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Tag: 4. September 2026

Ulmencampus wird zum modernen Lern- und Arbeitsort

Richtfest für neue Geisteswissenschaftliche Bereichsbibliothek der Universität Rostock

Rostock – Auf dem Ulmencampus der Universität Rostock ist heute Richtfest für die neue Geisteswissenschaftliche Bereichsbibliothek mit integriertem Seminarzentrum gefeiert worden. Der Neubau ist ein zentraler Baustein für die Entwicklung des Campus Ulmenstraße zu einem modernen Standort für die Geisteswissenschaften. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert insgesamt rund 116,9 Millionen Euro in die umfassende Weiterentwicklung des Areals.

Der für den Landesbau zuständige Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue sagte anlässlich des Richtfestes: „Mit dem Richtfest wird sichtbar, was wir uns für diesen Standort vorgenommen haben: Wir schaffen moderne, zukunftsfähige Gebäude und gehen zugleich verantwortungsvoll mit den vorhandenen Ressourcen und der historischen Bausubstanz um. Nachhaltigkeit bedeutet für uns dabei mehr als Energieeffizienz – es geht um Gebäude, die über Jahrzehnte gute Bedingungen für Studium, Forschung und Lehre bieten. Mein besonderer Dank gilt der Staatlichen Bau- und Liegenschaftsverwaltung Rostock und allen an der Planung und Umsetzung Beteiligten. Ein Bauvorhaben dieser Größenordnung und Komplexität gelingt nur mit großem fachlichem Können, guter Zusammenarbeit und viel Engagement. Dafür sage ich heute ausdrücklich Danke.“

Der Neubau entsteht auf einem rund 140 Meter langen Baufeld. Die Rohbauarbeiten sind inzwischen weitgehend abgeschlossen, die Montage der Fenster hat begonnen. Die neue Bibliothek wird künftig rund 10.700 Quadratmeter Nutzfläche umfassen. Sie ist als Lernort konzipiert und bietet unterschiedliche Bereiche für verschiedene Formen des Arbeitens und Lernens: von Kommunikations- und Gruppenarbeitsbereichen über Einzelarbeitsplätze bis hin zu ruhigen Stillarbeitsplätzen und einer Forschungsbibliothek. Ein 24/7-Arbeitsraum sowie ein Seminarzentrum ergänzen das Angebot.

Wissenschaftsministerin Bettina Martin betonte: „Hier am Ulmencampus entsteht eine top moderne Bereichsbibliothek, die nicht nur Platz für 900.000 Bücher und 750 Arbeitsplätze schafft, sondern ein Begegnungsort für Studierende und Forschende sein wird. Denn Wissen entsteht nicht im einsamen Kämmerlein, sondern braucht den Austausch. dieser neue Bibliotheksbau für die Geistes- und Sozialwissenschaften wird das Studium an der Universität Rostock noch attraktiver machen“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin. „Mit dieser großen Investition wird deutlich, dass die Landesregierung erheblich in die Zukunft des Wissenschaftsstandorts in Rostock investiert.“

Die Bibliothek ist Teil einer größeren Baumaßnahme auf dem Ulmencampus. Neben dem Bibliotheks- und Seminarneubau entsteht ein Verwaltungsgebäude für Bereiche des Bildungsministeriums, unter anderem für das Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern, das Lehrerprüfungsamt und die Digitale Landesschule. Gleichzeitig werden die denkmalgeschützte Exerzierhalle und das Arrestgebäude saniert und künftig von Einrichtungen der Universität Rostock genutzt. Auch das denkmalgeschützte Latrinengebäude soll saniert werden.

Bildungsministerin Simone Oldenburg erläuterte: „Gute Bildung braucht gute Bedingungen. Mit der neuen Bereichsbibliothek und dem Seminarzentrum entstehen am Ulmencampus moderne Räume für Studium, Lehre und Forschung. Studierende und Lehrende finden hier künftig vielfältige Möglichkeiten zum gemeinsamen Arbeiten, zum Austausch und für konzentriertes Lernen. Damit schaffen wir beste Voraussetzungen für gute Lehre und erfolgreiches Studium.“

Damit wird das ehemalige Kasernenareal Schritt für Schritt zu einem modernen geisteswissenschaftlichen Campus weiterentwickelt. Die Juristische Fakultät ist künftig ebenfalls am Standort vorgesehen, wesentliche Teile der Philosophischen Fakultät sollen hier gebündelt werden. Die vorhandenen denkmalgeschützten Gebäude bleiben dabei prägender Bestandteil des Ensembles.

