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Weltdrogentag 2026: Alkohol gefährlichste Droge in M-V

Schwerin – Anlässlich des Internationalen Weltdrogentages am 26. Juni hat Sozialministerin Stefanie Drese vor den weiterhin dramatischen Folgen von Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht in Mecklenburg-Vorpommern gewarnt.

„Wenn wir über Drogen sprechen, denken viele zuerst an Cannabis oder synthetische Substanzen. Die Realität sieht jedoch anders aus: Alkohol ist mit großem Abstand die Droge Nummer eins in unserem Land – und die mit den schwerwiegendsten gesundheitlichen und sozialen Folgen“, erklärte Drese.

Nach aktuellen Schätzungen leben in Mecklenburg-Vorpommern rund 38.200 alkoholabhängige Menschen. Damit weist das Land mit einem Anteil von 2,35 Prozent der Bevölkerung bundesweit den höchsten Wert auf. Das Risiko, alkoholabhängig zu werden, ist in Mecklenburg-Vorpommern etwa 56 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt.

Auch die Zahl der Menschen, die alkoholbedingt Hilfe benötigen, bleibt auf hohem Niveau. Nach Angaben der Krankenkasse BARMER befanden sich zuletzt mehr als 42.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern aufgrund einer Alkoholsucht in medizinischer Behandlung – darunter fast 33.700 Männer und mehr als 8.800 Frauen. Besonders häufig betroffen sind Menschen in der zweiten Lebenshälfte.

„Diese Zahlen machen deutlich: Alkohol ist und bleibt eine der größten gesundheitlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unseres Landes“, betonte Drese. Dies zeige auch die Entwicklung in den Sucht- und Drogenberatungsstellen. Nachdem die Zahl der betreuten Menschen mit Alkoholabhängigkeit über mehrere Jahre rückläufig gewesen war, steigt sie nun wieder an. Wurden 2023 noch 4.978 Betroffene beraten, waren es 2024 bereits 5.223 und im Jahr 2025 sogar 5.287 Menschen.

„Hinter jeder Zahl steht ein persönliches Schicksal – Familien, Partnerschaften und Arbeitsverhältnisse, die durch eine Suchterkrankung belastet oder zerstört werden. Deshalb dürfen wir die Alkoholproblematik nicht verharmlosen“, sagte die Ministerin. Vor allem Kinder in suchtbelasteten Familien seien betroffen und benötigen Hilfe und Unterstützung, wie etwa durch die neu aufgebauten KipsFam-Beratungsstellen, die es in allen Landkreisen und den beiden kreisfreien Städten des Landes gibt.

Dass Alkohol auch bei jungen Menschen weiterhin eine große Rolle spielt, zeigen aktuelle Ergebnisse einer Studie der Universität Greifswald. Demnach haben bereits 61,5 Prozent der Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern Erfahrungen mit Alkohol gemacht. Das durchschnittliche Erstkonsumalter liegt bei lediglich 13,1 Jahren. Besonders alarmierend: Vier von zehn befragten Jugendlichen weisen Hinweise auf einen riskanten oder problematischen Alkoholkonsum auf.

„Wer mit 13 Jahren erstmals Alkohol trinkt, entwickelt früh problematische Konsummuster. Deshalb müssen Prävention und Aufklärung deutlich früher beginnen als bislang“, so Drese. Die Ministerin verwies darauf, dass Alkohol unter Jugendlichen wesentlich weiterverbreitet sei als illegale Drogen. Während knapp 30 Prozent der Jugendlichen in den vergangenen 30 Tagen Alkohol konsumierten, lag dieser Wert bei Cannabis bei lediglich 5,2 Prozent. Andere illegale Drogen spielen nach den Ergebnissen der Studie nur eine untergeordnete Rolle.

Drese spricht sich deshalb zum Weltdrogentag für eine konsequente Stärkung der Präventionsarbeit aus. „Kinder und Jugendliche brauchen klare Orientierung und Schutz. Dazu gehört auch, kritisch zu hinterfragen, welche Signale wir als Gesellschaft aussenden. Alkohol gehört vielerorts selbstverständlich zum Alltag, zu Familienfeiern, Vereinsfesten oder öffentlichen Veranstaltungen. Gleichzeitig wissen wir um die enormen gesundheitlichen Risiken. Diese Widersprüche müssen wir offen ansprechen, um Verhaltensmuster aufzubrechen.“

Absage der Landesjugendsportspiele

Drese lobt verantwortungsbewusste Entscheidung des LSB

Neubrandenburg – Aufgrund der vorhergesagten extremen Wetterverhältnisse mit Temperaturen von 36 Grad am Wochenende werden die Landesjugendsportspiele in Neubrandenburg abgesagt. Sportministerin Stefanie Drese hat das hohe Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten für diese Entscheidung gelobt.

