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M-V und S-H stärken finanzielle Resilienz in Krisensituationen

Länder vereinbaren gegenseitige Unterstützung bei der Kreditaufnahme

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wollen ihre Zusammenarbeit bei der Sicherstellung der Liquiditätsversorgung in besonderen Notsituationen weiter stärken. Dazu haben beide Länder heute in Berlin eine Verwaltungsvereinbarung zur Zusammenarbeit ihrer Kreditreferate beschlossen. Die Vereinbarung schafft einen verbindlichen Rahmen für die gegenseitige Unterstützung, wenn die Funktionsfähigkeit eines Kreditreferats oder die notwendige technische Infrastruktur eines Landes vorübergehend oder längerfristig nicht gewährleistet werden kann.

„Das Land muss auch in Krisen finanziell handlungsfähig sein. Mit der Vereinbarung schaffen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zusätzliche Sicherheit für eine in Krisenfällen notwendige Aufnahme von Krediten. Wir treffen Vorsorge für den Fall, dass personelle oder technische Ausfälle die regulären Abläufe beeinträchtigen“, erläuterte Dr. Heiko Geue, Finanz- und Digitalisierungsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

„Die gemeinsame Sicherstellung der Liquiditätsbeschaffung in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist von hoher Bedeutung, da wir so Risiken mit erheblicher Außenwirkung deutlich verringern“, sagte Dr. Silke Schneider, Finanzministerin des Landes Schleswig-Holstein.

Die Kreditreferate der Länder sind für die Beschaffung von Kreditmarktmitteln am Kapitalmarkt und damit für die langfristige Sicherstellung der Liquidität des jeweiligen Landes zuständig. Dafür sind nicht nur erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch eine funktionierende IT-Infrastruktur und die ständige Kommunikation mit Banken und weiteren Kapitalmarktteilnehmern erforderlich.

Die neue Vereinbarung greift insbesondere dann, wenn diese Voraussetzungen aufgrund einer außergewöhnlichen Notsituation nicht mehr gegeben sind. Dazu können beispielsweise großflächige und länger andauernde Personalausfälle oder erhebliche Störungen der IT-Infrastruktur gehören.

Im Notfall ermöglicht die Verwaltungsvereinbarung eine gegenseitige Unterstützung bei der Kreditaufnahme. Sollte eines der beiden Länder aufgrund einer Notsituation vorübergehend nicht in der Lage sein, selbstständig Kreditmarktmittel aufzunehmen, kann das jeweils andere Land im Rahmen der Vereinbarung unterstützend tätig werden und Kredite im Namen des betroffenen Landes aufnehmen.

„Wir denken nicht erst dann über Lösungen nach, wenn eine Krise bereits eingetreten ist. Gute Krisenvorsorge bedeutet, Strukturen und Verfahren vorher zu vereinbaren und regelmäßig vorzubereiten. Mit Schleswig-Holstein haben wir dafür einen verlässlichen Partner gefunden“, so Dr. Geue.

„Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern etablieren mit dieser Vereinbarung eine länderübergreifende Strategie, um die Auswirkungen von Notsituationen im Bereich der Kreditaufnahme gemeinsam wirkungsvoll zu begrenzen“, sagte Dr. Silke Schneider.

Die Vereinbarung ist ein weiterer Baustein der Zusammenarbeit zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Beide Länder arbeiten bereits in verschiedenen Bereichen eng zusammen und wollen insbesondere ihre digitale und staatliche Resilienz weiter erhöhen.

Eine vergleichbare Vereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung ihrer Kreditreferate haben Bremen und Hamburg geschlossen. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein übertragen diesen Ansatz nun auf ihre Länder und schaffen damit eine weitere entsprechende Partnerschaft im Norden.

Ausbau der Frauenschutzhäuser in M-V kann beginnen

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt informierte die Träger über die Beantragung der Investitionsmittel aus dem Sondervermögen.

Schwerin – „Die Situation für die Frauenschutzhäuser und Beratungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern soll sich sehr bald weiter verbessern. Maßgeblich haben wir uns für das bundesweit geltende Gewalthilfegesetz eingesetzt. Das Landesausführungsgesetz ist beschlossen. Ab 2027 kann der Bund mehr als zwei Millionen Euro nach Mecklenburg-Vorpommern geben. Die Beteiligung steigert sich jährlich auf bis zu 5,6 Mio. Euro ab 2030.

