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Kategorie: Natur und Umwelt

M-V und E.on renaturieren Moorwiese Forstwisch

Start für Umweltschutz-Projekt auf der Mecklenburgischen Seenplatte

  • Wiedervernässung auf einer Fläche von rund 16 Fußballfeldern zum Erhalt des Moores als natürlicher Kohlenstoffspeicher
  • Projekt ist auf 30 Jahre angelegt mit langfristig positiven Auswirkungen auf die gesamte Region
  • E.ON finanziert die Maßnahme über Beitrag des Tarifs „ZukunftsStrom“

Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern und der Energieanbieter E.ON haben im Oktober den Startschuss für ein großangelegtes Umweltschutz-Projekt gegeben: Auf einer Fläche von rund zwölf Hektar beginnt südlich von Malchow die Renaturierung der Moorwiese Forstwisch. E.ON finanziert das Projekt aus dem Tarif „ZukunftsStrom“ heraus, bei dem gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden ein sogenannter Zukunftsbeitrag zur Unterstützung regionaler Umwelt- und Klimaprojekte gesammelt wird.

Verminderte Treibhausgas-Emissionen, Artenschutz und weitere positive Auswirkungen

„Die Renaturierung der Moorwiese Forstwisch ist ein wichtiges Umweltschutz-Projekt rund um die Mecklenburgische Seenplatte“, sagt Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus. „Das Vorhaben ist auf 30 Jahre angelegt und wird einen nachhaltig positiven Effekt für die gesamte Region haben. Die Maßnahme reduziert nicht nur Treibhausgas-Emissionen, sondern trägt auch zum Biotop- und Artenschutz bei. Zudem hat sie einen kühlenden Effekt auf das lokale Klima und unterstützt den Grundwasser- und Überflutungsschutz. Klimaschutz beginnt vor Ort – die Moorwiese Forstwisch ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir diesen Satz mit Leben füllen können.“

Martin Endress, als CCO bei E.ON Energie Deutschland verantwortlich für das Kundengeschäft: „Gemeinsam mit den Kunden unseres ZukunftsStrom-Tarifs haben wir bereits Umweltprojekte in Glasin, Ebern und Bielefeld finanziert – der Start für die Renaturierung der Moorwiese Forstwisch ist ein weiterer wichtiger Meilenstein. Nicht zum ersten Mal steht das Thema Moor bei unseren Projekten im Fokus, denn die Wirkung für das Klima ist gewaltig: Ein einziger Hektar speichert durchschnittlich so viel Kohlenstoff, wie rund 1.400 Autos jährlich ausstoßen. Wir sind überzeugt: Das große Ziel einer erfolgreichen Energiewende und regionaler Klimaschutz gehen Hand in Hand. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass unser Tarif bei den Menschen so gut ankommt und wir dadurch die Möglichkeit haben, Projekte wie die Moor-Renaturierung bei Malchow zu finanzieren.“

12 Hektar für Klimaschutz und Artenvielfalt

Hauptziel des Projekts ist die Wiederherstellung eines intakten Moor-Ökosystems auf einer Fläche von 12 Hektar. Die Umsetzung erfolgt durch das Kompetenzzentrum Ökowertpapiere des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenarbeit mit der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern. Zu den Wiedervernässungsmaßnahmen zählen insbesondere die Beseitigung von Drainageeinrichtungen und die Verschließung ableitender Gräben. Neben dem Erhalt des Moores als natürlicher Kohlenstoffspeicher steht auch die Förderung der Biodiversität im Fokus. Durch die Stabilisierung des Wasserhaushalts soll die Moorwiese wieder Heimat für seltene Tier- und Pflanzenarten werden.

So funktioniert der E.ON Tarif „ZukunftsStrom“

Kunden des „ZukunftsStrom“-Tarifs tragen auf mehreren Wegen zum Umweltschutz bei: Sie beziehen nicht nur Ökostrom*, sondern leisten darüber hinaus gemeinsam mit E.ON über den „Zukunftsbeitrag“ einen konkreten, finanziellen Zusatznutzen für den Umwelt- und Klimaschutz. Denn für jede verbrauchte Kilowattstunde in diesem Tarif fließen 0,3 Cent als „Zukunftsbeitrag“ in nachhaltige Projekte in Deutschland. Die Förderung der Initiativen setzt E.ON gemeinsam mit renommierten Partnern in Deutschland um.

