Menü Schließen

Tag: 8. September 2026

Land bündelt Kräfte für 82.000 Hektar Waldmoore

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern stellt den Schutz seiner Waldmoore breiter auf. Mit dem neuen Waldmoorzentrum bei der Landesforstanstalt nimmt das Land erstmals systematisch die Moore im gesamten Wald in den Blick – über die Flächen der Landesforst hinaus. Das Zentrum soll revitalisierbare Waldmoore identifizieren, aktiv auf private und kommunale Waldeigentümer zugehen, sie zu Maßnahmen und Fördermöglichkeiten beraten und Planungen zur Umsetzung von konkreten Wiedervernässungsprojekten auf den Weg bringen. Der Handlungsbedarf ist groß: Von den rund 300.000 Hektar Moorfläche in MV liegen etwa 82.000 Hektar im Wald. Nahezu alle Moore des Landes sind entwässert. Dadurch werden sie von Kohlenstoffspeichern zu Quellen klimaschädlicher Treibhausgase.

Landwirtschafts- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus erklärte zur Eröffnung des Waldmoorzentrums am 8. September im Friedrichsruher Wald: „Moorschutz ist in Mecklenburg-Vorpommern Klimaschutz in einer ganz besonderen Größenordnung. Entwässerte Moore sind inzwischen die größte CO₂-Quelle unseres Landes – noch vor Verkehr und Industrie. Rund 82.000 Hektar unserer Moore liegen im Wald. Deshalb müssen wir vom Wissen stärker ins Handeln kommen. Mit dem Waldmoorzentrum schaffen wir eine zentrale Struktur, die Kompetenzen bündelt und konkrete Projekte in der Fläche voranbringt.“

Von Einzelprojekten zum systematischen Vorgehen

Zentrales Ziel des Waldmoorzentrums ist es, möglichst schnell alle noch revitalisierbaren Waldmoore im Gesamtwald zu identifizieren. Anschließend sollen gemeinsam mit den betroffenen Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümern geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung entwickelt und umgesetzt werden.

Zu den Kernaufgaben gehört daher die Entwicklung, Beratung und Umsetzung von Renaturierungsprojekten, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Aus- und Weiterbildung im Bereich Waldmoorschutz. Die Arbeiten haben bereits begonnen. Aktuell stehen die Forstämter Lüttenhagen, Grevesmühlen und Schildfeld im Fokus.

Dabei beginnt das Land nicht bei null. Die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren bereits mehr als 100 Moorrevitalisierungsprojekte bearbeitet und umfangreiche Erfahrungen bei Planung, Umsetzung und Unterhaltung entsprechender Maßnahmen gesammelt. Dieses Know-how wird nun im Waldmoorzentrum gebündelt.

„Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern viel Erfahrung mit der Wiedervernässung von Mooren. Jetzt geht es darum, dieses Wissen systematisch für unsere Waldmoore zu nutzen und schneller in die Fläche zu bringen. Dabei gilt für uns: Moorschutz funktioniert nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Deshalb werden die Maßnahmen in enger Abstimmung mit den jeweiligen Flächeneigentümern entwickelt“, sagte Backhaus.

Das interdisziplinäre Waldmoorzentrum soll künftig nach einheitlichen Standards die organisatorischen, planerischen und gutachterlichen Leistungen für Moorschutzprojekte erbringen. Dabei soll ausdrücklich eigentumsübergreifend gearbeitet werden.

Waldmoore bis 2040 wiedervernässen

Grundlage für das weitere Vorgehen ist die Anfang 2025 vorgestellte Strategie zum Schutz und zur Nutzung der Moore. Für den Wald sieht sie unter anderem die Wiedervernässung der Waldmoore bis 2040, die Umwandlung standortfremder Gehölzbestände auf angrenzenden Flächen und eine an nasse Standortverhältnisse angepasste forstwirtschaftliche Nutzung vor.

Backhaus: „Intakte Waldmoore sind mehrfach wertvoll: Sie halten Wasser in der Landschaft, bieten spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Mit dem Waldmoorzentrum schaffen wir die Voraussetzungen dafür, diese Potenziale künftig systematischer zu nutzen.“

Manfred Baum, Vorstand der Landesforstanstalt M-V, unterstreicht die Bündelung der vorhandenen Erfahrung: „Wir vereinen damit viele wichtige Kompetenzen in einer Hand. Es ist konsequent, diese künftig im Waldmoorzentrum zu bündeln.“

PISA 2025: Basiskompetenzen weiter stärken

Oldenburg: PISA bestätigt den eingeschlagenen Weg, Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Deutsch intensiver zu fördern

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Simone Oldenburg sieht die Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudie PISA 2025 als weiteren Beleg dafür, den in dieser Legislaturperiode eingeschlagenen Weg zur Stärkung der Basiskompetenzen und zur Verbesserung der Unterrichtsqualität weiter zu verfolgen. Deutschland erreicht im OECD-Bildungsvergleich in den Naturwissenschaften 486 Punkte, im Lesen 465 Punkte und in Mathematik 464 Punkte und liegt damit in allen drei Bereichen im OECD-Durchschnitt.

