Menü Schließen

Tag: 11. März 2026

Neues Ölbekämpfungsschiff „LÜTT MATTEN“

Taufe am. 12. März 2026 in Sassnitz

Insel Rügen – Das neue Ölbekämpfungs- und Mehrzweckarbeitsschiff „LÜTT MATTEN“ steht kurz vor seiner offiziellen Indienststellung. Die Probefahrten des Neubaus aus der niederländischen Damen-Werft in Gorinchem sind erfolgreich verlaufen. Damit wird ab morgen ein modernes und leistungsfähiges Einsatzmittel für die Bekämpfung von Meeresverschmutzungen in der Ostsee und hier insbesondere im Raum Rügen und der Pommerschen Bucht zur Verfügung stehen.

Das Havariekommando hatte bei dem Neubauprojekt die Federführung – von der europaweiten Ausschreibung über den Bau bis hin zur anstehenden Übergabe. Das Schiff geht nach der Fertigstellung in treuhänderisches Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern über und wird künftig in Sassnitz stationiert.

„Die Ostsee ist Lebensraum, Wirtschaftsraum und Naturerbe zugleich. Mit der LÜTT MATTEN stärken wir unsere Fähigkeit, schnell und wirksam auf Schadstoffunfälle zu reagieren und unsere Küsten zu schützen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Gerade im Raum Rügen mit zunehmendem Schiffsverkehr ist eine leistungsfähige maritime Notfallvorsorge von großer Bedeutung.“

Die „LÜTT MATTEN“ wurde als modernes Ölbekämpfungs- und Mehrzweckarbeitsschiff konzipiert. Das rund 24 Meter lange und 9 Meter breite Spezialschiff ist mit einem modernen Ölauffangsystem samt entsprechenden Tanks sowie über einen leistungsstarken Kran, einem Schlepphaken und einer Schwerlastwinde ausgestattet, die unter anderem Bergungs- und Schleppaufgaben ermöglichen. Dank eines Tiefgangs von rund zwei Metern kann es auch in flachen Küstengewässern eingesetzt werden.

Neben der Schadstoffunfallbekämpfung kann das Schiff auch für weitere maritime Aufgaben eingesetzt werden – etwa bei der Ankerbergung, bei Transportaufgaben oder für unterstützende Tätigkeiten auf See. Insbesondere soll die LÜTT MATTEN aber auch für Gewässermonitoringaufgaben eingesetzt werden. Hierfür verfügt das Schiff über einen so genannten Moonpool, eine Öffnung im Rumpf des Schiffes, die das Aussetzen spezieller Messsonden erlaubt. Zudem wird aktuell die Beschaffung eines Laborcontainers vorbereitet.

 „Mit der LÜTT MATTEN erhalten wir ein modernes und vielseitiges Schiff, das die maritime Notfallvorsorge in der östlichen Ostsee nachhaltig stärken wird“, so der Leiter des Havariekommandos Dr. Robby Renner. „Die LÜTT MATTEN wird sich in ein schlagkräftiges System von Schiffen und Geräten integrieren, das die Menschen entlang der Küste und unsere Umwelt vor den Auswirkungen von Unfällen schützt.“

Bei Bau und Betrieb des Schiffes wurde ein neues Konzept umgesetzt: Beschafft wurde die LÜTT MATTEN von den Küstenländern im Rahmen ihrer gemeinsamen Vorsorge zur Bekämpfung von Meeresverschmutzungen. Der nautische und technische Betrieb erfolgt durch die Reedereien Otto Wulf GmbH & Co. KG und Pegasus Shipping GmbH & Co. KG. Im Alltagsbetrieb kann das Schiff auch für gewerbliche Aufträge eingesetzt werden, wodurch die laufenden Kosten für die öffentliche Hand reduziert werden.

Im Einsatzfall steht das Schiff dem Land und dem Havariekommando zur Verfügung und muss innerhalb von zwei Stunden bereitgestellt werden. Die Einsatzleitung übernimmt im Falle einer komplexen Schadenlage das Havariekommando.

