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Kategorie: Persönlichkeiten

Widmung des Rainer-Prachtl-Weges

Ministerpräsidentin Schwesig zur Widmung des Rainer-Prachtl-Weges in Neubrandenburg

Neubrandenburg – Anlässlich der Widmung des Rainer-Prachtl-Weges in Neubrandenburg hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig die Verdienste des ersten Landtagspräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns gewürdigt: “Dienen in Verantwortung: Unter diesem Motto hat Rainer Prachtl einen guten Teil seines Lebens dem Dienst an seinen Mitmenschen, an seiner Heimatstadt und seinem Heimatland geschenkt. Antrieb war für ihn der christliche Glaube und die Grundüberzeugung: Menschlichkeit ist machbar. Mit dieser Lebenshaltung ist er aufrecht und pragmatisch geblieben. Er war ein Typ, ein Charakter, der beeindruckt und andere mitgenommen hat. Mit seinem Engagement ist er ein Vorbild und steht gleichzeitig für die vielen bodenständigen, engagierten in unserem Land.“

Sie erinnerte in ihrer Rede auch an die Verdienste Rainer Prachtls für die Landesverfassung Mecklenburg-Vorpommerns. Schwesig sagte: „Er hat sich dafür stark gemacht, Grundregeln und Grundrechte über die Staatsform und die Staatsziele verfassungsrechtlich festzuschreiben. Er hat sich viele Jahre lang dafür eingesetzt, die Werte der Verfassung in der Landespolitik mit Leben zu erfüllen.“ Dafür habe er als Stadtrat in Neubrandenburg, als Landtagsabgeordneter und als erster Landtagspräsident des Landes von 1990 bis 1998 gewirkt. „Diejenigen, die ihn im Landtag erlebt haben, erinnern sich an einen Politiker, der gut moderieren und erklären konnte. Der zusammengeführt und nicht gespalten hat. Der über die Parteigrenzen hinweg respektiert und beliebt war. Auch darin war und bleibt Rainer Prachtl ein Vorbild“, so die Ministerpräsidentin.

Der Fußweg am Tollensesee, der von der Brücke über den Oberbach nördlich des Strandbades Broda entlang bis zur Seestraße führt, wird Rainer Prachtl gewidmet. In der Beschlussfassung der Stadtvertretung Neubrandenburg heißt es dazu: “Dieser Weg hat eine Blickbeziehung zum Amtshaus Broda, dem ehemaligen Kloster des Prämonstratenser-Ordens. Zum 775. Stadtjubiläum fand hier auf Initiative von Rainer Prachtl und dem Dreikönigsverein eine beeindruckende Zeremonie zum Prämonstratenser-Tag statt.“ Das ehemalige Kloster gilt als Keimzelle der Stadt Neubrandenburg.

Frau des Jahres ausgezeichnet

Ministerpräsidentin Schwesig zeichnet Birgit Waniorek als Frau des Jahres aus

Schwerin – Auf ihrem Empfang zum Internationalen Frauentag hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig Birgit Waniorek als Frau des Jahres ausgezeichnet: „Frauen wie Birgit Waniorek begleiten das Ehrenamt in unseren Vereinen, in unserer Zivilgesellschaft, in unseren Kommunen. Ich sage ganz herzlichen Dank und herzlichen Glückwunsch zur Frau des Jahres!“

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt hielt die Laudatio für die Frau des Jahres: „Birgit Waniorek lebt das Ehrenamt. Beim ASB Regionalverband Süd-West-Mecklenburg bildet sie Sanitäterinnen und Sanitäter aus. Vor allem setzt sie sich dafür ein, mehr Frauen für das Ehrenamt und für die Leitungsebene im Rettungsdienst und Katastrophenschutz zu motivieren. Denn Frauen wie Birgit Waniorek haben den besonderen Blick und achten darauf, dass die Einsatzkräfte die psychosoziale Gesundheit und Selbstfürsorge pflegen. Sie hat eine besondere Gabe, Frauen selbst für den Umgang mit technischen Geräten wie Kettensägen zu begeistern. Birgit Waniorek engagiert sich außerdem für Toleranz, Integration und Naturschutz. Ihr gesamtes haupt- und ehrenamtliches Engagement zeugt von einer aktiven Demokratin, die für eine gleichberechtigte Gemeinschaft eintritt. Sie ist eine würdige Preisträgerin 2026. Herzlichen Glückwunsch zur Frau des Jahres“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

