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20. Welt-Ranger-Tag

Ausflugstipps für Nationale Naturlandschaften M-V

Schwerin – Ob im Darßer Wald, an der Ostseeküste oder in den Mooren Mecklenburg-Vorpommerns – 97 von bundesweit 850 Rangerinnen und Ranger sorgen hierzulande jeden Tag dafür, dass Natur geschützt und gleichzeitig erlebbar bleibt. Anlässlich des Welt-Ranger-Tages am 31. Juli würdigt Mecklenburg-Vorpommern dieses Engagement mit zahlreichen Veranstaltungen in den Nationalen Naturlandschaften.

Der Welt-Ranger-Tag erinnert nicht nur an die Arbeit der Rangerinnen und Ranger, sondern auch an diejenigen, die beim Schutz der Natur ihr Leben verloren haben. Insbesondere außerhalb Europas sind diese Aufgaben oft mit erheblichen Risiken verbunden und können sogar lebensgefährlich sein. Der World Ranger Day wurde 2007 von der International Ranger Federation (IRF) ins Leben gerufen und wird von der The Thin Green Line Foundation (TTGLF) sowie weiteren Organisationen unterstützt.

Umweltminister Dr. Till Backhaus würdigt das Engagement Rangerinnen und Ranger in den 13 Nationalen Naturlandschaften MV: „Gerade in Zeiten des Klimawandels wächst die Bedeutung unserer Rangerinnen und Ranger. Ihr Berufsalltag ist vielfältig und anspruchsvoll: Sie dokumentieren Tier- und Pflanzenarten, schützen wertvolle Lebensräume, pflegen Wiesen und Moore und tragen zum Erhalt unserer Biotope bei.

Darüber hinaus vermitteln sie Besucherinnen und Besuchern sowie Einheimischen den besonderen Wert unserer Natur und stärken das Umweltbewusstsein. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche – etwa im Rahmen der Junior-Ranger-Programme, Naturpark-Kitas, Naturparkschulen oder von Feriencamps. Die professionelle Betreuung unserer Schutzgebiete erfordert umfassendes Fachwissen. Deshalb werden wir künftig verstärkt digitale Werkzeuge einsetzen, um Besucherführungen weiter zu verbessern und die Bildung für nachhaltige Entwicklung zukunftsorientiert auszubauen.“

Zu den Nationalen Naturlandschaften in Mecklenburg-Vorpommern gehören drei Nationalparke, drei UNESCO-Biosphärenreservate und sieben Naturparke. Gemeinsam umfassen sie eine Fläche von rund 547.300 Hektar umfassen und damit etwa 17,7 Prozent der Landesfläche. In den Naturparken sind derzeit 28 Rangerinnen und Ranger tätig. In den Nationalparken arbeiten 48 Rangerinnen und Ranger und in den UNESCO Biosphärenreservaten sind
21 Rangerinnen und Ranger beschäftigt.

Alle Schutzgebiete beteiligen sich mit vielfältigen Aktionen am Welt-Ranger-Tag. Termine, Veranstaltungsangebote und weitere Informationen sind auf der Webseite www.natur-mv.de zu finden.

RKI-Zahlen zu Hitzetodesfällen

Drese sieht Hitzeschutz als wichtige Daueraufgabe

Schwerin – Angesichts der heute vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Schätzung von bundesweit rund 9.800 hitzebedingten Todesfällen seit Jahresbeginn hat Gesundheitsministerin Stefanie Drese die Bedeutung eines konsequenten gesundheitlichen Hitzeschutzes hervorgehoben. „Diese Zahlen erschrecken und machen deutlich, dass es längst nicht mehr um einzelne Wetterphänomene geht, sondern Hitze ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko ist. Unsere Aufgabe muss es daher sein, den gesundheitlichen Hitzeschutz konsequent weiter auszubauen und gleichzeitig auch das Bewusstsein für Hitzegefahren in der Bevölkerung zu schärfen“, so Drese.

So seien laut Angaben des RKI bereits jetzt mehr Menschen infolge hoher Temperaturen gestorben, als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. „Es wäre dabei ein Irrglaube zu denken, dass wir nur aufgrund unserer geografischen Lage als nördlich gelegenes Bundesland von dieser Entwicklung verschont bleiben“, mahnte Drese. Schon jetzt seien längere Hitzeperioden wie gerade erst zu Pfingsten oder Ende Juni, tropische Nächte und Temperaturen über 30 Grad in Gebäuden keine Seltenheit mehr.