Der Neubau entstand in rund einem Jahr Bauzeit. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 8,2 Millionen Euro, die von den Küstenländern im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung zur Bekämpfung von Meeresverschmutzungen entsprechend ihrer Anteile getragen werden, für MV bedeutet dies einen Anteil von etwa 1,4 Mio. Euro.

Die fünf norddeutschen Küstenländer stellen jährlich etwa 10,14 Millionen. Euro im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung zur Schadstoffunfallbekämpfung bereit. M-V hat in den letzten 23 Jahren (2003 bis 2025) circa 33,3 Millionen Euroin die Vorsorge zur Schadstoffunfallbekämpfung investiert.

Die feierliche Schiffstaufe und Indienststellung der „LÜTT MATTEN“ findet morgen (12. März 2026) im Hafen von Sassnitz statt. Die Taufpatenschaft übernimmt Dr. Sylva Rahm-Präger, Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis 34 auf Rügen und Vorsitzende des Ausschusses für Klimaschutz, Landwirtschaft und Umwelt im Landtag Mecklenburg-Vorpommern. Als Vertreterin der Region, in der das Schiff künftig stationiert sein wird, wird sie dem neuen Ölbekämpfungs- und Mehrzweckarbeitsschiff symbolisch eine sichere Fahrt und erfolgreiche Einsätze zum Schutz der Ostsee wünschen.

Leseband: Zwischenergebnisse der Evaluation vorgestellt

Oldenburg: Wenn Kinder täglich lesen, werden sie schneller und sicherer

Schwerin – Die tägliche Lesezeit an den Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern zeigt erste positive Effekte. Das verdeutlichen die Zwischenergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation zum Leseband, den Bildungsministerin Simone Oldenburg in der Grundschule Boltenhagen vorgestellt hat. Besonders bei der Leseflüssigkeit lassen sich messbare Verbesserungen feststellen. Die Evaluation wird nach wissenschaftlichen Kriterien von der Universität Greifswald durchgeführt.

„Mit dem Leseband haben wir eine feste tägliche Lesezeit an allen Grundschulen eingeführt“, sagte Bildungsministerin Oldenburg. „Die ersten Ergebnisse zeigen: Diese Entscheidung war für die Entwicklung der Kinder wichtig und zielführend, denn sie lesen bereits nach einem Jahr deutlich fließender. Genau das ist eine entscheidende Grundlage für erfolgreiches Lernen.“

Seit dem Schuljahr 2024/2025 ist das Leseband an allen öffentlichen Grundschulen fest im Stundenplan verankert und zieht sich wie ein Band durch den Schulalltag. An jedem Unterrichtstag lesen die Schülerinnen und Schüler 20 Minuten unabhängig des Faches. Die Schulen können dabei verschiedene Methoden einsetzen – etwa Vorlesen und Mitlesen, das gemeinsame Lesen mit einem Lesepartner (Tandemlesen), Leseaktivitäten nach einem Würfelergebnis mit dem „Ich-Du-Wir-Würfel“, das Vorlesetheater oder das Hören von Hörbüchern und Mitlesen im Buch.

„Lesen ist eine Schlüsselkompetenz für den gesamten Bildungsweg. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder regelmäßig und strukturiert üben können. Das Leseband sorgt dafür, dass Lesen jeden Tag in der Schule einen festen Platz hat“, so Oldenburg weiter.

Für die Evaluation wurden bislang 3.173 Schülerinnen und Schüler in zwölf Grundschulen getestet. Die Auswahl der Schulen berücksichtigt eine repräsentative Verteilung im städtischen und ländlichen Raum sowie verschiedene soziale Ausgangslagen der Kinder. Hauptziel ist die Evaluation der Leseentwicklung. Dazu werden die Leseflüssigkeit und das Leseverständnis auf Wort-, Satz- und Textebene getestet. Die bisherigen Auswertungen zeigen: In den Jahrgangsstufen 1 bis 3 profitieren die Schülerinnen und Schüler klar in der Leseflüssigkeit. Die Effekte werden mit zunehmender Jahrgangsstufe stärker und sind in Klasse 3 besonders ausgeprägt. „Gerade beim Lesen gilt: Übung macht den Meister. Wenn Kinder täglich lesen, werden sie schneller und sicherer. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, Texte auch gut zu verstehen“, sagte die Ministerin weiter.