Die Ministerpräsidentin betonte in ihrer Rede: „Wir treffen uns hier alle, um die Gleichstellung von Frauen und Männern voranzubringen. Wir kämpfen für unsere Forderungen, was zur Gleichstellung noch fehlt. Wir sind stolz auf das, was die Frauenbewegung erreicht hat, und stolz auf die Frauen in unserem Land.“ Sie machte in ihrer Rede außerdem auf das Engagement von Frauen in der Kommunalpolitik aufmerksam: „Für Frauen, gerade wenn sie Verantwortung für eine Familie haben, ist es nicht leicht, sich Zeit für ein kommunalpolitisches Ehrenamt zu nehmen. Zu den Anfeindungen, die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker heute überall erleben, kommt die Geringschätzung, die immer noch Frauen entgegengebracht wird, die sich politisch engagieren. Dabei ist die Perspektive von Frauen in der Politik so wichtig!“. Es gäbe immer noch viel zu wenig Frauen in der Kommunalpolitik. Alle Bürgermeisterinnen, alle Stadt- und Gemeinderätinnen hätten an diesem Internationalen Frauentag Respekt und einen Applaus verdient.

Das Thema wurde auch in einer Talkrunde vertieft, bei der die Heringsdorfer Bürgermeisterin Dr. Laura-Isabelle Marisken, die Lübtheener Bürgermeisterin Ute Lindenau, die Schwaaner Stadtpräsidentin Christine Hirsch zu Wort kamen. Als besonderen Gast zu dieser Runde begrüßte sie Elke Büdenbender, die Schirmherrin der internationalen Bürgermeisterinnenkonferenz der Länder Deutschland, Österreich und Schweiz ist.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig verwies auf das in dieser Wahlperiode Erreichte, wie die Etablierung des Internationalen Frauentages als zusätzlichen Feiertag in MV, die Stärkung des Hilfenetzwerkes und die Novelle des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes, welche den Schwerpunkt auf wirksame Maßnahmen gegen häusliche Gewalt und einen verbesserten Schutz der Opfer gelegt hatte. Nach dem Weltmädchenbericht von Plan International hätten etwa 70 Prozent der Mädchen und Frauen im Netz Gewalt im weiteren Sinne erfahren. „Daher finde ich es so wichtig, dass die Plattformen endlich für wirksame Alterskontrollen und jugendgerechte Angebote sorgen. Das Netz darf kein rechtsfreier Raum sein. Hass und Hetze haben dort ebenso wenig zu suchen wie Anstiftungen zum Hungern. Solange das nicht verlässlich geregelt ist, halte ich ein Social-Media-Verbot bis 14 Jahre für richtig. Für 14 bis 16-Jährige braucht es jugendgerechte Angebote“, sagte sie.

Die Regierungschefin weiter: „Zuletzt haben wir das gleichstellungspolitische Rahmenprogramm im Kabinett beschlossen. Das gleichstellungspolitische Rahmenprogramm nimmt die Situation von Frauen im Laufe ihres gesamten Lebens in den Blick. Von der Erziehung in den Schulen über Ausbildung und Arbeitswelt bis zur Absicherung im Alter sagt unser Grundgesetz nicht nur: Frauen sind gleichberechtigt. Es sagt auch: Der Staat hat die Aufgabe, die tatsächliche Gleichstellung aktiv voranzubringen. Gleichstellung ist ein Handlungsauftrag, weiterhin. Die strategische Grundlage dafür, auch für die nächsten Jahre, ist unser gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm.“ Sie danke allen, die sich an der Erarbeitung beteiligt hätten für Anregungen und Kritik. Das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm Mecklenburg-Vorpommern wurde unter breiter Beteiligung der Zivilgesellschaft erarbeitet. Es beschreibt gleichstellungspolitische Grundsätze und legt konkrete Maßnahmen fest.

