Zweiter Landesfachtag Niederdeutsch

Impulse, Austausch und neue Perspektiven für die niederdeutsche Sprachbildung in Kita und Schule

Stavenhagen – Unter dem Motto „Un lacht un lücht un schimmert – 150 Johr Martha Müller-Grählert/Und lacht und leuchtet und schimmert – 150 Jahre Martha Müller-Grählert“ findet am 24. Juni 2026 der 2. Landesfachtag Niederdeutsch in Stavenhagen statt. Lehr- und Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen und Schulen haben die Gelegenheit sich zu vernetzen und neue Impulse für den Einsatz der niederdeutschen Sprache in Kitas und Schulen zu gewinnen. „Plattdüütsch ist ein wichtiger Teil unserer kulturellen Identität. Die Sprache verbindet Menschen über Generationen hinweg und gehört fest zur Geschichte und Gegenwart Mecklenburg-Vorpommerns. Unser Ziel ist es, Niederdeutsch nicht nur als Kulturerbe zu bewahren, sondern als lebendige Sprache in den Kitas und Schulen des Landes weiterzugeben“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg im Vorfeld der Veranstaltung.

Das Programm bietet einen Mix aus Fachvorträgen und praxisnahen Workshops für den Einsatz in Kitas und Schulen sowie vielfältige Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Zudem werden aktuelle Maßnahmen zur Stärkung des Niederdeutschen vorgestellt, darunter neue Informations- und Unterrichtsangebote.

Darüber hinaus wird die Niederdeutschbotschafterin Jette Bolz in Stavenhagen den Wettbewerb zum „Niederdeutschen Schülerwort des Jahres 2026“ ausrufen. Das Gewinnerwort wird auf dem 3. Landesfachtag Niederdeutsch im November 2026 ausgezeichnet.  Im vergangenen Jahr wurde „Dösbaddel“ zum „Niederdeutschen Schülerwort des Jahres“ gewählt. „Wir wollen möglichst viele junge Menschen für das Plattdeutsche begeistern. Der Wettbewerb ist eine tolle Gelegenheit für Schülerinnen und Schüler sich aktiv mit der plattdeutschen Sprache auseinanderzusetzen und eigene Ideen mit einzubringen“, so die Bildungsministerin.

Niederdeutsch ist eine anerkannte Regionalsprache Deutschlands und wird durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen sowie durch Artikel 16 Absatz 2 der Landesverfassung Mecklenburg-Vorpommerns geschützt. Mecklenburg-Vorpommern nimmt bei der Förderung der niederdeutschen Sprache bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Seit dem ersten niederdeutschen Abitur im Jahr 2017 ist Niederdeutsch fest im Bildungssystem verankert. Im laufenden Schuljahr lernen 1.063 Schülerinnen und Schüler die Regionalsprache. An 35 Schulen gibt es entsprechende Angebote.

Der Landesfachtag Niederdeutsch findet am 24. Juni 2026 von 09:30 Uhr bis 16:00 Uhr im Schloss Stavenhagen statt. Er wird durch das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald und den Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. unterstützt.

Mecklenburg-Vorpommern stärkt Niederdeutsch

Oldenburg: Niederdeutsch als lebendige Sprache in den Kitas und Schulen im Land weitergeben

Mühlen Eichsen – Im Zuge der Niederdeutsch-Wochen in Mecklenburg-Vorpommern hat Bildungsministerin Simone Oldenburg heute die Regionale Schule mit Grundschule in Mühlen Eichsen besucht. Dort informierte sie sich über die Niederdeutsch-Angebote an der Schule, unter anderem erhielt sie einen Einblick in ein Kunst-Niederdeutsch-Projekt. „Mit Angeboten für Niederdeutsch an unseren Schulen und Kindertageseinrichtungen wollen wir die Lütten an die niederdeutsche Sprache heranführen, Plattdeutsch in ihren Alltag bringen und so dafür sorgen, dass es als lebendige Sprache bewahrt wird“, sagte die Bildungsministerin.

Aktuell lernen mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler an 35 Schulen Niederdeutsch. An sogenannten Profilschulen wird ein besonderer Schwerpunkt auf Niederdeutsch gelegt. Zu den Profilschulen gehören das Goethe‑Gymnasium Demmin, das Gymnasiale Schulzentrum Dömitz, der RecknitzCampus Laage und der Reuterstädter Schulcampus Stavenhagen. Ab dem kommenden Schuljahr eröffnen die KGS Am Sund in Stralsund und das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Wismar Niederdeutsch‑Profilschwerpunkte, sodass künftig noch mehr Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur Niederdeutsch lernen können.

