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Kategorie: Persönlichkeiten

Angela Merkel feiert 70. Geburtstag

Schwesig würdigt Merkel: Hat sich um Deutschland verdient gemacht

Schwerin – Ministerpräsidentin Schwesig hat heute anlässlich des 70. Geburtstages von Angela Merkel das Wirken der früheren Bundeskanzlerin gewürdigt.

„Ich gratuliere Angela Merkel sehr herzlich zu ihrem Geburtstag. Angela Merkel ist unserem Land auf besondere Weise verbunden. Sie hatte über viele Wahlperioden ihren Wahlkreis in Vorpommern. Und sie hat sich für unser Land eingesetzt, zum Beispiel, wenn es um den Erhalt der maritimen Industrie oder die Sanierung des Deutschen Meeresmuseums ging, das heute in Teilen wiedereröffnet wurde. Ich bin sicher, dass auch viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern heute an ihrem Geburtstag an sie denken.

Angela Merkel wird als erste deutsche Bundeskanzlerin in die Geschichte eingehen. Sie hat das Land 16 Jahre durch gute Zeiten, aber auch durch viele Krisen geführt. Auch wenn ich nicht immer einer Meinung mit ihr war, habe ich großen Respekt vor ihrer Leistung. Angela Merkel hat sich um Deutschland verdient gemacht.

Ich war selbst einige Jahre Ministerin in ihrem Kabinett. An der Zusammenarbeit mit ihr habe ich sehr geschätzt, dass man auch bei unterschiedlichen Auffassungen immer ein vernünftiges Gespräch mit ihr führen konnte. Sehr beeindruckt hat mich auch, mit welcher persönlichen Haltung sie ihr Amt ausgeübt hat. Zu ihrem Geburtstag wünsche ich Angela Merkel Gesundheit und Freude bei allem, was sie heute tut.“

Ausstellung: „Mütter des Grundgesetzes“

Wanderausstellung in Greifswald / Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt eröffnet die Ausstellung im Landratsamt.

Greifswald – „Es ist mir eine Ehre, zum 75- jährigen Jubiläum des Grundgesetzes die Wanderausstellung ‚Mütter des Grundgesetzes‘ im Landratsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald eröffnen zu dürfen. Sie zeigt, dass Frauen schon immer in der Geschichte unseres Landes eine außerordentliche Rolle gespielt haben.

Mir ist es wichtig, dass diese Leistungen von Frauen in der Öffentlichkeit präsenter werden. Denn nur so kommen wir auf dem Weg zur Gleichstellung voran. Ich bin davon überzeugt, dass sich die Mütter des Grundgesetzes schon vor 75 Jahren noch mehr als die durch sie im Grundgesetz verankerten Gleichberechtigung von Frauen und Männern gewünscht haben.

Ihr Wirken war dennoch ein Meilenstein in der Geschichte unserer Demokratie und ein Grundpfeiler auf dem Weg zur Gleichstellung“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt zur Eröffnung der Ausstellung im Landratsamt.

„Die vier Frauen, denen die Ausstellung gewidmet ist, sind Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel. Sie sind sehr beeindruckende Politikerinnen, die sich damals gegen die 61 Männer im Parlamentarischen Rat durchgesetzt haben.

Sie sind auch für die Frauen hier in Mecklenburg-Vorpommern ein leuchtendes Beispiel, um sich politisch zu engagieren. In den großen Stadtvertretungen und in den Kreistagen im Land liegt der Frauenanteil bei knapp 27 Prozent. Diese Wanderausstellung kann dazu beitragen, Frauen für verantwortungsvolle Aufgaben in der Politik zu begeistern“, so Gleichstellungsministerin Bernhardt.

Die Ausstellung präsentiert die Arbeiten des parlamentarischen Rates und der vier „Mütter des Grundgesetzes“ mit Texttafeln des Helene Weber Kolleg Berlin, der ersten bundesweiten und parteiübergreifenden Plattform für politisch engagierte Frauen.

Zu sehen sein wird auch eine Fotoausstellung vom Haus der Geschichte Bonn. Die Einführung in die Ausstellung übernimmt Kathrin Mahler Walther, Geschäftsführende Vorsitzende der EAF Berlin.