Rektorin Prof. Dr. Elizabeth Prommer sagte: „Mit unserem ‚Ulmicum‘ schaffen wir mehr als einen modernen Wissensspeicher: Das Haus wird zu einem lebendigen Treffpunkt, an dem Lern- und Begegnungsräume zum gemeinsamen Arbeiten, Austauschen und Entdecken einladen. Studierende und Mitarbeitende werden gern hierherkommen und verweilen, um zu lernen und zu forschen, um zu diskutieren, einander zu begegnen und Neues zu entdecken.“

Die neuen Gebäude greifen mit ihren roten Klinkerfassaden die Architektur des historischen Campus und die regionale Bautradition auf. Gleichzeitig entsteht mit neuen Campus- und Freiflächen eine zeitgemäße Umgebung für Studium, Forschung und Begegnung. Nach Abschluss der Baumaßnahmen soll der Campus über eine grüne Mitte und deutlich mehr Fahrradstellplätze verfügen.

Auch bei der energetischen Konzeption wurde auf einen effizienten Betrieb der Gebäude geachtet. Die Neubauten erhalten eine hochwärmegedämmte Gebäudehülle und effiziente technische Anlagen. Für die Wärmeversorgung wird Fernwärme der Stadtwerke Rostock genutzt. Das Bibliotheksgebäude erhält darüber hinaus ein Geothermiefeld, das sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen eingesetzt werden soll.

Der Baubeginn erfolgte im April 2024, die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für das 2. Quartal 2030 geplant.

Die Freiheit der Kunst macht die Demokratie lebendig

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt begrüßte in Loitz Künstlerinnen und Künstler zum Netzwerktreffen mentoringKUNST.

Loitz – „Über die Grundrechte der Bundesrepublik zu sprechen, ist besonders heute wichtig. Wir leben in einer Zeit, in der radikale Kräfte unsere Werte des Grundgesetzes in Frage stellen. Das Netzwerktreffen von Künstlerinnen und Künstlern unseres Landes in Loitz ist daher eine sehr gute Gelegenheit, die Freiheit der Kunst in den Mittelpunkt zu stellen. Artikel 5 Absatz 3, Grundgesetz besagt in denkbar klaren Worten: ‚Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.‘ D

ie Kunstfreiheit schützt zunächst die Künstlerinnen und Künstler vor staatlicher Einflussnahme. Sie schützt nicht nur das fertige Werk, sondern den gesamten schöpferischen Prozess sowie ebenso die Präsentation und Verbreitung eines Werkes. Die Verfassung schützt die Kunst unabhängig davon, ob sie uns gefällt. Kunst muss keinen bestimmten Wert, kein bestimmtes Niveau und erst recht keinen bestimmten politischen Standpunkt haben, um geschützt zu sein. Sie darf provozieren und irritieren“, stellte die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt beim Netzwerktreffen „mentoringKUNST“ in Loitz.

„Die Freiheit der Kunst macht Demokratie lebendig. Kunstfreiheit bedeutet daher auch die Freiheit zur Zumutung. Der Deutsche Kulturrat hat das vor wenigen Monaten sehr treffend formuliert, dass Kunstfreiheit nicht selten eine Zumutung sei und dass eine funktionierende Demokratie genau diese Zumutung aushalten müsse. Dieser Gedanke ist aktueller denn je. Wir erleben gesellschaftliche Debatten, die härter werden. Wir erleben den Versuch, Kunst danach zu beurteilen, ob sie die ‚richtige‘ Botschaft vermittelt.

Künstlerinnen und Künstler werden mitunter unter Rechtfertigungsdruck gesetzt. Institutionen geraten unter öffentlichen und digitalen Druck. Außerdem wächst die Versuchung mancher Menschen, aus politischer Zustimmung oder Ablehnung ein Kriterium für Kunst und Kultur zu machen. Die Kunst ist aber kein Instrument der Politik. Die Aufgabe des Staates ist es nicht, Kunst nach ihrem Inhalt zu lenken, sondern ihre Freiheit zu gewährleisten und Bedingungen zu schaffen, unter denen sich ein freies Kunstleben entfalten kann“, so die Ministerin.

