Filmwettbewerb „Entwicklung der deutsch-polnischen Nachbarschaft an Oder und Ostsee“

Schwerin – Noch bis zum 05. September können sich Interessierte beim Filmwettbewerb „Entwicklung der deutsch-polnischen Nachbarschaft an Oder und Ostsee“ bewerben. Veranstalter ist das Gemeinsame Sekretariat des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen. „Das grenzüberschreitende Programm trägt erheblich zur gegenseitigen Verständigung im Grenzraum zwischen Polen und Deutschland bei. Mit dem Wettbewerb sollen die Projekte des Programms in Filmbeiträgen dargestellt werden. Das Themenspektrum ist so vielfältig wie das Programm. Jeder kann mitmachen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Das Ziel des Wettbewerbs ist eine aussagekräftige Darstellung der Ergebnisse des Interreg V A-Programms oder aus vorherigen Förderperioden zu folgenden Projektthemen: Wirtschaft und Wissenschaft, Infrastruktur und Transport, Zusammenarbeit von Institutionen, Bildung, Umweltschutz und Wiederherstellung der Biodiversität, Tourismus, Gesundheit, Kultur. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden ab dem 21. September auf den folgenden Internetseiten präsentiert: www.interreg5a.info, www.ewt.wzp.pl, www.pomerania.org.pl, www.pomerania.net sowie auf den Facebook- und Instagram-Profilen des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen. „Wir wollen aufzeigen, wie erfolgreich das Interreg-Programm wirkt. So werden die Bewohner beiderseits der Grenzen noch besser zueinander gebracht, um den europäischen Gedanken intensiver zu leben“, sagte Glawe.

Die Arbeiten müssen bis zum 05. September 2018 (Eingangsdatum) eingereicht werden. Die Filmaufnahmen können in Form von Werbespots, Videoclips oder kurzen Reportagen erfolgen. Sie sollen grundsätzlich konkrete Interreg-Projekte darstellen.

Die Dauer der Filmaufnahme sollte nicht mehr als 5 Minuten betragen. Die Filmaufnahme sollte in Full HD (1920 x 1080 Pixel) sowie in einem der Formate MPEG-2, MPEG-4, QuickTime oder WMV zur Verfügung gestellt werden.

Die drei besten Filme werden in Form von Statuetten, Urkunden und Präsenten aus dem Kooperationsprogramm Interreg V A und dem EU-Programm Interact prämiert. Die Auszeichnung findet auf der Jahresveranstaltung des Programms am 18. September 2018 statt, auf der auch die Filme präsentiert werden.

Die DVD, der USB-Stick oder der Downloadlink ist mit dem ausgefüllten Anmeldeformular an folgende Adresse zu schicken:

Gemeinsames Sekretariat Interreg V A
E.-Thälmann-Str. 4
D – 17321 Löcknitz

Ansprechpartner beim Gemeinsamen Sekretariat ist Frau Aleksandra Wietrzychowska (aleksandra.wietrzychowska@interreg5a.net).

Ausbau der wassertouristischen Potenziale

Schwerin – Im Schweriner Landtag ist die wassertouristische Weiterentwicklung und Kooperation der gemeinsamen Tourismusdestinationen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin diskutiert worden. „Es muss unser gemeinsames Ziel sein, die wassertouristischen Potenziale zu nutzen, das Revier weiterzuentwickeln und diese als gemeinsame Tourismusdestination zu vermarkten. Dafür ist eine enge Kooperation der Länder und Unterstützung notwendig“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Aufgrund ihrer zentralen Lage im europäischen Wasserstraßennetz nehmen die Gewässer eine besondere Stellung und Funktion ein. Aus allen Richtungen (Nordsee, westliche Ostsee, Elbe, Mittellandkanal und Oder) bestehen direkte Verbindungen an das Gewässersystem.

„Wir brauchen eine durchgängige Befahrbarkeit des Gewässersystems von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin. Dafür sind auch Instandsetzungen und der Betrieb entsprechender Schleusen notwendig. Die Erhaltung der durchgängigen Schiffbarkeit macht ein Sofortinvestitionsprogramm erforderlich. Um die Erfolgsgeschichte der Branche fortzusetzen, sind abgestimmte Prozesse und eine Kooperation mit den Nachbarländern Brandenburg und Berlin nötig“, so Glawe.

Der Wirtschaftsminister sieht mit Sorge, was für Entwicklungen und Bestrebungen auf Bundesebene im Bereich der Bundeswasserstraßen infolge der Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sowie durch das neue Bundesprogramm „Blaues Band“ erfolgen. „Durch die Kategorisierung der Wasserstraßen und Einstufungen der Bundesstraßen mit Tourismusverkehren als ´sonstige Wasserstraßen´ möchte sich der Bund immer mehr aus der Verantwortung für den Erhalt und die Unterhaltung der Bundeswasserstraßen ziehen“, so Glawe.

Dabei sind vom Bund die Schleusen in ihrer Substanz zu erhalten. Das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) hat auf Anfrage aus dem parlamentarischen Raum Auskunft gegeben, dass es die meisten Schleusen als sanierungsbedürftig einstuft. „Zwar wurde zwischenzeitlich immer wieder modernisiert, an vielen nagt aber der Zahn der Zeit und es wird auf Verschleiß gefahren, so dass viele Schleusen in einem baukritischen Zustand sind. Es wird geschätzt, dass 85 Prozent in einem Zustand sind, der allenfalls noch 10 Jahre Aufschub duldet“, machte Wirtschaftsminister Glawe aufmerksam.

„Sanieren alleine reicht aber nicht mehr. Für ein Sofortinvestitionsprogramm des Bundesverkehrsministeriums ist ein klarer Zeitplan erforderlich. Als Grundlage für Erhaltungsinvestitionen in die Nebenwasserstraßen will der Bund ein Konzept erstellen. Damit die Belange der betroffenen Bundesländer und Regionen bei der Entwicklung und Umsetzung des Konzeptes berücksichtigt werden, sollten sich die drei Bundesländer dafür gemeinsam beim Bund einsetzen“, so Glawe.

Zwischen Branchenvertretern und der Landesregierung funktioniert es. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vermarkten als gemeinsame Tourismusdestination mit der wassertouristischen Publikation „Dein Sommer, unser Element“ die Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Mit dem Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ beabsichtigt das Bundesverkehrs- und Bundesumweltministerium viele Fließgewässer zu renaturieren und damit die ökologische Qualität und den Hochwasserschutz zu stärken. „Das könnte unter Umständen eine Einschränkung der wassertouristischen Nutzung in diesen Gebieten bis hin zum Entzug von Wassertourismusrevieren bedeuten. Das können wir nicht einfach hinnehmen. Wir müssen uns gemeinsam länderübergreifend beim Bund dafür einsetzen, dass die sogenannten Nebenwasserstraßen des Bundes durchgängig für Motorboote schiffbar bleiben und seitens des Bundes wieder unterstützt werden“, forderte Glawe.

