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Tag: 2. September 2026

Land stärkt medizinische Versorgung in Vorpommern

Neue Großgeräte für das Klinikum Karlsburg

Karlsburg – Die medizinische Versorgung in Vorpommern wird weiter gestärkt. Mit einem so genannten Letter of Intent (LOI) hat das Land seine Absicht erklärt, für das Klinikum Karlsburg die Anschaffung weiterer medizinischer Großgeräte zu fördern. Dabei handelt es sich um ein da Vinci 5-Operationssystem und einen Magnetresonanztomographen (MRT).

Wissenschaftsministerin Bettina Martin, Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue, die Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport, Sylvia Grimm, sowie der Vorstandvorsitzende der Universitätsmedizin, Prof. Dr. Klaus Hahnenkamp, haben am Mittwoch eine entsprechende Erklärung in Karlsburg unterzeichnet.

„Wir investieren zielgerichtet in den Klinik-Standorts Karlsburg – zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Mit der Investition in den neuen da Vinci 5-OP-Roboter wird es landesweit erstmals möglich sein, Herzoperationen mit dieser hoch innovativen und präzisen Technologie durchzuführen. Nach dem Zusammengehen des Klinikums Karlsburg mit der Universitätsmedizin Greifswald stellen wir sicher, dass sich beide medizinisch starken Standorte gemeinsam hoch innovativ aufstellen. So steht mit dem neuen OP-Roboter den Patientinnen und Patienten eine medizinische Versorgung auf allerhöchstem Niveau zur Verfügung“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin „Mit der gemeinsamen Erklärung, die wir heute unterzeichnen, unterstreicht die Landesregierung, dass auch sie Verantwortung für das Gelingen des Zusammengehens beider Kliniken übernimmt.“

Das da Vinci 5-Operationssystem erfordert Investitionen von rund vier Millionen Euro. Die drei beteiligten Ministerien haben jetzt vereinbart, dass das Wissenschaftsministerium und die Universitätsmedizin Greifswald jeweils 1,5 Millionen Euro tragen und das Sozialministerium eine Million Euro.

Das da Vinci 5-Operationssystem stärkt die medizintechnologische Weiterentwicklung und Innovationskraft des herzchirurgischen Schwerpunktes am Standort Karlsburg. Die Investition umfasst neben der Anschaffung des Operationssystems auch die Schaffung der für dessen Installation und Betrieb notwendigen baulichen und technischen Voraussetzungen, einschließlich der erforderlichen Infrastruktur, heißt es in dem Letter of Intent.

Das MRT wird den Standort in die Lage versetzen, auch künftig die Qualitätskriterien für die Leistungsgruppe 20 („Komplexe periphere arterielle Gefäße“) zu erfüllen, die schwerpunktmäßig in Karlsburg erbracht werden soll. Die Anschaffung dient damit unmittelbar der Erfüllung der Ziele der Krankenhausstrukturreform.

„Mit dem da Vinci 5-Operationssystem wird Karlsburg bei der robotisch unterstützten Herzchirurgie in Mecklenburg-Vorpommern neue Maßstäbe setzen. Dass diese innovative Technologie künftig erstmals auch für Herzoperationen in unserem Land eingesetzt wird, ist ein starkes Signal für den Standort und seine medizinische Entwicklung. Gemeinsam mit der Universitätsmedizin Greifswald schaffen wir damit zusätzliche Möglichkeiten für moderne Behandlung und stärken zugleich die besondere Expertise in Karlsburg. So sieht eine Krankenhausreform aus, die nicht nur Strukturen verändert, sondern neue Chancen für die medizinische Versorgung eröffnet“, sagt Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue.

„Durch die Fusion von Karlsburg und der Universitätsmedizin Greifswald entsteht ein Krankenhaus mit klaren Schwerpunkten an zwei Standorten, dass eine bessere Qualität in der Versorgung gewährleisten kann, als jedes der Krankenhäuser alleine. Die nun vereinbarten Investitionen sind dafür ein wichtiger Baustein: Das MRT schafft die Voraussetzungen, Leistungen wie die komplexen peripheren Gefäßerkrankungen künftig gezielt in Karlsburg zu konzentrieren, während das da Vinci-System einen Innovationsschub in der Herzchirurgie darstellt. So ergänzen sich die Stärken beider Standorte und kann die Behandlungsqualität durch eine gezielte Konzentration von medizinischen Eingriffen auf spezialisierte Kliniken nachhaltig gesteigert werden. Genau darin liegt aus unserer Sicht der Mehrwert der Fusion – und davon sollen vor allem die Patientinnen und Patienten in Vorpommern profitieren.“, sagte Staatssekretärin Sylvia Grimm.

