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Tag: 6. Mai 2026

Schwesig: Landesregierung steht für Qualität in den Kitas

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute in der Aktuellen Stunde des Landtages darüber informiert, dass die Landesregierung gemeinsam mit den Akteuren im Kita-Bereich an einem Perspektivplan für die Kitas arbeitet, um die Arbeitsplätze der Erzieherinnen und Erzieher abzusichern und zu weiteren Verbesserungen bei der Kita-Qualität zu kommen. Die Ziele Beitragsfreiheit, Betreuungsumfang und Qualität seien dabei gleichermaßen wichtig.

„Wir brauchen ein gutes, flächendeckendes Angebot. Wir brauchen gleichzeitig die beitragsfreie Kita, um Familien zu entlasten. Und wir brauchen eine gute Qualität. Und dazu gehört für mich, den Betreuungsschlüssel weiter zu verbessern“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Die Landesregierung habe in den letzten Jahren viele Schritte unternommen, um die Qualität der Kitas weiter zu verbessern. Seit 2020 ist die Kita in Mecklenburg-Vorpommern beitragsfrei. Der Personalschlüssel im Kindergarten ist von ursprünglich 1:18 auf inzwischen auf 1:14 abgesenkt worden.

Zudem hätten die Erzieherinnen und Erzieher mehr Vor- und Nachbereitungszeiten erhalten. Mit dem Landesvertrag gebe es jetzt verbindliche Regelungen für einen Mindestpersonalschlüssel. „Das alles waren Schritte für mehr Qualität in unseren Kitas. Außerdem werden die Erzieherinnen und Erzieher heute besser bezahlt.“

Das Land stelle heute mehr Geld für die Kitas zur Verfügung als je zuvor. Die Landesregierung befinde sich bereits seit letzten Jahr im Forum Gute Kita im Dialog mit allen Akteuren im Kita-Bereich. „Ich nehme die Sorgen der Eltern und der Erzieher sehr ernst. Deshalb ist mir dieser Prozess sehr wichtig. Ich nehme auch meine Gespräche mit den Initiatoren des Volksbegehrens ernst.

Und deshalb ist es unser Ziel, in den nächsten Wochen einen konkreten Vorschlag vorzulegen. Erstens, wie wir zur Beschäftigungssicherheit kommen für die Erzieherinnen und Erzieher. Zweitens, wie wir zu einem Perspektivplan kommen, wie wir weiter den Betreuungsschlüssel absenken. Drittens, wie auf Basis dieses Perspektivplans die Kita-Bedarfsplanung in den Kommunen, inklusive Altersabgängen angepasst wird.“

Da die Lage im Land unterschiedlich ist, seien konkrete Zahlen der Kommunen und Träger nötig, die abgefordert seien. „Ziel ist, zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Wir brauchen einen seriösen, finanzierbaren Fahrplan, damit sich alle Akteure darauf verlassen können.“

Nach Wal-Einsatz: Backhaus fordert Antworten und bessere Strukturen

Schwerin – Im Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern sind bislang keine Daten zum Verbleib und Zustand des in die Nordsee verbrachten Buckelwals eingegangen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus kritisierte die fehlende Rückmeldung der privaten Initiative und forderte mehr Transparenz.

„Ich hätte mir hier deutlich mehr Transparenz gewünscht“, sagte Backhaus. Vereinbart gewesen sei, dass der Initiative Daten zum Zustand des Tieres sowie zur Ortung übermittelt werden. „Diese Informationen liegen bislang nicht vor.“

Zugleich stellte der Minister klar, dass er sich nicht an Spekulationen über das Schicksal des Wals beteiligen werde: „Es gibt keinen gesicherten Nachweis über den Tod des Tieres. Ich beteilige mich nicht an Spekulationen.“

Der Minister zog zugleich eine differenzierte Bilanz des Einsatzes: „Der Rettungsversuch hat dem Wal die Chance gegeben, in seinem natürlichen Lebensraum zu überleben. Genau darum ging es.“

Für die Zukunft brauche es jedoch bessere Strukturen und klare Abläufe bei vergleichbaren Ereignissen. Auf der Umweltministerkonferenz, die heute in Leipzig mit Ländervorbesprechungen startet, setzt sich MV für einen runden Tisch Walstrandungen ein, um künftig klare Zuständigkeiten, abgestimmte Verfahren und verbindliche Strukturen für vergleichbare Einsätze zu schaffen.