Mecklenburg-Vorpommern sei in diesem Fall sogar besonders betroffen, betonte die Ministerin. „Denn zu den Risikogruppen gehören neben Schwangeren, Stillenden, Kindern und Beschäftigten, die schwer körperlich arbeiten, nämlich vor allem auch Ältere und chronisch Kranke, die einen großen Teil unserer Bevölkerung ausmachen“, so Drese.

Mecklenburg-Vorpommern habe sich deshalb schon vor mehreren Jahren auf den Weg gemacht, um die Hitzeprävention zu stärken. „Zuletzt haben wir als eines von nur wenigen Bundesländern etwa einen eigenen gesundheitsbezogenen Hitzeschutzplan erarbeitet. Als praxisnahe Handreichung soll dieser Kommunen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere Akteure dabei unterstützen, gesundheitliche Gefahren zu minimieren“, erklärte die Ministerin.

Kernelemente seien unter anderem die zentrale Koordinierung und die Nutzung von Hitzewarnsystemen, Hinweise zur Kommunikation mit den besonders vulnerablen Gruppen sowie langfristige Maßnahmen im Bereich der Städteplanung und des Bauwesens. Hinzu kommen Empfehlungen für die Arbeitsumgebung sowie die allgemeine Bevölkerung, etwa in den Bereichen Ernährung, Aktivitäten, Medikamente und UV-Schutz.

Erstmalig habe es in diesem Jahr zudem ein landesweites Hitzeschutzsymposium gegeben, bei dem sich rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kommunen, Gesundheitsämtern, Verbänden sowie aus den Bereichen Gesundheit, Pflege und Wissenschaft zum Thema ausgetauscht haben. „Es hat sich in den vergangenen Jahren also viel getan beim Hitzeschutz und ich freue mich, dass die Akteure im Land gemeinsam an einem Strang ziehen“, so Drese.

Das langfristige Ziel müsse es aus Sicht der Ministerin aber sein, Hitze deutschlandweit auch systematisch in Krisenvorsorge, Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz zu integrieren. Eine Forderung, die sie zuletzt auch mit dem Bündnis „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“ in Berlin platziert hatte. „Denn eines ist klar: Hitze ist eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen des Klimawandels und auf diese Daueraufgabe müssen wir uns einstellen.“

156 Referendarinnen und Referendare neu eingestellt

Dienstantritt der Referendarinnen und Referendare

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern treten 152 Referendarinnen und Referendare offiziell ihren Vorbereitungsdienst an den Schulen an. Damit absolvieren derzeit insgesamt 680 angehende Lehrkräfte ihr Referendariat an den Schulen des Landes. „Ich freue mich sehr, dass sich so viele angehende Lehrkräfte für ein Referendariat in Mecklenburg-Vorpommern entschieden haben. Für die praktische Ausbildung wünsche ich allen viel Erfolg und gutes Gelingen“, so Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Die Referendarinnen und Referendare haben folgende Lehrämter:

  • Lehramt für Sonderpädagogik: 17
  • Lehramt an Grundschulen: 40
  • Lehramt an Regionalen Schulen: 21
  • Lehramt an Gymnasien: 70
  • Lehramt an Beruflichen Schulen: 4

Etwa 17 Prozent der zugelassenen Referendarinnen und Referendare haben ihr Erstes Staatsexamen in einem anderen Bundesland absolviert und sind für das Referendariat nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen.

Mecklenburg-Vorpommern stellt an vier Terminen jährlich Referendarinnen und Referendare ein. Die kommende Ausschreibung läuft vom 14. September 2026 bis 05. Oktober 2026 für das Referendariat mit Beginn am 1. Februar 2027.

Über das Karriereportal für den Schuldienst www.lehrer-in-mv.de können sich Lehramtsabsolventinnen und Lehramtsabsolventen auf eine Stelle für ein Referendariat an ihrer Wunschschule in Mecklenburg-Vorpommern bewerben.

Mit der Rikscha zu mehr Lebensqualität

Drese dankt Verein „Radeln ohne Alter“

Neubrandenburg – Hochbetagte und stark mobilitätseingeschränkte Menschen aus verschiedenen Pflegeheimen in Neubrandenburg können dank des Vereins „Radeln ohne Alter Neubrandenburg e.V.“ an fünf Tagen die Woche einen ganz besonderen Dienst in Anspruch nehmen. Eine Rikscha ermöglicht Erlebnisfahrten für Menschen, die das Heim aus eigenen Mobilitätsgründen sonst nicht mehr oder kaum noch selbst verlassen könnten. Möglich machen das besonders geschulte ehrenamtlich Engagierte, denen Sozialministerin Stefanie Drese heute anlässlich eines Besuchs des Vereinsvorsitzenden Gernot Kunzemann in Schwerin dankte.