„Die verbundenen Wasserwege können durch gemeinsame Ziele für die Bundesländer Wertschöpfungsketten erschließen. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Wassertourismus eine Branche mit Wachstumspotential und überdurchschnittlich gestiegenen Bruttoumsätzen“, so Glawe weiter. In den vergangenen untersuchten 10 Jahren haben sich die Bruttoumsätze in diesem Bereich auf rund 500 Millionen Euro verdreifacht. 1.400 Anbieter sind mit rund 7.000 Beschäftigten in diesem Bereich tätig. Der Anteil aus dem Wassertourismus in der Tourismuswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern beträgt ca. 10 Prozent. Es gibt im Land derzeit 350 Wasserwanderrastplätze, Marinas und Sportboothäfen mit 14.000 Liegeplätzen an der Küste und 7.725 Liegeplätzen im Binnenland.

Seit 1990 wurden in Mecklenburg-Vorpommern in den Wassertourismus über das Programm der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ insgesamt knapp eine Milliarde Euro investiert. Das Wirtschaftsministerium hat den Wassertourismus mit rund 565,32 Millionen Euro unterstützt. Damit wurden 175 Sportboothäfen und Marinas im Bereich des gewerblichen Tourismus gebaut. Im Rahmen der touristischen Infrastruktur sind 368 wassertouristische Maßnahmen gefördert worden. Hierzu zählen beispielsweise Promenaden, Schiffsanleger oder barrierefreie Strandzugänge.

Backhaus erleichtert: Nord Stream 2 übernimmt volle Verantwortung

Lubmin – Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus zeigte sich auf der heutigen Pressekonferenz in Lubmin zufrieden über das Einlenken von Nord Stream 2 in Sachen Schmierfettverunreinigung der Küste des Greifswalder Boddens. „Ich bin sehr erleichtert darüber, dass Nord Stream 2 nun auch offiziell die Verantwortung für den Vorfall übernommen und seine volle Kooperationsbereitschaft sowie die Kostenübernahme zugesichert hat“, erklärte der Minister. „Ich gehe davon aus, dass die Beräumungsarbeiten am morgigen Tag der Umwelt im Wesentlichen abgeschlossen sein werden.“

In Reaktion auf den Vorfall kündigte der Minister gleichzeitig an, eine wasserbehördliche Anordnung zum Einsatz biologisch leicht abbaubarer Schmierstoffe auf Schiffen bei Arbeiten in den Gewässern des Landes erlassen zu wollen. „Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern prüft derzeit die Möglichkeit einer solchen Anordnung“, teilte der Minister mit. „Gerade in hochsensiblen Ökosystemen wie dem Greifswalder Bodden muss alles im Einklang mit dem Naturschutzrecht geschehen“, sagte der Minister und mahnte an, Pipelinebauer Nord Stream 2 solle aus Vorsorgegründen schon jetzt zum Einsatz biologisch leichter abbaubarer Schmiermittel übergehen.

Nach Angaben des Unternehmens Nord Stream 2 waren vor Pfingsten aufgrund einer zunächst unentdeckten Leckage auf einem der Baggerschiffe, die im Auftrag des Unternehmens Nord Stream 2 einen Graben für die später zu verlegenden Rohrstränge der Gaspipeline ausheben, bis zu 145 kg rötliches Schmierfett in den Bodden gelangt.

Minister Backhaus kritisierte, dass die Wasserbehörden des Landes nicht umgehend von Nord Stream 2 über das Austreten wassergefährdender Stoffe informiert worden waren. „Das hat wertvolle Zeit gekostet, in der man längst hätte gegensteuern können“, sagte er. Den Verstoß des Schiffsführers gegen das Landeswassergesetz werde das Umweltministerium als oberste Wasserbehörde mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren ahnden.

Während der unverzüglich veranlassten Reinigungsarbeiten wurden vereinzelt auch andersfarbige Schmierfettreste in deutlich geringerer Menge gefunden. Daher wurden von Nord Stream 2 alle Baggerarbeiten bis auf Weiteres unterbrochen und die restlichen Baggerschiffe für umfangreiche Untersuchungen in den Hafen Lubmin beordert. Die Baggerarbeiten im Bodden sollen erst wieder aufgenommen werden, wenn sichergestellt ist, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholt.

Die mit 20 Kilogramm größte Menge Schmierfett war bereits am Pfingstsonntag, dem 20. Mai, auf der Halbinsel Zudar in Südost-Rügen angespült und nach einem Bürgerhinweis durch die Freiwillige Feuerwehr vom Strand entfernt worden. Die Wasserschutzpolizei nahm die Ermittlungen auf und schaltete das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Vorpommern als untere Wasserbehörde ein. Weitere etwa 10 Kilogramm Schmierfett waren im Bereich Stahlbrode und bei Tremt im östlichen Strelasund angespült worden; ca. 5 Kilogramm Fett waren durch das Technische Hilfswerk im Bereich Wampen aufgenommen worden. In Koos, Struck, Freesendorfer Wiesen und Greifswald Ladebow waren ebenfalls münz- bis tennisballgroße Schmierfettzusammenballungen von Ufern und Stränden entsorgt worden. Seit dem 28. Mai gab es keine Neufunde mehr.

Insgesamt wurden bislang ca. 70 Kilogramm Schmierfett an Stränden und Ufern auf einer Gesamtlänge von 10 Kilometern entfernt.

Minister Backhaus unterstrich, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Leib und Leben bestand. „Auch von einer akuten Gefährdung für das gesamte Ökosystem Greifswalder Bodden gehen wir derzeit nicht aus“, sagte er. Befragungen ortsansässiger Fischer und einer Usedomer Erzeugergemeinschaft ergaben keine Hinweise auf Schäden an Fischen oder Verunreinigungen der Fanggeräte.

Das StALU Vorpommern werde die von Nord Stream freiwillig vorgenommene Reinigung der Strände weiterhin begleiten und kontrollieren. Außerdem kündigte Backhaus Kontrollfahrten zum Baggerbereich im Bodden mit dem landeseigenen Gewässerüberwachungs- und Ölfangschiff „Strelasund“ an.