Trauer um Rita Süssmuth

Schwesig: Rita Süssmuth war mutig, klug und ihrer Zeit oft weit voraus

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute die verstorbene frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth gewürdigt: „Ich bin sehr betroffen vom Tod von Rita Süssmuth. Denn ich habe die Zusammenarbeit und die persönlichen Gespräche mit ihr immer sehr geschätzt. Sie war eine unermüdliche Kämpferin für die Rechte von Frauen – mutig, klug und ihrer Zeit oft voraus. Viele Fortschritte, die heute selbstverständlich erscheinen, tragen ihre Handschrift.

Mit der Kampagne „Gib AIDS keine Chance“ hat sie als Bundesgesundheitsministerin in einer Zeit, in der AIDS-Kranke oft stigmatisiert wurden, Ängste genommen, Wissen vermittelt und ganz konkret Menschenleben gerettet. Dieser Einsatz verdient bis heute größten Respekt.

Sehr beeindruckt hat mich auch ihre Festrede im Landtag Mecklenburg-Vorpommern zum 25-jährigen Bestehen unserer Landesverfassung. Ich habe diese Rede als starkes Plädoyer für Demokratie, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Erinnerung – klug, zugewandt und zutiefst ermutigend.

Rita Süssmuth hat als Bundestagspräsidentin und als Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit unser Land geprägt. Sie war eine engagierte Christdemokratin, die sich parteiübergreifend höchstes Ansehen erworben hat. Ihr Einsatz, ihre Haltung und ihre Stimme werden fehlen. Mein Mitgefühl gehört allen, die ihr nahestanden.“

Verdienstorden des Landes für besonderes Engagement

Schwerin – Im Rahmen ihres Neujahrsempfangs würdigt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig besonderes soziales und kulturelles Engagement mit drei Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern. „Es ist jedes Jahr eine besondere Ehre für mich, den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu verleihen. Die Menschen, die wir ehren, haben unterschiedliche Geschichten und doch eine Gemeinsamkeit. Sie leisten Herausragendes für unser Land. Es sind Menschen, die sich mit viel Idealismus und Einsatz einer Aufgabe widmen, oftmals auch mehreren Aufgaben gleichzeitig, und deren Engagement der Gemeinschaft, unserem Land, uns allen zugutekommt“, erklärte die Ministerpräsidentin im Vorfeld der Veranstaltung.

Zu den Ausgezeichneten gehört Peter Grosch aus Schwerin, der mit seinem Engagement einen wesentlichen Anteil am Entstehen der Evangelischen Suchtkrankenhilfe in Mecklenburg-Vorpommern gehabt habe. Seit 1995 arbeite er daran, Menschen in einer prekären sozialen Situation gesunde Lebensmittel und eine regelmäßige Versorgung zu verschaffen. „Sie haben nach Hamburger Vorbild die Schweriner Tafel gegründet. Im September haben wir zusammen 30 Jahre Schweriner Tafel gefeiert. Sie sind bis heute der Vorsitzende. Zehn Ausgabestellen hat die Tafel, nicht nur in Schwerin, sondern auch in den Städten der Region um unsere Hauptstadt wie Ludwiglust, Hagenow, Gadebusch und Crivitz“, so Schwesig. Sie fügte hinzu: „Peter Grosch hat zur Weihnachtszeit mit der Kindertafel wieder viele Augen zum Strahlen gebracht. Jeder, der ihn kennt, weiß: Die Menschen und besonders die Kinder liegen ihm am Herzen.“

Zweiter neuer Ordensträger ist Peter Hick aus Sassnitz. Nach der Deutschen Einheit sei Hick mit seiner Familie in seine ostdeutsche Heimat zurückgekehrt und habe erfolgreich die Störtebeker-Festspiele aufgebaut. Er sei mit seiner Familie nach Rügen gezogen, habe seine Ersparnisse investiert, Sponsoren und Förderungen vom Land gefunden. „Gegen viele Widerstände feierte das Ensemble am 3. Juli 1993 nur Stunden nach den letzten Baumaßnahmen die Premiere der ersten Open Air Aufführung.

