Menü Schließen

Tag: 5. Oktober 2026

Ab heute: Neue Regiobuslinie mv83

Dr. Blank: „Neubrandenburg und Greifswald rücken näher zusammen und wir verbessern die Mobilität entlang der gesamten Strecke.“

Neubrandenburg – Ab heute verbindet die neue Regiobuslinie mv83 Neubrandenburg über Altentreptow und Jarmen mit der Hansestadt Greifswald. Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Wolfgang Blank hat die neue Verbindung am Montag gemeinsam mit dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG) in Neubrandenburg offiziell gestartet.

„Mit der neuen Regiobuslinie rücken nicht nur Neubrandenburg und Greifswald näher zusammen – wir verbessern die Mobilität auch für die Menschen aus Altentreptow und Jarmen. Gerade im ländlichen Raum brauchen wir verlässliche und attraktive Verbindungen, damit die Menschen auch ohne eigenes Auto möglichst unkompliziert zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkaufen oder in ihrer Freizeit unterwegs sein können.

Der Regiobus MV ist dafür ein wichtiger Baustein. Zudem kommen die Fahrgäste ohne Umstieg nun deutlich schneller von Neubrandenburg nach Greifswald und zurück. Die neue Regiobuslinie verbindet zwei Hochschulstandorte, mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum und der Universitätsmedizin Greifswald zwei Maximalversorger und zugleich zwei wichtige Wirtschaftsstandorte“, sagte Blank.

Die neue Linie mv83 verkehrt montags bis freitags zunächst viermal pro Tag und Richtung, am Wochenende werden anfangs zwei Fahrtenpaare angeboten. Die Linie wurde zwischen den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald abgestimmt und wird von der kreiseigenen Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG) betrieben. Das Land fördert die Linie mv83 2026 mit ca. 70.000 Euro.

Regiobusse verkehren auf wichtigen Verbindungsachsen in Mecklenburg-Vorpommern und erfüllen prinzipiell einheitliche Qualitätsstandards, die über das klassische Linienbusangebot hinausgehen. Sie bieten unabhängig von Schul- und Ferienzeiten verlässliche Verbindungen, auch am Wochenende und außerhalb der Hauptverkehrszeiten.

Durch die Abstimmung mit weiteren Bus- und Bahnangeboten stärken Regiobusse insbesondere die Anbindung ländlicher Regionen an die zentralen Orte. Die Regiobuslinien sind eine tragende Säule der seit 2023 laufenden Mobilitätsoffensive Mecklenburg-Vorpommern und verkehren seit dem 24.08.2026 nach einem einheitlichen Nummerierungssystem und dem Präfix „mv“. Aktuell gibt es 18 „mv-Linien“.

Die Einführung von Regiobussen ist ein zentrales Standbein der Mobilitätsoffensive Mecklenburg-Vorpommern. Mit der Mobilitätsoffensive stärkt das Land den öffentlichen Nahverkehr insbesondere im ländlichen Raum. Neben dem Ausbau des Regiobusnetzes gehören dazu Leistungsausweitungen im Schienenpersonennahverkehr und landesweite Rufbusangebote.

Ziel ist es, auch außerhalb der größeren Städte verlässliche und miteinander verknüpfte Mobilitätsangebote zu schaffen. Im Jahr 2025 hat das Land insgesamt knapp 55 Millionen Euro für die Mobilitätsoffensive Mecklenburg-Vorpommern investiert. Im laufenden Jahr 2026 sind rund 60 Millionen Euro vorgesehen.

Sichere Sandgewinnung vor Graal-Müritz:

Land lässt 250 Munitions­verdachtsfälle untersuchen

Graal-Müritz – Vor der Küste zwischen Graal-Müritz und Dierhagen setzt Mecklenburg-Vorpommern die systematische Untersuchung und Räumung von Kampfmitteln im Meeresboden fort. Rund 250 Verdachtsobjekte sollen in einem vier bis sechs Kilometer von der Küste entfernten Seegebiet untersucht und, soweit möglich, fachgerecht geborgen werden. Die Arbeiten sind Teil der seit 2019 laufenden Sondierung der marinen Sandlagerstätte „Graal-Müritz“. Dort wurden bislang fast 4.000 kampfmittelrelevante Anomalien festgestellt.

Umweltminister Dr. Till Backhaus betont: „Hier greifen Munitionsbergung und Küstenschutz unmittelbar ineinander. Wir brauchen Sand aus der Ostsee, um unsere Strände und Dünen zu erhalten und die Menschen an der Küste vor Sturmfluten und Landverlust zu schützen. Diesen Sand können wir aber nur gewinnen, wenn wir sicherstellen, dass von den Lagerstätten keine Gefahr durch alte Munition ausgeht. Deshalb investieren wir Jahr für Jahr in die Untersuchung und Räumung dieser Flächen.“

Rund 500.000 Kubikmeter Sand werden im langjährigen Durchschnitt jährlich benötigt, um natürliche Sandverluste an Mecklenburg-Vorpommerns Außenküste auszugleichen. Auf mehr als 100 Kilometern bilden Dünen, Strand und vorgelagerte Flachwasserbereiche ein natürliches Schutzsystem gegen Überflutung und Küstenrückgang. Insgesamt schützen Küstenschutzanlagen auf mehr als 450 Kilometern den Lebens- und Wirtschaftsraum an der Küste.

Die Herausforderung: Alle für die Sandgewinnung vorgesehenen marinen Lagerstätten des Landes befinden sich innerhalb kampfmittelbelasteter Flächen oder entsprechender Verdachtsflächen. Deshalb werden sie vor einer Sandentnahme systematisch untersucht. Zunächst werden mögliche Objekte mit geophysikalischen Verfahren geortet. Auffällige Stellen werden anschließend durch qualifizierte Berufstaucher untersucht. Kampfmittel werden, soweit möglich, geborgen und fachgerecht beseitigt.

In den vergangenen zehn Jahren wurden im Auftrag des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg rund 100 Quadratkilometer Meeresboden auf Kampfmittel untersucht. Dafür stellt das Land jährlich bis zu 1,5 Millionen Euro bereit.

Backhaus: „Die Hinterlassenschaften zweier Weltkriege werden uns noch über Jahrzehnte beschäftigen. Aber wir warten nicht darauf, dass alte Munition zum Problem wird. Wir untersuchen die Flächen systematisch, beseitigen Gefahren und schaffen damit zugleich die Voraussetzung dafür, dass wir unseren Küstenschutz auch künftig zuverlässig gewährleisten können.“

Mit der diesjährigen Kampagne wird die Untersuchung der Lagerstätte „Graal-Müritz“ fortgesetzt. Beauftragt ist die Hansataucher GmbH aus Hamburg. Die Arbeiten sollen bis spätestens Ende November abgeschlossen werden. In den vergangenen Jahren wurden dort bereits zahlreiche Kampfmittel geborgen – von kleinkalibrigen Geschossen und Munitionsschrott bis zu großkalibriger Munition, darunter eine rund 80 Zentimeter große Seemine.