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Tag: 7. Oktober 2026

Themenwoche Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

Schwerin – Wie können Moore, Wälder oder Böden dabei helfen, dem Klimawandel vorzubeugen und gleichzeitig dessen Folgen besser abzufedern? In einer Themenwoche vom 7. bis zum 14. Oktober 2026 öffnen bundesweit zahlreiche Projekte aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) ihre Türen. Direkt vor Ort oder online können sich Interessierte über konkrete Maßnahmen informieren – von der Renaturierung von Mooren über den Schutz von Wäldern und Küsten bis hin zu mehr Grün in unseren Städten.

Der Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Die Natur ist unsere beste Verbündete im Einsatz gegen den Klimawandel. Intakte Moore, Wälder und Auen helfen uns gleich doppelt: Sie entnehmen Kohlenstoff aus der Atmosphäre und helfen zugleich, Wasser in der Landschaft zu halten, Hitze abzumildern und die Folgen von Starkregen zu begrenzen. Wer in Natur investiert, investiert deshalb auch in die Vorsorge vor dem Klimawandel und dessen Folgen. Bundesweit sind dazu zahlreiche Projekte am Start, bei denen Klima- und Naturschutz Hand in Hand gehen.  Die Themenwoche zum Natürlichen Klimaschutz zeigt an ganz konkreten Beispielen vor Ort, was die Natur für uns leisten kann, wenn wir sie lassen. Zahlreiche Kommunen, Verbände, Land- und Forstwirte sind bereits engagiert und erfolgreich dabei. Mit der Themenwoche werben wir dafür, dass es noch mehr werden.“

Der Klimaschutzminister M-V, Dr. Till Backhaus: „Nasse Moore, klimastabile Wälder, naturnahe Auen, Küsten und Meere sind wichtig für die Artenvielfalt, halten Kohlenstoff im Boden und sorgen für einen ausgewogenen Wasserhaushalt, indem sie Wasser speichern und die Umgebung kühlen. So wird das Klima geschützt und Folgen des Klimawandels, wie Extremwettereignisse mit großer Hitze und Trockenheit oder Starkregen und Hochwasser, können abgemildert werden. Natürlicher Klimaschutz – also die Stärkung der Ökosysteme – bietet uns deshalb besondere Chancen, die wir als Land bereits intensiv genutzt haben. Allein für Moor-, Küsten- und Naturschutzprojekte konnten wir seit Beginn des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz rund 150 Millionen Euro zusätzliche Bundesmittel nach Mecklenburg-Vorpommern holen. Damit unterstützen wir konkrete Projekte vor Ort und bauen zugleich die dringend notwendigen Strukturen auf.
Ein gutes Beispiel ist unser gemeinsames Programm zur Ausbildung von Moorspezialistinnen und Moorspezialisten. Auch bei der Wiedervernässung von Mooren und beim Schutz unserer Küsten gehen wir neue Wege. Entscheidend ist dabei, dass wir Klimaschutz gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestalten und tragfähige Perspektiven für Landnutzerinnen und Landnutzer schaffen. Die ANK-Themenwoche macht sichtbar, wie viel bereits passiert und welchen Beitrag natürlicher Klimaschutz für unser Land leisten kann.“

Mecklenburg-Vorpommern gehört mit rund 300.000 Hektar Moorfläche zu den moorreichsten Bundesländern. Die Moore bedecken rund 12 Prozent der Landesfläche. Ihre Wiedervernässung und der Schutz ihrer natürlichen Funktionen sind deshalb wichtige Bausteine für den Klimaschutz im Land. Im Rahmen eines vom ANK geförderten Modellvorhabens mit dem Titel „Institut Moorspezialisten“ werden gemeinsam mit Niedersachsen Fachkräfte für den Moorschutz qualifiziert. Auch der Schutz der Küstenökosysteme spielt eine wichtige Rolle: Das ANK-Projekt „SEAGRASS for climate“ untersucht die Bedeutung von Seegraswiesen für Biodiversität und Klimaschutz. Darüber hinaus haben die Kommunen im Land bereits über 70 Projekte des Natürlichen Klimaschutzes – insbesondere Baumpflanzungen, die Anlage von Grünanlagen und die Sanierung von Kleingewässern – mit Unterstützung des ANK in Angriff genommen.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Sabine Riewenherm: „Mehr als 13.000 kleinere und größere Vorhaben wurden und werden bereits bundesweit im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gefördert. An deren Umsetzung wirkt eine Vielzahl an Akteuren mit, wie zum Beispiel Kommunen, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Umweltverbände, Forschungseinrichtungen, aber auch Unternehmen und Privatpersonen. Sie alle tragen mit Projekten vor Ort dazu bei, die Ökosysteme zu stärken. So leisten sie wichtige Beiträge zum natürlichen Klimaschutz, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Stärkung der Biodiversität. Die ANK-Themenwoche macht die vielfältigen Projekte bundesweit sichtbar und lädt dazu ein, die Lösungen vor Ort kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und erfolgreiche Ansätze aufzugreifen.“