Folgende Angebote setzt das Land im Bereich Niederdeutsch bereits um:

  • Neues Landesprogramm: Die Neufassung von „Meine Heimat – Mein modernes Mecklenburg‑Vorpommern“ erscheint unter dem Titel „Hier bün ik Tauhus“ und richtet sich langfristig an die Förderung von Niederdeutsch und Heimatpflege vom frühkindlichen Bereich bis zum lebenslangen Lernen. Die niederdeutsche Übersetzung soll bis Ende 2026 fertig sein.
  • Förderung von Kitas: 15 000 € wurden 2025 bewilligt und 2026 erneut bereitgestellt, um Niederdeutsch‑Angebote in Kindertageseinrichtungen zu stärken.
  • Digitale Infrastruktur: Ausbau der Lernplattform itslearning zur Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien für Grund- und weiterführende Schulen.
  • Systematisches Mapping & Qualitäts‑Siegel: Erfassung aller Niederdeutsch‑Angebote, Evaluation nach der Europäischen Sprachencharta und Auszeichnung weiterer Kitas/Schulen mit dem Plattdeutsch‑Siegel.
  • Plattdeutsch‑Wettbewerb (alle 2 Jahre)
  • Sprachcamp „Plietsch & Platt“
  • Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte
  • Landesfachtage Niederdeutsch: Mit Vorträgen, Workshops und Netzwerkgelegenheiten
  • Curriculare Verankerung: Das Querschnittthema „Niederdeutsch und Heimatpflege“ ist bereits in die Rahmenpläne aller Schulformen integriert; ab dem Schuljahr 2026/27 wird der Grundschul‑Rahmenplan überarbeitet, um die Vorgaben weiterzuentwickeln.

15 Jahre Lindenschule Lübtheen

Erfolgsmodell für Bildung und ländliche Entwicklung

Lübtheen – Mit einem Festakt hat die Lindenschule Lübtheen heute ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert. Zu den Gratulanten gehörte auch Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus. In seinem Grußwort würdigte er die Schule als wichtigen Bildungsstandort und als Beispiel für die erfolgreiche Entwicklung des ländlichen Raums in Mecklenburg-Vorpommern.

„Eine gute Schule ist weit mehr als ein Ort des Lernens. Sie ist Treffpunkt, Identifikationsort und Zukunftswerkstatt einer ganzen Region. Wer starke ländliche Räume will, muss in Bildung investieren. Die Lindenschule zeigt eindrucksvoll, wie sich dieser Einsatz auszahlt“, sagte Backhaus.

Die heutige Lindenschule entstand aus der Zusammenlegung der ehemaligen Grundschule und Realschule in Lübtheen. Mit Unterstützung von Fördermitteln aus der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) wurde der Schulstandort grundlegend saniert, erweitert und zu einem modernen Schulzentrum entwickelt. Das Gebäude wurde in Passivbauweise umgestaltet und wird vollständig mit Erdwärme beheizt.

Allein für den Umbau und die energetische Sanierung der Schule wurden Investitionen von rund 4,75 Millionen Euro realisiert. Davon entfielen 500.000 Euro auf die ILE-Förderung sowie weitere erhebliche Mittel aus Programmen für die energetische soziale Infrastruktur und den Klimaschutz.

„Die Lindenschule ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wir mit einer klugen Förderung mehrere Ziele gleichzeitig erreichen können: bessere Bildungsbedingungen für junge Menschen, mehr Lebensqualität für Familien und eine nachhaltige Entwicklung unserer Städte und Gemeinden“, betonte der Minister.

Neben der Schule wurden in den vergangenen Jahren weitere Projekte rund um den Bildungs- und Freizeitstandort gefördert. Dazu gehören der Umbau der Sporthalle zu einer modernen Freizeithalle, die Gestaltung eines Schulgartens als Erlebnisnaturgarten sowie die Sanierung des Schulsportplatzes. Insgesamt flossen allein für diese Maßnahmen mehr als 940.000 Euro an Fördermitteln in den Standort Lübtheen.