Dazu kommen fünf Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes für den barrierearmen Ausbau der Frauenschutzhäuser. Ab sofort können die Mittel aus dem Sondervermögen beim Landesamt für Gesundheit und Soziales beantragt werden. Das haben wir den Trägern nun mitgeteilt. Die Träger planen viele unterschiedliche Investitionen, die für Betroffene und auch für die Mitarbeiterinnen spürbare Verbesserungen geben werden.

Es sollen zum Beispiel zusätzliche Unterbringungskapazitäten geschaffen werden. Die Sicherheit der Schutzeinrichtungen und auch der Fachberatungsstellen soll erhöht werden. Der digitale Ausbau wird ebenso vorangebracht“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt. Sie hatte die Träger ins Ministerium gebeten, um die Investitionsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Per Klick finden Sie hier das Formular für den ->Antrag.

„Wir haben in den letzten Jahren so viel wie nie zuvor in das Beratungs- und Hilfenetz investiert. Denn der Schutz und die Hilfe für Frauen, Mädchen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, ist uns wichtig. Wir schauen nicht weg. Wir handeln. Neben unserem Einsatz für das bundesweite Gewalthilfegesetz haben wir mit dem Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm einen Maßnahmenkatalog geschaffen, der auch den Schutz und die Teilhabe aller beinhaltet.

Wir haben endlich die Umsetzung der Istanbul-Konvention auf den Weg gebracht. Vor wenigen Tagen haben wir einen Staatsvertrag der Länder gezeichnet, um den Einsatz der elektronischen Aufenthaltsüberwachung bei Gewaltschutzdelikten von dort auch in Mecklenburg-Vorpommern kontrollieren zu können“, erklärte Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt weiter.

Mecklenburg-Vorpommern sichert zusammen mit den Kommunen neun Frauenschutzhäuser mit 153 Plätzen ab. Im Jahr 2025 bekamen hier 228 Frauen mit insgesamt 256 Kindern Hilfe.

Die Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung der Landesregierung Monique Tannhäuser: „Die Evaluation des Beratungs- und Hilfenetzes zeigt: Beim barrierefreien Zugang zu Schutz und Beratung besteht in Mecklenburg-Vorpommern noch Handlungsbedarf. Nur 12,5 Prozent der Frauenschutzhäuser sehen sich derzeit als für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet. Gleichzeitig sind an vielen Stellen bereits gute Voraussetzungen geschaffen.

Darauf wollen wir aufbauen und gezielt dort nachbessern, wo noch immer Barrieren bestehen. Mit den Mitteln des Sondervermögens nutzen wir die Möglichkeit, den Zugang zu Schutz und Beratung für alle Frauen im Land zu erleichtern“, so die Landesbeauftragte.

„Vape-Check“: Präventionsprojekt gegen Nikotinsucht an Schulen in MV

Schwerin – Die DAK-Gesundheit engagiert sich verstärkt gegen Vapes (E-Zigaretten) und Tabakkonsum bei Kindern und Jugendlichen. Mit dem von ihr geförderten „Vape-Check“ der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST) sollen junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern über gesundheitliche Risiken des Vapens aufgeklärt und sensibilisiert werden. In den letzten Jahren ist bundesweit – auch in Mecklenburg-Vorpommern – ein deutlicher Anstieg des Konsums von E-Zigaretten zu beobachten.

Dabei zeigen Forschungen, dass Vapes mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden sind und häufig den Einstieg in das Rauchen klassischer Zigaretten bedeuten. Gemeinsam mit Gesundheitsministerin Stefanie Drese setzt sich die DAK- Gesundheit dafür ein, den Einstiegskreislauf in die Nikotinsucht frühzeitig durch präventive Maßnahmen zu unterbinden.

