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Spiel- und Glücksspiel-Prävention auf dem Stundenplan

– Ministerin Drese unterstützt Bildungsaktion am Schulzentrum Kühlungsborn

Kühlungsborn – Unter der Schirmherrschaft von Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern, startet am Schulzentrum Kühlungsborn das von LOTTO Mecklenburg-Vorpommern unterstützte Projekt „SMART CAMP – Create & play responsibly“ für Schulen. Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 lernen zwei Tage lang einen verantwortungsvollen Umgang in der Nutzung von Spielen kennen und erfahren mehr über potenzielles Suchtverhalten. Prävention und Aufklärung bilden dabei einen besonderen Schwerpunkt.

Das SMART CAMP fügt sich in mehrfacher Hinsicht in die aktuelle Bildungs- und Präventionsarbeit des Landes ein: Mecklenburg-Vorpommern stärkt die Digitalisierung im Schulbereich mit dem Ziel, Schülerinnen und Schülern digitale Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben zu vermitteln. Gleichzeitig hat das Land mit einer Bundesratsinitiative zum besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor glücksspielähnlichen Mechanismen in Videospielen – insbesondere Lootboxen und Pay-to-Win-Mechanismen – deutlich gemacht, dass digitaler Jugendmedienschutz auch eine Frage von Gesundheits-, Sucht- und Verbraucherschutz ist.

Ministerin Stefanie Drese betont: „Digitale Spiele sind aus der Lebenswelt junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Diese Realität müssen wir anerkennen. Sorge bereitet mir aber, dass Kinder und Jugendliche dabei zunehmend mit glücksspielähnlichen Elementen wie Lootboxen und Pay-to-Win Mechanismen in Kontakt kommen. Im echten Leben haben wir dafür klare Regeln, um Kinder und Jugendliche vor Glückspiel und Sucht zu schützen. Um das auch in den digitalen Raum zu übertragen, haben wir aus M-V heraus deshalb eine Bundesratsinitiative gestartet. Neben klaren Regeln braucht es aber auch Aufklärung. Genau hier setzt das SMART CAMP an: Es erklärt altersgerecht, wie diese Mechanismen funktionieren, welche Risiken sie bergen und wie junge Menschen selbstbestimmt mit digitalen Angeboten umgehen können. Damit verbindet das Projekt Prävention und wirksamen Jugendmedienschutz auf sehr praxisnahe Weise.“

Expertinnen und Experten aus Psychologie, Recht und digitaler Bildung gehen am ersten Camp-Tag gemeinsam mit den Teilnehmenden folgenden Fragestellungen nach: Wie kann ich Stress oder sogar Sucht vermeiden? Wie schütze ich meine Daten? Wie erkenne ich unseriöse Anbieter? Am zweiten Tag werden die Jugendlichen selbst kreativ und erstellen gemeinsam mit Profis aus der Social-Media-Welt und digitalen Bildung eigene Beiträge und gehen Gefahren sowie Präventionsmaßnahmen in Workshops praxisnah auf den Grund.

Elisabeth Aßmann, Geschäftsführerin von LOTTO Mecklenburg-Vorpommern: „Als Landeslotteriegesellschaft tragen wir in Bezug auf die Themen Jugend- und Spielerschutz sowie verantwortungsbewusstes Spielen eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Prävention und Aufklärung sind zentrale Bestandteile unseres täglichen Handelns. In einer zunehmend digitalisierten Welt mit einer Vielzahl seriöser und unseriöser Angebote, erachten wir es als notwendig, alle Menschen, aber insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch die Unterstützung von Aktionen wie dem SMART CAMP zu sensibilisieren. Mit interaktiven und praxisnahen Workshops leistet das SMART CAMP einen wertvollen Beitrag in diesen Bereichen, ermöglicht Austausch, eine kritische Auseinandersetzung und schafft Raum für bewusstes, verantwortungsvolles und selbstbestimmtes Handeln im Umgang mit digitalen Medien, Responsible Gaming und der Prävention von Suchtverhalten.“

