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Kategorie: Natur und Umwelt

Mit dem Monat März startet bei uns in MV die Waldbrandsaison

Schwerin – Pünktlich zum Start der Waldbrandsaison zeigt sich das Wetter bereits frühlingshaft. Aktuell ist die Gefahrenlage aufgrund der noch sehr feuchten Nächte gering. Auch der Oberboden ist an den meisten Orten ausreichend feucht, sodass landesweit die niedrigste Wald-brandgefahrenstufe ausgerufen werden konnte.

„Der Anschein des „vielen“ Niederschlages der letzten Wochen kann trügen“, weiß Land- und Forstwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Mit steigenden Temperaturen und leichten Winden trocknen die über den Winter verwelkte Gras- und Krautschichten schnell wieder aus und noch vor der Zeit des Blattaustriebes kann sich hier besonders leicht ein Feuer entfachen.“

Vor diesem Hintergrund noch einige Hinweise des Ministers:

  • Rauchen Sie nicht im Wald und in der Feldflur!
  • Werfen Sie keine Zigarettenreste aus dem Auto! Benutzen Sie Ihren Bordaschenbecher!
  • Verzichten Sie auf etwaig geplante Lagerfeuer und Grillabende in Waldnähe; Falls dies unvermeidbar ist, nutzen Sie für Lagerfeuer und Grillabende nur ausgewiesene Grill- und Lagerfeuerplätze, auf denen Sie einen ausreichenden Brandschutz sichern können. Halten Sie dabei einen Mindestabstand zum Wald von 50m ein!
  • Parken Sie nur auf ausgewiesenen Waldparkplätzen! Ermöglichen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit den Lösch- und Rettungskräften eine rasche und ungehinderte Zufahrt zum Brandherd, indem Sie die Waldwege freihalten!
  • Melden Sie alle Brände unverzüglich der Feuerwehr (Notruf 112) oder der Polizei (Notruf 110)!

Weitere Informationen zur Waldbrandgefahr und allgemeine Hinweise zum Wald-brandschutz in Mecklenburg-Vorpommern gibt es unter diesem Link

 Waldbrandschutz – Wald-MV

Bäume statt Böller – lieber in „Ökowertpapiere“ investieren

Schwerin – Gemeinsam für die Zukunft pflanzen, statt Böller in die Luft zu schießen, empfiehlt Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus mit Blick auf die Silvesterfeier anlässlich des bevorstehenden Jahreswechsels.

„Anstatt das Geld im wahrsten Sinne in die Luft zu schießen, sollten wir es lieber sinnvoll einsetzen und davon einen Beitrag leisten für Klimaschutz, Artenschutz und sauberes Wasser. Das Land Mecklenburg-Vorpommern bietet dazu gute und praktische Möglichkeiten. Über unsere „Ökowertpapiere“ können wir durch freiwillige Beiträge Wälder und Hecken pflanzen, Moore vernässen oder auch Streuobstwiesen anlegen. Die Projekte warten nur darauf, umgesetzt zu werden. So ein Böller verursacht Umweltverschmutzung, verschreckt Tiere und ist nach wenigen Sekunden vergessen. Doch Bäume überleben Generationen, helfen dem Klima und bieten Lebensraum und Nahrung für andere Lebewesen“, sagt Backhaus.

„Ökowertpapiere“ erlauben es auch Einzelpersonen, Geld zum Beispiel in die Pflanzung neuer Klimawälder zu investieren. Ihnen wird für ihren freiwilligen Beitrag für den Klimaschutz eine Bescheinigung, symbolisch als Waldaktie, MoorFutures, Streuobstgenussschein oder Heckenscheck ausgestellt. Jedes Wertpapier hat dabei seine eigenen besonderen Vorteile für verschiedene Ökosystemleistungen.

„Die Klimakrise betrifft uns alle. Sie ist eine zentrale Herausforderung für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die gute Nachricht: Jeder kann in ‚Ökowertpapiere‘ investieren und so einen Beitrag leisten – das ganze Jahr über“, sagt der Minister mit Verweis auf das Kompetenzzentrum „Ökowertpapiere“, welches zum Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV gehört. Es bietet vier „Ökowertpapiere“ an: die Waldaktie, die MoorFutures, den Streuobstgenussschein und den HeckenScheck. Neben dem natürlichen Klimaschutz verfolgen die „Ökowertpapiere“ weitere wichtige Ökosystemleistungen, zum Beispiel die Verbesserung der Wasserqualität (Wald, Moor), die Verminderung der Winderosion (Hecke, Wald) und die Wasserrückhaltung (Moor, Hecke).

