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Tag: 3. September 2026

Schwesig: Neuer Schulcampus schafft beste Lernbedingungen

Anklam – In Anklam ist heute der neue Schulcampus feierlich eröffnet worden. Er besteht aus dem sanierten denkmalgeschützten Altbau der Regionalschule Käthe-Kollwitz und dem Neubau der Grundschule „Villa Kunterbunt“.

Schülerinnen und Schüler aus Anklam und Umgebung können somit von der ersten bis zur zehnten Klasse denselben Schulcampus besuchen. Neu gestaltet wurden auch die Außenanlagen. Seit 2019 sind in den Schulcampus rund 34 Millionen Euro geflossen. Knapp 25 Millionen davon waren Landesmittel.

„Das ist ein wirklich schöner, moderner Schulstandort. Mir gefällt die Kombination aus dem schönen ehrwürdigen Schulgebäude und dem Neubau besonders gut. Hier lernen Grundschüler der Villa Kunterbunt und die „Großen“ der Regionalschule Käthe Kollwitz zusammen in einem großen Komplex, aber alle haben ihren eigenen Bereich und was für sie wichtig ist“, erklärte die Ministerpräsidentin. Mit dem modernen Schulcampus sei das zweite Projekt des Anklamer Dreiklangs aus Schwimmbad, Schulcampus und Ikareum abgeschlossen.

Bildung sei ein Schwerpunkt der Landesregierung in den vergangenen Jahren gewesen. „Wir haben über 4.300 neue Lehrkräfte eingestellt, den Übergang von der Kita in die Grundschule besser gestaltet und an der Grundschule den Unterricht in Deutsch, Mathematik und Lesen ausgeweitet. Außerdem haben wir seit meinem Amtsantritt mehr als eine Milliarde Euro für die Modernisierung von Schulen bewilligt.

“ Mit dem Sondervermögen Infrastruktur bestehe die Möglichkeit, weitere 600 Millionen Euro in die Modernisierung von Schulen im ganzen Land zu investieren. „Wir wollen noch viele Schulen in unserem Land modernisieren. Alle Kinder in Mecklenburg-Vorpommern sollen gut lernen können.“

M-V und Schleswig-Holstein nutzen KI und stärken die digitale Souveränität

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bauen ihre Zusammenarbeit bei der digitalen Souveränität weiter aus. Rund ein Jahr nach Abschluss einer Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Ländern ziehen die Minister Bilanz und wollen die gemeinsame Entwicklung und Nutzung digitaler Lösungen weiter vorantreiben. Im Mittelpunkt stehen dabei Dateninfrastrukturen, IT-Resilienz, Open Source, der sichere Datenaustausch über Verwaltungsgrenzen hinweg sowie der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung.

„Digitale Souveränität entsteht nicht im Alleingang. Dazu müssen Länder ihre Erfahrungen teilen, gemeinsam Lösungen entwickeln und gute Anwendungen auch gemeinsam nutzen. Genau das tun Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Finanzen und Digitalisierung, Dr. Heiko Geue. „Wir wollen keine digitalen Insellösungen, sondern leistungsfähige und sichere Strukturen, die von möglichst vielen Verwaltungen genutzt und weiterentwickelt werden können. Das gilt gerade auch für die Integration des Kollegen KI, mit dem wir in unseren OpenSource-Arbeitsumgebungen wie Nextcloud und in den Finanzämtern arbeiten wollen.“

Auch Schleswig-Holstein setzt auf gemeinsame Standards und den länderübergreifenden Austausch. „Der Wechsel zu modernen, offene Lösungen ist zwingend erforderlich, damit wir die Sicherheit, Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit des Staates nachhaltig gewährleisten können. Wir schaffen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern digitale Souveränität durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen und verbinden dies mit dem Einsatz modernster KI-Technologien. Damit stärken wir zugleich den Digitalstandort Deutschland“, sagte Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. „Im Norden sind wir vorangegangen. Die gelebte Kooperation zwischen unseren Ländern ist dafür das beste Beispiel. Wir laden alle ein, diesem Beispiel zu folgen und uns auf dem Weg in die digitale Souveränität zu begleiten.“

Beide Länder arbeiten daran, KI nicht als isolierte Einzelanwendung, sondern als Bestandteil der täglichen Verwaltungsarbeit nutzbar zu machen.

Ein konkretes Beispiel ist die KI-Integration in die Kollaborationsplattform Nextcloud, die in beiden Ländern genutzt wird. Beschäftigte können damit unter anderem direkt in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung mit KI chatten, Recherchen durchführen sowie Texte erstellen, umformulieren, korrigieren und zusammenfassen. Auch die Erstellung von Textdokumenten, Tabellen und Präsentationen aus einer Beschreibung soll möglich werden.

