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Tag: 9. September 2026

30 Jahre Kläranlage Rostock

Vom Hot Spot der Ostseebelastung zu einer der leistungsfähigsten Kläranlagen Deutschlands

Rostock – Die Kläranlage Rostock feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Klimaschutz- und Umweltminister Dr. Till Backhaus gratuliert und erläutert, die Bedeutung des Jubiläums:

„Wenn wir heute 30 Jahre Kläranlage Rostock feiern, dann feiern wir weit mehr als Betonbecken, Pumpen, Leitungen und tech­nische Anlagen. Wir feiern 30 Jahre verlässliche Daseinsvorsorge.

Allein im Verbandsgebiet werden die Abwässer von rund 264.000 Einwohnern sowie von Gewerbe, Industrie und öffentlichen Einrichtungen entsorgt. Dafür braucht es 360 Abwasser­pumpwerke, 15 Kläranlagen und mehr als 1.600 Kilometer Kanalnetz. Auf der anderen Seite werden rund 274.000 Einwohner mit Trinkwasser versorgt. Dafür stehen 11 Wasser­werke, 42 Brunnen und 1.415 Kilometer Trinkwasser­leitungen bereit.

Der Anschlussgrad liegt bei 99,9 Prozent“, so Backhaus, der ergänzt: Im Alltag bleibt diese Infrastruktur weitgehend unsichtbar. Und vielleicht ist gerade das ihr größter Erfolg: Sie funktioniert. Jeden Tag. Rund um die Uhr. Wasserver- und Abwasserentsorgung gehören zur elementaren Daseinsvorsorge. Sie sind Grundlage für Gesundheit und Hygiene, für wirtschaftliche Entwicklung und für den Schutz unserer Gewässer.“

Wie groß der Fortschritt dabei in Rostock gewesen sei, zeige der Blick zurück, führt der Minister aus: „Vor 1996 verfügte die damalige Kläranlage im Wesentlichen lediglich über eine mechanische Abwasserbehandlung. Eine biologische Reinigung und eine gezielte Nährstoffentfernung gab es nicht. Stickstoff und Phosphor gelangten deshalb zu großen Teilen über die Unterwarnow in die Ostsee.

Die Rostocker Kläranlage wurde damals von der Helsinki-Kommission sogar als einer der sogenannten Hot Spots der Ostseebelastung eingestuft. Mit der neuen Kläranlage änderte sich das grundlegend. Ein Wert macht deutlich, was hier erreicht worden ist: Bis einschließlich 1995 wurden im Durchschnitt jährlich etwa 30 bis 40 Tonnen Phosphor über die Kläranlage in Richtung Ostsee eingetragen. Nach der Modernisierung waren es nur noch 3,5 bis 4,5 Tonnen. Heute liegen wir bei unter 3 Tonnen im Jahr, teilweise sogar unter 2 Tonnen.

Die Phosphorkonzentration sinkt bei der Reinigung von durch­schnittlich 10 bis 13 Milligramm pro Liter im Zulauf auf nur noch 0,17 Milligramm im Ablauf. Das entspricht einer Reinigungsl­eistung von 97 bis 99 Prozent.

Aus einem Hot Spot der Ostseebelastung ist eine der modernsten und leistungsfähigsten Kläranlagen Deutschlands geworden. Und deshalb ist dieses 30-jährige Jubiläum nicht nur ein Geburtstag. Es steht für 30 Jahre konkreten Gewässerschutz für Warnow und Ostsee.“

Allerdings dürfe man sich auf diesem Erfolg nicht ausruhen, mahnt Backhaus. Mit der neuen europäischen Kommunalab­wasser­richtlinie, die seit 2025 in Kraft sei, beginne das nächste Kapitel: „Europa verschärft unter anderem die Anforderungen an die Entfernung von Stickstoff und Phosphor. Für große Anlagen gilt künftig beim Phosphor ein Wert von 0,5 Milligramm pro Liter. Rostock erreicht heute bereits durchschnittlich 0,17 Milligramm.

Wir starten also aus einer sehr guten Position. Die größere Herausforderung wird die sogenannte 4. Reinigungsstufe sein. Sie soll Mikroschadstoffe entfernen beispielsweise Rückstände aus Arzneimitteln oder Kosmetika. Für Kläranlagen ab 150.000 Einwohnerwerten wird diese zusätzliche Reinigung verpflichtend. Rostock mit einer Kapazität von bis zu 400.000 Einwohnerwerten gehört dazu. Bis spätestens 2045 müssen die Vorgaben umge­setzt sein; erste Etappenziele greifen bereits ab 2033.