 Die Waldaktie finanziert zum Beispiel Erstaufforstungsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem Start im Jahr 2007 wurden etwa 150.000 Waldaktien im Werte von rund 1,5 Millionen Euro verkauft, die zusätzlich für Aufforstungsmaßnahmen verwendet werden konnten.

„Übrigens eignen sich die ‚Ökowertpapiere‘ auch prima als Weihnachtsgeschenk. Sie können bequem im Online-Shop erworben werden“, sagt Backhaus abschließend.

 Kompetenzzentrum Ökowertpapiere – z-eco.de

Rohöl-Austritt an Pipeline Rostock–Schwedt

Gewässer in MV nicht betroffen

Schwerin – Bei Wartungsarbeiten an der Ölpipeline Rostock–Schwedt in Gramzow (Uckermark) kam es am Mittwochnachmittag zu einem technischen Defekt. Nach bisherigen Erkenntnissen lösten sich zwei Sicherungsbolzen an einer Schieberstation aus bislang ungeklärter Ursache. In der Folge trat Rohöl unter hohem Druck fontänenartig aus der Leitung aus. Zwei Personen wurden dabei benetzt und vor Ort ambulant ärztlich versorgt.

Rund 200.000 Liter Rohöl gelangten in das umliegende Erdreich sowie in einen angrenzenden Bach. Die Werkfeuerwehr der PCK Raffinerie GmbH sowie der Gefahrenstoffzug des Landkreises Uckermark brachten umgehend eine Ölsperre aus und leiteten Gegenmaßnahmen ein. Laut Pressemeldungen konnte die Leckage gegen 19:45 Uhr weitgehend abgedichtet werden. Es wird davon ausgegangen, dass das Öl aufgrund der feuchten Bodenverhältnisse nur gering eingedrungen ist. Eine Gefährdung des Grundwassers gilt derzeit als unwahrscheinlich.

Nach aktuellem Kenntnisstand sind Oberflächengewässer und Grundwasser in Mecklenburg-Vorpommern nicht betroffen. Das StALU Vorpommern ist informiert und verfolgt die Lage weiterhin aufmerksam. Aus Sicht des Ministeriums besteht derzeit kein weiterer Handlungsbedarf.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus steht in direktem Kontakt mit seiner brandenburgischen Amtskollegin Hanka Mittelstädt und betont: „Die Havarie zeigt, wie wichtig hohe Sicherheitsstandards und eine schnelle Einsatzbereitschaft vor Ort sind. Ich bin erleichtert, dass nach aktuellem Stand keine Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern betroffen sind. Wir bleiben dennoch wachsam und in engem Austausch mit den zuständigen Behörden, bis die Situation vollständig geklärt ist.“

Waldaktie weiter auf Erfolgskurs

Stadtwerke Rostock unterstützen

Rostock – Die ewig junge Waldaktie erfreut sich nach fast zwanzig Jahren weiter großer Beliebtheit. Ab 1. Januar 2026 bietet die Stadtwerke Rostock AG ein attraktives neues Energieangebot und nutzt dafür die Waldaktie.

Mit dem Abschluss des neuen Tarifs OSTSEE-STROM REGIO-PLUS beziehen die Kundinnen und Kunden nicht nur regional erzeugten Ökostrom, sondern auch in jedem Jahr eine Waldaktie. Das Besondere dabei: Der Energiedienstleister kauft ebenfalls jeweils ein weiteres der Ökowertpapiere selbst. Das bringt doppelten Gewinn für neue Wälder in Mecklenburg-Vorpommern. Auch mit dem Tarif KÜSTEN-GAS REGIO-PLUS werden Waldaktien gleichermaßen gefördert.

„Diese neuen Energieangebote spiegeln unsere regionale Identität wider. Ich freue mich, dass wir mit der Waldaktie ein Projekt gewonnen haben, das den Klimaschutz vor Ort unterstützt“, erklärt Heike Witzel, Vorstand der Stadtwerke Rostock AG.

