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Kategorie: Natur und Umwelt

Große Bauwerksinspektion am Sperrwerk Greifswald-Wieck

Greifswald – Das Sperrwerk Greifswald Wieck wurde im Frühjahr 2016 in Betrieb genommen. Vor Ablauf der Gewährleistungsfrist fand im November/Dezember 2019 die erste große Bauwerkinspektion mit Trockenlegung des Hauptverschlusses in der Bundeswasserstraße Ryck statt.

Diese, in sechsjährigem Abstand, vorgeschriebene große Bauwerksinspektion findet planmäßig im Zeitraum 03.11.2025 bis 19.12.2025 statt. Neben der eigentlichen Inspektion wird die Trockenlegung genutzt, um notwendige Wartungs- und Revisionsarbeiten an sonst unzugänglichen Bereichen planmäßig vorzunehmen. Insbesondere werden dabei Kunststoffdichtungen und andere Verschleißbauteile getauscht, sowie Ausbesserungs­arbeiten am Korrosionsschutz des stählernen Hauptverschlusses vorgenommen.

Während der Bauwerksinspektion kommt es werktags zwischen 8:00 und 18:00 Uhr zu zeitweiligen Einschränkungen in der Passierbarkeit der Wiecker Promenade. Der Ryck ist seit dem 21.11.2025 durchgängig gesperrt. Kraftfahrzeugführer und Passanten werden gebeten auf die Sperrzeichen zu achten.

Die Arbeiten sollen bis Weihnachten abgeschlossen sein.

M-V richtet die ersten „Mecklenburger Büffeltage“ aus

Schwerin – Die Landesforschungsanstalt MV lädt heute erstmals zum „Mecklenburger Wasserbüffeltag“ auf das Gut Darß in Born ein. Anlass ist die wachsende Bedeutung der Wasserbüffelhaltung im Land, die eng mit den Herausforderungen und Chancen der Moorrenaturierung, des Naturschutzes und einer nachhaltigen Landwirtschaft verknüpft ist. MV verfügt inzwischen über rund 100 Halterinnen und Halter mit etwa 1.500 Tieren – der zweitgrößte Bestand Deutschlands.

Klimaschutz- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus betont die Zukunftsrelevanz dieser Tierart: „Wasserbüffel sind keine exotische Randerscheinung mehr, sondern können zu einem echten Zukunftstier für Mecklenburg-Vorpommern werden. Sie sind robust, genügsam und hervorragend geeignet, nasse Moor- und Feuchtflächen zu beweiden. Genau solche Lösungen brauchen wir, wenn wir die Wiedervernässung unserer Moorböden mit Landwirtschaft, Naturschutz und regionaler Wertschöpfung zusammendenken wollen.“

Robuste Tiere mit besonderen Fähigkeiten

Wasserbüffel gelten als äußerst anpassungsfähig: Sie verwerten Grobfutter, Heu, Stroh sowie Wasser- und Sumpfpflanzen, die für Rinder kaum nutzbar sind. Ihre breiten Klauen und ihr sicherer Tritt machen sie ideal für nasse, schwer zugängliche Standorte. Gleichzeitig liefern sie hochwertiges Fleisch mit einem günstigen Fettsäuremuster und Milch mit sieben bis acht Prozent Fett – Grundlage traditioneller Mozzarellaproduktion.

Backhaus unterstreicht: „Wasserbüffel können dort grasen, wo moderne Technik an ihre Grenzen stößt. Sie verbinden Klimaschutz und Landschaftspflege mit neuen regionalen Wertschöpfungswegen – vom Fleisch über Milchprodukte bis hin zum Tourismus.“

Wasserbüffel und Moorwiedervernässung

Die Landesregierung treibt die Wiedervernässung trockengelegter Moore voran, da diese Flächen große Mengen CO₂ freisetzen. Hier spielen Wasserbüffel eine wichtige Rolle: Sie verhindern durch Beweidung die Verbuschung, fördern die Biodiversität und ermöglichen eine schonende Nutzung der Flächen.