Das wird Investitionen erfordern. Und es wird darauf ankommen, dass die Finanzierung fair ausgestaltet wird. Deshalb ist es richtig, dass die europäische Richtlinie auf die erweiterte Herstellerverantwortung setzt: Hersteller insbesondere aus der Pharma- und Kosmetikindustrie sollen mindestens 80 Prozent der Kosten der 4. Reinigungsstufe tragen. Denn wer problema­tische Stoffe in Verkehr bringt, muss auch Verantwortung für ihre Beseitigung übernehmen.

Auch beim Thema Energie ist Rostock schon weit. Die neue Richtlinie stellt höhere Anforderungen an die Energieeffizienz von Kläranlagen. Die Rostocker Anlage erzeugt durch die Nutzung von Klärgas inzwischen bereits rund 90 Prozent ihres Strombedarfs selbst“, so Minister Backhaus abschließend.

Ines Jesse: „Die Nutzung erneuerbare Energien läuft in MV“

Güstrow – Wie können erneuerbare Energien noch stärker für Wärmeversorgung, Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung genutzt werden? Dafür war Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, vor Ort im Austausch mit regionalen Akteurinnen und Akteuren. Auf dem Programm standen die Stadtwerke Greifswald, der Verein Vorpommersche Dorfstraße in Stolpe an der Peene, die MECK-SCHWEIZER in Gessin und GTC Energy Solutions in Güstrow.

„Von einer verlässlichen Wärmeversorgung über nachhaltige Elektromobilität im ländlichen Raum bis hin zur Nutzung erneuerbarer Energien von regionalen Unternehmen – dafür sehen wir heute viele gute Beispiele in unserem Land“, sagte Staatssekretärin Jesse.

Den Auftakt der Energietour bildete der Besuch des Heizkraftwerks „Helmshäger Berg“ der Stadtwerke Greifswald. Im Mittelpunkt stand das innovative Kraft-Wärme-Kopplungssystem „Boddenluft“. Die Anlage verbindet eine hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung mit Power-to-Heat und Solarthermie.

„Power-to-Heat, Wärmepumpen, Speicher und Wärmenetze müssen zusammen gedacht werden. Genau das wird hier vor Ort gemacht“, so Staatssekretärin Jesse.

Ein weiterer Schwerpunkt der Energietour lag auf der Elektromobilität im ländlichen Raum. Beim Verein Vorpommersche Dorfstraße in Stolpe an der Peene informierte sich die Staatssekretärin über das Projekt „Elektromobile Ferienstraße“. Mit Unterstützung des Landes wurde ein regionales Netz öffentlich zugänglicher Ladepunkte aufgebaut. Das Projekt verbindet damit nachhaltige Mobilität und die touristische Entwicklung des ländlichen Raums.

„Gerade im ländlichen Raum ist eine verlässliche Ladeinfrastruktur eine Voraussetzung dafür, dass moderne und nachhaltige Mobilität funktioniert und Regionen touristisch attraktiv sind. Die Vorpommersche Dorfstraße zeigt, wie engagierte regionale Akteure mit Unterstützung des Landes erfolgreich eigene Lösungen entwickeln, von denen alle profitieren“, sagte Staatssekretärin Jesse.

Wie erneuerbare Energien, regionale Wirtschaft und Mobilität unmittelbar miteinander verbunden werden können, zeigte der Besuch der Meck-Schweizer GmbH in Gessin. Die Regionalvermarktungsinitiative verbindet regionale Produkte, eine eigene Handelsplattform, eine elektrische Lieferflotte sowie eine Photovoltaikanlage mit Speicher und Schnellladesäule. Ergänzt wird das Konzept durch Wärmerückgewinnung, Wärmepumpentechnik, Elektromobilitätsangebote im Dorf sowie Agroforst und Bioenergie.

„Die MECK-SCHWEIZER zeigen anschaulich, was man mit erneuerbaren Energien machen kann: Solarstrom, Speicher, elektrische Mobilität sowie eine effiziente Wärme- und Kältenutzung. Gleichzeitig verbinden sie dies mit einem ein „Konsum“ für regionale Lebensmittel und Café – und schaffen damit einen Begegnungsort für Jung und Alt. Das ist eine Erfolgsgeschichte aus Mecklenburg-Vorpommern, getragen von einem Familienbetrieb mit Eigeninitiative und großem Engagement“, so Staatssekretärin Jesse.