Die angebundenen Sprachmodelle werden digital souverän betrieben und die KI-Anfragen vollständig in Deutschland verarbeitet. In Mecklenburg-Vorpommern wird dies über IONOS bereitgestellt, Schleswig-Holstein betreibt die Infrastruktur bei dataport. Die Daten der Landesbediensteten werden zudem nicht zum Training externer KI-Systeme verwendet.

Darüber hinaus plant Mecklenburg-Vorpommern den Einsatz eines von der hessischen Steuerverwaltung entwickelten und eingesetzten KI-Chatbots für die Arbeit der Finanzämter. Der TaxBot Maxi wird im Auftrag des Landes Hessen bei der STACKIT der Schwarz-Gruppe betrieben. Er unterstützt die Beschäftigten insbesondere bei der fachspezifischen Analyse, Recherche und Erstellung von Dokumenteninhalten. Auch Übersetzungen gehören zu den vorgesehenen Einsatzmöglichkeiten.

Digitale Souveränität bedeutet auch, millionenfach erprobte, sichere und praxistaugliche Open Source Anwendungen zu nutzen, statt alles jeweils selbst zu entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation zwischen den beiden Bundesländern ist die Frage, wie Verwaltungen Daten künftig besser für Entscheidungen nutzen können. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein haben hierzu regelmäßig sogenannte Datentage durchgeführt. Dabei stellten die Länder ihre jeweiligen Ansätze, Werkzeuge und Erfahrungen vor.

Auf dieser Grundlage soll nun die gemeinsame Weiterentwicklung einer Data Fabric beziehungsweise eines Datenpools vorangetrieben werden. Ziel ist eine leistungsfähige Dateninfrastruktur, die unterschiedliche Datenbestände zusammenführt und umfassende Analysemöglichkeiten eröffnet. Damit sollen Entscheidungen in der Verwaltung stärker auf belastbaren Daten und Analysen beruhen können.

Ein weiterer Baustein der Kooperation ist die Resilienz der IT-Infrastruktur. Beide Länder verfolgen ähnliche Konzepte, gehen dabei aber arbeitsteilig vor. Mecklenburg-Vorpommern konzentriert sich insbesondere auf die resiliente Bereitstellung von IT-Infrastrukturen durch kleine, ultramobile Rechenzentren. Schleswig-Holstein arbeitet schwerpunktmäßig an der Bereitstellung von Notfallarbeitsplätzen. Perspektivisch sollen gemeinsame Architekturen und Standards dazu beitragen, IT-Infrastrukturen und Arbeitsmöglichkeiten auch unter außergewöhnlichen Bedingungen schnell und möglichst ortsunabhängig bereitstellen zu können. Damit wird digitale Souveränität auch zu einer Frage der staatlichen Krisenvorsorge: Eine moderne Verwaltung muss nicht nur digital arbeiten können, sondern auch dann handlungsfähig bleiben, wenn zentrale Infrastrukturen ausfallen.

Ein wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit ist außerdem der Aufbau einer länderübergreifenden Community für Open Source und digitale Souveränität. Fachreferate, IT-Verantwortliche und die CIO-Ebene tauschen sich regelmäßig über Projekte und Erfahrungen aus. Dabei geht es um mehr als Software. Digitale Souveränität bedeutet auch Wahlfreiheit bei Schnittstellen, Austauschformaten, technischen Komponenten, Netzen und Diensten. Offene und nachvollziehbare Lösungen können Abhängigkeiten reduzieren und ermöglichen es Verwaltungen, digitale Anwendungen an ihre eigenen Anforderungen anzupassen.

Schwesig: Ansiedlung von EKATO stärkt den Wirtschaftsstandort Stralsund

Stralsund – In Stralsund ist heute die neue Produktionsstätte der Firma Ekato Nord GmbH im maritimen Industrie- und Gewerbepark auf dem Gelände der früheren Volkswerft eröffnet worden. Dort soll künftig vorrangig die Montage von Großrührwerken zum weltweiten Export erfolgen. Großrührwerke werden beispielsweise in der Pharmazie, der Biotechnologie, der Lebensmitteltechnologie, in der Kosmetikindustrie und bei der Herstellung von Biokraftstoffen benötigt.

„Der maritime Industrie- und Gewerbepark Volkswerft in Stralsund überzeugt durch sehr gute Anschlussmöglichkeiten zu Land und Wasser. Hier sind Unternehmen wie Ostseestaal oder die Fassmer-Gruppe ansässig. Ich freue mich sehr, dass mit EKATO ein neuer starker Partner dazustößt“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei ihrem Besuch in Stralsund.