Backhaus hob hervor, dass die Entwicklung des ländlichen Raums für die Landesregierung weiterhin höchste Priorität besitzt: „Unser Ziel ist klar: Junge Menschen sollen auch außerhalb der großen Städte beste Bildungs- und Entwicklungschancen vorfinden. Dafür brauchen wir moderne Schulen, attraktive Freizeitangebote, leistungsfähige Infrastruktur und engagierte Menschen vor Ort. Die Lindenschule steht beispielhaft für diesen Anspruch.“

Der Minister dankte der Schulleitung, den Lehrkräften, den Eltern sowie den kommunalen Verantwortlichen für ihr langjähriges Engagement. Besonders würdigte er die Rolle der Schule als festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Region.

„15 Jahre Lindenschule bedeuten 15 Jahre Bildungsarbeit, Gemeinschaft und Zukunftsgestaltung. Ich wünsche der Schule, ihren Schülerinnen und Schülern sowie allen Beschäftigten weiterhin viel Erfolg und eine gute Entwicklung.“

Die Lindenschule Lübtheen besteht seit 2011 als Regionale Schule mit Grundschulteil. Sie entstand durch die Zusammenführung bestehender Schulstandorte und wurde mit Unterstützung der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) umfassend modernisiert. Der heutige Schulcampus gilt als eines der bedeutendsten Bildungsprojekte der Stadtentwicklung in Lübtheen.

Martha Müller-Grählert neu entdecken

Neue multimediale Unterrichtsmaterialien der niederdeutschen Dichterin in Greifswald vorgestellt

Greifswald – Plattdeutsch-Lehrkräfte haben sich in einer Fortbildung des Kompetenzzentrums für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald mit der neuen multimedialen Unterrichtshandreichung „Ehr dusendstimmig Lied/Ihr tausendstimmiges Lied“ auseinandergesetzt. Die didaktischen Materialien widmen sich dem Leben und Werk der niederdeutschen Dichterin Martha Müller-Grählert, deren Geburtstag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährt.

„Mit der neuen Handreichung für den Unterricht gelingt es, Niederdeutsch, Literatur und Musik auf innovative Weise miteinander zu verbinden. Die Materialien machen das kulturelle Erbe unseres Landes für junge Menschen erlebbar und zeigen, wie lebendig und aktuell die niederdeutsche Sprache ist“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg anlässlich der Veranstaltung.

„Die Neuvertonungen holen die Texte von Martha Müller-Grählert in die Gegenwart. So werden die Gedichte hörbar, lebendig und eröffnen Kindern und Jugendlichen neue Zugänge zur niederdeutschen Sprache“, sagte die Landesbeauftragte für Niederdeutsch, Nadine Koop, in ihrem Grußwort.

Die Präsentation der CD „Ehr dusendstimmig Lied – Neuvertonungen der Lyrik Martha Müller-Grählerts“ im Pommerschen Landesmuseum wurde durch ein Konzert der inklusiven Band „Seaside“ begleitet und fand vor Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften und weiteren Gästen statt.

Anlässlich der Veranstaltung hob Bildungsministerin Simone Oldenburg die Bedeutung des Projekts für die Bildungsarbeit an Schulen hervor und würdigte die Rolle der Lehrkräfte: „Die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern leisten einen wichtigen Beitrag, um das Niederdeutsche zu bewahren und die Sprache zu vermitteln. Fortbildungen wie diese unterstützen Lehrkräfte dabei, Schülerinnen und Schüler für Sprache, Geschichte und regionale Identität zu begeistern.“

Martha Müller-Grählert zählt zu den bekanntesten niederdeutschen Autorinnen Norddeutschlands. Ihr Gedicht „Mine Heimat“, das als Ostseewellenlied weltweite Bekanntheit erlangte, wird bis heute gesungen. Die neue Unterrichtshandreichung knüpft an dieses literarische Erbe an und macht Leben und Werk der Schriftstellerin für den Schulunterricht zugänglich.