Im Anschluss besuchte Staatssekretärin Jesse die GTC Energy Solutions GmbH in Güstrow. Das Unternehmen entwickelt und produziert Lithium-Ionen-Energiespeicher und Steuerungssysteme insbesondere für die Schifffahrt und die maritime Wirtschaft. „Die GTC Energie Solutions GmbH zeigt, wie aus der Verbindung von moderner Speichertechnologie und maritimer Kompetenz die Batterien für elektrische Antriebssysteme insbesondere Schiffe und Fähren entwickelt werden. Wir sind froh, solche Unternehmen in unserem Land zu haben“, so Staatssekretärin Jesse.

Neues Funktionsgebäude der Landesforst in Kronskamp eingeweiht

Kronskamp – Bessere Bedingungen für die Mitarbeitende der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern: Forstminister Dr. Till Backhaus hat heute das neue Funktionsgebäude in Kronskamp bei Laage im Forstamt Güstrow (Landkreis Rostock) eingeweiht. Im vorherigen Dienstgebäude wurde in der Bausubstanz Glattasbest festgestellt, was zur Räumung führte.

„Es handelt sich um ein Pilotprojekt des Landes. Die Idee dahinter: Mehrere Förster teilen sich einen Dienstsitz unweit ihrer Reviere. Damit fällt für einige Förster die Fahrt zum Forstamt weg, um Büroaufgaben zu erledigen. Außerdem hat hier künftig eine Teilautonome Gruppe der Forstwirte ihren Stützpunkt.

Das neue Gebäude erfüllt mehrere Funktionen: Es ist eine zentrale Anlaufstelle für Bürger und Waldbesitzer der drei Reviere, eine Werkstatt sowie ein Lager- und Abstellort für Technik. Eine Kühlzelle sorgt für kurze Wege beim Wildtransport. Die Investition schafft moderne Arbeitsplätze und dient der Zukunftsfähigkeit des Forstamtes Güstrow“, sagte der Minister.

Bei dem Holzständerbau wurden 18 Kubikmeter Konstruktionsvollholz und Brettschichtholz, vier Kubikmeter OSB-Platten sowie 5,5 Kubikmeter Vollholz für die Fassade verbaut. Das Gebäude verfügt über drei Büroräume und einen Aufenthaltsraum. Perspektivisch ist auf dem Dach die Errichtung einer PV-Anlage vorgesehen.

Die Gesamtkosten für den Bau nebst Wasser- und Abwasseranschluss sowie Außenanlagen liegen bei rund 750.000 Euro.

„Die Landesforstanstalt ist ein zentraler Akteur im ländlichen Raum. Rund 1.000 Beschäftigte, darunter über 100 Auszubildende, arbeiten heute für den Wald im Land. Damit ist etwa jeder zehnte Beschäftigte in Ausbildung. Die jährliche wirtschaftliche Gesamtleistung liegt bei rund 120 Millionen Euro, davon entfallen etwa 60 Millionen Euro auf den Holzverkauf. Allein im vergangenen Jahr wurden zudem über 5,3 Millionen Euro zur Unterstützung des Privat- und Kommunalwaldes bereitgestellt“, sagte Backhaus.

Die Landesforstanstalt zeige, dass Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Wertschöpfung kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig stärken können. „Gerade im ländlichen Raum ist der Wald ein Motor für Beschäftigung und Zukunftsperspektiven.“

Abschließend dankte er den am Bau beteiligten Firmen und Dienstleistern sowie der Landgesellschaft MV, welche die Bauplanung koordinierte.

Tag des alkoholgeschädigten Kindes

„Jedes Kind verdient einen gesunden Start ins Leben“

Schwerin – Jedes Jahr kommen in Deutschland Schätzungen zufolge bis zu 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen wie der fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) zur Welt. Als Tag des alkoholgeschädigten Kindes macht der 09. September deshalb jährlich auf die Gefahren des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft aufmerksam und nutzt dafür das symbolische Datum, das an die neun Monate erinnern soll, die ein Kind im Bauch seiner Mutter verbringt. Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese betonte heute: „Während der Schwangerschaft gibt es kein sicheres Maß an Alkoholkonsum, denn das Baby trinkt mit.“

So erhält das ungeborene Kind während der Schwangerschaft die wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung der Mutter über die Nabelschnur. „Auf demselben Weg gelangt dann jedoch auch der Alkohol als Zellgift in den kindlichen Körper und kann dort die Entwicklung aller Organe und insbesondere des Gehirns beeinträchtigen“, erklärte Drese. Dies könne bei FASD etwa zu Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten, sowie Schäden von Augen, Gesicht, Herz, Nieren oder Knochen führen. Diese Folgen bleiben ein Leben lang, denn FASD ist nicht heilbar.