Die Störtebeker-Festspiele haben sich inzwischen zu einem Publikumsmagnet auf der Insel Rügen entwickelt und sind deutschlandweit das erfolgreichste private Open Air Theater“, sagte die Ministerpräsidentin. „Störti – das ist eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte, die unsere Kulturlandschaft und ganz Deutschland bereichert. Peter Hick hat gemeinsam mit seiner Familie etwas ganz Besonderes geschaffen. Ein Theater, das Laien und Profis einbindet, das Menschen in ganz Deutschland begeistert“, so Manuela Schwesig in ihren persönlichen Worten zur Ordensverleihung.

Dritte Ordensträgerin ist Katrin Wischeropp aus Gägelow. „Ihr Engagement ist eines der schönsten und wichtigsten: Katrin Wischeropp gibt Kindern ein sicheres Zuhause, Liebe und Geborgenheit. Kindern, für die diese Dinge nicht selbstverständlich sind. Sie ist Pflegemutter und engagiert sich seit über 15 Jahren mit Leidenschaft für Kinder, die besondere Fürsorge benötigen“, sagte die Ministerpräsidentin. Ihre besondere Aufmerksamkeit liege bei Kindern, die wegen des regelmäßigen Alkoholkonsums der Mutter während der Schwangerschaft durch eine Fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) irreversibel beeinträchtigt sind.

Zudem sei sie Gründungsmitglied des Pflegeelternvereins Nordwestmecklenburg, der Pflege- und Adoptivfamilien unterstütze. „Für Familien in schwierigen Lebenssituationen war und ist Katrin Wischeropp eine unverzichtbare Stütze, stets mit einer helfenden Hand und einem offenen Ohr“, so Manuela Schwesig weiter. Seit Beginn des Jahres leite Frau Wischeropp die Selbsthilfegruppe „Leben mit FASD“. Neben ihrem Engagement für Pflegefamilien bereichere sie das kulturelle Leben in ihrer Gemeinde Gägelow. „Sie ist Chorleiterin und gibt Flöten- und Gitarrenunterricht. Sie setzt sich außerdem für die musikalische Früherziehung in Kindertagesstätten ein. Für Ihren unverzichtbaren Beitrag für Kinder in schwierigen Lebenssituationen und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft verleihe ich Katrin Wischeropp den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern“, sagte die Ministerpräsidentin zur Ehrung.

Schwesig: Harald Ringstorff war ein großer Mecklenburger

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat an den heute vor fünf Jahren verstorbenen Ministerpräsidenten Dr. Harald Ringstorff erinnert.

„Die Landesregierung erinnert heute an einen großen Mecklenburger. Harald Ringstorff war ein erfolgreicher Ministerpräsident und ein beliebter Landesvater. Er gehörte zu denen, die sich im Zuge der Friedlichen Revolution politisch zu engagieren begannen. 1998 wurde er unser Ministerpräsident.

Fast 10 Jahre und damit länger als jeder andere hat er das Amt des Ministerpräsidenten ausgeübt. In seiner Regierungszeit wurden Weichenstellungen vorgenommen, von denen wir bis heute profitieren. Neue Unternehmen wurden angesiedelt. Mit der Gesundheitswirtschaft wurde ein neuer, bis heute sehr erfolgreicher Wirtschaftszweig entwickelt. Und die solide Finanzpolitik von Harald Ringstorff und Sigrid Keler hat unserem Land finanzielle Handlungsspielräume eröffnet“, erinnerte die Ministerpräsidentin.

„Vor allem aber ist uns Harald Ringstorff als heimat- und naturverbundener Mecklenburger in Erinnerung. Er liebte den Schnack auf Platt, die Landschaft und die Natur“, sagte Schwesig weiter. „Persönlich war er eher norddeutsch zurückhaltend, aber auch von einer großen Herzlichkeit. Harald Ringstorff hat sich auf vorbildliche Weise für das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Menschen hier eingesetzt. Wir behalten ihn in sehr guter Erinnerung.“

Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern für A. Merkel

Schwesig: Angela Merkel hat sich um unser Land verdient gemacht

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute Bundeskanzlerin a.D. Dr. Angela Merkel in Stralsund mit dem Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. „Sie haben sich über viele Jahre persönlich für unser Land stark gemacht. Sie waren als Bundestagsabgeordnete und als Bundeskanzlerin eine wertvolle Verbündete des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Ein echter Glücksfall für unser Land“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in ihrer Laudatio.