Mehr Informationen zu den im Rahmen von E.ON ZukunftsStrom geförderten Projekten erhalten Interessierte online, Details zum Tarif finden sie hier.

*Der Strom wird in Höhe des Verbrauchs aus regenerativen Energiequellen mit Standort in Deutschland gewonnen und in das Stromnetz eingespeist. Der Nachweis erfolgt über die Entwertung von Herkunftsnachweisen beim Umweltbundesamt. Wir verpflichten uns zudem, einen Betrag in Höhe von 0,3 ct pro verbrauchter kWh Strommenge für nachhaltige Umwelt- und Klimaschutzprojekte zu verwenden.

Über E.ON Energie Deutschland:

Die E.ON Energie Deutschland GmbH ist ein bundesweit führendes Energieunternehmen und Dachgesellschaft des E.ON Vertriebs in Deutschland. Rund 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für die Versorgung mit Strom und Erdgas zu fairen Preisen – mit einem mehrfach ausgezeichneten Kundenservice. Unsere innovativen flexiblen Tarife ermöglichen es Kundinnen und Kunden einfach von der Energiewende zu profitieren. Mit unseren Energielösungen zu Photovoltaik und Energiespeichern, Wärmepumpen, Elektromobilität, Energiechecks und Effizienzmaßnahmen sind wir der Anbieter für eine zunehmend dezentrale, ökologische und digitale Energiewelt.

Die Vertriebsgruppe, zu der die E.ON Energie Dialog GmbH, die E WIE EINFACH GmbH, die eprimo GmbH sowie weitere regional verankerte Energieversorgungsunternehmen gehören, hat zahlreiche Standorte im ganzen Bundesgebiet. Hauptsitz ist München. Unsere rund 14 Millionen Privat-, Geschäfts- und Industriekunden profitieren damit sowohl von den Stärken des Konzernverbunds als auch von der regionalen Präsenz vor Ort.

Die E.ON Energie Deutschland GmbH ist ein Unternehmen der E.ON SE.

Ein Jahr Seebrücke und Inselhafen Prerow

Prerow – Vor genau einem Jahr wurden die Seebrücke und der Inselhafen Prerow feierlich eröffnet – ein landesweit einzigartiges Infrastrukturprojekt, das gleichermaßen touristische, ökologische und sicherheitsrelevante Ziele vereint. Die Bilanz nach zwölf Monaten fällt eindeutig positiv aus: Mehr als 536.000 Besucherinnen und Besucher nutzten die 721 Meter lange Seebrücke, über 2.200 Boote liefen den Inselhafen an – darunter Wassersportler, Fischer, Rettungseinheiten und Gäste aus aller Welt. Über die Übernachtungsgebühr konnten bislang rund 70.000 Euro Einnahmen erzielt werden.

Mit der Errichtung von Inselhafen, Seebrücke und Fahrgastschiffanleger hat das Land Mecklenburg-Vorpommern ein über 30 Jahre bestehendes Problem gelöst: den Zielkonflikt zwischen notwendigem Hafenbetrieb im Seegebiet und den Naturschutzanforderungen in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Gleichzeitig ist am Darß ein neues touristisches Wahrzeichen entstanden, das für viele Gäste zum festen Bestandteil ihres Ostseeurlaubs geworden ist.

Umweltminister Dr. Till Backhaus zieht ein rundum positives Fazit: „Nach dem ersten Jahr kann ich mit Stolz und aus voller Überzeugung sagen, dass wir gemeinsam – also Planungsbüros, Verwaltung, Politik, Gemeinde Ostseebad Prerow und nicht zuletzt die Menschen, die die Bauwerke betreiben – viele Dinge richtig gemacht haben. Inselhafen und Seebrücke haben das erste Jahr mit Bravour absolviert.“

Die Seebrücke hat sich in kürzester Zeit zu einem touristischen Publikumsmagneten entwickelt: Spaziergänge bis zum Inselhafen, Sonnenuntergänge über der Ostsee und neue Aussichtspunkte auf den Nationalpark machen sie zu einem Anziehungspunkt für Einheimische und Gäste gleichermaßen.