„Wir halten unser Versprechen und bauen den Standort Karlsburg weiter aus“, sagte Prof. Klaus Hahnenkamp, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Vorstand der UMG. „Wir sind dem Land Mecklenburg-Vorpommern und insbesondere dem Wissenschafts-, dem Gesundheits- und dem Finanzministerium und ihren Leitungen sehr dankbar, dass sie uns auch weiter tatkräftig unterstützen. Gemeinsam investieren wir in die spitzenmedizinische Versorgung der Menschen weit über die Region und das Bundesland hinaus. Das gilt für exzellente Diagnostik und Behandlung im künftigen Gefäßzentrum genauso wie für die robotik-assistierte Herzchirurgie auf höchstem Niveau.“

Das Klinikum Karlsburg – eine auf die Behandlung von Herz- und Stoffwechselerkrankungen spezialisierte Klinik ist seit dem 1. Januar 2026 eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Universitätsmedizin Greifswald. Zum 1. Januar 2027 wird die vollständige Integration in die Universitätsmedizin erfolgen.

Land fördert Ersatzbrückenbau über den Mühlenbach

Dr. Wolfgang Blank: „Wer Regionen nachhaltig stärken will, muss ihre Infrastruktur zukunftsfest machen“

Schwanheide – Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute in Schwanheide einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 540.000 Euro für den Ersatzbau der Brücke über den Mühlenteich in der Zweedorfer Straße übergeben. Die Gesamtausgaben für das Vorhaben belaufen sich auf rund 1,17 Mio. Euro. Die Förderung erfolgt nach Kommunalen Straßenbauförderrichtlinie (KommStrabauFöRL M-V).

„Mit dem Ersatzneubau schaffen wir eine dauerhaft leistungs­fähige Verbindung für die Menschen in Schwanheide. Gute und verlässliche Verkehrswege sind ein wichtiger Standort­faktor – für die Lebensqualität vor Ort ebenso für die wirt­schaftliche Entwicklung unserer Regionen“, betonte Minister Dr. Blank.

Die Gemeinde Schwanheide plant, das bestehende Bauwerk durch eine neue Brücke zu ersetzen. Die Zweedorfer Straße zählt als verkehrswichtige innerörtliche Straße. Im Zuge des Ersatzneubaus werden auch die Fahrbahnbereiche im Anschluss an das Bauwerk an die vorhandene Fahrbahn­konstruktion angepasst. Der Baubeginn soll im dritten Quartal 2026 erfolgen, die Fertigstellung im vierten Quartal 2027.

„Wir unterstützen unsere Kommunen dabei, ihre Straßen und Brücken zu erhalten und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Hier sind Investitionen wichtig, um langfristig moderne und sichere Verbindungen zu gewährleisten“, so Minister Dr. Blank.

Zweites Mentoring in der Justiz erfolgreich abgeschlossen

Justizministerin Jacqueline Bernhardt: „Mentoring ist ein wirksamer und notwendiger Meilenstein der Frauenförderung in der Justiz MV.“

Schwerin – „Ein Meilenstein ist die Förderung von Frauen in der Justiz. In dieser Legislatur war erstmals ein Mentoringprogramm für die Justiz aufgesetzt worden. Nun wurde schon der zweite Durchgang erfolgreich abgeschlossen. Gemeinsam mit dem Geschäftsbereich haben wir somit für mehr Gleichstellung in den Führungsebenen der Gerichte und Staatsanwaltschaften gesorgt. Wir haben Frauen darin bestärken können, mehr Leitungsposten zu übernehmen. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Justiz konnte auf 34 Prozent erhöht werden“, bilanziert die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt zur Übergabe der Zertifikate des zweiten Durchgangs „Mentoring in der Justiz“ an 13 Tandems.

