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Kategorie: Natur und Umwelt

Walschutzorganisation unterstützt Vorgehen des Landes

Umgang mit gestrandetem Wal

Schwerin – Gestern hat Umwelt Minister Dr. Till Backhaus auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens die Entscheidung getroffen, den vor Poel gestrandeten Wal in Ruhe sterben zu lassen. Er stützt die Entscheidung auch auf ein Schreiben der Internatio­nalen Walfangkommission (IWC), die sich seit den 1980er Jahren um den Schutz von Delfin- und Tümmlerbeständen sowie von Großwalen kümmert.

„Die Entscheidung, keine Rettungsversuche zu unternehmen, weil sie dem Tier mehr schaden als nützen würden, ist mir so schwergefallen, wie wohl keine andere in meinem bisherigen politischen Leben. Doch kein ernst zu nehmender Experte auf der Welt hat ein anderes Vorgehen empfohlen. Auch die IWC hat sich mit einem Schreiben an unser Haus gewandt und erklärt, dass der Fall als einzigartig in der Welt gilt. Noch nie ist beobachtet worden, dass ein Wal innerhalb weniger Tage mehrfach an einer Küste strandet und weiterlebt. Dies geschieht hier bei uns auch noch 24 Stunden pro Tag unter Kamerabeobachtung vor den Augen der Öffentlichkeit.

Die Experten der Walschutzorganisation haben erklärt, dass eine Lebendbergung des Tieres keine Option darstellt, da ihm aufgrund des Hautzustandes beim Anlegen von Bergungsgeschirr die Haut großflächig vom Leib gerissen würde. Dies ist mit dem Tierschutz nicht zu vereinbaren. Auch eine Euthanasierung kommt für die IWC nicht in Betracht, da sie aufgrund der Lage des Wales im seichten Wasser mit einer großen Gefahr für beteiligte Personen einherginge.

Erprobte Verfahren, die gewährleisten, dass dem Tier nicht weitere schwere Leiden zugefügt würden, gibt es demnach nicht. Die IWC würdigt die derzeit durchgeführten palliativen Maßnahmen, die wir am Wal durchführen und sieht sie als einzig verantwortungsvolle, humane und pragmatische Reaktion auf die Situation. Diese Situation macht alle Beteiligten sehr traurig“, so der Minister, der ergänzt:

„Wir wissen, dass viele Manschen Anteil nehmen am Schicksal des Wals. Das kann ich gut verstehen und ich bin dankbar für die tausenden Hinweise, die per Mail oder Telefon von Seiten der Bürgerinnen und Bürger an uns herangetragen werden. Wir werten die Hinweise aus und werden die Schreiben auch beantworten.

Ich bitte aber um Verständnis, dass Antworten nicht umgehend erfolgen können, da die schiere Anzahl unsere personellen Ressourcen übersteigt. Natürlich gibt es auch Kritik an unserem Vorgehen. Auch dafür habe ich Verständnis. Ich nehme aber zur Kenntnis, dass das Verwaltungsgericht in Schwerin bereits drei Eilverfahren, die durch Bürgerinnen und Bürger gegen uns angestrengt wurden, abgewiesen hat.

Um den Wal vor unerlaubten Zugriffen oder Waltourismus zu schützen, werden die Walwachen und der Sperrbezirk um das Tier aufrechterhalten. Auch die Benetzung des Tieres, um es zu kühlen, wird fortgesetzt. Das ist eine enorme personelle Belastung für die Wasserschutzpolizei, die freiwillige Feuerwehr und die Mitarbeitenden unseres Hauses. Für die Leistung bin ich ungeheuer dankbar und würde mir wünschen, dass die Menschen, die sich hier einsetzen durch Internetkommentare gewürdigt, statt geschmäht würden“, so der Minister abschließend.

