Menü Schließen

Rostocker KI-Unternehmen ausgezeichnet: Hidden Champion in MV

Rostock – Das Rostocker Unternehmen PLANET AI hat mit seinem System Luna + IDA die renommierte DocVQA 2026 Challenge gewonnen und sich damit gegen die weltweit führenden KI-Modelle internationaler Technologiekonzerne durchgesetzt. In sieben von acht Wettbewerbskategorien belegte das Unternehmen den ersten Platz und verwies damit unter anderem die Systeme von Google und OpenAI deutlich auf die weiteren Plätze.

Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue gratuliert dem Unternehmen zu diesem außergewöhnlichen Erfolg: „Der Erfolg von PLANET AI zeigt eindrucksvoll, dass Spitzen-KI nicht ausschließlich in den großen internationalen Technologiekonzernen entsteht. Mitten in Mecklenburg-Vorpommern werden Lösungen entwickelt, die weltweit Maßstäbe setzen. PlanetAI ist ein hidden champion. Das ist ein starkes Signal für unseren Digitalstandort und ein Beleg dafür, welches Innovationspotenzial in unserem Land steckt.“

Die DocVQA Challenge gilt als einer der weltweit anspruchsvollsten Wettbewerbe für maschinelles Dokumentenverständnis. Erstmals mussten die teilnehmenden Systeme Dokumente aus unterschiedlichsten Bereichen – darunter Geschäftsberichte, wissenschaftliche Poster, Karten, Infografiken, Comics und technische Zeichnungen – analysieren und komplexe Zusammenhänge erkennen. Gefordert war nicht nur das Auslesen von Informationen, sondern ein tiefes Verständnis komplexer Dokumente.

Für die öffentliche Verwaltung eröffnet diese Technologie erhebliche Potenziale. Moderne KI-Systeme können Beschäftigte künftig bei der Bearbeitung umfangreicher Dokumente unterstützen, Informationen schneller erschließen und Verwaltungsprozesse effizienter gestalten.

„Gerade für die Digitalisierung der Verwaltung sind leistungsfähige und vertrauenswürdige KI-Anwendungen von großer Bedeutung. Wenn intelligente Systeme Dokumente nicht nur lesen, sondern tatsächlich verstehen, können sie Mitarbeitende gezielt entlasten und Verwaltungsverfahren beschleunigen. Voraussetzung bleibt dabei stets ein verantwortungsvoller, transparenter und datenschutzkonformer Einsatz der Technologie“, erläutert Minister Dr. Geue.

Besonders bemerkenswert ist, dass PLANET AI dabei einen eigenständigen technologischen Ansatz verfolgt. Statt ausschließlich auf immer größere KI-Modelle zu setzen, kombiniert das Unternehmen verschiedene spezialisierte Systeme miteinander und erreicht dadurch eine deutlich höhere Qualität bei der Dokumentenanalyse.

„Deutschland braucht eigene technologische Stärken und innovative Unternehmen, die unabhängige Lösungen entwickeln und so zur digitalen Souveränität beitragen. Der Erfolg von PLANET AI zeigt, dass es dabei nicht auf die Größe des Unternehmens ankommt, sondern auf kluge Ideen, exzellente Forschung und den Mut, neue Wege zu gehen“, ergänzt Dr. Geue.

PLANET AI wurde 2015 in Rostock gegründet und arbeitet eng mit der Universität Rostock zusammen. Die offizielle Preisverleihung findet im Rahmen der ICDAR-Konferenz vom 30. August bis 4. September 2026 in Wien statt.

Gegen Einsamkeit

Neues Förderprogramm „Dritte Orte“ stärkt Begegnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern verstärkt seine Bemühungen im Kampf gegen Einsamkeit und Isolation. Mit einem neuen Förderprogramm für Begegnungs- und Gemeinschaftsorte („Dritte Orte“) sollen zusätzliche, öffentliche Begegnungsräume geschaffen werden, die für alle Bevölkerungsgruppen leicht zugänglich sind. Das gab Sozialministerin Stefanie Drese heute in Schwerin bekannt.

„Bis Ende 2027 stehen dafür insgesamt rund 700.000 Euro zur Verfügung. Anträge können ab sofort gestellt werden“, sagte Drese.