Neben der touristischen Bedeutung haben auch Sicherheit und Nachhaltigkeit überzeugt: Der Hafen bietet der Seenotrettung, der Fischerei, der DLRG und der Feuerwehr eine moderne Infrastruktur. Gleichzeitig wird das Gebiet ökologisch verträglich betrieben – dank Meerwasserentsalzungsanlage, autarker Energieversorgung und Abwasseraufbereitung.

Auch der Leiter des Nationalparkamtes Vorpommern, Gernot Haffner, hebt die besondere Rolle des Projekts hervor: „Mit dem Inselhafen ist es gelungen, Naturschutz und Nutzung in Einklang zu bringen. Während der Hafen außerhalb der Kernzone wichtige Aufgaben für Sicherheit und Fischerei erfüllt, kann sich die Natur am Darßer Ort ungestört entfalten. Die Seebrücke ermöglicht gleichzeitig Tausenden Besucherinnen und Besuchern, diese Dynamik hautnah zu erleben.“

Das Land will die Entwicklung fortsetzen: Für 2026 ist die Inbetriebnahme des Fahrgastschiffanlegers geplant, zudem sollen Regelungen zur Kurtaxe für Hafennutzer sowie Konzepte für Sonderveranstaltungen gemeinsam mit der Gemeinde Prerow weiterentwickelt werden.

Dr. Backhaus: „Prerow hat ein attraktives neues Wahrzeichen gewonnen. Wir wollen die Potenziale von Seebrücke und Inselhafen weiter ausschöpfen – als Ort der Begegnung, der Sicherheit und des Respekts vor der Natur.“

Zur Würdigung des ersten Jahrestags hat das Nationalparkamt Vorpommern gemeinsam mit dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern eine Broschüre herausgegeben. Sie fasst die wichtigsten Fakten, Bilder und Stimmen zum ersten Betriebsjahr zusammen und steht ab sofort online zum Download bereit.

Tote Kraniche im NSG Galenbecker See – Vogelgrippe in Abklärung

Schwerin – Im Naturschutzgebiet Galenbecker See (Landkreis Vorpommern-Greifswald) sind in den vergangenen Tagen zahlreiche tote Kraniche aufgefunden worden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden an den bekannten Schlafplätzen Fleethof und Heinrichswalde insgesamt über 40 tote Tiere entdeckt. Ursache des Verlustes ist bislang unklar.

Zur weiteren Abklärung wurden Proben an das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) übergeben. Dort wurde das Vorliegen von aviärem Influenzavirus (AIV) nachgewiesen. Das vorhandene Probenmaterial wird in Abstimmung mit dem Nationalen Referenzlabor für Aiväre Influenza am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zeitnah für weiterführende Untersuchungen und die Bestimmung des Subtyps dorthin weitergeleitet.

Landesumweltminister Dr. Till Backhaus appelliert an die Bevölkerung: „Ich bitte dringend darum, tote oder kranke Wildvögel nicht anzufassen und solche Funde unverzüglich den zuständigen Veterinärbehörden zu melden. Nur durch ein umsichtiges Verhalten können wir vermeiden, dass das Virus weiterverbreitet wird.

Zugleich sichern wir damit eine schnelle Aufklärung der Ursachen. Geflügelhalter bitte ich alles zu tun, um einen Eintrag des Virus aus der Wildvogelpopulation in die Wirtschaftsbetriebe zu vermeiden. Außerdem rate ich dringend, die Tierbestände beim Veterinäramt und der Tierseuchenkasse anzumelden. Das gilt vor allem für Neuanmelder aber natürlich auch für Halter und Halterinnen, die das bisher versäumt haben.“

Das Ministerium wird über die Ergebnisse der weiterführenden Untersuchungen informieren, sobald diese vorliegen.

