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Innovationsfondsprojekt „NAHVERSORGT – Na©hversorgt“

Im Projekt wird insbesondere die bestehende Praxis des sogenannten Entlassmanagements in Mecklenburg-Vorpommern systematisch evaluiert. Gesundheitsministerin Stefanie Drese hob in ihrer Würdigung des bis September 2026 laufenden Projekts hervor, dass dadurch wichtige Erkenntnisse vor allem für die Gesundheitsversorgung in ländlich geprägten Räumen des Landes gewonnen werden.

„Eine gute Versorgung endet nicht an der Krankenhausgrenze. Gerade in strukturschwachen Regionen treten jedoch immer wieder Schwierigkeiten bei der Organisation der Anschlussversorgung von Patientinnen und Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt auf. Das kann zur Folge haben, dass Menschen länger im Krankenhaus bleiben als medizinisch nötig, in Reha- beziehungsweise Pflegeeinrichtungen vermittelt werden, die weit entfernt von ihrem Wohnort liegen oder auch ohne ausreichende Anschlussversorgung nach Hause entlassen werden “, betonte Drese.

„Nur durch eine strukturierte Vernetzung und Zusammenwirken aller beteiligten Akteure – wie Kliniken, Hausärzte, Pflegeheime, Kranken- und Pflegekassen kann eine gute möglichst lückenlose medizinische, pflegerische und soziale Versorgung garantiert werden“, wies Drese auf ein Hauptergebnis des Projekts hin.

Ein weiteres zentrales Mittel sei laut Forschungsteam der stärkere Einsatz von telemedizinischen Lösungen. Ministerin Drese sieht darin eine Bestätigung des landespolitischen Kurses: „So erproben wir gerade zum Beispiel eine gemeinsame tele-neurologische Versorgung im ambulanten Bereich gemeinsam mit Brandenburg. Und auch bei geriatrischen Patientinnen und Patienten, die meist nicht mehr gut mobil sind, sammeln wir gerade Erfahrungen in der interprofessionellen Therapie“, erklärte die Ministerin.

Als Best-Practice-Beispiel hob die Ministerin die Zusammenarbeit mit dem Praxisnetz „HaffNet“ in Vorpommern-Greifswald hervor, das seit Jahren eine Vorreiterrolle bei der Verzahnung von Versorgungsstrukturen einnimmt. „Im Osten unseres Landes zeigen einige Akteure schon äußerst vorbildlich, wie Kooperation über Versorgungsstrukturen hinweg funktioniert“, so die Ministerin weiter.

Parallel brauche es aber auch den Ausbau niedrigschwelliger Strukturen, die im Alltag greifen. Dazu gehören laut Drese etwa die mittlerweile mehr als 1.900 ausgebildeten Nachbarschaftshelferinnen und -helfer im Land, die zum Beispiel Unterstützung im Haushalt, beim Einkaufen oder Begleitung zu Arztbesuchen bieten. „Denn, wer sich zusätzlich zum Entlassmanagement auch auf solche Angebote verlassen kann, weiß sich wie mit einem doppelten Boden auch zuhause gut umsorgt“, erklärte die Ministerin.

Alle Ergebnisse des Projektes fließen nun in den „Pakt für Pflege M-V“, so die Ministerin. „Nahversorgt wirkt aber bereits auch jetzt. So haben sich erste Kooperationen entwickelt, zum Beispiel mit dem Projekt „MV gesund vor Ort“. Deshalb feiert das Projekt heute auch keinen Abschied, sondern den Start von etwas Neuem“, so Drese abschließend.

Landesregierung erhöht Förderung für Jüdische Gemeinden

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Juri Rosov haben heute im Anschluss an die Kabinettssitzung eine Gemeinsame Erklärung unterzeichnet.

Sie regelt die finanzielle Unterstützung des Landes für die Jüdischen Gemeinden im Land. Die Zuwendungen werden von aktuell 765.000 Euro in diesem Jahr auf 1 Million Euro im Jahr 2027 deutlich angehoben. In den Jahren steigen sie kontinuierlich weiter an, auf 1,025 Mio. Euro im Jahr 2028, 1,050 Mio. Euro im Jahr 2029, 1,075 Mio. Euro im Jahr 2030 und auf 1,100 Mio. im Jahr 2031 Euro.