„Natürlich weiß ich, wie schwer die Absage fällt und wie traurig unsere jungen Sportlerinnen und Sportler sind. Wir sind uns aber sicherlich alle einig, dass der Gesundheitsschutz vorgeht. Am Wochenende sind keine regulären und medizinisch vertretbaren Wettkämpfe möglich“, sagte Drese. „Ich bin dem Landessportbund mit Präsident Andreas Bluhm an der Spitze sehr dankbar für die nun getroffene Absage. Das ist im Sinne aller Beteiligten.“

Drese hob zudem die „frühzeitige, transparente und jederzeit nachvollziehbare Kommunikation des LSB“ hervor. „Das war vorbildlich und professionell. Der organisierte Sport in MV hat mit seinem verantwortungsvollen Handeln gewonnen, da er eindrucksvoll zeigt, dass er mehr ist als Punkte, Tore und Rekorde“, so Drese.

Sommer, Sonne, Spaß

Tipps für das Badevergnügen bei Hitze und besten Schutz vor Vibrionen-Infektionen in der Ostsee

Schwerin – Bei anhaltenden Temperaturen von über 30 Grad lockt am Wochenende wieder der Sprung in das kühle Nass. „Die Voraussetzungen dafür sind sehr gut: Unsere Badegewässer haben auch in diesem Jahr wieder eine hervorragende Qualität, denn 97 Prozent der knapp 500 regelmäßig überprüften Badegewässer im Land tragen in auch in diesem Jahr wieder das Prädikat „Ausgezeichnet“ oder „Gut““, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese heute.

Einem gelungenen Sommertag an unseren Seen oder am Meer stehe damit nichts im Wege. „Ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen sorgen dann auch dafür, dass das auch bei Hitze gelingt“, so die Ministerin. Dazu gehöre, sich an See, Fluss oder Küste möglichst schattige Orte zu suchen, sich und Kinder ausreichend mit Sonnencreme zu schützen und auf Kopfbedeckungen zu achten.

„Gerade am Wasser unterschätzen wir die tatsächliche Temperatur schnell. Wind und Wasser auf der Haut können über die Hitze hinwegtäuschen, es gilt also genug zu trinken und auf sich und andere zu achten“, bat Drese die Badelustigen. Beim Plantschen sollte der Körper außerdem langsam an kaltes Wasser gewöhnt werden.

Für die Ausflugsplanung empfiehlt sie außerdem die Badewasserkarte des Landes. „Dort finden Sie nicht nur die nächstgelegene Badestelle samt wesentlicher Daten zur Badewasserqualität, sondern auch Informationen zur Infrastruktur vor Ort. Damit wird ganz leicht sichtbar, an welchen Badestellen es auch einen Kiosk für ein Eis oder ein kaltes Wasser gibt, wo eine Badeaufsicht vor Ort ist und wo Bäume oder Sitzgelegenheiten Schatten spenden.“

Gerade bei besonders heißen Temperaturen steigt außerdem das Risiko für Vibrionen-Infektionen. Diese Bakterien kommen natürlicherweise in der Ostsee vor und können sich bei Wassertemperaturen über 20 Grad gerade in flacheren Gewässerabschnitten und im Brackwasser (Bodden) stärker vermehren.

Für gesunde Menschen besteht beim Baden in der Ostsee grundsätzlich kein Anlass zur Sorge. Zum eigenen Schutz wird jedoch empfohlen, dass Menschen mit geschwächtem Immunsystem und offenen Wunden den Kontakt mit Meerwasser meiden, um eine Vibrionen-Infektion zu vermeiden. „Es geht nicht darum, die Freude am Baden zu trüben. Sondern darum, gut informiert zu sein und Gefahren zu minimieren“, erklärte Drese.