Backhaus mahnte zudem, die Debatte nicht auf den Einzelfall zu verengen: „Der Wal ist ein sichtbares Zeichen – die eigentlichen Probleme liegen tiefer.“ Er verwies auf den Zustand der Meere insgesamt: Jährlich gelangen weltweit rund 400 Millionen Tonnen Schadstoffe in die Ozeane. Etwa 80 Prozent der Verschmutzung stammen von Land, rund drei Viertel des Mülls im Meer bestehen aus Kunststoff. „Wenn wir Meeressäuger wirksam schützen wollen, müssen wir diese Ursachen angehen – Verschmutzung, Lärm, Schiffsverkehr und Beifang.“

Der Minister betonte, dass es sich bei dem Buckelwal um einen Ausnahmefall handele. „Diese Tiere sind in der Ostsee nicht heimisch.“ Der eigentliche Handlungsbedarf liege beim Schutz des Schweinswals: „In der zentralen Ostsee leben nur noch wenige hundert Tiere. Hier müssen wir ansetzen.“

Auf der Umweltministerkonferenz setzt sich das Land deshalb unter anderem für mehr Schutzräume, gezielte Maßnahmen gegen Beifang und einen wissenschaftsbasierten Ansatz im Meeresschutz ein. Bereits heute stehen rund 50 Prozent des Küstenmeeres unter Schutz, und es wurden zahlreiche Maßnahmen wie Renaturierungen und Seegrasprojekte umgesetzt.

Abschließend verwies Backhaus auf die Bedeutung der Fischerei: „Die Küstenfischerei ist Teil unserer kulturellen Identität und ein anerkanntes immaterielles Kulturerbe.“ Die Zahl der Betriebe sei seit der Wende von rund 950 auf etwa 270 zurückgegangen. „Das zeigt, wie sensibel wir hier abwägen müssen. Meeresschutz und Küstenfischerei müssen zusammen gedacht werden.“

Meeresschutz stärken und Kompetenzen bündeln

MV setzt auf wirksame statt pauschale Maßnahmen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt nimmt am Freitag, 7. Mai, an der 106. Umweltministerkonferenz (UMK) in Leipzig teil. Im Mittelpunkt stehen Forderungen nach einem verbesserten Meeresschutz in Nord- und Ostsee, Konsequenzen aus den wiederholten Walstrandungen sowie Fortschritte bei der Munitionsbergung und beim Wildtiermanagement.

„Das Ökosystem von Nord- und Ostsee ist durch vielfältige Nutzungen und stoffliche Einträge stark belastet. Daraus folgt ein klarer Auftrag: mehr Meeresschutz – aber wirksam und nicht nur auf dem Papier“, sagt Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern setzt sich daher für mehr und wirksamere Ruhe- und Rückzugsräume ein, in denen sich Arten und Lebensräume ohne direkte Beeinträchtigungen durch menschliche Nutzung erholen können. Solche geschützten Bereiche sind ein zentraler Baustein für den Schutz von Meeressäugern, weil sie Störungen reduzieren und sichere Rückzugsräume schaffen.

Ergänzend setzt das Land auf gezielte Maßnahmen zur Verringerung konkreter Risiken – insbesondere beim Beifang durch die traditionelle Kleine Küstenfischerei sowie im Umgang mit Geisternetzen. Grundlage ist dabei ein klarer Ansatz: Maßnahmen müssen dort ansetzen, wo tatsächlich Gefahren bestehen und auf den besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

Auch bei der Industriefischerei verfolgt Mecklenburg-Vorpommern diesen differenzierten Weg und setzt sich für eine wirksame Regulierung auf EU-Ebene ein.

„Ich bleibe dabei: Wir brauchen mehr Meeresschutz. Daran hat sich auch nach den Erfahrungen mit der Walrettung nichts geändert“, stellt Backhaus klar. „Aber dieser Schutz muss wirksam und verhältnismäßig sein. Er darf nicht dazu führen, dass wir gewachsene Strukturen an unserer Küste zerstören.“

Die Küstenfischerei sei nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch Teil unserer kulturellen Identität und als immaterielles Kulturerbe anerkannt. „Die Zahl der Betriebe ist seit der Wende bereits massiv zurückgegangen –  von rund 950 auf heute etwa 270 im Haupt- und Nebenerwerb. Diese Entwicklung zeigt, wie sensibel wir hier abwägen müssen. Unser Ziel ist es, Meeresschutz und Fischerei gemeinsam zu denken – nicht gegeneinander auszuspielen.“

„Mecklenburg-Vorpommern verfügt bereits über eine sehr hohe Schutzgebietsdichte: Rund 50 Prozent des Küstenmeeres stehen unter Schutz. Gleichzeitig wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt – von Renaturierungen über Schutzgebietsbetreuung bis hin zur Wiederherstellung von Seegraswiesen und Riffstrukturen.

„Meeresschutz findet längst statt – entscheidend ist, ihn weiter zu verbessern und zielgerichtet auszubauen“, so Backhaus.

Die jüngsten Buckelwal-Strandungen haben aus Sicht des Landes gezeigt, dass es klarere Strukturen und abgestimmte Verfahren braucht.