„Die Landesregierung sieht in der Arbeit der Jüdischen Gemeinden in Schwerin und Rostock eine Bereicherung für unser Land. Für die Kultur und auch für den sozialen Zusammenhalt. Die Landesregierung hat deshalb sehr unterstützt, dass der Schutz und die Förderung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in unsere Landesverfassung aufgenommen worden ist. Diesen Verfassungsauftrag setzen wir mit der Gemeinsamen Erklärung um“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Unterzeichnung.

„Im Namen des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern bedanke ich mich bei der Landesregierung ausdrücklich für die 30 Jahre der großartigen Unterstützung. Nur so konnten unsere Gemeinden leben, funktionieren und aufblühen. Die politischen Kräfte, die die Streichung der Finanzierung von religiösen Organisationen anstreben, wollen eigentlich das Jüdische Leben im Land auslöschen. Nicht zum ersten Mal übrigens“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Juri Rosov.

Die Landesregierung setzt damit den zwischen dem Land und den Jüdischen Gemeinden im Jahr 1996 geschlossenen Staatsvertrag fort. Dieser regelt neben der Anerkennung jüdischer Feiertage und der Friedhofs- und Denkmalpflege auch, dass die finanziellen Leistungen des Landes an die jüdischen Gemeinden alle 5 Jahre einer Überprüfung unterzogen werden müssen.

Spargelsaison: Gute Qualität trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Schwerin – Mit dem Johannistag am 24. Juni endet traditionell die Spargelsaison. Die Bilanz der Spargelerzeuger in Mecklenburg-Vorpommern fällt in diesem Jahr insgesamt positiv aus. Trotz eines verspäteten Saisonstarts und anhaltend hoher Produktionskosten zeigen sich die Betriebe mit den Erträgen zufrieden. Besonders erfreulich: Die Qualität des heimischen Spargels war durchgängig sehr hoch.

„Die Spargelsaison 2026 war kein Selbstläufer. Nach einem kühlen Frühjahr mussten die Betriebe Geduld beweisen. Umso erfreulicher ist es, dass die Erzeuger am Ende eine insgesamt positive Bilanz ziehen können. Die Verbraucherinnen und Verbraucher konnten sich auf hervorragende Qualität und besten Geschmack verlassen“, erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Die Saison begann aufgrund anhaltend kalter Nächte im April verhalten. Erst Ende April beziehungsweise Anfang Mai setzte das Spargelwachstum richtig ein. Warme Temperaturen rund um die Pfingsttage sorgten anschließend für hohe Erntemengen. Das seit Anfang Juni wieder kühlere Wetter bremste die Entwicklung jedoch erneut.

Gerade das langsamere Wachstum erwies sich für die Qualität als Vorteil. Die Spargelstangen entwickelten ein besonders ausgewogenes Aroma. Gleichzeitig hielten sich Angebot und Nachfrage über weite Teile der Saison die Waage.

„Die Witterung hat den Betrieben zwar nicht immer in die Karten gespielt, den Spargelgenießern aber durchaus. Viele Erzeuger berichten von einem besonders harmonischen Geschmack und einer sehr guten Produktqualität“, sagte Backhaus.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen für die Betriebe bleiben jedoch erheblich. Besonders die stark gestiegenen Lohnkosten belasten die Erzeuger. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit diesem Jahr bei 13,90 Euro pro Stunde und damit rund 8,5 Prozent höher als im Vorjahr. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro pro Stunde. Der Anteil der Lohnkosten für Ernte und Aufbereitung liegt inzwischen bei deutlich über 50 Prozent der Gesamtkosten.

Hinzu kommen Schwierigkeiten bei der Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften. Viele Erntehelfer erreichen ihr persönliches Einkommensziel aufgrund der gestiegenen Stundenlöhne deutlich früher und reisen vorzeitig ab. Für die Betriebe bedeutet dies zusätzliche organisatorische Herausforderungen während der laufenden Saison.

Auch der Wettbewerbsdruck bleibt hoch. Der durchschnittliche Erzeugerpreis bewegte sich in dieser Saison zwischen 9 und 10 Euro pro Kilogramm und lag damit auf Vorjahresniveau beziehungsweise leicht darüber. Nach Einschätzung der Branche reicht dieses Preisniveau jedoch kaum aus, um die gestiegenen Kosten vollständig auszugleichen.