„Einsamkeit betrifft sowohl immer mehr ältere als auch jüngere Menschen. So fühlen sich rund ein Drittel aller Erwachsenen im Alter von 21 bis 54 Jahren zumindest teilweise einsam, davon sind 16 Prozent stark und 18 Prozent moderat betroffen. Diese neusten Zahlen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigen, dass Einsamkeit längst kein Randphänomen mehr ist “, erklärte Drese. Vor allem junge Erwachsene geben an, sich stark einsam zu fühlen (21 Prozent der 21- bis 30-Jährigen).

„Diese Ergebnisse müssen uns alle aufrütteln. Wir sind als Gesellschaft insgesamt gefordert, Maßnahmen zu entwickeln, um Einsamkeit und Isolation wirksam zu begegnen, Unsere Antwort in MV darauf ist, die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“, verdeutlichte Drese.

Mit einem Runden Tisch gegen Einsamkeit habe sich das Land schon 2023 auf den Weg gemacht, um die Situation zu analysieren und mit mehr als 60 Akteuren, Maßnahmen und Strategien zu diskutieren. Ein Punkt, der sich dabei herauskristallisierte, sei die Schaffung sogenannter Dritter Orte gewesen, die auch im Abschlussbericht des Runden Tisches eine Schlüsselrolle spielen, so die Ministerin.

„Es braucht wieder viel mehr dieser einfachen, gesellschaftlichen Treffpunkte, die anders als zum Beispiel ein klassisches Café nicht an eine Konsumerwartung und damit auch nicht an den Geldbeutel geknüpft sind. Orte, an denen man ungezwungen zusammenkommen kann, eine gute Zeit verbringen und Wege zueinander finden kann“, erklärte Drese. „Manchmal kann das schon eine gut platzierte Plauderbank sein, die einlädt, miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Mit dem neuen Förderprogramm des Landes soll genau das künftig noch besser unterstützt werden. „Dabei setzen wir bewusst auf eine unkomplizierte Förderung. Entscheidend ist, dass letztlich gute Ideen für Begegnung und Gemeinschaft direkt vor Ort umgesetzt werden können“, unterstrich die Ministerin.

Antragsberechtigt sind deshalb gemeinnützige, eingetragene Vereine mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern sowie kommunale Körperschaften. Förderfähig können dabei zum Beispiel Renovierungen, Umbauten oder Sanierungen von Gemeinschaftshäusern, Nachbarschaftstreffs oder Funktionsräumen sein, die Unterstützung für Trimm-Dich-Pfade sowie die Gestaltung von Verweilorten, wie Pavillons und Sitzbänke.

Gefördert werden auch Sachkosten für die Erst- oder Ersatzausstattung (z. B. Mobiliar oder technische Geräte), wenn sie einen spürbaren Mehrwert für die Allgemeinheit bietet. „Grundsätzlich gilt: die Angebote müssen für die Öffentlichkeit offen, leicht zugänglich und regelmäßig nutzbar sein“, so Drese. Sie sollen das Miteinander stärken und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fördern. Nicht gefördert werden dagegen Anschaffungen, die nur dem laufenden Betrieb oder hauptsächlich vereinsinternen Zwecken dienen.

Die Antragstellung erfolgt über das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) unter https://www.lagus.mv-regierung.de/Foerderungen/MV/. Dort finden Interessierte auch alle weiteren Informationen sowie die notwendigen Antragsunterlagen.

„Mit dem Förderprogramm erfüllen wir eine wesentliche Forderung des Runden Tisches. Mein Wunsch ist, dass so aus vielen guten Ideen neue, lebendige Treffpunkte entstehen, die dauerhaft gegen Einsamkeit wirken und den Zusammenhalt in unseren Gemeinden stärken“, so Stefanie Drese.

Wanderpokal für beste Radprofis

Gingster Grundschüler legen die beste Verkehrsprüfung der Insel ab

Insel Rügen – Gewonnen! Die Gingster Grundschüler holen sich zum zweiten Mal in Folge den Wanderpokal der Rügener Verkehrswacht. „Damit ehrt der Verein die Viertklässler, die am besten die jährliche Fahrradprüfung gemeistert haben“, erklärt Mandy Jeschkeit. Die Mitarbeiterin der Polizeidirektion Stralsund arbeitet seit über 20 Jahren unter diesen präventiven Bereich und begleitet Rügener Schulen in den Radwochen. Jetzt kam sie nach Gingst und überreichte den besten Teilnehmern den verdienten Pokal. Mit strahlenden Gesichtern nahmen Moritz Kalendruschat, Thea Hesemann und Karl Jähn die Auszeichnung entgegen.