Beim Leseverständnis zeigen die Zwischenergebnisse ein differenziertes Bild. In den unteren Jahrgangsstufen fallen die Effekte teilweise noch uneinheitlich aus, während in höheren Jahrgangsstufen bereits deutlich positive Entwicklungen erkennbar sind. „Das Leseband konzentriert sich bewusst auf die Leseflüssigkeit. Diese grundlegende Fähigkeit ist die Basis für das spätere Textverständnis. Deshalb ergänzt das Leseband die bestehenden Angebote zur Leseförderung – es ersetzt sie nicht“, erklärte Oldenburg.

Innerhalb der Evaluation werden zeitversetzte Kohorten einer Jahrgangsstufe miteinander verglichen. Kinder, die zu Beginn des Schuljahres 2024/2025 in Jahrgangsstufe 2 waren (zu diesem Zeitpunkt hatten diese Kinder noch keine Lesebandförderung), wurden mit den Schülerinnen und Schülern verglichen, die im Schuljahr 2025/2026 in Jahrgangsstufe 2 waren und bereits ein Jahr lang mit dem Leseband gelernt haben. So lassen sich auch die anderen Grundschuljahrgänge miteinander vergleichen.

Die bislang vorliegenden Ergebnisse der Evaluation des Lesebandes sind noch nicht belastbar, da die Testungen noch nicht abgeschlossen sind. Abschließende Ergebnisse werden im Herbst 2026 erwartet. „Die Zwischenergebnisse der Evaluation geben wichtige Hinweise, dass wir mit der täglichen Lesezeit auf dem richtigen Weg sind. Gleichzeitig werden wir die Entwicklung weiter sorgfältig beobachten und die Leseförderung an unseren Schulen konsequent weiter stärken“, sagte die Bildungsministerin.

„Mit der Evaluation des Lesebands hat unser Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung einen wichtigen Schritt unternommen, um die Wirksamkeit unterrichtlicher Maßnahmen systematisch zu überprüfen“, sagte Professorin Dr. Kathrin Mahlau von der Universität Greifswald. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Studie liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie sich die Leseförderung in den Grundschulen unseres Bundeslandes gezielt weiterentwickeln lässt. So zeigen unsere Befunde, dass insbesondere die Förderung des Leseverstehens in den unteren Jahrgangsstufen künftig stärker in den Fokus rücken sollte“, so Mahlau.

Backhaus: Rinderhaltung bleibt Schlüssel für Ernährungssicherheit

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den leistungsstärksten Milchregionen Deutschlands. Rund 145.000 Milchkühe werden im Land gehalten. Mit einer durchschnittlichen Milchleistung von etwa 10.500 bis 10.800 Kilogramm pro Kuh und Jahr liegt Mecklenburg-Vorpommern deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus betonte heute anlässlich des 35. Milchrindtages Mecklenburg-Vorpommern in Woldegk die Bedeutung der Rinderhaltung für Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und ländliche Räume.

„Die Tierhaltung – und damit auch die Rinderhaltung – ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Landwirtschaft“, sagte Backhaus. „Sie sichert Einkommen für landwirtschaftliche Betriebe, schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum und sorgt dafür, dass hochwertige Lebensmittel aus der Region produziert werden.“

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Mecklenburg-Vorpommern wurden im November 2025 im Land 443.861 Rinder gehalten, darunter 145.072 Milchkühe. Damit blieb der Bestand im Vergleich zum Frühjahr weitgehend stabil. Im Mai 2025 waren es 443.699 Rinder und 145.577 Milchkühe. „Diese Zahlen zeigen, wie leistungsfähig unsere Milchviehbetriebe sind. Die Milchmenge, die in Mecklenburg-Vorpommern ermolken wird, ist seit Jahren konstant. Im selben Umfang, wie die Zahl der Tiere sinkt, steigt die Leistung je Tier“, sagte Backhaus. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein Gunststandort für die Milchproduktion.“