„Für viele Pflegebedürftige bedeutet der Einsatz der ehrenamtlichen Rikscha-Pilotinnen und -piloten, endlich mal wieder Wind im Gesicht zu spüren, rauszukommen in die Natur und die eigene Umgebung erkunden zu können. Das bringt Lebensfreude und Freiheit auch im hohen Alter zurück“, unterstrich Drese. Positive Rückmeldungen gebe es dabei nicht nur von den Pflegebedürftigen selbst, sondern auch von den Beschäftigten in den Pflegeheimen, die gerade auch bei Menschen mit Demenzerkrankungen von Verbesserungen der seelischen Gesundheit berichten.

„Ein Projekt, das aus meiner Sicht sehr lebensnah zeigt, wie viel ein ehrenamtlicher Einsatz bewirken kann“, unterstrich Drese. Zudem sei das Radeln ohne Alter ein hervorragendes Lehrbeispiel dafür, wie Teilhabe auch bei Mobilitätseinschränkungen gelingen kann. So haben allein seit dem vergangenen Jahr rund 2.500 Passagiere das Angebot genutzt.

Sie freue sich deshalb, dass es im vergangenen Jahr durch die Förderung des Landes in Höhe von 28.000 Euro aus dem Bürgerfonds gelungen sei, neben einer zusätzlichen Rikscha auch ein Lastenrad anzuschaffen. „Bis dahin konnten nämlich nur Radlerinnen und Radler befördert werden, die noch selbstständig in die Rikscha einsteigen konnten. Nun ist auch eine Ausfahrt im Rollstuhl kein Problem mehr und wir erweitern die Kapazitäten auch insgesamt deutlich“, so die Ministerin.

So werden nunmehr acht Standorte regelmäßig angefahren und auch Sonderfahrten zu Jubiläen wie zur Eisernen Hochzeit oder runden Geburtstagen werden möglich. „Das alles gelingt natürlich nur dank der mehr als 30 Pilotinnen und Piloten, die sich mit großem Engagement einbringen und mit ihrer Zeit besondere Erlebnisse schaffen. Dafür gebührt ihnen mein großer Dank“, so Drese.

Wer selbst Pilotin oder Pilot werden möchte, kann sich direkt an den Verein wenden. Alle Informationen finden Interessierte unter https://radelnohnealter-nb.de/mitmachen.

Kunstprojekt „AllerHand“ wächst weiter

Dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne des Welterbe Schwerin Fördervereins auf der WEMAG-Crowd ist die Finanzierung gesichert.

Schwerin – Nach mehreren Wochen Crowdfunding ist die Finanzierung gesichert: Rund 48.000 Euro kamen durch die Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen sowie zahlreichen Projektpartnern zusammen. Damit kann die seit 2024 wachsende Werkserie im öffentlichen Raum fortgesetzt werden. Das Vorhaben gehört zu den bislang größten Projekten auf der Crowdfunding-Plattform der WEMAG und zeigt, wie gemeinschaftliches Engagement außergewöhnliche Ideen möglich macht.

Bereits am 01.06.2026 startete Tino Bittner gemeinsam mit dem Welterbe Schwerin Förderverein e.V. die Crowdfunding-Kampagne. Sie entwickelte sich weit über eine reine Finanzierung hinaus. Unternehmen stifteten größere Beträge, Vereine und Institutionen öffneten ihre Netzwerke, Medien berichteten über das Projekt, und viele Menschen trugen die Idee im persönlichen Austausch weiter. So wurde das Crowdfunding zu einer gemeinschaftlichen Initiative, die „AllerHand“ fest in der Stadtgesellschaft verankerte.

Mit der Finanzierungsform Crowdfunding schlägt Tino Bittner zusammen mit dem Welterbe Schwerin Förderverein einen neuen Weg ein. Foto: Maren Jakobi
Mit der Finanzierungsform Crowdfunding schlägt Tino Bittner zusammen mit dem Welterbe Schwerin Förderverein einen neuen Weg ein. Foto: Maren Jakobi

„Mich beeindruckt vor allem, wie viele Menschen dieses Projekt auf ganz unterschiedliche Weise unterstützt haben. Natürlich ging es darum, die Finanzierung der vierten Wand zu sichern. Gleichzeitig ist aber etwas entstanden, das sich nicht in Euro messen lässt: Menschen haben das Projekt weitererzählt, Kontakte vermittelt, Reichweite geschaffen und eigene Ideen eingebracht. Dadurch wurde deutlich, dass Kunst im öffentlichen Raum Menschen schon lange vor ihrer Fertigstellung zusammenbringen kann“, sagt Tino Bittner, Künstler und Projektstarter aus Schwerin.