„Alle Mentees haben sich im vergangenen Jahr intensiv mit ihren eigenen beruflichen Vorstellungen beschäftigt. Sie haben Stärken, Fragen, Unsicherheiten und Zweifel angesprochen. Das braucht Offenheit und Mut. Denn oftmals ist ein solcher Schritt vor allem auch in der Justiz mit vielen Vorurteilen verbunden. An dieser Stelle gilt auch der ausdrückliche Dank den Mentorinnen. Sie tragen selbst Führungsverantwortung und haben sich darüber hinaus bereiterklärt, über viele Monate Zeit zu investieren.

Auch sie haben Vorurteile, Missverständnisse und auch Zweifel aus dem Weg geräumt. Gute Mentorinnen und Mentoren vermitteln nicht das Bild einer perfekten Karriere. Sie zeigen, dass Entscheidungen schwierig sein können. Sie zeigen, dass Führung gelernt werden muss, man Fehler machen darf und Zweifel dazugehören. Sie helfen dabei, den Blick zu weiten. Auch festigt das Mentoringprogramm in der Justiz die Mentorinnen selbst, denn Mentoring ist keine Einbahnstraße“, so Ministerin Bernhardt.

„Knapp 34 Prozent weiblich besetzte Führungspositionen in der Justiz sind ein wichtiger Zwischenschritt. Mehr nicht. Denn Gleichstellung entsteht nicht allein durch Programme. Sie entsteht auch dadurch, dass Menschen einander ermutigen, Wissen teilen, Vorbilder sichtbar werden und Netzwerke wachsen. Genau das haben die 13 Tandems in den vergangenen Monaten getan. Ich gratuliere den Mentees zum erfolgreichen Abschluss des zweiten Durchgangs unseres Mentoring-Programms ‚Frauen in der Justiz‘. Ich wünsche allen für den weiteren beruflichen und persönlichen Weg viel Erfolg sowie die richtigen Menschen an der Seite. Vor allem wünsche ich den Mut, die Chancen zu ergreifen, die sich bieten“, sagte Justizministerin Jacqueline Bernhardt in ihrem Grußwort.

Neue Polizeigebäude für die Polizei in Ueckermünde und Friedland

Friedland – In Ueckermünde und Friedland haben heute die symbolischen Spatenstiche für den Neubau der jeweiligen Polizeireviere und Kriminalkommissariat-Außenstellen stattgefunden. Mit den beiden Neubauten investiert das Land insgesamt rund 22 Millionen Euro in moderne, funktionale und energieeffiziente Polizeigebäude. Die Vorhaben sind Teil des Sonderbauprogramms „Sieben auf einen Streich“, mit dem das Land die Infrastruktur der Landespolizei an insgesamt sieben Standorten modernisiert.

Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue betonte bei den Festakten die Bedeutung der Investitionen für eine leistungsfähige Landesverwaltung: „Mit den beiden Neubauten schaffen wir gute und moderne Arbeitsbedingungen für unsere Polizistinnen und Polizisten. Gleichzeitig investieren wir in eine leistungsfähige Infrastruktur für die Sicherheit der Menschen in unserem Land. Dass wir dafür Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität einsetzen können, ist ein großer Gewinn. Wir verbinden Investitionen in unsere Polizei mit einem hohen Anspruch an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.“

Innenminister Christian Pegel erklärte: „Heute wird nicht nur Erde bewegt, heute wird Zukunft sichtbar. Mit den neuen Dienststellen in Ueckermünde und Friedland stärken wir die Polizei dort, wo sie für die Menschen unmittelbar erreichbar sein muss. Damit sichern wir nicht nur moderne Strukturen, sondern vor allem, dass die Polizei gute Voraussetzungen hat, um auch künftig schnell, verlässlich und vor allem nah am Menschen handeln zu können. Zugleich sind diese Neubauten ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für die Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die jeden Tag eine zentrale Aufgabe für die Sicherheit der Menschen in ihren Regionen wahrnehmen. Mit den neuen Dienststellen schaffen wir zeitgemäße Arbeitsbedingungen, die ihrer wichtigen Aufgabe gerecht werden.“

In Ueckermünde und Friedland entstehen jeweils dreigeschossige Polizeigebäude mit einer Nutzfläche von rund 1.600 Quadratmetern. Unter einem Dach werden künftig das Polizeirevier und die jeweilige Kriminalkommissariat-Außenstelle untergebracht. Die Gebäude basieren auf der Musterplanung des bereits bewährten „Modells Heringsdorf“, wodurch Planungs- und Bauzeiten beschleunigt werden.