Sportplakette des Landes verliehen

Ehrenpräsent des Sportministeriums für Ludwigslusts Bürgermeister Reinhard Mach

Linstow – Sportministerin Stefanie Drese würdigte heute im Rahmen der gemeinsamen Sportlerehrung der Landesregierung und des Landessportbundes in Linstow zehn Vertreterinnen und Vertreter des Vereinssports aus Mecklenburg-Vorpommern für beispielgebendes ehrenamtliches Engagement und herausragende sportliche Erfolge.

Die zum Teil seit über 50 oder sogar 60 Jahren ehrenamtlich Aktiven wurden mit der Sportplakette des Landes geehrt. Die Sportplakette ist die höchste Auszeichnung in Mecklenburg-Vorpommern, die im Bereich des Sports verliehen wird.

„Mit dieser Sportlerehrung wollen wir Menschen Danke sagen, die oft über Jahrzehnte hinweg in ihrem Verein und darüber hinaus hoch engagiert, kompetent und zuverlässig als Trainerinnen und Trainer, im Vorstand oder bei der Organisation, Betreuung und Durchführung von sportlichen Ereignissen Überdurchschnittliches geleistet haben“, sagte Sportministerin Stefanie Drese anlässlich der Übergabe der Sportplakette.

Drese: „Es ist keinesfalls selbstverständlich, nach getaner Arbeit, an den Wochenenden, ja selbst an Feiertagen in einer verantwortungsvollen ehrenamtlichen Funktion im Interesse des organisierten Sports viele Stunden unterwegs zu sein. Ebenso wenig ist es selbstverständlich, im Ergebnis internationaler Wettkämpfe und Turniere auf einem Siegerpodest zu stehen.“

Mit der „Sportplakette des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ wurden gewürdigt:

  • Birgit Seebe vom SG Empor Rostock
  • Gerald Wergin vom Wolgaster Schwimmverein „Baltic“
  • Johanna Scholze vom VfL Schwerin 1990
  • Oskar Männer vom PSV Wismar
  • Sylvia Scheller von der DLRG-Ortsgruppe Fischland e.V.
  • Rolf Günther vom Reit- und Fahrverein Redefin
  • Grete Jungnitsch vom ESV Waren (Müritz)
  • Horst Zierzow von der SG Traktor Groß Kiesow

Für besondere sportliche Erfolge erhielten die Sportplakette:

  • Neele Labudda vom Hanse Sportverein Rostock (Para-Schwimmen)
  • Malte Winkel vom Schweriner Yacht-Club (Segeln)

Neben den Sportplaketten des Landes erhielt der Bürgermeister von Ludwigslust und vormalige Vorsitzende des Kreissportbundes Ludwigslust Reinhard Mach das „Ehrenpräsent für beispielhaftes Engagement in der Förderung des Sports“. Diese Auszeichnung wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport im Sport verliehen. Reinhard Mach habe in seinen Funktionen und Ämtern enorm viel für die Entwicklung des Sports in der Region getan, sagte Drese.

Alle Ausgezeichneten stünden stellvertretend für die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich im und für den Sport engagieren, so die Ministerin. „Es ist hauptsächlich Ihrem Engagement zu verdanken, dass die Sportvereine in unserem Land so großen und überdurchschnittlichen Zulauf erhalten. Das ist großer Sport und enorm wichtig für die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in unserer Gesellschaft. Sport verbindet und spaltet nicht. Allein daran wird die riesige Bedeutung des Sports für unsere Gesellschaft deutlich“, hob Drese hervor.

Wolfgang Schäuble gestorben

Schwesig: Deutschland verliert eine starke Persönlichkeit

Schwerin – Zum Tod des früheren Bundestagspräsidenten und Bundesministers Wolfgang Schäuble erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: „Wolfgang Schäuble hat die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland geprägt.

Präsident des Bundestages, Finanzminister, Innenminister, Fraktionsvorsitzender, Chef des Bundeskanzleramtes – er hat eine Vielzahl von Ämtern übernommen und sie alle mit seinem ganz eigenen Stil ausgefüllt. Die Deutsche Einheit hat er maßgeblich mit auf den Weg gebracht. Mit mehr als 50 Jahren Amtszeit war er so lange Abgeordneter des Deutschen Bundestags wie niemand zuvor. Deutschland verliert einen großen Parlamentarier und eine starke Persönlichkeit.