Ernte beginnt – Hohe Temperaturen belasten die Menschen

Schwerin – In den kommenden Tagen werden die bisher höchsten Temperaturen des Jahres in MV erwartet. Des einen Freud bedeute aber des anderen Leid, so Agrar- und Forstminister Dr. Till Backhaus: „Anders als in den letzten Jahren, die mit jeweils ausgeprägter Frühsommertrockenheit für Frust bei den Landwirtinnen und Landwirten sorgten, hat es in diesem Frühjahr vielerorts im Land ausreichend Niederschläge gegeben, um das Pflanzenwachstum auf den Äckern anzuschieben. Für MV kann man festhalten, dass es im zweiten Quartal immer wieder punktuell, aber insgesamt landesweit deutlich mehr als in den Vorjahren geregnet hat. Der Regen ist insbesondere den Sommerungen zugutegekommen, hier kann man gute Ernten erwarten – wenn es nicht zu einer längeren Trockenheitsphase jetzt oder zu wetterbedingten Problemen kommt. Insgesamt zeigen die Bestände allerdings ein gemischtes Bild“, so der Minister, der konkretisiert:

„Beim Wintergetreide beschleunigen Temperaturen über 30 °C die Abreife und verkürzen die Phase der Kornfüllung. Die Wintergerste reift bereits ab, die Bestände sind überwiegend gesund und es ist bereits ab dem kommenden Wochenende mit ersten Ernteaktivitäten zu rechnen. Aus diesem Grund bitte ich Ausflügler und Touristen um erhöhte Aufmerksamkeit auf den Landstraßen. Die Erntemaschinen in Transportfahrzeuge können zu Verkehrsbehinderungen und Verschmutzungen führen. Fahren Sie daher bitte aufmerksam und haben Sie Geduld mit den Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführern. Die machen ihren Job, damit Sie auch weiter Ihre Frühstücksbrötchen genießen können.“

Für eine Ernteprognose sei es aktuell noch zu früh, erklärt Backhaus: „Erst kam reichlich Regen, jetzt außergewöhnlich hohe Temperaturen. Das hat zur Folge, dass die Ernte beginnt und alle Kulturen auch fast gleichzeitig reif sind. Für die Landwirtinnen und Landwirte bedeutet das vor allem Arbeit rund um die Uhr und viel Stress in der wichtigsten Zeit des Jahres. Ich hoffe sehr, dass wir dieses Jahr nach zwei eher enttäuschenden Jahren wieder eine bessere Ernte einfahren können. Die Preise sind schlecht, es bleibt zu wünschen, dass die Erntemengen die schlechten Preise ein wenig auffangen können.

Alles in allem können wir also von einer guten Ausgangslage sprechen – aber für Jubelkantaten ist es noch zu früh.“

Sorgen bereiten dem „Lebensminister“ die hohen Temperaturen, die für die Menschen im Land zu einer echten Belastung werden können: „Jedes Jahr sterben in Deutschland Menschen wegen hoher Temperaturen. Das trifft nicht nur ältere und vorerkrankte Menschen. Auch Gesunde können an einem Hitzschlag sterben. Deswegen bitte ich darum, die Warnungen vor großer Hitze, nicht in den Wind zu schlagen. Verlegen Sie sportliche Aktivitäten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Wenn Sie sich im Freien aufhalten müssen, suchen Sie schattige Plätze auf. Auch viele unserer schonen Kirchen im Land bieten ein kühles Ambiente. Und vor allem: Trinken Sie ausreichend – nicht erst, wenn Sie Durst verspüren, denn dann ist der Körper bereits dehydriert. Wenn sie Schatten in unseren schönen Wäldern suchen, halten Sie sich bitte unbedingt an die Verhaltensregeln im Wald“, appelliert Minister Backhaus.

Wichtige Verhaltensregeln im Wald:

  • Kein offenes Feuer oder Grillen außerhalb ausgewiesener Plätze
  • Rauchverbot im Wald beachten und keine Zigarettenreste in die Natur werfen
  • Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Parkflächen abstellen
  • Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge freihalten
  • Bei Rauch oder Feuer sofort den Notruf 112 wählen

Besonders gefährdet sind wenig naturnahe, einschichtige Kiefernwälder sowie Flächen mit abgestorbener, abgetrockneter oder stark verbissener Bodenvegetation. Dort wo bereits eine Verjüngung mit Laubholz etabliert ist, wird mehr Feuchtigkeit im Boden gespeichert. So hilft der Waldumbau auch die Waldbrandgefahr zu reduzieren.

Wer einen Waldbrand frühzeitig meldet, kann entscheidend dazu beitragen, größere Schäden für Natur, Tier und Mensch zu verhindern.