Die Neubauten verfügen über Verwaltungs- und Bürobereiche, eine Wache, Sicherheits- und Gewahrsamsbereiche sowie Sozial- und Schulungsräume. Die Büroflächen sind modular und damit flexibel nutzbar angelegt. Auch die Kriminalkommissariat-Außenstellen erhalten moderne Arbeitsplätze und speziell auf die Ermittlungs- und Spurensicherungsarbeit zugeschnittene Räume.

Bei beiden Bauvorhaben spielt die Energieeffizienz eine zentrale Rolle. Die Gebäude werden mit einer hocheffizienten Wärmepumpe beheizt und vollständig mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Auf den Dachflächen werden Photovoltaikanlagen zur nachhaltigen Stromerzeugung installiert.

In Ueckermünde wurde das bisherige Dienstgebäude bereits freigezogen. Die Abbrucharbeiten sollen noch im September 2026 beginnen. In Friedland starten im September die bodenkundlichen Untersuchungen. Der Rohbau soll an beiden Standorten im April 2027 beginnen. Die Fertigstellung der beiden neuen Polizeigebäude ist für September 2029 vorgesehen.

Neben Ueckermünde und Friedland entstehen weitere neue Polizeigebäude in Gadebusch, Bad Doberan und Sassnitz. In Güstrow und Waren (Müritz) sind zwei individuell geplante Polizeidienstgebäude vorgesehen. Für das Sonderbauprogramm „Sieben auf einen Streich“ sind insgesamt rund 95 Millionen Euro vorgesehen. Die Finanzierung erfolgt aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes sowie aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

M-V macht Tellow zum Reallabor für die Landwirtschaft der Zukunft

Tellow – Wie können Künstliche Intelligenz, Drohnen und automatisierte Technik dabei helfen, Betriebsmittel zu sparen, Arbeitskräfte zu entlasten und Landwirtschaft wirtschaftlicher und ressourcenschonender zu machen? Antworten darauf soll das Innovations-Gut von Thünen liefern.

Beim ersten Smart-Farming-Feldtag am Mittwoch, 2. September, 9 bis 13 Uhr auf dem Fraunhofer Innovations-Gut von Thünen (Acker an der Kreuzung „Tenze Ecke“ an der GÜ 42, 17168 Warnkenhagen) werden neue Technologien nicht nur im Labor, sondern unter realen Bedingungen auf dem Acker erprobt. Das Land Mecklenburg-Vorpommern stellt dafür rund 374 Hektar landeseigene Fläche pachtzinsfrei zur Verfügung – eine Unterstützung im Gegenwert von rund 175.000 Euro jährlich.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus betont: „Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind kein Selbstzweck. Entscheidend ist, was am Ende auf dem Acker und im Stall ankommt: Spart eine Technologie Betriebsmittel? Entlastet sie Arbeitskräfte? Schont sie Ressourcen? Und vor allem: Rechnet sie sich für den Betrieb? Genau dafür brauchen wir Orte wie Tellow, an denen neue Technik unter Praxisbedingungen getestet wird.“

Das Innovations-Gut wurde im November 2025 gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD als Forschungs- und Praxisplattform eröffnet. Nicht einmal ein Jahr später zeigt der erste Feldtag, wie aus der Idee konkrete Anwendungen werden.

Vom Forschungsprojekt auf den Acker

Beim Feldtag präsentieren Forschungseinrichtungen, Landtechnikunternehmen und Start-ups Anwendungen aus Digitalisierung, Automatisierung, Sensorik, Fernerkundung und Künstlicher Intelligenz.

Das Fraunhofer IGD zeigt unter anderem ein System, das Pflanzen dreidimensional erfasst und einzelne Ähren sowie weitere Pflanzenmerkmale automatisiert erkennen und auswerten kann. Weitere Anwendungen zeigen, wie Fernerkundungsdaten und KI genutzt werden können, um Pflanzenbestände zu analysieren. Hinzu kommen Lösungen aus Agrarrobotik und Sensorik sowie Ansätze für intelligentes Weidemanagement.

„Gerade angesichts von Fachkräftemangel, Klimawandel und wirtschaftlichem Druck liegen in diesen Technologien große Chancen. Aber nicht alles, was technisch möglich ist, ist automatisch praxistauglich. Die Technik muss robust, bezahlbar und einfach einsetzbar sein. Sie soll den Landwirt unterstützen – nicht ersetzen“, unterstrich der Minister.