Wolfgang Schäuble ist Opfer eines brutalen Attentats geworden. Es verdient allergrößten Respekt, dass er auch nach diesem einschneidenden Erlebnis all seine Kraft in den Dienst der Bundesrepublik Deutschland gestellt hat.

Ich habe Wolfgang Schäuble sehr geschätzt. Wir haben im Bundeskabinett respektvoll und konstruktiv zum Wohle der Menschen zusammengearbeitet. Dabei habe ich seine enorme Erfahrung und Sachkenntnis und auch seine Bereitschaft zu Kompromissen kennengelernt. Gerne erinnere ich mich an unsere Gespräche und seine Zeitzeugenberichte über den Mauerfall und die Deutsche Einheit. Mein tiefes Mitgefühl gehört seiner lieben Frau und seinen Angehörigen.“

Pflegeprofi erreicht Platz 3 im Bundesentscheid

Mecklenburg-Vorpommerns beliebtester Pflegeprofi erreicht Platz 3 im Bundesentscheid

Schwerin – Tina Wiedemann gehört zu den beliebtesten Pflegeprofis Deutschlands. Die Krankenschwester der Notaufnahme der Helios Kliniken Schwerin belegte beim vom Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. veranstalteten gleichnamigen Wettbewerb den dritten Platz im Bundesranking. Zuvor entschied sie bereits den Landesentscheid für sich.

„Das ist ein fantastischer Erfolg, der repräsentativ auch für die ausgezeichnete Arbeit unserer Pflegerinnen und Pfleger im Land insgesamt steht“, betonte Gesundheitsministerin Stefanie Drese anlässlich der Bekanntgabe der Siegerinnen und Sieger am (gestrigen) Dienstagabend in Berlin.

„Wer Frau Wiedemann trifft stellt dabei sehr schnell fest: Die Pflege ist für sie eine wahre Berufung. Ich freue mich deshalb sehr, dass mehr als 4.000 Menschen dies erkannt und für sie abgestimmt haben“, erklärte Drese. Nominiert wurde die Prämierte von ihren Kolleginnen und Kollegen. „Damit ist Ihre Platzierung ein klares Zeichen dafür, dass Sie im stressigen Umfeld der Notfallmedizin gemeinsam mit Ihrem Team einen herausragenden Job leisten“, so die Ministerin.

Drese betonte abschließend auch die Notwendigkeit, die Pflege positiv darzustellen. „Viel zu selten wird öffentlichkeitswirksam ein Schlaglicht auf das geworfen, was unsere Pflegekräfte tagein und tagaus leisten. Wettbewerbe wie „Deutschlands beliebtester Pflegeprofi“, sind deshalb nicht nur eine Auszeichnung, sondern vielmehr ein Anlass, um die Wertschätzung für die Pflege insgesamt weiter zu erhöhen“, hob sie hervor.

Till Backhaus 25 Jahre im Ministeramt

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz , Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, ist morgen 25 Jahre im Ministeramt und damit der dienstälteste Minister Deutschlands. Dies nimmt er zum Anlass, um auf 25 Jahre Arbeit als Minister und seine politischen Schwerpunkte zu reflektieren.

„Zunächst einmal möchte ich mich bei den Bürgerinnen und Bürger im Land bedanken, dass sie mir seit so vielen Jahren den Rückhalt und das Vertrauen schenken, gute Politik für unser Land zu machen. Mein Ansatz war es von Anfang an, sich um die Probleme der Menschen zu kümmern. Man muss am Volk sein und Initiativen starten. Ich habe das immer gemacht, bis heute. Das beginnt bei der Dorferneuerung, dem Bau von Gemeinschaftshäuserm, dem Wegebau und der Infrastruktur im ländlichen Raum, über die Sorgen der Landwirte und die Belange der vor- und nachgelagerten Bereiche der Ernährungswirtschaft, bis zur Flurneuordnung.