Schmierfettanlandungen im östlichen Strelasund

Stralsund – Im Bereich von Palmer Ort auf der Halbinsel Zudar und in Stahlbrode wurden am 20. und 21. Mai an drei Fundpunkten Schmierfett-ähnliche, violett gefärbte, etwa 5 bis 10 Zentimeter große Klumpen angelandet. Insgesamt wurden etwa 30 Kilogramm dieser Anlandungen am Ufer des Greifswalder Boddens bzw. des östlichen Strelasunds gefunden.

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren und der gemeindliche Bauhöfe haben die Verunreinigungen inzwischen beseitigt. Eine Gefährdung der Umwelt und von Personen bestand nicht.

Die Wasserschutzpolizei und das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern als zuständige Wasserbehörde haben Proben entnommen und lassen die Substanz untersuchen. Sie arbeiten eng mit dem Havariekommando in Cuxhaven bei der Aufklärung der Herkunft der aus den Gewässern angelandeten Verunreinigungen zusammen.

Bedeutung der Ostsee als Offshore-Standort

Christian Pegel: Zuschlag für drei Windparks vor M-V steigert Bedeutung der Ostsee als Offshore-Standort

Schwerin – Drei Windparks in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern haben in der zweiten Ausschreibung für Offshore-Windanlagen in Nord- und Ostsee den Zuschlag bekommen.

„Mit diesen neuen drei Projekten holt die Ostsee ein Stück weit auf gegenüber der Nordsee als Standort für die Windenergieerzeugung auf See“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pegel erfreut. Zugleich appelliert er an die Unternehmen Iberdrola (zwei Zuschläge) und KNK Wind, die den Zuschlag bekommen haben: „Jetzt sind die Bieter gefordert, diese Projekte zügig umzusetzen und damit der hochinnovativen Offshore-Windkraftindustrie eine durchgängige Auftragslage auch von Anfang bis Mitte der 2020er Jahre zu sichern. Dies ist wichtig nicht nur für Mecklenburg-Vorpommern, sondern für die gesamte deutsche Offshore-Industrie, damit sie ihren Technologievorsprung nicht verliert.“

Die drei Vorhaben sind rund um die Windparks vor Rügen geplant, die bereits in Betrieb oder gerade im Bau sind. Sie sollen insgesamt drei bis vier Millionen Megawattstunden erzeugen, der Jahresbedarf für etwa eine Million Haushalte.

Die Bundesnetzagentur hatte heute die Ergebnisse der zweiten Ausschreibung für die Erzeugung von 1.610 Megawatt offshore in Nord- und Ostsee veröffentlicht. Bezuschlagt wurden je drei Projekte in Nord- und Ostsee.

Der durchschnittliche Zuschlagswert betrug in dieser Ausschreibung 4,66 Cent pro Kilowattstunde, deutlich mehr als bei der ersten Ausschreibungsrunde (0,44 Cent). Christian Pegel kommentiert: „Das scheint mir ein realistischerer Preis, zeigt aber dennoch, dass die Vergabe der Projekte per Ausschreibung seit 2017 einhergehend mit dem technologischen Fortschritt in dieser Branche zu Preisen führt, die mit denen für konventionell erzeugte Energie konkurrieren können.

Schwesig will Austausch mit Leningrader Gebiet vertiefen

Schwerin – In der Aktuellen Stunde debattierte der Landtag in Mecklenburg-Vorpommern heute über die Regionalpartnerschaft zwischen Mecklenburg-Vorpommern und dem Leningrader Gebiet.

„Viele Menschen in unserem Land sehen die internationalen Krisen und die Entwicklung im Verhältnis zu Russland mit großer Sorge. Für mich steht deshalb an erster Stelle: Wir müssen gerade in schwierigen Zeiten weiter im Dialog mit Russland bleiben. Viele der großen internationalen Konflikte lassen sich nur gemeinsam lösen. Mit unserer Partnerschaft mit dem Leningrader Gebiet leisten wir unseren Beitrag dazu, auch in schwierigen Zeiten miteinander im Gespräch zu bleiben“, erklärte die Ministerpräsidentin in ihrer Rede.

Die Partnerschaft zwischen Mecklenburg-Vorpommern und dem Leningrader Gebiet, der Region um die Stadt St. Petersburg, habe sich seit ihrer Gründung 2002 „hervorragend entwickelt“, betonte Schwesig. „Ich möchte, dass wir diese Zusammenarbeit in den kommenden Jahren weiter vertiefen: auf wirtschaftlichem Gebiet, in der Wissenschaft, beim kulturellen Austausch.“

Trotz Sanktionen sei Russland der drittwichtigste Handelspartner Mecklenburg-Vorpommerns. „Russland ist wirtschaftlich stark in Mecklenburg-Vorpommern vertreten: im Holzcluster in Wismar mit Ilim Nordic Timber, in Vorpommern mit der Nordstream-Pipeline und in Rostock mit dem Werk der Deutschen Großwälzlager GmbH. Viele Unternehmen der Hafenwirtschaft und Logistik arbeiten eng zusammen. Diese Kooperationen wollen wir weiter ausbauen. Auch deshalb liegt mir daran, zu einem schrittweisen Abbau der wechselseitigen Sanktionen zu kommen“, sagte die Ministerpräsidentin. Die Landesregierung plane für den 17. Oktober den 3. Russlandtag in Rostock, zu dem auch wieder eine Delegation aus der Partnerregion erwartet werde.

Auch auf wissenschaftlichem Gebiet gebe es bereits Austausch. So unterhalten die Universitäten in Greifswald und Rostock sowie die Fachhochschule Stralsund Partnerschaften mit Wissenschaftseinrichtungen in St. Petersburg. „Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass wir auch auf dem Gebiet der Kultur noch enger zusammenarbeiten“, sagte Schwesig. Es sei ihr wichtig gewesen, dass bei ihrer Reise ins Leningrader Gebiet im September 2017 auch der Direktor der Rostocker Kunsthalle zur Delegation gehörte. In der Kunsthalle seien in diesem Jahr zwei Ausstellungen mit Werken von russischen Künstlerinnen und Künstlern zu sehen.