Ziel des Projekts ist es, sowohl für Risiken und Gefahren zu sensibilisieren als auch digitale Möglichkeiten selbstbestimmt und kreativ zu nutzen. Simone Stein-Lücke, Geschäftsführerin der BG3000: „Lange habe ich dafür gekämpft, starke Partner zu finden, die sich trauen, die Themen Gaming und Gambling in die Schule zu bringen. Es liegt eine Riesen-Chance darin, sich die Faszination von Jugendlichen für Gaming zunutze zu machen und damit konstruktiv Lern- und Empathievermittlung zu betreiben. Ein großes Dankeschön an Ministerin Stefanie Drese und an LOTTO Mecklenburg-Vorpommern für das großartige Engagement, die klare Haltung und die Unterstützung dieses wichtigen Präventionsprojekts.“

Carola Deiß, Schulleiterin des Schulzentrums Kühlungsborn, begrüßt die Gelegenheit für ihre Schule: „Unsere Schülerinnen und Schüler wachsen mit digitalen Spielen, sozialen Medien und Online-Angeboten auf. Gemeinsam mit den Eltern hat die Schule die Aufgabe, sie dabei nicht allein zu lassen, sondern ihnen Orientierung, Wissen und Handlungssicherheit zu vermitteln. Das SMART CAMP verbindet fachliche Aufklärung mit praktischer Medienarbeit und spricht die Jugendlichen genau dort an, wo ihre Interessen liegen. Für uns ist das eine wertvolle Ergänzung unserer schulischen Medienbildung und ein wichtiger Beitrag zu einem gesunden, reflektierten Umgang mit digitalen Angeboten.“

Projekt Gastro Burner des DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern

Schwesig: Gute Gastronomie ist die Visitenkarte unseres Landes

Schwerin – Ministerpräsidentin Schwesig hat sich heute in Schwerin über das Projekt Gastro Burner des DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern informiert. Im Rahmen der „GastroBurner“-Kampagne fährt ein Food Truck in die Schulen, um für Ausbildungsmöglichkeiten im Gastgewerbe zu werben. Heute war der Truck auf dem Campus in der Weststadt zu Gast.

„55.000 Menschen arbeiten in Mecklenburg-Vorpommern im Gastgewerbe. Davon sind rund 1.500 Auszubildende. Sie sind wichtig für den Tourismus – eine unserer wichtigsten Wirtschaftsbranchen im Land. Und sie sorgen dafür, dass auch wir Einheimischen essen gehen können. Gute Gastronomie ist die Visitenkarte unseres Landes, ebenso wichtig wie das Meer oder unsere schönen Städte“, sagte die Ministerpräsidentin.

Das Projekt läuft seit 2019. Die Landesregierung fördert den GastroBurner mit 900.000 Euro für die Jahre 2024 bis 2026. Die Ministerpräsidentin informierte, dass das Projekt auch im Jahr 2027 unterstützt werden soll. „Nach meinem Eindruck ist der Food Truck ein hervorragendes Mittel, um junge Menschen anzusprechen, für Ausbildungsberufe in der Gastronomie zu werben und ihnen auch das Thema gesunde Ernährung näherzubringen. Auf dem Campus in der Weststadt war das Interesse bei den Schülerinnen und Schülern groß.“

Steuererklärung einfacher denn je

Neben dem Pilotprojekt „Die Steuer macht das Amt“ startet nun auch „Steuererklärung mit einem Klick“ in Mecklenburg-Vorpommern.

Schwerin – Die Finanzverwaltung baut ihre digitalen Serviceangebote weiter aus und erleichtert damit Bürgerinnen und Bürgern die Abgabe ihrer Einkommensteuererklärung. Mit der neuen Funktion „Steuererklärung mit einem Klick“, die ab dem 1. Juli 2026 bundesweit in der App MeinELSTER+ zur Verfügung steht, sowie dem bereits seit April laufenden Pilotprojekt „Die Steuer macht das Amt“ stehen gleich zwei Verfahren zur Verfügung, die den Aufwand für einfache Steuerfälle deutlich reduzieren.