„Die WEMAG-Crowd lebt von Menschen, die andere mit ihrer Idee begeistern“, erklärt Caspar Baumgart, kaufmännischer Vorstand der WEMAG. „Mit dem Kunstprojekt von Tino Bittner unterstützen wir eines der bislang größten Projekte auf unserer Plattform. Dass sich so viele Menschen hinter einem außergewöhnlichen Kunstprojekt versammeln, zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in unserer Crowdfunding-Plattform steckt und wie gemeinschaftliches Engagement unsere Region stärken kann.“

Die Werkserie „AllerHand“ greift Gemälde der Alten Meister aus der Sammlung des Staatlichen Museums Schwerin auf, das zum UNESCO-Weltkulturerbe „Residenzensemble Schwerin“ gehört. Tino Bittner löst einzelne Gesten aus ihrem ursprünglichen Bildzusammenhang und überträgt sie in neue räumliche und gesellschaftliche Kontexte. So werden Motive aus dem kulturellen Erbe der Residenzstadt im Stadtraum der Gegenwart sichtbar.

Mit dem Abschluss der Crowdfunding-Kampagne beginnen nun die Vorbereitungen für die vierte Fassadenarbeit, die die Werkserie um einen weiteren Standort ergänzt.

11,6 Millionen Euro für Umwelt- und Naturschutz in M-V

Schwerin – Mehr Planungssicherheit für den Natur- und Umweltschutz in Mecklenburg-Vorpommern: Das Land und die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit langfristig fort. Umweltminister Dr. Till Backhaus sowie der Vorstandsvorsitzende der NUE, Bernhard Riggers zogen heute eine positive Bilanz der bisherigen Arbeit und vereinbarten heute eine längerfristige Zusammenarbeit. Damit gewinnen alle gemeinnützigen Vereine und Organisationen, die Projekte im Natur- und Umweltschutz und in der Entwicklungszusammenarbeit mit Mitteln der Umweltlotterie BINGO! realisieren wollen, zusätzliche Planungssicherheit.

„Naturschutz braucht einen langen Atem und verlässliche Partner. Die Zusammenarbeit mit der NUE hat sich sehr bewährt. Davon profitieren vor allem die vielen Menschen, die sich in Mecklenburg-Vorpommern mit großem Engagement für Natur, Umwelt und nachhaltige Entwicklung einsetzen“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Seit mehr als 25 Jahren unterstützt die BINGO!-Lotterie Projekte im Umwelt- und Naturschutz, in der Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie der Eine-Welt-Arbeit. Die Entscheidungen über die Mittelvergabe werden transparent in einem zwölfköpfigen Vergaberat Mecklenburg-Vorpommern getroffen. Die Fachleute im Vergaberat kommen aus allen gesellschaftlichen Gruppen und arbeiten ehrenamtlich. Allein seit Anfang 2020 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 694 Projekte mit rund 11,6 Millionen Euro an Fördermitteln unterstützt. Im Jahr 2025 erreichte der Mittelzufluss dank der erfolgreichen Lotterie BINGO! mit 2,75 Millionen Euro einen neuen Höchststand.

„Die BINGO!-Lotterie ist eine Erfolgsgeschichte für Mecklenburg-Vorpommern. Sie ermöglicht Projekte, die unsere Natur schützen, die Umweltbildung stärken und Menschen zusammenbringen. Jeder eingesetzte Euro wirkt direkt im Land und unterstützt das vielfältige ehrenamtliche Engagement“, so Backhaus.

Wie vielfältig diese Förderung ist, zeigen aktuelle Beispiele aus ganz Mecklenburg-Vorpommern: Das 22. Darßer NaturfilmFestival erhält 25.000 Euro und bringt mit 50 Filmen an sechs Veranstaltungsorten im Land internationale Naturfilme und Umweltbildung zusammen. Im Peenetal unterstützt die NUE die Wiederbelebung der historischen Zeidlerei und damit ein Projekt, das Naturschutz, Kulturgeschichte und nachhaltigen Tourismus miteinander verbindet. Im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide untersuchen 62 ehrenamtliche Naturschutztaucher gemeinsam mit Anglern, Fischern und Behörden die Unterwasserwelt von 128 Seen, dokumentieren ökologische Veränderungen und entwickeln konkrete Schutzmaßnahmen. Für dieses Vorhaben stellt die NUE 69.000 Euro bereit; in den vergangenen Jahren wurde bereits die mehrjährige Ausbildung und Qualifizierung der ehrenamtlichen Naturschutztaucher mit BINGO!-Mitteln ermöglicht.

