Meeresbiologe Kai Hoppe testet in Gingst spielerische Ansätze der Umweltbildung
Insel Rügen – Genial. Wenn Zehnjährige die Ostsee retten, geht das spielerisch, miteinander und mit viel Spaß. Das probierte Klassenleiterin Nicole Hoppe mit ihren Grundschülern aus der 4b aus und sammelte an dem Klassennachmittag wertvolle Erfahrungen. „Wir durften mit einem Wissensspiel Situationen im richtigen Leben nachstellen“, sagt sie zufrieden über Mitmach- und Lerneffekte in dem symbolischen Rettungsszenario.
Für den Rettungsversuch hatte sie ihren Ehemann Kai Hoppe gewonnen, der als Meeresbiologe am Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht arbeitet. Dort koordiniert er die Forschungsmission „Schutz und nachhaltige Entwicklung der Ozeane“. Ein Baustein seiner Arbeit ist die Umweltbildung, bei der er auf Materialien der HELCOM zurückgreift. Die Abkürzung steht für den schon 50 Jahre währenden Zusammenschluss aller Ostseeanrainerstaaten in der Helsinki-Kommission.

„Experten haben das kooperative Kartendeck-Bauspiel ,Ecosfera baltica‘ entwickelt“, erklärt Kai Hoppe die Grundlage für die Ostseerettung durch Kinder. In dem Spiel gehe es darum, durch das Sammeln von Elementen, Pflanzen und Tierkarten verschiedene Habitate zu schützen. Alle Spieler erweitern und optimieren ihr „Kartendeck“ während des Spiels ständig durch passende Karten, mit denen sie das Ökosystem für alle Meereslebewesen sichern oder wiederherstellen.
Nach Kai Hoppes Meereskundevortrag über die Nahrungsnetze in der Ostsee, ging es mit Feuereifer an das Sammeln der Karten. Dabei spielten die Kinder nicht gegeneinander, sondern in Abstimmung und Wohlwollen miteinander. Sie erlebten dabei, dass sie so am besten die passenden Kombinationen für den Schutz der Meere erreichen und die „bösen“ Belastungskarten wie Überfischung, Überdüngung und Verschmutzung vermeiden konnten. „Erst wenn man mithilfe von beispielsweise Planktonalgen, Heringen und Seehunden alle sechs Habitate bewahrt hat“, so Kai Hoppe, „gilt die Ostsee als gerettet.“
In allen drei Spielgruppen fanden die Kinder die besten Wege dahin und bewiesen, was eine Gemeinschaft mit logischem Denken und einem gelebten Füreinander erreichen kann. Einige von ihnen waren so begeistert, dass sie das Spiel ausleihen und den Kampf für die Ostsee zu Hause fortführen wollten.