Mecklenburg-Vorpommern setzt sich daher für einen länderübergreifenden „Runden Tisch Walstrandungen“ ein. Ziel ist ein gemeinsames Konzept mit klaren Zuständigkeiten, abgestimmten Abläufen und einer tragfähigen Koordinierungsstruktur.

„Solche Einsätze sind hochkomplex. Wir brauchen klare Verantwortlichkeiten, abgestimmte Prozesse und eine gemeinsame Linie über Ländergrenzen hinweg“, sagt Backhaus.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bergung von Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee. Mecklenburg-Vorpommern fordert vom Bund mehr Tempo und Verlässlichkeit.

Konkret wird die Vorlage der Ergebnisse aus den Pilotbergungen sowie ein gemeinsames Finanzierungsmodell für die langfristige Munitionsbeseitigung gefordert.

„Hier handelt es sich um eine Generationenaufgabe. Der Bund muss gemeinsam mit den Ländern für klare Zuständigkeiten und eine verlässliche Finanzierung sorgen“, so Backhaus.

Zudem setzt sich das Land für die schnelle Einrichtung des Bundeskompetenzzentrums „Munitionsbergung aus dem Meer“ in Rostock ein.

Auch beim Umgang mit dem Kormoran spricht sich Mecklenburg-Vorpommern für einen ausgewogenen Ansatz aus.

Vor dem Hintergrund eines stabilen Bestands setzt sich das Land dafür ein, die rechtlichen Spielräume zu erweitern und ein europaweites Management zu prüfen.

„Wir brauchen einen Ausgleich zwischen Artenschutz und den berechtigten Interessen der Fischerei“, betont Backhaus.

Landesfinale des 17. Plattdeutsch-Wettbewerbs

Oldenburg: Der Wettbewerb zeigt, wie jung und zeitgemäß unsere Traditionen interpretiert werden können

Güstrow – Am Samstag, 9. Mai 2026, treffen sich die besten jungen Plattschnackers in der Aula der Regionalen Schule „Richard Wossidlo“ in Güstrow zum Landesfinale des 17. Plattdeutsch-Wettbewerbs. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 9:30 Uhr. Unter dem Motto „Plattdüütsch allerwägens ünnerwägens – 150 Johr Martha Müller-Grählert“ präsentieren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ihre Beiträge und stellen unter Beweis, wie lebendig und vielfältig die plattdeutsche Sprache heute ist.

„Der Wettbewerb zeigt, wie jung und zeitgemäß unsere Traditionen interpretiert werden können. Ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt, mit welcher Kreativität und Leidenschaft die Teilnehmenden ‚Plattdüütsch‘ leben: allerwägens ünnerwägens“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Sprachen, und dabei gerade das Plattdeutsche, verbinden Menschen und Generationen. Wer Plattdeutsch spricht, bewahrt nicht nur eine Regionalsprache, sondern stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl in unserem Land. Mein besonderer Dank gilt den Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern, Eltern und Großeltern, die die jungen Talente so engagiert unterstützen“, so Oldenburg.

Insgesamt 219 Kinder und Jugendliche aus 21 angemeldeten Einrichtungen haben am Wettbewerb teilgenommen und 32 Beiträge eingereicht. Die Finalisten haben die Jury bereits in den Regionalwettbewerben der Schulamtsbereiche Greifswald, Schwerin, Rostock und Neubrandenburg mit ihren digitalen Projekten überzeugt. Die Beiträge sind vielfältig: Von Video- und Audioaufnahmen über Lesungen und szenische Darstellungen bis hin zu digitalen Formaten wie Kurzfilmen. Eine Fachjury bewertete die Beiträge nach Kriterien wie Aussprache, Interpretation, Originalität und Kreativität.

Beim Landesfinale in Güstrow wird Jette Bolz, Botschafterin für Niederdeutsch, die Preise und Urkunden an die Gewinnerinnen und Gewinner überreichen. „Ich bin schon jetzt gespannt auf die Auftritte und freue mich auf viele unvergessliche Momente. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, mit wie viel Kreativität und Leidenschaft sich junge Menschen mit der plattdeutschen Sprache auseinandersetzen. Die Jury wird es sicherlich nicht leicht haben, die besten Beiträge zu küren, denn jede Darbietung trägt auf ihre Weise dazu bei, unsere Sprache lebendig zu halten. Välen Dank, leiwe Plattdüütschfrünn!“, so die Botschafterin, die selbst Teil der Jury ist.

Organisiert wird der Plattdeutsch-Wettbewerb vom Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung. Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt und steht 2026 im Zeichen des 150. Geburtstags der Zingster Heimatdichterin Martha Müller-Grählert, der Verfasserin des berühmten „Ostseewellen-Liedes“.