„Die Kunstfreiheit ist somit eine unmittelbare Voraussetzung der Gleichstellung. An dieser Stelle sind wir leider noch nicht am Ziel. Anfang 2024 waren in Mecklenburg-Vorpommern knapp 2.000 Menschen über die Künstlersozialkasse versichert, davon 944 Frauen. In der Bildenden Kunst lag der Frauenanteil sogar bei gut 51 Prozent. Doch der Gender Pay Gap in der Kultur lag 2024 im Durchschnitt bei 25 Prozent. In der Bildenden Kunst waren es sogar 30 Prozent.

Hinzu kommen ungleiche Chancen bei Aufträgen und Ausstellungen und oftmals eine geringere finanzielle Anerkennung der Werke von Künstlerinnen. Formale Freiheit allein schafft also noch keine tatsächliche Chancengleichheit. Wer künstlerisch frei arbeiten will, braucht auch die Möglichkeit, von dieser Arbeit zu leben. Wer eine eigene künstlerische Stimme entwickeln will, braucht Zeit, Räume und Zugänge. Wer im Kunstbetrieb bestehen will, braucht Wissen, Sichtbarkeit und Kontakte.

Daher ist das ‚mentoringKUNST‘ so wichtig. Erfahrene Künstlerinnen und Künstler geben ihr Berufswissen und ihre Praxiserfahrung an Mentees weiter. Im aktuellen siebten Durchgang gibt es 14 solcher Tandems. Ergänzt wird das Mentoring durch Fachveranstaltungen, Workshops und Exkursionen. Freiheit bedeutet nicht, alles allein können zu müssen. Manchmal braucht es gerade eine Unterstützung, damit aus einer Möglichkeit wirkliche Freiheit wird“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

Mecklenburg-Vorpommern fördert mentoringKUNST in der aktuellen Laufzeit vom Juli 2025 bis Juni 2028 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus mit rund 462.000 Euro.

35 Jahre Zweckverband Schaalsee-Landschaft

Schwerin – Anlässlich des 35jährigen Bestehens des Zweckverbandes Schaalsee-Landschaft betont Agrar- und Umweltschutzminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung des Naturschutzgroßprojektes „Wenn man sich vor Augen führt, was in diesen dreieinhalb Jahrzehnten erreicht worden ist, dann wird daraus eine beeindruckende Bilanz für den Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Der Zweckverband wurde am 1. Januar 1991 gegründet – unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung und als erster Naturschutzzweckverband Deutschlands.

Und er war von Anfang an länderübergreifend angelegt. Heute gehören ihm Landkreise Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und Herzogtum Lauenburg sowie der WWF Deutschland an“, so Minister Backhaus, der ergänzt: „Bereits 1992, also nur ein Jahr nach der Gründung, begann das Naturschutzgroßprojekt „Schaalsee-Landschaft“. Die Zahlen verdeutlichen die Dimension: 335 Quadratkilometer Projekt­gebiet, davon 147 Quadratkilometer Kerngebiet, eine Projekt­laufzeit von 1992 bis 2009 und insgesamt rund 26 Millionen Euro Förderung.

Mit diesen Mitteln wurden Flächen angekauft, Biotopmaß­nahmen umgesetzt sowie Pflege- und Entwicklungsplanungen finanziert. Auch die Finanzierung zeigt, dass dieses Projekt von Anfang an eine Gemeinschaftsleistung war. Der Bund übernahm zunächst 75 Prozent, ab 2005 70 Prozent der Investitionskosten. Weitere 15 Prozent trugen die Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Den verbleibenden Eigenanteil von 10 Prozent brachte überwiegend der WWF Deutschland auf.“

Das seien nicht einfach nur Förderzahlen. Dahinter stünden Flächen, die dauerhaft für den Naturschutz gesichert wurden, so Backhaus.

„Dahinter stehen wiedervernässte Moore, naturnahe Wälder, artenreiche Weidelandschaften und Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Und genau das ist für mich entschei­dend: Aus Fördermitteln ist hier über Jahrzehnte ganz konkret Natur geworden. Denn Naturschutz braucht Fläche.