Digitale Lösungen können beispielsweise Dünge- und Pflanzenschutzmittel präziser einsetzen, Pflanzenbestände genauer erfassen, Arbeitsabläufe automatisieren, Tiere besser überwachen und natürliche Ressourcen schonen.

Landwirte sollen mitentwickeln

Für Backhaus ist entscheidend, die landwirtschaftliche Praxis frühzeitig in die Entwicklung neuer Technologien einzubeziehen. Landwirtinnen und Landwirte sollen auf dem Innovations-Gut neue Anwendungen kennenlernen, erproben und den Forschenden und Unternehmen unmittelbar Rückmeldung geben.

„Technologietransfer darf keine Einbahnstraße sein. Die Praktiker wissen am besten, wo im Betriebsalltag der Schuh drückt. Deshalb sollen sie hier nicht erst das fertige Produkt präsentiert bekommen, sondern an seiner Entwicklung mitwirken. Nur so entstehen Lösungen, die die Betriebe wirklich brauchen“, ergänzte Dr. Philipp Wree, Branchenleiter Bioökonomie-Smart Farming beim Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Rostock.

Mit dem Innovations-Gut will das Land Mecklenburg-Vorpommern als Standort für Agrarinnovation stärken. Leistungsfähige Landwirtschaftsbetriebe, Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie innovative Unternehmen böten dafür gute Voraussetzungen.

„Mecklenburg-Vorpommern ist ein starkes Agrarland. Unser Anspruch muss deshalb sein, auch bei Smart Farming und digitaler Landwirtschaft vorne mitzuspielen. Tellow bringt Forschung, Wirtschaft und Praxis zusammen – und macht aus guten Ideen Lösungen für den Acker und den Stall“, sagte Backhaus abschließend.

Am Nachmittag wird der Austausch im AgriAI-Club fortgesetzt. Dort kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Forschung, Start-ups, Landtechnik, Hochschulen, Beratung, Finanzwirtschaft und Politik zusammen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung gibt es beim Fraunhofer IGD.

„Leben retten kann wirklich jeder“

Drese unterstützt Weltrekordversuch im Wiederbeleben in Schwerin

Schwerin – In Schwerin hat heute ein außergewöhnlicher Weltrekordversuch begonnen. Gemeinsam wollen der Verein NOFiAS und der DRK-Kreisverband Schwerin mindestens 80 Stunden lang Tag und Nacht und ohne Unterbrechung eine Reanimation an Übungspuppen durchführen. In zweistündigen Schichten wechseln sich Teams aus Vereinen, Unternehmen, Sportgruppen und Einzelpersonen ab, um öffentlichkeitswirksam auf die Bedeutung der Ersten Hilfe, auch durch Laien, hinzuweisen.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese nahm heute Vormittag ebenfalls am Weltrekordversuch teil und betonte: „Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Insbesondere in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern, in dem die Wege auch für den Rettungsdienst weit sein können, kommt es auf das beherzte Eingreifen von Umstehenden an, die die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungssanitäter überbrücken. Dass das keine Angst machen muss, wollen wir in den nächsten 80 Stunden des praktischen Trainings zeigen“, erklärte sie.

Für Drese steht die Aktion zugleich aber auch beispielhaft für einen zweiten wichtigen Baustein der Notfallvorsorge: öffentlich zugängliche, automatisierte externe Defibrillatoren (AEDs) dort verfügbar zu machen, wo Menschen sie im Alltag schnell erreichen können. Diese Geräte können, wenn nötig, einen lebensrettenden elektrischen Schock abgeben, um Herz-Rhythmusstörungen zu beheben. Ein eingebautes Metronom kann außerdem bei der Herzdruckmassage unterstützen.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Land gemeinsam mit NOFiAS den Startschuss für den Ausbau eines öffentlichen AED-Flächennetzes in Mecklenburg-Vorpommern gegeben. In Schwerin sollen im Rahmen der Initiative „Schwerin zeigt Herz“ bis Jahresende 50 öffentlich zugängliche AEDs installiert werden.