Eine Vielzahl von Projekten sei im Land durch Merkel maßgeblich vorangebracht worden. Dazu gehöre die Fertigstellung der A 20, der Bau der Rügenbrücke oder das Naturerbezentrum in Prora. Merkel habe sich persönlich für die Universitätsmedizin Greifswald, den Bau des Ozeaneums und die heute abgeschlossene Modernisierung des Meeresmuseums Stralsund eingesetzt. Ein bekanntes Bild aus der Ära Merkel zeigt die Bundeskanzlerin mit den weiteren Teilnehmern beim G8-Gipfel in Heiligendamm. „Sie haben sich nicht nur für die lokale und regionale Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt. Sie haben unser Land bundesweit und international bekannter gemacht. Strandkorb inbegriffen“, sagte Schwesig.

Die Ministerpräsidentin würdigte auch das Wirken Merkels als Bundeskanzlerin. Angela Merkel sei die erste Bundeskanzlerin in der Geschichte in der Bundesrepublik Deutschland gewesen und ebenso die erste Person aus Ostdeutschland an der Spitze der Bundesrepublik Deutschland. „Sie haben das alles nie groß in den Mittelpunkt gestellt. Aber Sie haben gezeigt, was geht und was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Frauen können, was Männer auch können. Manchmal sogar besser. Ostdeutsche können, was Westdeutsche auch können. Manchmal sogar besser“, hob die Ministerpräsidentin hervor.

Merkel sei in einer Zeit tiefgreifender Krisen und Phasen voller Umbrüche Kanzlerin gewesen. Die Euro- und Finanzkrise, die Energiewende, die Flüchtlingskrise und die Corona-Pandemie hätten ihre Amtszeit geprägt. „Sie haben Deutschland mit Beharrlichkeit, Geschick und entschlossenem Handeln in schwierigen Zeiten sicher auf Kurs gehalten. Ihre Fähigkeit, zusammenzuführen und komplizierte Herausforderungen pragmatisch anzugehen, haben Ihnen international große Achtung eingebracht. Ihnen und damit auch unserem Land, Deutschland“, sagte Schwesig.

Sie habe als Bundesfamilienministerin wie auch als Ministerpräsidentin gerne mit Merkel zusammengearbeitet. „Ich habe Sie als herausragende Persönlichkeit, prägende Politikerin unserer Zeit und große Staatsfrau erlebt. Aber auch als Mensch mit Humor, der über sich selbst lachen konnte. Sie waren als Verbündete unschätzbar wertvoll und als Gegnerin kaum zu überwinden. Wenn Sie etwas versprochen haben, konnte ich mich darauf verlassen. Trotz aller internationalen Verpflichtungen hatten Sie immer Zeit für ein persönliches Wort oder kurzes Gespräch über Mecklenburg-Vorpommern. Dabei habe ich immer wieder Ihre große Verbundenheit mit den Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gespürt.“

Schwesig: Wir trauern um Sigrid Keler

Schwerin – Die frühere Finanzministerin Sigrid Keler ist am Sonnabend im Alter von 83 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Ministerpräsidentin Schwesig erinnerte heute an die langjährige Finanzministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

„Sigrid Keler war eine herausragende Finanzministerin. Sie hat Mecklenburg-Vorpommern auf den Kurs der soliden Finanzpolitik geführt. 2006 konnte Mecklenburg-Vorpommern erstmals einen Haushalt ohne neue Schulden aufstellen. Das war damals, gerade für ein ostdeutsches Land, etwas ganz Besonderes. Und dabei blieb es für viele Jahre. Sigrid Keler hat sich durch Verantwortungsbewusstsein, Durchsetzungskraft und Integrität ausgezeichnet.