„Regionaler Spargel ist ein hochwertiges, arbeitsintensiv erzeugtes Produkt. Unsere Betriebe stehen unter einem erheblichen Kostendruck. Umso wichtiger ist es, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bewusst zu heimischer Ware greifen und damit die regionale Landwirtschaft unterstützen“, betonte Backhaus.

Die langfristige Entwicklung zeigt, dass die Spargelbranche in Mecklenburg-Vorpommern vor einem Strukturwandel steht. Im Jahr 2025 bauten noch 14 Betriebe auf einer ertragsfähigen Fläche von 132 Hektar Spargel an. Geerntet wurden 550 Tonnen. Zehn Jahre zuvor waren es noch 22 Betriebe mit 219 Hektar Anbaufläche und einer Erntemenge von 811 Tonnen.

Viele Betriebe setzen daher verstärkt auf Direktvermarktung, Hofläden und eigene gastronomische Angebote. Gleichzeitig wird über neue technische Lösungen wie Ernte- und Sortierroboter nachgedacht, um die Abhängigkeit von steigenden Lohnkosten zu verringern.

„Unsere Spargelbetriebe beweisen Jahr für Jahr Qualität, Durchhaltevermögen und Innovationskraft. Damit das auch künftig so bleibt, brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Produktionsbedingungen und eine starke Wertschätzung für regionale Lebensmittel“, so Backhaus.

Der Minister dankte abschließend den Spargelerzeugerinnen und Spargelerzeugern sowie den zahlreichen Saisonarbeitskräften für ihren Einsatz: „Sie sorgen mit viel Engagement dafür, dass heimischer Spargel frisch vom Feld auf die Teller kommt. Dafür gebührt ihnen Anerkennung und Dank.“

Im Jahr 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern auf 132 Hektar ertragsfähiger Fläche 550 Tonnen Spargel geerntet. Gegenüber dem Jahr 2015 entspricht dies einem Rückgang der Anbaufläche um rund 40 Prozent und der Erntemenge um rund ein Drittel. Bundesweit verringerte sich die Spargelanbaufläche im gleichen Zeitraum um rund 13 Prozent.

Zweiter Landesfachtag Niederdeutsch

Impulse, Austausch und neue Perspektiven für die niederdeutsche Sprachbildung in Kita und Schule

Stavenhagen – Unter dem Motto „Un lacht un lücht un schimmert – 150 Johr Martha Müller-Grählert/Und lacht und leuchtet und schimmert – 150 Jahre Martha Müller-Grählert“ findet am 24. Juni 2026 der 2. Landesfachtag Niederdeutsch in Stavenhagen statt. Lehr- und Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen und Schulen haben die Gelegenheit sich zu vernetzen und neue Impulse für den Einsatz der niederdeutschen Sprache in Kitas und Schulen zu gewinnen. „Plattdüütsch ist ein wichtiger Teil unserer kulturellen Identität. Die Sprache verbindet Menschen über Generationen hinweg und gehört fest zur Geschichte und Gegenwart Mecklenburg-Vorpommerns. Unser Ziel ist es, Niederdeutsch nicht nur als Kulturerbe zu bewahren, sondern als lebendige Sprache in den Kitas und Schulen des Landes weiterzugeben“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg im Vorfeld der Veranstaltung.

Das Programm bietet einen Mix aus Fachvorträgen und praxisnahen Workshops für den Einsatz in Kitas und Schulen sowie vielfältige Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Zudem werden aktuelle Maßnahmen zur Stärkung des Niederdeutschen vorgestellt, darunter neue Informations- und Unterrichtsangebote.

Darüber hinaus wird die Niederdeutschbotschafterin Jette Bolz in Stavenhagen den Wettbewerb zum „Niederdeutschen Schülerwort des Jahres 2026“ ausrufen. Das Gewinnerwort wird auf dem 3. Landesfachtag Niederdeutsch im November 2026 ausgezeichnet.  Im vergangenen Jahr wurde „Dösbaddel“ zum „Niederdeutschen Schülerwort des Jahres“ gewählt. „Wir wollen möglichst viele junge Menschen für das Plattdeutsche begeistern. Der Wettbewerb ist eine tolle Gelegenheit für Schülerinnen und Schüler sich aktiv mit der plattdeutschen Sprache auseinanderzusetzen und eigene Ideen mit einzubringen“, so die Bildungsministerin.