„Das bedeutet, dass FASD die häufigste, angeborene, nicht genetisch bedingte Behinderung in Deutschland ist. Ein konsequenter Alkoholverzicht schützt. Dennoch konsumieren laut Umfragen rund 20 Prozent der Frauen auch während der Schwangerschaft, knapp acht Prozent sogar so viel, dass die Alkoholmenge selbst für nichtschwangere Frauen als riskant gilt. Ob aus Unwissenheit über die Folgen des Konsums oder auch durch bestehende Abhängigkeitserkrankungen: Das sind Zahlen, die erschrecken“, so Drese.

Das Land habe daher zuletzt die Beratungs- und Unterstützungsangebote für FASD und Suchterkrankungen ausgebaut. „Ein gesunder Start ins Leben beginnt lange vor der Geburt. Deshalb ist Aufklärung über die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft so wichtig“, unterstrich die Ministerin. So unterstütze das Land etwa die FASD-Fachstelle in Rostock, die Betroffene, Eltern, Pflege- und Adoptivfamilien oder auch Fachkräfte unterstützt, zum Beispiel bei familiären Herausforderungen oder bei der Suche nach pädagogischer, therapeutischer oder medizinischer Hilfe.

„Zusätzlich haben wir mit KipsFam ein Hilfsnetz für Kinder aus sucht- oder psychisch belasteten Familien ins Leben gerufen. Regionalstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten helfen dabei, Familien frühzeitig Unterstützung anzubieten, sie eng zu begleiten und bei Bedarf in externe Hilfsangebote zu vermitteln“, erklärte Drese. Insgesamt stehen bis 2027 fünf Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF+) für das Projekt zur Verfügung.

„Wir müssen beides zusammen denken“, betonte Drese: „Jedes Kind verdient einen gesunden Start ins Leben. Deshalb wollen wir verhindern, dass Kinder durch Alkohol in der Schwangerschaft geschädigt werden. Und wir müssen für diejenigen da sein, die bereits mit den Folgen wie etwa FASD leben. Dafür braucht es Aufklärung, gezielte Beratung und verlässliche Unterstützung“, sagte sie.

Weitere Informationen zur FASD-Beratungsstelle finden Interessierte unter https://rostocker-stadtmission.de/fasd-beratungsstelle-m-v. Alle Informationen rund um KipsFam stehen unter https://blickauf-kipsfam.de/ zur Verfügung.

Backhaus übergibt Brotboxen an 180 Schulkinder

Mühlengeez – Wie sieht ein guter Start in den Schultag aus – und woher kommen eigentlich die Lebensmittel auf dem Frühstückstisch? Darüber spricht Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus am 10. September ab 9 Uhr im Festzelt auf der MeLa in Mühlengeez mit rund 180 Schülerinnen und Schülern der ersten und zweiten Klassen. Beim gemeinsamen Bio-Frühstück im Festzelt kommen überwiegend regionale Bio-Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern auf den Tisch. Insgesamt werden rund 230 Kinder, Lehrkräfte, Unterstützer und Gäste erwartet.

„Wer morgens gut frühstückt, startet mit Energie und Konzentration in den Tag. Mir ist aber noch etwas anderes wichtig: Kinder sollen früh erfahren, wo unsere Lebensmittel herkommen, wie sie erzeugt werden und wie viel Arbeit darin steckt. Genau dafür ist die Bio-Brotbox eine tolle Aktion. Sie verbindet gesunde Ernährung mit Wissen über Landwirtschaft und Lebensmittel – und das ganz praktisch am Frühstückstisch“, sagte Backhaus im Vorfeld.

Das Frühstück auf der MeLa bildet den öffentlichen Auftakt der Bio-Brotbox-Aktion 2026 in Mecklenburg-Vorpommern. Ende September erreicht die Aktion dann das ganze Land: An mehr als 100 Schulen sollen rund 6.000 Erstklässlerinnen und Erstklässler eine wiederverwendbare Bio-Brotbox erhalten. Am 29. September werden die Boxen und Lebensmittel an sechs dezentralen Packstationen zusammengestellt, am 30. September folgen die Übergabe und gemeinsame Frühstücksaktionen an den Schulen.