Mandy Jeschkeit (rechts) überreicht den Pokal für die Radprofis an Moritz Kalendruschat, Thea Hesemann, Karl Jähn und Kathrin Böttcher (v. l. n. r.). Foto: A. Farin
Mandy Jeschkeit (rechts) überreicht den Pokal für die Radprofis an Moritz Kalendruschat, Thea Hesemann, Karl Jähn und Kathrin Böttcher (v. l. n. r.). Foto: A. Farin

„Unser Team hat sich mit den Kindern sehr gut auf die Herausforderung vorbereitet“, meint Kathrin Böttcher, die an der Gingster Schule die Radwoche 4 organisiert. Die Teilnahme von Polizei und Verkehrswacht motiviere die kleinen Fahranfänger, sich mit theoretischen und praktischen Aufgaben zu beschäftigen. Die Prüfung am Ende der Woche ist auf dem Grundschulhof ein besonderer Tag. Denn dann müssen Helm und sicheres Rad da sein, Regeln im Kopf sitzen und die Teststrecke passen.

Schulleiter André Farin gratuliert stolz den Radprofis und löst ein Versprechen ein. „Wir werden in den Sommerferien euren Verkehrsgarten bauen“, sagt er vor den Preisträgern. Zusammen mit dem Unternehmen TIEWA GmbH werde der Förderverein der Schule den Fahrradparcours anlegen. Dieser entstehe anstelle einer maroden Betonfläche im Wert von fast 50.000 Euro. Der Betrag wird mit Spendengeldern und Fördermitteln finanziert.

Bessere Absicherung bei telefonischen Vertragsgesprächen

Verbraucherschutzministerin Jacqueline Bernhardt: „Es braucht eine Bestätigungslösung, die mehr Zeit bei weniger Druck einräumt.“

Schwerin – „Der Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher bei telefonisch geschlossenen Verträgen hat weiterhin Lücken. Schutzinstrumente der Bestätigung des Vertrages durch die Verbraucherinnen und Verbraucher im Nachgang eines telefonischen Gesprächs werden oftmals unterlaufen. Das berichten die Verbraucherzentralen. Vor allem betrifft das demnach Gespräche zu Vertragsabschlüssen mit Energieversorgern oder Telekommunikationsanbietern.

Die Praxis zeigt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher oftmals noch während eines Telefonats über eine E-Mail oder eine SMS mit einem Link auf eine Internetseite geführt werden, auf der ‚Auftrag jetzt bestätigen – Ihre Vertragszusammenfassung‘ steht. Noch während des laufenden Telefonats werden dann Verbraucherinnen und Verbraucher aufgefordert, auf den enthaltenen Link ‚Ich bestätige‘ zu klicken. Das ist eine unhaltbare Drucksituation. Daher bin ich sehr froh, dass diese von mir kritisierte Praxis auch meine Amtskolleginnen und Amtskollegen für prüfwürdig halten“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt.

„Auf der Konferenz der Verbraucherschutzministerinnen und Verbraucherschutzminister in der letzten Woche in Potsdam haben wir die Bundesregierung zur Prüfung aufgefordert. Derartige Drucksituationen sollten unterbunden werden. Jetzt ist es an der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz einen Vorschlag zu erarbeiten“, sagt Verbraucherschutzministerin Bernhardt.

Die Vorständin der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern, Wiebke Cornelius: „Was als Schutz gedacht war, wird derzeit systematisch ausgehebelt. Vertragsabschlüsse unter Echtzeitdruck am Telefon dürfen keine rechtliche Wirksamkeit entfalten. Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen eine echte Bedenkzeit – ohne Tricks, ohne Zeitdruck. Es ist richtig, dass der Bund jetzt gefordert ist: Wir brauchen endlich klare, verbindliche Regeln, die diesen Missbrauch wirksam unterbinden.“

Schwesig: Wirtschaft und Arbeitsplätze müssen an erster Stelle stehen

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat im Anschluss an das Gespräch der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder mit Bundeskanzler Friedrich Merz ein gemischtes Fazit gezogen.