Niederdeutsch ist eine anerkannte Regionalsprache Deutschlands und wird durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen sowie durch Artikel 16 Absatz 2 der Landesverfassung Mecklenburg-Vorpommerns geschützt. Mecklenburg-Vorpommern nimmt bei der Förderung der niederdeutschen Sprache bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Seit dem ersten niederdeutschen Abitur im Jahr 2017 ist Niederdeutsch fest im Bildungssystem verankert. Im laufenden Schuljahr lernen 1.063 Schülerinnen und Schüler die Regionalsprache. An 35 Schulen gibt es entsprechende Angebote.

Der Landesfachtag Niederdeutsch findet am 24. Juni 2026 von 09:30 Uhr bis 16:00 Uhr im Schloss Stavenhagen statt. Er wird durch das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald und den Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. unterstützt.

Mecklenburg-Vorpommern tritt Allianz gegen Einsamkeit bei

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern ist als Erstunterzeichner der bundesweiten Allianz gegen Einsamkeit beigetreten. Sozialministerin Stefanie Drese nahm heute in Berlin an der Auftaktveranstaltung sowie an einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Fachkonferenz „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ teil. Bereits zuvor hatte das Landeskabinett den Beitritt Mecklenburg-Vorpommerns als Erstunterzeichner der Allianz beschlossen.

„Einsamkeit ist längst kein individuelles Problem mehr, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung, die Menschen aller Altersgruppen und Lebenslagen betrifft. Sie kann erhebliche Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit haben, gesellschaftliche Teilhabe erschweren und das Vertrauen in demokratische Institutionen schwächen“, sagte Sozialministerin Drese am Montag in Berlin.

Die Allianz gegen Einsamkeit wurde von der Bundesregierung ins Leben gerufen und bringt Länder, Kommunen, Wissenschaft, Verbände, Zivilgesellschaft und weitere Akteure zusammen. Ziel ist es, Erfahrungen auszutauschen, bestehende Maßnahmen besser zu vernetzen und wirksame Strategien gegen Einsamkeit weiterzuentwickeln. Die Allianz startet mit mehr als 100 Erstunterzeichnenden.

Drese betonte, dass Mecklenburg-Vorpommern aufgrund struktureller Besonderheiten vor besonderen Herausforderungen steht und deshalb beim Thema Kampf gegen Einsamkeit frühzeitig gehandelt hat. Eine geringe Bevölkerungsdichte, ein überdurchschnittlich hoher Anteil älterer Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie alleinlebender Personen erhöhten das Risiko sozialer Isolation. Der Wegzug der Jüngeren lasse familiäre Unterstützungsnetze abreißen.

„Hinzu kommt: die alltagsentscheidende Infrastruktur befindet sich gerade im ländlichen Raum auf dem Rück-zug – es schließen Supermärkte, Poststationen und Geschäfte – den Menschen fehlen in der Folge die alltäglichen Begegnungsmöglichkeiten. Umso wichtiger werden konsumfreie Begegnungsmöglichkeiten, die sogenannten Dritten Orte“, verdeutlichte Drese.

Vor diesem Hintergrund habe das Sozialministerium bereits 2023 den „Runden Tisch gegen Einsamkeit im Alter“ eingerichtet. Gemeinsam mit Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen seien Ursachen analysiert und konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt worden, die nun eine wichtige Grundlage für das weitere landespolitische Handeln bilden, so die Ministerin.

„Der Beitritt zur bundesweiten Allianz gegen Einsamkeit ist für Mecklenburg-Vorpommern der konsequente nächste Schritt. Wir wollen unsere Erfahrungen und erfolgreichen Ansätze in das bundesweite Netzwerk einbringen, von anderen lernen und gemeinsam neue Lösungen entwickeln“, erklärte Drese.

Nationalpark Jasmund feiert 15 Jahre UNESCO-Weltnaturerbe

Insel Rügen – Die Alten Buchenwälder Deutschlands feiern Geburtstag: Vor 15 Jahren, am 25. Juni 2011, wurden fünf wertvolle alte Buchenwaldgebiete in Deutschland in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen – darunter der Nationalpark Jasmund auf Rügen und Serrahn in Mecklenburg-Vorpommern. Dieses besondere Jubiläum feiern das Nationalparkamt Vorpommern und das Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL mit einem Festakt am Donnerstag, 25. Juni, sowie weiteren Jubiläumsangeboten am Festwochenende.