Das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe, der Zweckverband, die Stiftung Biosphäre Schaalsee und die Stiftung Umwelt- und Naturschutz verfügen gemeinsam über mehr als 6.700 ha Flächen im Biosphärenreservat. Der Zweckverband selbst managt heute rund 4.800 Hektar Eigentumsflächen. Damit ist über Jahrzehnte ein erheblicher Flächenbestand entstanden, auf dem Naturschutz dauerhaft gestaltet werden kann.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Moorschutz und Wasserrückhalt. Bereits seit den frühen 2000er Jahren werden Moore in der Region renaturiert. Dazu gehören das Vossmoor, das Kuhlrader Moor, die Molzahner Rinne und insbesondere die Moorrinne von Klein Salitz bis zum Neuenkirchener See.

Ein zweites Beispiel sind die „Wilden Weiden“. Durch die Zusammenarbeit von Zweckverband und Biosphärenreservat sind inzwischen fast 1.000 Hektar großflächige Weideland­schaften entstanden. Mehr als 500 ha Ackerland wurden in Grünland umgewandelt. Das ist für mich auch ein hervorra­gendes Beispiel dafür, dass Landwirtschaft und Naturschutz keine Gegensätze sein müssen.

Wenn wir gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten, können wir Nutzung und Artenvielfalt miteinander verbinden. Und auch dafür gibt es konkrete Zahlen.

Bei Untersuchungen auf ausgewählten Weidelandschaften wurden 155 Zikadenarten und 21 Heuschreckenarten nachgewiesen. Das dort praktizierte Konzept der extensiven Rinderbeweidung wird sogar als bundesweit richtungsweisend für den flächenhaften Insektenschutz eingeschätzt.

Ähnlich beeindruckend sind die Ergebnisse in unseren Naturwäldern. In der Kernzone Weißes und Schwarzes Moor wurden 377 Arten holzbewohnende Käfer nachgewiesen, in der Kernzone Roggendorfer Moor 350 Arten. Damit liegen diese Flächen auf Spitzenplätzen der bislang untersuchten Natur­waldreservate in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt Backhaus und erinnert auch daran, dass der Jahrestag nicht nur eine Geschichte des Naturschutzes darstellt:

„35 Jahre Zweckverband Schaalsee-Landschaft sind auch ein Stück deutscher Geschichte. Über Jahrzehnte verlief hier die innerdeutsche Grenze. Heute gehört diese Landschaft zu einem der bedeutendsten Abschnitte des Grünen Bandes.

Was einst Deutschland und die Menschen voneinander getrennt hat, verbindet heute Lebensräume über Ländergrenzen hinweg. Die Flächen des Zweckverbandes und des Landes bilden gemeinsam ein wesentliches Gerüst für das Grüne Band in unserer Region. Und in diesem Jahr gehen wir den nächsten wichtigen Schritt: Das Grüne Band in MV soll als Nationales Naturmonument dauerhaft gesichert werden. Das Unterschutzstellungsverfahren steht kurz vor dem Abschluss.

Die entsprechende Verordnung soll noch im September 2026 veröffentlicht werden und in Kraft treten. Die Verordnung dient der Unterschutzstellung des Grünen Bandes in Mecklenburg-Vorpommern, welches entlang des ehemaligen Kolonnenweges entstanden ist. Es ist eine einzigartige Landschaftsstruktur, in der erfahren werden kann, wie historische Ereignisse und natürliche Entwicklungen eine außergewöhnliche Kulturlandschaft geschaffen haben. Es verbindet Orte der Erinnerungskultur mit einer symbolträchtigen Landschaft, die über Jahrzehnte hinweg als Folge der Teilung Deutschlands entstanden ist.“

Neuer Fußgängerüberweg an der Landesstraße 30

Dr. Wolfgang Blank: „Wir sorgen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr – insbesondere für Schülerinnen und Schüler“

Insel Rügen – Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute in Garz (Landkreis Vorpommern-Rügen) einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 21.000 Euro für die Einrichtung eines Fußgängerüberwegs in der Wendorfer Straße übergeben. Die Gesamtausgaben laufen sich auf rund 80.000 Euro. Die Förderung erfolgt im Rahmen der Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen für Vorhaben im Bereich des kommunalen Straßenbaus in Mecklenburg-Vorpommern (KommStrabauFöRL M-V).

„Mit dem neuen Fußgängerüberweg verbessern wir die Verkehrssicherheit in Garz und schaffen insbesondere für Schülerinnen und Schüler einen sicheren Weg in ihrem Alltag. Eine gute, verlässliche und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist ein wichtiger Bestandteil für die Lebensqualität vor Ort und für eine starke Entwicklung unserer Kommunen“, so Minister Dr. Blank.