M-V baut Brücken von der Kita bis zur Berufsausbildung

Oldenburg: Jedes Kind soll die Unterstützung erhalten, die es braucht, um seinen Bildungsweg erfolgreich gehen zu können

Schwerin – Mit einer umfassenden Strategie für mehr Bildungsgerechtigkeit hat Mecklenburg-Vorpommern neue und gezielte Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche entlang der gesamten Bildungsbiografie geschaffen. Ziel ist es, jedem Kind den Bildungsweg zu ermöglichen, der zu seinen Talenten, Interessen und Fähigkeiten passt – unabhängig vom Einkommen und Bildungsstand der Eltern. „Wir wollen ein Bildungssystem, das stärkt und nicht ausgrenzt“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Jedes Kind soll die Unterstützung erhalten, die es braucht, um seinen Bildungsweg erfolgreich gehen zu können. Daran haben wir in dieser Wahlperiode intensiv gearbeitet und viele neue Angebote aufgelegt.“

Die Strategie „Brückenbauen von der Kita bis zur Berufsausbildung“ bündelt Maßnahmen, die die Übergänge im Bildungssystem stärken und Brüche vermeiden. Dabei setzt das Land auf individuelle Förderung, längeres gemeinsames Lernen, multiprofessionelle Unterstützung und gezielte Hilfen für Kinder mit besonderem Förderbedarf. „Jedes Kind startet mit einem anderen Rucksack ins Leben – ob groß oder klein, leicht oder schwer. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass daraus keine Bildungsbarrieren entstehen“, sagte Oldenburg. „Wir wollen Bildungswege eröffnen, nicht verbauen.“

Ein zentraler Ansatz der Strategie besteht darin, Kinder frühzeitig entsprechend ihren Fähigkeiten zu fördern. Bereits in der Kita werden sprachliche, mathematische, soziale und emotionale Kompetenzen systematisch gestärkt. „Die beitragsfreie Kita ist eine entscheidende Grundlage für echte Bildungsgerechtigkeit“, erklärte Oldenburg. „Sie ist der größte sozialpolitische Erfolg, weil wir Familien pro Kind um 18.000 Euro von der Krippe bis zum Hort entlasten. Frühe Förderung darf keine Frage des Einkommens sein“, so die Ministerin.

In Perspektivkindergärten, also Einrichtungen in sozial herausfordernden Lagen, und Sprach-Kitas gibt es zusätzliche personelle Unterstützung. Das Projekt „Lesereise MV“ begeistert frühzeitig für Sprache und Bücher. Das geplante Startchancen-Programm für Kitas mit Mitteln vom Bund ist bereits enthalten.

Gleichzeitig werden Eltern stärker einbezogen und Übergänge zwischen Kita, Grundschule und weiterführender Grundschule verbessert, Kinder und Jugendliche werden gezielt begleitet.

Auch in den Schulen steht die individuelle Förderung im Mittelpunkt. Zusätzliche Unterrichtsstunden in Deutsch, Mathematik und Englisch, individuelle Lernzeiten, flexible Bildungswege und multiprofessionelle Teams sollen sicherstellen, dass Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren Stärken lernen können. In multiprofessionellen Teams arbeiten Personen verschiedener Berufsgruppen, die sich unterstützen. Hierzu zählen Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen.

„Nicht jedes Kind lernt gleich schnell und geht denselben Weg“, so Oldenburg. „Deshalb machen wir Angebote, die den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. Besonders wichtig ist dabei, junge Menschen nicht frühzeitig aus dem Bildungssystem zu verlieren.“ Frühwarnsysteme, flexible Abschlussmöglichkeiten und neue Wege in der Beruflichen Orientierung mit vielen Praxisanteilen sollen mehr Jugendlichen einen bundesweit anerkannten Schulabschluss führen und ihnen den Einstieg in den Beruf erleichtern.

So richtet sich das Freiwillige 10. Schuljahr an Schülerinnen und Schüler, die mehr Zeit zum Lernen brauchen. Sie haben damit die Chance mit der Berufsreife einen bundesweit anerkannten Abschluss zu erlangen. Der neue Bildungsgang „Ausbildungsvorbereitung dual“ (AVdual) startet im Schuljahr 2026/2027 mit dem Ziel, die Ausbildungschancen und die Anschlussvermittlung von Schülerinnen und Schülern zu verbessern, die den ersten Einstieg in die Berufsausbildung noch nicht geschafft haben. Das Produktive Lernen und die Berufsreife dual verknüpfen Schule und Arbeitsleben. Sie werden im kommenden Schuljahr zur Praxisorientierten Berufsreife zusammengeführt.

Die Strategie für mehr Bildungsgerechtigkeit – Brückenbauen von der Kindertagesförderung bis zur Berufsbildung führt alle Angebote und Programme auf und ist online abrufbar.