Am Donnerstag, dem 25. Juni, lädt das Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL von 11 bis 15 Uhr zum Festakt „15 Jahre Welterbe Alte Buchenwälder Deutschlands“ auf die Romantikwiese ein. Gäste erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Musik von Thomas Putensen, Einblicken in das Welterbe in Mecklenburg-Vorpommern, der Premiere des neuen Films „Alte Buchenwälder Deutschlands“ sowie Mitmachangeboten für kleine wie große Gäste. Parallel findet hier die Kinder-Uni Rügen mit Schülerinnen und Schülern der Region statt.

„Dieses Welterbe ist Auszeichnung und Auftrag zugleich. Die alten Buchenwälder zeigen uns, was Natur leisten kann, wenn wir ihr Raum geben. Besonders freue ich mich, dass wir das Jubiläum mit der Kinder-Uni Rügen verbinden: Wer junge Menschen für Natur, Klima und biologische Vielfalt begeistert, stärkt den Schutz dieses Welterbes für die Zukunft“, sagt Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern. Der Minister eröffnet am Vormittag persönlich die erste Vorlesung der Kinder-Uni Rügen im Nationalpark-Zentrum und wird anschließend beim Festakt Grußworte an die Gäste richten.

Die Kinder-Uni Rügen ist in diesem Jahr Teil der Jubiläumsveranstaltung. An drei Tagen werden knapp 400 Schülerinnen und Schüler aus der Region am Königsstuhl erwartet. In Vorlesungen, Workshops und Forschungsangeboten erleben sie Natur, Wissenschaft und Welterbe direkt vor Ort. Den Auftakt gestaltet Prof. Dr. Hans Dieter Knapp, Mitbegründer des Nationalparks Jasmund und Mitinitiator des Welterbes.

„Wenn Hunderte Kinder aus der Region bei uns am Königsstuhl zu jungen Forschenden werden, dann wird unser Bildungsauftrag lebendig. Die Kinder-Uni Rügen zeigt, wie Wissenschaft, Naturerlebnis und Welterbe-Vermittlung zusammenwirken können. Dieses Format auf die Beine zu stellen, ist anspruchsvoll. Aber genau dafür ist das Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL da: Menschen für Natur zu begeistern und Verantwortung wachsen zu lassen.“, sagt Mark Ehlers, Geschäftsführer des Nationalpark-Zentrums KÖNIGSSTUHL.

Auch für Besucherinnen und Besucher bietet das Jubiläum zahlreiche Gelegenheiten, das Welterbe zu entdecken. Zum Festakt am 25. Juni gehören eine Welterbe-Outdoor-Ausstellung zu den Welterbe-Teilgebieten aus ganz Europa, Präsentationen der Welterbe-Partner aus M-V, Angebote des Nationalparkamtes Vorpommern und des Nationalpark-Zentrums KÖNIGSSTUHL, VR-Einblicke, eine Welterbe-Führung mit dem Ranger um 13.30 Uhr sowie das Familienquiz „1, 2 oder 3 – Im Welterbe dabei“ um 14 Uhr im Freiluft-Klassenzimmer.

Am Samstag und Sonntag, dem 27. und 28. Juni, wird das Jubiläum jeweils von 11 bis 16 Uhr mit Festtagen fortgesetzt. Gäste erwartet ein Wochenende voller Wissen, Naturbegeisterung und gemeinsamer Entdeckungen: mit Outdoor-Ausstellung, Welterbe-Rallye, Welterbe-Kurzführungen um 11 und 13 Uhr sowie um 14.30 Uhr das Familienquiz rund um die Alten Buchenwälder.

Auch abseits der Jubiläumstage lohnt sich der Besuch. Täglich um 13.30 Uhr startet am Eingang des Nationalpark-Zentrums die Rangerwanderung in den Nationalpark. Auf der rund 1,5 Kilometer langen Rundwanderung erfahren Gäste aus erster Hand, was den Jasmund besonders macht – vom Buchenwald über die Kreideküste bis zum Zusammenspiel von Schutz und Erlebnis.

Im Besucherzentrum rundet die Sonderausstellung „Wir sind Europas Wildnis“ im Kreidesaal das Jubiläumsangebot ab, die noch bis Ende des Jahres dort zu sehen ist.