Zum Abschluss ihrer Rede ging Schwesig nochmals auf die internationale Lage ein: „Bundespräsident Steinmeier hat mit Blick auf Russland von einer gefährlichen Entfremdung gesprochen. Und er hat alle Beteiligten dazu aufgerufen, dem entgegenzuwirken. Ich unterstütze das voll und ganz“, sagte die Ministerpräsidentin. „Wir können natürlich auf regionaler Ebene keine internationalen Konflikte lösen. Aber wir wollen mit unseren Partnern im Gespräch bleiben. Wir wollen unseren Austausch weiter intensivieren. Und wir wollen dabei mithelfen, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen.“

Ostseeaktivitäten der Landesregierung

Digitale Teilhabe und Kulturtourismus sind Prioritäten

Schwerin – Die Landesregierung nimmt jährlich gegenüber dem Landtag Stellung zu ihren Ostseeaktivitäten. In diesem Jahr stehen zum einen die digitale Teilhabe und damit verbundene Verbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger des Landes im Vordergrund. Die Landesregierung betont, dass die Digitalisierung der wesentliche Antrieb der Zukunft sei. Sie betrifft nicht nur die Arbeitswelt, sondern alle gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Bereiche.

Eine Teilhabe setzt allerdings auch die Verfügbarkeit einer hochleistungsfähigen und zukunftssicheren digitalen Infrastruktur voraus. Deshalb fördert das Land Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit dem Bund den flächendeckenden Breitbandausbau im Land mit insgesamt mehr als 1 Milliarde Euro.

Zum anderen steht für die Landesregierung der Kulturtourismus im Vordergrund. Kulturrouten sind ein wichtiges touristisches Modul und daher ein wichtiger Bestandteil im Kontext des neuen Landestourismuskonzeptes.

„Die Ostseeregion ist heute eine der am stärksten entwickelten Regionen Europas, dies sollten wir Ostseeanrainerstaaten als Chance nutzen. Deshalb ist es für uns auch künftig eine Verpflichtung, nicht nur die ökonomische, soziale und kulturelle, sondern auch die touristischen Entwicklung in unserer Nachbarschaft zu fördern. Die Identifizierung des gemeinsamen Erbes in der Ostseeregion sowie deren Zusammenführung zu touristischen Routen und deren Vermarktung ist bereits Kernaufgabe zahlreicher Projekte im Ostseeraum und sollte es auch weiterhin sein. Wir teilen mit unseren Nachbarn im Ostseeraum eine Menge Kulturhistorisches, wie z.B. die Hanse oder die Backsteingotik. Im Europäischen Jahr des kulturellen Erbes 2018 feiern wir den 800. Geburtstag unserer Hansestadt Rostock. Da werden wir sicherlich zu den vielen Jubiläumshighlights zahlreiche Besucherinnen und Besucher auch aus den Ostseeanrainerstaaten begrüßen dürfen“, ist Lorenz Caffier, Minister für Inneres und Europa Mecklenburg-Vorpommern, überzeugt.

Kliffabbrüche an Rügens Nordküste

Insel Rügen – An der Nordküste Rügens ist es in den vergangenen Tagen zu zwei größeren Kliffabbrüchen gekommen. Die Abbrüche ereigneten sich vermutlich bereits am Ende der ersten Januarwoche. Ein großer Abbruchbereich befindet sich ca. 200 Meter südlich der Rettungsleiter am Kieler Bach – etwa in der Mitte der Strecke zwischen Königssstuhl und Saßnitz. Experten schätzen das Volumen des Abbruchs auf 4.000 Kubikmeter.

Grund für den Abbruch ist ein Bach aus Niederschlagswasser, das aus einer eiszeitlichen, sandigen Sedimentschicht in der Kreide austritt. Derzeit laufen dort pro Tag ca. 50 Tonnen Wasser über das Steilufer in die See, wobei Sediment ausgewaschen und das Kliff destabilisiert wird.

Der zweite größere Abbruch ereignete sich ca. 800 m weiter südlich und umfasst ca. 2.000 Kubikmeter Sediment. Dort ist ein seit Jahren deutlich sichtbarer Überhang abgebrochen.

An zwei weiteren Uferbereichen kam es außerdem zu Sedimentrutschungen. Etwa 1500 Meter südlich vom Abstieg Kieler Bach hatte sich bereits 2008 ein Kliffabbruch ereignet, aus dessen Schuttkegel nun nachgesackter und ausgeschwemmter Sand einen etwa 100 Meter langen Strandabschnitt komplett zugeschüttet hat.

Im Grenzbereich des Nationalparks zur Stadt Saßnitz befindet sich eine Sandlinse in der Kreide, aus der bereits seit Jahrzehnten terrassenförmige Bereiche nachrutschen. Dort ist jetzt eine Baumgruppe mit ihrem Wurzelbereich den Hang hinab gerutscht und steht teilweise im Wasser.

Umweltminister Dr. Till Backhaus mahnt Spaziergänger an Rügens Küste zur Vorsicht: „An aktiven Kliffs wie diesem besteht dauerhaft die Gefahr von Abbrüchen. Im Frühjahr ist die Gefahr besonders hoch. Hier besteht Lebensgefahr! Halten Sie sich unbedingt an die vorgeschriebenen Wege und an die Gebotsschilder!“

Nach den starken Niederschlägen der vergangenen Monate sind die Kliffs wassergesättigt und dadurch instabiler als in Trockenphasen. Der Rückgang der Steilufer an den Außenküsten ist ein natürlicher Vorgang. Aktive Kliffs gibt es u. a. in Großklützhöved, Nienhagen, am Fischlandhochufer, am Dornbusch, in Sellin, Göhren, Zempin und Koserow. Hier sind Abbrüche am wahrscheinlichsten. Gefährdete Kliffs sind durch fehlenden oder im Abrutschen befindlichen Bewuchs gut erkennbar.

Kreide ist ein Sediment, das zu 98 Prozent aus den Resten mikroskopisch kleiner Organismen besteht, die zur Kreidezeit im Wasser lebten und ein Kalkskelett hatten. Der an der Küste im Nationalpark Jasmund nun sichtbare Teil dieser Sedimente ist vor rund 68 Mio. Jahren gebildet worden.

In der nachfolgenden Zeit wurden die Kalksedimente im Meer überlagert und verfestigt. Durch tektonische Kräfte und durch die Eiszeit wurde eine Kreidescholle aus dem Untergrund der Ostsee wieder heraus gehoben und dabei stark deformiert. Dadurch ist die Kreide in sich in kleine Stücke zerbrochen. Auf diesen Bruchflächen kann Wasser durchsickern und es bilden sich dabei Gleitbahnen aus. Deshalb gibt es auch nach niederschlagsreichen Zeiten mehr Abbrüche als in trockenen Zeiten.

Zudem hat die Eiszeit selbst Sedimente hinterlassen, die heute auf der Kreide liegen. Dabei handelt es sich um Sand und Geschiebemergel (Kalk-, Ton-, Sand-Gemisch). Der Sand ist ein guter Grundwasserleiter. Bei der Deformation der Kreide in der Eiszeit ist diese in große Schollen zerbrochen, die teilweise untereinander geschoben wurden. Dabei wurden die ursprünglich auf der Kreide liegenden Sedimente in die Kreide eingefaltet. Auch der größere Abbruch am Kieler Bach passierte in einer solchen eiszeitlichen Sedimentauflage.

