Menü Schließen

Tag: 11. Mai 2026

Große Erfolge beim Landesfinale des 17. Plattdeutsch-Wettbewerbs

Mehr als 200 junge Sprachtalente zeigen, wie lebendig und vielfältig die plattdeutsche Sprache ist

Güstrow – Beim Landesfinale des 17. Plattdeutsch-Wettbewerbs haben junge Sprachtalente aus Mecklenburg-Vorpommern ihre kreativen Beiträge präsentiert. Das Motto: „Plattdüütsch allerwägens ünnerwägens – 150 Johr Martha Müller-Grählert“. In der Aula der Regionalen Schule „Richard Wossidlo“ in Güstrow haben sie gezeigt, wie lebendig und vielfältig die plattdeutsche Sprache ist. Die Bandbreite reichte von Liedbeiträgen über szenische Darstellungen bis hin zu Kurzfilmen.

„Beim Plattdeutsch-Wettbewerb haben junge Menschen eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie viel Freude und Kreativität in der Sprache steckt. Sie sind die besten Botschafter für das Plattdeutsche heute und in Zukunft“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Dieser Wettbewerb ist ein Fest der Sprache und der Gemeinschaft. Mein herzlicher Dank gilt allen, die diesen Tag möglich gemacht haben: den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, den Lehrkräften, den Eltern und Großeltern, die die Kinder und Jugendlichen so großartig unterstützen und nicht zuletzt dem Organisationsteam.“

Jette Bolz, Botschafterin für Niederdeutsch, hat als Mitglied der Jury die Preise und Urkunden überreicht: „Mir war es eine große Freude, so viel Talent und Begeisterung für das Niederdeutsche zu erleben. Jede Darbietung hatte ihre ganz eigene Handschrift und hat gezeigt, wie viel Leben, Kreativität und Herz in unserer Sprache stecken. Die Entscheidung ist uns alles andere als leichtgefallen, am liebsten hätten wir noch viel länger zugehört.“

Insgesamt 219 Kinder und Jugendliche aus 21 angemeldeten Einrichtungen nahmen am Wettbewerb teil und hatten 32 Beiträge eingereicht. Die Finalisten überzeugten die Jury bereits in den Regionalwettbewerben der Schulamtsbereiche Greifswald, Schwerin, Rostock und Neubrandenburg mit ihren digitalen Projekten.

Der Plattdeutsch-Wettbewerb wird seit 2013 durch das Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) des Bildungsministeriums organisiert. Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt.

Preisträgerinnen und Preisträger:

Kategorie Kita

  1. Platz: Kita „Knirpsenland“ aus Laage
  2. Platz: Kita Lüsewitz aus Groß Lüsewitz
  3. Platz: Kita „Muschelsucher“ aus Zingst

Kategorie Grundschule

  1. „Die andere Grundschule“ aus Groß Nemerow
  2. Grundschule Mönchgut aus Mönchgut
  3. Grundschule „Fritz Reuter“ aus Ludwigslust

Kategorie Klasse 5-9

  1. Evangelisches Schulzentrum Demmin „Katharina von Bora“
  2. Reuterstädter Schulcampus Stavenhagen
  3. Förderzentrum „Schule am Schwanenteich“ aus Rostock

Klasse 10-13

  1. Goethe-Gymnasium Demmin

Die prämierten Sprachtalente wurden mit folgenden Preisgeldern ausgezeichnet – für den 1. Platz mit 500 Euro, für den 2. Platz mit 300 Euro und für den 3. Platz mit 100 Euro. Außerdem wurden Sachpreise wie bunte Lieder- und Lesebücher, Sprach-Spiele, Viereckstücher und für Grundschulen die Heimatschatzkiste vergeben. Darüber hinaus konnten sich die Siegerinnen und Sieger in den oberen Klassenstufen über eine Einladung zum Sprachcamp „Plietsch und Platt“ in Schwerin-Mueß freuen.