Die Wendorfer Straße gilt als verkehrswichtige innerörtliche Hauptverkehrsstraße. Zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse insbesondere der Schulwegsicherheit war das Straßenbauamt Stralsund als Baulastträger der Landestraße 30 mit der Errichtung eines neuen Fußgängerüberwegs betraut. Die Bauarbeiten sind bereits abgeschlossen; der neue Fußgängerüberweg wurden zur Nutzung freigegeben.

Backhaus: Landeswaldtag bringt Wald und Menschen zusammen

Rostock – Anlässlich des 15. Landeswaldtages, der morgen (05. September 2026) im Stadtforstamt Rostock eröffnet wird, erklärt Klimaschutz- und Forstminister Dr. Till Backhaus, dass Wald keine Verwaltungsgrenzen kenne.

„Nach dem letzten Landeswaldtag 2024 in Friedrichsmoor führen wir diese Tradition nun in neuer Form fort. Wir verbinden den Landeswaldtag mit dem bereits 13. Rostocker Waldtag und bringen damit Landesforst und Kommunalwald zusammen. Ich halte das für ein wichtiges Signal. Herausforderungen, vor denen Wälder stehen, können Land, Kommunen und private Waldbe­sitzer nur gemeinsam bewältigen“, so Backhaus, der ergänzt: „Wald ist ein bedeutender Teil unseres Landes. Mecklenburg-Vorpommern verfügt über rund 558.000 Ha Wald.

Damit ist etwa ein Viertel unserer Landesfläche bewaldet. Rein rechnerisch kommen auf jede Einwohnerin und jeden Einwohner des Landes rund 0,35 Ha Wald. Und dieser Wald gehört vielen verschiedenen Menschen und Institutionen: Rund 41 Prozent sind Landeswald, etwa 40 Prozent Privatwald, rund 10 Prozent Körperschaftswald und etwa 9 Prozent Bundeswald. Wir haben in MV rund 45.000 Waldbesitzer. Diese Zahlen zeigen bereits: Waldpolitik ist in MV keine Randaufgabe.

Unser Wald erfüllt viele Aufgaben gleichzeitig. Der Wald ist Lebensraum, Klimaschützer, Wasserspeicher, Luftfilter, Erholungsraum, Arbeitsplatz und Rohstofflieferant. Gerade beim Klimaschutz lohnt ein Blick auf die Dimensionen.

Deutschlandweit sind allein in den lebenden Bäumen rund 1,184 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Weitere 46 Millionen Tonnen Kohlenstoff befinden sich im Totholz. Nimmt man auch Streu und Waldböden hinzu, sind in Deutschlands Wäldern insgesamt rund 2,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert – im Durchschnitt etwa 197 Tonnen Kohlenstoff je Ha. Das macht deutlich: Unsere Wälder sind gewaltige Kohlenstoffspeicher. Aber wir müssen auch die andere Seite der Wahrheit benennen.

Die Bundeswaldinventur zeigt, dass der Kohlenstoffvorrat der Wälder zwischen 2017 und 2022 um rund 41,5 Millionen Tonnen zurückgegangen ist. In diesem Zeitraum wurde der deutsche Wald erstmals seit Jahrzehnten von einer Kohlenstoffsenke zu einer Kohlenstoffquelle. Hauptursachen sind die Folgen von Dürre, Hitze, Schädlingsbefall und Kalamitäten sowie ein geringerer Holzzuwachs. Das ist für mich ein deutlicher Auftrag: Wir müssen unsere Wälder erhalten, pflegen und konsequent zu klimastabilen Mischwäldern weiterentwickeln.

Deshalb investieren wir gezielt in klimaresiliente Wälder. Seit 2020 hat Mecklenburg-Vorpommern das größte Aufforstungs­programm seiner Geschichte gestartet: 20 Millionen Euro für die Initiative „Unser Wald in MV“. Damit konnten bereits rund 1.400 Hektar neuer Wald entstehen – das entspricht etwa 11,2 Millionen gepflanzten Bäumen. Bis 2030 sollen insgesamt 4.380 Hektar neuer Wald entstehen. Dabei setzen wir auf klimaange­passte Baumarten wie Buche oder Traubeneiche, die unsere Wälder widerstandsfähiger machen.