Aber es gibt noch viele Fragen zur Haltung zu klären. Das Ministerium hat deshalb ein zweijähriges Forschungs- und Praxisprojekt der LFA finanziell unterstützt, das Haltung, Tiergesundheit, Fleischqualität und Tierwohl wissenschaftlich begleitet. Forschungen der Universität Rostock, des FBN Dummerstorf und digitale Sensoranalysen liefern erstmals belastbare Daten zur Büffelhaltung unter norddeutschen Bedingungen.

Backhaus würdigt die Ergebnisse: „In nur 18 Monaten wurden wichtige Grundlagen erarbeitet – von der Tiergesundheit über Haltungsbedingungen bis zum Weidemanagement. Diese Erkenntnisse sind wertvoll, weil sie Landwirtinnen und Landwirten erstmals eine wissenschaftlich fundierte Basis geben, um zu entscheiden, ob die Haltung von Wasserbüffeln eine Option für den eigenen Betrieb sein kann.“

Herausforderungen: Schlachtung, Bürokratie und Vermarktung

Gleichzeitig weist der Minister auf bestehende Hürden hin. Die Schlachtung ist aufgrund der verstärkten Schädelplatte der Wasserbüffel anspruchsvoller, geeignete regionale Schlachtstätten sind selten. Mobile Schlachtungen werden von Haltern nachgefragt, sind aber bislang kaum im Einsatz. Zudem fehlen teils zuverlässige Vermarktungswege, und die Bewirtschaftung von Naturschutzflächen ist oft durch komplexe Regularien erschwert.

Backhaus: „Die Wasserbüffelhaltung bietet große Chancen, aber wir müssen die Rahmenbedingungen weiter verbessern – von der Entbürokratisierung über die Schlachtmöglichkeiten bis zur Vermarktung. Wenn wir den Arten- und Klimaschutz stärken wollen, dürfen wir den Tierhaltern keine Steine in den Weg legen.“

Touristische Potenziale und regionale Wertschöpfung

Wasserbüffel sind zugleich touristische Attraktionen. Viele Betriebe nutzen die imposanten Tiere bewusst für Besucherangebote, Hoffeste, Fleischvermarktung oder gastronomische Konzepte.

Backhaus betont abschließend die Bedeutung des ersten Wasserbüffeltags: „Mit dem Wasserbüffeltag bringen wir Praxis, Wissenschaft und Verwaltung an einen Tisch. Wir wollen Mut machen, neue Wege zu gehen und zeigen, dass Landwirtschaft, Moor- und Artenschutz sowie Tourismus gemeinsam funktionieren können. Mecklenburg-Vorpommern hat beste Voraussetzungen, sich hier bundesweit an die Spitze zu setzen.“

Backhaus warnt vor Asiatischer Hornisse

Imker und Imkerinnen sollen wachsam bleiben

Schwerin – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat anlässlich der Vertreterversammlung des Landesverbands der Imker Mecklenburg-Vorpommern dazu aufgerufen, im Herbst besonders aufmerksam auf mögliche Nester der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) zu achten.

„Auch wenn die Art in Mecklenburg-Vorpommern bislang noch nicht nachgewiesen wurde, müssen wir vorbereitet sein“, betonte Backhaus. „Ich rufe alle Imkerinnen und Imker sowie Bürgerinnen und Bürger auf, mögliche Sichtungen oder Nester umgehend dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) zu melden. Nur durch schnelles Handeln können wir einer dauerhaften Etablierung dieser invasiven Art entgegenwirken.“

Die Asiatische Hornisse gilt als erhebliche Gefahr für heimische Insekten und kann vor allem Bienenvölker massiv beeinträchtigen. In anderen Bundesländern wurde sie bereits mehrfach nachgewiesen. Das Landwirtschaftsministerium hat daher in Zusammenarbeit mit dem LUNG und dem Landesimkerverband Informationsmaterialien und Merkblätter zur Früherkennung und Bekämpfung herausgegeben.