„Für Kinder und Jugendliche sind Vapes mittlerweile die Einstiegsdroge Nummer eins in die Nikotinsucht. Sie erhöht das Risiko für einen regelmäßigen Konsum klassischer Zigaretten im Erwachsenenalter – und damit auch das Krebsrisiko“, betont Andreas Mirwald, Leiter der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern bei der Vorstellung des Vape-Checks an der Nordlicht-Schule in Rostock. „Eine altersgerechte Prävention ist daher unerlässlich. Deshalb verstärken wir unser Engagement in MV durch die Förderung des ‚Vape- Checks‘. Wir wollen bereits früh im Umfeld Schule für das Thema sensibilisieren und über die Gefahren aufklären.“

Gesundheitsministerin Drese: „Früh ansetzen, aufklären und umfassend über Risiken informieren

Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport in Mecklenburg-Vorpommern, betont: „Vapes wirken besonders verlockend. Bunte Farben und süße Gerüche haben auf den ersten Blick wenig mit dem rußigen Image der klassischen Zigaretten gemein und hinterlassen schnell den Eindruck, damit auch weniger gesundheitlich riskant zu sein. Umso wichtiger ist es, dass wir früh ansetzen, aufklären und umfassend über Risiken informieren. Weil diese Prävention aber letztlich insbesondere da stattfinden muss, wo Kinder und Jugendliche ihren Alltag verbringen, unterstütze ich es sehr, dass die DAK-Gesundheit und die LAKOST den Vape-Check nun direkt an die Schulen bringen.“

Die seit 1973 wiederholt durchgeführte Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA) zeigt, dass 2025 bereits rund 13 Prozent der zwölf- bis 17-jährigen E-Zigaretten rauchen. Bei den 18- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen waren es sogar rund 21 Prozent. Dabei machen nach Ansicht von Fachleuten die enthaltenen Aromastoffe den besonderen Reiz der Produkte für Schulkinder aus: „Was nach Mango oder Himbeere schmeckt, ist für Kinder und Jugendliche

besonders verführerisch“, so Mirwald. „Künstliche Aromastoffe lassen die Hemmschwelle zum Vapen sinken und verharmlosen dabei aber die Gesundheitsrisiken. Zum Gesundheitsschutz von Kindern und Jugendlichen muss die Politik handeln und Aromastoffe für E-Zigaretten schnellstmöglich vom Markt nehmen.“

Das gemeinsame Projekt von LAKOST und DAK-Gesundheit richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren. Ziel ist es, im Schuljahr 2026/2027 mehrere hundert junge Menschen an allgemein- und berufsbildenden Schulen und in der Jugendarbeit zu erreichen. „Vapes sehen aus wie Lifestyle-Produkte, schmecken nach Früchten und werden über soziale Medien attraktiv inszeniert – gerade für Jugendliche kann dadurch der Eindruck entstehen, Vapen sei harmlos.

Genau hier setzt der ‚Vape-Check‘ an“, sagt Birgit Grämke, Geschäftsführerin der LAKOST MV. „Wir wollen Jugendliche nicht belehren, sondern sie befähigen, Werbeversprechen und Konsumtrends kritisch zu hinterfragen und die gesundheitlichen Risiken realistisch einzuschätzen. Gute Prävention schafft Wissen, stärkt Entscheidungskompetenz und setzt an, bevor aus Neugier ein regelmäßiger Nikotinkonsum wird.“

Anreize erfahrbar machen, Einstieg verhindert 

Der „Vape-Check“ zielt darauf ab, eine kritische Einstellung zum Vaping und Rauchen zu fördern und über Risiken aufzuklären. Er ist Bestandteil einer Methodentasche für Lehrkräfte, für die Schulsozialarbeit und andere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Jugendbereich. Sie enthält sechs bewährte Methoden, um das Thema Vapen im Unterricht oder in Jugendgruppen aus verschiedenen Perspektiven zu besprechen.

So zeigt eine Bildergalerie beispielsweise die Präsenz von Vapes in den sozialen Medien. In einem Positionsspiel berichten die Jugendlichen, was sie bereits über E-Zigaretten wissen oder denken. Sie erfahren, wie eine Vape aufgebaut ist, welche Gesundheitsrisiken es gibt und wie sie korrekt entsorgt wird. Ziel ist es, Wissen zu vermitteln und Jugendliche über die Risiken des vapens zu sensibilisieren. LAKOST MV gibt die Taschen nach einer entsprechenden Schulung kostenfrei an Fachkräfte der Suchtprävention aus. Elektronische Zigaretten oder Vapes sind Geräte, mit denen sich Nikotin oder andere Substanzen in Form eines Dampfes inhalieren lassen.