Höhere Steuerfreibeträge für das kommunale Ehrenamt

Schwerin – Die steuerfreien Freibeträge für ehrenamtlich Tätige in den Kommunen Mecklenburg-Vorpommerns werden erhöht. Hintergrund ist das Steueränderungsgesetz 2025, mit dem der steuerfreie Übungsleiterfreibetrag nach § 3 Nummer 26 Einkommensteuergesetz von 3.000 Euro auf 3.300 Euro jährlich angehoben wurde. Im Gleichklang werden auch die steuerfreien Mindestbeträge für kommunale Ehrenamtsträger in den Lohnsteuer-Richtlinien angepasst.

Durch die Anhebung der steuerfreien Mindestbeträge können höhere Aufwandsentschädigungen künftig in größerem Umfang steuerfrei ausgezahlt werden. Das betrifft nicht nur ehrenamtliche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, sondern auch Mitglieder kommunaler Vertretungen, Kreistagsmitglieder, Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher sowie weitere kommunale Ehrenamtsträger.

Die Erhöhung erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2026. Damit werden aufwendige Korrekturen bereits durchgeführter Lohnabrechnungen vermieden. Die formelle Anpassung der Lohnsteuer-Richtlinien steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundesrates.

Die Landesregierung passt nun die Verwaltungsvorschrift zur steuerlichen Behandlung von Entschädigungen an, die ehrenamtlichen Mitgliedern kommunaler Vertretungen sowie ehrenamtlich in der kommunalen Verwaltung tätigen Bürgerinnen und Bürgern gewährt werden. Inhaltliche Änderungen sind damit nicht verbunden, angepasst werden ausschließlich die steuerfreien Beträge.

Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue erklärt: „Unsere Kommunen leben vom Engagement tausender Ehrenamtlicher. Wer Verantwortung in Gemeindevertretungen, Kreistagen oder als Ortsvorsteherin oder Ortsvorsteher übernimmt, verdient Anerkennung und gute Rahmenbedingungen. Deshalb ist es richtig, dass die steuerfreien Freibeträge erneut steigen. So kommt die höhere Aufwandsentschädigung auch tatsächlich bei den Ehrenamtlichen an und wird nicht durch zusätzliche Steuerbelastungen geschmälert.“

MINT-Landesstrategie für Mecklenburg-Vorpommern

Bildungsministerium fördert Strategieprozess mit 270.000 Euro

Schwerin – Zur Stärkung der MINT-Bildung haben die Teilnehmenden des ersten „Round Table MINT“ eine Kooperationsvereinbarung zur Entwicklung einer gemeinsamen MINT-Landesstrategie für Mecklenburg-Vorpommern unterzeichnet. Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung unterstützt den Strategieprozess mit 270.000 Euro. „Eine starke MINT-Bildung ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes. MINT-Kompetenzen sind eine wichtige Voraussetzung für die Fachkräfte von morgen und eröffnen jungen Menschen vielfältige Bildungs- und Berufsperspektiven“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Mit der gemeinsamen Landesstrategie bündeln wir erstmals die bestehenden Angebote im Land und schaffen einen Rahmen, um die MINT-Bildung in MV nachhaltig weiterzuentwickeln.“

Innerhalb eines Jahres wird die MINT-Landesstrategie in einem Verbundprojekt des Bildungswerks der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommern, des Forschungsverbundes Mecklenburg-Vorpommern und des Vereins MikroMINT erarbeitet. Sie soll die Angebote und Projekte im Bereich der MINT-Bildung in unserem Bundesland bündeln, Versorgungslücken aufdecken und konkrete Handlungsempfehlungen für eine zukunftsfähige MINT-Bildung von der KITA bis zur Hochschule entwickeln.

60 Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Hochschulen, Ministerien, Unternehmen, außerschulischen Lernorten, Verbänden, Stiftungen und weiteren Institutionen haben die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um gemeinsam die MINT-Bildung in Mecklenburg-Vorpommern zu stärken. Zu den Erstunterzeichnern der Kooperationsvereinbarung gehören das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung, das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten sowie die Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung der Landesregierung. Zahlreiche weitere Teilnehmende schlossen sich der Vereinbarung an.