Backhaus dankte in diesem Zusammenhang den Imkerinnen und Imkern im Land für ihr Engagement: „Sie leisten mit Ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Sicherung der Bestäubungsleistung in unserer Kulturlandschaft.“

Der Minister erinnerte daran, dass das Land die Imkerei in Mecklenburg-Vorpommern umfangreich unterstützt: „Wir fördern Maßnahmen, die zur Stärkung der Bienenhaltung, zur Verbesserung der Vermarktung und zur Ausbildung des Nachwuchses beitragen. Dazu gehören Schulungsprogramme, Investitionen in die Modernisierung von Imkereien, Honiganalysen und die Bekämpfung von Bienenkrankheiten. Im laufenden Förderzeitraum stehen dafür jährlich rund 190.000 Euro aus Landes- und EU-Mitteln zur Verfügung“, erklärte Backhaus.

Minister Backhaus beglückwünschte Carsten Fischer zu seiner Wiederwahl als Vorsitzender des Landesverbands der Imker Mecklenburg-Vorpommern: „Ich gratuliere Herrn Fischer herzlich und wünsche ihm für die kommenden vier Jahre viel Erfolg. Der Landesverband ist ein verlässlicher Partner des Ministeriums – gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass die Imkerei in Mecklenburg-Vorpommern eine starke Zukunft hat.“

EHEC-Ausbruch des Subtyps O45:H2 hat sich deutlich verlangsamt

Abgeflachtes Ausbruchsgeschehen in MV hat Auswirkungen auf die EHEC-Berichterstattung

Schwerin – Der seit Anfang August zunächst in Mecklenburg-Vorpommern beobachtete EHEC-Ausbruch des Subtyps O45:H2 hat sich deutlich verlangsamt und ist in den letzten Wochen hier im Land kontinuierlich abgeflaut. „Expertinnen und Experten gehen daher seit längerem nicht mehr von einem aktiven Ausbruchsgeschehen in MV aus“, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese am Donnerstag in Schwerin.

Bestätigt wird diese Einschätzung auch vom heute veröffentlichten EHEC-Wochenbericht des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (https://www.lagus.mv-regierung.de/). Insgesamt wurden demnach mit Stand 12. November bisher 164 EHEC-Infektionen und 19 HUS-Fälle im Rahmen dieses Geschehens registriert. Der letzte bestätigte EHEC-Fall für MV wurde am 30. September gemeldet. Die letzte HUS-Erkrankung in MV, die dem Ausbruch zugerechnet werden musste, wurde noch davor am 22. September symptomatisch.

Ab sofort werden deshalb separate Fallzahlen für MV nur noch bei erneutem, momentan aber nicht zu erwartendem Anstieg der Meldungen veröffentlicht. Falls es wichtige Neuigkeiten zum EHEC-Geschehen gibt, würde selbstverständlich darüber aktuell informiert werden, betonte Drese.

Das Robert Koch-Institut aktualisiert die Ausbruchszahlen zu diesem Geschehen inzwischen ebenfalls nur noch wöchentlich für die Fachöffentlichkeit. Die Erfassung und Meldung von EHEC-Infektionen und HUS-Erkrankungen erfolgt weiterhin routinemäßig im Rahmen der epidemiologischen wöchentlichen Berichterstattung

Drese wies gleichzeitig darauf hin, dass auch zukünftig einzelne Fälle zur Statistik hinzukommen können. “Denn alle zurückliegenden Fälle werden weiterhin in einem aufwändigen Verfahren sequenziert und gegebenenfalls dem Geschehen zugeordnet“, verdeutlichte die Ministerin.

Umweltministerkonferenz am 14. November 2025 in Saarbrücken

Backhaus: „Natur- und Klimaschutz brauchen klare Ziele, Rechtssicherheit und stabile Finanzierung“

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, nimmt 14. November an der Umweltministerkonferenz (UMK) in Saarbrücken teil. Im Mittelpunkt stehen bundesweite Weichenstellungen für den Klima-, Natur- und Umweltschutz, die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung, die Frage eines rechtssicheren Wolfsmanagements sowie die Düngeverordnung.