Auch wenn Kritiker mir hin und wieder eine gewisse Sprunghaftigkeit vorwerfen, die Entwicklung der ländlichen Räume stand für mich immer im Fokus. Wir haben hier seit 1991 25 Miliarden Euro in investiert und die Dörfer in weiten Teilen des Landes auf Vordermann mit Kindergärten, Schulen, Gemeinschaftseinrichtungen und Feuerwehren auf Vordermann gebracht. Das alles sind Beiträge zu gleichwertigen Lebensverhältnissen. Nicht umsonst haben wir heute vielerorts einen Run auf die ländlichen Räume, vor allem von jungen Familien. Das ist auch in den Speckgürtelregionen und größeren Gemeinden und Städten wirklich gut gelungen.

Ein roter Faden meiner Politik ist auch, dass wir mit stetigen Vergrößerung meines Ministeriums immer neue Erkenntnisse gewonnen haben. Da mag der Eindruck der Sprunghaftigkeit herkommen. Denken wir nur an die Probleme im Grundwasserbereich, die eine strenge Düngeregelung erforderten, den Erhalt der Biodiversität oder den Klimschutz.

Ich habe mich darauf konzentriert, konzeptionell und wissensbasiert zu arbeiten. 1998 habe ich die Leitung des Ressorts übernommen, 2000 haben wir unser Agrarkonzept vorgelegt, in dem wir die Leitlinien unserer Agrar- und ländlichen Entwicklungspolitik niedergeschrieben haben.

Das für mich größte Trauerspiel in diesem Zusammenhang ist die Privatisierung der ehemals volkseigenen Flächen. Das lief anders, als ich es wollte. Hätte man den Ländern die Flächen übertragen, hätten wir Einfluss auf die Strukturen in der Landwirtschaft nehmen können. Wir hätten heute enormen Gestaltungsspielraum, von der Landwirtschaft, über die Energiewende bis hin zu Moor- und Klimaschutz.

Neben der Entwicklung der ländlichen Räume sehe ich auch die Entwicklung unserer Wälder – angefangen von konzeptionellen Arbeiten, wie dem Landeswaldprogramm, über die bundesweit größte Aufforstungsinitiative bis hin zum Aufbau eines Fachzentrums für Waldbrandschutz – als einen großen politischen Erfolg an. Darüber hinaus habe ich immer dafür gesorgt, dass unsere einmaligen Naturlandschaften in weiten Teilen erlebbar bleiben, denn ich bin davon überzeugt: nur was wir kennen und schätzen, schützen wir.

Landschaft und Natur locken Touristen nach M-V, die wiederum für Arbeit und Beschäftigung sorgen. Also müssen die Interessen von Tourismus und Naturschutz miteinander harmonisiert werden. Im Frühjahr 2013 wurde unter Teilnahme von Bundeskanzlerin Merkel das Naturerbe-Zentrum der DBU auf Rügen mit dem Baumwipfelpfad eröffnet. Mit dem Skywalk im Nationalpark Jasmund und dem ersten Nationalen Naturmonument der Bundesrepublik, den Ivenacker Eichen, haben wir weitere touristische Highlights geschaffen.

Selbstverständlich hatten wir auch allerhand Krisen zu meistern: Sturmfluten, Waldbrände, Tierseuchen sind nur einige Bespiele. Ohne meine hochengagierten und hervorragend ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wäre das so nicht möglich gewesen.

Kritisch war insbesondere die Vogelgrippe, die 2006 auf Rügen gewütet hat. Mein Ziel war es, ein Überspringen der Seuche auf Nutztierbestände zu verhindern. Das haben wir erreicht. Im Ergebnis haben wir unsere Strukturen in der Tierseuchenbekämpfung gestrafft und effizienter gestaltet. Das hat sich jüngst auch bei der Afrikanischen Schweinepest bewährt. Dieses Problem haben wir innerhalb von anderthalb Jahren gelöst.

Das ist neben M-V bisher nur 2 Staaten in Europa gelungen. Seitdem ist Mecklenburg-Vorpommern ASP-frei. Einer meiner größten Erfolge in diesem Bereich ist, dass wir das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems ansiedeln konnten. Dort wird Forschung zu Tierseuchen auf Spitzenniveau betrieben.