Ab dem 1. Juli 2026 können Bürgerinnen und Bürger mit der App MeinELSTER+ das neue kostenlose Angebot „Steuererklärung mit einem Klick“ nutzen. Für einfache Steuerfälle erstellt die Finanzverwaltung auf Grundlage bereits vorliegender Daten, beispielsweise aus Lohnsteuerbescheinigungen oder bereits gespeicherten ELSTER-Daten, automatisch einen Steuervorschlag.

Die Nutzenden müssen die Angaben lediglich prüfen und können die Steuererklärung anschließend mit einem Klick elektronisch übermitteln. Falls erforderlich, lassen sich die Daten vor dem Versand auch direkt in der App ergänzen oder anpassen.

Das Angebot richtet sich an Steuerpflichtige, die

  • in Deutschland leben,
  • die Einkommensteuererklärung für das Kalenderjahr 2025 allein abgeben,
  • ausschließlich Einkünfte aus einem Angestelltenverhältnis und/oder Alterseinkünften beziehen,
  • keine Kinder berücksichtigen möchten,
  • keine weiteren Einkünfte, etwa aus Vermietung und Verpachtung oder Kapitalvermögen, erklären müssen,
  • sowie über ein ELSTER-Benutzerkonto verfügen.

Ein ELSTER-Konto kann unter https://www.elster.de/eportal/registrierung eingerichtet werden. Für die Steuererklärung 2026 ist eine Erweiterung des Nutzerkreises vorgesehen.

Parallel dazu beteiligt sich Mecklenburg-Vorpommern am länderübergreifenden Pilotprojekt „Die Steuer macht das Amt“. Ziel ist es ebenfalls, die Steuererklärung einfacher und weniger aufwendig zu gestalten.

Seit April haben rund 50.000 ausgewählte Steuerpflichtige aus allen zehn Finanzämtern des Landes einen auf bereits vorliegenden Daten basierenden Vorschlag für ihren späteren Steuerbescheid erhalten. Damit ein entsprechender Steuerbescheid ergehen kann, ist eine aktive Zustimmung erforderlich. Diese kann entweder über den im Anschreiben enthaltenen QR-Code oder durch Unterzeichnung und Rücksendung des Antwortschreibens erfolgen.

Mehr als ein Viertel der angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger hat dem Vorschlag bereits zugestimmt. Auf dieser Grundlage konnten die entsprechenden Steuerbescheide erstellt werden.

Wer dem Vorschlag beispielsweise wegen fehlender Angaben nicht zustimmen kann, muss bis zum 31. Juli 2026 eine Einkommensteuererklärung beim zuständigen Finanzamt einreichen.

„Viele Menschen empfinden die Steuererklärung jedes Jahr als lästige Pflicht. Umso sinnvoller ist es, vorhandene Daten zu nutzen, die der Steuerverwaltung bereits vorliegen. Mit dem neuen Angebot ‚Steuererklärung mit einem Klick‘ und unserem Pilotprojekt ‚Die Steuer macht das Amt‘ verfolgen wir genau dieses Ziel: Die Einkommensteuer für Bürgerinnen und Bürger einfacher, verständlicher und weniger aufwendig zu machen. Unsere Finanzämter verstehen sich als Partner der Bürgerinnen und Bürger. Wer Steuern zahlt, soll sich darauf verlassen können, dass Verfahren verständlich, transparent und möglichst unkompliziert sind. Mit beiden Angeboten gehen wir einen weiteren Schritt hin zu einer modernen, bürgernahen und serviceorientierten Steuerverwaltung“, erläutert Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue.

MV will mehr Forschung in seine Biosphärenreservate holen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern will seine UNESCO-Biosphärenreservate künftig noch stärker als Forschungsstandorte etablieren. Mit einem neuen Forschungsthemenkatalog laden die Biosphärenreservate Schaalsee und Flusslandschaft Elbe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gezielt ein, zentrale Zukunftsfragen zu Klimawandel, Artenvielfalt und nachhaltiger Landnutzung direkt vor Ort zu erforschen.