Backhaus: Deutliche Steigerung der Wolfsrudel im Land

Schwerin – Ende September wurden bei einem deutschlandweiten Großraubtier-Monitoringtreffen beim Bundesamt für Naturschutz die Daten aus dem abgeschlossenen Monitoringjahr 2024/25 (01.05.2024-30.04.2025) abgestimmt. Demnach habe sich die Zahl der Wolfsrudel in Mecklenburg-Vorpommern gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht, erklärt Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus:

„In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Besiedelungsdichte erhöht. So rechnen wir zurzeit mit 28 Rudeln (neun mehr als im Vorjahr), fünf Paaren und einem territorialen Einzelwolf“, so Backhaus, der ergänzt:

„In wenigen Vorkommen ist der Status unklar. Neben neuen Rudeln sind einige frühere Rudel hingegen nicht mehr existent. In 24 der 28 Rudel gab es Reproduktion, in denen insgesamt 93 Welpen bestätigt wurden. Die reale Welpenanzahl kann minimal höher liegen, da in einigen Rudeln vermutlich nur eine Mindest­anzahl ermittelt werden konnte.

Neun Vorkommen, die in MV gezählt werden, sind grenzübergreifend (1 SH, 8 BB). Weitere drei Vorkommen aus anderen Bundesländern halten sich teilweise auch in MV auf (Amt Neuhaus NI, Wittstocker Heide BB, Steinförde BB). Daraus ergeben sich 37 Vorkommen gesamt in MV – 34 in MV gezählt und 3 in anderen Bundesländern). Für das aktuell laufende Monitoringjahr 2025/26 liegen auch bereits wieder Reproduktionsnachweise aus einigen Rudeln vor.

Dieser Zuwachs macht für mich deutlich, dass die Art Wolf auch in MV einen günstigen Erhaltungszustand erreicht hat. Damit wächst der Druck auf die Weidetierhalter und ich appelliere erneut an den Bund, nun endlich dafür zu sorgen, dass wir die Art rechtssicher bewirtschaften und auffällige Tiere entnehmen können. Spätestens Ende November – zur Umweltminister­konferenz in Saarbrücken – erwarte ich von der Bundesregierung, dass sie die Rechtsgrundlagen entsprechend der FFH-Richtlinie der EU umsetzt. Es besteht die Berichtspflicht innerhalb von 18 Monaten. Die Zeit drängt.“

Aktualisierte Auflage: „Auf dem Weg zu guten Gewässern“

Schwerin – Das vorliegende Heft ist eine Fortsetzung der Broschüre aus 2020. Außerdem informiert die neue Publikation über die bisherigen und bis 2027 geplanten Maßnahmen zur Entwicklung von Gewässerstrukturen, Durchwanderbarkeit, Reduzierung der Nährstoffe und über konzeptionelle Maßnahmen.

„Wasser ist Grundlage unseres Lebens. Wasser ist Leben. Es ist unsere Aufgabe, das wertvolle Gut zu schützen. Um das Wasser für uns Menschen nutzbar zu machen, hatten wir in den vergangenen Jahrzehnten unsere Gewässer begradigt, ausgebaut und verunreinigt. Hier haben wir eine ganze Menge wiedergutzumachen. Mit Einführung der EG-Wasserrahmenrichtlinie sind anspruchsvolle Ziele vereinbart worden: Flüsse, Seen und das Grundwasser sollen einen guten Zustand erreichen.

Insbesondere die ökologische Funktionsfähigkeit steht bei den Oberflächengewässern im Vordergrund. Für die Berichterstattung zur Wasserrahmenrichtlinie wurden in MV 835 Fließgewässer, 51 Grundwasserkörper, 22 Küsten- und Hoheitsgewässer sowie 202 Seen betrachtet. Für die Zielerreichung wurde bereits Einiges getan: So wurden 783 Maßnahmen zur Durchgängigkeit und an ca. 1.400 Fließgewässerkilometern Maßnahmen zur Strukturverbesserung durchgeführt“, sagt Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Die Broschüre thematisiert anschaulich mit Vorher- Nachbildern und mit Infoboxen, welche Maßnahmen umgesetzt wurden, um unsere Gewässer wieder lebendig werden zu lassen. Dabei stehen folgende drei Aufgabenfelder im Fokus: Verbesserung der Gewässerstruktur, Verbesserung der Durchwanderbarkeit und Reduzierung der Nährstoffeinträge.