Alte Buchenwälder in Deutschland

Seit 15 Jahren UNESCO-Weltnaturerbe

Schwerin – Heute vor 15 Jahren wurden fünf alte Buchenwälder in Deutschland als Teil des einmaligen Weltnaturerbes von der UNESCO anerkannt. Die Wälder in Grumsin (Brandenburg), Kellerwald (Hessen), Jasmund und Serrahn (beide Mecklenburg-Vorpommern) sowie Hainich (Thüringen) zählen zu den größten und ältesten Buchenwäldern Mitteleuropas. Seit 2011 stehen sie unter besonderem Schutz. Bundesumweltminister Carsten Schneider sowie die Landesministerien und die beteiligten Schutzgebietsverwaltungen blicken anlässlich des Jubiläums zurück auf eine beeindruckende Entwicklung und zugleich auf die kommenden Herausforderungen.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Die Weltnaturerbe Buchenwälder sind weltweit einmalig. Als Schatzkammern der Artenvielfalt stehen sie in einer Reihe mit den Galapagos-Inseln oder dem Great Barrier Reef. Mit den fünf deutschen Buchenwäldern haben wir echte Naturwunder direkt vor der Haustür.“

Wichtig für den Erhalt und das gute Management der alten Wälder ist die Datenerfassung und -auswertung der vorhandenen Pflanzen- und Tierwelt. Auch eine umfangreiche Bildungsarbeit zur Entwicklung und Bedeutung der Wälder ist Bestandteil der Anerkennung als Welterbe. Dafür hat das BMUKN u.a. ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, dessen Ergebnisse bei einer Tagung im Herbst vorgestellt werden. Dort werden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammenkommen, um auf 15 Jahre Welterbe zu schauen und aktuelle Entwicklungen rund um die einzigartigen Buchenwaldökosysteme Europas zu diskutieren.

Im Rahmen des Jubiläums gibt es zudem bereits jetzt zahlreiche Veranstaltungen u.a. in Berlin und Potsdam sowie in den weiteren Gebieten. Dabei kommen Mitarbeitende der Schutzgebiete, der öffentlichen Verwaltung, Ranger und auch Menschen vor Ort zusammen. Höhepunkte am Tag der Buchenwälder sind nicht nur die vielfältigen neuen Mitmach- und Informationsangebote, sondern auch audiovisuelle Zugänge mit Filmen und einer Virtual-Reality-Brille, die diese Naturjuwele auf eine ganz besondere Art und Weise für jeden erlebbar machen.

Mit den neuen Angeboten wird die einmalige Schönheit, die Seltenheit einer Reihe von Arten und die Schutzwürdigkeit hautnah erlebbar: etwa über der Ostsee zu schweben, in einem Totholzstamm zu stehen oder einen Wurzelhalsschnellkäfer zu entdecken.

Mit der Einschreibung der deutschen Gebiete in die UNESCO Welterbeliste vor 15 Jahren konnte das Weltnaturerbe um wichtige Facetten ergänzt werden: Sowohl wegen der Höhe (von der Meeresküste bis in die Mittelgebirge) und der biogeografischen Region („Mitteleuropäische Buchenwälder“), aber vor allem wegen der ökologischen Bandbreite sind sie eine wichtige Erweiterung des UNESCO-Weltnaturerbes „Alte Buchenwälder“, das 2007 durch die Slowakei und die Ukraine gegründet wurde.

Das Bundesumweltministerium (BMUKN) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) wirken nicht nur in der internationalen Arbeitsgruppe für die UNESCO-Weltnaturerbestätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ mit, sondern auch in der bundesländerübergreifenden nationalen Lenkungsgruppe.

Insgesamt bilden heute 93 Teilgebiete in 18 Staaten gemeinsam das Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder“. Die gemeinsame Arbeit von Bund, Ländern und Schutzgebieten ist deshalb nicht nur natur- und klimaschutzfachlich, sondern auch im Rahmen der transnationalen Arbeit von Bedeutung für den Erhalt des Weltnaturerbes. Ohne die Unterstützung Deutschlands wären heute nicht so viele Länder und Gebiete Teil des Weltnaturerbes.

Als Umweltminister war Dr. Till Backhaus bereits damals bei der Einschreibung 2011 beteiligt und unterstütze von Anbeginn die mecklenburgischen Teilgebiete Jasmund und Serrahn, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während das Rügener Gebiete mit seinen weißen Kreidefelsen hohe Besuchendenzahlen zu managen hat und mit seiner malerischen Schönheit imponiert, ist das Gebiet im Land der tausend Seen ein echtes Kleinod. Mit über einem halben Jahrhundert ungenutzter Waldfläche bietet der Serrahn Einblicke, wie einstige Buchenwälder Deutschlands ausgesehen haben müssen. Gerade zum Jubiläum ist Minister Backhaus daher eine besondere Würdigung beider alten Buchenwälder in ihrer Eigenheit wichtig: 