„Unsere Biosphärenreservate sind keine Freilichtmuseen. Sie sind Zukunftslabore, in denen wir Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit entwickeln – vom Klimawandel über den Schutz der biologischen Vielfalt bis hin zu einer nachhaltigen Landnutzung. Mit dem neuen Forschungsthemenkatalog laden wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausdrücklich ein, Mecklenburg-Vorpommern als Forschungsstandort zu nutzen“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt mit drei Nationalparken, drei UNESCO-Biosphärenreservaten und sieben Naturparken über eines der dichtesten Netze großflächiger Schutzgebiete Deutschlands. Insgesamt stehen 545.700 Hektar und damit fast 18 Prozent der Landesfläche unter besonderem Schutz. Allein die drei Biosphärenreservate umfassen rund 100.000 Hektar.

Ein besonderer Vorteil für die Forschung sind die über Jahrzehnte aufgebauten Datenbestände der Biosphärenreservate. Langfristige Erhebungen zu Artenvielfalt, Wasserhaushalt und Landnutzung ermöglichen es, Veränderungen wissenschaftlich fundiert zu bewerten und praxisnahe Lösungen für Natur-, Klima- und Ressourcenschutz zu entwickeln. Der neue Forschungsthemenkatalog knüpft daran an, bündelt konkrete Forschungsfragen und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Praxis.

Wie praxisnah diese Forschung ist, zeigen zahlreiche Projekte: Auf der Techiner Waldweide wird mithilfe eines Senderhalsbandes untersucht, wie Rinder naturschutzfachlich wertvolle Weideflächen nutzen. Die gewonnenen Daten helfen, extensive Beweidung gezielt zu steuern und Naturschutz mit landwirtschaftlicher Nutzung in Einklang zu bringen.

Ein weiteres Beispiel ist die Schaalseemaräne. Nachdem genetische Untersuchungen nachgewiesen hatten, dass eine Restpopulation der seltenen Fischart erhalten geblieben war, wurde ein wissenschaftlich begleitetes Wiederansiedlungsprogramm entwickelt. Dabei entstanden neue Erkenntnisse zur Aufzucht der Jungfische und zu ihren Lebensraumansprüchen.

Auch gesellschaftliche Fragestellungen stehen im Fokus. Gemeinsam mit der Universität Lüneburg wurde für die Stadt Boizenburg ein kommunaler Nachhaltigkeitsbericht entwickelt, der Politik, Verwaltung und Bürgerschaft als Grundlage für eine nachhaltige Stadtentwicklung dient und inzwischen Vorbildcharakter für weitere Kommunen besitzt.

Bereits heute zeigt sich das große Interesse an den neuen Forschungsangeboten: Allein in den vergangenen Monaten wurden auf Grundlage des Forschungsthemenkatalogs bereits sieben studentische Abschlussarbeiten in den beiden Biosphärenreservaten begonnen. Hinzu kommen zahlreiche Projekte mit unmittelbarem Nutzen für den Natur- und Klimaschutz. So wurden beispielsweise 40 Kleingewässer für Amphibien wie die Rotbauchunke saniert oder neu angelegt. Im Bundesförderprojekt BROMMI fließen seit 2021 gemeinsam mit dem WWF und weiteren Partnern rund acht Millionen Euro in den Insektenschutz.

Forschung und Umweltbildung gehen dabei Hand in Hand. Zwischen 2021 und 2025 nahmen mehr als 3,67 Millionen Besucherinnen und Besucher an Führungen, Exkursionen, Vorträgen und Ausstellungen in den Nationalen Naturlandschaften Mecklenburg-Vorpommerns teil. Dafür steht ihnen heute ein Netz von rund 7.480 Kilometern Wander-, Rad-, Reit- und Lehrpfaden zur Verfügung.

„Forschung endet nicht im Labor. Sie liefert konkrete Lösungen für den Natur-, Klima- und Ressourcenschutz und unterstützt Kommunen, Landnutzer und Politik gleichermaßen. Mit dem Forschungsthemenkatalog schaffen wir jetzt die Voraussetzungen dafür, dass noch mehr wissenschaftliche Projekte ihren Weg nach Mecklenburg-Vorpommern finden und unsere Biosphärenreservate ihre Rolle als Modellregionen nachhaltiger Entwicklung weiter ausbauen können“, so Backhaus.