Die Bio-Brotbox soll dabei mehr sein als ein einmaliges Frühstück. Sie soll Kinder und Eltern im Alltag daran erinnern, auf ein ausgewogenes Schulfrühstück zu achten. Zugleich lernen die Kinder etwas über die Herkunft und Herstellung von Lebensmitteln. Die Aktion verfolgt drei zentrale Ziele: Jedes Kind soll täglich frühstücken können, ein gesundes Frühstück erhalten und den Wert guter Lebensmittel schätzen lernen.

„Lebensmittel wachsen nicht im Supermarktregal. Hinter Milch, Brot, Käse, Äpfeln oder Möhren stehen Landwirtinnen und Landwirte, Bäcker, Molkereien und viele weitere Menschen. Gerade auf der MeLa können Kinder erleben, wie eng Landwirtschaft und Ernährung zusammengehören. Wer schon früh weiß, wo Lebensmittel herkommen, entwickelt auch ein anderes Bewusstsein für ihre Qualität und ihren Wert“, betonte Backhaus.

Beim Frühstück in Mühlengeez stehen unter anderem Brot und Brötchen, Milchprodukte, Wurst, Frucht- und Gemüseaufstrich, Äpfel, Kohlrabi, Salat und Möhren auf dem Tisch. Im Anschluss erhalten die Kinder ihre Bio-Brotbox mit gesunden Snacks und Informationsmaterialien.

Getragen wird die Bio-Brotbox-Aktion in Mecklenburg-Vorpommern von Bio in MV e. V. gemeinsam mit zahlreichen Unternehmen, Verbänden und Einrichtungen. Sie stellen Lebensmittel bereit, unterstützen beim Packen und bei der Verteilung oder engagieren sich finanziell und organisatorisch. Das Landwirtschaftsministerium begleitet die Aktion seit Jahren und unterstützt 2026 unter anderem den Druck der begleitenden Informationsbroschüre mit rund 2.000 Euro.

„Dass wir 6.000 Kinder an mehr als 100 Schulen erreichen können, ist nur möglich, weil viele Unternehmen, Verbände und Ehrenamtliche gemeinsam anpacken. Dieses Engagement verdient großen Dank. Ich wünsche mir, dass wir die Bio-Brotbox weiter in die Fläche tragen. Denn jedes Kind, das lernt, wie wichtig ein gutes Frühstück ist und wo seine Lebensmittel herkommen, ist ein Gewinn“, so Backhaus.

Die Bio-Brotbox-Aktion wird in Mecklenburg-Vorpommern durch Sponsoring und ehrenamtliches Engagement getragen. In diesem Jahr findet der öffentliche Auftakt bereits zum dritten Mal im Rahmen der MeLa statt. Die Bio-Brotbox-Aktion verfolgt das Ziel, Kinder für ein tägliches und ausgewogenes Frühstück sowie für Herkunft, Erzeugung und Wert von Lebensmitteln zu sensibilisieren.

Zwei verletzte Polizeibeamte in zwei Tagen

Gewalt gegen Einsatzkräfte ist nicht hinnehmbar

Schwerin – Bei Einsätzen in den vergangenen Tagen wurden zwei Polizeibeamte verletzt. Am 7. September wurde ein Beamter in Garlitz bei einer Widerstandshandlung an der Hand verletzt. Am heutigen Tag wurde ein weiterer Polizist bei einem Einsatz in einer Erstaufnahmeeinrichtung am Handgelenk verletzt. Beide Polizisten waren anschließend nicht dienstfähig.

Innenminister Christian Pegel: „Dass Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte bei der Ausübung ihres Dienstes verletzt werden, darf uns nicht kaltlassen. Sie müssen darauf vertrauen können, dass Angriffe auf sie ernst genommen und konsequent verfolgt werden. Die beiden Fälle stehen für ein Problem, das über die Polizei hinausgeht. Auch Feuerwehr und Rettungsdienst sehen sich bei ihrer Arbeit zunehmend mit Aggression und Gewalt konfrontiert.