Minister Dr. Backhaus betonte vorab: „Klimaschutz und der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben – sie dürfen aber nicht allein den Ländern und Kommunen aufgebürdet werden. Ohne klare Zuständigkeiten und eine verlässliche Finanzierung riskieren wir, dass gut gemeinte Ziele an der Realität scheitern.“

Verlässliche Finanzierung von Klima-, Natur- und Umweltschutz

Mecklenburg-Vorpommern fordert daher, dass im Mehrjährigen Finanzrahmen der EU (MFR) für die Zeit nach 2027 eine nachhaltige Finanzierung von Maßnahmen des Klima-, Umwelt- und Naturschutzes gesichert wird und bisher erreichte Umweltstandards in allen Sektoren erhalten bleiben. „Wenn wir dem Klimawandel wirksam begegnen wollen, braucht es einen langen Atem und wir müssen vor allem endlich aufhören, in Förderperioden zu denken. Stattdessen benötigen wir verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen, die eine langfristige Planung und Umsetzung von Klima- Natur- und Umweltschutzmaßnahmen ermöglichen und eine langfristig gesicherte Finanzierung. Jeder Euro, den wir jetzt im Kampf gegen den Klimawandel und den Verlust der Biodiversität investieren, wird sich für die kommenden Generationen doppelt und dreifach bezahlt machen. Das muss unser gemeinsamer Antrieb sein“, betonte Minister Dr. Backhaus.

Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung

Ein weiteres zentrales Thema ist die nationale Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung, die verbindliche Ziele zur Wiederherstellung von Ökosystemen vorgibt. Mecklenburg-Vorpommern fordert eine zügige, aber praktikable Umsetzung, die regionale Unterschiede berücksichtigt und die Länder frühzeitig einbindet. Erklärtes Ziel muss es sein, auf nationaler Ebene zu einer weitgehend konsistenten Durchführung der EU-Wiederherstellungsverordnung zu gelangen. Dazu müssen die Belange aller betroffenen Bereiche wie des Klimaschutzes, des Gewässer-, Hochwasser- und Küstenschutzes, der land- und forstwirtschaftlichen Produktion sowie der Fischerei und Aquakultur einbezogen und zudem die Bürokratielasten für Verwaltung und Betroffene sowie zusätzliche Belastungen der Flächeneigentümer und -bewirtschaftenden möglichst gering gehalten werden. Backhaus: „Wir brauchen keine Bürokratiemaschinerie, sondern Lösungen, die vor Ort funktionieren. Die Menschen in den Regionen müssen mitgenommen werden, sonst verlieren wir Akzeptanz.“

Wolfsmanagement – rechtssicher und praxistauglich gestalten

Ein dritter Schwerpunkt Mecklenburg-Vorpommerns ist der Umgang mit dem Wolf. Das Land fordert vom Bund endlich klare, praxistaugliche und rechtssichere Regelungen für das Wolfsmanagement und die Entnahme von Problemwölfen. „Die Weidetierhalterinnen und -halter brauchen endlich Verlässlichkeit. Wir haben den Wolf in Mecklenburg-Vorpommern ins Jagdrecht aufgenommen – nun muss der Bund liefern und den rechtlichen Rahmen schaffen, damit auffällige Tiere rechtssicher entnommen werden können“, betonte der Minister.

Gleichzeitig verweist er auf die aktuelle Bestandssituation. Danach zählt Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen zu den Ländern mit den höchsten Wolfsdichten in Deutschland. Aktuell ist in MV rund die Hälfte der Landesfläche durch 34 Territorien mit sesshaften Wölfen belegt – darunter 28 Rudel, 5 Paare und 1 Einzeltier. Die Bestandsdichte steigt seit Jahren stetig, das belastet allem die Weidetierhaltung erheblich.