Sportboothafen in Rostock-Warnemünde soll aus- und umgebaut werden

Rostock – Die Hansestadt Rostock plant die weitere Entwicklung der Mittelmole in Rostock-Warnemünde. Das gesamte Areal soll als zentraler touristischer Anlaufpunkt neu gestaltet und weiter entwickelt werden. Ein wichtiger Baustein ist der Sportboothafen an der Nordspitze.

„Die Hafenanlage soll grundlegend ertüchtigt und ausgebaut werden. Bootsanlegestellen, Wasserwanderrastplatz und Sporteinrichtungen sollen entstehen. Die Entwicklung und infrastrukturelle Ertüchtigung der Mittelmole ist ein notwendiger Schritt zum Erhalt und zum Ausbau einer wettbewerbsfähigen lokalen und regionalen Tourismuswirtschaft“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Rostock.

Wirtschaftsminister Glawe hat in Rostock eine Zusicherung an den Oberbürgermeister der Hansestadt Roland Methling übergeben. Die Gesamtinvestitionen für das Vorhaben belaufen sich etwa auf 9,52 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) voraussichtlich in Höhe von rund 8,57 Millionen Euro.

„Mit den anstehenden Investitionen soll das maritime Angebot vor Ort weiter verbessert werden. Ziel ist es, die Attraktivität des Segel- und Sportbootstandortes Warnemünde insgesamt für Einheimische und Gäste weiter zu erhöhen“, so Glawe weiter.

Derzeit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 105 Sportboothäfen und 45 Wasserwanderrastplätze. Gästen stehen rund 400 wassertouristische Anlagen in verschiedenen Kategorien zur Verfügung – von der Marina bis zur einfachen Ein- und Ausstiegsstelle für Kanuten. Insgesamt 7.255 touristisch nutzbare Liegeplätze gibt es in Mecklenburg-Vorpommern, davon 4.308 Dauerliegeplätze und 2.947 Gastliegeplätze.

„Wir müssen stetig am touristischen Qualitätsstandard arbeiten. So gelingt es uns, eine hohe Gästezufriedenheit zu erreichen und aus unseren Urlaubern auch wiederkehrende Gäste zu machen. Dazu gehört, dass in die touristische Infrastruktur weiter investiert wird“, sagte Wirtschaftsminister Glawe abschließend.

Das Wirtschafts- und Tourismusministerium hat seit 1990 insgesamt 356 maritim-touristische Vorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 528 Millionen Euro mit knapp 408 Millionen Euro unterstützt. Investiert wurde unter anderem in den Bau von Strandpromenaden, Schiffsanlegern, Seebrücken, Anlegestellen und Rettungstürmen, barrierefreien Strandabgängen, Badestellen und Wasserwanderrastplätzen sowie Sportboothäfen. Die Mittel der Zuschüsse vom Wirtschaftsministerium stammen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und unter anderem aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Schwesig: M-V präsentiert sich in St. Petersburg

St. Petersburg – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute in St. Petersburg die Messe NEVA besucht. Dort präsentieren in den kommenden Tagen 17 Unternehmen aus der maritimen Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns an einem Firmengemeinschaftsstand oder als Einzelaussteller ihre Dienstleistungen und Produkte.

„Die maritime Wirtschaft hat eine lange Tradition in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in unserem Land. Dazu gehört der Schiffs- und Bootsbau in unseren hochmodernen Werften. Dazu gehören Zulieferer, Dienstleister, die maritime Verkehrswirtschaft, unsere modernen Häfen, das hafennahe Gewerbe und die Logistikbranche“, warb Schwesig in ihrem Grußwort bei der Eröffnung der Messe durch den russischen Transportminister Maxim Sokolov. „Wir freuen uns, dass unsere Unternehmen sich in den kommenden Tagen auf der NEVA präsentieren können.“

Während des Messerundgangs unterzeichneten die Firmen Ostseestaal GmbH und Stieblich Hallenbau Absichtserklärungen über eine Zusammenarbeit mit der Ushakovo Yards GmbH. Ostseestaal und die Werft wollen bei der Entwicklung eines neuen Schiffstyps zusammenarbeiten, der als Arbeitsschiff auf Flüssen und in küstennahen Gewässern eingesetzt werden kann. Stieblich und die Werft wollen bei der Entwicklung und Fertigung neuartiger Module aus Stahl und Glas für den Einsatz im Boots- und Schiffbau kooperieren. „Das sind gute Beispiele dafür, wie Mecklenburg-Vorpommern und das Russland die wirtschaftliche Zusammenarbeit ganz konkret ausbauen können“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Am frühen Nachmittag eröffnete Schwesig gemeinsam mit Gouverneur Alexander Drosdenko die Tage der Deutschen Wirtschaft im Leningrader Gebiet. „Russland ist seit vielen Jahren ein wichtiger Wirtschaftspartner für Mecklenburg-Vorpommern. Russland ist stark vertreten im Holzcluster in Wismar. Die Nordstream Pipeline landet bei uns an. Und im letzten Jahr hat das Unternehmern Kirov eine Produktionsstätte für Großwälzlager in Betrieb genommen. Sehr viele Unternehmen des Landes haben gute Außenhandelsbeziehungen zu Russland. Diese Beziehungen wollen wir beibehalten, intensivieren und ausweiten“, erklärte Schwesig in ihrer Rede.

B 104: Letzte Radweg-Lücke zwischen Pasewalk und Polen wird geschlossen

Pasewalk – Heute (19. September 2017) beginnt mit der Erneuerung von Durchlässen der Bau eines neuen Radwegs an der B 104 zwischen den Ortslagen Zerrenthin und Rossow (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Die 2,85 Kilometer sind der letzte noch fehlende Abschnitt der Radverbindung an der Bundesstraße zwischen Pasewalk und der polnischen Grenze. Mit Fertigstellung voraussichtlich zur Jahresmitte 2018 können die Radler die Strecke von etwa 20 Kilometern durchgehend auf einem straßenbegleitenden Radweg zurücklegen.

Die B 104 ist eine wichtige überregionale West-Ost-Fernstraße, die Mecklenburg-Vorpommern mit der Metropolregion Stettin verbindet. Wegen der hohen Verkehrsbelastung von ca. 6.175 Kraftfahrzeugen pro Tag, davon 644 Lkw, zwischen Löcknitz und Pasewalk (Stand 2015) ist dieser straßenbegleitende Radweg für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer dringend erforderlich.