Für den Schutz der Außen-, Bodden- und Haffküsten wendete Mecklenburg-Vorpommern seit 1991 rund 500 Millionen Euro auf. Damit konnten wir den Schutz der Menschen, Ortschaften und Güter in hochwassergefährdeten Gebieten erheblich verbessern. Die Schutzanlagen sichern heute Gebiete mit insgesamt rund 200.000 Einwohnern und Vermögenswerte von mehr als 1,2 Milliarden Euro.

Ein Beispiel: das Sperrwerk in Greifwald, einem der umfangreichsten und technisch anspruchsvollsten Küstenschutzvorhaben Mecklenburg-Vorpommerns. Zurzeit stellt das Land jährlich knapp 20 Millionen Euro für den Küstenschutz bereit. Seit 1991 wurden außerdem rund 100 Millionen Euro in die Sanierung und den Ausbau des Hochwasserschutzsystems an der Elbe investiert. Damit wurden 110 Kilometer Deiche und zugehörige Anlagen saniert.

Ein anderer wichtiger Meilenstein ist für mich der Bau des Inselhafens Prerow und die damit einhergehende Renaturierung des Nothafens Darßer Ort. Damit wird ein Teil des Nationalparkplans Realität. Zum Ende der Wassersportsaison – konkret zum 15. Oktober 2023 – wurde der Nothafen in der Kernzone des Nationalparks geschlossen.

Als Ersatz für den Nothafen wird in der nächsten Saison der neue Inselhafen verfügbar sein, der auch als kleiner Etappenhafen nutzbar ist und über entsprechende (touristische) Infrastruktur verfügen wird. Mit der Errichtung der neuen, 720 m langen Seebrücke, die den Inselhafen mit dem Festland verbindet, entsteht die längste Seebrücke im Ostseeraum.

Die kommenden Monate werden maßgeblich durch verschiedene Gesetzesinitiativen bestimmt: Wir werden ein Klimaschutzgesetz mit ganz klaren Sektorenzielen beschließen. Wir werden ein Landeswasser- und Küstenschutzgesetz vorlegen. Und schließlich arbeiten wir an einer Zukunftsstrategie für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume.

Für mich ist klar, dass wir uns bei der nächsten GAP-Reform noch mehr auf die vier komplexen Themen Klimaschutz, Artenschutz, sauberes Wasser und Ernährungssicherung konzentrieren müssen. „Öffentliches Geld für öffentliche Leistung“ muss der Grundsatz für die Zukunft lauten. Den Begriff habe ich einmal geprägt und ich hoffe, er wird umgesetzt.

Aktuell sieht es so aus, dass die Ökoregelungen, so wie sie vom Bund ausgestaltet wurden nur eine geringe Akzeptanz erfahren haben. Hauptursache dafür ist auch Sicht von M-V die fehlende Anreizkomponente für die Landwirte. Wir haben immer betont, dass die Landwirte mit den zusätzlichen Leistungen für den Klimaschutz, sauberes Wasser und Biodiversität Einkommen erzielen müssen.

Das ist aber mit den berechneten Prämiensätzen nicht möglich. Und da reicht es nicht an kleinen Stellschrauben zu drehen. Der Bund müsste mit der KOM in Verhandlung treten um Grundlegendes an der grünen Architektur zu ändern. Wir sind auf jeden Fall dagegen weitere ÖR einzuführen, die sich dann auch noch mit den Leistungen in der 2. Säule überlagern. Eine Kürzung der Einkommensgrundstützung zu Gunsten einer Erfüllung der Auflagen bei den ÖR wird M-V nicht unterstützen.

Wir dürfen nicht vergessen, die GAP wurde zu Friedenszeiten verhandelt. Die globalen Bedingungen haben sich geändert. Das Thema Ernährungssicherung in Europa hat einen ganz anderen Stellenwert bekommen.“

Kulturpreis des Landes M-V

Schwesig ehrt Anka Kröhnke mit dem Kulturpreis des Landes MV

Schwerin – Anka Kröhnke ist heute im Schweriner Schloss von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit dem Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet worden. Mit dem Kulturförderpreis wurde das Fritz-Reuter-Ensemble Anklam geehrt.