Das Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns liegt vollständig in der kontinentalen biogeografischen Region. Für diese Region hat der Bund am 13. Oktober 2025 den „günstigen Erhaltungszustand“ des Wolfes an die EU-Kommission gemeldet – eine Entwicklung, die aus Sicht MVs auch Konsequenzen für ein aktives Bestandsmanagement haben muss.
Backhaus: „Wenn der Erhaltungszustand als günstig gilt, müssen auch rechtssichere Entnahmen möglich sein. Alles andere wäre inkonsequent.“

Düngeverordnung – Bund in der Pflicht

Mit Blick auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom 24.10.2025 rückte auch die Düngeverordnung erneut in den Fokus der Konferenz. In besagtem Urteil wird die Bayerische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AVDüV) für unwirksam erklärt, weil die Ermächtigungsgrundlage im Bundesrecht (§ 13 a Abs. 1 DüV) nicht hinreichend bestimmt sei. „Selbstverständlich müssen wir zunächst noch die Begründung des Urteils abwarten, aber schon jetzt steht fest, dass eine Anpassung der Düngeverordnung unumgänglich ist. Wir werden uns auf der Konferenz zu möglichen Schritten austauschen. Das Zepter des Handelns liegt allerdings beim Bundeslandwirtschaftsministerium. Ich habe mich daher bereits in einem Brief an das BMLEH gewandt und ein schnelles Handeln in der Sache angemahnt. Bis zum Beginn der Vegetationsperiode im Februar 2026 müssen wir zu einer rechtsicheren Lösung gefunden haben, da dann erste Düngemaßnahmen anlaufen.“

Moorklimaschutz: MV und NABU stärken Zusammenarbeit

Schwerin – Heute unterzeichnen Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus und der Präsident des NABU (Naturschutzbund Deutschland), Jörg-Andreas Krüger, am Rande der Landtagssitzungen im Schweriner Schloss eine Kooperationsvereinbarung zum gemeinsamen Moorklimaschutz.

Ziel der Partnerschaft ist es, die Treibhausgasemissionen aus entwässerten Mooren deutlich zu reduzieren, insbesondere durch Wiedervernässung und nachhaltige Bewirtschaftung von Moorböden in der Landwirtschaft. Dies schützt auch die Biodiversität, denn viele Tier- und Pflanzenarten des Feuchtgrünlandes sind in Deutschland gefährdet.

Minister Dr. Till Backhaus sagt: „Klimaschutz gelingt nur gemeinsam – und dafür brauchen wir starke Partnerschaften. Mit dem NABU haben wir seit Jahren einen verlässlichen Partner an unserer Seite, der Moorschutz nicht nur als Naturschutzaufgabe, sondern auch als Chance für die Landwirtschaft versteht. Entwässerte Moore sind die größte Einzelquelle von Treibhausgasen in Mecklenburg-Vorpommern.

Etwa 30 Prozent der landesweiten Treibhausgasemissionen stammen aus trockengelegten Mooren. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat sich daher in der 2025 veröffentlichen Strategie zum Schutz und zur Nutzung der Moore vorgenommen, die Voraussetzungen für flurgleiche Wasserstände bis 2045 zu schaffen. Hierfür muss das Wasser in der Landschaft zurückgehalten werden. Das Programm NABU Klima+ ist hierfür ein wichtiges Einstiegsinstrument. Es zeigt, wie Klimaschutz, landwirtschaftliche Nutzung und regionale Wertschöpfung zusammengehen können.“

Jörg-Andreas Krüger, Präsident des NABU, betont: „Mit unserer Kooperation schaffen wir attraktive Anreize für landwirtschaftliche Betriebe, eine der effektivsten Maßnahmen für den natürlichen Klimaschutz großflächig umzusetzen. Wir wollen Landwirt*innen ermöglichen, die Transformation hin zu einer moorschonenden Landnutzung gut zu bewältigen.“

Die Vereinbarung sieht vor, bestehende Förderprogramme wie das Agrarumwelt- und Klimaschutzprogramm (AUKM) und das NABU-Programm Klima+ enger zu verzahnen. Dadurch sollen Synergien genutzt und die Umstellung auf moorschonende Bewirtschaftungsformen erleichtert werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung langfristiger Finanzierungsmodelle für Landwirte für die moorschonende Landnutzung, etwa durch Entschädigungszahlungen oder die CO2-Zertifizierung der durch die Wiedervernässung erfolgten Emissionsminderungen.