Der Forschungsthemenkatalog ist sowohl auf der Website des Biosphärenreservats Schaalsee (Forschungsthemenkatalog) als des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe M-V (Forschungsthemenkatalog) zu finden.

Auch in dem Biosphärenreservat Südost-Rügen, den 3 Nationalparken und den 7 Naturparken in Mecklenburg-Vorpommern wird intensiv geforscht. Weiterführende Informationen stehen unter Natur in Mecklenburg-Vorpommern

86 Millionen Euro für Umwelt- und Klimaleistungen

Schwerin – Mehr als 2.100 landwirtschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern erhalten zum 30. Juni fristgerecht insgesamt rund 86 Millionen Euro Fördermittel für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die Mittel stammen von der Europäischen Union, dem Bund und dem Land Mecklenburg-Vorpommern und werden in allen Fällen ausgezahlt, in denen die Auszahlungsvoraussetzungen vollständig erfüllt sind.

„Unsere Landwirtinnen und Landwirte leisten weit mehr als die Produktion hochwertiger Lebensmittel. Sie übernehmen Verantwortung für Klima-, Natur- und Gewässerschutz und sichern gleichzeitig die Zukunft unserer ländlichen Räume. Dass die Fördermittel auch in diesem Jahr fristgerecht ausgezahlt werden, schafft den Betrieben in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten die notwendige Planungssicherheit“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Die Förderung erfolgt im Rahmen der zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Mit ihr werden freiwillige Leistungen der Landwirtschaft für Umwelt, Klima und die Entwicklung des ländlichen Raums honoriert.

Von den insgesamt 15 angebotenen Landesprogrammen wurden die meisten Anträge in den Programmen „Extensive Dauergrünlandbewirtschaftung“, „Ökologischer Landbau“ und „Vielfältige Kulturen“ gestellt. Auf diese drei Programme entfallen zusammen mehr als 85 Prozent der ausgezahlten Fördermittel.

„Die hohe Nachfrage zeigt, dass unsere Agrarumweltprogramme den richtigen Weg weisen. Sie schaffen Anreize für freiwillige Umweltleistungen und verbinden wirtschaftliche Perspektiven der Betriebe mit konkreten Verbesserungen für Artenvielfalt, Klimaschutz und den Schutz unserer Gewässer. Davon profitieren Landwirtschaft, Umwelt und die gesamte Gesellschaft gleichermaßen“, so Backhaus.

Digitale Führung durch Auschwitz-Birkenau

Bildungsministerin würdigt langjähriges Engagement des Eldenburg-Gymnasiums Lübz

Lübz – Anlässlich des Projekts „Auschwitz. In front of your eyes“ hat Bildungsministerin Simone Oldenburg das langjährige Engagement des Eldenburg-Gymnasiums Lübz für Demokratiebildung und Erinnerungskultur gewürdigt. Im Rahmen der Themenwoche „Mensch sein“ der 9. Jahrgangsstufe haben Schülerinnen und Schüler der Schule an einem digitalen Live-Rundgang durch die Gedenkstätte Auschwitz teilgenommen. „Die digitale Führung ist ein wichtiges Angebot, um jungen Menschen das Wissen über den Holocaust eindringlich zu vermitteln – gerade dann, wenn ein Besuch vor Ort nicht möglich ist. Erinnerungskultur ist das Fundament unserer Demokratie. Sie schützt vor Geschichtsverfälschung und dem Wiedererstarken menschenverachtender Ideologien“, so die Bildungsministerin.

Mit dem Projekt „Auschwitz. In front of your eyes“ eröffnet die Stiftung Auschwitz-Birkenau neue Wege der historischen Bildung. Die rund 105-minütige Live-Führung wird von speziell geschulten Guides durchgeführt und kombiniert Kamerabilder vom Gelände mit Archivmaterial, Zeitzeugen-Videos und interaktiven Elementen. Sie ist in sieben Sprachen verfügbar und kann über visit.auschwitz.org gebucht werden. Das Angebot ist didaktisch fundiert, interaktiv und niedrigschwellig. Es ersetzt keinen realen Besuch, sondern ergänzt die schulische Vermittlung historisch-politischer Bildung.