Den Sonderpreis des Landes und damit je 250 Euro bekamen die Schülerinnen und Schüler der „Schule am Bodden“ aus Neuenkirchen bei Greifswald für Ihre Theaterstücke „Hänsel und Gretel“ und „Aschenputtel“ sowie das Förderzentrum „Schule am Schwanenteich“ aus Rostock, das auch den 3. Platz im Landesfinale belegte. Die Grundschüler aus Vorpommern erhielten zudem eine Heimatschatzkiste für den Unterricht.

15. Jahre Hospiz am Aubach

Schwesig: Jeder Mensch hat das Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat in ihrem Grußwort zum 15. Jubiläum des Hospizes am Aubach die dortige Arbeit gewürdigt: „Jeder Mensch hat das Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen. Das steht in der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland. Dazu gehört, dass die Vorstellungen, Werte und Wünsche von Sterbenden respektiert werden. Diesem Ziel fühlt sich auch das Hospiz am Aubach verpflichtet. Die Menschen, die im Hospiz tätig sind, sind Tag und Nacht für die Sterbenden und ihre Angehörigen da.“

Sie danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nicht auf die Uhr schauten, wenn zum Ende ihrer Arbeitszeit noch jemand etwas brauche. Sie danke für die Fachkunde, das Einfühlungsvermögen und die gute Zusammenarbeit im Team. Schwesig würdigte ebenso die Verdienste von Pflegedienstleitung, Katy Nülken, die sie als engagierte Hospizleiterin kennen- und schätzen gelernt habe. Sie habe mit ihrem Engagement das Hospiz am Aubach 15 Jahre lang nachhaltig geprägt.

„Besonders bedanken möchte ich mich auch bei den Ehrenamtlichen im Hospiz. Die Hospizbewegung hat ihre Wurzeln im Ehrenamt. Ehrenamtliche sind im Hospiz tätig, unterstützen die Gäste und ihre Familien. Sie hören zu. Sie geben Zeit. Ehrenamt im Hospiz ist anspruchsvolles, intensives Ehrenamt, das den ganzen Menschen fordert“, so die Ministerpräsidentin weiter. Für dieses Engagement danke sie sehr.

Sie ergänzte: „Das Hospiz am Aubach ist auch finanziell auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen. Fünf Prozent seiner Kosten muss das Hospiz aus Spenden und ehrenamtlicher Hilfe aufbringen.“ Daher gelte auch allen Unterstützerinnen und Unterstützern ein ganz herzliches Dankeschön. „Herzlichen Glückwunsch zu 15 Jahren Hospiz am Aubach und alles Gute“, wünschte sie zum Abschluss.

Zu Besuch in der Jenaplanschule

Im Jubiläumsjahr des Deutschen Schulpreises stehen Preisträgerschulen im Fokus

Rostock – Bildungsministerin Simone Oldenburg hat anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Deutschen Schulpreises die Jenaplanschule Rostock besucht. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Robert Bosch Stiftung sowie Mitgliedern der Jury des Deutschen Schulpreises informierte sie sich über die pädagogische Arbeit der Schule, die 2015 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurde.

„Die Jenaplanschule Rostock zeigt eindrucksvoll, wie modernes Lernen gelingen kann – mit Gemeinschaft, Eigenverantwortung und individueller Förderung“, sagte Bildungsministerin Oldenburg während ihres Besuchs. „Die Auszeichnung mit dem Deutschen Schulpreis ist bis heute eine schöne Anerkennung für das große Engagement des Kollegiums und der gesamten Schulgemeinschaft.“

Der Deutsche Schulpreis feiert im Jahr 2026 sein 20-jähriges Bestehen. Seit 2006 zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung gemeinsam mit Partnern Schulen aus, die mit innovativer Praxis und erfolgreicher Schulentwicklung überzeugen. Im Jubiläumsjahr besuchen Bildungsministerinnen und Bildungsminister bundesweit Preisträgerschulen, um gute Bildungspraxis sichtbar zu machen und den Austausch zu fördern.