Die Kooperation ist zunächst auf ein Jahr angelegt. Beide Partner streben eine dauerhafte Wiedervernässung der Moorböden an und wollen die Programme gemeinsam bewerben, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt mit knapp 300.000 Hektar Moorfläche, das rund 13 Prozent der Landesfläche entspricht, über eine bundesweit herausragende Ausgangslage für Klimaschutz und Biodiversität. Das Land engagiert sich daher seit Jahrzehnten im Moorschutz und hat zahlreiche bundesweite Impulse gesetzt – darunter die Entwicklung der MoorFutures, weltweit das erste Kohlenstoffzertifikat auf Basis von Moorwiedervernässung.

Die enge Kooperation mit der Universität Greifswald und dem Greifswald Moor Centrum führte zudem zur Etablierung des Konzepts „Paludikultur“ – und damit zur Entwicklung praktischer und klimafreundlicher Nutzungsmethoden für nasse Moore. Aktuell wird mit der Einrichtung eines Instituts zur Ausbildung von Moorspezialistinnen ein weiterer Meilenstein gesetzt. Seit 2022 stehen auch EFRE-Mittel in Höhe von 18 Millionen Euro für Moorschutzprojekte zur Verfügung.

Mit mehr als 960.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Der NABU begeistert für die Natur und fördert naturkundliche Kenntnisse für ein aktives Naturerleben.

BGE legt neue Arbeitsstände zu Endlager-Teilgebieten in MV vor

Schwerin – Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am 3. November 2025 erneut Zwischenstände zur Bewertung der sogenannten rvSU-Ausschlussgebiete veröffentlicht. Dabei handelt es sich um Regionen, die im Rahmen der Standortsuche für ein mögliches Endlager für hochradioaktive Abfälle anhand geowissenschaftlicher Kriterien überprüft werden. Ziel dieser sogenannten „repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen“ (rvSU) ist es, Gebiete zu identifizieren, die für ein Endlager ungeeignet, wenig geeignet oder potenziell geeignet sind. Die nun veröffentlichten Arbeitsstände geben den aktuellen Stand dieser Bewertungen wieder.

Mecklenburg-Vorpommerns Klimaschutz- und Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärte dazu: „Die heute veröffentlichten Ergebnisse bestätigen weitgehend die Bewertungen, die der Geologische Dienst Mecklenburg-Vorpommern bereits in seiner Stellungnahme vorgenommen hat. Das zeigt, dass unsere geowissenschaftliche Arbeit fundiert war und im Verfahren auf Bundesebene Gehör findet.“

Von den insgesamt sechs Teilgebieten in Mecklenburg-Vorpommern wurden diesmal die Gebiete 005 (Tonstein, Dogger) und 007 (Tonstein, Unterkreide) bewertet. Beide erhielten Einstufungen in die Kategorien C und D, also „wenig geeignet“ bis „ungeeignet“. Das in Rügen befindlicheTeilgebiet 078_08 (Salz, Zechstein) war bereits im Jahr 2024 als ungeeignet bewertet worden.

Backhaus betonte: „Das sind wichtige Zwischenergebnisse, aber keine abschließenden Bewertungen. Wir werden das weitere Verfahren konstruktiv begleiten und darauf achten, dass die geologischen Besonderheiten unseres Landes weiterhin sachgerecht berücksichtigt werden.“

Noch nicht bewertet wurden die Gebiete 004 (Ton, Tertiär), 006 (Ton, Lias) und 022 (Salzstock Werle). Ihre Bearbeitung ist bis Ende 2026 zu erwarten. Ende 2027 sollen die Vorschläge für mögliche Standortregionen durch die BGE vorgelegt werden.