Die Studie zeigt, dass das Interesse an Naturwissenschaften zugenommen hat und international wieder im Durchschnitt liegt. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der Jugendlichen mit unzureichenden Basiskompetenzen deutschlandweit erhöht. Auffällig ist, dass etwa ein Viertel der Jugendlichen besonders niedrige Kompetenzen aufweist. Zugleich erreicht aber auch rund ein Viertel der Jugendlichen besonders hohe Kompetenzstufen. Deutlich wird, dass sich der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg besonders verstärkt hat.

Die PISA-Ergebnisse sind für Mecklenburg-Vorpommern vor allem als internationaler Referenzrahmen und als Impuls für die Weiterentwicklung der Bildungspolitik von Bedeutung. Da in der Regel wenige Schulen je Bundesland an der internationalen Studie teilnehmen, lassen sich aus PISA keine länderspezifischen Aussagen ableiten. Für die Bewertung der Situation in Mecklenburg-Vorpommern sind insbesondere der IQB-Bildungstrend und weitere landesbezogene Erhebungen aussagekräftiger. Sie ermöglichen einen Vergleich der Länder und machen spezifische Stärken sowie Entwicklungsbedarfe sichtbar.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass Bildung bereits bei den ganz Kleinen beginnt und dass die geplanten Kürzungen im Kita-Startchancen- und Qualitätsgesetzt um die Hälfte in Höhe von sieben Milliarden Euro bis 2034 nicht umgesetzt werden dürfen. Die PISA-Ergebnisse sind keine Momentaufnahme, die sich auf einzelne Maßnahmen oder einige Schuljahre zurückführen lässt. Sie machen Entwicklungen sichtbar, die sich über viele Jahre aufgebaut haben.

Zugleich sind sie ein klarer Handlungsauftrag, die Maßnahmen zur Stärkung der Basiskompetenzen konsequent weiter umzusetzen. Deshalb müssen auch bildungspolitische Antworten langfristig angelegt sein. Wir brauchen mehr Zeit zum Lernen, Üben und Festigen und eine gezielte Förderung der Schülerinnen und Schüler. Und diesen Weg gehen wir in Mecklenburg-Vorpommern: Wir verbessern Deutsch und Mathematik, fördern mit dem Leseband frühzeitig die Lesekompetenz, bauen die Sprachbildung aus und schaffen mehr Möglichkeiten für individuelle Förderung. Dabei geht es auch darum, Bildungschancen, unabhängig von der sozialen Herkunft, zu verbessern.

Entscheidend ist, dass wir diesen Kurs langfristig und verlässlich fortsetzen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Um bildungspolitische Entscheidungen noch stärker auf Grundlage verlässlicher Daten treffen zu können und Schulen bei pädagogischen Maßnahmen noch besser unterstützen zu können, haben wir in diesem Schuljahr zudem ein Pilotprojekt zur datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung gestartet. Durch eine gezielte Auswertung der Daten sollen der Unterricht und die individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen weiter verbessert werden.“

Folgende Maßnahmen hat das Land in den vergangenen Jahren auf den Weg gebracht und setzt damit bereits zentrale Empfehlungen des PISA-Teams um:

  • Veränderung der Stundentafel: Die Neugestaltung stärkt insbesondere Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache. In der Grundschule stehen zusätzliche Stunden für Sprache, Lesen und Grundrechenfertigkeiten zur Verfügung. An Regionalen Schulen und integrierten Gesamtschulen werden zusätzliche Stunden für individuelle Förderung, Differenzierung und Lernzeiten geschaffen. Flexible Stundenkontingente ermöglichen es den Schulen, eigene Schwerpunkte zu setzen und gezielt auf die Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler einzugehen.
  • Leseband an Grundschulen: An allen öffentlichen Grundschulen gibt es eine verbindliche tägliche Lesezeit von 20 Minuten in den Klassen 1 bis 4. Unterschiedliche Lesemethoden fördern Leseflüssigkeit, Wortschatz und Textverständnis.
  • Sprachbildung: Die landesweite Sprachbildungsstrategie wird schrittweise umgesetzt. Dazu gehören der Rahmenplan Sprachbildung, die Beteiligung am länderübergreifenden BiSS-Verbund sowie kontinuierliche Fort-, Aus- und Weiterbildungsangebote.
  • Naturwissenschaften und MINT: Mecklenburg-Vorpommern stärkt den naturwissenschaftlichen Unterricht durch die Wiedereinführung des Fachtags Naturwissenschaften, die Überarbeitung der Rahmenpläne und die Umsetzung der Landesstrategie „Mehr MINT wagen“. Zudem werden MINT-Profilschulen, Schulnetzwerke und außerschulische Lernorte unterstützt.
  • Mathematik: Mit der Beteiligung am KMK-Programm „QuaMath“, der Überarbeitung der Mathematik-Rahmenpläne und der Verankerung der Kompetenz „Mit Medien mathematisch arbeiten“ wird die Qualität des Mathematikunterrichts weiter gestärkt.
  • Hochbegabten- und Begabungsförderung: An vier Gymnasien werden Schülerinnen und Schüler in speziellen Hochbegabtenklassen gefördert. Ergänzend werden im Rahmen von „Leistung macht Schule“ (LemaS) wissenschaftlich fundierte Konzepte zur Begabungs- und Leistungsförderung in die Schulen übertragen.
  • Digitale Landesschule (DiLaS): Die Digitale Landesschule ermöglicht digitalen Vertretungsunterricht in verschiedenen Fächern und Jahrgangsstufen. Das Angebot umfasst synchrone und asynchrone Unterrichtsformate und wird schrittweise erweitert.

