Familienferiendorf Rerik erhält Förderung

Rerik – Im Rahmen ihrer Info-Tour besuchte die Sozialministerin Stefanie Drese heute die Familienferienstätte der AWO SANO gGmbH in Rerik (Landkreis Rostock). Sie übergab einen Förderbescheid in Höhe von 75.000 Euro. Die Mittel stammen aus dem MV-Schutzfonds und dienen der Abmilderung von Schäden, die aufgrund der Corona-Pandemie entstanden sind.

„Der MV-Schutzfonds umfasst gezielt Unterstützung für Familien- und Jugendeinrichtungen. Mit den Landesmitteln sollen die Einrichtungen in ihrer Existenz gesichert werden, damit ihre für Familien wichtigen Angebote auch in der Zukunft aufrechterhalten werden können“, sagte Drese bei der Übergabe in Rerik.

Sozialministerin Stefanie Drese warb dafür, dass Familien ihren Urlaub in einer der 13 gemeinnützigen Familienferienstätten im Land verbringen. Drese: „Unsere Familienferienstätten in Mecklenburg-Vorpommern sind speziell auf die Bedürfnisse von Familien eingestellt und entsprechend ausgestattet. Dank ihrer Gemeinnützigkeit können hier besonders Familien mit mittleren und geringen Einkommen erholsame Ferien zu familienfreundlichen Preisen verbringen.“

Das Familienferiendorf Rerik bietet moderne und teils barrierefreie Ferienhäuser und Appartements. Wellness, Sportangebote sowie eine hauseigene Kinderbetreuung machen die Unterkünfte für Groß und Klein attraktiv.

Seit Mitte Mai können Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern und aus den anderen Bundesländern beherbergt werden. Die Familienferienstätten haben ihre Hygienestandards und Abläufe angepasst, so dass der Schutz der Gäste und Mitarbeitenden gewährleistet ist.

Konsolidierungshilfen

Schwerin – Auch der Landkreis Vorpommern-Greifswald erhält neben der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg mit der Novellierung des Finanzausgleichsgesetzes zum 1. Januar 2020, unter den Voraussetzungen des neuen § 27 Absatz 1, den gesetzlich festgelegten Höchstbetrag von neun Millionen Euro als Konsolidierungszuweisung aus dem Kommunalen Entschuldungsfonds. Die Konsolidierungszuweisung wird zusätzlich zu den bereits vereinbarten rund 22 Mio. Euro Hilfen aus dem Kommunalen Haushaltskonsolidierungsfonds gewährt, von denen bereits 12,5 Mio. Euro zur Auszahlung gelangt sind. Der Landkreis wird – wie auch andere Kommunen – mithilfe der Zuweisungen voraussichtlich deutlich schneller den Schuldenberg abtragen können als bisher geplant.

Hilfen gibt es unter anderem für Kommunen, die selbst einen Überschuss zur Rückführung ihrer Altdefizite erwirtschaften. Für jeden Euro selbst erwirtschafteten Überschuss im Finanzhaushalt gibt das Land im Folgejahr grundsätzlich einen Euro dazu, bis das Haushaltsdefizit abgebaut ist. Nach der neuen Regelung erhalten Kommunen mit einem Überschuss im Haushaltsvorjahr aber mindestens eine Zuweisung in Höhe von 20 Prozent des verbleibenden Defizits, höchstens aber 9 Mio. Euro. Davon kann der Landkreis Vorpommern-Greifswald profitieren. Er erhält als Anerkennung für die in 2019 erwirtschafteten ca. 3 Mio. Euro vom Land 9 Mio. Euro dazu.

„Noch vor wenigen Jahren war der Landkreis Vorpommern-Greifswald das finanzielle Sorgenkind in unserem Land. Mittlerweile hat sich die Haushaltslage stabilisiert und die guten Ergebnisse der vergangenen Jahre zeigen, dass die Kombination eigener Anstrengungen und Zuweisungen des Landes einen Weg aus der finanziellen Misere eröffnet hat“, lobt Innenminister Lorenz Caffier die gemeinsamen Kraftanstrengungen. Selbst wenn der Landkreis auch in den nächsten Jahren noch nicht aus dem Vollen schöpfen könne, sei das Erreichen des Haushaltsausgleichs zumindest in greifbare Nähe gerückt.