„So kann man sehen, wo wir stehen und was wir noch tun müssen. Ich möchte mich bei allen an der Umsetzung der WRRL Beteiligten für ihr Engagement bedanken. Intakte und naturnahe Gewässer sind eine lohnende Investition in die Zukunft. Deshalb bitte ich alle, sich auch weiterhin aktiv im Gewässerschutz einzubringen. Denn Wasser soll auch zukünftig in bester Qualität verfügbar und bezahlbar sein – für uns, unsere Kinder und die nachfolgenden Generationen. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich jeder widmen muss“, so Backhaus.

Erneuerung von Buhnen in Heiligendamm stärkt Küstenschutz

Heiligendamm – An der Ostseeküste in Heiligendamm werden in den kommenden Tagen die sechs Buhnen westlich der Seebrücke erneuert. Die bisherigen Kiefernpfähle sind durch die Schiffsbohrmuschel Teredo navalis stark geschädigt und teilweise abgebrochen. Um die Schutzwirkung wiederherzustellen, werden die unbrauchbaren Pfähle gezogen und durch neue Hartholzpfähle ersetzt. Das eingesetzte FSC-100%-zertifizierte Holz ist widerstandsfähig gegenüber der Schiffsbohrmuschel und sichert so die Funktion des Bauwerks langfristig.

Bauherr ist das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM). Die Ausführung übernimmt die Firma Colcrete Wasserbau GmbH & Co. KG. Insgesamt werden rund 200 Holzpfähle mit einer Länge von fünf Metern und einem Durchmesser von etwa 30 Zentimetern verbaut. Der Einbau erfolgt mithilfe eines Kettenbaggers und einer Hydraulikramme bis zu einer Wassertiefe von 1,50 Metern. Bis Mitte Dezember 2025 soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

Die Kosten belaufen sich auf rund 200.000 Euro. Finanziert wird das Vorhaben mit Mitteln des Bundes und des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes. Die technische Planung stammt von der Abteilung Küste des StALU MM, die auch die Baudurchführung vor Ort überwacht.

Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärt: „Buhnen verringern den Sandtransport entlang der Küste und sind damit eines der wichtigsten Elemente des Küstenschutzes in Mecklenburg-Vorpommern. Wo Unterhaltungsmaßnahmen wie der Ersatz einzelner Pfähle nicht mehr ausreichen, setzt das Land auf Ersatz-Neubauten. Auch die Arbeiten in Heiligendamm sind Teil dieser Daueraufgabe und leisten einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der Küstenerosion.“

Fischsterben vor Rostock – Tierseuche ausgeschlossen

Rostock – Vom 26. Bis zum 28. September wurden zahlreiche tote Fische an den Ostseestränden von Nienhagen, Warnemünde und Markgrafenheide entdeckt. Erste Untersuchungen durch das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Rostock (LALLF) hatten schnell ergeben, dass eine Seuche als Ursache für das Fischsterben ausgeschlossen werden kann. Inzwischen habe sich Sauerstoffmangel als wahrschein­lichste Todesursache herauskristallisiert, erklärt Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. Für Menschen habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden:

„Die Untersuchungen im LALLF haben keine Hinweise auf die Ursache des Fischsterbens geben können. Die Sektion der Fische und die rückstandschemische Untersuchung auf ca. 420 Wirkstoffe war unauffällig. Sauerstoffmangel im Zusammenhang mit dem sogenannten „Upwelling“-Effekt gilt daher als wahr­schein­lichste Ursache des Fischsterbens.

Beim Upwelling wird das Oberflächenwasser des Meeres­gewässers durch starke ablandige Winde von der Küste weggedrückt. Dadurch läuft salzhaltigeres und deshalb schwereres und oftmals sauerstoffarmes Tiefenwasser vom Meeresgrund nach und gelangt bis in den Küstenbereich. Vor allem die am Meeresboden lebenden Fischarten geraten so in „Atemnot“. Wenn diese Fische nicht ausweichen können, weil dieses Tiefenwasser sie an die Küste drängt, verenden sie durch Ersticken.