„Mit dem Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern würdigen wir Ihre künstlerische Lebensleistung und Ihr langjähriges Engagement für die Bewahrung des künstlerischen Erbes der Künstlerfamilie Rösler-Kröhnke“, sagte die Ministerpräsidentin an die Kulturpreisträgerin gerichtet. „In ihrem Atelierhaus in Kühlungsborn hat Anka Kröhnke einen ganz besonderen Ort der Kultur und der Begegnung geschaffen, in dem sie das künstlerische Gesamtwerk ihrer eigenen Familie bewahrt und der Öffentlichkeit präsentiert. Daneben ist sie selbst als Künstlerin tätig. Die von ihr ins Leben gerufenen Ausstellungen werden in der Kulturszene hochgelobt und erfahren überregionale Wertschätzung.“

Das Fritz-Reuter-Ensemble wurde für seine herausragenden Leistungen bei der Vermittlung traditioneller regionaler Kultur und seine vorbildliche kulturelle Bildungs- und Nachwuchsarbeit für Kinder und Jugendliche ausgezeichnet. „Entstanden aus einer Kunstkraftgruppe für Lehrlinge hat sich das Fritz-Reuter-Ensemble in den genau 50 Jahren seines Bestehens zu einer modernen Tanz- und Akrobatikgruppe entwickelt. Ob vorpommerscher Folkloretanz, Jazz-Modern-Dance oder Artistik – das Repertoire des Ensembles ist riesig. Und sie treten nicht nur bei uns in Mecklenburg-Vorpommern, sondern sie begeistern auch außerhalb des Bundeslandes ihr Publikum“, sagte Schwesig. Mecklenburg-Vorpommern werde sich im Rahmen seiner Bundesratspräsidentschaft Ende November mit einer großen Kulturveranstaltung in Berlin präsentieren. „Auch da wird das Fritz-Reuter-Ensemble dabei sein, als kultureller Botschafter unseres Landes. Ich freue mich schon sehr darauf.“

Auch die Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Bettina Martin nahm an der Preisverleihung teil und gratulierte den Preisträgerinnen und Preisträgern: „Mit Anka Kröhnke haben wir eine äußerst verdiente Kulturpreisträgerin, auch für ihr Leistungen um die Bewahrung von Kunstgeschichte. Genauso freue ich mich darüber, dass das Fritz-Reuter-Ensemble Anklam den Förderpreis passend zu seinem Jubiläum erhalten hat und zum Fritz-Reuter-Jahr, das bevorsteht. Dort sieht man den Erfolg unserer Landeskulturförderung für die Kultur auch abseits der großen Zentren“, so Martin: „Der Landeskulturpreis macht deutlich, welch reiche und vielfältige Kulturlandschaft wir in MV haben. Er ist eine große Wertschätzung für die Künstlerinnen und Künstler und macht die große Bedeutung ihrer Arbeit für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sichtbar.“

LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis M-V 2023

Auszeichnung für elektrisches Hochvolt-Heizungssystem HVH / Schulte: Etablierter Automobilzulieferer Webasto Thermo & Comfort SE ist Paradebeispiel für Innovationsfähigkeit der Unternehmen in MV

Neubrandenburg – Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Schulte hat am Donnerstag gemeinsam mit Dr. Wolfgang Blank, Präsident der diesjährig ausrichtenden Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg, den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern“ an die Webasto Thermo & Comfort SE aus Neubrandenburg verliehen.

„Die Webasto Thermo & Comfort SE startete als etablierter Automobilzulieferer frühzeitig den Transformationsprozess von der Verbrennungs- zur Elektromobilität. Über zielgerichtete wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung legte das Unternehmen den Grundstein für eine neue Heizungstechnologie.

Diese Innovation ist ein Paradebeispiel für die Innovationsfähigkeit unserer Unternehmen im Land sowie der kooperierenden anwendungsnahen Forschungseinrichtungen. Mit dem neuen Geschäftsfeld Hochvoltheizer konnten bisher bei Webasto in Neubrandenburg bereits 150 Industriearbeitsplätze in der Elektromobilitätstransformation gesichert und zum Teil neu geschaffen werden“, sagte Jochen Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit.