Klimaschutzminister Dr. Backhaus freut sich über das Engagement der Stadtwerke Rostock: „Gerade vor dem Hintergrund der stockenden Klimaverhandlungen auf internationaler Bühne ist das regionale Engagement sehr wichtig! Wir können von anderen nur so viel erwarten, wie wir selbst bereit sind zu tun. Ich begrüße die Initiative aus Rostock daher sehr.“

Die Waldaktie finanziert Erstaufforstungsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem Start wurden etwa 150.000 Waldaktien im Werte von rund 1,5 Mio. € verkauft, die zusätzlich für Aufforstungsmaßnahmen verwendet werden konnten.

Dazu Minister Backhaus: „Die Erstaufforstung gehört neben der Moorwiedervernässung zu den wirkungsvollsten Instrumenten, die wir im natürlichen Klimaschutz haben. Wachsende Bäume entziehen der Atmosphäre Kohlendioxid. Sie sind dabei viel preiswerter als technische Lösungen und erbringen über den Klimaschutz hinaus eine Reihe weiterer gesellschaftlich relevanter Ökosystemleistungen. Nicht zuletzt ist ein Klimawald auch immer ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Arten.“

Die über die Stadtwerke Rostock zur Verfügung gestellten Mittel werden im Revier des Forstamtes Wredenhagen zur Aufforstung eingesetzt.

Die Waldaktie ist eines von derzeit vier „Ökowertpapieren“ (neben der Waldaktie gibt es noch die MoorFutures, den Streuobstgenussschein und den HeckenScheck). Sie werden über das Kompetenzzentrum Ökowertpapiere im Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt angeboten. Weitere Informationen unter Zukunft durch natur­basierte Lösungen – z-eco.de

Neben dem natürlichen Klimaschutz verfolgen die Ökowertpapiere weitere wichtige Ökosystemleistungen, zum Beispiel die Verbesserung der Wasserqualität (Wald, Moor), die Verminderung der Winderosion (Hecke, Wald) und die Wasserrückhaltung (Moor, Hecke).

Die Stadtwerke Rostock AG bietet eine umweltschonende, sichere und zukunftsfähige Erzeugung und Versorgung mit Energie. Sie ist Treiber der Energiewende vor Ort und ein moderner sowie kompetenter Dienstleister für Rostock und die Küstenregion mit etwa 700 Mitarbeitenden. Zusammen mit der Stadtwerke Rostock Netzgesellschaft betreibt sie Strom-, Gas- und Fernwärmenetze in der Region Rostock.

Außerdem bieten die Stadtwerke regionale, zukunftssichere Kommunikationslösungen auf Basis von Glasfaserinfrastruktur in Rostock und der Küstenregion an. Die Stadtwerke schaffen innovative Lösungen zur Realisierung von Smart City-Projekten, nachhaltigen Mobilitätskonzepten und sind kompetenter Partner für smarte Technologien sowie Dienstleistungen im urbanen Raum.

Erfolgreiches Wirtschaften und die nachhaltige Entwicklung der Umwelt stehen dabei in einem engen Zusammenhang. So ist das Energiesystem der Zukunft der Stadtwerke Rostock klimaschonend, effizient und sicher.

Freiflächen am nördlichen Warnowrund werden gestaltet

Rostock – Als erste Investition im Fördergebiet „Nördliches Warnowrund“ plant die Hanse- und Universitätsstadt Rostock nun die Freiflächengestaltung. Zunächst soll der südliche Teil des ehemaligen Deponiegeländes Dierkow als natürlicher Landschaftspark mit Bänken, Sitzgruppen und Spielgeräten ausgeführt werden. Die Fläche befindet sich gegenüber dem Stadthafen Rostock und grenzt direkt an den geplanten Warnow-Rundweg.

Ein Ballspielfeld mit einer Fläche von rund 700 Quadratmetern wird im östlichen Bereich eingerichtet. Die vorhandene Vegetation wird weitgehend erhalten und durch Bäume und Gehölze ergänzt. Blühwiesen sollen die ökologische Vielfalt stärken.

Die Kosten werden rund 1,7 Millionen Euro betragen, wovon etwa 1,15 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln von Bund, Land und Kommune bereitgestellt werden.

Auslöser für die Aufnahme des Fördergebietes „Nördliches Warnowrund“ in das Städtebauförderprogramm im Jahr 2020 war das ursprünglich im Zusammenhang mit der BUGA 2025 geplante Projekt Stadtpark.

