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Tag: 19. Februar 2026

Komm‘ an Deck, Doc!

Bewerbungsphase für die erweiterte Landarztquote 2026 beginnt in wenigen Wochen

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern beginnt in der zweiten Märzhälfte die Bewerbungsphase für die sogenannte Landarztquote. Mit dem diesjährigen Durchgang kann das Land neben Medizinstudienplätzen erstmals auch Plätze in Pharmazie und Zahnmedizin in einem eigenen Auswahlverfahren vergeben. „Damit wird das bisherige Landarztgesetz um eine neue und bundesweit einzigartige Weise erweitert“, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese am Donnerstag in Schwerin.

Grundlage dafür bildet das Gesetz zur Begegnung der medizinischen Unterversorgung in ländlichen oder strukturschwachen Regionen in Mecklenburg-Vorpommern, das der Landtag Ende Januar beschlossen hat. „Ziel ist es, die medizinische und zahnmedizinische Versorgung sowie auch die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger durch Apotheken im ländlichen Raum des Landes und den Öffentlichen Gesundheitsdienst langfristig zu stärken“, verdeutlichte die Ministerin.

Drese informierte, dass Bewerberinnen und Bewerber ab diesem Jahr ein vom Gesundheitsministerium neu konzipiertes Auswahlverfahren durchlaufen, das noch stärker als bisher sowohl die fachliche als auch die persönliche Eignung berücksichtigt.

„Dabei wird nicht allein auf die Abiturnote abgestellt, sondern wir suchen Studienbewerberinnen und -bewerber, die großes Interesse an der Tätigkeit im ländlichen Raum in Mecklenburg-Vorpommern haben und sich hierfür besonders persönlich eignen, z.B. durch ehrenamtliches Engagement“, sagte Drese. „So haben auch Interessierte mit einem Abiturschnitt von 2,0 oder 2,5 Chancen auf einen Studienplatz, wenn sie sich nach Studium und Facharztweiterbildung verpflichten, mindestens zehn Jahre in unterversorgten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns tätig zu sein“, betonte die Ministerin.

Nach Angaben von Drese stehen bei einer erhöhten Vorabquote von zehn Prozent in der Humanmedizin etwa 42 Studienplätze, in der Zahnmedizin 8 Studienplätze und im Bereich der Pharmazie 7 Studienplätze pro Jahr zur Verfügung.

Neu ist außerdem, dass die bisherigen Möglichkeiten der künftigen Landärztinnen und Landärzte im Vergleich zur bereits etablierten Praxis bei der Wahl der Weiterbildung ausgedehnt werden. „Künftig können Absolventen nicht ausschließlich als Hausärztinnen und Hausärzte oder Kinderärztinnen und Kinderärzte tätig werden, sondern je nach regionalem Versorgungsbedarf auch weitere Facharztrichtungen einschlagen, sofern ein Mangel herrscht“, so Drese.

Starten wird das neue Bewerbungsverfahren für ein Medizin-, Zahnmedizin- oder Pharmaziestudium via Landarztquote an den Universitäten Greifswald und Rostock in der zweiten Märzhälfte. „Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen. Im Falle einer erfolgreichen Bewerbung kann dann ein Studium bereits zum kommenden Wintersemester im Oktober 2026 aufgenommen werden“, verdeutlichte Drese.

Weitere Informationen zu Fristen, Ablauf des neuen Auswahlverfahrens sowie häufig gestellte Fragen zu allen drei Studiengängen wird das Gesundheitsministerium rechtzeitig vor Beginn des Bewerbungsverfahrens bereitstellen. In der Zwischenzeit können sich Interessierte mit Fragen oder Anliegen aber bereits direkt an das Gesundheitsministerium wenden und dafür die Mailadresse landarzt@sm.mv-regierung.de oder die Hotline 0385-588 19990 nutzen.