Er wird in 2,50 Metern Breite überwiegend in Asphaltbauweise errichtet. In der Ortslage Zerrenthin und in einem kleineren Abschnitt wegen der Baugrundverhältnisse wird der Radweg gepflastert.

Als Ausgleichsmaßnahme werden 303 Winterlinden als durchgehende Allee gepflanzt, dazu weitere 54 Bäume als Ausgleich für den bereits fertiggestellten Abschnitt zwischen Rossow und Löcknitz. Dort war nicht genug Platz für die Ausgleichspflanzung. Gleichzeitig werden zum Schutz von Autofahrern und Bäumen Schutzplanken am Fahrbahnrand errichtet.

Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen einschließlich Grunderwerb und Erneuerung von Durchlässen etwa 872.000 Euro. Davon entfallen ca. 647.000 Euro auf den Radweg. Die Kosten werden bis auf den Eigenanteil der Gemeinde Zerrenthin für den Gehweg in Höhe von knapp 37.000 Euro entlang der Ortsdurchfahrt vom Bund finanziert.

Ministerpräsidentin Schwesig reist nach St. Petersburg

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig reist kommende Woche mit einer rund 100 Personen starken Delegation nach St. Petersburg (Russland). Im Mittelpunkt der Reise stehen ein Besuch der Schiffbaumesse NEVA und der Tage der Deutschen Wirtschaft im Leningrader Gebiet. Außerdem trifft Schwesig mit dem Gouverneur des Gebietes Alexander Drosdenko zusammen.

„Die Reise dient vor allem dem Ziel, die bestehenden Verbindungen im wirtschaftlichen Bereich auszubauen und neue Kontakte zu knüpfen. Wir unterstützen Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern dabei, auf dem russischen Markt erfolgreich zu sein“, erklärte die Ministerpräsidentin bei der Vorstellung des Reiseprogramms auf der Landespressekonferenz.

Ich freue mich sich sehr, dass viele namhafte Unternehmen aus unserem Land an der Reise teilnehmen werden“, sagte die Ministerpräsidentin weiter. „Das zeigt das große Interesse der Wirtschaft an einem weiteren Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen nach Russland.“

Es solle aber nicht allein um das Thema Wirtschaft gehen. „Ich setze auch auf eine noch engere Zusammenarbeit im Bereich Bildung und Kultur. Ich freue mich deshalb sehr, dass bei der Reise auch Vertreter der Hochschulen Stralsund, Wismar sowie der Universität Rostock sowie der Leiter der Kunsthalle Rostock mit dabei sind. Das ist ein Schwerpunkt, den ich bei meinen Auslandsreisen als Ministerpräsidentin setzen möchte“, erklärte Schwesig.

Mecklenburg-Vorpommern unterhält seit 15 Jahren eine Regionalpartnerschaft mit dem Leningrader Gebiet, der Region rund um die Stadt St. Petersburg. Teil dieser Partnerschaft sind wechselseitige Besuche von Delegationen. 2014 und 2016 hatte das Land Mecklenburg-Vorpommern zu Russlandtagen nach Rostock eingeladen.

Erster Heilwald Deutschlands

Heringsdorf – Heute setzt Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus im Rahmen des internationalen Kongresses „Gesundheitspotenzial Wald“ im Ostseebad Heringsdorf auf Usedom seine Unterschrift unter die erste Kur- und Heilwaldverordnung des Landes. Die Möglichkeit, ein Waldgebiet vorrangig gesundheitlichen Zwecken zu widmen, ist in Deutschland bisher einzigartig.

„Ein Aufenthalt im Wald wird von den meisten Menschen als angenehm und wohltuend empfunden. Mit der Verordnung legen wir den rechtlichen Grundstein, den Wald gezielt für Kurgebiete und Gesundheitseinrichtungen, für Heilanwendungen, Rehabilitation und Gesundheitsvorsorge zu nutzen. Der hohe Stellenwert von Gesundheitswirtschaft und Tourismus für das Land sowie die vielen Wälder im Umfeld der Kurorte und Seebäder bieten dafür ideale Voraussetzungen“, betonte er im Vorfeld der Veranstaltung.

Bereits 2011 wurde das Landeswaldgesetz aus dem Jahr 1993 auf Initiative von Minister Backhaus umfassend novelliert. Im Zuge dessen wurden Regelungen aufgenommen, die neue Formen der Waldnutzung ermöglichen, zum Beispiel Waldklettergärten, Waldkindergärten oder Baumhotels. Auch besteht seither die Option, neben klassischen Erholungswäldern Kur- und Heilwälder rechtsförmlich auszuweisen.

Zu Kurwäldern sollen Waldgebiete in der Umgebung von See- bzw. Heilbädern, Kur- und Erholungsorten entwickelt werden, die den anerkannten Status unterstützen und durch ihre Gestaltung und Erschließung den Kur- und Erholungsbetrieb fördern. Zu Heilwäldern werden Waldflächen mit Bezug zu Krankenhäusern/Kliniken, Gesundheitszentren, Reha- und Kureinrichtungen erklärt, die gezielt für medizinisch-therapeutische Zwecke genutzt und gestaltet werden.

Als besonderer Regelungsinhalt ist der Kur- und Heilwald in der Verordnung zur handyfreien Zonen erklärt worden, um ein ungestörtes Naturerleben zu ermöglichen. „Mit dieser SOLL-Vorschrift leisten wir als Forstbehörde einen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte um den souveränen Umgang mit neuen Medien im Alltag“, so Backhaus.

Im Anschluss an die Unterzeichnung der Verordnung übergibt Minister Backhaus in Heringsdorf den deutschlandweit ersten Kur- und Heilwald der Öffentlichkeit. Im März 2017 überreichte er der Stadt für dessen Gestaltung einen Förderbescheid in Höhe von 281.000 Euro. Mit dem Geld wurden Elemente geschaffen, die den spezifischen Bedürfnissen von chronisch kranken, älteren oder in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen entsprechen. Dazu gehören Wege, Stationen, Ruheplätze oder Leitelemente für Menschen mit Sehbehinderungen.

Das Heringsdorfer Kur- und Heilwald liegt südlich des Ortskerns in der so genannten „Alten Welt“ und ist etwa 50 Hektar groß. Die „Alte Welt“ erstreckt sich von der Bülowstraße in südwestlicher Richtung bis zur Eisenbahnstrecke Heringsdorf-Bansin. Er ist Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes „Insel Usedom mit Festlandgürtel“, des Naturparks „Insel Usedom“ sowie eines Wasserschutzgebietes. Die natur- und wasserrechtlichen Schutzanforderungen bleiben von der Verordnung unberührt. Auch die Zugänglichkeit des Waldes ist weiterhin sicherzustellen.