Die Sauerstoffarmut des „Tiefenwassers“ ist jedoch menschen­gemacht. Die Nährstoffüberfrachtung der Ostsee (Eutrophierung) und der duch den Klimawandel bedingte Temperaturanstieg fördern eine hohe Biomasseproduktion vor allem durch Algen. Beim Absinken und mikrobiologischem Abbau der Biomasse wird der Sauerstoff im Wasser verbraucht, so dass die Wasser­schichten über dem Meeresgrund in einen sauerstoffarmen bis sauerstofffreien Zustand geraten.

Gerade für den Herbst sind das zeitliche Aufeinandertreffen von absinkender Biomasse nach dem jahreszeitlichen Höhepunkt der Biomasseproduktion im Sommer und zunehmenden Starkwindereignissen am Beginn der Sturmsaison typisch, so dass solche Upwelling-Ereignisse und Fischsterben immer wieder auftreten können. Die Betroffenheit zahlreicher am Meeresgrund lebender Fischarten von diesem Sauerstoffmangel stützt diese Ursachenhypothese“, so Backhaus abschließend.

Internationales Kranichzentrums „Kranichwelten“ eröffnet

Dr. Wolfgang Blank: „Mit den Kranichwelten entsteht ein Leuchtturmprojekt für Tourismus, Naturschutz und Bildung in Mecklenburg-Vorpommern“

Altenpleen – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute an der feierlichen Eröffnung des Internationalen Kranichzentrums „Kranichwelten“ im Ortsteil Günz der Gemeinde Altenpleen teilgenommen. Mit dem Neubau erhält die Region eine moderne, ganzjährig nutzbare Besucher- und Bildungseinrichtung, die künftig zehntausende Gäste aus dem In- und Ausland anziehen soll. Träger ist die Kranichschutz Deutschland gGmbH in Kooperation mit dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU).

„Mit den Kranichwelten eröffnen wir ein modernes Besucherzentrum und setzen ein sichtbares Zeichen dafür, wie Tourismus, Naturschutz und Bildung in Mecklenburg-Vorpommern Hand in Hand gehen können. Das neue Zentrum stärkt die Attraktivität des ländlichen Raums, sensibilisiert für die Bedeutung von Biodiversität und schafft neue Impulse für eine nachhaltige Tourismusentwicklung. Damit ist dieses Projekt weit mehr als ein touristisches Angebot – es ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes“, betonte Minister Dr. Blank.

Der Neubau in Günz ersetzt das bisherige NABU-Kranichzentrum in Groß Mohrdorf, das seit seiner Eröffnung 1996 die erste Anlaufstelle für Informationen „rund um den Kranich“ war. Angesichts stetig steigender Besucherzahlen und begrenzter Kapazitäten wurde der Neubau notwendig. Auf einer Fläche von rund 800 Quadratmetern entstanden eine moderne Ausstellungshalle, ein Multimediaraum für Vorträge und Schülerprogramme, Verwaltungsräume sowie ein Bistro und Shop. Der hochgedämmte Holzbau mit Lärchenholzverkleidung gilt zugleich als Beispiel für ressourcenschonende Bauweise.

Die Gesamtkosten für das Fördervorhaben belaufen sich auf rund 5,3 Millionen Euro. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die Errichtung mit rund 4,4 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gefördert.

„Die Kranichwelten werden nicht nur Gästen aus aller Welt ein unvergessliches Naturerlebnis bieten, sondern auch als Kommunikations-, Tagungs- und Veranstaltungszentrum die Region stärken. Damit profitieren nicht nur Gäste sondern auch die Menschen vor Ort – von jung bis alt – von diesem vielseitigen Angebot. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die die Umsetzung dieses Projekts ermöglicht haben. Mit den Kranichwelten ist ein weiterer touristischer Leuchtturm entstanden, der unser Land als Urlaubsland und einzigartigen Naturerlebnisraum noch sichtbarer macht“, sagte Minister Dr. Blank.