Wal vor Insel Poel

Wissenschaftliches Gutachten schließt Lebendrettung aus

Insel Poel – Auf einer Pressekonferenz am heutigen Nachmittag in Kirchdorf auf der Insel Poel hat Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus gemeinsam mit Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) sowie Prof. Burkard Baschek vom Deutschen Meeresmuseum (DMM) die Ergebnisse aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen zum Zustand des vor der Insel Poel gestrandeten Wals vorgestellt.

Es liegt jetzt auch ein umfassendes, fachlich abgestimmtes Gutachten vor. Die Untersuchungen, an denen unter anderem das Deutsche Meeresmuseum (DMM) sowie das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) beteiligt waren, zeigen ein klares Bild: Der Wal ist bereits schwer geschädigt. Es sind deutliche Hautablösungen zu sehen und es wird von erheblichen inneren Verletzungen ausgegangen, die vermutlich durch den mehrtägigen Druck des eigenen Körpergewichts auf die Organe entstanden sind. Zudem wurden Verletzungen festgestellt, die auf den Kontakt mit einer Schiffsschraube hindeuten, sowie ein Fischereinetz im Maulbereich.

Bereits bei einer früheren Strandung vor Niendorf hatten sich die Expertinnen und Experten gegen ein Ziehen oder Liften des Tieres entschieden, da die Haut zu diesem Zeitpunkt bereits stark geschädigt war. Diese Einschätzung hat sich nun bestätigt: Der Wal gilt als nicht transportfähig. Ein Bergungsversuch mit dem Ziel einer Lebendrettung würde mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass das Tier währenddessen verstirbt.

Zur aktuellen Lage vor Ort erläuterten die Fachleute zudem die konkrete Position des Tieres: Der Wal ist derzeit etwa 30 Zentimeter im Untergrund eingesunken, während sein Rücken rund 40 Zentimeter aus dem Wasser herausragt. Der aktuelle Wasserstand beträgt etwa 1,40 Meter. Um sich eigenständig freischwimmen zu können, wären jedoch etwa zwei Meter Wassertiefe erforderlich. Eine selbstständige Befreiung ist unter diesen Bedingungen und in Anbetracht der Gesamtkonstitution des Tieres nicht zu erwarten.

Unklar ist derzeit, wann das Tier versterben wird. Anders als bei einer Strandung an Land, bei der die Wissenschaft von einer Überlebensdauer von etwa fünf Tagen ausgeht, wird der Wal aktuell noch teilweise vom Wasser getragen. Dadurch kann sich die Überlebenszeit verlängern, auch wenn sich sein Zustand weiter verschlechtert.

Auch die Frage einer möglichen Erlösung des Tieres wurde intensiv geprüft. Die bekannten und grundsätzlich anwendbaren Methoden – etwa der Einsatz einer Harpune, die Verabreichung von Giftstoffen oder eine Sprengung – kommen in der aktuellen Situation nicht in Betracht. Alle Optionen bergen ein erhebliches Restrisiko, dass sie nicht unmittelbar wirken und das Tier dadurch zusätzlichen, erheblichen Leiden ausgesetzt würde. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, auf solche Maßnahmen zu verzichten.

Die bisherigen Maßnahmen und Bewertungen werden zudem von internationalen Fachgremien gestützt. Auch die Internationale Walkommission (International Whaling Commission) hat das Vorgehen der beteiligten Expertinnen und Experten bestätigt.

„Das ist eine der schwersten Entscheidungen, die ich in meinen 28 Jahren als Minister treffen musste“, sagte Dr. Till Backhaus. „Aber Verantwortung bedeutet, auch solche Entscheidungen zu treffen – unabhängig davon, ob sie einem persönlich schwerfallen. Das Tier leidet – aber ein schwer geschädigtes Tier wieder ins Wasser zu bringen, ohne realistische Überlebenschance, ist nicht vertretbar.“

Das Ministerium steht hierzu im engen Austausch mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium sowie dem Bundesumweltministerium.