Die Ausweisung geht auf ein Projekt vom Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern mit der Landesforstanstalt, den Universität Rostock, München und Greifswald, dem Wirtschaftsministerium, dem Umweltministerium sowie mittlerweile 9 staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten, darunter Bad Doberan, Graal-Müritz, Heringsdorf, Sassnitz, Waren, Plau am See, Krakow am See, Klink und Baabe zurück.

Ziel war es, einen Kriterienkatalog für die Ausweisung von Kur- oder Heilwäldern nach Landeswaldgesetz zu entwickeln. Dies geschah auf Grundlage von Projektgebieten – Wälder mit einer Fläche von 20 bis über 200 Hektar in Gewässernähe, die bereits in unterschiedlicher Intensität von Erholungssuchenden frequentiert werden. Seit 2015 wird ein Folgeprojekt durchgeführt, das unter anderem auf die Erweiterung der gesundheitstouristischen Angebotspalette und die deren Qualitätssicherung abzielt.

Den beteiligten Kommunen wurden auf Grundlage der erarbeiteten Wald- und Gesundheitskonzepte über eine Million Euro ELER-Mittel durch die Landesforstanstalt zur Verfügung gestellt.

Insgesamt gibt es hierzulande 61 Kur- und Erholungsorte. Sie verfügen über 72.000 der landesweit insgesamt 300.000 Hektar Wald, die mit Erholungsfunktion in der Waldfunktionenkartierung erfasst wurden.

„Ich hoffe, dass sich künftig weitere Kommunen an dem Projekt beteiligen werden und erkennen, dass sie mit ihren Waldflächen einen großen Schatz ihr Eigen nennen können. Wichtig ist mir, dass die gesundheitstouristischen Angebote im Einklang der Natur entwickelt werden. Wo die Entwicklung von Bettenkapazitäten einseitig zulasten der umgebenden Natur geht, entzieht sich der Tourismus seiner Existenzgrundlage“, sagte Backhaus abschließend.

Erörterung zu Nord Stream 2: Fischer von Pipeline kaum beeinträchtigt

Stralsund – Die Belange der Fischerei sowie der Offshore-Windparkbetreiber standen heute (18. Juli 2017) im Mittelpunkt der Erörterung der Stellungnahmen und Einwendungen zur Verlegung der Erdgasleitung Nord Stream 2 durch die Ostsee von Russland nach Deutschland.

Am zweiten Tag der Erörterung in Stralsund hatte das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Fragen und Anmerkungen zum Schutz der Fischer und Fischbestände vor allem im Greifswalder Bodden. Für die voraussichtlich einjährige Bauzeit sicherten die Vertreter von Nord Stream 2 zu, dass die Bauschiffe auf strengen Routen verkehren würden. Diese würden tagesaktuell mit den Fischern abgestimmt, so dass diese sich bei der Reusen- und Stellnetzfischerei darauf einstellen könnten.

Wenn die Pipeline dann verlegt ist, gäbe es keinerlei Einschränkungen für die Fischer. Die Leitung werde im Boden des Greifswalder Boddens verbaut. Auch in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), wo die Leitung auf dem Meeresboden aufliegen soll, sei keine Beeinträchtigung zu erwarten. Die Erfahrungen mit der 2010/2011 verlegten Leitung Nord Stream ließen gar auf das Gegenteil schließen: „2013 war die Pipeline vollständig mit Miesmuscheln besetzt, die wiederum Fische anlocken. Die Trasse ist inzwischen zum Lieblingsfanggebiet in der AWZ geworden“, sagte ein von Nordstream beauftragter Meeresbiologe und belegte dies mit Monitoring-Berichten und Videos.

Auf die Nachfrage, ob die Fischer im Bodden nach Bau der Pipeline wie bisher ihre Reusenpfähle in den Grund schlagen könnten, antworteten die Investoren: „Es ist auch unser Interesse, dass die Reusenpfähle nicht die Pipeline gefährden. Unsere Erfahrungen mit Nord Stream lassen auf keinerlei Beeinträchtigungen schließen.“

Auf die Sorge um die Heringsbestände antworteten die Nord-Stream-2-Experten ebenfalls mit den Monitoring-Ergebnissen der bereits vorhandenen Erdgasleitung: Demnach war die Differenz zwischen Heringsfangquote und tatsächlich gefangenem Fisch in deren Baujahr 2010 geringer als in den Jahren davor und danach. Um die Einwanderung der Heringe nicht zu gefährden, soll zudem zwischen 1. Januar und 15. Mai nicht gebaut werden.

Die Forderung des Thünen-Instituts für Ostseefischerei, das Bauzeitenfenster bis in den Juni zu verlängern, lehnen die Vorhabenträger ab. Das Laichverhalten der Heringe würde durch den Bau nicht beeinflusst, da die Laichstätten mehrere Kilometer abseits der Trasse lägen. Auch auf die Laichaktivitäten habe die erste, nahezu parallel verlaufende Pipeline keinen messbaren Einfluss gehabt. Die Thematik bleibt der Abwägung vorbehalten.

Die Windparkbetreiber um Rügen sorgen sich ebenso wie Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz um die Kabelanbindung der Offshore-Anlagen. Für sechs unterseeische Stromkabel zum Anschluss der Windparks liegt der Planfeststellungsbeschluss vor – und 50 Hertz muss die Termine für die Anbindung einhalten. Abgestimmt werden muss dazu, wie die Stromkabel die Pipeline kreuzen und vor allem der zeitliche Rahmen der Verlegung. Ein Kreuzungsvertrag zwischen beiden Parteien wird zurzeit ausgearbeitet. Die Investoren sicherten auch zu, dass der Verkehr der Bauschiffe abgestimmt werde, da im kommenden Jahr auch der Offshore-Windpark Arkona errichtet werden soll.

Nord Stream 2: Natur- und Umweltschutz am ersten Tag der Erörterung

Stralsund – Am ersten Tag der Erörterung der Stellungnahmen und Einwendungen zur Verlegung der Erdgasleitung Nord Stream 2 durch die Ostsee von Russland nach Deutschland heute (17. Juli 2017) in Stralsund ging es vorrangig um die Stellungnahmen der Organisationen aus den Bereichen Natur- und Umweltschutz.