Dabei unterschätzen viele Jugendliche die gesundheitlichen Risiken, weil Vapes oft als „harmlos“ oder „rauchfrei“ gelten. Tatsächlich können moderne E- Zigaretten Nikotin besonders effizient abgeben. Nikotin kann am Atmungs-, Nerven-, Immun- und Herz-Kreislauf-System vielfältige Schäden anrichten, vor allem, wenn Schulkinder es während kritischer Entwicklungsphasen konsumieren.

Ausschreibungsstart für das Referendariat ab 1. Februar 2027

Oldenburg: In Mecklenburg-Vorpommern erhält jede zulassungsfähige Bewerbung ein Einstellungsangebot

Schwerin – Ab dem 14. September 2026 können sich Lehramtsabsolventinnen und -absolventen für den am 1. Februar 2027 beginnenden Vorbereitungsdienst bewerben. Die freien Stellen sind auf dem Karriereportal für den Schuldienst www.lehrer-in-mv.de ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endet am 5. Oktober 2026. „In Mecklenburg-Vorpommern erhält jede zulassungsfähige Bewerbung auch ein Einstellungsangebot für den Vorbereitungsdienst“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

„Um den Referendarinnen und Referendaren mehr Planungssicherheit für ihre Zukunft zu bieten, gibt es in Mecklenburg-Vorpommern die Übernahmegarantie. Diese ermöglicht es den Absolventinnen und Absolventen, nach Abschluss ihres Vorbereitungsdienstes ohne ein erneutes Bewerbungsverfahren an ihrer Ausbildungsschule zu verbleiben oder in einem landesinternen Verfahren Wünsche für eine andere Schule zu äußern. Damit können sie nahtlos in den Schuldienst des Landes einsteigen“, so die Bildungsministerin. „Anders als in anderen Bundesländern erfolgt die Übernahme in Mecklenburg-Vorpommern unmittelbar im Anschluss an den Vorbereitungsdienst. Endet das Referendariat in den Ferien, werden die zukünftigen Lehrkräfte somit auch über die Ferien hinweg vergütet.“

Die Absolventinnen und Absolventen können sich auf landesweite oder schulbezogene Stellen bewerben. Bei schulbezogenen Stellen ist die zukünftige Ausbildungsschule bereits in der Ausschreibung festgelegt. Bewerben können sich Personen, die neben dem erforderlichen Lehramt auch das entsprechende Bedarfsfach oder die Bedarfsfachrichtung studiert haben. Ein Abschluss im Zweitfach bzw. in der zweiten Fachrichtung erhöht die Chancen der Bewerberinnen und Bewerber, eine Zusage für die Wunschstelle zu bekommen, ist jedoch nicht zwingend erforderlich.

Bei landesweiten Stellen ist die Ausbildungsschule zum Zeitpunkt der Bewerbung noch offen. Sie wird nach Ablauf der Bewerbungsfrist anhand der Fächerkombination und des Bedarfs im Bundesland individuell gesucht und zugewiesen. Bei der Bewerbung auf eine landesweite Stelle werden Wünsche hinsichtlich konkreter Schulen, Orte, Landkreise oder Schulamtsbereiche im Verteilungsverfahren berücksichtigt.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bildungsministeriums informieren regelmäßig über das Referendariat in Mecklenburg-Vorpommern. Bei Vorträgen und digitalen Informationsveranstaltungen geben sie Einblicke in den Ablauf des Vorbereitungsdienstes und informieren über die Bewerbung. Lehramtsstudierende können dabei individuelle Fragen stellen. Bei den landesweiten Schulmessen können sie zudem Schulen in Mecklenburg-Vorpommern persönlich kennenlernen und erste Kontakte für ein Schulpraktikum oder den späteren Vorbereitungsdienst knüpfen.