 „Wir müssen beides im Blick behalten: Schülerinnen und Schüler, die besondere Unterstützung benötigen, und diejenigen, die ihre Begabungen weiterentwickeln sollen. Gute Bildung bedeutet, niemanden zurückzulassen und gleichzeitig Leistungsspitzen zu fördern. Deshalb verbinden wir die Stärkung der Basiskompetenzen mit einer gezielten Begabungs- und Leistungsförderung und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Unterrichts“, so die Bildungsministerin.

„PISA zeigt uns, wo Deutschland insgesamt steht. Für Mecklenburg-Vorpommern schauen wir deshalb zusätzlich sehr genau auf unsere eigenen Daten, um zu erfahren, welche Maßnahmen besonders gut wirken oder wo wir nachsteuern müssen. Die Evaluation des Lesebands ist dafür ein gutes Beispiel: Sie zeigt eine positive Entwicklung der Lesekompetenz und gibt uns zugleich Hinweise darauf, wie wir die Förderung in unserem Bundesland weiter verbessern können.“

Auf Meistertour

Dr. Blank: „Unser Handwerk steht für Unternehmergeist und regionale Wertschöpfung“

Greifswald – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat am gestrigen Montag gemeinsam mit Vertretern der Hand­werkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern drei Handwerks­unternehmen in Vorpommern besucht. Stationen waren die HAB Hallen- und Anlagenbau GmbH in Wusterhusen, die Nordic Design Tischlerei GmbH in Hohendorf bei Wolgast sowie der Yachtausrüster Wendel & Rados GmbH & Co. KG in Greifswald.

„Das Handwerk ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und steht für Unternehmergeist und regionale Wertschöpfung. Gerade im ländlichen Raum sind die Betriebe Stabilitätsanker und Chancengeber. Sie schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze und prägen das gesellschaftliche Leben vor Ort. Die Unter­nehmen, die wir heute besuchen, zeigen, wie modern und innovativ das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern ist“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank.

Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpom­mern waren Ende 2025 insgesamt 12.096 Betriebe registriert. Rund 85.000 Menschen sind im Handwerk beschäftigt. Bei den Betriebsbesuchen ging es unter anderem um Fachkräfte­gewinnung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Wissen­stransfer, Energiekosten sowie die bürokratische Belastung der Unternehmen.

Dr. Blank: „Mecklenburg-Vorpommern hat sich erfolgreich für eine fairere Verteilung der Netzentgelte eingesetzt. Davon profitieren heute auch unsere Handwerksbetriebe. Jetzt muss der Bund den nächsten Schritt gehen. Die Energiekosten sind für viele Betriebe noch immer eine große Belastung.“ 

Bei der Nachwuchsgewinnung gibt es positive Signale: Bis Ende Juli wurden landesweit 1.425 neue Ausbildungsverträge im Handwerk geschlossen. Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern lag die Zahl rund sieben Prozent über dem Vorjahresniveau.

„Das ist eine tolle Entwicklung. Das Handwerk bietet beste berufliche Perspektiven und spannende Zukunftschancen. Wir wollen dazu beitragen, dass noch mehr junge Menschen diese Chancen kennenlernen“, sagte Blank.

Dazu unterstützt das Land freiwillige Schülerpraktika im Hand­werk mit 120 Euro pro Praktikumswoche für maximal drei Wochen im Jahr. „Ein Praktikum ist der beste Weg, einen Beruf wirklich kennenzulernen. Deshalb unterstützen wir junge Menschen dabei, Handwerk praktisch auszuprobieren – und die Betriebe dabei, ihren Nachwuchs von morgen zu gewin­nen“, so Blank.