Wasserqualität am sterbenden Wal wird untersucht

Schwerin – Die Lage um den vor Poel gestrandeten Wal ist unverändert, erklärt Umweltminister Dr. Till Backhaus. Das Tier atme noch, aber es ginge ihm sehr schlecht, so der Minister.

„Das Tier liegt seit fast einer Woche an derselben Stelle. Nachdem gestern Wasserproben genommen wurden, um den Salzgehalt zu messen, soll nun die Wasserqualität untersucht werden. Es soll damit geprüft werden, ob von dem sterbenden Tier Gefahren für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit ausgeht. Ich werde mir am Nachmittag erneut vor Ort ein Bild der Lage machen.

Da uns in den letzten Tagen immer wieder Fragen erreichen, warum wir nicht früher über das Thema schweres Bergungsgerät nachgedacht hätten: Fakt ist, anders als bei der Strandung vor Niendorf, wurde in der Wismarbucht keine schweres Bergegerät benötigt. Der Wal hatte sich so positioniert, dass er sich nach Einschätzung der Fachleute nach einer Ruhephase und steigendem Wasserstand selbst würde befreien können. Mit unserer Prognose lagen wir richtig. Unsere Strategie war also zweimal erfolgreich. Erst als der Wal im Kirchsee gestrandet ist, hat sich die Lage extrem zugespitzt. Es war klar, dass er sich hier nicht selbst würde befreien können, selbst, wenn seine Kräfte dafür genügen würden. Seit dem Moment wird eine Bergung geplant, da der Tierkörper dort irgendwann entfernt werden muss.

Die Menschen fragen uns aber auch, warum wir das Bergegerät, dass zur Verfügung stehen könnte nicht nutzen, um den Wal sofort lebend zu retten. Ich sage dazu klar: Derzeit gibt es keinen Wissenschaftler oder Veterinär, der uns zu solch einem Vorgehen rät, da das Tier beim Versuch, es lebend zu retten, schweren Qualen ausgesetzt würde. Dass es solch einen Versuch überleben würde, ist nach Ansicht aller Experten, die wir dazu befragt haben, unwahrscheinlich.

Dennoch geben wir den Wal nicht auf – bis zum letzten Atemzug. Das habe ich versprochen und dazu stehe ich auch. Wir haben nichts unversucht gelassen, um dem Tier zu helfen und Unter­suchungen um und am Wal durchgeführt. Morgen erwarte ich eine aktuelle Expertise nach der Begutachtung aus biologischer und veterinärmedizinischer Sicht. Das Tierwohl und der Tierschutz haben für mich absoluten Vorrang.“

Wal im Kirchsee wird rund um die Uhr betreut

Insel Poel – Der vor der Insel Poel gestrandete Wal hat seine Liegeposition nicht verändert. Er werde durch die Wasserschutzpolizei und die Walwache an Land rund um die Uhr bewacht, erklärt Umweltminister Dr. Till Backhaus.

„Wir werden das Tier weiter begleiten – bis zum Schluss. Um ihm seine Situation angenehmer zu machen, wurde heute damit begonnen, den Rücken des Wals, der aus dem Wasser ragt, zu benetzen. Ich bin der Berufsfeuerwehr dankbar, dass sie diese Aufgabe übernimmt. Der Vorgang soll alle zwei bis drei Stunden wiederholt werden. Diese Maßnahme ist selbstverständlich mit Veterinären abgestimmt.

Ein Vermessungsboot hat bereits gestern behutsam das Terrain um den Wal sondiert, um damit die spätere Bergung des Tieres vorzubereiten. Auch eine Unterwasserdrohne ist gestern zum Einsatz gekommen. Damit haben wir nun erstmals Bilder von dem Tier, die seine Liegeposition und den Hautzustand darstellen. Die Aufnahmen werden nun tiermedizinisch ausgewertet.