Die Jenaplanschule Rostock ist eine Integrierte Gesamtschule mit Grundschulteil in öffentlicher Trägerschaft. Derzeit lernen dort 800 Schülerinnen und Schüler in 34 Klassen. Grundlage der pädagogischen Arbeit ist das Jenaplan-Konzept, das auf Gemeinschaft, Selbstständigkeit und individuelle Förderung setzt. Die reformpädagogische Schulform wurde in den 1920er Jahren von Peter Peterson entwickelt und ersetzt Jahrgangsklassen durch jahrgangsgemischte Stammgruppen. Der Unterricht fußt auf vier Säulen: Gespräch, Arbeit, Spiel und Feier.

Die Schulleitung und das Kollegium nutzten den Besuch der Bildungsministerin, um sich über aktuelle Aufgaben auszutauschen und Perspektiven moderner Schulentwicklung zu diskutieren. Bildungsministerin Simone Oldenburg hob dabei hervor: „Schulen wie die Jenaplanschule geben wichtige Impulse für unser Schulsystem. Moderne Schulkonzepte und Lernformen sind auch an öffentlichen Schulen möglich. Nicht die Trägerschaft – ob öffentlich oder frei – ist ausschlaggebend, sondern das Engagement der Lehrkräfte.“

Die Jenaplanschule Rostock gehört zu den vier Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, die bislang mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurden. Dazu zählen außerdem das Regionale Berufliche Bildungszentrum Müritz (Hauptpreisträger 2022), das Evangelische Schulzentrum Martinschule Greifswald (Hauptpreisträger 2018) sowie die Schule am Park Behrenhoff (Preisträger 2010).

Land will neues Feuerwehrgerätehaus in Völschow fördern

Ines Jesse: „Wir stärken die Feuerwehren in unserem Land.“

Völschow – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute an die Gemeinde Völschow eine Förderankündigung in Höhe von bis zu 600.000 Euro für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr übergeben.

„Leistungsfähige Feuerwehren brauchen zeitgemäße Rahmenbedingungen. Mit dem Neubau schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass die Kameradinnen und Kameraden vor Ort auch künftig schnell und zuverlässig helfen können“, sagte Staatssekretärin Jesse. „Damit stärken wir unsere Feuerwehren, das Ehrenamt und den ländlichen Raum insgesamt.“

Das Vorhaben in Völschow ist Teil des Projekts „Musterfeuerwehrhaus Mecklenburg-Vorpommern“. Ziel ist es, standardisierte und seriell herstellbare Feuerwehrgerätehäuser zu entwickeln, die von den Kommunen bedarfsgerecht abgerufen und zügig umgesetzt werden können. Durch die Standardisierung werden Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und Baukosten reduziert. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit des Innenministeriums mit dem Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz (LPBK), den Feuerwehrverbänden, der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse Nord sowie weiteren Partnern umgesetzt.

Für die modernen Musterfeuerwehrgerätehäuser stellt die Landesregierung mit dem neuen Programm 50 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt werden damit 58 Vorhaben im Land über Sonderbedarfszuweisungen gefördert. In den vergangenen Jahren wurden bereits 15 Millionen Euro für konventionelle Feuerwehrgerätehäuser bereitgestellt. Damit konnten bereits 32 Einzelvorhaben für Sanierungen, Erweiterungen und Neubauten ausgewählt werden.

Voraussetzung für die endgültige Bewilligung der Sonderbedarfszuweisung ist, dass die Gemeinde alle erforderlichen Unterlagen vollständig vorlegt. Die Gesamtkosten für das geplante zweistellige Musterfeuerwehrgerätehaus werden auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt.

Europäische Tagung der Leitungen von Justizvollzugsschulen in M-V

Justizministerin Jacqueline Bernhardt begrüßt in Güstrow Gäste aus 15 deutschen Bundesländern, Österreich und der Schweiz.