„Ich habe im Gespräch mit dem Bundeskanzler vor allem deutlich gemacht, dass weitere Schritte unternommen werden müssen, um die Wirtschaft in Deutschland anzukurbeln und Arbeitsplätze zu sichern. Viele Menschen machen sich große Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung und ihre persönliche finanzielle Zukunft. Und auch in Mecklenburg-Vorpommern spüren viele Unternehmen die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage. Das Thema Wirtschaft muss jetzt auf Platz 1 der bundespolitischen Agenda rücken“, sagte die Ministerpräsidentin.

Ein wichtiger Schlüssel, um die Wirtschaft anzukurbeln, seien niedrigere Energiepreise. „Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen haben gemeinsam unter anderem dafür geworben, dass überschüssiger Strom nicht mehr abgeriegelt wird, sondern direkt an Verbraucherinnen und Verbraucher und die Wirtschaft weitergegeben werden kann“, sagte Schwesig. „Es ist gut, dass der Bund bei den Netzentgelten für eine Entlastung gesorgt hat. Das spiegelt sich auch bei dem Strompreis wider. Wir müssen die Vorteile, die wir haben, aber noch viel konsequenter nutzen. Und zu diesen Vorteilen gehört, dass wir sehr günstig grünen Strom produzieren.“

Thema der Beratungen in Berlin war auch die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2027. „Die 16 Bundesländer haben heute einen gemeinsamen Beschluss gefasst, dass es keine Kürzung der EU-Agrarförderung und keine Benachteiligung der größeren Agrarbetriebe geben darf, wie es sie in Ostdeutschland häufig gibt. Wir haben noch einmal beim Kanzler darauf gedrungen, dass die Pläne der EU so nicht in Kraft treten können“, sagte Schwesig.

Darüber hinaus haben sich Bund und Länder bei der Veranlassungskonnexität geeinigt. „Das ist eine sehr wichtige Nachricht für unsere Kommunen im Land. Wir wissen um die finanziell angespannte Haushaltslage unser Dörfer, Städte und Kreise. Dieser Grundsatz ist bei uns in der Landesverfassung verankert. Umso wichtiger ist es, dass das auch künftig bei Gesetzen des Bundes gilt“, so Schwesig.

Ein weiteres Thema des Gesprächs war der öffentliche Nahverkehr. „Wir müssen den öffentlichen Nahverkehr auf der Schiene aufgrund eines Urteils auf europäischer Ebene teilweise neu regeln. Das wird nur möglich sein, wenn der Bund den Ländern mehr Regionalisierungsmittel zur Verfügung stellt. Wir brauchen auch weiter ein gutes Nahverkehrsangebot auf der Schiene“, sagte Schwesig.

Die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder sprachen sich außerdem im Gespräch mit dem Bundeskanzler für eine Erhöhung der Landarztquote aus. „Es gibt einen bundesgesetzlichen Rahmen, wie viele Plätze bei der Medizinerausbildung beispielsweise über eine Landarztquote vergeben werden können. Die Länder sprechen sich gemeinsam dafür aus, diesen Anteil von derzeit 20 auf 30 Prozent zu erhöhen. Auch das haben wir im Gespräch mit dem Bundeskanzler deutlich gemacht“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Gold für Gemeinde Rühn im Europäischen Dorfwettbewerb

Rühn – Die Gemeinde Rühn aus dem Landkreis Rostock vertrat als Siegerin des 12. Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ das Land Mecklenburg-Vorpommern im Europäischen Dorfwettbewerb „European Village Renewal Award 2026“ und hat in diesem eine Goldmedaille für eine ganzheitliche, nachhaltige, innovative und zeitgemäße Gemeinwesenentwicklung von herausragender Qualität errungen.

„Mit viel Freude habe ich heute von dem großen Erfolg der Gemeinde Rühn nun auch auf europäischer Ebene erfahren. Ich gratuliere der Gemeinde Rühn zu ihrem Erfolg und ihrer beispielhaften Leistung. Bereits als ich im September 2025 die Gemeinde Rühn zur Abschlussfeier im 12. Landeswettbewerb besuchen und ebenfalls mit einer Gold-Medaille auszeichnen durfte, glaubte ich fest daran, dass dies nicht der letzte Erfolg der Gemeinde Rühn sein würde.“ so der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommerns Dr. Till Backhaus.