Die Bergung des Walkörpers wird eine technische Herausforderung, da die Wassertiefe in der Bucht zwischen 90 und 110 cm sehr gering ist. Bedauerlicher Weise nehmen seit dem Zeitpunkt, als klar wurde, dass das Tier nicht zu retten sein wird, die Anfeindungen gegen Beteiligte an der Hilfsmaßnehme zu – bis hin zu Morddrohungen. Natürlich verstehe ich, dass die Situation für die Menschen sehr emotional ist.

Das Spektrum reicht von Trauer, Hilflosigkeit bis hin zu Wut. Auch ich bin traurig, dass wir dem majestätischen Tier nicht helfen können. Aber ich akzeptiere es nicht, dass Mitarbeitende auch im Privaten bedroht werden. Wenn strafrechtlich Relevante Aussagen getätigt werden, ob in sozialen Medien, per Zettel im Briefkasten oder per Email: Solches Verhalten werden wir zur Anzeige bringen.

Ich bin aber zuversichtlich, dass sich die Lage nun beruhigen wird, da auch der vielzitierte Robert Marc Lehman gestern seiner Community und auch mir gegenüber eingeräumt hat, dass es sinnlos wäre, zu versuchen, noch mögliche Reste eines Fischernetzes aus dem Maul des Wals zu entfernen. Solche Aktionen würden dem sterbenden Tier nur unnötig weiteres Leid bescheren. Wir müssen das Tier in Würde gehen lassen. So schwer uns das auch fällt – gerade an Tagen wie diesen.“

Backhaus warnt vor Gefahr an Steilküsten – Vorsicht an Ostern

Schwerin – Nach einem aktuellen Rettungseinsatz an der Kreideküste im Nationalpark Jasmund appelliert Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus eindringlich an Einheimische und Gäste, die Gefahren an Steilküsten ernst zu nehmen – insbesondere mit Blick auf die bevorstehenden Osterfeiertage.

Am vergangenen Wochenende waren zwei Personen im Bereich eines kürzlich erfolgten Kreideabbruchs am Lenzer Bach in Kreideschlamm eingesunken und konnten sich nur mit Mühe befreien. Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren im Einsatz. Die Betroffenen wurden mit Anzeichen von Unterkühlung und Verletzungen versorgt.

„Gerade jetzt, wo viele Menschen die freien Tage für Ausflüge in die Natur nutzen, bitte ich eindringlich um Vorsicht. Die Steilküsten sind faszinierend, aber sie bergen erhebliche Gefahren – insbesondere nach Abbrüchen“, sagte Backhaus.

Nach Abbrüchen wird das Kreidematerial durch das Meer aufgeweicht und bildet tückischen Kreideschlamm. Dieser kann dazu führen, dass Menschen einsinken und sich aus eigener Kraft kaum befreien können. Zudem droht schnell eine Unterkühlung.

Hinzu kommt die ständige Gefahr weiterer Abbrüche. Ein Aufenthalt unterhalb der Kreidefelsen ist lebensgefährlich. „Diese Bereiche sind keine Abenteuerspielplätze. Wer sich dort aufhält oder versucht, Abbruchkanten zu erklimmen, bringt sich und andere in große Gefahr“, so Backhaus.

Trotz klarer Gefahrenlage kommt es immer wieder vor, dass Menschen gesperrte oder gefährdete Bereiche betreten – etwa um Fossilien zu sammeln oder die Abbruchstellen aus nächster Nähe zu erleben.

„Ich habe großes Verständnis für die Faszination unserer Natur. Aber diese Neugier darf nicht dazu führen, dass Menschen ihr Leben riskieren oder Rettungskräfte in gefährliche Einsätze bringen“, betonte Backhaus.