Und auch die Menschen im Land können mithelfen: Mit der Aktion „Baum statt Ramsch“ der Waldstiftung kann auch in diesem Jahr wieder zur Weihnachtszeit jeder für 10 Euro einen Baum für Mecklenburg-Vorpommern pflanzen lassen.

Waldschutz und Holznutzung sind dabei keine Gegensätze. Auch die nachhaltige Nutzung unseres Holzes ist Klimaschutz. Deutschland verfügt über einen Holzvorrat von rund 3,7 Milliarden Kubikmetern mehr als jedes andere Land der EU. Jährlich wachsen in unseren Wäldern etwa 101,5 Millionen Kubikmeter Holz nach. Im Durchschnitt wurden rund 72,6 Millionen Erntefestmeter pro Jahr genutzt. Holz, das wir beispielsweise in Häusern, Möbeln oder anderen langlebigen Produkten verwenden, hält Kohlenstoff weiter gebunden.

Allein durch den wachsenden Speicher in Holzprodukten werden derzeit deutschlandweit netto rund 5 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr zusätzlich gebunden. Und Holz kann andere, energie­intensive Materialien ersetzen. Deshalb gehören für mich Waldschutz, Waldumbau und nachhaltige Holznutzung zusammen. Genau deshalb ist auch das Motto des Landeswaldtages so passend: „Wald, Holz und Technik“.

Moderne Technik hilft uns, den Wald von morgen aufzubauen. Die Forstwirtschaft hat sich enorm verändert. Das können die Besucherinnen und Besucher vor Ort selbst erleben: Harvester und Forwarder, Holzeinschlag durch Forstwirte, Pferderückung und Baumkletterer werden hier praktisch vorgestellt. Hinzu kommen Informationen zur Waldgesundheit, zum Waldumbau, zur Ausbildung sowie zahlreiche waldpädagogische Angebote.

Das ist wichtig, denn wir wollen nicht nur über Forstwirtschaft reden. Wir wollen zeigen, wie sie tatsächlich funktioniert. Unsere Forstleute müssen heute sehr unterschiedliche Anforderungen miteinander verbinden: Holz produzieren, Lebensräume erhalten, den Wald an das Klima anpassen, Erholungsräume sichern und zugleich wirtschaftlich arbeiten.

Die Bundeswaldinventur zeigt bundesweit, dass inzwischen 79% der Wälder Mischwälder sind. Die Fläche der Laubbäume hat innerhalb von zehn Jahren um rund 7 Prozent zugenommen. Auch der Totholzvorrat ist gestiegen und liegt inzwischen bei durchschnittlich 29,4 Kubikmetern je Ha – rund ein Drittel mehr als noch vor zehn Jahren. Das sind wichtige Entwicklungen für Artenvielfalt und Strukturreichtum.

Gleichzeitig zeigen die Zahlen, wie massiv der Klimawandel unsere Wälder bereits verändert. Allein der Fichtenvorrat in Deutschland ist zwischen 2012 und 2022 um 16 Prozent zurückgegangen. Dürre, Insekten und andere Kalamitäten haben erhebliche Schäden verursacht. Der Waldumbau ist deshalb keine abstrakte Zukunftsaufgabe. Er findet längst statt.

Wir wollen damit Lebensräume bewahren und gleichzeitig Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum sichern. Und vor allem wollen wir dafür sorgen, dass auch unsere Kinder und Enkel gesunde und leistungsfähige Wälder in Mecklenburg-Vorpommern erleben können. Daran arbeiten unsere Forstleute jeden Tag.“

Fahrtkostenzuschuss für Kooperationspartner von Ganztagsschulen

Oldenburg: Unterstützung erleichtert Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern

Schwerin – Seit diesem Schuljahr unterstützt das Land außerschulische Kooperationspartner, die an ganztägig arbeitenden Schulen im ländlichen Raum Angebote durchführen. Ab einer einfachen Fahrtstrecke von 15 Kilometern erhalten sie einen Zuschuss von fünf Euro pro durchgeführtem Angebot. Bei einer einfachen Fahrtstrecke ab 50 Kilometern erhöht sich der Zuschuss auf zehn Euro je Angebot.