Die Europäische Arge Landentwicklung und Dorferneuerung hat in dem aktuellen Wettbewerb „European Village Renewal Award 2026“ der Gemeinde Valposchiavo, Graubünden aus der Schweiz den Award selbst als höchste Auszeichnung zuerkannt. Die weiteren vierundzwanzig teilnehmenden Gemeinden wurden mit Gold (7), Silber (13) und Bronze-Medaillen (4) ausgezeichnet.

Besonders hob die Europäische Arge Landentwicklung und Dorferneuerung hervor: „Die Gemeinde Rühn setzt mit gelebter Gemeinschaft und visionärer Baukultur ein starkes Zeichen für eine nachhaltige Entwicklung. Das Herzstück des Ortes bildet das geschichtsträchtige Kloster Rühn. Lange ungenutzt, wurde das Baudenkmal durch das herausragende Engagement des lokalen Klostervereins vor dem Verfall gerettet, denkmalgerecht saniert und einer neuen Nutzung zugeführt.

Heute erstrahlt die Anlage als lebendiges Kultur- und Wirtschaftszentrum. Mit 14 ansässigen Pächtern – von Handwerk und Künstlerschaft über eine eigene Brauerei und eine Ölmühle bis hin zur Gastronomie – verbindet der Ort Denkmalschutz auf vorbildliche Weise mit regionaler Wertschöpfung. Große, vereinsübergreifende Veranstaltungen und Märkte ziehen jährlich zahlreiche Gäste an und stärken das soziale Miteinander im Dorf. Die Gemeinde setzt vorbildlich auf Innenentwicklung und schützt gleichzeitig durch eine gezielte Bebauungsplanung wertvolle Freiflächen.

Großes Augenmerk wird dabei auch auf den Erhalt und die Pflege der den Siedlungsraum umgebenden, historisch gewachsenen Kulturlandschaft gelegt. Rühn beweist eindrucksvoll, wie die Herausforderung, historisches Erbe unter den Anforderungen des Denkmalschutzes zu bewahren, zur Chance werden kann. Ebenso zeigt die Gemeinde, wie durch dörflichen Zusammenhalt und großes ehrenamtliches Engagement ein attraktiver und zukunftsfähiger Lebensraum entsteht.“.

Der Minister ergänzt „Nun wünsche ich der Gemeinde Rühn auch alles Gute im 28. Bundeswettbewerb `Unser Dorf hat Zukunft`. In diesem hatte sich die Gemeinde Rühn der Bundesjury am 10.06.2026 vorgestellt. Die Sieger im Bundeswettbewerb sollen in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden. Und ich bin guter Hoffnung, dass die beiden bisher erreichten Auszeichnungen Rühns nicht die Einzigen bleiben.“

Land fördert Modernisierung des BioTechnikums

Dr. Wolfgang Blank: „Mit der Modernisie­rung unterstützen wir bessere Rahmen­bedingungen für innovative Unternehmen und stärken den Technologie-Standort Greifswald“

Greifswald – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute der Univer­sitäts- und Hansestadt Greifswald einen Zuwendungs­bescheid in Höhe von rund 2,48 Millionen Euro für die Moder­nisierung des BioTechnikums Greifswald übergeben. Die Mit­tel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Die Gesamt­investition beträgt rund 2,75 Millionen Euro.

„Innovative Unternehmen brauchen moderne Labore, gut ausgestattete Arbeits- und Kommunikationsbereiche sowie eine leistungsfähige technische Infrastruktur, um Ideen in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu überführen. Mit der Modernisierung des BioTechnikums verbessern wir gezielt die Rahmenbedingungen für junge Unternehmen, Start-ups und technologieorientierte Betriebe. Damit stärken wir den Biotechnologie-Standort Greifswald und das regionale Innovationsökosystem in Vorpommern“, betonte Minister Blank.