Rettungseinsätze an schwer zugänglichen Küstenabschnitten sind oft aufwendig und gefährlich. Jede vermeidbare Situation stellt auch für die Einsatzkräfte ein Risiko dar. „Unsere Einsatzkräfte leisten Großartiges. Umso wichtiger ist es, dass wir alle dazu beitragen, solche Einsätze gar nicht erst notwendig werden zu lassen“, so Backhaus.

Das Ministerium rät allen Besucherinnen und Besuchern:

  • Absperrungen und Warnhinweise unbedingt beachten
  • Abstand zu Steilküsten und Abbruchkanten halten
  • Uferbereiche unterhalb von Kreidefelsen meiden
  • keine riskanten Annäherungen für Fotos oder Funde

„Natur erleben heißt auch, ihre Kräfte zu respektieren. Wer sich umsichtig verhält, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere“, sagte Backhaus.

Saison der Nationalen Naturlandschaften MV eröffnet

Born – Anlässlich der Saisoneröffnung der Nationalen Naturlandschaften besucht Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus das Nationalparkamt Vorpommern in Born auf dem Darß. Im Zuge des Besuches wird auch das neue Verwaltungsgebäude des Nationalparkamtes eingeweiht:

„Neben wichtigen Projekten in der Natur ist es für die Verwaltung sicher ein Meilenstein, dass das Nationalparkamt Vorpommern den aufwendig sanierten Amtssitz wieder beziehen konnte“, erklärt der Minister und ergänzt: „Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat hier fast 5,4 Mio. Euro investiert und damit auch ein klares Bekenntnis zu diesem Standort abgegeben. Und es freut mich zu hören, dass die Leistungen fast vollständig von Betrieben aus unserem Land erbracht wurden, das Land ist ein wichtiger und zuverlässiger Auftraggeber. Damit haben wir jetzt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervorragende Arbeitsbedingungen geschaffen! Mit der Einrichtung von zwei Praktikantenquartieren, haben wir jetzt auch auf dem Darß die Möglichkeiten für junge Menschen verbessert, hier im Nationalparkamt zu lernen“, so Backhaus. Anschließend ging der Minister auf das Jahresthema „NaturBelebt“ ein, das die Nationalen Naturlandschaften des Landes verbindet. Die Schutzgebiete Mecklenburg-Vorpommerns seien die Hotspots der Wiederherstellungsanstrengungen des Landes, so Backhaus:

„Die 13 Nationalen Naturlandschaften in Mecklenburg-Vorpommerns umfassen insgesamt fast 18 Prozent der Landesfläche von Mecklenburg-Vorpommern. Seit den 1990er Jahren arbeiten drei Nationalparke, drei Biosphärenreservate und sieben Naturparke, in unserem Bundesland zusammen daran, Natur und Klima zu schützen, zu bewahren und erlebbar zu machen. Nicht zu vergessen auch das erste nationale Naturmonument in Deutschland – die Ivenacker Eichen. Sie stehen nicht nur für belebende Naturerlebnisse, sondern auch für vielfältige Aktivitäten, die der Natur ihren ursprünglichen Raum zurückgegeben haben.

Viel Natur wurde hier bereits „wieder belebt“, vielfältige Schutz- und Wiederherstellungsprojekte realisiert: Die Bandbreite reicht vom Abschluss der Waldbehandlung über den Rückbau von Gebäuden bis zur Wiederherstellung natürlicher Wasserhaushalte in Mooren, Seen und Fließgewässern. Auf einer Gesamtfläche von etwa 21.000 Hektar wurden Moorschutz­projekte umgesetzt und somit wirkungsvoller Klima- und Artenschutz betrieben. Mehr als die Hälfte der in MV wiedervernässten Moorflächen liegt in den Nationalen Naturlandschaften.