Backhaus betonte abschließend: „Ob Moorschutz, Gewässer, Artenvielfalt, Umweltbildung oder Kultur – die BINGO!-Lotterie macht sichtbar, was möglich ist, wenn bürgerschaftliches Engagement und öffentliche Unterstützung Hand in Hand gehen. Das Land und die NUE können diese Erfolgsgeschichte nun auf einer gesicherten Grundlage fortsetzen.“

Einblick in den Pflegealltag

Ministerin Drese absolviert Frühschicht und mahnt Reformen an

Rostock – Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese hat heute die Frühschicht des ambulanten Pflegedienstes Ostsee Ambulanz im Rostocker Westen begleitet. Dabei erhielt sie einen unmittelbaren Einblick in den Arbeitsalltag der Pflegekräfte, unterstützte bei der Versorgung von rund 20 Patientinnen und Patienten im Alter von 55 bis 91 Jahren und bekam einen praxisnahen Einblick in Dokumentation, Organisation und Tourenplanung.

Eine eindrückliche Erfahrung, wie die Ministerin im anschließenden Auswertungsgespräch betonte. „Mitzuerleben, wie die Pflegekräfte den Menschen mit großer Wertschätzung und Empathie, mit Geduld und Professionalität begegnen und dabei oft weit mehr leisten als die reine pflegerische Versorgung, hat mich nachhaltig beeindruckt. Es ist förmlich zu sehen, wie viel den Pflegebedürftigen ein einzelnes Gespräch bedeuten kann und wie viel Unabhängigkeit der regelmäßige Besuch eines Pflegedienstes zurückgeben kann“, erklärte Drese nach dem Ende der Tour.

Trotzdem sei auch aus Sicht der Ministerin erneut deutlich geworden, dass die Pflege zunehmend unter Druck steht. So stellen der steigende Pflegebedarf infolge des in Mecklenburg-Vorpommern schon weit vorangeschrittenen demografischen Wandels, der anhaltende Fachkräftemangel, teils lange Anfahrtswege und auch der anhaltend hohe bürokratische Aufwand den ambulanten Pflegebereich zunehmend vor große Herausforderungen.

„Die Beschäftigten wünschen sich vor allem mehr Zeit für die Menschen und weniger wertvolle Minuten für Papierarbeit. Diese Botschaft nehme auch ich aus dem heutigen Tag mit. Denn unser Ziel muss es sein, die Rahmenbedingungen langfristig so zu verbessern, dass Pflegekräfte ihre Kompetenz dort einsetzen können, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Nämlich bei den Patientinnen und Patienten“, unterstrich Drese.

Vor diesem Hintergrund habe Sie mit den Mitarbeitenden auch viel über die anstehende Pflegereform des Bundes gesprochen. Diese ist unter anderem nach deutlicher Kritik aus den Ländern, darunter auch aus Mecklenburg-Vorpommern, auf den Herbst verschoben worden. „Klar ist aus meiner Sicht, dass wir dringend eine umfassende Finanz- und Strukturreform der Pflegeversicherung brauchen. Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und die Beschäftigten in der Pflege dürfen nicht länger mit Unsicherheit über die Zukunft unseres Pflegesystems leben müssen“, erklärte sie.

Zu den bereits bekannt gewordenen Überlegungen aus dem Bundesgesundheitsministerium zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) äußerte sie sich jedoch kritisch. „Was wir bisher sehen, ist ein bloßes Stopfen von Haushaltslöchern mit erheblichen Mehrbelastungen für die Pflegebedürftigen. Dass die Schwächsten die Zeche zahlen sollen, kann und darf nicht das Ziel der Reform sein“, bekräftigte Drese ihre Hoffnungen auch in Richtung des neuen Bundesgesundheitsministers Carsten Linnemann.