„Ob Feuerwehr, Musikschule oder Fußballverein: Außerschulische Partner bereichern das ganztägige Lernen mit ihren vielfältigen Angeboten. Ganztag gelingt besonders gut, wenn Schule und Partner vor Ort eng zusammenarbeiten und gemeinsam an einem Strang ziehen. Gerade im ländlichen Raum können lange Anfahrtswege jedoch eine Hürde sein und dazu führen, dass engagierte Partner ein Angebot nicht übernehmen können. Mit dem neuen Fahrtkostenzuschuss schaffen wir hier Abhilfe. Wir wollen damit sicherstellen, dass Schulen auch künftig auf die Unterstützung ihrer Partner setzen können und Kinder und Jugendliche unabhängig vom Wohnort von einem vielfältigen Ganztagsangebot profitieren“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Mit der neuen Regelung reagiert das Land auf die besonderen Bedingungen im ländlichen Raum. Dort sind die Wege zwischen Schulen und möglichen Kooperationspartnern häufig deutlich länger. Die damit verbundenen Fahrtkosten können eine zusätzliche Belastung darstellen und Kooperationen erschweren. Der Fahrtkostenzuschuss soll deshalb dazu beitragen, bestehende Partnerschaften zu sichern und neue Kooperationen zu ermöglichen.

Der Fahrtkostenzuschuss wird ausschließlich für Angebote an Schulen gewährt, die nach den Festlegungen des Landesraumentwicklungsprogramms dem ländlichen Raum zugeordnet sind. Die Abwicklung erfolgt über die bereits bestehenden Vertrags- und Abrechnungsverfahren. Für die Schulen und Kooperationspartner entsteht dadurch kein zusätzlicher Verwaltungsaufwand.  

Wie wichtig Ganztagsangebote inzwischen für die Schulen im Land sind, zeigt auch die Entwicklung der ganztägig organisierten Schulen. In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten mittlerweile 351 Schulen ganztägig, darunter 158 Grundschulen und 193 weiterführende Schulen. Damit sind 75 Prozent der weiterführenden Schulen und 50 Prozent der Grundschulen im Land ganztägig organisiert. Die Zahl der ganztägig arbeitenden Schulen ist damit weiter gestiegen.

Für das ganztägige Lernen stehen auch im Schuljahr 2026/2027 insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sind 7,8 Millionen Euro für Angebote außerschulischer Kooperationspartner vorgesehen. Die entsprechenden Finanzbudgets sind bis einschließlich des Schuljahres 2028/2029 gesichert.

34. Landeszahnärztetag in Rostock

Drese: Gute zahnmedizinische Versorgung darf nicht vom Wohnort abhängen

Rostock – Rund 450 Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Verbandsvertreter treffen sich am Wochenende (4./5. September) zum 34. Landeszahnärztetag in Rostock. Gesundheitsministerin Stefanie Drese betonte bei ihrem Besuch zum Auftakt der größten zahnmedizinischen Fortbildungsveranstaltung des Landes, dass die langfristige Sicherstellung einer guten und wohnortnahen zahnmedizinischen Versorgung ein zentrales gesundheitspolitisches Ziel des Landes ist.

„Die Zahlen zeigen, vor welcher Herausforderung wir dabei stehen: Während die sechs größten Städte in Mecklenburg-Vorpommern rechnerisch gut versorgt sind und Versorgungsgrade von mehr als 100 Prozent aufweisen, gibt es auf dem Land erhebliche Lücken“, hob Drese hervor. Das habe auch damit zu tun, dass die Niederlassung frei ist und Zahnärztinnen und Zahnärzte grundsätzlich selbst entscheiden können, wo sie ihre Praxis eröffnen.

„Umso wichtiger sind gezielte Anreize für Regionen, in denen eine Unterversorgung droht“, so Drese. „Denn gute zahnmedizinische Versorgung darf nicht davon abhängen, ob Menschen in Rostock oder in einer ländlichen Region Mecklenburg-Vorpommerns leben“, warb die Ministerin für gemeinsame Lösungen gegen regionale Versorgungsengpässe.

Als einen wichtigen neuen Baustein bezeichnete Drese die in diesem Jahr erstmals eingeführte Landzahnarztquote. Künftig können darüber bis zu acht Studienplätze für Zahnmedizin vergeben werden, wenn in Mecklenburg-Vorpommern eine Unterversorgung besteht oder droht. „Jetzt müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass die Landzahnarztquote bekannter wird“, sagte Drese. Die nächste Bewerbungsrunde startet im Frühjahr 2027.