Höhepunkt der Themenwoche ist ein Aktionstag am Samstag, den 10. Oktober 2026, an dem bundesweit rund 50 ANK-Projekte Mitmachaktionen und Veranstaltungen anbieten. Auch zwölf ANK-Projekte aus den Küstenregionen beteiligen sich mit Aktionen zum Thema „Klimaschützer Meer“. Weitere Aktivitäten finden online unter #ANKWoche26 statt.

Die ANK-Themenwoche 2026 schließt am Mittwoch, 14. Oktober 2026, mit einer zentralen Veranstaltung im Bundesumweltministerium in Berlin ab. Veranstaltet wird die Themenwoche durch das Bundesumweltministerium (BMUKN), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz (KNK).

Das Bundesumweltministerium (BMUKN) unterstützt mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Stärkung und Wiederherstellung vielfältiger Ökosysteme in Deutschland verbinden. Mit rund vier Milliarden Euro bringt die Bundesregierung Klimaschutz im Landnutzungssektor voran: für nasse Moore, intakte Wälder, Böden und Auen, Flüsse und Meere sowie naturnahe Grünflächen in besiedelten Gebieten.

Erster landesweiter Tag der Tagespflegen in M-V

Drese würdigt unverzichtbare Säule der häuslichen Pflege / Kritik am Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes

Schwerin – Am heutigen Mittwoch findet in Mecklenburg-Vorpommern unter dem Motto „Mit Freude durch den Tag – gemeinsam statt allein“ der erste landesweite Aktionstag der Tagespflegen statt. An der von Verbänden wie dem bpa MV sowie der LIGA MV ins Leben gerufene Initiative nehmen rund 100 Einrichtungen im gesamten Land teil, die ihre Türen für Interessierte öffnen und über Angebote informieren.

Für Sozialministerin Stefanie Drese haben Tagespflegen angesichts des Wunsches der allermeisten Pflegebedürftigen, so lange wie möglich Zuhause zu leben, eine herausragende und wachsende Bedeutung für Pflegebedürftige sowie zur Entlastung von pflegenden Angehörigen.

„Die Tagespflege ist kein bloßes Betreuungsangebot, sondern ein entscheidendes Bindeglied zur Stabilisierung unser gesamten ambulanten Pflegesystems“, betonte Drese zum Start des Aktionstages. Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel sei die Tagespflege eine tragende Säule im Pflegebereich bei der Umsetzung unseres Grundsatzes „ambulant vor stationär“, so Drese.

„Die Tagespflegen in unserem Land tragen entscheidend dazu bei, einen Umzug in eine vollstationäre Einrichtung zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern“, verdeutlichte die Ministerin. Sie sichern zudem die professionelle pflegerische und therapeutische Versorgung, durchbrechen die Isolation der Betroffenen und garantieren so den Verbleib im vertrauten Wohnumfeld, sagte Drese.

Gleichzeitig entlasten sie pflegende Angehörige, ohne deren täglichen Einsatz der hohe Anteil von Menschen, die in der eigenen Häuslichkeit gepflegt werden, gar nicht möglich wäre.

Wie tief verankert das Angebot ist, zeigen die regionalen Zahlen: In MV gibt es aktuell über 220 Tagespflegen im gesamten Land mit insgesamt mehr als 5.000 Plätzen. Gleichzeitig werden rund 86 Prozent der rund 140.000 Pflegebedürftigen in MV zu Hause versorgt.

Umso unverständlicher ist für Drese der jüngste Kurswechsel auf Bundesebene. „Das geplante Pflegeneuordnungsgesetz trifft die Tagespflege nicht durch direkte Kürzungen, sondern durch Einschnitte beim Entlastungsbetrag und in der Verhinderungspflege.

Dadurch steigt der Eigenanteil und können Angebote nicht mehr wie bisher genutzt werden“, nutzte Drese den Aktionstag für eine scharfe Kritik am aktuellen Kabinettsentwurf des PNOG. Die Folge sind laut Drese: sinkende Auslastung, Standortschließungen und weniger Entlastung für pflegende Angehörige.

„Damit würden wir die Menschen sehenden Auges in die vollstationäre Pflege drängen“, verdeutlichte Drese. „Das ist unsozial und finanzpolitisch kurzsichtig, da es die Pflege für alle weiter verteuern wird.“ Drese kündigte an, dass Mecklenburg-Vorpommern den Bund auffordern wird, im weiteren Gesetzgebungsverfahren dringend nachzubessern.