„Wir wollen, dass die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur wissen, was im Notfall zu tun ist, sondern dass sie auch alle notwendigen Hilfsmittel hierfür schnell erreichen können. Deshalb gehören für mich zwei Dinge zusammen: gut ausgebildete Ersthelferinnen und Ersthelfer und ein möglichst dichtes Netz öffentlich zugänglicher AEDs“, erklärte Drese. Hier gehöre die Schweriner Marienplatz Galerie, in der der Weltrekordversuch stattfindet, bereits zu den Vorreitern. Ein extra außen angebrachtes Gerät sorgt hier wie auch am Gebäude des Sozialministeriums bereits dafür, dass dieser im Notfall immer erreichbar ist, auch außerhalb der Öffnungszeiten.

„Bei der Benutzung der AEDs gilt wie bei der Wiederbelebung auch: Man kann nichts falsch machen, außer man greift gar nicht erst ein. Die Geräte sind selbsterklärend gestaltet und lösen immer nur dann einen Schock ab, wenn das System dies als notwendig ansieht“, unterstrich Drese. Es gehe also vor allem darum, genug Vertrauen in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten zu haben, um in einer Notfallsituation einzugreifen.

Mit Blick auf den Weltrekord erklärte die Ministerin: „Natürlich wäre es schön, wenn am Ende eine neue Bestmarke steht. Der eigentliche Erfolg wäre für mich aber, wenn möglichst viele Menschen aus diesen 80 Stunden mitnehmen: Ich kann helfen. Ich weiß, was zu tun ist. Und ich bin mutig genug, zum Lebensretter oder zur Lebensretterin zu werden, wenn das Leben einer anderen Person in meinen Händen liegt“, so Drese.

Noch gibt es offene Zeitslots, für die sich interessierte Personen aber auch Vereine, Initiativen, Unternehmen oder Sport- und Hobbygruppen anmelden können. Alle Informationen finden Sie unter https://www.drk-sn.de/weltrekord.html.

Kinder- und Jugendmedienschutz in der digitalen Welt

Schutz, Befähigung und Teilhabe: Mecklenburg-Vorpommern setzt Empfehlungen der Expertenkommission bereits um

Schwerin – Digitale Technologien eröffnen Kindern und Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten zum Lernen, zur Kommunikation und zur gesellschaftlichen Teilhabe. Für einen sicheren Umgang in der digitalen Welt ist ein starker Kinder- und Jugendmedienschutz unerlässlich. Die von Bundesministerin Karin Prien eingesetzte unabhängige Expertenkommission hat dafür 56 Handlungsempfehlungen vorgelegt, deren vollständige Fassung mit ausführlichen Problem- und Zielbeschreibungen jetzt veröffentlicht wurde.

„Die Vorschläge machen deutlich, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt nur gelingen kann, wenn sie gestärkt werden und wir für sichere digitale Räume sorgen, damit sie sich orientieren können”, so Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Mecklenburg-Vorpommern setzt viele der genannten Maßnahmen bereits um. Mit der in den Rahmenplänen verankerten Medienbildung, gezielten Präventionsangeboten sowie vielfältigen Fortbildungen für Lehrkräfte stärken wir die Medienkompetenz junger Menschen und fördern einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien.“

Die Handlungsempfehlungen stellen Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt. Sie beruhen auf fünf zentralen Prinzipien:

  • an bewährte Praxis anknüpfen,
  • Handlungsspielräume vor Ort stärken,
  • Verantwortung gemeinsam wahrnehmen,
  • Zusammenarbeit verbessern,
  • technologische Entwicklungen, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, kontinuierlich berücksichtigen.

„Mit unseren Empfehlungen zur Nutzung digitaler Endgeräte geben wir den Schulen bereits eine wichtige Orientierung für einen altersgerechten Einsatz. Auch beim Thema Künstliche Intelligenz unterstützen wir die Schulen und Lehrkräfte schon jetzt dabei, die neuen Möglichkeiten pädagogisch sinnvoll und verantwortungsbewusst einzusetzen“, sagt die Bildungsministerin.

Folgende Handlungsempfehlungen der Expertenkommission setzt Mecklenburg-Vorpommern bereits um:

  • Medienbildung als Grundlage für digitale Teilhabe

Medienbildung ist als Querschnittsaufgabe in allen Schularten und Fächern verankert. Mit dem Pflichtfach Informatik und Medienbildung ab Jahrgangsstufe 5 erwerben Schülerinnen und Schüler Kompetenzen für einen sicheren und reflektierten Umgang mit digitalen Medien.