„Ich freue mich, dass unsere Standortvorteile Sie überzeugt haben. Ausschlaggebend für die Ansiedlung war vor allem die Infrastruktur. Der Standort bietet viel Platz. Hier können LKWs einfach beladen werden, Transporte per Bahn sind möglich und der Seeweg kann für den Transport der Großrührwerke genutzt werden“, sagte Schwesig. EKATO habe fast 10 Millionen Euro in sein neues Werk investiert. Das Land habe die Ansiedlung mit 1,3 Millionen Euro unterstützt.

„Mit der Ansiedlung von EKATO setzt Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Standortoffensive seine erfolgreiche Strategie zur Ansiedlung wachstumsstarker mittelständischer Betriebe fort. Denn genau solche mittelständischen Unternehmen prägen unsere Wirtschaft und unser Land“, stellte die Ministerpräsidentin fest.

Drug Checking zeigt Wirkung

61 Warnungen allein in der diesjährigen Festival-Saison

Schwerin – 903 Substanzproben mit 61 Warnungen vor hochdosierten oder unerwarteten Wirkstoffen: Das ist die Bilanz des mobilen Drug Checkings bei Fusion und Pangea in diesem Sommer. Für Gesundheitsministerin Stefanie Drese ist das Ergebnis ein weiterer Beleg dafür, dass eine moderne Drogenpolitik neue Wege gehen muss.

„Wer Menschen vor den Gefahren von Drogen schützen will, darf nicht wegschauen. Drug Checking schützt Leben. Wir sehen unmittelbar, welche Substanzen tatsächlich im Umlauf sind, und können Menschen warnen, bevor aus einem vermeintlichen Partykonsum ein medizinischer Notfall wird“, sagte Drese am Donnerstag in Schwerin.

Auf dem Fusion Festival in Lärz wurden 801 Proben untersucht. Bei 60 Proben war eine Warnmeldung erforderlich: 24 hochdosierte MDMA-Tabletten, 26 hochdosierte 2C-B-Tabletten sowie zehn Tabletten mit unerwarteten Wirkstoffen. Auf dem Pangea Festival in Pütnitz wurden 102 Proben analysiert; eine hochdosierte MDMA-Tablette war ebenfalls warnpflichtig.

Mecklenburg-Vorpommern war das erste Bundesland, das ein Drug-Checking-Modellvorhaben auch in mobiler Form ermöglicht hat. Mit der Universitätsmedizin Rostock steht für stationäre und mobile Substanzanalysen ein fachlich kompetenter Partner zur Verfügung. Beim stationären Angebot über das Gesundheitsamt Rostock wurden bislang drei hochdosierte MDMA-Tabletten festgestellt und entsprechende Warnmeldungen veröffentlicht.

Für Drese ist dabei entscheidend, dass Drug Checking nicht beim Testergebnis endet. „Drug Checking ist Prävention mit offenen Augen. Die Konsumentinnen und Konsumenten erhalten unmittelbar Informationen über Wirkstoffe, Dosierungen und gesundheitliche Risiken. Das kann nicht nur eine akute Gefährdung verhindern, sondern auch dazu führen, den eigenen Konsum zu hinterfragen.“

Die Ministerin verbindet damit eine grundsätzliche politische Botschaft: „Wir brauchen eine Drogenpolitik, die sich an der Wirklichkeit orientiert. Eine Politik, die nur sagt ‚Drogen sind verboten‘, beantwortet noch nicht die Frage, wie wir Menschen schützen, die trotzdem konsumieren. Deshalb setzen wir auf eine Kombination aus Prävention, Beratung, Hilfe und – wo es sinnvoll und möglich ist – Schadensminimierung.“

Auch für Behörden und Fachstellen liefern die Analysen wichtige Informationen. Sie zeigen, welche Substanzen aktuell im Umlauf sind und wo besondere Gefahren durch hohe Dosierungen oder unerwartete Wirkstoffe bestehen. Die Warnmeldungen werden unmittelbar vor Ort veröffentlicht und sind zudem online abrufbar.

Dass der Ansatz inzwischen auch über Mecklenburg-Vorpommern hinaus aufgegriffen wird, begrüßt Drese ausdrücklich. Neben Berlin, Thüringen und Hessen haben weitere Länder entsprechende Angebote auf den Weg gebracht. Auch Schleswig-Holstein will mobiles Drug Checking künftig zunächst im Umfeld von Veranstaltungen erproben.

„Es ist gut, wenn sich die Erkenntnis durchsetzt, dass Gesundheitsschutz dort stattfinden muss, wo Risiken entstehen. Gerade bei Festivals können wir Menschen mit Prävention und Beratung unmittelbar erreichen. Mecklenburg-Vorpommern hat hier früh Verantwortung übernommen – und ich freue mich, wenn andere Länder diesen Weg ebenfalls gehen“, sagt Drese.

Alle Warnmeldungen aus dem diesjährigen Drug Checking sind unter detect-drugcheck.org abrufbar. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) veröffentlicht auf seiner Website aktuelle Warnmeldungen.