Der Ludwig-Bölkow-Technologiepreis soll vor allem Unternehmen ermutigen, ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zu intensivieren. Hochwertige Produkte und Dienstleistungen, die auch im internationalen Wettbewerb standhalten, helfen Firmen, ihre Existenz zu sichern, ihren wirtschaftlichen Erfolg auszubauen und gut bezahlte zukunftsorientierte Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Webasto-Group wird seit der Gründung im Jahr 1901 als Familienunternehmen geführt und hat sich als globaler Systempartner der Mobilitätsbranche etabliert. Das Angebot des Unternehmens umfasst Dach-, Heiz- und Kühlsysteme für verschiedene Fahrzeugarten, Batterien und Ladelösungen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie ergänzende Services rund um das Thermomanagement und die Elektromobilität.

Mit Übernahme des Sirokko-Werks gehört der Standort Neubrandenburg seit 1990 zum Produktionsnetzwerk von Webasto und entwickelte sich zum Spezialisten für kraftstoffbetriebene Heizsysteme. Frühzeitig reagierte Webasto auf den Mobilitätswandel und führte 2015 einen Hochvoltheizer (HVH) für Elektrofahrzeuge in den Markt ein. Dessen Heizfunktion basiert auf einem speziellen Dünnschichtaufbau, bei dem metallische und keramische Materialien verarbeitet werden.

Für die Fertigung des Schichtaufbaus wurden neu entwickelte Produktionsverfahren basierend auf den Technologien des Laserschweißens, Lichtbogenbeschichtens sowie des Plasmaspritzverfahrens so kombiniert, dass auf kleinstem Raum mit geringem Gewicht eine energieeffiziente elektrische Heizfunktion für Wasserkreisläufe möglich wurde. Die Applikationen ermöglichen verschiedene Leistungs- und Spannungsvarianten. Webasto Thermo & Comfort SE trägt so mit seinem innovativen Produktangebot zu einer klimaschonenderen Mobilität bei.

„Die langjährige Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Webasto Thermo & Comfort SE hat sich ausgezahlt! Wir freuen uns sehr, dass sich das innovative Unternehmen aus Neubrandenburg mit seinem einzigartigen Hochvoltheizer HVH bei der Jury durchsetzen konnte und gratulieren herzlich zu dieser Auszeichnung. Der Hochvoltheizer mit seinen Applikationen und Leistungsvarianten ist Grundlage für das Thermomanagement von Elektrofahrzeugen und trägt damit zum weltweiten Mobilitätswandel bei.

Die Bewältigung dieser komplexen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben hat eine hohe Strahlkraft und steigert die Attraktivität des Industriestandortes. Der diesjährige Preis geht deshalb verdientermaßen an dieses hoch innovative Unternehmen“, so Dr. Wolfgang Blank, Präsident der diesjährig die Preisverleihung ausrichtenden Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg.

Seit 2003 vergeben das Wirtschaftsministerium und die drei Industrie- und Handelskammern des Landes jährlich den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern“. Unter Schirmherrschaft des Wirtschaftsministers des Landes werden Unternehmen und Wissenschaftler für neuartige Innovationen in Form von Produkten, Verfahren und technologischen Dienstleistungen ausgezeichnet.

Ein Ziel ist es, Innovationen und wissenschaftliche Erkenntnisse intensiver in die Unternehmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern einzubringen. In diesem Jahr sind 19 Bewerbungen zum Landestechnologiepreis eingegangen.

Die eingereichten Lösungen etwa aus der Medizintechnik, der Gesundheitswirtschaft, der Automotive, der Biotechnologie, der erneuerbaren Energien sowie neuartige digitale Produkte und Dienstleistungen belegen eindrucksvoll, dass auch die technologieorientierten Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern Antworten auf die drängenden Bedürfnisse unserer Zeit anzubieten haben. Der Preisträger erhält ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Der Namensgeber Dr. Dr. hc. mult. Ludwig Bölkow war ein gebürtiger Schweriner und Mitbegründer des Konzerns Messerschmidt-Bölkow-Blohm (MBB), aus dem die DASA (heute EADS) entstand.