Auch mit Blick auf den ambulanten Pflegebereich hätte der bisher bekannte Gesetzesentwurf negative Auswirkungen. „Die im PNOG enthaltene Aussetzung zentraler Regelungen zur tariflichen Entlohnung und deren Refinanzierung in der Pflege steht unserem Ziel entgegen, den Pflegeberuf attraktiv zu gestalten und Fachkräfte angemessen für die Arbeit zu entlohnen, die sie am Patienten und für die Gesellschaft insgesamt leisten“, so die Ministerin. Sie appellierte daher weiterhin an die Bundesregierung, zügig einen tragfähigen Reformvorschlag vorzulegen, der diesen Namen auch verdient.

Abschließend dankte sie dem Team des Pflegedienstes Ostsee Ambulanz noch einmal für die heutige Erfahrung. Deren Geschäftsführer, Benjamin Vormeyer, hatte die Sozialministerin dazu eingeladen, eine Frühschicht im Pflegedienst zu absolvieren. „Es war uns eine große Ehre, Frau Ministerin Drese einen authentischen Einblick in den Arbeitsalltag der ambulanten Pflege geben zu dürfen. Ich wünsche mir, dass dieser Tag dazu beigetragen hat, die tatsächlichen Herausforderungen der ambulanten Pflege noch besser zu verstehen und Impulse für eine praxisnahe Weiterentwicklung der Pflegepolitik zu setzen. Gleichzeitig freuen wir uns, zeigen zu können, mit wie viel Herzblut und Professionalität unsere Mitarbeitenden jeden Tag arbeiten,“ so Vormeyer nach dem Besuch der Sozialministerin in Rostock.

Weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit für Landwirtschaft

Schwerin – Die landwirtschaftlichen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern erhalten künftig mehr Planungssicherheit bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen. Nachdem der Bundesrat am 10. Juli 2026 die Umsetzung neuer EU-Vorgaben in deutsches Recht gebilligt hat, kann die neue Stichtagsregelung für Dauergrünland umgesetzt werden. Mecklenburg-Vorpommern wird die europäischen und bundesrechtlichen Vorgaben künftig ohne zusätzliche landesspezifische Regelungen anwenden.

Flächen, die am 1. Januar 2026 als Ackerland eingestuft waren, behalten diesen Status künftig dauerhaft – selbst wenn dort mehrere Jahre Gras angebaut wird. Die bisherige 5 Jahres-regelung entfällt. Betriebe, die im Jahr 2026 einen Antrag auf Agrarförderung gestellt haben und für einzelne Flächen weiterhin die bisherige Umwandlung von Ackerland in Dauergrünland ermöglichen möchten (z.B. wegen betrieblicher Konzepte oder bestimmter Förderungen), können dies bis zum 30. September 2026 durch eine sogenannte Opt-out-Erklärung festlegen. Für diese Flächen wird die bisherige Rechtslage beibehalten. Über die technische Umsetzung und das weitere Verfahren werden die landwirtschaftlichen Betriebe gesondert informiert.

„Mit der neuen Stichtagsregelung schaffen wir mehr Planungssicherheit und weniger Bürokratie für unsere landwirtschaftlichen Betriebe. Wenn Europa und der Bund praktikablere Regeln schaffen, braucht Mecklenburg-Vorpommern keine zusätzlichen Landesvorgaben. Unser Ziel sind faire Wettbewerbsbedingungen und Regelungen, die den Betrieben die notwendige Flexibilität für ihre Arbeit geben“, erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Minister Backhaus angekündigt, das Dauergrünlanderhaltungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern aufzuheben, sobald auf europäischer Ebene die angekündigten Vereinfachungen rechtsverbindlich umgesetzt werden. Mit der jetzt beschlossenen Stichtagsregelung sind diese Voraussetzungen erfüllt. Das entsprechende Gesetzgebungsverfahren wird in Mecklenburg-Vorpommern vorbereitet, damit nach der Wahl der neue Landtag die Aufhebung beschließen kann.

Mit der Anpassung gelten für die landwirtschaftlichen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern künftig dieselben Rahmenbedingungen wie in den übrigen Bundesländern. Zusätzliche landesspezifische Vorgaben entfallen. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und ist ein weiterer Schritt zu einer praxistauglichen und unbürokratischen Agrarpolitik.

„Landwirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen statt immer neuer Detailregelungen. Deshalb nutzen wir die Spielräume, die Europa und der Bund geschaffen haben. Wir setzen auf eine Agrarpolitik, die den Betrieben den Rücken für ihre eigentliche Arbeit freihält – für die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel, den Erhalt unserer Kulturlandschaft und eine nachhaltige Landbewirtschaftung“, so Backhaus.