Zugleich setzt die Nachwuchsförderung an weiteren Stellen an. So vergibt die Kassenzahnärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern seit dem vergangenen Jahr Stipendien von bis zu 1.500 Euro monatlich an Zahnmedizinstudierende, verbunden mit einer späteren Tätigkeit in einem Fördergebiet des Landes. Darüber hinaus werden Niederlassungen und Praxisübernahmen sowie Anstellungen und der Berufseinstieg in besonders vom Versorgungsmangel betroffenen Regionen unterstützt.

„Wir brauchen eine Förderung, die nicht erst dann beginnt, wenn eine Praxis keinen Nachfolger mehr findet. Es geht um die gesamte Kette – vom Studienplatz über das Studium und den Berufseinstieg bis zur Niederlassung und Praxisübernahme“, betonte Drese. Entscheidend sei der enge Austausch zwischen Politik, Zahnärztekammer und Selbstverwaltung im Interesse einer guten zahnmedizinischen Versorgung der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Ministerin dankte den Zahnärztinnen und Zahnärzten im Land für ihren täglichen Einsatz. „Zahngesundheit ist Lebensqualität und bedeutet soziale Teilhabe. Zahnärztinnen und Zahnärzte helfen nicht nur dabei, Schmerzen zu behandeln und Zähne gesund zu erhalten. Sie ermöglichen Menschen, unbeschwert zu essen, zu sprechen und zu lachen und damit ganz selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, betonte Drese.

Weitere 38 Gerätehäuser – Landesregierung stärkt Feuerwehren in MV

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Innenminister Christian Pegel geben den Startschuss für die Förderungen aus dem Große-Feuerwehrhaus-Programm.

Insgesamt stehen 45 Millionen Euro für Förderungen zur Verfügung. Die Mittel stammen aus dem von Land, Kommunen, Wirtschaft und Gewerkschaften gemeinsam erarbeiteten MV-Plan 2035, der die Verteilung der Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern regelt. Insgesamt 38 Städte und Gemeinden werden von diesem Programm profitieren.

„Die Feuerwehren in unserem Land leisten hervorragende Arbeit. Sie sind für uns alle da, wenn wir Hilfe brauchen. Bei Bränden und in vielen anderen Gefahrensituationen. Die Feuerwehren stehen für hervorragende Jugendarbeit. Und sie bereichern mit ihren Festen und Tagen der offenen Tür das Leben in den Städten und Dörfern und stärken den sozialen Zusammenhalt.

Die Landesregierung investiert seit Jahren in die Feuerwehren: in moderne Fahrzeuge und gut ausgestattete Gerätehäuser. Wir haben im Frühjahr bekanntgegeben, welche 90 Gemeinden vom 50-Millionen-Programm für Feuerwehrgerätehäuser profitieren. Und wir haben damals bereits angekündigt, dass weitere 45 Millionen in größere Feuerwehrgerätehäuser investiert werden sollen. Heute können wir mitteilen, welche Städte und Gemeinden davon profitieren“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

„Wir haben mit unserem Musterfeuerwehrgerätehaus mit zwei Stellplätzen bundesweit Maßstäbe gesetzt. Die Musterfeuerwehrgerätehäuser wenden sich vor allem an Freiwillige Feuerwehren in kleinen und kleinsten Gemeinden unseres Landes. Wir wussten aber, dass auch bei Feuerwehren in großen und mittelgroßen Städten dringender Investitions- und Hilfebedarf besteht.

Deswegen haben wir uns gemeinsam mit den kommunalen Vertretern auf das Förderprogramm für große Feuerwehrgerätehäuser verständigt. Die Qualität und die Zahl der Anträge zeigt, dass diese Entscheidung richtig ist“, erläuterte Innenminister Christian Pegel. Pegel bedankte sich bei den Städten und Gemeinden, die teilweise innerhalb kürzester Zeit die Planung aufgestellt und die erforderlichen Antragsunterlagen zusammengestellt haben: „Wir wollten die Mittel des Sondervermögens auch bei diesen großen Spezialbauten schnell umsetzen. Das ist uns gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden, den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern und den Fachleuten in den kommunalen Verwaltungen gelungen. Das war großartige Arbeit!“

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nimmt am Wochenende am Tag der Offenen Tür der Feuerwehr Groß Klein teil. Innenminister Christian Pegel wird am Samstag am „Tag der offenen Wiese“ der Feuerwehr Greifswald teilnehmen.