Die nächsten Veranstaltungen:

  • Mittwoch, 11. November 2026, digitale Informations-Veranstaltung zum Referendariat ab 1. April 2027
  • Mittwoch, 18. November 2026, Landesweite Schulmesse an der Universität Rostock
  • Donnerstag, 26. November 2026, Landesweite Schulmesse an der Universität Greifswald

 Weitere Informationen zum Referendariat in Mecklenburg-Vorpommern sowie alle freien Stellen sind unter https://www.lehrer-in-mv.de/referendariat zu finden.

Schwesig: Landwirtschaft braucht wirtschaftliche Sicherheit

Mühlengeez – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute die 35. Mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung (MeLa) eröffnet und deren Bedeutung als Leistungsschau der gesamten Agrarbrache im Land hervorgehoben: „Die MeLa ist die größte Landwirtschaftsausstellung in Mecklenburg-Vorpommern und zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie vielfältig die Land- und die Ernährungswirtschaft sind. Wir haben einen der höchsten Anteile landwirtschaftlich genutzter Flächen in Deutschland und auch wirtschaftlich spielt die Landwirtschaft eine größere Rolle als im Bundesdurchschnitt. Unsere Landwirtschaft ist eine der modernsten und leistungsfähigsten in Europa,“ sagte sie. Es gebe knapp 5.000 Betriebe mit rund 20.000 Beschäftigten und fast ebenso viele in der Ernährungswirtschaft.

Sie würdigte in ihrem Grußwort auch den wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit, den die Branche leistet. Schwesig ergänzte: „Applaus und Dank allein reichen nicht. Unsere Landwirtschaft braucht Vertrauen, verlässliche Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Sicherheit.“ Deshalb stehe die Landesregierung im engen Austausch mit den Landwirtinnen und Landwirten und setze sich auf Bundes- und europäischer Ebene für eine verlässliche Finanzierung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume in der nächsten Förderperiode ein. „Die vorgeschlagenen Kürzungen vor allem für die großen Betriebe würden allein in M-V etwa 2.400 Höfe betreffen. Dabei sind Betriebe mit mehreren hundert oder tausend Hektar in ganz Ostdeutschland Tradition und Grundlage für wettbewerbsfähige Produktion. Das muss berücksichtigt werden“, betonte die Regierungschefin. Dafür würde sie sich auf Bundes- und Europaebene stark machen.

Ein wichtiger Partner sei dabei der Bauernverband, der seit 35 Jahren Betriebe aller Größen, Rechtsformen und Produktionseinrichtungen vertrete. „Lösungen für die Landwirtschaft finden wir nur gemeinsam mit den Menschen, die auf dem Land arbeiten. Nicht über ihre Köpfe hinweg. Eine starke Interessenvertretung der Landwirtschaft auf dem Land, bei den Bauern gut verankert, die kraftvoll und mit Augenmaß Forderungen zur Geltung bringt, gehört zu unserem Land“, machte sie zum Ende ihrer Rede deutlich.

Im Jubiläumsjahr der MeLa präsentieren sich rund 600 Fachaussteller aus neun Staaten, darunter Dänemark, die Niederlande, Polen und Österreich auf 174.000 m² Ausstellungsfläche. Es werden rund 60.000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Das diesjährige Tier der MeLa ist das Rauwollige Pommersche Schaf, eine robuste, für Nordostdeutschland typische Schafrasse, die als gefährdet gilt. Es steht damit exemplarisch für die Bedeutung des Erhalts alter einheimischer Nutztierrassen im „Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums“, das 2026 begangen wird.

16 Millionen Euro für neuen Polizeistandort

Bad Doberan – Mit einem symbolischen Spatenstich ist heute der Startschuss für den Neubau des Polizeihauptreviers und der Kriminalkommissariat-Außenstelle in Bad Doberan gefallen. Auf dem rund 6.600 Quadratmeter großen Grundstück am Thünenhof entsteht ein modernes viergeschossiges Dienstgebäude mit rund 2.100 Quadratmetern Nutzfläche. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 16 Millionen Euro.

Finanziert wird das Bauvorhaben aus Mitteln des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) des Bundes sowie des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Der Neubau ist Teil des Sonderbauprogramms „Sieben auf einen Streich“, mit dem das Land die Infrastruktur der Landespolizei an insgesamt sieben Standorten modernisiert. Für die sieben neuen Polizeigebäude stehen rund 95 Millionen Euro aus dem Sondervermögen zur Verfügung.