Ich habe selbst in ihrer Ministerzeit im Finanzministerium gearbeitet und habe sie aufgrund ihrer großen Sachkenntnis, aber auch wegen ihrer Menschlichkeit sehr geschätzt. Sigrid Keler hat finanzpolitische Grundlagen geschaffen, auf denen wir auch heute noch aufbauen“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Keler habe zu denen gehört, die durch die Friedliche Revolution in die Politik gelangt sind. Bei der ersten Landtagswahl im Herbst 1990 wurde sie erstmals in den Landtag gewählt. Von 1990 bis 1996 war sie Vorsitzende des Finanzausschusses. Von 1996 bis 2008 war Keler Finanzministerin. Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Ministeramt blieb Keler aktiv. So war sie unter anderem Finanzvorstand beim Fußballverein Hansa Rostock, Mitglied des Aufsichtsrats der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzende des NDR-Verwaltungsrates.

„Sigrid Keler ist nach schwerer Krankheit gestorben. Ihr Tod macht mich sehr traurig. Noch vor wenigen Tagen habe ich sie besucht und sie hat mich mit dem ihr eigenen Kampfgeist und Lebensmut beeindruckt. In diesen schweren Stunden gilt mein Mitgefühl den Angehörigen sowie ihren Weggefährtinnen und Weggefährten. Wir werden Sigrid Keler in Dankbarkeit und Respekt ein ehrendes Andenken bewahren.“

Ehrung von Nachwuchsspitzensportlern aus M-V

Drese hebt starken Anstieg auf 170 Deutsche Jugend- und Juniorenmeistertitel hervor

Rövershagen – Gemeinsam mit der Sportjugend im Landessportbund M-V zeichnete Sportministerin Stefanie Drese am Sonnabend in Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen die Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterinnen und -meister sowie international erfolgreiche Nachwuchssportlerinnen und -sportler des Jahres 2024 aus Mecklenburg-Vorpommern aus.

„Ich bin begeistert über die große Anzahl von Spitzenathletinnen und Spitzenathleten im Nachwuchsbereich. Im vergangenen Jahr haben junge Athletinnen und Athleten aus MV sage und schreibe 170 Deutschen Meistertitel gewonnen“, sagte Drese anlässlich der Auszeichnungsfeier. Im Jahr 2023 waren es 127 Deutsche Meisterschaften im Nachwuchsbereich.

Hinzu kommen 90 Titel bzw. großartige Platzierungen auf internationalem Parkett – 39 Erfolge mehr als in 2023. „Das zeigt die hohe Leistungsfähigkeit unserer Nachwuchsspitzensportlerinnen und -sportler. Und es widerlegt auch eindrucksvoll das Klischee, der Spitzensport in Deutschland und MV sei nicht mehr konkurrenzfähig und unsere Jugend nicht mehr leistungsbereit“, betonte Drese. Es sei bewundernswert, wenn sich bereits junge Menschen hohe Ziele stecken und zielstrebig und kontinuierlich darauf hinarbeiten.

Drese hob hervor, dass das Land den Nachwuchsleistungssport auf vielfältige Weise fördere und Ende 2024 einen ganz wichtigen Erfolg erzielt habe: „Unsere acht Bundestützpunkte im Land im Volleyball, Boxen, Radsport, Rudern, Leichtathletik, Segeln, Kanurennsport und Wasserspringen sind als Einrichtungen des Spitzensports anerkannt und werden so gesichert bis Ende 2028 auch durch den Bund gefördert. Das ist eine ganz wichtige Perspektive für unsere Nachwuchsspitzenathleten für die wir uns vehement mit Investitionen in die Sportinfrastruktur eingesetzt haben“, sagte Drese.

Die Erfolge unterstreichen nach Ansicht der Ministerin das Ansehen Mecklenburg-Vorpommerns als ein Land des Sports und geben gleichsam dem Breitensport wichtige Impulse. „Die mittlerweile über 300.000 Menschen in MV, die im Vereinssport organisiert sind, zeigen das eindrucksvoll“, so Drese.

Deshalb zeichne das Sportministerium gemeinsam mit der Sportjugend M-V jedes Jahr in verschiedenen Kategorien „Kinder- und jugendfreundliche Sportvereine“ für beispielhafte sportliche Kinder- und Jugendarbeit aus.  „Ohne das riesengroße ehrenamtliche Engagement in den Vereinen und Verbänden wäre unsere Sporterfolgsgeschichte nicht möglich. Allen Engagierten gilt mein herzlicher Dank“, so Drese.