Durch die BUGA-Absage wird das Projekt Stadtpark nicht mehr im ursprünglich vorgesehenen Umfang verfolgt, sondern in drei Einzelmaßnahmen gegliedert: Freiflächengestaltung der südlichen Fläche der ehemaligen Deponie, Brücke Hechtgraben und Bau eines Teilabschnittes des Warnow-Rundweges entlang des Landschaftsparks mit Geh- und Radweg.

Die drei Einzelmaßnahmen sollen voraussichtlich 2026 realisiert werden.

Backhaus warnt vor Küstenabbrüchen

Schwerin – Besonders im Herbst und Winter, wenn Regen, Frost und Sickerwasser das Erdreich durchdringen, besteht die Gefahr von Hangrutschen. Umweltminister Dr. Till Backhaus mahnt zur Vorsicht.

„Wechselhaftes Herbstwetter mit Niederschlägen, Stürmen, Schnee und Frost machen die Küste brüchig. Die Böden sind feucht und aufgeweicht, da kann es schnell zu Bewegungen kommen. Risse im Boden oder überhängende Bäume sind erste Anzeichen für weitere Bewegung. Deshalb bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste, bei Ausflügen und Strandspaziergängen besonders vorsichtig zu sein und sich von den Steilufern fernzuhalten. Sie brechen ohne Vorwarnung.

Am Fuß der Steilküsten können Erd- und Felsmassen Spaziergänger treffen. Auch an Dünen können sich sogenannte Kliffkanten bilden. Das sind Abbrüche, die durch Sturmhochwasser entstehen und bis zu sieben Meter hoch sein können. Typischerweise kommt dies in der Zeit von Oktober bis Ende März eines jeden Jahres häufiger vor als im Sommer. Beachten Sie Warnschilder und Absperrungen! Bleiben Sie auf gekennzeichneten Wegen! Familien mit Kindern sollten besonders wachsam sein“, betont er.

Große Bauwerksinspektion am Sperrwerk Greifswald-Wieck

Greifswald – Das Sperrwerk Greifswald Wieck wurde im Frühjahr 2016 in Betrieb genommen. Vor Ablauf der Gewährleistungsfrist fand im November/Dezember 2019 die erste große Bauwerkinspektion mit Trockenlegung des Hauptverschlusses in der Bundeswasserstraße Ryck statt.

Diese, in sechsjährigem Abstand, vorgeschriebene große Bauwerksinspektion findet planmäßig im Zeitraum 03.11.2025 bis 19.12.2025 statt. Neben der eigentlichen Inspektion wird die Trockenlegung genutzt, um notwendige Wartungs- und Revisionsarbeiten an sonst unzugänglichen Bereichen planmäßig vorzunehmen. Insbesondere werden dabei Kunststoffdichtungen und andere Verschleißbauteile getauscht, sowie Ausbesserungs­arbeiten am Korrosionsschutz des stählernen Hauptverschlusses vorgenommen.

Während der Bauwerksinspektion kommt es werktags zwischen 8:00 und 18:00 Uhr zu zeitweiligen Einschränkungen in der Passierbarkeit der Wiecker Promenade. Der Ryck ist seit dem 21.11.2025 durchgängig gesperrt. Kraftfahrzeugführer und Passanten werden gebeten auf die Sperrzeichen zu achten.

Die Arbeiten sollen bis Weihnachten abgeschlossen sein.

M-V richtet die ersten „Mecklenburger Büffeltage“ aus

Schwerin – Die Landesforschungsanstalt MV lädt heute erstmals zum „Mecklenburger Wasserbüffeltag“ auf das Gut Darß in Born ein. Anlass ist die wachsende Bedeutung der Wasserbüffelhaltung im Land, die eng mit den Herausforderungen und Chancen der Moorrenaturierung, des Naturschutzes und einer nachhaltigen Landwirtschaft verknüpft ist. MV verfügt inzwischen über rund 100 Halterinnen und Halter mit etwa 1.500 Tieren – der zweitgrößte Bestand Deutschlands.