„Mit den Buchenwäldern im Nationalpark Jasmund und in Serrahn beherbergt Mecklenburg-Vorpommern gleich zwei Kronjuwelen dieses europäischen Netzwerks. Ob die Buchenwälder auf den weißen Kreidefelsen Rügens oder die urigen Wälder der Mecklenburger Seenplatte – diese Gebiete zeigen uns eindrucksvoll, wie Natur sich selbst reguliert, wenn der Mensch sich zurückzieht. Wir müssen den Schutz dieser Wildnisgebiete konsequent weiterführen und gleichzeitig den Menschen zeigen, warum unberührte Natur lebensnotwendig für uns alle ist.“

Veranstaltungen zum Jubiläum in Mecklenburg-Vorpommern

Nationalpark Jasmund / Königsstuhl

Müritz-Nationalpark / Serrahn

  • Führungen und Informationsangebote zum UNESCO-Welterbe
  • Einblicke in die Entwicklung eines natürlichen Buchenwaldes
  • Aktionen rund um Wildnis, Artenvielfalt und Welterbe

Über das Weltnaturerbe Buchenwälder

Sie ist eine echte Europäerin, anpassungsfähig und durchsetzungsstark – die Rotbuche (Fagus sylvatica). Als dominierende Baumart prägt sie einen ganzen Lebensraum und breitete sich Jahrtausende lang über den europäischen Kontinent aus. Doch vor allem alte, naturnahe Buchenwälder sind heute sehr selten und seit langem zunehmend bedroht. Daher wurden sie 2007 als Weltnaturerbe der UNESCO eingeschrieben. Die Stätte mit dem langen Namen „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ umfasst 93 Buchenwälder in 18 verschiedenen Ländern (Stand 2026). Gemeinsam haben sie die Aufgabe, die wertvollsten Reste der alten Buchenwälder zu sichern und zu bewahren.

Waldbrand im Nationalpark Müritz – Einsatzkräfte gut vorbereitet

Adamsdorf – Im Nationalpark Müritz ist bei Adamsdorf ein Waldbrand ausgebrochen. Betroffen ist eine Fläche von rund 40 ha. Dazu erklärt Forst- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus: „Nach einer langen Phase in der es recht ruhig um das Wald­brand­geschehen im Land gewesen ist, steigen nun mit den Temperaturen auch die Waldbrandgefahrenstufen im Land. Für morgen ist in der Region um Mirow die zweit höchste Wald­brandgefahrenstufe ausgerufen worden. Wie schnell sich bei den trockenen Waldböden ein Waldbrand entzünden kann, zeigen die jüngsten Entwicklungen im Nationalpark Müritz.

Glücklicherweise habe wir es dort nicht mit einem sogenannten Kronenfeuer, sondern einem Bodenfeuer zu tun. Doch die dortige Offenlandschaft mit Sukzessionsflächen und einzelnen Bäumen ist munitionsbelastet, so dass Löschroboter zum Einsatz gebracht werden müssen. Es zeigt sich, dass sich der Landkreis in den letzten Jahren gut auf solche Szenarien vorbereitet hat. Die Einsatzkräfte bemühen sich, den Brand abzuriegeln. Ich hoffe sehr, dass dies in geplanter Weise gelingt.

Aktuell liegen wir bei den Waldbrandgefahrenstufen vor allem im Westen und Südwesten des Landes bei der Stufe drei von fünf. Es ist aber damit zu rechnen, dass sich dieses Bild in den kommenden Tagen stark ändern wird. Deshalb bitten wir alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher um umsichtiges Ver-halten und die konsequente Einhaltung der Schutzregeln“, so Backhaus.

Wichtige Verhaltensregeln im Wald:

  • Kein offenes Feuer oder Grillen außerhalb ausgewiesener Plätze
  • Rauchverbot im Wald beachten und keine Zigarettenreste in die Natur werfen
  • Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Parkflächen abstellen
  • Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge freihalten
  • Bei Rauch oder Feuer sofort den Notruf 112 wählen

Besonders gefährdet sind wenig naturnahe, einschichtige Kiefernwälder sowie Flächen mit abgestorbener, abgetrockneter oder stark verbissener Bodenvegetation. Dort wo bereits eine Verjüngung mit Laubholz etabliert ist, wird mehr Feuchtigkeit im Boden gespeichert. So hilft der Waldumbau auch die Waldbrandgefahr zu reduzieren.

Wer einen Waldbrand frühzeitig meldet, kann entscheidend dazu beitragen, größere Schäden für Natur, Tier und Mensch zu verhindern.