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Plastikpiraten am Schaproder Strand

Gingster Schüler untersuchen mit Wissenschaftlern aus Kiel und Berlin Plastikmüll

Insel Rügen – Plastikverschmutzung an Rügens Küsten ist ein Thema, mit dem sich Schüler aus der Gingster Schule direkt vor Ort befasst haben. Die Zehntklässler beteiligten sich an dem europaweiten Projekt „Plastic Pirates – Go Europe“ und reisten dafür an den Strand von Schaprode.

Der Unterschied zu den bisherigen Aktionen der Schule wie beim jährlichen Küstenputz zusammen mit dem Biosphärenreservat liegt auf der Hand. „Wir haben an dem Vormittag die Verschmutzung an dem Strandabschnitt wissenschaftlich untersucht und dokumentiert“, erklärt Elise Ganzlin. Sie hat zusammen mit ihren Mitschülern in drei Gruppen auf ganz unterschiedliche Weise nach einem vorher festgelegten Prinzip Proben genommen, analysiert und als Datensatz festgehalten.

Janto Schönberg (rechts) von den Plastikpiraten mit der Jungengruppe, die Proben am Spülsaum des Schaproder Strandes nimmt und analysiert. Foto: privat
Janto Schönberg (rechts) von den Plastikpiraten mit der Jungengruppe, die Proben am Spülsaum des Schaproder Strandes nimmt und analysiert. Foto: privat

Ihr Biologielehrer Ulf Todenhagen freute sich mit ihnen über die Abwechslung im Unterricht, die noch mehr Anschaulichkeit brachte. „Meine Schüler haben damit wie viele andere Jugendliche auch einen echten wissenschaftlichen Beitrag zu einer global durchgeführten Untersuchung geleistet“, erklärt er am Rande des Strandtages. Denn auch in Schaprode finde man trotz der regelmäßigen Strandreinigung immer wieder Verschmutzungen aller Art.

Die Vertreter der Plastikpiraten unterstützten die Schulklasse bei der Forschungsaufgabe. Nach einem Vorgespräch über die Geschichte des 10-jährigen Projekts und dessen Zielsetzung leiteten sie die jungen Wissenschaftler bei ihrer Arbeit an. „In den zehn Jahren haben sich bereits 25.000 Kinder und Jugendliche in 14 europäischen Ländern an dem Vorhaben beteiligt“, sagt Janto Schönberg von der Kieler Forschungswerkstatt, die diese bildungsbezogenen Aktionen plant, koordiniert und wissenschaftlich begleitet.

Die Rügener Ergebnisse landen jetzt in einer großen gemeinsamen Datenbank, die für die wissenschaftliche Arbeit weltweit genutzt werden kann. „Die Exkursion hat sich gelohnt“, meint Schulleiter André Farin, „die Lerneffekte sind viel größer, wenn Schüler auch an anderen Lernorten selbst aktiv werden können.“ Daher plane die Schule die Wiederaufnahme solcher Unterrichtsausflüge ins Schulprogramm.

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