Güstrow – „Ich freue mich, die Leiterinnen und Leiter der Justizvollzugsschulen aus fast allen Bundesländern, der Schweiz und Österreich dieses Jahr in Güstrow begrüßen zu dürfen. Die jährliche Tagung hat in Güstrow historischen Charakter. Hier soll Luxemburg offiziell als neuer Teilnehmer aufgenommen werden. Der Austausch auf der Tagung ist wie die Arbeit im Vollzug sehr wichtig. Länderübergreifend haben wir alle ein Ziel:

Unsere Auszubildenden sollen das Rüstzeug für die Straffälligenarbeit, für Resozialisierungsarbeit bekommen. Wenn es uns gelingt, verurteilte Menschen nach der Haftentlassung auf ein Leben ohne neue Straftaten vorbereitet zu haben, dann haben wir für das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft das Beste geleistet. Das bedeutet aber auch, dass wir unsere Ausbildung stetig auf den Prüfstand stellen und mit der Zeit gehen“, sagte die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow zur Begrüßung der 20 Tagungsgäste.

„Wir haben unsere Ausbildung bewusst praxisnah ausgerichtet. Die Lernphasen in den Justizvollzugsanstalten sind unverzichtbar für das Verständnis im Vollzug. Auch dass wir am Ende der Ausbildung eine praktische Prüfung fordern, trägt zur Qualität der Ausbildung bei. Der theoretische Teil wurde weiterentwickelt. Als Ministerin, die neben der Justiz auch für Gleichstellung zuständig ist, bin ich sehr dankbar, dass aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Themen Einzug in den Lehrplan gehalten haben wie etwa der Umgang mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder Mobbing. Diese Themen sollen aber nicht nur Theorie sein. Wir haben auch praktische Umsetzungen vollzogen. In der JVA Bützow beispielsweise gibt es ein Supervisions- und Schutzformat für weibliche Bedienstete“, so Ministerin Bernhardt.

„Die Gleichstellungspolitik hat in meiner Amtszeit einen sehr bedeutenden Platz in der gesamten Justiz eingenommen. Wenn ich mir die gesellschaftlichen Debatten und auch die Vorfälle zum Nachteil von Frauen ansehen, muss ich sagen: Endlich hat das Umdenken auch hier begonnen. In jedem Bereich des Lebens sollte Gleichstellung eine Rolle spielen“, erklärte die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt weiter.

„Wie alle suchen auch wir händeringend Nachwuchs. Dafür investieren wir. In diesem Jahr wurde die Zulage für Anwärterinnen und Anwärter von 35 auf 50 Prozent erhöht. Das machen immerhin rund 200 Euro mehr im Monat aus. Wir haben das Einstiegsalter auf 18 herabgesetzt. Somit sind die Klassen jünger geworden. Früher lag der Durchschnitt um 26 bis 29 Jahre.

Heute liegt er im Schnitt bei 22 Jahren. Wir werben auf Social Media oder auf Ausbildungsmessen. Die Justizvollzugsanstalten organisieren Berufsinfotage, an denen junge Menschen hautnah den Beruf im Vollzug kennenlernen können. Auf Veranstaltungen wie dem MV-Tag, den Gänsemarkttagen in Bützow oder bei Tagen der offenen Tür im Ministerium in Schwerin fahren wir den großen Gefangenenbus auf. Das alles hat uns zumindest in den letzten Jahren wieder steigende Bewerbungszahlen beschert.

Wir müssen laut trommeln, um sogar innerhalb des öffentlichen Dienstes auf uns aufmerksam zu machen. Das machen wir, obwohl der Justizvollzug eigentlich am erfolgreichsten ist, wenn es nahezu still um ihn ist. Aber er ist eben eine der verantwortungsvollsten und damit wichtigsten Bereiche unseres Rechtsstaates. Einher geht auch die Frage nach der Gewinnung von Lehrkräften. Denn keine Ausbildung ohne Ausbilderinnen und Ausbilder“, so Ministerin Bernhardt.