„Mir ist wichtig, dass dieses Verfahren weiterhin transparent und wissenschaftsbasiert geführt wird. Sicherheit und Nachvollziehbarkeit müssen dabei oberste Priorität haben, damit wir eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung haben“, so Backhaus abschließend.

Backhaus: „Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel“

Plau am See – Anlässlich der heute stattfindenden Fachtagung Wasser und Abwasser in Mecklenburg-Vorpommern der BDEW/DVGW-Landesgruppe Nord im Parkhotel Klüschenberg in Plau am See, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Klimaschutz- und Umweltminister Dr. Till Backhaus – der nicht persönlich vor Ort sei konnte – die zentrale Bedeutung einer sicheren Wasserver- und Abwasserentsorgung für das Funktionieren der Gesellschaft, mahnte einen verantwortungsvollen Umgang mit den Wasserressourcen an und betonte die Notwendigkeit von Kooperationen, vorausschauender Planung und moderner Gesetzgebung, um die Wasserwirtschaft zukunftssicher aufzustellen.

 „Wir alle tragen Verantwortung für eine der sensibelsten Infrastrukturen unseres Landes – die sichere Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und die verlässliche Behandlung des Abwassers. Diese Arbeit geschieht oft im Verborgenen, doch sie ist elementar für das Funktionieren unserer Gesellschaft“, so Backhaus.

Er betonte, dass Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich über ein gutes und stabiles Wasserdargebot verfüge. Täglich würden rund 270.000 bis 310.000 Kubikmeter Rohwasser entnommen, davon mehr als 85 Prozent aus Grundwasser. „Das klingt nach einem beruhigend großen Spielraum – aber wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Trockenperioden nehmen zu, die Grundwasserneubildung stagniert mancherorts. Deshalb müssen wir mit diesem Schatz sehr sorgsam umgehen“, sagte der Minister.

Mit der im Juli verabschiedeten Trinkwasserversorgungskonzeption 2040 habe die Landesregierung eine strategische Grundlage geschaffen, um Versorgungssicherheit, Qualität und Klimaanpassung langfristig zu gewährleisten. Zudem sei im Sommer die Landeswasserstrategie beschlossen worden, die konkrete Maßnahmen für nachhaltige Wassernutzung und besseren Schutz der Ressourcen vorsehe.

Ein Schwerpunkt liege auf Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft: „Erfolgreicher Gewässerschutz entsteht nicht allein durch Auflagen, sondern durch Partnerschaften. Mit der Landeskooperation zum vorsorgenden Trinkwasserschutz setzen wir auf Zusammenarbeit statt Konfrontation“, erklärte Backhaus.

Er kündigte außerdem an, dass die Novelle des Landeswassergesetzes Anfang kommenden Jahres im Landtag beschlossen werden solle. Die Erhöhung des Wasserentnahmeentgelt soll aber nicht von heute auf morgen, sondern frühestens ab 01.01.2027 erfolgen. „Wer Wasser nutzt, beteiligt sich an seinem Schutz. Für eine vierköpfige Familie bedeutet das künftig rund 15 Euro mehr pro Jahr – ein Cent pro Kopf und Tag ist nicht zu viel für das wertvollste Lebensmittel überhaupt.“

Mit Blick auf die neue Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) unterstrich der Minister die großen Investitions- und Innovationsanforderungen, insbesondere bei der Einführung der vierten Reinigungsstufe. „Wir müssen technische Machbarkeit, Umweltziele und Wirtschaftlichkeit in Einklang bringen – und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der Abwasserbetriebe sichern“, sagte Backhaus.

Abschließend appellierte der Minister an die Verantwortlichen in der Branche, die anstehenden Herausforderungen gemeinsam zu gestalten: „Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern eine leistungsfähige, engagierte Wasserwirtschaft, die Großes geleistet hat. Mit Fachverstand, Pragmatismus und Entschlossenheit werden wir auch die kommenden Aufgaben meistern.“