Mit dem Vorhaben werden zentrale Bereiche des BioTechnikums modernisiert und an heutige Anforderungen innovativer Unternehmen angepasst. Vorgesehen sind unter anderem die Modernisierung des Eingangsbereichs und des Foyers, die Schaffung moderner Büro- und Kommunikations­flächen sowie die Erneuerung gemeinschaftlich genutzter technischer Geräte. Die neuen Geräte sollen den ansässigen Unternehmen gemeinsam zur Verfügung stehen und die Entwicklung sowie Erprobung neuer Technologien und Produkte unterstützen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung und Optimierung der technischen Infrastruktur. Durch digitale Vernetzung sollen Arbeitsprozesse verbessert und Dokumentations- sowie Nachweispflichten zunehmend digital abgebildet werden. Zugleich sollen energie- und ressourceneffiziente Technologien dazu beitragen, den Verbrauch von Energie und Wasser zu reduzieren. Die Modernisierung unterstützt damit auch die Transformation hin zu einer klimaneutralen, ressourcenschonenden und nach­haltigen Wirtschaft.

Das BioTechnikum Greifswald beherbergt überwiegend junge Unternehmen und Start-ups aus den Bereichen Gesundheit, Medizin und Bioökonomie. Die geplante Modernisierung stärkt damit innovationsorientierte Branchen, die zu wichtigen Zukunftsfeldern des Landes gehören. Dazu zählen insbe­sondere Medizintechnik und Biotechnologie sowie die Quer­schnittstechnologien Informations- und Kommunikations­technologien und Bioökonomie.

„Greifswald verbindet wissenschaftliche Kompetenz, unter­nehmerische Initiative und anwendungsnahe Forschung. Gerade diese Nähe von Wissenschaft und Wirtschaft ist ein wichtiger Standortvorteil. Mit der Förderung unterstützen wir, dass aus guten Ideen tragfähige Geschäftsmodelle werden und hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region entstehen“, sagte Minister Blank.

Das BioTechnikum bietet kleinen und mittleren Unternehmen sowie Gründerinnen und Gründern Räume und Infrastruktur für die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien und Produkte. Die geförderte Infrastruktur steht Unternehmen für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung, um insbesondere jungen und innovativen Unternehmen den Aufbau und die Entwicklung ihrer Geschäftstätigkeit zu erleichtern.

„Die Biotechnologie ist eine wichtige Zukunftsbranche für Mecklenburg-Vorpommern. Mit Investitionen wie dieser fördern wir die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft und stärken die Voraussetzungen dafür, dass Innovationen in unserem Land entstehen und Arbeitsplätze von morgen gesichert werden“, so Minister Blank.

Waldbrand bei Neustrelitz breitet sich weiter aus

Neustrelitz – Seit der ersten Meldung eines Waldbrandes auf dem Gebiet des Müritz Nationalparks bei Adamsdorf in der Nähe von Neustrelitz hat sicher das Feuer bis zum Nachmittag auf rund 100 Hektar ausgedehnt. Forstminister Dr. Till Backhaus beobachtet das Geschehen mit Sorge: „Die Einsatzkräfte geben ihr Bestes, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Dabei machen drehende Winde mit Böen über 30 km/h immer wieder Probleme.

Oberste Priorität hat die Sicherung der Infrastruktur, wie zum Beispiel eine Starkstromleitung. Seit der Nacht sind Kreisregner im Einsatz. Doch bei der aktuellen Trockenheit und den hohen Temperaturen verdunstet das Löschwasser schnell. Das Problem stellt nach wie vor der munitionsbelastete Boden dar. Ohne die Gefahr durch zum Beispiel panzerbrechende Munition auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz wäre das Feuer längst gelöscht.

Ich danke den Einsatzkräften für ihr Engagement und weiß, dass es für sie schwer ist, zuzusehen, wie das Feuer vorankommt. Aber ein Vorrücken auf der belasteten Fläche ist ausgeschlossen, weil lebensgefährlich. Ob eine Selbstentzündung der Munitionsreste ursächlich für den Brand war, können wir im Moment nicht sagen. Ausgeschlossen ist es wohl nicht. Natürlich macht es mich traurig zu sehen, dass hier wertvolle Sukzessionsflächen den Flammen zum Opfer fallen.

Aber die Natur wird sich wieder erholen. Wichtiger ist es derzeit, Schaden von Menschen und Infrastruktur abzuwenden. Wenn das Wetter sich jetzt nicht durch zum Beispiel starke, drehende Winde ungünstig entwickelt, wird das hoffentlich auch gelingen“, so der Minister abschließend.