Im Nationalpark Müritz belaufen sich die renaturierten Moorflächen auf mehr als 2.400 Hektar. Darüber hinaus wurden an 32 Seen mit einer Fläche von über 1.400 Hektar Maßnahmen zur Wiederherstellung eines natürlichen Wasserhaushalts realisiert. Im Biosphärenreservat Schaalsee wurden in den vergangenen 25 Jahren etwa 1.500 Hektar Moorfläche renaturiert. Im Nationalpark Jasmund sind bereits 43 Moore vitalisiert worden. Weitere Großflächige Beispiele sind das Peenetal mit einer renaturierten Fläche von etwa 10.000 Hektar, der Osterwald auf dem Zingst, das Roggendorfer Moor im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee sowie die Ostrügensche Boddenlandschaft.

Für solche Projekte braucht es einen langen Atem, Fachwissen, Ortskenntnis, Kontakte und Partnerschaften. Besucher, Einheimische und lokale Akteure sollen die Erfolge, aber auch Herausforderungen bei der Wiederherstellung von Naturflächen miterleben und für kommende sensibilisiert werden. Ohne engagierten Einsatz Freiwilliger und die Mitwirkung von ehrenamtlich Tätigen geht es nicht. Sie verdienen unsere größte Anerkennung.

Im Nationalpark Vorpommersch Boddenlandschaft steht der Abschluss des größten Renaturierungsvorhabens an, dieses fügt sich somit hervorragend in das Jahresthema.

Im Sommer werden die letzten Deichabschnitte geöffnet. Es ist beeindruckend zu sehen, wie im größten Teil der Sundischen Wiese, im Nordteil und im Südteil, natürliche Wasser- und Überflutungsverhältnisse die Landschaft verwandeln. Aus der gepolderten Wiesenlandschaft entsteht ein großes Mosaik aus kleinen Gewässern, Röhrichten, aus künftigen Mooren, Moorwäldern und Weiden.

Auch hier erwarten wir nach Abschluss der Arbeiten eine schnelle Rückkehr der Natur. Der renaturierte Ottosee am Darßer Ort zeigt eindrücklich, wie schnell hier Entwicklungen nach Rückbau des alten Nothafens zu einem Strandsee voranschreiten und wie begeistert Naturfreunde Landschaft und Vogelwelt wahrnehmen. Natur, die belebt. Die Beobachtungsplattform am Ottosee wurde erneuert – sie wird nicht erweitert, um auch hier die Eingriffe in die Natur mit Maß umzusetzen. Es gibt durchaus Tageszeiten, da hat man die Plattform für sich allein.

Möglich wurde diese Entwicklung in der Kernzone des Nationalparks, weil der Inselhafen Prerow, mit der Seebrücke gebaut wurde und seinerseits neben all seinen ureigenen Funktionen zur Sicherheit auf See zu einem touristischen Highlight des Landes wurde. So wird der Naturschutzgedanke gepaart mit der Sicherheitsarchitektur des Landes und der touristischen Wertschöpfung.

Der Hafen und die Seebrücke haben die Bewährungsprobe bestanden. Der Winter wurde zu einer ganz besonderen Testphase. Der Seenotrettungskreuzer musste für 3 Wochen dem Eis ausweichen, dafür kamen unerwartet viele Besucher. Die 721 Meter lange Seebrücke bot dazu eine einmalige Gelegenheit. An keiner anderen Stelle boten sich vergleichbare Eindrücke. Die winterliche Eispracht auf der Ostsee lockte Besucher von nah und fern. An Spitzentagen, wie den Sonntagen am 8. und 15. Februar, wurden jeweils mehr als 3.500 Besucher gezählt, mehr als an gut besuchten Hochsommertagen. Damit wurden die Seebrücke und der Inselhafen Prerow auch im Winter zu einem neuen Besucher-Hotspot in M-V.

Seit der Eröffnung bis zum Ende 2025 kamen mehr als 600.000 Gäste auf die Seebrücke. Sonntag, der 02.11.2024 war dabei mit über 4.200 Besuchern der am stärksten frequentierte Tag. Durchschnittlich besuchten sie an Wochentagen ca. 1.400 und an den Wochenenden über 2.000 Menschen täglich.