Finanzminister Dr. Heiko Geue betonte die Bedeutung der Investition für die Region und die Landespolizei: „Mit dem Neubau schaffen wir in Bad Doberan moderne und verlässliche Arbeitsbedingungen für unsere Polizistinnen und Polizisten. Gleichzeitig investieren wir in die Zukunft unseres Landes: Rund 16 Millionen Euro fließen hier in eine leistungsfähige öffentliche Infrastruktur. Besonders freut mich, dass davon auch die heimische Wirtschaft profitiert. Rund 80 Prozent der bislang beauftragten Unternehmen kommen aus Mecklenburg-Vorpommern. Das zeigt: Mit unseren öffentlichen Investitionen geben wir einen wichtigen Impuls in unsere regionale Bauwirtschaft.“

Innen- und Bauminister Christian Pegel erklärte: „Vier Standorte, vier Spatenstiche und jedes Mal wird ein Stück Landespolizei neu gebaut. Heute ist Bad Doberan an der Reihe. Aus dem Plan wird nun eine Baustelle und aus der Baustelle ein neues Polizeigebäude, womit wir nicht nur unsere Polizei stärken, sondern auch unsere Wertschätzung für die Polizistinnen und Polizisten zum Ausdruck bringen und ein klares Zeichen für die Menschen in der Region setzen.“

Bei der Planung des Neubaus wird besonderer Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt. Das Gebäude unterschreitet den Effizienzgebäude-40-Standard (EG 40) für Neubauten entsprechend den Energieeffizienzfestlegungen für klimaneutrale Landesgebäude in Mecklenburg-Vorpommern. Der Jahresprimärenergiebedarf liegt deutlich unter den gesetzlichen Anforderungen.

Für die Wärmeversorgung wird eine hocheffiziente Wärmepumpe eingesetzt. Im gesamten Dienstgebäude ist LED-Beleuchtung vorgesehen. Auf den Dachflächen des Neubaus sowie der Carports und Garagen werden Photovoltaikanlagen zur nachhaltigen Stromerzeugung installiert.

Der Neubau orientiert sich an der Eigenplanung der Staatlichen Bau- und Liegenschaftsverwaltung für das Polizeigebäude in Heringsdorf. Das dort entwickelte „Modell Heringsdorf“ wurde bereits beim 2021 fertiggestellten Polizeirevier in Sanitz eingesetzt und für Bad Doberan auf die besonderen Anforderungen eines Polizeihauptreviers weiterentwickelt.

Im neuen Gebäude werden künftig das Polizeihauptrevier und die Kriminalkommissariat-Außenstelle untergebracht. Vorgesehen sind unter anderem eine Wache, ein Gewahrsamsbereich, Verwaltungs- und Büroflächen sowie spezielle Räume für Ermittlungs- und Spurensicherungsarbeiten. Der Besucherzugang wird barrierefrei gestaltet.

Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Ende 2029 vorgesehen.

30 Jahre Kläranlage Rostock

Vom Hot Spot der Ostseebelastung zu einer der leistungsfähigsten Kläranlagen Deutschlands

Rostock – Die Kläranlage Rostock feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Klimaschutz- und Umweltminister Dr. Till Backhaus gratuliert und erläutert, die Bedeutung des Jubiläums:

„Wenn wir heute 30 Jahre Kläranlage Rostock feiern, dann feiern wir weit mehr als Betonbecken, Pumpen, Leitungen und tech­nische Anlagen. Wir feiern 30 Jahre verlässliche Daseinsvorsorge.

Allein im Verbandsgebiet werden die Abwässer von rund 264.000 Einwohnern sowie von Gewerbe, Industrie und öffentlichen Einrichtungen entsorgt. Dafür braucht es 360 Abwasser­pumpwerke, 15 Kläranlagen und mehr als 1.600 Kilometer Kanalnetz. Auf der anderen Seite werden rund 274.000 Einwohner mit Trinkwasser versorgt. Dafür stehen 11 Wasser­werke, 42 Brunnen und 1.415 Kilometer Trinkwasser­leitungen bereit.