Die Alten Buchenwälder Deutschlands sind Teil des transnationalen UNESCO-Weltnaturerbes „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. Insgesamt umfasst dieses Welterbe 93 Waldgebiete in 18 europäischen Ländern. Es steht für Europas ursprüngliche Wildnis, für biologische Vielfalt und für die Verantwortung, naturnahe Wälder für kommende Generationen zu bewahren.

Sonderzüge für zehntausende Fusion-Festivalgäste

Dr. Wolfgang Blank: „Mit zuverlässiger und nachhaltiger Mobilität stärken wir erfolgreich Kulturveranstaltungen in unserem Land“

Lärz – Für eine verlässliche und umweltfreundliche An- und Abreisende der Besucherinnen und Besucher des Fusion Festivals in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) werden auch in diesem Jahr zusätzliche Sonderzüge zwischen Berlin und Neustrelitz eingesetzt. Darauf weist Verkehrsminister Dr. Wolfgang Blank im Vorfeld des Festivals hin. Die Fusion findet vom 24.-28. Juni auf dem Flugplatzgelände in Lärz statt und zählt zu den größten Kulturfestivals Deutschlands.

„Die Fusion in Lärz zeigt eindrucksvoll, wie kulturelle Vielfalt und nachhaltige Mobilität Hand in Hand gehen können. Als Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützen wir gemeinsam mit unseren Partnern ein Mobilitätskonzept, das Umweltfreundlichkeit, Effizienz und Sicherheit miteinander verbindet“, erklärt Verkehrsminister Dr. Wolfgang Blank. „Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Festivalbetreiber an den Kosten des Sonderzugprogramms und übernimmt damit auch selbst Verantwortung für eione nachhaltige An- und Abreise seiner Gäste. Dieses Engagement begrüße ich ausdrücklich.“

Seit 1999 besteht der Kulturkosmos Müritz e.V. als gemeinnütziger Verein und als Veranstalter der Fusion und entwickelte sich mit den vergangenen 25 Festivals zu einem der bekanntesten Festivals in Deutschland. Als eines der größten und beliebtesten Kulturfestivals Norddeutschlands zieht die Fusion jährlich zehntausende Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland an. Musik, Kunst und kulturelle Vielfalt stehen dabei im Fokus.

Für die Anreise zum Festival empfiehlt sich insbesondere die Nutzung von Bahn, Sonderzügen und Shuttlebussen. Die Festivaltore öffnen am Mittwoch, 24. Juni 2026, um 7 Uhr. Ein verfrühtes Eintreffen vor Festivalbeginn wird vom Veranstalter nicht empfohlen, da dies zu Verzögerungen und organisatorischen Engpässen führen kann. Am Dienstag besteht weder die Möglichkeit zur Anreise auf das Festivalgelände noch zum Parken oder Campen. Für die Anreise mit der Bahn werden in Zusammenarbeit zwischen dem Land, dem Veranstalter und mit der Deutsche Bahn Sonderzüge eingerichtet:

Anreise

Am Mittwoch, den 24. Juni 2026, werden zwei Sonderzüge zur Anreise eingesetzt. Der erste Sonderzug fährt um 10:09 Uhr am Bahnhof Berlin Gesundbrunnen (Gleis 10) ab und erreicht den Neustrelitz Hauptbahnhof um 11:11 Uhr. Der zweite Sonderzug fährt um 13:09 Uhr ebenfalls ab Berlin Gesundbrunnen (Gleis 10) und erreicht den Neustrelitz Hauptbahnhof um 14:11 Uhr. Zur Anreise stehen damit zwei Sonderzüge zur Verfügung.

Abreise

Für die Rückfahrt werden neben dem Regelangebot RE5 am 28. drei Sonderzüge und 29. Juni 2026 zwei Sonderzüge ab Neustrelitz Hauptbahnhof nach Bedarf in Richtung Berlin bereitgehalten, die durch den Veranstalter auf dem Event rechtzeitig kommuniziert werden.