Die Idee für das Projekt entstand während der Corona-Pandemie, als die Gedenkstätte für Besucherinnen und Besucher geschlossen war. Heute ist es eine Antwort auf schwindende Zeitzeugen und wachsende gesellschaftliche Herausforderungen. „Da immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen persönlich von ihren Erfahrungen berichten können, gewinnen neue Formate der Erinnerungsarbeit, wie dieses digitale Angebot, an Bedeutung“, sagte Simone Oldenburg. „Denn sie helfen, die Erinnerung an die Menschheitsverbrechen des Nationalsozialismus lebendig zu halten und den Opfern auch für kommende Generationen eine Stimme zu geben“, so Oldenburg.

Wie dies auch in der schulischen Praxis gelingen kann, zeigt das Eldenburg-Gymnasium Lübz nach Ansicht der Ministerin seit vielen Jahren in besonderer Weise durch die Umsetzung zahlreicher Projekte zur historisch-politischen Bildung. So waren Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums beispielsweise an dem Projekt „Als junger Mensch in der Shoah“ beteiligt. Dabei wurden Interviews mit Holocaust-Überlebenden aufgezeichnet und für den Unterricht dauerhaft zugänglich gemacht.

Zur Stärkung der historisch-politischen Bildung hat die Landesregierung die Mittel für Gedenkstättenfahrten in die ehemaligen deutschen NS-Vernichtungslager in Polen auf 300.000 Euro aufgestockt und im Vergleich zum Jahr 2021 damit versechsfacht. Allein in diesem Jahr können somit mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler unter anderem nach Auschwitz fahren. Darüber hinaus wurde die Beantragung von Mitteln für Gedenkstättenfahrten im Inland erleichtert und die Schulen erhalten höhere Zuschüsse. Zusammen mit den Gedenkstätten im Land hat das Bildungsministerium zudem einen Leitfaden sowie Qualitätsstandards für schulische Besuche entwickelt.

Ab dem kommenden Jahr widmen sich alle weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 5 am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust intensiv, jahrgangsbezogen oder jahrgangsübergreifend der Erinnerungsarbeit. Die Verpflichtung zum Gedenk- und Projekttag bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche Aktivitäten zur Auseinandersetzung mit der NS-Gewaltherrschaft ausschließlich an diesem Tag stattfinden müssen. Ziel ist es vielmehr, den 27. Januar sinnvoll in bestehende Unterrichtskonzepte einzubinden. Grundschulen werden ermutigt, sich ebenfalls zu beteiligen.

Backhaus: „Ökolandbau braucht Verlässlichkeit statt Kürzungen“

Schwerin – Der ökologische Landbau bleibt ein zentraler Baustein der Landwirtschaftspolitik Mecklenburg-Vorpommerns. Anlässlich der agrarpolitischen Sommerreise der Arbeitsgemeinschaft der ökologischen Anbauverbände Mecklenburg-Vorpommern (AG ÖAMV) hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die geplanten Kürzungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union scharf kritisiert.

„Unsere Bio-Betriebe leisten einen wichtigen Beitrag für Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz und versorgen die Menschen zugleich mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln. Diese Leistungen brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen – keine Kürzungen und keine neuen Unsicherheiten“, so Backhaus, der heute Nachmittag (14 Uhr) den Landwirtschaftsbetrieb von Christian Schulz in Bartenshagen nahe Rostock besucht.

Bis zum 30. Juni wurden rund 85 Millionen Euro Fördermittel aus der Gemeinsamen Agrarpolitik für Agrarumwelt-, Klima- und Ökolandbaumaßnahmen an die Betriebe ausgezahlt. Damit werden 98 Prozent der bewilligten Fördermittel für das Verpflichtungsjahr 2025 fristgerecht ausgezahlt. „Diese Zahlungen honorieren erbrachte Umweltleistungen unsere Landwirte im Land u.a. für den Natur- und Gewässerschutz.“

Darüber hinaus bereitet das Ministerium bereits die Herbstantragstellung 2026 vor. Ziel ist es, auch für das Verpflichtungsjahr 2027 neue Förderanträge für die Einführung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus zu ermöglichen. „Planungssicherheit ist für unsere Betriebe entscheidend. Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Antragstellung für weitere Flächenzuwächse im Ökolandbau  auch über 2026 hinaus fortzuführen. Wer mehr Umwelt- und Klimaschutz will, muss den Betrieben dafür auch die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen“, betonte Backhaus.