Der Anschlussgrad liegt bei 99,9 Prozent“, so Backhaus, der ergänzt: Im Alltag bleibt diese Infrastruktur weitgehend unsichtbar. Und vielleicht ist gerade das ihr größter Erfolg: Sie funktioniert. Jeden Tag. Rund um die Uhr. Wasserver- und Abwasserentsorgung gehören zur elementaren Daseinsvorsorge. Sie sind Grundlage für Gesundheit und Hygiene, für wirtschaftliche Entwicklung und für den Schutz unserer Gewässer.“

Wie groß der Fortschritt dabei in Rostock gewesen sei, zeige der Blick zurück, führt der Minister aus: „Vor 1996 verfügte die damalige Kläranlage im Wesentlichen lediglich über eine mechanische Abwasserbehandlung. Eine biologische Reinigung und eine gezielte Nährstoffentfernung gab es nicht. Stickstoff und Phosphor gelangten deshalb zu großen Teilen über die Unterwarnow in die Ostsee.

Die Rostocker Kläranlage wurde damals von der Helsinki-Kommission sogar als einer der sogenannten Hot Spots der Ostseebelastung eingestuft. Mit der neuen Kläranlage änderte sich das grundlegend. Ein Wert macht deutlich, was hier erreicht worden ist: Bis einschließlich 1995 wurden im Durchschnitt jährlich etwa 30 bis 40 Tonnen Phosphor über die Kläranlage in Richtung Ostsee eingetragen. Nach der Modernisierung waren es nur noch 3,5 bis 4,5 Tonnen. Heute liegen wir bei unter 3 Tonnen im Jahr, teilweise sogar unter 2 Tonnen.

Die Phosphorkonzentration sinkt bei der Reinigung von durch­schnittlich 10 bis 13 Milligramm pro Liter im Zulauf auf nur noch 0,17 Milligramm im Ablauf. Das entspricht einer Reinigungsl­eistung von 97 bis 99 Prozent.

Aus einem Hot Spot der Ostseebelastung ist eine der modernsten und leistungsfähigsten Kläranlagen Deutschlands geworden. Und deshalb ist dieses 30-jährige Jubiläum nicht nur ein Geburtstag. Es steht für 30 Jahre konkreten Gewässerschutz für Warnow und Ostsee.“

Allerdings dürfe man sich auf diesem Erfolg nicht ausruhen, mahnt Backhaus. Mit der neuen europäischen Kommunalab­wasser­richtlinie, die seit 2025 in Kraft sei, beginne das nächste Kapitel: „Europa verschärft unter anderem die Anforderungen an die Entfernung von Stickstoff und Phosphor. Für große Anlagen gilt künftig beim Phosphor ein Wert von 0,5 Milligramm pro Liter. Rostock erreicht heute bereits durchschnittlich 0,17 Milligramm.

Wir starten also aus einer sehr guten Position. Die größere Herausforderung wird die sogenannte 4. Reinigungsstufe sein. Sie soll Mikroschadstoffe entfernen beispielsweise Rückstände aus Arzneimitteln oder Kosmetika. Für Kläranlagen ab 150.000 Einwohnerwerten wird diese zusätzliche Reinigung verpflichtend. Rostock mit einer Kapazität von bis zu 400.000 Einwohnerwerten gehört dazu. Bis spätestens 2045 müssen die Vorgaben umge­setzt sein; erste Etappenziele greifen bereits ab 2033.

Das wird Investitionen erfordern. Und es wird darauf ankommen, dass die Finanzierung fair ausgestaltet wird. Deshalb ist es richtig, dass die europäische Richtlinie auf die erweiterte Herstellerverantwortung setzt: Hersteller insbesondere aus der Pharma- und Kosmetikindustrie sollen mindestens 80 Prozent der Kosten der 4. Reinigungsstufe tragen. Denn wer problema­tische Stoffe in Verkehr bringt, muss auch Verantwortung für ihre Beseitigung übernehmen.

Auch beim Thema Energie ist Rostock schon weit. Die neue Richtlinie stellt höhere Anforderungen an die Energieeffizienz von Kläranlagen. Die Rostocker Anlage erzeugt durch die Nutzung von Klärgas inzwischen bereits rund 90 Prozent ihres Strombedarfs selbst“, so Minister Backhaus abschließend.