Aus Richtung Norden ist Neustrelitz über die Regionalbahnlinien RE5, RE50 und RE51 erreichbar. Zusätzlich unterstützt die Berliner S-Bahn die Anreise mit der Linie S1 bis Oranienburg. In der Region Neustrelitz verkehrt neben den Shuttlebussen des Veranstalters die Hanseatische Eisenbahn auf der RB16 Neustrelitz – Mirow im Festivalzeitraum wieder in Doppeltraktion. Zur Abreise kann die Linie RB16 am 29. Juni nur bis in den Nachmittag per Zug genutzt werden, bevor Baumaßnahmen an der Strecke mit Schienenersatzverkehr starten. Vor Ort sorgt eine separate Besucherlenkung für einen reibungslosen Einlass und bessere Orientierung.

Hintergrund

Das Fusion Festival findet vom 24. bis 28. Juni 2026 auf dem Flugplatzgelände in Lärz in Mecklenburg-Vorpommern statt. Mit einer Mischung aus Elektronik, Rock, Pop, Hip-Hop, Techno und Kunst sowie einem vielfältigen Rahmenprogramm ist es ein Highlight für Musikfans und Kulturbegeisterte. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Festival seit Jahren als wichtiger Wirtschaftsfaktor und Identitätsstifter für die Region.

Mecklenburg-Vorpommern stärkt Niederdeutsch

Oldenburg: Niederdeutsch als lebendige Sprache in den Kitas und Schulen im Land weitergeben

Mühlen Eichsen – Im Zuge der Niederdeutsch-Wochen in Mecklenburg-Vorpommern hat Bildungsministerin Simone Oldenburg heute die Regionale Schule mit Grundschule in Mühlen Eichsen besucht. Dort informierte sie sich über die Niederdeutsch-Angebote an der Schule, unter anderem erhielt sie einen Einblick in ein Kunst-Niederdeutsch-Projekt. „Mit Angeboten für Niederdeutsch an unseren Schulen und Kindertageseinrichtungen wollen wir die Lütten an die niederdeutsche Sprache heranführen, Plattdeutsch in ihren Alltag bringen und so dafür sorgen, dass es als lebendige Sprache bewahrt wird“, sagte die Bildungsministerin.

Aktuell lernen mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler an 35 Schulen Niederdeutsch. An sogenannten Profilschulen wird ein besonderer Schwerpunkt auf Niederdeutsch gelegt. Zu den Profilschulen gehören das Goethe‑Gymnasium Demmin, das Gymnasiale Schulzentrum Dömitz, der RecknitzCampus Laage und der Reuterstädter Schulcampus Stavenhagen. Ab dem kommenden Schuljahr eröffnen die KGS Am Sund in Stralsund und das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Wismar Niederdeutsch‑Profilschwerpunkte, sodass künftig noch mehr Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur Niederdeutsch lernen können.

Folgende Angebote setzt das Land im Bereich Niederdeutsch bereits um:

  • Neues Landesprogramm: Die Neufassung von „Meine Heimat – Mein modernes Mecklenburg‑Vorpommern“ erscheint unter dem Titel „Hier bün ik Tauhus“ und richtet sich langfristig an die Förderung von Niederdeutsch und Heimatpflege vom frühkindlichen Bereich bis zum lebenslangen Lernen. Die niederdeutsche Übersetzung soll bis Ende 2026 fertig sein.
  • Förderung von Kitas: 15 000 € wurden 2025 bewilligt und 2026 erneut bereitgestellt, um Niederdeutsch‑Angebote in Kindertageseinrichtungen zu stärken.
  • Digitale Infrastruktur: Ausbau der Lernplattform itslearning zur Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien für Grund- und weiterführende Schulen.
  • Systematisches Mapping & Qualitäts‑Siegel: Erfassung aller Niederdeutsch‑Angebote, Evaluation nach der Europäischen Sprachencharta und Auszeichnung weiterer Kitas/Schulen mit dem Plattdeutsch‑Siegel.
  • Plattdeutsch‑Wettbewerb (alle 2 Jahre)
  • Sprachcamp „Plietsch & Platt“
  • Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte
  • Landesfachtage Niederdeutsch: Mit Vorträgen, Workshops und Netzwerkgelegenheiten
  • Curriculare Verankerung: Das Querschnittthema „Niederdeutsch und Heimatpflege“ ist bereits in die Rahmenpläne aller Schulformen integriert; ab dem Schuljahr 2026/27 wird der Grundschul‑Rahmenplan überarbeitet, um die Vorgaben weiterzuentwickeln.