Allein im ersten Jahr haben 2.200 schutzsuchende Boote den Inselhafen genutzt und die DGzRS hat zehn Havaristen in den Inselhafen gebracht. Als für die Fischerei zuständiger Minister freue ich mich sehr, dass der örtlich wirtschaftende Fischereibetreib mit der Hafenanlage ebenso zufrieden ist wie die Nutzer von DLRG und Feuerwehr.

Mit dem Inselhafen und der Seebrücke hat die Landesregierung somit wie geplant mehrere wichtige Aufgaben erfüllt: Außerhalb der Kernzone des Nationalparks wurde am Idealstandort – d.h. ca. in der Mitte zwischen Warnemünde und Barhöft ein sicherer Standort für den Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“ der DGzRS geschaffen. Damit ist das stark befahrene Seegebiet der Kadetrinne sicherer geworden. Mit der Schutz- und Etappenfunktion des Inselhafens sind die Bedingungen für Wassersportler im Seegebiet erheblich verbessert worden. Auch die Meerwasserentsalzungsanlage zur Trinkwassergewinnung, die Abwasserbeseitigungsanlage und die Trafostation haben ihren Dienst getan. Insgesamt wurden im ersten Jahr 1.000 m³ Trinkwasser aus der Ostsee gewonnen.

Aber wir wollen nicht stehenbleiben, denn das Landesvorhaben hat noch weiteres Potential, das wir gern in Abstimmung mit der Gemeinde Ostseebad Prerow verwirklichen wollen. Dazu gehört eine Verbesserung der Regelungen zur Kurtaxe für die Hafennutzer, ein zwischen den Beteiligten abgestimmtes Konzept für Sonderveranstaltungen und besonders die Inbetriebnahme des Fahrgastschiffanlegers“, so Backhaus.

Strategie für sauberes Trinkwasser, sichere Küsten und starke Gewässer

Schwerin – Pünktlich zum Tag des Wassers am 22. März stellt Mecklenburg-Vorpommern seine neue Wasserstrategie vor. Ziel ist es, die Wasserversorgung langfristig zu sichern, Gewässer besser zu schützen und das Land widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

Die Strategie ergänzt das novellierte Landeswasser- und Küstenschutzgesetz. Während das Gesetz die rechtlichen Grundlagen stärkt, bündelt die Wasserstrategie die Ziele, Prioritäten und Maßnahmen der künftigen Wasserpolitik.

„Wasser ist Leben. Ohne Wasser gäbe es kein Leben auf der Erde. Dieser Schatz ist zu sichern, denn sauberes Trinkwasser, naturnahe Gewässer und sichere Küsten sind keine Selbstverständlichkeit. Mit der Wasserstrategie geben wir unserem Handeln eine klare Richtung: vorsorgend, nachhaltig und generationengerecht“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Wasserland MV unter Druck

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den wasserreichsten Bundesländern: Mehr als 2.200 Seen, rund 40.000 Kilometer Fließgewässer und 1.945 Kilometer Küstenlinie prägen das Land. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen:

  • Frühjahr 2025: zweittrockenstes seit mindestens 145 Jahren
  • steigende Risiken durch Starkregen, Hochwasser und Trockenperioden
  • prognostizierter Meeresspiegelanstieg von bis zu 1,10 Metern bis 2100

Die Wasserstrategie setzt genau hier an: Sie zeigt, wie Wasser künftig besser geschützt, nachhaltig genutzt und bewirtschaftet werden kann und die Ursachen und Folgen des Klimawandels und der demographische Wandel dabei Berücksichtigung finden. 