Ines Jesse: „Die Nutzung erneuerbare Energien läuft in MV“

Güstrow – Wie können erneuerbare Energien noch stärker für Wärmeversorgung, Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung genutzt werden? Dafür war Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, vor Ort im Austausch mit regionalen Akteurinnen und Akteuren. Auf dem Programm standen die Stadtwerke Greifswald, der Verein Vorpommersche Dorfstraße in Stolpe an der Peene, die MECK-SCHWEIZER in Gessin und GTC Energy Solutions in Güstrow.

„Von einer verlässlichen Wärmeversorgung über nachhaltige Elektromobilität im ländlichen Raum bis hin zur Nutzung erneuerbarer Energien von regionalen Unternehmen – dafür sehen wir heute viele gute Beispiele in unserem Land“, sagte Staatssekretärin Jesse.

Den Auftakt der Energietour bildete der Besuch des Heizkraftwerks „Helmshäger Berg“ der Stadtwerke Greifswald. Im Mittelpunkt stand das innovative Kraft-Wärme-Kopplungssystem „Boddenluft“. Die Anlage verbindet eine hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung mit Power-to-Heat und Solarthermie.

„Power-to-Heat, Wärmepumpen, Speicher und Wärmenetze müssen zusammen gedacht werden. Genau das wird hier vor Ort gemacht“, so Staatssekretärin Jesse.

Ein weiterer Schwerpunkt der Energietour lag auf der Elektromobilität im ländlichen Raum. Beim Verein Vorpommersche Dorfstraße in Stolpe an der Peene informierte sich die Staatssekretärin über das Projekt „Elektromobile Ferienstraße“. Mit Unterstützung des Landes wurde ein regionales Netz öffentlich zugänglicher Ladepunkte aufgebaut. Das Projekt verbindet damit nachhaltige Mobilität und die touristische Entwicklung des ländlichen Raums.

„Gerade im ländlichen Raum ist eine verlässliche Ladeinfrastruktur eine Voraussetzung dafür, dass moderne und nachhaltige Mobilität funktioniert und Regionen touristisch attraktiv sind. Die Vorpommersche Dorfstraße zeigt, wie engagierte regionale Akteure mit Unterstützung des Landes erfolgreich eigene Lösungen entwickeln, von denen alle profitieren“, sagte Staatssekretärin Jesse.

Wie erneuerbare Energien, regionale Wirtschaft und Mobilität unmittelbar miteinander verbunden werden können, zeigte der Besuch der Meck-Schweizer GmbH in Gessin. Die Regionalvermarktungsinitiative verbindet regionale Produkte, eine eigene Handelsplattform, eine elektrische Lieferflotte sowie eine Photovoltaikanlage mit Speicher und Schnellladesäule. Ergänzt wird das Konzept durch Wärmerückgewinnung, Wärmepumpentechnik, Elektromobilitätsangebote im Dorf sowie Agroforst und Bioenergie.

„Die MECK-SCHWEIZER zeigen anschaulich, was man mit erneuerbaren Energien machen kann: Solarstrom, Speicher, elektrische Mobilität sowie eine effiziente Wärme- und Kältenutzung. Gleichzeitig verbinden sie dies mit einem ein „Konsum“ für regionale Lebensmittel und Café – und schaffen damit einen Begegnungsort für Jung und Alt. Das ist eine Erfolgsgeschichte aus Mecklenburg-Vorpommern, getragen von einem Familienbetrieb mit Eigeninitiative und großem Engagement“, so Staatssekretärin Jesse.

Im Anschluss besuchte Staatssekretärin Jesse die GTC Energy Solutions GmbH in Güstrow. Das Unternehmen entwickelt und produziert Lithium-Ionen-Energiespeicher und Steuerungssysteme insbesondere für die Schifffahrt und die maritime Wirtschaft. „Die GTC Energie Solutions GmbH zeigt, wie aus der Verbindung von moderner Speichertechnologie und maritimer Kompetenz die Batterien für elektrische Antriebssysteme insbesondere Schiffe und Fähren entwickelt werden. Wir sind froh, solche Unternehmen in unserem Land zu haben“, so Staatssekretärin Jesse.