Klimaschutz- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus betont die Zukunftsrelevanz dieser Tierart: „Wasserbüffel sind keine exotische Randerscheinung mehr, sondern können zu einem echten Zukunftstier für Mecklenburg-Vorpommern werden. Sie sind robust, genügsam und hervorragend geeignet, nasse Moor- und Feuchtflächen zu beweiden. Genau solche Lösungen brauchen wir, wenn wir die Wiedervernässung unserer Moorböden mit Landwirtschaft, Naturschutz und regionaler Wertschöpfung zusammendenken wollen.“

Robuste Tiere mit besonderen Fähigkeiten

Wasserbüffel gelten als äußerst anpassungsfähig: Sie verwerten Grobfutter, Heu, Stroh sowie Wasser- und Sumpfpflanzen, die für Rinder kaum nutzbar sind. Ihre breiten Klauen und ihr sicherer Tritt machen sie ideal für nasse, schwer zugängliche Standorte. Gleichzeitig liefern sie hochwertiges Fleisch mit einem günstigen Fettsäuremuster und Milch mit sieben bis acht Prozent Fett – Grundlage traditioneller Mozzarellaproduktion.

Backhaus unterstreicht: „Wasserbüffel können dort grasen, wo moderne Technik an ihre Grenzen stößt. Sie verbinden Klimaschutz und Landschaftspflege mit neuen regionalen Wertschöpfungswegen – vom Fleisch über Milchprodukte bis hin zum Tourismus.“

Wasserbüffel und Moorwiedervernässung

Die Landesregierung treibt die Wiedervernässung trockengelegter Moore voran, da diese Flächen große Mengen CO₂ freisetzen. Hier spielen Wasserbüffel eine wichtige Rolle: Sie verhindern durch Beweidung die Verbuschung, fördern die Biodiversität und ermöglichen eine schonende Nutzung der Flächen.

Aber es gibt noch viele Fragen zur Haltung zu klären. Das Ministerium hat deshalb ein zweijähriges Forschungs- und Praxisprojekt der LFA finanziell unterstützt, das Haltung, Tiergesundheit, Fleischqualität und Tierwohl wissenschaftlich begleitet. Forschungen der Universität Rostock, des FBN Dummerstorf und digitale Sensoranalysen liefern erstmals belastbare Daten zur Büffelhaltung unter norddeutschen Bedingungen.

Backhaus würdigt die Ergebnisse: „In nur 18 Monaten wurden wichtige Grundlagen erarbeitet – von der Tiergesundheit über Haltungsbedingungen bis zum Weidemanagement. Diese Erkenntnisse sind wertvoll, weil sie Landwirtinnen und Landwirten erstmals eine wissenschaftlich fundierte Basis geben, um zu entscheiden, ob die Haltung von Wasserbüffeln eine Option für den eigenen Betrieb sein kann.“

Herausforderungen: Schlachtung, Bürokratie und Vermarktung

Gleichzeitig weist der Minister auf bestehende Hürden hin. Die Schlachtung ist aufgrund der verstärkten Schädelplatte der Wasserbüffel anspruchsvoller, geeignete regionale Schlachtstätten sind selten. Mobile Schlachtungen werden von Haltern nachgefragt, sind aber bislang kaum im Einsatz. Zudem fehlen teils zuverlässige Vermarktungswege, und die Bewirtschaftung von Naturschutzflächen ist oft durch komplexe Regularien erschwert.

Backhaus: „Die Wasserbüffelhaltung bietet große Chancen, aber wir müssen die Rahmenbedingungen weiter verbessern – von der Entbürokratisierung über die Schlachtmöglichkeiten bis zur Vermarktung. Wenn wir den Arten- und Klimaschutz stärken wollen, dürfen wir den Tierhaltern keine Steine in den Weg legen.“

Touristische Potenziale und regionale Wertschöpfung

Wasserbüffel sind zugleich touristische Attraktionen. Viele Betriebe nutzen die imposanten Tiere bewusst für Besucherangebote, Hoffeste, Fleischvermarktung oder gastronomische Konzepte.

Backhaus betont abschließend die Bedeutung des ersten Wasserbüffeltags: „Mit dem Wasserbüffeltag bringen wir Praxis, Wissenschaft und Verwaltung an einen Tisch. Wir wollen Mut machen, neue Wege zu gehen und zeigen, dass Landwirtschaft, Moor- und Artenschutz sowie Tourismus gemeinsam funktionieren können. Mecklenburg-Vorpommern hat beste Voraussetzungen, sich hier bundesweit an die Spitze zu setzen.“