Acht Handlungsfelder – ein Ziel

Die Strategie bündelt die Wasserpolitik des Landes in acht zentralen Handlungsfeldern, darunter:

  • Schutz der Gewässer vor Schadstoffeinträgen
  • Stärkung des Wasserrückhalts als Dürrevorsorge
  • Hochwasser- und Küstenschutz
  • Anpassung an den Meeresspiegelanstieg
  • wassersensible Stadtentwicklung

„Die Wasserstrategie ist unser Kompass: Sie hilft uns, Nutzung und Schutz des Wassers besser in Einklang zu bringen und Risiken frühzeitig zu begrenzen“, so Backhaus.

Investitionen zeigen Wirkung

Das Land hat bereits umfangreich in Wasserinfrastruktur und Gewässerschutz investiert:

  • 2,5 Milliarden Euro für Abwassermaßnahmen seit 1991 (davon 900 Mio. € Landesförderung)
  • 300 Millionen Euro für Trinkwasserversorgung (110 Mio. € Förderung)
  • 80 Millionen Euro seit 2015 für Gewässerentwicklung
  • 500 Millionen Euro seit 1990 für Küstenschutz

85 Prozent des Trinkwassers stammen aus Grundwasser, das über ein dichtes Messnetz mit rund 700 Mengen- und 425 Qualitätsmessstellen überwacht wird.

Wasserstrategie als gemeinsamer Prozess

Die Wasserstrategie richtet sich an Kommunen, Wasserverbände, Landwirtschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie bündelt bestehende Maßnahmen, setzt neue Impulse und wird kontinuierlich weiterentwickelt.

„Wasser ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Deshalb setzen wir auf Beteiligung und Dialog – denn nur gemeinsam können wir unsere Wasserressourcen nachhaltig sichern“, sagte Backhaus.

Inselhafen und Seebrücke haben den Winter gut überstanden

Prerow – Der Inselhafen Prerow und die neue Seebrücke haben der extremen Winter-Witterung standgehalten und haben sich im ersten Jahr ihres Bestehens voll bewährt, erklärt Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus:

„Eisschollen aus östlichen Teilen der Ostsee wurden durch den Wind in die Prerowbucht getrieben und bildeten eine Eisschicht, die den Hafen komplett einschloss. Nachdem bereits am 16. Februar die Bucht wieder eisfrei war, trieb der Wind das Eis nochmals in die Bucht und umschloss den Hafen erneut. Inzwischen ist das Gebiet eisfrei und der Hafen uneingeschränkt nutzbar“, so Backhaus.

Am 23. Februar konnte der Seenotrettungskreuzer Nis Randers, der am 04. Februar den Inselhafen verlassen hatte, seinen Liegeplatz in Prerow wieder beziehen und auch der Fischer ist in den Inselhafen zurückgekehrt und übt von hier die Fischerei aus. Über drei Wochen hatten Eismassen Hafen und Seebrücke in den Wintermodus versetzt.

„Trotz einer, aufgrund der langanhaltenden Frostperiode mit strengen Nachtfrösten, kurzzeitig zugefrorenen Versorgungsleitung, konnte die Infrastruktur durchweg voll funktionsfähig und nutzbar gehalten werden.

Und während die Eismassen auf der einen Seite den Hafenbetrieb einschränkten, sorgten sie auf der anderen Seite für einen wahren Besucheransturm. Tausende nutzen Seebrücke und Inselhafen für einen Spaziergang über das gefrorene Meer, um das seltene Naturschauspiel aus der Nähe zu sehen. Die 721 Meter lange Seebrücke bot dazu eine einmalige Gelegenheit. An keiner anderen Stelle waren vergleichbare Eindrücke zu erhalten.

Die winterliche Eispracht auf der Ostsee lockte Besucher von nah und fern. An Spitzentagen, wie den Sonntagen am 8. und 15. Februar, wurden jeweils mehr als 3.500 Besucher gezählt, mehr als an gut besuchten Hochsommertagen. Damit wurden die Seebrücke und der Inselhafen Prerow auch im Winter zu einem neuen Besucher-Hotspot in M-V“, erklärt Minister Backhaus.