Mit großer Sorge bewertet Backhaus die aktuellen Vorschläge der Europäischen Kommission für die GAP ab 2028. Nach ersten Berechnungen könnte Mecklenburg-Vorpommern in der kommenden Förderperiode rund 580 Millionen Euro verlieren. Gleichzeitig würden Kappung und Degression die Direktzahlungen im Land nahezu halbieren: „Die geplanten Kürzungen gefährden die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft und treffen insbesondere die historisch gewachsenen Betriebsstrukturen in Ostdeutschland. Das lehnen wir entschieden ab.“

Der ökologische Landbau bleibt für Mecklenburg-Vorpommern ein Zukunftsfeld. Ende März 2026 wirtschafteten bereits 1.191 landwirtschaftliche Bio-Betriebe auf rund 206.500 Hektar ökologisch bewirtschafteter Fläche. Das entspricht rund 16 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes.

Im Rahmen der Sommerreise übergibt Backhaus außerdem einen Förderbescheid in Höhe von 200.000 Euro für das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern. Bis 2029 sollen damit die Zusammenarbeit der Betriebe, regionale Vermarktungsstrukturen sowie innovative Formen der Direktvermarktung weiterentwickelt werden.

„Regionale Wertschöpfung, kurze Lieferketten und eine enge Verbindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern gewinnen weiter an Bedeutung. Die Solidarische Landwirtschaft zeigt mit ihrer Vermarktungsausrichtung , wie Landwirtschaft und Gesellschaft noch enger zusammenwachsen können“, sagte der Minister abschließend.

Waldbrand im Müritz-Nationalpark bei Neustrelitz unter Kontrolle

Neustrelitz – Der Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz im Müritz-Nationalpark nördlich von Neustrelitz ist nach vier Tagen intensiver Einsatzarbeit unter Kontrolle. Offene Flammen sind aktuell nicht mehr sichtbar. Aufgrund der weiterhin hohen Temperaturen im Waldboden und der Munitionsbelastung bleibt die Lage jedoch anspruchsvoll. Die Einsatzkräfte und der Eigentümer werden die Brandfläche in den kommenden Tagen weiterhin engmaschig kontrollieren und eine Brandwache sicherstellen, um mögliche Glutnester frühzeitig zu erkennen und ein Wiederaufflammen zu verhindern.

Landrat Thomas Müller und Forstminister Dr. Till Backhaus danken allen beteiligten Einsatzkräften für ihren außergewöhnlichen Einsatz. An der Eindämmung des Brandes waren über mehrere Tage hinweg Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus, der Katastrophenschutz, das Technische Hilfswerk, das Nationalparkamt Müritz, die Bundesforst, die Landesforstanstalt, der Munitionsbergungsdienst, die Polizei sowie zahlreiche weitere Unterstützer beteiligt. Zum Einsatz kam verschiedene Spezialtechnik, wie Löschroboter, Kreisregner, Düsenschläuche, Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge, ein Rückefahrzeug mit Löschbox und Drohnen. Aufgrund der Munitionsbelastung war ein direkter Löscheinsatz im Brandgebiet nicht möglich. Die Sicherheit der Einsatzkräfte hatte während des gesamten Einsatzes oberste Priorität.