Erstes Thema war der Vogelschutz. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hatte angeregt, in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) ein engeres Bauzeitenfenster festzuschreiben, um Rastvögel wie Seetaucher und Eisenten zu schützen. Die Vorhabenträger entgegneten, dass sich das Bauzeitenfenster an den störempfindlichen Arten im Küstenmeer ausrichten müsse. Die Zahl der Rastvögel in der AWZ sei im fraglichen Zeitraum laut Monitoring-Ergebnissen zufolge sehr gering. Die Beteiligten einigten sich darauf, sich mit dem BfN und dem Staatlichen Amt für Umwelt und Natur (StALU) Vorpommern über eventuell engere Bauzeiten abzustimmen.

Mehrere Fragen und Anregungen hatte das Umweltbundesamt. So fordert es, in einer Genehmigung für Nord Stream 2 den Rückbau und sachgerechte Entsorgung festzuschreiben. Die Investoren hielten dem entgegen, dass es bislang keine Rechtsgrundlage für eine solche Auflage gebe. Zumal zur Zeit der Außerbetriebnahme in voraussichtlich 50 Jahren neue Erkenntnisse zu erwarten seien. Unter deren Berücksichtigung sollte dann entschieden werden, wie mit der Leitung verfahren werden solle. Das Umweltbundesamt beharrte darauf, den Rückbau jetzt festzuschreiben. „Die Thematik bleibt somit der Abwägung vorbehalten“, erklärte Bergamtsleiter Thomas Triller.

Festgeschrieben werden soll laut Umweltbundesamt auch eine Wasserdruckprüfung der Leitung zur Prüfung der Dichtheit. Die Vertreter der Nord Stream 2 AG verwiesen darauf, dass sowohl die Wasserdruckprüfung als auch eine alternative Prüfvariante mit Luft im Antrag beschrieben worden seien. Nord Stream will sich nach Vorgaben der Behörden für die am besten geeignete Variante entscheiden.

Umfassend diskutiert wurde das Thema Korrosionsschutz der Rohre mit Hilfe von Opfer-Anoden aus Aluminium. Auf die Sorge, das Aluminium könne ins Meerwasser sowie die darin lebenden Organismen übertragen werden, entgegneten die Vorhabenträger: Aluminium sei das am häufigsten vorkommende Metall in unserer Umwelt. So bestehe Ostseesand zu fünf Prozent daraus. Das Aluminium lagere sich als Aluminium-Hydroxid in Form einer gelben Kruste an den Rohren ab, so wie auch am Boden von Aluminium-Schiffen. Es werde nicht ins Meerwasser übergehen. Zudem sei – weltweit – nie nachgewiesen worden, dass sich Aluminium in Fischen oder Meeresfrüchten anreichere. Das treffe auch auf Zink zu, weiterer Bestandteil der Anoden und nach Aluminium zweithäufigstes Metall in der Ostsee.

Auf die Kritik, dass im Nord Stream-Antrag keine Alternative zu dieser Art Korrosionsschutz aufgezeigt werde, verwies der Vorhabenträger darauf, dass Fremdstromanodenanlagen für Offshore-Anlagen nirgends vorgeschrieben, Opferanoden hingegen technisch erprobt und robust seien. Worauf Dr. Nico Nolte vom BSH darauf hinwies, dass man durchaus anstrebe, Betreiber von Offshore-Windparks zum Fremdstromanoden-Korrosionsschutz zu bewegen.

Die Sorge, dass Kunststoffe als Plastikrückstände beim Verschweißen der Rohre bzw. durch Abrieb ins Meerwasser austreten könnten, nannten die Nord-Stream-Vertreter unbegründet. Die Rohre seien komplett von Beton ummantelt.

Auf die Frage, warum nur am Anfang und am Ende der Pipeline Absperreinrichtungen vorgesehen seien, verwiesen die Vorhabenträger auf die „Regelwerke zu Offshore-Leitungen“, die solche Vorrichtungen nur an Einspeise- und Anlandestation verlangten. Im Seegebiet sei dies nicht üblich.

Die Vertreter des Naturschutzbunds (NABU) stellten vor allem die Zahlen und Studien in Frage, mit der der Vorhabenträger die energiewirtschaftliche Notwendigkeit der neuen Erdgas-Pipeline begründet. Nach den von Nord Stream 2 vorgelegten Szenarien müsse der Rückgang europäischer Gas-Vorkommen, aber auch der Ausstieg aus Kern- und Kohleenergie bei einem Status Quo im Energiebedarf – zumindest mittelfristig – durch Erdgas ausgeglichen werden. Die NABU-Vertreter kritisierten, dass politische Ziele wie das Pariser Klimaschutzabkommen nicht berücksichtigt worden seien. Die Investoren erwiderten, dass sie nicht mit Zielen kalkulieren könnten, deren Erfüllung nicht garantiert sei. Energieversorgung müsse als eine wichtige Säule der Daseinsvorsorge sicher gewährleistet sein, so wie das Energiewirtschaftsgesetz es festschreibe, – und das sei zumindest für die kommenden 20 Jahre in Europa nur mit zusätzlichem Erdgas möglich. Eine Einigung konnte in diesem Punkt nicht erzielt werden. Die Argumente beider Seiten werden nun aufgenommen und in die Entscheidung einfließen.

Gedanken machen sich die NABU-Vertreter um eventuelle Munitionsreste entlang der geplanten Erdgastrasse und deren Beseitigung. Die Investoren sagten daraufhin, dass die Trasse mit Magnetometern und Gravimetern gründlich untersucht worden, die Auswertung aber noch nicht abgeschlossen sei. Sollte der zuständige Munitionsbergungsdienst einen Fund als nicht bergungsfähig einstufen, würde umtrassiert. „Wir schließen zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus, dass gesprengt wird.“ Bergamt und BSH einigten sich mit dem Investor darauf, die Auswertung der Untersuchungen sowie den daraus resultierenden Handlungsplan vor der Entscheidung über die Genehmigung zu erhalten.

Die Erdgastrasse soll nahezu parallel zur 2010 verlegten Leitung Nord Stream (1) von den russischen Erdgasfeldern des Jamal-Gebietes auf dem Boden der Ostsee nach Deutschland verlegt werden. Über den Greifswalder Bodden soll sie nach Lubmin und dort so wie Nord Stream (1) an Land geführt werden.

Länge: 1200 km Davon durch deutsches Hoheitsgebiet: 85 km Geplante Transportkapazität: 55 Milliarden Kubikmeter/Jahr Konstruktion: Zwei Rohrstränge, jeweils aus von Beton umwandelten Einzelrohren à 12 m Länge Geplante Investitionskosten: 8 Mrd. Euro Genehmigungsverfahren in: Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Russland Geplanter Baubeginn: 2018