Im Kommunalen Entschuldungsfonds stehen jährlich 25 Mio. Euro für Konsolidierungshilfen für defizitäre Kommunen bereit. Weitere 15 Mio. Euro stehen für Sonderzuweisungen für Gemeinden mit besonders problematischer Haushaltslage zur Verfügung. Ziel der Landesregierung ist es, in einem vereinfachten Verfahren die bisherigen Haushaltsdefizite aller Kommunen in einem Zeitraum von höchstens zehn Jahren abzubauen.

Trauer um Landesrabbiner William Wolff

Justizministerin Katy Hoffmeister: „William Wolff war für Mecklenburg-Vorpommern ein Segen. Er hat jüdisches Leben in unserem Land wieder etabliert“

Schwerin – „Es ist eine sehr traurige Nachricht, dass William Wolff von uns gegangen ist. Ein so beherzter Seelsorger, Lehrer und Botschafter wie er war für unser Land ein Segen. Als Landesrabbiner hat er mehr als ein Jahrzehnt lang für Mecklenburg-Vorpommern unermüdliche Arbeit geleistet. Die Menschen kannten ihn immer gut gelaunt und agil. Sein Optimismus war ansteckend, seine Geschichte bewegend. Durch ihn hat sich jüdisches Leben in unserem Land wieder etabliert. Er war ein Mann der Verständigung, des Friedens und der Versöhnung. Er war als Zeitzeuge ein gefragter Gast an Schulen und Universitäten. Er stellte sich Diskussionen zum Antisemitismus. Dabei war sein Blick stets in die Zukunft gerichtet. Mecklenburg-Vorpommern hat einen großartigen Vermittler der Gegenwart verloren“, sagt Justizministerin Hoffmeister zum Tod von William Wolff. Ministerin Hoffmeister ist auch zuständig für Kirchen- und Religionsangelegenheiten.

Der Beauftragte für jüdisches Leben in Mecklenburg-Vorpommern und gegen Antisemitismus, Dr. Hansjörg Schmutzler: „Die Nachricht vom Tod von William Wolff berührt mich sehr. Über seinen menschlichen wie gewinnenden Einsatz für das jüdische Leben in Mecklenburg-Vorpommern können wir sehr glücklich sein. Dafür gebührt ihm unser Dank! Schade, dass er nicht mehr mit uns gemeinsam das besondere Festjahr im nächsten Jahr zu ‚1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland‘ feiern kann. Wir werden seiner und seinem so segensreichen Wirken bei den Veranstaltungen hier im Land gedenken.“

William Wolff war von 2002 bis 2015 Landesrabbiner in Mecklenburg-Vorpommern. Im Alter von 93 Jahren starb er in London. Er ist Ehrenbürger der Hansestadt Rostock und der Landeshauptstadt Schwerin.

Ministerpräsident Manuela Schwesig erklärte zum Tod des langjährigen Landesrabbiners William Wolff : „Mit William Wolff verlieren wir einen großartigen Menschen. Mit großer Leidenschaft hat er die jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern aufgebaut und geführt. Als engagierter, kluger und fröhlicher Landesrabbiner hat er einen entscheidenden Beitrag für die Akzeptanz der jüdischen Gemeinden in Schwerin und Rostock geleistet. Zu Recht wurde er zum Ehrenbürger in beiden Städten ernannt.“

Die Regierungschefin erinnerte daran, dass der Journalist das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte miterlebt hat und mit seinen Eltern 1933 Nazideutschland verlassen musste. Das habe sein Leben und seine Einstellungen zum Leben entscheidend geprägt.

„Er war ein sehr angenehmer Gesprächspartner, der seine Worte wohl durchdachte und seine Taten daran ausrichtete. Mit seiner Persönlichkeit prägte er das gesellschaftliche Leben in unserem Land, unabhängig von Glaubensrichtungen und Religionszugehörigkeiten. Wir haben ihm viel zu verdanken: Seine Herzlichkeit, seine Offenheit und sein unerschütterlicher Optimismus haben viele Menschen angesteckt. Er gab Orientierung und war voller Weisheit. Es war sehr leicht, ihn zu mögen. Ich verehre William Wolff sehr. Wir werden sein Andenken bewahren und ihn als großen Sohn unseres Landes stets in guter Erinnerung behalten.“