Landwirtschafts- und Forstminister Dr. Till Backhaus erklärt: „Mein herzlicher Dank gilt den mehr als 400 Einsatzkräften, die diesen Waldbrand vier Tage lang unter außergewöhnlich schwierigen Bedingungen eingedämmt haben. Große Hitze, schwieriges Gelände und die ständige Gefahr durch die Munitionsbelastung haben den Einsatz zu einer enormen Herausforderung gemacht. Dass das Feuer unter diesen Bedingungen unter Kontrolle gebracht werden konnte, ist ihrem hohen professionellen Einsatz, ihrer Erfahrung und ihrem außergewöhnlichen Engagement zu verdanken.“

Der Minister sieht den erfolgreichen Einsatz zugleich als Bestätigung der Maßnahmen, die das Land nach den verheerenden Waldbränden von Lübtheen ergriffen hat. „Der Einsatz zeigt, dass die Lehren aus den verheerenden Waldbränden von Lübtheen richtig waren. Das Land hat in den vergangenen Jahren konsequent in moderne Einsatztechnik, Spezialfahrzeuge, Ausrüstung, Ausbildung und eine bessere Zusammenarbeit der Einsatzkräfte investiert. Diese Aufwendungen haben sich ausgezahlt. Sie erhöhen die Sicherheit unserer Einsatzkräfte und stärken unsere Fähigkeit, Brände auch unter extremen Bedingungen wirksam zu einzudämmen.“

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre hat Mecklenburg-Vorpommern den Waldbrand- und Katastrophenschutz konsequent weiterentwickelt. Ein zentraler Baustein ist die Waldbrandzentrale in Mirow, die mit 24 Kamerastandorten rund 332.000 Hektar Wald – mehr als die Hälfte der Waldfläche Mecklenburg-Vorpommerns – überwacht und Brände frühzeitig erkennt. Hinzu kommen jährlich durchschnittlich 435 Kilometer Waldbrandwundstreifen, der Ausbau von Rettungswegen sowie 32 neu geschaffene Löschwasserentnahmestellen seit 2019.

Mit dem Projektzentrum Waldbrandschutz THOR im Forstamt Kaliß hat Mecklenburg-Vorpommern zudem bundesweit Maßstäbe gesetzt. Das mit 2,38 Millionen Euro aus dem Waldklimafonds geförderte Projekt entwickelte unter anderem neue Standards für Waldbrandeinsatzkarten, die Waldbrandnachsorge und den Einsatz auf munitionsbelasteten Flächen. Moderne Spezialtechnik wie Löschmodule, ferngesteuerte Wasserwerfer oder Löschroboter steht den Einsatzkräften heute landesweit zur Verfügung.

Gleichzeitig machte Backhaus deutlich, dass der aktuelle Einsatz erneut die Folgen des Zweiten Weltkriegs und der Truppenübungsplätze aus der Zeit des Kalten Krieges sichtbar gemacht habe. Deshalb erneuere ich meine Forderung an den Bund, die Bergung und Beseitigung von Munition konsequent voranzutreiben. Das ist keine Aufgabe einzelner Länder, sondern eine nationale Verantwortung, die dauerhaft finanziert und entschlossen umgesetzt werden muss.“

„Durch den Brand auf rund 135 Hektar sind wertvolle Flächen der natürlichen Entwicklung verloren gegangen“, so der Amtsleiter des Müritz-Nationalparks, Ulf Zimmermann. „Wir wissen aus Erfahrungen, dass derartige Störungen von der Natur schnell überwunden werden und sich schrittweise neue, wertvolle Lebensräume entwickeln.“

„Ein Einsatz dieser Größenordnung gelingt nur, wenn viele Hand in Hand arbeiten. Feuerwehr, Katastrophenschutz, Bundesforst, Nationalpark, Landesforst, Polizei, Kommunen, Unternehmen und Ehrenamtliche haben eindrucksvoll bewiesen, was Zusammenhalt bewirken kann. Dafür gebührt allen Beteiligten mein aufrichtiger Dank“, so Landrat Thomas Müller. „Neben den Einsatzkräften gilt mein besonderer Dank den Bürgerinnen und Bürgern der Region für ihr Verständnis und ihre Unterstützung. Nicht nur aus landwirtschaftlichen Betrieben und dem Tourismus, sondern auch von Privatpersonen, wurde teilweise ungefragt Hilfe geleistet.“

Die Brandfläche bleibt weiterhin unter Beobachtung. Aufgrund der hohen Temperaturen im Waldboden und möglicher Glutnester wird die Brandwache in den kommenden Tagen fortgesetzt. Das betroffene Gebiet bleibt wegen der Munitionsbelastung weiterhin gesperrt.