Gleichzeitig sieht der Minister die Tierhaltung insgesamt unter Druck. „Zahlreiche Betriebe sehen offenbar in der Milchviehhaltung keine Zukunft und geben auf – etwa wenn ein personeller Wechsel an der Spitze eines Unternehmens stattfindet. Und: Wenn ein Standort erst einmal aufgegeben wird, entsteht dort in der Regel kein neuer mehr“, betonte Backhaus. „Deshalb ist jeder Betrieb wichtig und verdient politische Unterstützung. Ich möchte den Negativtrend stoppen.“

Ein zentrales Thema für die Betriebe bleibt die Entwicklung am Milchmarkt. Im November 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern im Durchschnitt 43,8 Cent pro Kilogramm Milch gezahlt, während der bundesweite Durchschnitt bei 46,4 Cent pro Kilogramm lag.

Die Rentabilität der Milchproduktion hat sich im Jahr 2025 zunächst deutlich verbessert. Viele Betriebe konnten wirtschaftlich arbeiten, die erfolgreichsten Betriebe erzielten sogar mehr als 10 Cent Gewinn pro Kilogramm Milch. Seit einigen Monaten hat sich die Marktlage jedoch stark eingetrübt.

Im Dezember befanden sich die Milchmengen in Deutschland weiterhin auf einem für diese Jahreszeit hohen Niveau. Für das Gesamtjahr 2025 wurde eine Mehrmenge von 1,2 Prozent gegenüber 2024 registriert. Das umfangreiche Rohstoffangebot setzte die Preise über den Jahreswechsel unter Druck. Besonders deutlich zeigte sich der Preiskampf im Buttermarkt, wo hohe Angebotsmengen zu sinkenden Preisen führten.

Im Januar 2026 sind die Milcherzeugerpreise in Deutschland durchschnittlich um 3,87 Cent pro Kilogramm gegenüber dem Vormonat gesunken. Für Februar wird ebenfalls ein leichter weiterer Rückgang erwartet. „Wenn die Preise über längere Zeit gut sind, steigt selbstverständlich die produzierte Menge. Im selben Umfang geraten die Preise unter Druck. Das ist ein normaler Zyklus in der Marktwirtschaft, wenngleich die momentane Situation auch für mich schwer zu ertragen ist. Die Landwirtinnen und Landwirte arbeiten hart, aber können mit solchen Preisen wie jetzt gerade nicht existieren“, erklärte Backhaus.

Mit Sorge blickt der Minister zudem auf die aktuellen Reformvorschläge zur Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP). Nach ersten Berechnungen könnten die Direktzahlungen für Mecklenburg-Vorpommern von derzeit rund 314 Millionen Euro auf etwa 151 Millionen Euro sinken – ein Rückgang um mehr als 50 Prozent. Hintergrund sind unter anderem geplante Kappungs- und Degressionsregelungen bei den Direktzahlungen. Nach ersten Berechnungen wären über 1.400 landwirtschaftliche Betriebe im Land von Kürzungen betroffen, mehr als 1.000 Betriebe sogar von einer Kappung der Zahlungen.

„Diese Vorschläge würden unsere Agrarstrukturen massiv benachteiligen. Weniger Förderung bedeutet weniger Investitionen, weniger Arbeitsplätze und letztlich weniger Landwirtschaft im ländlichen Raum“, warnte Backhaus. Der Minister verwies darauf, dass jeder Arbeitsplatz in der Landwirtschaft zahlreiche weitere Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette sichert. „An einem landwirtschaftlichen Arbeitsplatz hängen rund sieben weitere Jobs – etwa in der Landtechnik, im Maschinenbau, in der Saatgut- und Düngemittelproduktion, in der Lebensmittelverarbeitung oder im Handel.“

„Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern erhalten und stärken. Sie ist ein zentraler Baustein für regionale Wertschöpfung, Ernährungssicherheit und lebendige ländliche Räume.“