  • Schutz vor Risiken und Stärkung digitaler Kompetenzen

Themen wie Cybermobbing, Hate Speech, Fake News, Datenschutz, Algorithmen, Influencer-Marketing und digitale Meinungsbildung werden altersgerecht im Unterricht behandelt. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu befähigen, digitale Angebote kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen.

  • Etablierte Präventions- und Unterstützungsangebote

Kinder- und Jugendmedienschutztagungen, Fortbildungen zu Cybergrooming sowie Angebote zur Gewalt- und Mobbingprävention unterstützen Schulen und pädagogische Fachkräfte. Hinzu kommen die Beratungs- und Qualifizierungsangebote des Instituts für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V), des Medienpädagogischen Zentrums (MPZ) sowie die Zusammenarbeit mit Polizei, Landeskriminalamt und weiteren Netzwerkpartnern.

  • Künstliche Intelligenz pädagogisch begleiten

Das KI-Projektteam des Landes entwickelt seit 2023 Handreichungen, Fortbildungen und digitale Unterstützungsangebote für Lehrkräfte und Schulleitungen. Dazu gehören unter anderem der Handlungsleitfaden „Gemeinsam die Welt der generativen KI-Systeme erkunden“, ergänzende Materialien auf TaskCards, ein itslearning-Kurs, die Fachtagung „KI in M-V: Schule, Unterricht und Leitung“ die fobizz-Landeslizenz des IQ M-V und das Pilotierungsvorhaben zum KI gestützten Feedback mit fellofish.

  • Verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Endgeräten

Die Handlungsempfehlung der Expertenkommission zur privaten Nutzung digitaler Endgeräte an Schulen greift einen Ansatz auf, den Mecklenburg-Vorpommern bereits verfolgt. Die im Jahr 2025 veröffentlichten „Empfehlungen des Landes zur Nutzung digitaler Geräte an Schulen” bieten den Schulen eine Orientierungshilfe für einen altersgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Endgeräten.

Mecklenburg-Vorpommern wird die Empfehlungen zur Weiterentwicklung seiner Maßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt nutzen. Die ausführliche Langfassung der Handlungsempfehlungen ist ab sofort unter www.bmbfsfj.bund.de   verfügbar. Die Arbeit der Expertenkommission endet mit einer Abschlussveranstaltung am 11. September 2026 in Berlin, an der auch das Bildungsministerium M-V teilnehmen wird.

„Wald  bewegt – Sport verbindet“

Backhaus eröffnet Waldsportspiele

Grabow – Im Forstamt Grabow sind heute die siebten Waldsportspiele MV der Landesforstanstalt MV gestartet. Eröffnet wurden sie von Umweltminister Dr. Till Backhaus.

„Der Wald ist ein perfekter Ort, um sich sportlich zu betätigen und um die Natur mit allen Sinnen zu erleben. Es werden geistige und körperliche Fitness geschult und so die Gesundheit gestärkt. Der frühe Kontakt zur Natur ist die Basis für ein Grundvertrauen in das Leben und weckt den Wunsch, die Erde zu schützen und als Erwachsener nachhaltig zu leben“, sagte der Minister vor Ort. Die Waldsportspiele seien ein wichtiges Instrument, diesen Kontakt herzustellen.

An dem Wettkampf nehmen zwölf Grundschulklassen aus Grabow, Eldena und Balow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) teil. Die 228 Schülerinnen und Schüler treten an zwölf Stationen gegeneinander an.  Dazu gehören unter anderem Leitergolf, Slackline, Weitsprung, Holzturm bauen, Holz sägen und Zapfenzielwurf. „Je mehr Sinne beim Lernen beteiligt sind, desto besser prägt sich einem Kind die neue Erkenntnis ein. Die Natur bietet dabei das beste Spielmaterial. Hier können die Kinder Abenteuer erleben, die eigenen Grenzen austesten und Ängste überwinden“, so Backhaus.

Die Waldsportspiele gibt es seit 2018. Das Motto des Kooperationsprojektes zwischen dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV und dem Landessportbund MV e.V. lautet „Wald bewegt – Sport verbindet“. In diesem Jahr beteiligen sich auch das Forstamt Grabow und der Kreissportbund Ludwigslust-Parchim e.V..

Besonders dankte der Minister der Waldstiftung Mecklenburg-Vorpommern, die diese Waldsportspiele im Rahmen ihres Engagements „Wald ist Klasse“ unterstützt und die Kosten für den Transport der Schülerinnen und Schüler übernimmt.