Mehr Schutz in der Schule und im digitalen Raum

Kinder- und Jugendmedienschutztagung 2026 an der Universität Greifswald

Greifswald – Social Media, Online-Spiele und Messenger Chats gehören für Kinder und Jugendliche heute zum Alltag – persönliche Treffen mit Freundinnen und Freunden werden nicht selten durch digitale Begegnungen ersetzt. Junge Menschen stehen täglich im Spannungsfeld zwischen intensiver Mediennutzung und realer Lebenswelt. Um Kinder und Jugendliche wirksam vor Gewalt,

Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt zu schützen, sind tragfähige Schutzkonzepte und eine starke, präventiv ausgerichtete Schulkultur notwendig. Darüber sprechen Expertinnen, Experten, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte von Schulen und der Jugendhilfe bei der Kinder- und Jugendmedienschutztagung Mecklenburg-Vorpommern am 24. Februar 2024 an der Universität Greifswald.

Tom Scheidung, Staatssekretär im Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern: „Schulen sind Orte des Lernens, des Miteinanders und des Vertrauens. Damit sie es bleiben, brauchen sie starke Schutzkonzepte – sowohl analog als auch digital. Die Kinder- und Jugendmedienschutztagung leistet einen wichtigen Beitrag dazu, Lehrkräfte zu sensibilisieren, Handlungssicherheit zu stärken und eine Schulkultur zu fördern, in der Sicherheit, Respekt und Teilhabe selbstverständlich sind.“

Dr. Christian Frenzel, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Bau Mecklenburg-Vorpommern: „Schutzkonzepte sind ein zentrales Instrument der Gewaltprävention – in der Schule ebenso wie im digitalen Raum. Der wirksame Schutz von Kindern und Jugendlichen gelingt nur im engen Zusammenspiel von Bildung, Prävention und Sicherheitsbehörden. Die Fachtagung schafft hierfür einen wichtigen Rahmen, um diejenigen zu vernetzen, die Verantwortung tragen und mit ihnen gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“

Prof. Dr. Ines Sura-Rosenstock, Lehrstuhl für Medienpädagogik und Medienbildung, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Greifswald: „Schutzkonzepte entfalten ihre Wirkung dort, wo Schule als gemeinsamer Schutz- und Entwicklungsraum verstanden wird. Die Kinder- und Jugendmedienschutztagung bringt wissenschaftliche Erkenntnisse und schulische Praxis zusammen und stärkt damit die professionelle Handlungssicherheit aller Beteiligten. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche nachhaltig zu schützen und ihre Beteiligung an einer respektvollen und sicheren Schulkultur zu fördern.“

Die Fachtagung mit dem Titel „Analog. Digital. Sicher. Schutzkonzepte für eine starke Schulkultur“ ist eine Kooperationsveranstaltung des Innenministeriums mit dem Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung, dem Landeskriminalamt, der Universität Greifswald und dem Medienpädagogischen Zentrum des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung. Im Fokus stehen die Prävention sexualisierter Gewalt, die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern an Schutzprozessen sowie die Handlungssicherheit bei Verdachtsfällen.

In Gesprächsforen, Fachvorträgen und praxisnahen Workshops beleuchten Expertinnen und Experten aus Bildung, Psychologie, Wissenschaft, Polizei, Justiz sowie der Kinder- und Jugendhilfe konkrete Handlungsmöglichkeiten. Impulse geben unter anderem Prof. Dr. Simone Pülschen und Dr. Elisabeth Quendler-Adamo.  

Maßnahmen des Landes gegen Gewalt  

Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren viele Maßnahmen zur Stärkung des Kinderschutzes und der Gewaltprävention an Schulen auf den Weg gebracht. Das Bildungsministerium hat mit dem neuen Anti-Gewalt-Konzept und der landesweiten Aufklärungskampagne zu den Themen psychische Belastungen und sexualisierte Gewalt den Kinderschutz und die Gewaltprävention an unseren Schulen zusätzlich gestärkt.

Zugleich setzt das Land auf die kontinuierliche Sensibilisierung und Qualifizierung von Lehrkräften, damit sie handlungssicher werden. Das Medienpädagogische Zentrum bietet hierzu Fortbildungen im Bereich der Medienbildung, Digitalisierung und Prävention in unterschiedlichen Veranstaltungen an. Auch die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Innenressort, insbesondere im und mit dem Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung, trägt dazu bei, Schutzräume zu schaffen – in der Schule, im digitalen Raum und im gesellschaftlichen Umfeld.