Dabei sind es gerade diese Menschen, die gerufen werden, wenn andere nicht mehr weiterwissen. Wir dürfen nicht akzeptieren, dass Gewalt zum Risiko des Helfens wird. Wer Einsatzkräfte angreift, erschwert nicht nur ihren konkreten Einsatz. Er trifft Menschen, die Verantwortung für andere übernehmen. Der Staat muss hier eine klare Grenze ziehen. Den beiden verletzten Polizeibeamten wünschen ich eine schnelle und vollständige Genesung.“

Im Jahr 2025 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik 540 Fälle von Widerstand gegen sowie 519 Fälle von tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichgestellte Personen erfasst. Beide Zahlen sind gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. 96,4 Prozent aller Opfer von Widerstand und tätlichem Angriff waren Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte.

Drese: „Die Pflegereform muss endlich die großen Probleme lösen“

Ministerin fordert Begrenzung der Eigenanteile, faire Finanzierung und mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

Rostock – Bei einer Podiumsdiskussion des Vereins „Zukunftsfeste Pflege“ im Rahmen der Pflegemesse Rostock hat Sozialministerin Stefanie Drese eine zügige und grundlegende Pflegereform gefordert. „Eine Pflegereform darf aber nicht darin bestehen, immer neue Belastungen auf Pflegebedürftige, Angehörige und Versicherte zu verteilen. Sie muss ihren Namen verdienen und die großen Probleme tatsächlich lösen“, betonte Drese.

Im Mittelpunkt müsse dabei die zukunftssichere Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung stehen. Drese formulierte drei zentrale Forderungen:

Erstens: Eigenanteile für Pflegeheimbewohner begrenzen.

„Wer pflegebedürftig wird und einen Pflegeplatz braucht, darf nicht vor der Frage stehen, wie er immer weiter steigende Eigenanteile bezahlen soll. Die pflegebedingten Eigenanteile müssen gedeckelt werden. Wir müssen die Kostenspirale stoppen und Pflegebedürftige finanziell besser schützen.“

Zweitens: Pflegeversicherung nachhaltig und solidarisch finanzieren.

„Versicherungsfremde Leistungen gehören aus Steuermitteln finanziert und dürfen nicht länger die Pflegeversicherung belasten. Gleichzeitig muss auch die Einnahmeseite in den Blick genommen werden. Der Bund sollte deshalb prüfen, ob Beamtinnen und Beamte in die Kranken- und Pflegeversicherung einbezogen werden können. Wenn wir sagen, dass starke Schultern mehr tragen müssen, dann gilt das selbstverständlich auch für uns Politikerinnen und Politiker.“

Drittens: Pflegende Angehörige stärker unterstützen.

„Die meisten Menschen möchten auch bei Pflegebedürftigkeit möglichst lange zu Hause bleiben. Wer Angehörige pflegt, braucht deshalb mehr Flexibilität, fachliche Unterstützung und unbürokratische Hilfe.“ Dazu gehörten eine stärkere Prävention, gezielte Beratung und Begleitung, Rehabilitationsangebote sowie ein Notfallbudget für Randzeiten. Entsprechende Vorschläge habe die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ bereits Ende 2025 vorgelegt.

„Wir dürfen Pflege nicht nur als Kostenproblem betrachten. In den vergangenen Jahren sind wichtige Fortschritte erreicht worden – auch bei der Qualität und bei der Bezahlung. Fachkräfte in der Altenpflege verdienen inzwischen im Durchschnitt mehr als 4.000 Euro im Monat. Das ist angesichts der Verantwortung und der Anforderungen richtig und wichtig“, sagte Drese. Gleichzeitig müssten die finanziellen Herausforderungen jetzt gelöst werden, damit die Versorgung nicht gefährdet werde.

Auch Mecklenburg-Vorpommern handelt bereits. Im „Pakt für Pflege MV“ wurden unter anderem Empfehlungen zu Ausbildung, Fachkräftegewinnung, Digitalisierung, Bürokratieabbau und einer besseren Vernetzung der Beratungsangebote entwickelt. Der Landespflegeausschuss will im Sommer 2027 einen Abschlussbericht vorlegen. Mit dem Landesinvestitionsprogramm zur Förderung der Kurzzeitpflege und der Kofinanzierung von Modellprojekten unterstützt das Land zudem konkrete Verbesserungen vor Ort.

„Wir arbeiten in Mecklenburg-Vorpommern miteinander und nicht gegeneinander – auf Augenhöhe. Aber die entscheidenden Stellschrauben liegen beim Bund. Wir brauchen deshalb jetzt eine nachhaltige und generationengerechte Finanz- und Strukturreform. Ein bloßes Stopfen von Haushaltslöchern ist keine Pflegereform“, so Drese.